10 Minuten ungefähre Lesezeit >>

Basische Ernährung wird auch Superfood-Methode genannt. Denn, wer sich basisch ernährt, isst sich im wahrsten Sinne gesund und gut gelaunt. Damit ist basische Ernährung bei Angst, akutem Stress und depressiven Verstimmungen die optimale Abwehrstrategie.

Früher ernährte ich mich so:

  • Auslassen und Vergessen von Mahlzeiten
  • Essen und irgendwas anderes gleichzeitig tun
  • Essen verschlingen
  • schlechtes Essen ohne wertvolle Inhalte wie Vitamine und Mineralien, nur Junkfood, Süßes und verarbeitete Produkte mit vielen Konservierungsstoffen
  • wenig eigenes Kochen, viel Fertigessen
  • Kaffee, Kaffee, Kaffee
  • mit vielen Milchprodukten
  • wenig Wasser, wenn dann nur, wenn mich der Durst überkam
  • viel schlechtes Fleisch.

Man muss dazu sagen, dass ich ein Perfektionist bin und Zeit und Energie zum damaligen Zeitpunkt schlecht haushaltete. Ich verstand weder etwas von Zeit- und Selbstmanagement noch von Ruhepausen und Auszeiten für mich. Ich habe entweder nur gearbeitet, mich gelangweilt oder ich habe mich mit anderen Menschen beschäftigt. Das äußerte sich auch in meiner Ernährung, weil mein Körper dadurch sehr viel Energie brauchte, damit ich das alles leisten konnte. Gleichzeitig habe ich die Energie aber auch oft benutzt, um mich danach oder zwischendrin nicht so leer zu fühlen, nicht so schlapp zu sein, obwohl ich das Ausruhen gebraucht hätte. Essen war Kompensation für schwere Tage und ich glaubte fälschlicherweise, dass es mir gut täte.

Doch das Gegenteil war der Fall: Wie ich heute weiß, tut es mir gut, wenn ich viele, kleine, aber vor allem warme Mahlzeiten und viel Flüssigkeit (warm) zu mir nehme. Alkohol, Koffein und zu viel Tabak, aber vor allem Zucker (besonders abends) ist pures Gift für mich. Meine damalige Panikstörung war eindeutig (mindestens teilweise) substanzinduziert.

Viele unserer typischen Ernährungsgewohnheiten übersäuern unseren Körper und belasten somit den Säure-Basen-Haushalt. Damit reagiert auch unser Bauchhirn und funkt Stress an das Richtung Gehirn. Das kann, wenn man es lange genug so macht, physische und psychische Beschwerden verursachen, zum Beispiel durch das vermehrte Entstehen von Pilzkulturen im Darm. Diese wiederum führen dann zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Grübeln, geringe Stressbelastbarkeit bis hin zu Angst und Panik. Weitere Beschwerden sind u. a.:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Trägheit (besonders nach dem Essen)
  • Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen
  • Blähungen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen
  • Reizmagen und -darm
  • Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten
  • Hautprobleme, wie Jucken oder Ausschlag bzw. Akne oder Neurodermitis
  • Atemprobleme (Atemnot oder ein flacher Atem)

 

Das Bauchhirn und seine Macht

Giulia Enders schreibt in ihrem wunderbaren Buch Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ eindrucksvoll darüber, wie das Gehirn und der Darm bei Stress miteinander reden. Ernsthaft: Wenn das Gehirn Stress wahrnimmt, sendet es Impulse an den Darm, der dann wiederum „wütend“ reagiert. Umgekehrt funktioniert das genauso. Damit ist basische Ernährung bei Angst und weiteren psychischen Belastungen eine Methode der Gegenwehr, denn der Darm und das Gehirn werden so lange rumoren, bis sie Nahrungsmittel bekommen, die ihnen wertvolle Inhaltsstoffe liefern, um den Stresssituationen mit voller Energie entgegenzuwirken. Leider essen wir viel Nahrung, die Energie nimmt. Allein die Tatsache, dass wir Essen zu uns, dass nicht getrennt ist, führt dazu, dass wir Nahrungsmittel mit unterschiedlich langer Verdauungszeit in uns haben, versehen mit Giften aus Konservierungsstoffen, Zusatzstoffen und Farbstoffen.  In Verbindung mit einem stressigen Leben und menschlichen Sorgen kann das Gehirn nur dann funktionieren, wenn es Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe erhält.

Bei mir sah der Dialog zwischen meinem Gehirn und Darm früher sicher so aus:

„Hey Darm! Janett hat heute wieder viel zu viel gearbeitet, sich pausenlos aufgeregt, versucht, alles zu 500 Prozent in einem Viertel der Zeit zu machen, kein einziges Danke oder Gut gemacht! gehört und jetzt telefoniert sie auch noch mit jemandem, der gerade viele Probleme hat und sie sagt noch nicht einmal STOP, obwohl sie total fertig ist und wirklich nur Zeit und Ruhe für sich bräuchte, vielleicht einen Spaziergang oder ein wenig Sport. Ne, jetzt rennt sie auch noch in die Küche und macht sich den 6. Kaffee und dazu gibt’s Schokolade! Dabei hat sie heute noch nichts Ordentliches gegessen! Mach doch mal was. Auf mich hört sie nicht!“

„Alles klar! Ich beschleunige die Sache mal und sorge für Beschwerden, die sie lahm legen. Das mit den Nahrungsunverträglichkeiten, Ausschlägen, innerer Unruhe und der Abgeschlagenheit versuche ich ja schon seit Wochen, aber vielleicht hilft ja ein Fieberschub. Ich schau mal, was sich machen lässt! Mir fällt schon etwas ein, was wirkt.“

Auch übersäuernde Lebensweisen wie Rauchen, Stress, wenig Bewegung, wenig Schlaf, „schnell, schnell“-Verhalten kann diese Übersäuerung fördern. Die bereits seit 1913 existierende basische Ernährung geht also davon aus, dass eine Übersäuerung zu gesundheitsschädlichen Konsequenzen führen kann, weil es ein Ungleichgewicht herstellt. Durch dieses Ungleichgewicht entstehen auch Pilzinfektionen im Darm, die wiederum krank machen. Das heißt: Je saurer man isst, desto saurer wird dein Körper. Du vergiftest ihn langsam, absichtlich.

 

Basische Ernährung bei Angst und Stress: Basische und saure Lebensmittel

Welche Lebensmittel sind nicht basisch und wie kommt es zu einem Basenüberschuss, einer Übersäuerung?

Nicht-basische Nahrungsmittel sind zum Beispiel:

  • Fleisch vom Discounter (keine Bio-Qualität)
  • billige Wurstwaren
  • billige Eier
  • billiger Fisch und Meeresfrüchte
  • Milch und Milchprodukte (Quark, Joghurt, Kefir, Käse, alle fettarmen Milchprodukte, außer Butter, Ghee und Sahne in Bio-Qualität)
  • Sojaprodukte (insbesondere TVP und in getrockneter Form als Fleischersatz)
  • Getreideprodukte (Back- und Teigwaren, Cornflakes, Fertigmüslis, etc.)
  • Produkte aus Gluten
  • Produkte, die Zucker enthalten
  • Süßungsmittel wie Agavendicksaft und auch Honig
  • Speiseeis (alle Sorten)
  • Fertigprodukte aller Art
  • Fertiggetränke, besonders Softdrinks, Isodrinks, Proteindrinks, Milchshakes, Drinks zum Abnehmen etc.
  • Mineralwasser und kohlensäurehaltige Getränke
  • Tee (schwarzer Tee, Früchtetee, Eistee etc., nur Kräutertees sind hochbasisch)
  • Alkohol- und koffeinhaltige Produkte
  • Kaffee, auch Getreide-, Instant- und koffeinfreier Kaffee
  • Senf
  • Essig
  • Ketchup
  • Sauerkonserven
  • Pilze

(Quelle: Zentrum der Gesundheit)

Diese Nahrungsmittel übersäuern den Körper und führen zu einer Störung des Säure-Basen-Haushaltes, durch die der pH-Werts im Blut ansteigt. Steigt der pH-Wert im Blut drastisch an, kann es zu einer Azidose kommen, der Übersäuerung. Wer hingegen Basenfasten in seine Ernährung integriert, der wirkt Stressanfälligkeit, Depressionen und sogar Panikattacken entgegen. Denn wir verzichten auf alles, was den Körper belastet, und geben ihm stattdessen wertvolle und hilfreiche Waffen gegen die freien Radikale, die durch unsere Lebensweise und die üblichen Nahrungsmittel in unseren Körper gelangen.

 

Bin ich übersäuert? Brauche ich eine andere Ernährung?

Ob man übersäuert ist oder nicht, bereits Pilze im Darm hat, kann man testen: Ich verwende Bullrich Säure-Basen-Balance Basentabletten mit integriertem Teststreifen (knapp 5 Euro in allen Drogeriemärkten und u. a. auch in Penny). An dem kann man sehen, wie hoch der eigene, tägliche pH-Wert ist und ob man im sauren Bereich ist. Zusätzlich kann man die Tabletten nehmen, um bei nicht so basischer Ernährung dagegenzuwirken. Übersäuert ist man, wenn man schädliche Darmbakterien mit sich herumschleppt: Die sogenannten Candida-Bakterien, die im Übermaß im Darm zu den am Anfang genannten Symptomen wie Blähungen und Unverträglichkeiten, Müdigkeit usw. führen, kann man verringern, wenn man weniger säurebildende Nahrung zu sich nimmt. Ob man diese Candida-Bakterien im Übermaß hat, kann man per Spucktest mit Speichel am Morgen herausfinden: Direkt nach dem Aufstehen gießt man sich ein Glas Wasser ein, spuckt hinein und beobachtet es eine Stunde lang. Je schneller und je dicker die Speichelfäden sind, je schneller sie also auf den Boden des Glases bzw. zum Boden hin sinken, umso belasteter ist der Darm, umso mehr Sinn macht eine basische Ernährung. Entstehen allerdings keine Fäden, bleibt der Speichel auch nach der besagten Stunde schwimmend auf der Wasseroberfläche, ist der Darm okay.

 

Basenfasten: Physische und psychische Vorteile von basischer Ernährung

Als ich begann, mich basisch zu ernähren, fühlte ich mich ab dem 2. Tag schlagartig gut. Ich hatte einen völlig veränderten Energiehaushalt, konnte mehr „ertragen“ und war schneller ruhig und entspannt. Gleichzeitig war ich in der Lage, mir die Auszeiten zu nehmen, die mein Körper und Geist brauchte. Das geschah automatisch, ohne dass ich etwas tun musste. Ich war gezwungen, zu kochen und bewusst einkaufen zu gehen, mir Gedanken um meine Ernährung im Sinne der Gerichteauswahl zu machen und konnte das gekochte Essen auch nicht zwischendurch oder schnell verschlingen. Ich machte es zu einem kleinen Ritual.

Fortan waren die Kaffees am Morgen auf zwei maximal heruntergestockt, das Brötchen mit irgendwas Konserviertem oder mit Billig-Wurst wurde zu gesundem, obsthaltigen „Müsli“ (eigentlich Quasigetreide) und der Rest des Tages bestand aus Wasser und viel Gemüse und Obst. Ich beschäftigte mich zum ersten Mal in meinem Leben mit Quinoa, Amaranth und Hirse, Polenta und Couscous,  wobei selbst diese Quasigetreide nicht basisch sind, aber sie zählten fortan zu den 20 verbleibenden, nicht-basischen Prozent, nebst meinen 80 basischen Prozenten, die ich zu mir nahm. Ich fand meine Leidenschaft für Kartoffeln und traditionelle Hausmannskost wieder und hatte wirklich Spaß daran.

Wenn man dann aber mal wieder längere Zeit nicht aufpasst, sorgt der Körper wieder für mehr Giftnahrung, je giftiger der Lebenswandel ist. Daher ist basische Ernährung eine tägliche bewusste Entscheidung für einen selbst.

 

Welche Lebensmittel sind basisch?

Auf der Website von Zentrum der Gesundheit findet Ihr eine pdf-Liste mit den basischen, neutralen und nicht-basischen Nahrungsmitteln, die schnell gedruckt und in der Geldbörse überall dabei sind.

Zu den wichtigsten basischen Lebensmitteln zählen:

  • Obst
  • Gemüse
  • Sahne und Butter in Bio-Qualität sowie Ghee

Das klingt nach wenig bis nichts, aber es gibt einen sehr großen Spielraum an Möglichkeiten, wenn man sich gedanklich darauf einlässt. Zusätzlich, als dickes, fettes Plus, darf man dafür Sahne und Butter, so viel wie man mag, essen. Und man nimmt dennoch ab. Ich verlor in vier Wochen etwa 5 Kilo und fühlte mich rund herum wohl. Es ging mir nicht um den Gewichtsverlust, aber es war ein netter Nebeneffekt, und es erleichterte mich tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes.

Natürlich kann man trotz zweifelhafter Ernährung auch Heilherde (idealerweise Bentonit) zu sich nehmen, die die Giftstoffe im Darm bündeln und ausscheiden. Aber eine gesunde, natürliche Ernährung kann nicht falsch sein.

Mein Frühstücksrezept - Zutaten:

  • 2 EL gepufften Amaranth (zum Beispiel in dm)
  • 2 EL gepufften Quinoa (zum Beispiel in dm)
  • 2 EL geraspelte Mandeln
  • 1 Banane
  • eine Handvoll Weintrauben
  • eine Handvoll Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren o. a.
  • 1/2 Becher Bio-Sahne
  • 2 EL Chia-Samen (nie mehr als 15g und falls zur Hand)

Außer Amaranth und Quinoa ist alles basisch. Ihr werdet merken, wie energieliefernd es ist und wie wohl man sich danach fühlt. Zusätzlich spenden Bananen ein natürliches Ruhegefühl, weswegen die Traditionelle Chinesische Medizin auch vorschlägt, Bananen abends vor dem Schlafengehen zu essen, um besser schlafen zu können. Beeren sind zudem sehr flavonoidreich und spenden viel wertvolles Serotonin, das Glückshormon, was wiederum Stresshormone wie Cortisol senkt, wie ich bereits im Artikel 20 flavonoidreiche Lebensmittel zur Reduzierung von Stress, Hektik und Angst schrieb.

Chiasamen enthalten hochwertige Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien (auch in Massen in Gerstengrassaft vorhanden) sowie Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe. Ihr hoher Nährstoffgehalt ist besser als in Hafer, Gerste und Weizen. Sie enthalten 12 Mal so viel Magnesium wie beispielsweise Brokkoli, fünf Mal mehr Kalzium im Vergleich zu Milch und mehr Ballaststoffe als Roggenbrot. Laut Chia-Samen.info decken „zwei Esslöffel Chia-Samen bereits den halben Tagesbedarf an Vitamin E und enthalten außerdem mehr als doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren wie 100 g Lachs.“

Magnesium ist besonders wichtig für innere Ruhe und Ausgeglichenheit, also für die Nerven bei Belastung. Vitamin E ist ein Zellschutzvitamin und schützt unsere Körperzellen vor schädlichen Einflüssen, beispielsweise vor freien Radikalen und fördert den Fettstoffwechsel. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Bildung von körpereigenen Abwehrzellen, den Schutz vor Infektionskrankheiten und das Herz-Kreislauf-System (Blutdruck, Blutfettwerte, Blutzucker). Sie beugen Schlafprobleme, Augenprobleme (Flimmern bei Migräne oder auch Panik) und Konzentrationsstörungen vor.

Gesunde Grüße,
Janett Menzel

 

Ähnliche Beiträge

F
4 Shares
Teilen
+1
Twittern
Teilen
E-Mail
WhatsApp
Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Warum zu wenig Schlaf ängstlicher macht, PC-Spiele Frust verringern und Temperatur Auswirkungen auf die Leistung hat – Kompakte Psychonnews der Woche

Forscher der Uppsala Universität fanden in einer Studie heraus, dass zu wenig Schlaf bei Stress die Konzentration und Erinnerung verschlechtert....

Schließen