Hormone verursachen Angst: Diese 4 natürlichen Heilmittel helfen

Hormone verursachen Angst: Diese 4 natürlichen Heilmittel helfen

Nicht immer sind schwere Zeiten oder labile Gemütszustände die Ursachen für Angst. Dass auch die Hormone Cortisol, Östrogen und Insulin Angstzustände verursachen können, wird in der Medizin und Psychologie noch immer weitestgehend ignoriert. Wer vermehrt, sei es durch Stress oder unerklärliche Gründe, zu diffuser Angst, eventuell begleitet mit Panikattacken, neigt, der sollte die gewaltige Wirkung seiner Hormone nicht unterschätzen.

 

So verursachen Hormone Angst

Alisa Vitti, eine US-amerikanische Ernährungswissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet Hormone, unterscheidet drei hormonell bedingte Ängste:

Cortisolbedingte Angst

hormonell bedingte angst und angstzuständeCortisol ist ein Stresshormon, welches dafür sorgt, dass wir morgens aus dem Bett kommen oder innerlich unruhig und gestresst auf vermeintlich gefährliche Situationen reagieren. Während bei Depressionen häufig ein geringer Cortisolwert ausschlaggebend ist, ist das Niveau an Cortisol bei Angst stark erhöht. Kann das Cortisol nicht abgebaut werden bzw. bleibt es aufgrund von Stress und anderen Belastungen über einen längeren Zeitraum stark erhöht, ist Angst eine ganz natürliche Folge. Normalerweise steigt unser Cortisolwert zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr automatisch an, weswegen Experten dazu raten, in dieser Zeit keinen Kaffee zu trinken. Auch direkt vor dem Schlafengehen ist Cortisol in erhöhter Konzentration schlecht für unsere Schlafgewohnheiten. Ist Cortisol zu wenig vorhanden, so erleben wir Erschöpfungszustände, bis hin zu einer Nebennierenschwäche oder Burnout. Ist Cortisol nicht im Gleichgewicht, fühlen wir uns deshalb häufig ausgelaugt, ängstlich und depressiv.

Wir müssen unseren Körper also dringend dabei unterstützen, dass Cortisol abgebaut wird. Das können wir fördern, indem wir bewusste Entspannungszustände und Sport nutzen.

Insulinbedingte Angst

Über die Bedeutung und Wichtigkeit von Insulin hatte ich bereits im Artikel Sport und seine körperlichen und psychischen Auswirkungen geschrieben. Insulin regelt den Abbau von Zucker im Körper. Deshalb ist hier entscheidend, was wir essen, denn was wir essen, entscheidet darüber, wie wir uns fühlen. Nehmen wir beispielsweise zu viel Zucker zu uns bzw. Lebensmittel, die im Körper in Zucker umgewandelt werden (Weißbrot, Pasta, Kartoffeln, Süßigkeiten und Industriezucker, zuckerhaltiger Alkohol), muss unser Körper sehr viel arbeiten, um den Zucker wieder abzubauen. Eine enorme Menge an Insulin ist dafür nötig. Übertreiben wir es mit einer stark zuckerhaltigen Ernährung, kann diese Überproduktion des Insulins eine Unterzuckerung auslösen (Hypoglykämie). Dies wiederum führt zu Symptomen wie Zittern, Müdigkeit, innere Unruhe und Angst. Der vom Körper als gefährlich eingestufte geringe Blutzuckerwert verursacht ebenso einen Anstieg an Cortisol. Und dieser wiederum dramatisiert die Symptome weiter.

Östrogenbedingte Angst

Ist Östrogen auf einem optimalen Niveau, hat es einen beruhigenden Effekt auf das Gehirn. Doch ist es zu niedrig oder zu hoch (zum Beispiel während der Menstruation und Menopause) bzw. besteht ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron (Sexualhormon), kann es erhebliche Angstzustände auslösen.

Während bei Stress, Schlafstörungen, Ängsten, Panikattacken und depressiven Verstimmungen häufig zu Medikamenten gegriffen wird, die das Serotonin- und Dopaminniveau steuern, lassen sich auch natürliche Heilmittel verwenden. Denn Medikamente wie Antidepressiva abzusetzen, braucht Kraft. Sie können ebenfalls Beschwerden mit dem Darm auslösen und somit weitere Symptome.

 

Natürliche Heilmittel für ausgeglichene Hormone und weniger Angst

Zimtzimt hilft gegen angst

Zimt ist besonders wirksam zur Stabilisierung des Blutzuckers, da es sich auf die Verdauung nach einer Mahlzeit auswirkt. Deshalb ist es ratsam, Zimt überall in Gerichten zu verwenden (auf dem Müsli, in Marmeladen, im Kaffee) oder aber als Zusatz im Tee zu trinken. Auch als Nahrungsergänzungsmittel (Zimtextrakt) kann Zimt zu sich genommen werden.

Ashwagandha

Ashwagandha ist eine Pflanze, die auch als Schlafbeere bekannt ist. Sie kommt in Indien, Pakistan und Afghanistan vor und spielt eine besondere Rolle in der Ayurveda-Medizin. Sie ist für ihre betäubende und schlaffördernde Wirkung bekannt. Sie unterstützt das Nervensystem, sorgt für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei Erschöpfungszuständen und Überforderung hilft sie Menschen wieder zu neuer Lebenskraft. Ihre betäubende Wirkung ist besonders bei Angst, Stress und Panik hilfreich: Sie verringert Angstzustände und beruhigt die Nerven bei Stress. Sie ist ebenfalls höchst wirksam bei Schwindelanfällen. Sie wirkt außerdem gegen Schlafprobleme, Impotenz, Entzündungen aller Art und als Aphrodisiakum.

Indisches BasilikumHoly Basil hilft gegen hormonell bedingte Angst

Indisches Basilikum, auch heiliges Basilikum (Holy Basil) genannt, ist ein Adaptogen, ein biologisch aktiver Pflanzenstoff. Dieser bewirkt eine ausgleichende Anpassung bei geistigen und körperlichen Stressreaktionen. Die körpereigene Fähigkeit, Stress abzuwehren, wird stabilisiert. Daher wirkt indisches Basilikum beruhigend und ausgleichend. Am besten genießt man ihn als Tee.

Haferstroh

Haferstroh ist in Deutschland weniger bekannt. Doch dieses Ergänzungsmittel stabilisiert den Cortisolwert und unterstützt den Abbau weiterer Stresshormone wie Adrenalin. Es existiert als Tinktur und in Pulverform und wird idealerweise als Zusatz in Tees zu sich genommen.

In Verbindung mit einer ausgeglichenen und gesunden Ernährung, die den Wasser-, Vitamin- und Mineralhaushalt unterstützt, können solche natürlichen Heilmittel wunderbar helfen, die Hormone zu stabilisieren und so Stress und Ängste abzubauen.

Liebe Grüße,
Janett

 

Quelle:
[1] Alisa Vitti: Why hormones are at the root of your anxiety + 4 natural ways to heal. mindbodygreen, 7. September 2016. Abgerufen am 5. Juni 2017

 

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Wenn der Tod eines Angehörigen oder geliebten Menschen völlig unerwartet kommt, spürt man heftige Kontrollverluste. Mir begegneten im Laufe des Blogs jedoch Menschen, die sich erst mit Angstzuständen und Panikattacken auseinandersetzen mussten, als jemand Geliebtes verstorben war.

Wie gewaltig musste ihre Verlusterfahrung gewesen sein und wie waren sie mit ihrer Trauer umgegangen? fragte ich mich, als ich selbst nach dem plötzlichen Tod meines Familienmitglieds wieder Angstschübe spürte. Emotionale Auseinandersetzungen wegen Erbrechtsangelegenheiten, Anwalt und Bestattung hatte ich hinter mich gebracht. Doch wie sollte es weitergehen? Wie würden wir unsere Trauer bewältigen?

Ich erlebte die Trauer meiner Mutter wie der Geist aus dem Film „Die Frau in schwarz“. Meine fühlte sich an, als würde ein Elefant auf meinem Rücken stehen. Da ich gut im Verdrängen bin und mich mit Arbeit, Medien und Sport abzulenken weiß, war klar, dass das nicht lange gut gehen würde. Traurigkeit und Angst sind mächtige Energien, die irgendwohin hin müssen. Doch was bedeutet überhaupt Trauerarbeit? und Wie trauert man richtig?, fragte ich mich in einer stillen Minute.

 

Trauerarbeit: Wie trauern wir richtig?

wie trauert man richtig? wenn der tod eines geliebten menschen zu paanik angst und depressionen führtIch erinnerte mich, dass die eingangs erwähnten Trauerarbeit leistenden Personen von einem Phänomen berichtet hatten: Der Schock sei das eine; aber wenn man nicht mit den überwältigenden Gefühlen der Traurigkeit umzugehen weiß und stattdessen versucht, zu verdrängen, bündeln sie sich. Der Druck im Körper wird bald so stark, dass er irgendetwas benutzt, um die geballte Trauer ausleiten zu können, zum Beispiel Krankheiten.

Da ich auf keinen Fall wieder Panikattacken bekommen wollte, beschloss ich, das zu tun, was ich am besten kann: Informationen besorgen und einen Plan machen, wie ich den Tod meines Familienmitglieds gesund verarbeiten könnte.

Als Denkerin erleichterte es mich, zu erfahren, dass es eine wissenschaftlich basierte Trauerforschung gibt. So musste ich nicht allein herausfinden, wie ich am besten mit dem Verlust und Schmerz über den Tod meines vorletzten! Familienmitglieds umgehen sollte. Wenn ich schon meiner Mutter in ihrer Trauer nicht helfen könnte, dann wenigstens mir.

Ich entdeckte nicht nur, dass es mehrere Experten auf dem Gebiet Trauerarbeit und -forschung gibt, u. a. die Ikone Elisabeth Kübler-Ross und die mir liebste Psychoanalytikerin Verena Kast. Meine Recherchen rund um die Frage „Wie trauert man richtig?“ zeigten vor allem:

Die eigenen Vorstellungen und Gedanken über den Tod definieren im Wesentlichen, wie wir ihn erleben - angstvoll oder akzeptierend trotz Traurigkeit. Ich zum Beispiel glaube seit jeher an ein Leben nach dem Tod. Es fühlt sich besser für mich an, zu denken, dass die gestorbene Person nicht einfach so verschwindet, sondern nur der Körper nicht mehr ist. Auch meine Gewissheit, dass wir mehr als nur einmal leben, meint: inkarnieren, erlaubt mir, den Tod im jetzigen Leben als weniger schmerzvoll wahrzunehmen.

Ich glaube vor allem daran, und das ist wohl der kritischste Punkt in diesem Blogpost, dass jeder den Zeitpunkt seines natürlichen Todes selbst bestimmt. Von der Idee erfuhr ich das erste Mal, als ich mich mit dem Thema Seelenplan auseinandersetzte und dazu das bekannte Buch „Seelenverträge: Absprachen in Liebe“ von Leila Eleisa Ayach las. Mir gefällt der Gedanke, dass wir bereits im Vorfeld alles „beschlossen“ haben, was wir im jetzigen Leben erleben (wollten), um daran zu wachsen.

Das aber ist mein Glaube. Und jeder darf seine eigene Ansicht dazu haben: eine, die ihm guttut. Was verbindest du mit dem Tod?

 

Die bekanntesten Modelle und Phasen der Trauer

Durch meine Recherchen lernte ich auch, dass Trauer in Wellen auftritt und nicht in Phasen. Das jedenfalls sagt der renommierte klinische Psychologe Prof. George Bonanno. Er setzt sich seit Jahrzehnten mit dem Tod und Trauerarbeit auseinander und schrieb 2012 in seinem Buch „Die andere Seite der Trauer: Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden“ über seine Erkenntnisse.

Dennoch will ich drei bekannte Modelle zum Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen vorstellen. Sie helfen, den Tod zu verstehen, zu akzeptieren und den Schmerz über den Verlust ertragen zu können. Vielleicht helfen sie auch dir.

 

Die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross

wie trauert man richtig?Die Schweiz-US-amerikanische Psychiaterin ist eine der wichtigsten Begründerinnen der Sterbeforschung. In ihrem Buch „Über den Tod und das Leben danach“ skizziert sie einen Modell aus fünf Phasen, dass das Verhalten sterbender Menschen und Erleben des eigenen Todes oder das eines Angehörigen näher beschreibt.

Die erste Phase nennt sie Verleugnung, (denial). Ein Mensch erfährt von seinem bevorstehenden Tod oder die Angehörigen erfahren vom Tod ihres geliebten Menschen. Sie verleugnen das Ereignis, wollen es nicht wahrhaben und isolieren den Schmerz darüber. In dieser Phase lehnt man Diagnosen und Befunde ab, glaubt an einen guten Ausgang oder ignoriert vollständig, was auf einen zukommt bzw. bereits geschehen ist. Diese Phase kann man gesund nur dann erleben, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzt.

Die zweite Phase nennt sie Zorn. Hier ist vor allem die Emotion Wut präsent. Auch kommt es sehr häufig dazu, dass man gesunde Menschen beneidet und unkontrollierte Aggressionen erlebt, weil das eigene Leben bald beendet wird oder aber das Leben eines Angehörigen bereits beendet ist. Träume, die man hatte, und Wünsche, die man noch umsetzen wollte, sowie alles, was man nicht mehr erleben darf, führen zu übermäßigen Wutausbrüchen und Angst.

Diese Phase kann man nur dann gesund ertragen, wenn man seinen Gefühlen viel Aufmerksamkeit widmet und jede Möglichkeit nutzt, sie zu verarbeiten. Auf keinen Fall sollte man diese Wut und Angst als Angehöriger persönlich nehmen.

Die dritte Phase nennt sie Verhandeln. Sie sei nur sehr kurz und von extrem kindlichen Verhaltensweisen dominiert. In dieser Phase sind die Menschen oft sehr zornig und versucht, durch einfache Tätigkeiten und Leistungen eine Belohnung, nämlich die Befreiung von Schmerzen, zu ergattern. Viele widmen sich in dieser Phase überweltlichen bzw. ehrenamtlichen Tätigkeiten, um genug Gutes zu tun, in der Hoffnung, dass es von einem Gott gewürdigt wird.

Die vierte Phase ist geprägt von Verzweiflung über den Verlust, sowohl reaktiv als auch vorbereitend. Die erste Form, die reaktive, zeigt häufig eine Fixierung auf bereits erlebte Verluste, zum Beispiel in Form von Geld für gesundheitliche Zuwendung oder auch dem Preis der Verantwortung für jahrelange Pflege usw. Die zweite Form, die vorbereitende, widmet sich der Zeit, die nun bevorsteht - ohne das Leben oder den Angehörigen. In dieser Phase befinde ich mich.

Diese Phase kann man gesund erleben, indem man sich an das erinnert, was einem im Leben bleibt und sich dabei von seinem Umfeld unterstützen lässt. Die Sterbeforscherin rät allerdings dazu, sich immer dann zu isolieren bzw. zurückzuziehen, wenn man trauern möchte. Um eine gesunde Trauerarbeit leisten zu können, sei es wichtig, alle dazugehörigen Ängste und die Verzweiflung bewusst zu durchleben.

Die fünfte und letzte Phase, die Akzeptanz, ist die schwierigste, da sie nahezu frei von allen Gefühlen ist. Die Schmerzen sind vorüber und die Trauerarbeit vorbei. Die Trauernden wollen sich nicht länger mit dem Verlust auseinandersetzen; Sterbende lehnen die Probleme anderer vollständig ab. Diese Phase kann man nur passiv tragen, in dem man an der Seite der Person bleibt und zuhört.

Dieses Phasenmodell baut sich zwar von 1-5 auf, aber die Phasen können sich auch verschieben, wiederholen oder unmerklich ineinander übergehen.

 

Die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast

Phasen der TrauerDie wunderbare Psychoanalytikerin Verena Kast benennt in ihrem Buch „Trauern: Phasen und Chancen des psychischen Prozesses“ vier Phasen. Sie ließ in ihr Modell die Erkenntnisse von Elisabeth Kübler-Ross, John Bowlby, Collin Murray-Parks und anderen AnalytikerInnen einfließen.

Die erste Phase besteht aus der Verleugnung und dem Nicht-wahrhaben-Wollen. Der erste Schock lässt Menschen leugnen, dass eine geliebte Person gestorben ist. Er lässt sie glauben, dass es ein Irrtum sei. Andere wiederum erleben, dass sie keinerlei Emotionen verspüren, als würde die Information vollständig an ihnen abprallen. In dieser Zeit berichten jedoch viele Angehörige und Hinterbliebene von körperlichen Symptomen, die an Angstzustände und Panikattacken erinnern: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Schweißausbrüche, Herzrasen und ein allgemeines Unwohlsein.

Um diese Phase verlassen zu können, hilft es sich entweder mit dem Tod auseinanderzusetzen, den Toten noch einmal zu sehen oder aber handfeste Beweise in den Händen zu halten. Diese Phase würde nicht sehr lange andauern. Kast spricht von nur wenigen Tagen.

In der zweiten Phase brechen dann alle Gefühle los. Es treten Trauer, Angst, Wut und Aggression, tiefe Einsamkeit und Schmerz über den Verlust auf. Auch positive Gefühle wie Freude oder Erleichterung sind dabei. Besonders, wenn der Verstorbene eine lange Zeit gelitten hat, empfinden die Hinterbliebenen oft Erleichterung. Gleichzeitig berichtet Kast aber auch von Schuldgefühlen, die teilweise sehr belastend werden können. Wenn wir uns Vorwürfe machen, ein schlechtes Gewissen haben, zum Beispiel wegen vergangenen Fehlern oder all den Dingen, die wir nicht taten, kann das zu ernsthaften psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depression führen.

Doch Zorn und Wut kann sich auch gegen andere richten, zum Beispiel Mediziner, Beteiligte am Tod oder Menschen, die zu Lebzeiten dem Verstorbenen oder den Hinterbliebenen Unheil anrichteten. Doch Wut, Angst und Traurigkeit heraus zu lassen, hilft dabei, den Tod zu verarbeiten. Gleichzeitig schützt es davor, dass die trauernden Personen depressiv werden. Kast rät dazu, diese Gefühle zuzulassen und bewusst zu erleben, um nicht in der Trauer stecken zu bleiben.

Die dritte Phase nennt sie Suchen - Finden - Loslassen. Die Hinterbliebenen versuchen erneut, eine Verbindung herzustellen, indem sie Erinnerungsstücke ansehen oder Orte besuchen, die sie an den Toten erinnern. Man setzt sich mit Konflikten und ungelösten Problemen mit dem Verstorbenen auseinander. Man spricht im Kopf mit ihm, erlebt erneut Wellen aus Wut, Trauer und Angst.

Laut Kast stünde am Ende dieser Phase eine Versöhnung mit dem Verstorbenen. Diese würde helfen, den Tod zu akzeptieren und den geliebten Menschen gehen zu lassen. Doch es sei wichtig, dass diese Phase nicht allzu lange anhält, damit der Tod und ein Leben ohne den Verstorbenen akzeptiert wird.

Die vierte und letzte Phase nennt sie Akzeptanz und Neuanfang. Die Hinterbliebenen haben den Verlust begriffen, akzeptiert und weitestgehend verarbeitet. Sie können ihr eigenes Leben wieder gestalten und ziehen sich nicht länger zurück.

Idealerweise hat man in dieser Phase erkannt, dass der Tod zum Leben gehört.

 

Die vier Trauerphasen nach Yorrick Spiegel

Trauerarbeit die phasen nach Verena Kast und Elisabeth kübler-rossYorick Spiegel war ein Professor für Systematische Theologie und veröffentlichte 1973 sein Buch „Der Prozess des Trauerns“, in dem er vier Trauerphasen beschreibt.

Die erste Phase ist die Schockphase. Man erfährt von dem Tod  des geliebten Menschen und verfällt aus Selbstschutz der Verleugnung. Man nimmt alles so real war, er lebt sein Leben wie durch Milchglas und ist in sich eingemauert. Je nachdem, wie der Mensch verstarb, würde diese Phase in ihrer Stärke variieren. War es beispielsweise ein Unfalltod oder gar ein gewaltsamer Tod, erleben die Hinterbliebenen den Schock äußerst heftig. Auch Spiegel beschreibt, dass diese Phase von wenigen Stunden bis maximal zwei Tage anhalten würde.

Die zweite Phase nennt er die kontrollierte Phase, da man hier versuchen würde, nicht nur seine eigenen Gefühle, sondern auch die seines gesamten Umfelds zu kontrollieren. Gleichzeitig würde man von seinem Umfeld kontrolliert werden. Da man als trauernder Mensch nur wenige Entscheidungen fällen kann bzw. die sonst normale Verantwortung wie mein Elefant auf dem Rücken zu schwer wiegt, konzentrieren sich alle Handlungen auf die wichtigsten. Daher kann es zu Isolation und unterbrochener Kommunikation kommen. Alle Energie wird darauf verwendet, dass man „zurechtkommt“. Diese Phase würde zwischen drei und sieben Tagen dauern.

Die dritte Phase nennt er die Phase der Regression. Hat die Kontrolle abgenommen, zieht sich der Trauernde oftmals zurück und erkennt erneut, in welcher Lage er sich befindet. Er versteht den Verlust, trauert und verliert nicht selten seine Selbstkontrolle. Wellen von Trauergefühlen kommen und gehen wie Ebbe und Flut und alles scheint chaotisch und unberechenbar. Zwischen Wut, Zorn und Aggressionen, erlebt der Trauernde Hilflosigkeit und tiefen Schmerz. Diese Phase ist oft mit körperlichen Symptomen verbunden, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafprobleme und Kopfschmerzen. Diese Phase würde zwischen vier und zehn Wochen dauern.

Die letzte Phase beschreibt die der Anpassung, in dem sich die Hinterbliebenen vom Verstorbenen gelöst haben. Sie haben den Tod und Verlust sowie die Bedeutung für ihr weiteres Leben verstanden und akzeptiert. Das eigene Leben gewinnt wieder an Gewicht und kann aktiv erlebt und gestaltet werden. Diese Phase sei laut Spiegel schwierig, weil sich hier entscheidet, ob man vorwärtsgeht oder zurück - und in der Trauer stecken bleibt. Sie würde aber bei erfolgreichem Durchlaufen und Zulassen aller Gefühle gelingen können. Als Zeitraum benennt er sechs bis 12 Monate.

 

Buchempfehlungen

buch zu trauern und tod eines geliebten menschenWer so ist, wie ich, und das, was passiert ist, kognitiv begreifen muss, um einen Weg mit seinen Gefühlen zu finden, dem könnten einige Bücher helfen, die ich hilfreich fand/finde. Sie wurden alle von Menschen beschrieben, die wissen, wovon sie sprechen und teilweise jahrelang Trauerprozesse begleitet oder erlebt haben.

Ihre Worte sind einfühlsam und helfen Trauernden, den Tod ihres geliebten Menschen zu bewältigen.

Terhorst, Eva: Das erste Trauerjahr (ansehen auf Amazon)
Schlegel-Holzmann, Ute: Kein Abend mehr zu zweit: Familienstand: Witwe (ansehen auf Amazon)
Onnasch, Klaus und Ursula Gast: Trauern mit Leib und Seele: Orientierung bei schmerzlichen Verlusten (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Damit aus meiner Trauer Liebe wird: Neue Wege in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Meine Trauer wird dich finden: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
von Stülpnagel, Freya: Ohne dich: Hilfe an Tagen, an denen die Trauer besonders schmerzt (ansehen auf Amazon)
Paul, Chris: Warum hast du uns das angetan? Ein Begleitbuch für Trauernde, wenn sich jemand das Leben genommen hat (ansehen auf Amazon)

Ich wünsche jedem in seinen Stunden der Trauer sowie für die kommende Zeit alles erdenklich Gute, viel Kraft, liebevolle Unterstützung und Hoffnung für die besseren Zeiten!

Janett Menzel

 

Quellen:

[1] Die 5 Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross (pdf). SHG Regenbogen, abgerufen am 10.05.2017.
[2] Oliver Schmid: Trauerphasen. Trauerphasen.de, abgerufen am 10.05.2017.
[3] Trauerphasen. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, abgerufen am 10.05.2017.

 

Angst vor dem Autofahren: Autofahrangst & wie man sie überwindet

Angst vor dem Autofahren: Autofahrangst & wie man sie überwindet

Immer mehr Menschen leiden an Angstzuständen oder haben Panikattacken. Die Auslöser hierfür sind ganz unterschiedlicher Natur. Eine oftmals übersehene Form der Angst ist die Autofahrangst. Der ADAC schätzt, dass in Deutschland allein eine Millionen Menschen an einer mehr oder minder schweren Form der Angst vor dem Autofahren leiden. Dabei spielen bestimmte Situationen eine Rolle, die als unsicher empfunden werden. Doch auch die diffuse Angst ohne erkennbaren Auslöser macht vielen Menschen das Autofahren zur Hölle.

Im Nachfolgenden bespreche ich sowohl situative Fahrangst, als auch die unspezifische Form der Autofahrangst, einschließlich Tipps gegen die Angst. Denn für Betroffene ist es wichtig zu erkennen, welche Mechanismen ihre Angst auslösen.

 

Situative Autofahrangst: Typische Situationen, die beim Autofahren Angst auslösen können

angst auf autobahnen führt oft zu autofahrangstFahrangst kann sich auf unterschiedliche Verkehrssituationen beziehen, weshalb auch oft der Begriff „Verkehrsangst“ fällt.

Manche Menschen verspüren beispielsweise die Fahrangst nur, wenn sie sich in einem Auto auf einer großen, viel befahrenen Straße befinden. Dabei spielt es bei vielen Betroffenen keine Rolle, ob sie sich als Fahrer oder Beifahrer im Wagen befinden. Diese Menschen meiden, wenn möglich, die Fahrt auf einer Fernverkehrsstraße und nutzen stattdessen eine Landstraße. Das kann so weit gehen, dass sie die Landstraße bevorzugen, trotz der hier statistisch gesehen höheren Unfallzahlen.

Ein Grund ist, dass Menschen mit Autofahrangst in der Vergangenheit negative Fahrerfahrungen gemacht haben. Eine negative Fahrerfahrung kann beispielsweise ein Unfall sein. Hierbei muss die Situation nicht unbedingt lebensbedrohlich gewesen sein. Es reicht schon aus, wenn eine Person beim Einparken aus Versehen ein anderes Auto touchiert und somit einen kleinen Sach-Schaden verursacht. Andererseits kann eine Person auch eine reine Unfallangst entwickeln.

Die Medien haben einen großen Einfluss auf das Verhalten der Menschen. Sieht jemand mit Angst vor dem Autofahren im Fernsehen, dass in einem gewissen Zeitraum übermäßig viele schwere Unfälle auf einer Autobahn geschehen, kann diese Person auf den Gedanken kommen, dass Autobahnen deutlich unsicherer seien, als Landstraßen, weil in Bezug auf die Landstraßen deutlich weniger Informationen über schwerer Unfälle vorliegen.

Andere wiederum haben Angst vor Beifahrern und Zuschauern oder Dränglern. Viele Menschen bekommen Angst beim Autofahren, wenn hinter ihnen ein Drängler seine Lichthupe betätigt. Auch eine LKW-Angst zeigt sich hier häufig, sobald der Betroffene mit seinem Auto in die Nähe eines LKWs kommt.

 

Nicht situative, diffuse Angst vor dem Autofahren

Wieder andere haben eine allgemeine Angst vor dem Autofahren entwickelt, die sich nicht auf eine spezielle Situation bezieht.

Ursachen für Panikattacken und Panik überwindenEine ehemalige Klientin von mir war so ein „Fall“: Sie litt unter vermehrten Panikattacken in der Vergangenheit, aber trotz deutlicher Verbesserung in den typischen Situationen, die eine Panikstörung anzeigen, z. B. Supermärkte, lange Wege, enge Kontakte, fiel ihr das Autofahren bis zum Schluss sehr schwer. Eben weil es mit der Angst vor der Angst einherging.

Sollte diese Angst vorherrschen, kann es tatsächlich sein, dass die Fahrangst auf eine Panikstörung hinweist. Da Panikattacken meist durch schwerwiegende psychische Belastungen und teils auch durch Substanzen (mehr dazu hier: Panik & Panikstörung & Panikattacken) hervorgerufen wird, war ihre Fahrangst „nur“ eine weitere Auswirkung der Panikstörung an sich.

Damit fällt es besonders Betroffenen, die folgende Situationen in ihrem Leben erleben, schwer, angstfrei Auto zu fahren:

  • zu wenig du, zu viel andere (Aufmerksamkeit auf dein Leben ist nur sporadisch bis gar nicht da, da andere Menschen bzw. Lebensbereiche zu viel Aufmerksamkeit - weg von deinen eigentlichen Werten, Wünschen und Bedürfnissen - einfordern!)
  • (versteckte) Unsicherheiten, die ungern preisgegeben werden, aus Angst vor Abwertung, Versagen und Spott
  • Leistungsängste sowie Arbeitsangst
  • überwiegendes „Funktionieren-Wollen“ in allen Lebensbereichen
  • Angst, (durch das gewählte Leben) verletzt zu werden und/oder selbst andere zu verletzen (oft als Zeichen, dass man mit zu wenig Durchsetzungsvermögen und Abgrenzung durch das eigene Leben geht)
  • sich inmitten von Menschen, die ihren Weg kennen, unwohl fühlen, klein oder weniger wert (oft als Zeichen, dass man ein geringes Selbstvertrauen und ein angeschlagenes Selbstbild durch die Vergangenheit hat –> man glaubt nicht mehr an sich und seine Selbstwirksamkeit)
  • Angst, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen (weil man es sich nicht zutraut, aus Angst, zu versagen, andere zu verletzen oder zu enttäuschen –> man vergisst seine Lösungskompetenz oder war bei Problemen immer in Begleitung anderer, die im Notfall eingriffen –> es fehlt hier „nur“ an Lernerfahrungen, dass man allein sein Leben steuern kann, und das ohne große Fehler bzw. Konsequenzen/Fehler)
  • die „Leere“, die man in sich fühlt, versucht man zu kompensieren: durch Zigaretten, Alkohol, exzessivem Spaß, übermäßigem Essen, Medikamenten usw. (löst wiederum Angst und Panikattacken aus)

Bei all diesen Situationen kommt es bei den Betroffenen oft zu Flucht-Reflexen, Angstzuständen bis hin zu Panikattacken, die sie krampfhaft zu unterdrücken versuchen. Diese würden aber auch auftreten, wenn derjenige nicht im Auto säße. Bei meiner ehemaligen Klientin war es sogar so, dass sie den Rest ihres Lebens gut aufgeräumt hatte, aber sich die noch verharrende Unsicherheit gegenüber ihrem Leben nur beim Autofahren zeigte.vielen haben panikattacken beim autofahren

Bei Panik darf man nicht vergessen, wie subtil und gleichzeitig gewaltig sich der Körper als Sprecher der Seele einschaltet! Hinter Panik verbirgt sich zu häufig etwas Seelisches. Aber dennoch möchte ich an dieser Stelle erneut auf die bekannte Ursache der Schilddrüsenfehlfunktion und Vergiftung des Körpers durch bestimmte Substanzen hinweisen. Und ja: Auch bloßes zu viel Rauchen, hin und wieder zu viel Alkohol, viel Koffein oder Medikamente können in der Kombination allein Panikattacken auslösen.

 

Körperliche Symptome der Fahrangst

Die körperlichen Symptome einer Fahrangst, die meist mit Angstzuständen und Panikattacken einhergeht, sind dabei vielfältig und dennoch typisch. Meist verspüren die Betroffenen eine Steigerung der Herzfrequenz und eine Beschleunigung der Atmung. Die allein löst bei den meisten schon die Angst vor der Angst aus, die wie eine selbsterfüllende Prophezeiung den „Rest erledigt“. Es folgt ein Enge-Gefühl in der Brust und dem Hals (der berühmte Kloß im Hals, Schluckprobleme, Erstickungsangst). Man verspürt den Drang, schneller und mehr Luft einzuatmen. Jedoch sind die Bronchien und die Luftröhre so verkrampft, dass nur sehr wenig Luft inhaliert werden kann.

Bei einer Fahr-Phobie werden im Körper bestimmte Neurotransmitter ausgeschüttet, die unter anderem eine Verengung der Blut-Gefäße bewirken. Der Betroffene bekommt daher oft kalte Füße und Hände. Die Angst sorgt dennoch für vermehrtes Schwitzen. Oftmals wird die Fahr-Phobie durch starkes Zittern am ganzen Körper begleitet.

 

Psychische Symptome der Angst vor dem Autofahren

Neben den körperlichen Symptomen erfährt eine Person, die unter der Fahrangst leidet, auch psychische Symptome. Mit zunehmender Schwere eines solchen „Anfalls“, entsteht in der betroffenen Person der Drang, sich der vermeidlich bedrohlichen Situation zu entziehen. Wir kennen das Vermeidungsverhalten von der besagten Panikstörung. Weitere Symptome sind, dass Gedanken zunehmend nicht mehr klar gefasst werden können. Die Gedanken kreisen sich nur noch um die Gefahr auslösende Situation beziehungsweise das Objekt „Auto“, „Autobahn“ usw.

 

Prüfungsangst und soziale Angst als Auslöser der Autofahrangst

Die Verkehrsangst wiederum gleicht anderen Ängsten wie zum Beispiel der Prüfungsangst oder der sozialen Angst. Bei der Prüfungsangst hat eine Person Angst davor, eine Prüfung zu absolvieren. Oder die Angst ergibt sich daraus, dass der Mensch befürchtet, die Prüfung nicht zu bestehen und versagt zu haben, jemanden zu enttäuschen oder nicht zu genügen. Wie bei der Angst, Auto zu fahren, kann die Prüfungsangst bereits mehrere Tage bis Wochen vor der eigentlichen Situation auftreten. In diesen Fällen spricht man schon von einer krankhaften Angst. Leichte Angstzustände in Prüfungen werden nämlich als positiv und gesund angesehen, da die folgende Leistung durch die Angst verbessert wird und angespornt.

Eine soziale Angst kann allerdings auch als versteckter Auslöser einer Autofahrangst gesehen werden. Bei einer sozialen Phobie hat der erfahrende Mensch Angst vor der sozialen Bewertung durch andere Menschen. Fährt er Auto, besteht aus seiner Sicht die Gefahr, dass sein öffentlich wirksames Verhalten durch die anderen Verkehrsteilnehmer bewertet wird. Daraus kann sich in der Zukunft eine Fahrvermeidung entwickeln, da es in der Natur des Menschen liegt, eine Angst auslösende Situation zu meiden. So lässt sich auch erklären, warum manche Menschen Angst vor Beifahrern und Zuschauern oder Dränglern haben. Sie möchten von ihnen nicht negativ bewertet werden.

 

Ohne Angst am Steuer: Tipps gegen Autofahrangst und Verkehrsangst

endlich wieder angstfrei auto fahren und fahrangst überwindenUm eine Fahrvermeidung loszuwerden, sollten Betroffene unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Denn das wohl Sinnvollste bei Angst (aus meiner Erfahrung) ist, sich mit seiner Angst und den Auslösern zu beschäftigen. Manchmal braucht man jemanden, der einen hinterfragt, andere Sichtweisen und Erklärungen aufzeigt oder Lösungen hat, die wir nicht sehen.

Es hat sich auch als äußerst hilfreich erwiesen, Selbsthilfe-Literatur zu Rate zu ziehen. Ein Buch, das ich besonders empfehlen kann, ist Holger Walthers Buch Ohne Angst am Steuer - Die Führerscheinprüfung meistern und selbständig Auto fahren. Es bietet Fahr-Anfängern und Fortgeschrittenen hilfreiche Tipps und Tricks, mit Angst auslösenden Situationen umzugehen und die Angst vor dem Autofahren kontinuierlich zu reduzieren. Wer immer sehr sicher Auto gefahren ist, also schon seine Fahrprüfung hinter sich hat, kann dieses Buch dennoch lesen.

Denn: Es geht bei Fahrangst eben darum, wieder Sicherheit und Entspannung auf der Straße zu erlangen. „Was kann man in welchen Gefahren- oder Angstsituationen tun?“ ist daher ein großer Fokus des Autors.

Sein gesamter zweiter und dritter Teil (von drei) widmet sich Ängsten und einzelnen Momenten im Auto und Verkehr. Er beschreibt einige wirksame und vor allem neue Methoden und Strategien, seine Angst vor dem Autofahren zu überwinden. Deshalb empfehle ich jedem dieses Buch und nicht ein anderes.

Sollten aber Bücher oder Therapien für dich nicht funktionieren, kannst du dich ebenfalls an spezialisierte Fahrlehrer und Fahrschulen wenden. Häufig haben sie keinen sehr einladenden Namen und nennen sich z. B. Angsthasen-Fahrschule. Aber sie sind damit vertraut, Betroffenen ihre Unsicherheit beim Fahren zu nehmen.

Ich empfehle außerdem Atemtechniken, Entspannungstechniken vor dem Autofahren, das Vermeiden aller panikauslösenden Substanzen (siehe oben), lautes Singen eines beruhigenden Liedes und/oder Schreien beim Fahren, falls Angst auftritt (insofern in der Situation möglich), um das Adrenalin loszuwerden, progressive Muskelrelaxation (siehe YouTube für Anleitungsvideos) und die aktive Auseinandersetzung mit Lösungsmöglichkeiten, die das oben genannte Buch bietet.

Dein Ziel ist es, dass du die Angst, Auto zu fahren, in Sicherheit umwandelst. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg und hoffe, dass dir dieser Artikel weiterhelfen konnte.

Alles Liebe,
Janett Menzel

 

Die besten Bücher & Kurse gegen Stress, Panik, Angst, Sorgen & Energielosigkeit

Die besten Bücher & Kurse gegen Stress, Panik, Angst, Sorgen & Energielosigkeit

Wie viele Menschen, die durch harte Zeiten gingen, sich heute im Licht (statt unter dem Scheffel) präsentieren, kann man aufgrund der Fülle des Internets gar nicht erfassen. In meiner gesamten Zeit des Blogs habe ich Dutzende wunderbarer Menschen kennengelernt, die sich mit Herz und Seele für die psychische und physische Gesundung der Gesellschaft einsetzen. Mit ihren Erkenntnissen begleiten sie bereits viele Menschen in ganz Europa, um ihnen dabei zu helfen, wieder auf den richtigen, nämlich eigenen Weg, zu kommen. Sie bloggen, schreiben Bücher, erstellen Onlinekurse, Online Konferenzen, Audios mit Meditationen und anderen Entspannungstechniken, Programme und so vieles mehr. Leider versacken alle diese Seelenprojekte entweder in den Googleergebnissen oder irgendwo bei Facebook.

Deshalb möchte ich die in meinen Augen besten Kurse, Programme und Bücher zum Thema Selbsthilfe und Selbstheilung auf einer Seite präsentieren - und freue mich, auf die einzigartige Arbeit meiner Kollegen und Kolleginnen aufmerksam machen zu dürfen.

Die besten Bücher über Angst, Panik, Stress, Depression, Krankheit - Gesundheit, Selbstheilung, Energieheilung, Selbstbestimmung und Selbstfindung

Mit ihrem einzigartigen Buch „Antidepressiva absetzen“ haben die Autoren Melanie Müller (Der achtsame Weg) und Mischa Miltenberger (Adios Angst, Bonjour Leben) ein kleines Meisterwerk über ein großes, kritisches Thema geschaffen. In ihrem eBook erzählen die ehemaligen Betroffenen über ihre Krankheitsjahre und wie sie Antidepressiva letzten Endes erfolgreich absetzen konnten. Sie greifen einige sehr ambivalente Betrachtungen der Schulmedizin auf und stellen sie infrage - nicht allein, sondern mithilfe einiger Experten auf dem Gebiet.

Neben zahlreichen Interviews abseits jeder Pharmaheuchelei, zeigen sie allen Menschen, die Antidepressiva einnehmen, aber absetzen wollen, wie es gelingen kann. Dazu gibt es viele wertvolle und motivierende Impulse, Wochenpläne, drei exklusive Video-Interviews und der gewohnte, ehrliche und liebenswerte Charme der beiden Autoren. Zum Buch >>

Sebastian D. Kraemer betreibt mit psog.de eine der großen Websites zur Bekämpfung von Angstzuständen und Panikattacken. Er litt jahrelang an genereller Angst mit Panikattacken und Hypochondrie. Sein Buch „Ex-Freundin Angst - Wie ich die Panik in die Wüste schickte“ beschreibt seinen Weg daraus. Es ist teils Autobiografie und teils Ratgeber und nährt den Leser/die Leserin mit Denkimpulsen, Lösungsmöglichkeiten und Tipps direkt aus der Selbstheilung.

Das Buch gibt es als Taschenbuch und e-Book. Mit hinzu bekommen die Leser eine Videoschulung zu den 5 folgenschweren Fehler bei Panikattacken und Zugang zu weiteren, exklusiven Inhalten. Denn neben diesem Buch hat Sebastian auch seine eigene Anti-Angst Akademie gegründet (mehr dazu unter Kurse). Zum Buch >>

Ich erinnere mich gern an die Zeiten zurück, in denen plötzlich Stefan Hiene überall als Speaker bei den Online Konferenzen auftauchte. Ich saß mit offenem Mund da und dachte nur: „Na endlich noch so einer wie Mischa und ich.“ Wer gesellschaftliche Scheuklappen behalten will, sollte sich auf einiges gefasst machen. Wer sich aber denkt: „So sollte das mit meinem Leben nicht laufen!“, der ist gut beraten, sich Stefan „anzutun“. Sein Buch „49 Wunder“ beschreibt auf außergewöhnlich ehrliche, offene und einfühlsame Weise, was Menschen eigentlich sein sollten - in den unterschiedlichsten Lebensbereichen: nämlich sie selbst, entgegen allen „Regeln“. Aber es geht nicht um die Gesellschaft, sondern um dich und das Erkennen deines wunderbaren Wertes. Stefan zeigt dir, dass du ein Wunder bist, egal, was andere dir eingetrichtert haben. Eigentlich müsste das Buch „50 Wunder“ heißen, denn dieses Buch ist selbst eines. Lesen! Zum Buch >>

Die besten Onlinekurse und Konferenzen über Angstfreiheit, Stressbewältigung, Überwindung von Depression, Gesundheit, Selbstheilung, Selbstbestimmung und Selbstfindung

Sebastian D. Kraemer hat neben seinem Buch auch seine eigene Anti-Angst Akademie gegründet.

Es ist eine reine Online Plattform, die aufgrund ihrer Anonymität europaweit Menschen mit Angstzuständen und Panikattacken dabei hilft, sie zu überwinden.

Er gibt alle seine Erkenntnisse aus eigener Therapie- und Gesundungszeit weiter und zeigt, wie man mit einfachen Übungen psychisch stabiler wird. Außerdem haben Interessierte die Möglichkeit, sich direkt von Sebastian coachen zu lassen.

Wie seine Akademie funktioniert, aber auch, was es Wissenswertes zu Angst und Panik gibt, erklärt er regelmäßig in kostenfreien Webinaren. Zur Anti-Angst Akademie >>

Der ganzheitliche Frauen-Gesundheits-Kongress wurde von Antje und Ronny Düwel veranstaltet. Er widmet sich den Themen Leichtigkeit, Liebe, Lebendigkeit und Erfolg.

Der Kongress besteht aus 34 tiefgründigen Video-Interviews, Audios zu den Interviews und Videos mit den wichtigsten Inhalten, einem Handbuch und Bonus-Material wie u. a. Rezepten für eine glückliche roh-vegane Gesundheit und dem e-Book „Einfach anfangen, zu strahlen“.

Als Speaker sind dabei:  Maria Sanchez, Prof. Dr. Ingrid Gerhard, Dr. Rüdiger Dahlke, Silke Leopold, Florian Sauer, Stefan Kutter, Dr. Jordi Campos, Anne Heintze, Anna Trökes, Dr. John Switzer, Barbara Miller, Katharina Tempel, Heike Bauer, Nikolaj Günter, Mojo Di u. v. m. Zum Kongress >>

 

Die besten Entspannungs-Audios gegen Angst, Panik, Stress und Krankheit - hin zu Gesundheit, Selbstheilung, Selbstbestimmung und -findung

Christine Hofmann hat mit ihrer QUANTUM-WAVE-Musik als mp3 zum Download eine wunderbare Alternative zu den üblichen Entspannungstechniken im Audioformat geschaffen. Sie wird in vielen Therapie- und Coachingumgebungen angewandt, denn sie wirkt nachweislich beruhigend: Sie löst den inneren Stress und negative Emotionen nachhaltig auf. Wie? Der 2-Klang-Effekt unterstützt die Ausdauer und das Wohlgefühl auf der Gedanken- und Emotionsebene. Dadurch werden negative Emotionen ausgeglichen und sogar Lernen und Arbeiten wird entspannter. Die links-rechts-Töne (sog. Quantum-Wave) bewirken, dass sich Stress im Gehirn reduziert. Dadurch kannst du deine Ängste auf ein Minimum reduzieren, ruhiger und gelassener werden, Erleichterung erleben - Stress und Wut, Trauer und innerer Druck wird einfach losgelassen. Als großer Fan von Musik- und Klangtherapie kann ich Christines Produkt nur empfehlen! Zu QUANTUM-WAVE >>

Resilienz: Die Kunst, Widrigkeiten zu trotzen

Resilienz: Die Kunst, Widrigkeiten zu trotzen

Es folgt ein Auszug aus meinem Buch: Über die Kunst, allein zu sein: Wie man Einsamkeit und Angst vor dem Alleinsein überwindet und sich nebenbei neu lieben lernt


Negative Erfahrungen schwächen uns und entziehen uns oft wichtige Energie, um weitere Tiefschläge des Lebens auszuhalten und ihnen mit Selbstbehauptung entgegenzutreten. Die Psychologie nennt die Fähigkeit, es dennoch zu können, Resilienz. Es handelt sich hier um die seelische Widerstandskraft, besonders in Krisenzeiten auf Kraftquellen zurückzugreifen. Das können die Familie, die Partnerschaft, Freunde und Bekannte, der Job und Beruf, die Kinder, Leidenschaften und Lebensaufgaben, Hobbys, die Natur, Tiere, Engagements und vieles mehr sein.

 

Wieso Resilienz so wichtig ist

resilienz geht im laufe des lebens verlorenUnglücklicherweise dünnen sich diese Ressourcen im Laufe des Lebens von allein aus oder altersbedingte Umstände und gesundheitliche Einschränkungen machen sie mühsam bis unmöglich. Isolierte Wohnorte, der Auszug der Kinder, der Tod oder Verlust des Partners und einzelner Familienmitglieder, geringerer sozialer Kontakt zu vormals engen Freunden: Das sind nur einige Lebensereignisse, die eine anhaltende Resilienz erschweren. Doch abgesehen von äußeren Umständen gibt es noch eine weitere Blockade, die eine intakte Widerstandskraft brüchig macht: wir selbst.

Wir vergessen oft, dass Stärke nicht bedeutet, keine negativen Gefühle oder gar Schwächen zu haben. Stärke bedeutet vielmehr, dass wir trotz schwieriger Umstände, Fehlern, Unvorhergesehen und Belastungen des Lebens durchhalten. Wir trotzen einem Zusammenbruch, indem wir uns an den wichtigen Aspekten unseres Lebens aufladen und dort neue Kraft schöpfen. Fehlt uns Seelennahrung wie zum Beispiel sozialer Rückhalt auf einzelnen oder allen Ebenen, können die Stürme des Lebens mehr als nur mühselig sein. Doch es hilft, sich bewusst zu machen, wieviel Kraft man wirklich hat – im Vergleich zu der wenigen Kraft, die wir für real halten: „Ich wurde zu sehr verletzt!“ „Meine letzte Partnerschaft hat mich kaputtgemacht! Noch einmal stehe ich das nicht durch!“ „Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, niemandem zu vertrauen!“ „Mein Leben zeigt mir, dass es besser ist, wenn ich allein bleibe!“ und weitere, eingeredete Kraftmängel schwächen nicht nur unsere tatsächliche Energie, sondern lassen uns auch noch glauben, dass es wirklich so sei.

 

Schritt 1 zum Aufbau von Resilienz: Geschichten, die wir uns erzählen, korrigieren

Dabei ist es nur eine Geschichte, die wir uns erzählen, um uns vor erneutem Schmerz zu schützen. Doch wie schwach bist du wirklich? Oder anders ausgedrückt: Wieviel Stärke hättest du, um dich selbst zu retten, wenn dir nichts Anderes übrigbliebe, als für dich zu handeln? Je nachdem, welche Frage man stellt, ändert sich häufig die Antwort: Aus „sehr schwach“ wird dann „sehr viel Kraft“.

Ich halte es für die Krux der heutigen Gesellschaft mitsamt den Medien, der vorherrschenden Online Kommunikation und veränderten Gesellschaftsstrukturen, die uns Menschen glauben lässt, wir hätten nicht alle dieselben Chancen und Risiken und seien abhängig von Erfolg, Arbeit, Wohlstand, Partnerschaft, Familie usw. Im Internet kursieren Millionen Artikel, die uns bereits vorbeten, was wir alles zu tun haben, bevor wir morgens überhaupt aus dem Bett aufgestanden sind:

Sieben Dinge, die du tun musst, um gesund zu bleiben, fünf Weisheiten, nach denen du leben solltest, wenn du glücklich werden willst, neun Sätze, die du nie zu deinem Partner sagen darfst und 15 Gründe, um deinen Job zu kündigen. Eigentlich wissen wir nicht einmal mehr, was wir dürfen. Vom Käseessen könnten Krebszellen aktiviert werden, Fleischesser würden früher sterben und Großstädter sind nicht nur einsamer, sondern auch psychisch labiler, weil sie keinen Kontakt mehr zur Natur haben.

 

Nicht alles glauben: Mangelnde Resilienz fördert Ängste, Depressionen und Stressreaktionen

identitätskrise angst panik depressionDie gesamte Gesellschaft hat Angst, etwas falsch zu machen oder durch eine Untat langfristig geschädigt und benachteiligt zu sein. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass unsere Gesellschaft Angst vor dem Tod hat: vor Trennungen, Verlusten, physischem Tod, emotionalem Tod und geistigem Tod. Unvollkommenheit, Eigensinn, Authentizität und Individualität sind Fehler und werden geahndet, so redet man uns ein. Außer man gehört zu einer gebilligten, weil wissenschaftlich erwiesenermaßen, vererbten, andersartigen Gruppierung wie beispielsweise hochsensible, hochbegabte, empathische oder gehandicapte Menschen. Wer ganz „normal“ ist und es auch bleiben möchte, der steht vor dem Problem, entweder durch seine unvollkommene Persönlichkeit anzuecken oder aber sein wahres Gesicht verbergen zu müssen. Dazu zählen die eigenen Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen, die Sehnsucht hervorrufen und traurig machen, wenn sie unerfüllt bleiben.

Wer zu bedürftig und zu unangepasst ist, wird abgewertet und im äußersten Fall ausgeschlossen. Wir haben uns zu sehr davon entfernen lassen, unsere individuellen Entscheidungen zu treffen, das Leben so zu nehmen, wie es kommt und es zu meistern, weil uns ohnehin nichts Anderes übrigbleibt und wir leben wollen. Wir folgen latent oder bewusst den Regeln anderer und verdrängen unsere wahre Natur vom ersten Tag unseres Lebens an, passen uns an und spielen alle brav das Spiel der jeweiligen Gesellschaft und Kultur mit. Wenn es nach einigen Menschen gegangen wäre, hätte ich zum Beispiel nicht dieses Buch geschrieben. Wieso ich es dennoch tat? Weil ich es mir zutraute, meine Stärken kannte, es unbedingt wollte und Teil einer Gruppe bin, die gebilligt wird: die Kreativen, die ohnehin immer ihr Ding machen. Und obwohl sie irgendwie abnorm sind, bringen sie mitunter etwas Wertvolles hervor. Du verstehst, worauf ich hinausmöchte.

 

Mit Eigensinn zu Resilienz

Doch hier ist die gute Nachricht: Einige wenige, völlig „Normale“, und es werden immer mehr, haben es trotz und wegen ihrer Individualität geschafft, ihren Eigensinn für das zu nutzen, was die Psychologie Resilienz nennt. Sie scheren sich nicht um das, was irgendwer schreibt oder sagt, was Menschen heutzutage müssten. Sie machen einfach nur das, was sie machen wollen und glauben jeden Tag daran, dass das das Richtige für sie ist. Wenn sie feststellen, dass es hinderlich ist, lassen sie es sein und machen etwas Anderes. Natürlich müssen auch sie lernen, so wie die Akzeptierten, wie sie mit Kritik, Ablehnung und den Sorgen und Zweifeln, die erwachsen, umgehen. Sie müssen genauso lernen, ihre Angst vor dem Versagen zu bändigen. Denn nicht nur Kreative sind tief getroffen, wenn ihr Werk kritisiert oder gar zerrissen wird. Sieht man sich einmal die vielen Shitstorms auf Facebook an, weiß man, was die Menschen, die sich auf Gedeih und Verderb nicht mehr anpassen wollen, alles aushalten müssen. „Wie kannst du es nur wagen?“ „Alles, was du machst, ist reinster Schwachsinn!“ sind die Grundtöne dieser Hasstiraden, wenn Noch-Angepasste den Ungehorsamen erklären wollen, dass sie sich falsch verhalten und zudem falsch sind. Und trotz all dem, was ihnen und ihrer Arbeit begegnen kann, machen sie einfach weiter.

Was unterscheidet diese Menschen von anderen? Eigentlich nur eines: Sie kümmern sich um das, was ihnen im Inneren Halt gibt, mehr, als um das, was andere Menschen ihnen vordiktieren wollen. Sie können sich abgrenzen. Sie nähren ihren unzerstörbaren Glauben. Sie zweifeln die Diktate schon beim ersten misslichen Tonfall an und erkennen: Hier spricht jemand, der Veränderung und Andersartigkeit, Wachstum und Fortschritt scheut. Hier spricht jemand, der sich lieber seiner Angst beugt, statt ihr zu trotzen. Es ist weniger die eigene Angst, sondern mehr die, die die anderen haben.

Nur diese eine Form der Angst, nämlich die Angst vor seiner eigenen Größe, ist unübersehbar. Sie bleiben also lieber klein und sich bedeutungslos fühlend im Sumpf der angepassten Masse zurück, als hervorzustechen, weil sie so sind, wie sie sind. Sie kennen weder ihre Höhlen noch ihre offenen Meere – sie verneinen ihre Schwächen und Chancen und huldigen ihre vermeintlichen Stärken so sehr, dass sie nichts brechen könnte, solange sie im vorgegebenen Rahmen der Gesellschaft bleiben. Hat jemand anderes aber eine besondere Stärke und Kraft, die er kennt und auch zeigt, heißt es von vielen Seiten gleich, er sei eingebildet und würde sich für etwas Besseres oder Besonderes halten. An sich und seine Einzigartigkeit zu glauben, ist heutzutage eben ein gewaltiges Unterfangen, wenn man Großes vorhat. Zum Beispiel man selbst zu werden und sich zu trauen, so zu leben.

 

Resilienz im Alltag: Wie sie aussieht und was sie fördert

Hier kommt also Resilienz ins Spiel. Entscheidende Faktoren wie Unterstützung durch Gruppen wie die Familie, Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und den Zusammenhalt fördernde Werte, die die Resilienzforschung „shared values“ nennt, sind nicht immer vorhanden. Auch wenn nach der Theorie Menschen, die über diese Faktoren verfügen, für besonders resilient eingestuft werden, heißt das nicht, dass Menschen, die in diesem Bereich Mängel aufweisen, automatisch nicht resilient sein können. Denn Resilienz ist keine feste Größe. Resilienz kann man fördern, indem man an den Hindernissen bewusst und aktiv arbeitet. Sich selbst beruhigen zu können, Vermeidungsverhalten erkennen zu können und seine Gefühle, statt sie zu verdrängen, auszusprechen, kann zu einer stärkeren Resilienz führen, genauso wie eine weitere, ausschlaggebende Fähigkeit: andere Menschen um Unterstützung und Rat zu bitten.

Wenn wir in solchen Momenten immer nur auf soziale Unterstützung hofften und ohne sie im Stillstand verharren würden, hätte es so mach große Entwicklung der Geschichte der Welt wohl nicht gegeben: Autos, Elektrizität, Telefon, Internet, aber auch Chancengleichheit und Demokratie.

Wenn wir niemanden im Rücken haben und niemanden, der uns an die Hand nimmt, bleibt uns nichts übrig, als uns selbst diese Person zu werden. Es hilft, wenn du die folgenden Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt: Selbstwirksamkeitserwartung, Eigensinn, Beharrlichkeit, Willensstärke, Visionen, Vorstellungskraft, Mentale Stärke, Emotionale Widerstandskraft, Kommunikationsfähigkeiten, Lösungskompetenz, Glaube an sich selbst und Wissen um seine Kraft.

Weitere entscheidende Faktoren, die die Resilienz unterstützen können, sind unter anderem Realismus, Glauben (Religiosität), Sinn empfinden können, Intelligenz, Impulskontrolle, eine geringe Zukunftsangst, das aktive Gestalten von Beziehungen, Zuversicht, Werteorientierung, Zielstrebigkeit, Akzeptanz, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und -übernahme sowie Anpassungsfähigkeit. Das Gute ist, dass all diese Kompetenzen erlernbar sind. Wer einen oder mehrere Punkte noch nicht ausgebildet hat, der kann es also nachholen und seine Lücken allein schließen.

 

Auf der Suche nach dem verborgenen Schatz: Deine Schlüsselkompetenzen

Lebensfreude durch autogenes TrainingUm herauszufinden, welche Kompetenz noch unausgereift ist, in welchem Bereich die meisten Ängste und größte Traurigkeit auftreten, habe ich eine weitere Übung erstellt.

Pro Kompetenz findest du mehrere Denkanstöße. Spürst du bei einem Bereich vermehrten Widerstand, so zeigt dir dieser, dass es hier etwas Wichtiges zu lernen und zu entdecken gibt. Betrachte es nicht als Fehler oder Mängel, sondern als willkommene Einladung, zu wachsen und dich zu der Person zu entwickeln, die du gern wärst.

Bereich Eigensinn und Werte

Gibt es Inhalte deines Lebens, auf die du partout bestehst und die dir niemand streitig machen kann? Hast du Grenzen, die indiskutabel sind und für deren Wahrung du Einiges bereit wärst, zu tun? Gibt es Inhalte oder Bereiche deines Lebens, in denen du schnell ins Strudeln kommst, wenn andere Meinungen geäußert werden? Stellst du dich oder einen Lebensbereich häufig bzw. schnell infrage?

Bereich Zielstrebigkeit und Verantwortung

Hast du Ziele? Machst du dir Pläne, To do-Listen und Checklisten, die du konsequent abarbeitest? Weichst du häufig vor Veränderungen zurück, die deine Komfortzone oder Ängste berühren? Denkst du über deine Ängste und Hindernisse auf dem Weg zu einem Ziel nach, um dann zu entscheiden, dass du es nicht verfolgen wirst? Traust du dich, Menschen anzuleiten und den Überblick zu bewahren? Scheust du Verantwortung, wenn etwas auf dem Spiel steht? Kannst du Schwächen anderer Menschen ertragen? Erträgst du die Bedürftigkeit von Menschen? Versteckst du deine Bedürfnisse?

Bereich Willensstärke und Beharrlichkeit

Brichst du Tätigkeiten leicht ab, wenn sie dir nicht auf Anhieb gelingen? Haben dir Menschen schon einmal Ideen und Meinungen ausgeredet, weil sie sie für schädlich oder einfältig hielten bzw. glaubten, dass du es nicht schaffen könntest? Arbeitest du lieber im Team? Was traust du dir allein zu? Ist für dich Wissen und Lernen ein Selbstzweck für Wachstum oder Mittel zum Zweck?

Bereich Visionen und Vorstellungskraft

Hast du Träume, die du dir erfüllt hast? Hast du aktiv Träume, die du dir noch erfüllen möchtest? Gibt es gesellschaftliche, kulturelle oder soziale Visionen, die in dir leben, die ihren Ausdruck suchen? Kannst du dir gedanklich ausmalen, wie deine umgesetzten Träume und Visionen aussähen?

Bereich Anpassungsfähigkeit und Impulskontrolle

Reagierst du verletzt, wütend, ängstlich und abweisend, wenn dich jemand mit einer anderen Meinung konfrontiert, kritisiert oder ablehnt? Kannst du dich zurücknehmen, auch wenn nichts dafürspricht? Kannst du akzeptieren, dass es unveränderbare Tatsachen gibt? Arbeitest du aktiv an Lebensinhalten, die du verändern kannst? Gibst du Menschen schnell, was sie von dir fordern, auch wenn für dich wenig dabei herausspringt? Kannst du auf das Gute vertrauen?

Bereich Mentale Stärke und Intelligenz

Bildest du dich regelmäßig weiter? Gibt es einen Menschen, den du für sein Wissen und seinen Weg bewunderst? Kannst du bei dir bleiben, auch wenn dich jemand vehement herausfordert? Kannst du fremde Werte, Ziele und Bedürfnisse von deinen abgrenzen? Hast du Leidenschaften, Hobbys oder einen Beruf, in den du thematisch eintauchen kannst, um immer wieder Neues und Interessantes daran zu finden? Liest du viel? Magst du tiefgreifende Unterhaltungen oder lieber oberflächlichen Small Talk?

Bereich Emotionale Widerstandskraft, Zuversicht, Freiheit von Angst

Gibst du Menschen schnell, was sie von dir fordern? Ärgerst du dich oft im Nachhinein über Menschen oder dich und wünschtest, dass du anders reagiert hättest? Schämst du dich häufig für deine Worte und Taten? Fühlst du dich schuldig, wenn dich jemand wenig sympathisch findet? Führst du schwierige Gespräche oder Gespräche mit schwierigen Menschen im Kopf weiter, obwohl sie beendet sind? Machen dir Ablehnung oder mögliche schmerzhafte Konsequenzen nachhaltig Angst. 

Bereich Kommunikationsfähigkeiten und aktive Gestaltung von Beziehungen

Kannst du deine Gefühle, auch die negativen, bei engen Freunden, der Familie oder anderen Bezugspersonen ausdrücken? Kannst du um Rat und Unterstützung bitten? Kannst du zuhören, ohne nach einer gewissen Zeit zu unterbrechen und das Gespräch auf dich zu lenken? Kannst du anderen Menschen sowohl Raum, als auch Nähe geben, wenn sie dich darum bitten? Kannst du in Ruhe mit respektvoller Stimme Gespräche führen, in denen es um deine Bedürfnisse und mögliche Enttäuschungen geht? Kannst du Zugeständnisse machen, auch wenn sie sich nicht zu 100 Prozent mit deiner Einstellung decken? Bist in Beziehungen der aktive oder eher passive Part, der angeleitet und geführt werden will?

Bereich Lösungskompetenz

Warnst du Menschen vor möglichen Gefahren oder sprichst du mit ihnen über mögliche Lösungen? Siehst du dich in schwierigen Momenten deines Lebens nach Lösungen um? Suchst du aktiv, bis du eine Lösung gefunden hast oder gibst du zwischendrin auf und resignierst? Siehst du Probleme als Herausforderungen oder als möglichen Totschlag.

Bereich Akzeptanz und Toleranz

Fällt es dir leicht, Menschen und Konzepte, die nicht zu deinem Weltbild passen, zu akzeptieren und tolerieren? Streitest du häufig mit Menschen über ihre Einstellungen? Glaubst du an deine Ängste oder drängst gar anderen Menschen deine Wege und Un/Möglichkeiten auf?

Bereich Glaube an sich selbst und Wissen um seine Kraft

Glaubst du daran, dass du sicher bist? Glaubst du, dass du alles schaffen kannst? Kennst du deine Ecken und Kanten und weißt, wie du mit ihnen umgehen solltest? Kannst du deine Stärken nutzen, um deine Entwicklungspotenziale zu verbessern? Ist es für dich schwer, offen und ehrlich über vermeintlich schwierige Charaktereigenschaften zu sprechen?

 

Dies war ein Auszug aus meinem Buch:

Über die Kunst, allein zu sein: Wie man Einsamkeit und Angst vor dem Alleinsein überwindet und sich nebenbei neu lieben lernt

 

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