Unerfüllte Bedürfnisse bei Angst, Panikattacken, Burnout inkl. GROßER TEST

Unerfüllte Bedürfnisse bei Angst, Panikattacken, Burnout inkl. GROßER TEST

 

Würden Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht regelmäßig aus den Augen verlieren, ginge es ihnen schneller und nachhaltiger besser. Leider sind wir uns meist nicht bewusst, was wir alles brauchen, um uns zufrieden zu fühlen. Je unbewusster (und unerfüllter) unsere Wünsche und Bedürfnisse sind, desto eher neigen wir zu Depressionen, Burnout, Angst oder Panikattacken. Aber auch im “normalen” Bereich erschwert es den Umgang mit Stress z. B. auf der Arbeit oder in der Familie.

Seine Bedürfnisse zu kennen und sie zu erfüllen ist ein Bestandteil jeder Selbsthilfe und elementar bei z. B. Stress, Angst und Panik, Burnout (emotionale und/oder körperliche Erschöpfung), depressive Verstimmungen, Sorgen, Grübeleien usw.

 

Abraham Maslows Bedürfnispyramide gegen Burnout, Stress, Angst/Panik, Sorgen und mehr

Mein Test und die herunterladbare Karte für unterwegs beruht auf der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow (1908-1970). Er war Mitbegründer der Humanistischen Psychologie, die sogenannte dritte Kraft der Psychologie (neben der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse).

Die ersten vier der fünf Bereiche der Bedürfnispyramide nennt Maslow die “Defizitbedürfnisse”. Je höher man seine Bedürfnisse auf der Pyramide eintaktet, desto besser sind die Grundbedürfnisse gedeckt. Je besser die Grundbedürfnisse gedeckt sind, desto gesünder ist der Mensch. Je mehr man höhere Bedürfnisse (Bereich 2-4 zzgl. 5) erfüllt, desto zufriedener und gesünder wird man, ergo besser geschützt gegen Burnout, Angstzustände, Panikattacken und Belastungen. Man bleibt solange in einem Bedürfnis verhaftet, bis es von außen erfüllt wurde oder man es selbst erfüllt hat.

Je niedriger die Bedürfnisse auf der Pyramide anzusiedeln sind, desto eher wird Krankheit (psychisch und physisch) möglich. Unerfüllte Bedürfnisse rufen auch das Gefühl hervor, dass man etwas geopfert hätte und es erhebliche Mängel gäbe.Unerfüllte Bedürfnisse äußern sich besonders gern als Sehnsüchte und Gegenstand von Tagträumereien. Soziale bzw. existentielle Ängste und Sorgen können zudem entstehen.

Maslow unterschied diese fünf Bedürfnisebenen:

  1. Physiologische Bedürfnisse: Hunger, Durst, Sexualität, Sauerstoff, Licht, Vitamine, Mineralien, Aktivität, bestimmte Temperatur, Ruhe, Schlaf, Schmerzfreiheit (Symptome: Schlafprobleme, häufiges Erkranken, Empfindsamkeit, innere Unruhe, Temperaturempfindlichkeit, Atemschwierigkeiten, geringe Energie usw.)
  2. Bedürfnis nach Schutz & Sicherheit: Angstfreiheit: sichere Umgebung, Stabilität, Wohlbehalten, Struktur, Ordnung, wohltuende Grenzen (Symptome: angstbesetztes Leben, Verlustangst, überall Bedrohungen sehen, körperliche Erschöpfung, sich mit Entspannung schwer tun, das Gefühl, keine Zeit zu haben, Verwirrung und den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sich eingeengt fühlen, Herzrasen, Muskelverspannungen, innere Unruhe, starke Unlust und Angst vor und während der Arbeit, das Gefühl, fremdgesteuert zu sein, sich unfähig fühlen, sich ohne Hilfe sehen usw.)
  3. Bedürfnis nach Liebe und Zugehörigkeit: Freiheit von Einsamkeit & sozialen Ängsten: Freude, Bindung, Kinder, liebevolle Beziehungen, Gemeinschaft (Symptome: Einsamkeit, emotionale Erschöpfung, mehr geben als annehmen können, mehr geben als Hilfe und Geborgenheit zu empfangen, wenig nährende Beziehungen, Angst vor Langeweile, innere Leere usw.)
  4. Bedürfnis nach Achtung und Selbstachtung: Respekt, Status, Ruhm, Ehre, Dominanz, Aufmerksamkeit, Selbstvertrauen, Leistung, Kompetenz, Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstwert (einzelne Symptome von Burnout und Depressionen wie Nutzlosigkeit, Sinnlosigkeit, außerdem wie bei 2. Langeweile (Boreout), starke Unlust und Angst vor und während der Arbeit, das Gefühl, fremdgesteuert zu sein)
  5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Wachstum: Wachstum, Sinn, Selbst, Potenziale ausschöpfen, ein höheres Gut, Dienen, gesellschaftliche/weltliche Dienste (Symptome: Sinnlosigkeit, Nutzlosigkeit beruflicher Arbeiten, Drang nach Wissen und Erkenntnis, Suche nach Sinn und Erleuchtung, spirituelles Wachstum und Berufung)

 

Manfred Max-Neef (Ökonom) benannte in den 1990er Jahren 9 menschliche Grundbedürfnisse

1. Überleben, existentielle Lebensgrundlage, Lebenserhaltung als Bedürfnis nach körperlicher und geistiger Gesundheit, im Gleichgewicht sein, Nahrung, Behausung, Fortpflanzung; geeignetes Lebensumfeld

2. Schutz, Sicherheit als Bedürfnis nach Fürsorge, Geborgenheit, Selbstständigkeit, soziale Sicherheit, Absicherung, Vorsorge, Rechte, kooperative Kontakte, Helfen

3. Zuneigung, Zuwendung, Liebe als Bedürfnis nach Selbstachtung, Solidarität, Respekt, Toleranz, Partnerschaft, Familie, Freundschaft, Fürsorge für sich und andere, Gemeinschaft, Wertschätzung, Gefühle ausdrücken können (ohne Angst vor der Reaktion anderer)

4. Verstehen, Verständnis als Bedürfnis nach Neugier und ihre Befriedigung, Vernunft, Aufnahmebereitschaft, Forschung, Analyse, sich ausprobieren, Lernen, andere anleiten (bilden)

5. Teilnahme als Bedürfnis nach Anpassung, Solidarität, Engagement, Hobbys, Übernahme von Verantwortung, Leistung, Kooperieren, Meinungsaustausch, sich mitzuteilen, mitzubestimmen, Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft/Gruppe/zu einem anderen Menschen

6. Muße, Müßiggang als Bedürfnis nach Ruhe, Innenschau, Sorglosigkeit, Tagträumen, Spiele, Spaß, Feiern, Nostalgie, Freizeit

7. Kreativität als Bedürfnis danach, etwas zu schaffen/erfinden, sich zu beschäftigen, eigene Fähigkeiten/Fertigkeiten auszuleben. produktiv zu sein, Feedback, freie Zeit haben

8. Identität als Bedürfnis nach Abgrenzung, Selbstachtung, -behauptung, -entwicklung, -erkenntnis, Platz in einer Gruppe haben, sich kennenlernen, Weiterentwicklung

9. Freiheit als Bedürfnis nach Freiraum, Autonomie, Mut;, Gleichberechtigung, Risiken, Unterschiedlichkeit

 

Wichtig zu wissen

Alle Bedürfnisse der einzelnen Bereiche bestehen gleichzeitig und nebeneinander, sind ab Bereich 2-4 gleichwertig und gleich wichtig. Kein Bereich ist wichtiger als Bereich 1, denn das reine Überleben sowie das Vorhandensein einer Lebensgrundlage ist Voraussetzung für weitere Bedürfnisse. Natürlich können deine Handlungen nicht nur ein Bedürfnis, sondern mehrere Bedürfnisse auf einmal befriedigen.  Wird nur ein Bedürfnis befriedigt, kann ein anderes Bedürfnis unbefriedigt bleiben.

Maslow glaubte, die Nichterfüllung von Bedürfnissen würde Krankheit hervorrufen. Wenn du

  1. Mangel in einem Bereich siehst und dir dort die Bedürfnisse nicht erfüllst, obwohl du sie hast,
  2. gleichwohl deine anderen Bedürfnisse missachtest, sie ignorierst oder verdrängst,

könnte es Folgen für deine Gesundheit haben. Er vertrat auch die Meinung, dass sich unerfüllte Bedürfnisse als Sehnsüchte oder Entbehrungen/ Opfer anfühlen, unter denen der Mensch unweigerlich leiden wird/unbewusst leidet.

 

Großer Selbst-Test: Bedürfnisse und Defizit-Bedürfnisse – Die Bestandsaufnahme deines Lebens bei Sorgen, Kummer, Angstzuständen, Panikattacken und Erschöpfung

Ausgehend davon habe ich einen umfangreichen Test erstellt, anhand dessen du deine Bedürfnis-Situation erkennen kannst. Es heißt, Bedürfnisse seien in ihrer unerfüllten Variante Ursache aller psychischer/physiologischer Krankheiten. Interessanterweise ist es der vierte Bereich -Wertschätzung & Geltung -, der laut Maslow die meisten Schwierigkeiten auf physischer und psychischer Ebene vorrufen würde.

Der von mir entwickelte Test kann wichtige Mängel aufzeigen und Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht. Die Auswertung liefert außerdem Impulse zu Handlungen.

  • Wie erfüllt sind deine Bedürfnisse?
  • Welche Bedürfnisse sind nicht erfüllt?
  • Wo gibt es hauptsächlichen Handlungsbedarf?
  • Was würde dich zufriedener machen?

Druckbares PDF-Format, 13 Seiten.

Nach dem Kauf erhältst du eine E-Mail mit dem Download des Zugangslinks, der dich direkt zum Test führt.

Hinweis: Der Test ersetzt weder einen Arzt- bzw. Therapeutenbesuch noch stellt er eine valide Grundlage für Diagnosen dar. Er dient der Selbstreflexion und als Instrument der Selbsthilfe und kann Impulse liefern, die eigene Lebensgestaltung in die Hand zu nehmen bzw. zu reflektieren.

 

Kostenfreie Bedürfnis Karte zum Drucken und Erinnern

Auf der downloadbaren Karte für die Geldbörse, den Badezimmerspiegel oder als Erinnerung auf dem Schreibtisch sind die ersten vier (grau hinterlegt) die erwähnten Defizitbedürfnisse.

Die Karte besteht aus zwei Seiten:

  • Seite 1 dient der Einschätzung der Motivation und Bedürfnisse für etwas oder eine Tätigkeit. (wie man das Ausüben der Tätigkeit empfindet, welche Gefühle beim Gedanken und der Tat hochkommen, ob/wann Abwehr & Unlust entsteht usw.)
  • Seite 2 zeigt die Bedürfnispyramide und liefert verschiedene Bedürfnisse als Impuls. Was sticht dir ins Auge? Was entpuppt sich nach Bedenkzeit als abwesend, mangelhaft oder unbefriedigend?

Die Karte (am Ende der Seite) lässt sich herunterladen und ausdrucken.

Der Effekt: Man erkennt seine Motivation und kann selbst bestimmen, in welchen Bedürfnisbereichen man Ungleichgewichte aufweist und was es zu tun gilt. Die Informationen des Selbsttests dienen dazu, Ursachen für die eigenen Gefühle zu entdecken.

  1. Schätze deine Gefühle auf einer Intensitäts-Skala von 1-10 ein.
    1a) Bestimme dein Motiv für die Tätigkeit oder Unlust.
    1b) Bestimme dein Bedürfnis bei der Tätigkeit oder Unlust.
  2. Was empfindest du beim Gedanken an die Tätigkeit/Unlust? Wie möchtest du dich fühlen? Wie hast du dich früher dabei gefühlt?
  3. Welche Bedürfnisse werden nicht erfüllt? Was verhindert es? Wie wäre dein Leben idealerweise? (Was fehlt zum Glück?)

Überlege allein oder gemeinsam mit einem Vertrauten mögliche Schritte, um diese Bedürfnisse zu decken.

In meinen Augen eignet sich die Bedürfniskarte hervorragend für schlechte Zeiten, um seine eigene Gesundheit und Zufriedenheit im Blick zu behalten. Erfüllen wir uns weitestgehend alle Bedürfnisse, umso besser geht es uns. Wir würden harte oder akut stressige Zeiten weniger belastend empfinden.

Download zum Drucken: Bedürfnis Karte

 

Wie mir der Mond half, meine Angst und Panik zu überwinden

Wie mir der Mond half, meine Angst und Panik zu überwinden

 

Der Mond und ich – eine wahre Liebesgeschichte – denn er half mir aus meiner Angst und Panik heraus. Es ist eine Geschichte, die ich gern als Inspiration erzähle. Denn sie zeigt, dass wir auch ohne Menschen, nur aus eigener Kraft und mit Hilfe von Leidenschaften, Angststörungen bzw. Angstzustände, sogar mit Panikattacken, überwinden können.

 

Wie mir der Mond half, meine Angst und Panik zu überwinden

finde deine leidenschaft als waffe gegen die angstAugust 2013: Gemeinsam mit meiner Mutter und einem Freund war ich nach Ibiza geflogen. Ich hatte am 19. Mai des Jahres wieder meine erste Panikattacke seit Jahren erlebt, in der U-Bahn, und saß zwei Tage später, an meinem Geburtstag, beim Arzt. Meine Therapie hatte ich im Juni begonnen – ich dachte, es würde ausreichen, um Ende August meinen Urlaub angstfrei genießen zu können. Doch das sollte ein Traum bleiben.

Als ich weinend im Flieger saß, musste mir meine Mutter die Hand halten, weil ich nicht zur Ruhe kam. Als mein Körper völlig geschwächt von der Angst und Panik war, schlief ich schließlich ein. Auf Ibiza angekommen, half mir zuerst das Meer, mich etwas geerdeter zu fühlen. Es ist bis heute einer meiner Lieblingsorte, egal, wo auf dieser Welt. Es beruhigt mich.

Was ich nicht wusste, war, dass ich eine genauso große Liebe finden würde. An einem Abend saß ich draußen auf der Terrasse des Hotels und dachte darüber nach, wie ich mein Leben weiterführen würde. Ich war müde, hoffnungslos und wusste nicht mehr, was ich noch tun sollte, um die Angst und Panik zu überwinden. Sie begleitete mich von früh bis spät und es schien, als würde nichts so recht als Hebel wirken. In diesem Moment, mit meiner Kamera  auf dem Schoß, blickte ich in den Himmel und fotografierte schließlich den Mond. Und schon war ich verliebt und bin bis heute besessen.

Ich fand schnell heraus, dass

  • in den Himmel schauen
  • von der Erde (wo es so vieles gab, was mich belastete) wegschauen
  • eine Leidenschaft haben, die einen beseelt
  • etwas, was man (fast) immer machen kann, ohne Geld und ohne Abhängigkeit von Menschen

bislang nicht auf meiner Liste der möglichen Wege aus der Angst und Panik gestanden hatte. Ich schrieb “Mond fotografieren” gedanklich dazu. Denn im Vergleich zum Meer, das ich nur vier, fünf Mal im Jahr sehen kann, ist der Mond fast immer sichtbar, je nach Zeit und Phase.

 

Jeder mit Stress, Angst oder Panik braucht eine ruhige Leidenschaft

Ich bin mir unsicher, ob es am Unterschied zwischen introvertierten und extravertierten Menschen liegt, dass die einen im Innen und die anderen im Außen nach Wohlgefühl suchen. Während man die introvertierten/ambivertierten mit einem Buch oder einer Kamera glücklich machen kann, brauchen extravertierte Personen andere Personen. Sie suchen nach Bestätigung im Außen, während introvertierte Frieden in sich suchen. Was mir bislang in der Beschäftigung mit Stress-Ängsten, Angstzuständen und Panikattacken aber auffiel, ist, dass Stille, Ruhe (Entschleunigung) und kreative Neugierde – im Alleingang – unterstützend wirken können. Sie stärken die Resilienz, weil sie die Unabhängigkeit fördern. Sie richten die Aufmerksamkeit von normalen Alltag und so von den Problemen weg, auch weg von Menschen, egal, ob wir mit ihnen zurechtkommen oder nicht.

Wer so eine ruhige und beruhigende Beschäftigung hat, der kann sich dabei in sich zurückzuziehen. Ob man nun alles andere ausblenden will oder nur etwas für sich tun möchte: KEINEN Menschen zu brauchen, der einem Bestätigung, Zuwendung oder Wertschätzung schenkt, stärkt den Charakter.

Es ist nicht zuletzt eine bewusste Selbstabgrenzung, in seine eigenen Welten hineintauchen zu können – oder abzutauchen. Ich bin bis heute ganz und gar von der Schönheit des Mondes fasziniert. Wann immer er am Firmament erscheint, hole ich meine Kamera und fotografiere ihn. Ich liebe Mondfotos, bin in etlichen Gruppen auf Facebook und in Foren. Dort habe ich meinen Tribe (meine Gleichgesinnten). Posten sie ein Mondfoto, und viele haben Teleskope im Wert von Tausenden Euros (ein Traum!), freue ich mich aus den Tiefen meiner Seele. Der Mond macht mich einfach – sorry – scheißglücklich. Da spielt es dann keine Rolle mehr, wenn mir etwas den Tag vermiest hat, mich jemand verletzt hat oder das Leben gerade nicht so fluffig wie sonst läuft. So eine Leidenschaft zu haben, trägt einen über (fast) alles hinweg.

  • Hast du so etwas in deinem Leben?
  • Oder ist dein Wohlgefühl noch an andere Menschen geknüpft?
  • Falls ja, was kannst du unternehmen, was dich ähnlich glücklich machen würde, wie mich der Mond?

Oder kann ich dich mit der Mond-Fotografie anstecken? Wenn dich das interessiert, würde ich mich freuen, wenn du mich in meiner Arbeit mit einem Affiliate-Kauf* unterstützt: Die Kamera, die ich für das Mondfoto bei Tag und das letzte Nachtfoto benutzt habe, ist eine Coolpix mit optischen Zoom. Das Nachtfoto des Titelbildes wurde mit einer Canon EOS 600D Spiegelreflexkamera + 18-135mm-Objektiv gemacht.

Was auch immer du für dich als Rückzugsort und Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag und der Angst findest: Es wird dich immer tragen, wenn es das richtige für dich ist! Verlierst du aber zwischendrin das Interesse, war es nicht das richtige. In dem Falle, suche einfach weiter. Was dir bestimmt ist, wird dich ohnehin finden.

Liebesgrüße vom Mond,
Janett

 

Ausgeglichenheit & Balance: Was heute für mich Gleichgewicht bedeutet

Ausgeglichenheit & Balance: Was heute für mich Gleichgewicht bedeutet

 

Gleichgewicht hat heute viele Namen: Balance, Ausgeglichenheit, die goldene Mitte oder überhaupt eine Mitte, kein Oben und kein Unten. Nur ein Gewicht auf beiden Seiten, das die Waagschale in einer Waagerechten hält. Früher wollte ich – wie so viele – von allem Guten möglichst viel. Ich liebte viel gutes Essen, viele gute Stunden mit meinen engsten Bezugspersonen, viel Stille, viel Spaß, viel Anerkennung, viel Freizeit, viele interessante Gebiete, in denen ich mich beruflich und persönlich austoben konnte, und vieles mehr. Heute sehe ich einiges anders. Heute glaube ich zu verstehen, was dieses Sprichwort meint:

Nichts ist so gut, dass man es immer tun sollte. Nichts ist so schlecht, dass man es nie tun sollte.

 

Licht und Schatten im Gleichgewicht: Wieso “zu viel” des Guten doch nicht so gut ist

yin yang schattenseitenIch beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Schattenarbeit. Ich wollte wissen, was es da noch gibt, außer das Gute, dem wir hinterherjagen, dem, was uns anzieht. Ich persönlich möchte nicht mehr aus allen Wolken fliegen und mit meinem Hintern auf dem Boden ankommen, nur weil ich dem Irrglauben erlag, dass das Erreichen von Zielen und Verwirklichen von Träumen das Nonplusultra wäre. Ich will keine Trennungen mehr erleben, nur weil ich in meinen Partner etwas hineinprojiziert habe, weil ich ihm das Menschsein angeträumt habe. Ich möchte nicht mehr alles hinschmeißen und aufgeben, nur weil sich kleinere Hürden zeigen. Auf der anderen Seite möchte ich nicht mehr nur alles Schlimme, was mir widerfuhr, als partout schlecht abtun. Mir ist es heute wichtiger, mit dem Schlechten am Guten umgehen zu können, statt enttäuscht zu sein, wenn etwas geschieht, womit ich nicht gerechnet hatte.

Vor allem aber gebe ich mir Mühe, zu verstehen, dass ich nur ein Mensch bin – der eben auch seine Schattenseiten hat und ein Leben lebt, was nicht immer gut sein kann – und auch nicht sollte. Polarität eben. Ich investiere sehr viel Zeit darin, zu beobachten, was ich plötzlich nicht mehr will, weshalb sich Änderungswünsche und Resignation in vormals so tollen Situationen ergeben und woher diese überhaupt kommt. Kurz gesagt: Ich suche und versuche mich in der Akzeptanz von Schwarz neben Weiß, Yin neben Yang, Böse neben Gut und Minus neben Plus.

Doch in Bezug zu allem, was ich hier auf IhaA je thematisierte, steckt der Glaube, dass alles gut ist, so wie es ist und alles Schlechte (ja, besonders die Angst) ein ungeheuer großes Potenzial in sich birgt. Doch wie auch beim Wort ANGST, ist es leichter und wünschenswerter, das Negative loszuwerden und so zu tun, als wäre alles prima. Wie schön es doch gewesen wäre, damals in meiner Agoraphobie mit Panikstörung, einfach über die aus dem Gleichgewicht geratenen Ängste hinwegzusehen und weiterzumachen. Doch heute weiß ich, dass auch Angst ihre guten Seiten hat. Heute erlebe ich täglich, dass selbst die als unerschütterlich gedachten Beziehungen und Glaubensmuster, Ideen und Pläne von Null auf Jetzt ins Negative kippen können. Der Gedanke daran macht mir keine Angst mehr – keine Angst mehr vor dem Ungewissen, keine Angst mehr vor Verlust oder Trennung, vor Veränderung oder dem Gegenteil von dem, was ich für lebenswert halte.

Wie das kam? Eben weil ich wieder lernte, das Negative zu sehen und in jede Situation mit der Gewissheit zu gehen, dass auch sie Tiefen birgt, die (noch) verborgen sind. Eine der größten Erkenntnisse meiner Angstzeit: Nichts ist immer nur gut. Idealerweise ist es ausgewogen. Idealerweise bin ich im Gleichgewicht, kenne meine guten und negativen Seiten, meine Fähigkeiten und noch nicht ausgeprägten Fähigkeiten, weiß, was ich kann und was nicht, was ich möchte und was nicht.

So birgt jedes Glück das Potenzial eines Unglücks und jede Liebe den potenziellen Schmerz, jedes Licht kommt mit Schatten und jeder Job, jede Verbindung, jedes Hoch kann irgendwann ein Tief erleben. Das ist der stete Wandel, von dem alle sprechen – der, der unvermeidbar ist. Heute verstehe ich das. Heute kann ich das mit einem Lächeln akzeptieren.

Heute weiß ich, dass dieser Wandel, die stete Veränderung, auch aus dem vermeintlich Schlechten etwas Gutes zaubern kann – dass dahinter ein Geschenk liegt, was man noch nicht sehen kann. Allein dass ich mehrmals Panikstörungen hatte, führte dazu, dass dieser Blog hier existiert – ein sehr großes Geschenk für mich und viele LeserInnen. Es ist heute das Fundament meiner Selbstständigkeit und mehrerer Bücher, die ich deswegen veröffentlichen konnte. All das nur wegen Panikstörungen, die mich haben völlig verzweifeln lassen. Auch ich dachte, ich würde sie nie loswerden, dass sich nichts Gutes aus so einem Schmerz erschaffen ließe.

 

Wie wir Ausgeglichenheit erreichen können

Ausgeglichenheit Gleichgewicht Balance Nicht alles was schlecht aussieht ist schlecht es hat auch gute SeitenAusgeglichenheit und ein Leben im Gleichgewicht sollte nicht erst angestrebt werden, wenn es im Mangel ist, wenn plötzlich akuter Stress und seine Symptome da sind. Man braucht nicht bis zum Stress und Leid zu warten, um sich an ein fehlendes Gleichgewicht (in sich oder im Außen) erinnern zu dürfen. Wenn es fehlt, muss es wiederhergestellt werden, sonst erledigt es die Natur von allein, bringt anfangs Kopfschmerzen, später Verspannungen, grippale Infekte, Migräne, Verdauungsstörungen bis hin zu Symptomen mit Krankheitswert. Das ist die unbequeme Wahrheit, die man sehen, als solche erkennen und annehmen muss, um den Schritt raus aus Situationen zu gehen. Der Körper und die Seele mag gewaltige (Abwehr)Kräfte haben, aber irgendwann sind diese aufgebracht.

Viele glauben auch, Gleichgewicht hieße ständige Harmonie, müsse erzwungen werden oder könne nur durch Anpassung erreicht werden. Wir alle möchten gern die Regeln machen, die Kontrolle über unser Leben haben, es in unsere gewünschten Bahnen lenken – ohne, dass uns irgendjemand oder irgendwas ein Bein stellt. Du sicher auch, oder? Man vergisst diesen Wunsch nach Macht über sein eigenes Leben (und natürlich auch die Menschen darin) gern. Es gehört sich nicht, narzisstisch zu sein und es sieht meist unschön aus, wenn man einmal nur an sich denkt. Viele bedenken einen dann mit Egozentrik oder Egoismus. Doch jeder Mensch auf dieser Welt hat seit Kindestagen diesen einen Wunsch: Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten sowie mit Liebe behandelt zu werden. Trotz aller Fehler, trotz aller Mängel, einfach nur dafür, dass man so ist wie man ist. Doch da es vielen Kindern abtrainiert wird und viele lernen müssen, sich zu verstellen, um Liebe zu bekommen oder wenigstens Teil zu sein, lernen sie gleich mit, ihre Bedürfnisse zu verbergen und still darüber zu trauern, dass sie nicht gesehen werden.

Je mehr man anderen im Erwachsenenalter den Hintern küsst oder wenigstens so tut, als hätte man Spaß daran, im Schatten anderer zu stehen, umso mehr verheimlicht man seine Bedürfnisse und Ziele. Man hat sein Umfeld so daran gewöhnt, dass man das ist, was es sehen will, dass die Menschen tatsächlich aus den Wolken fallen würden, wenn man sich von heute auf jetzt änderte. Doch Gleichgewicht und Ausgeglichenheit bedeutet auf beiden Seiten (auf deiner und der deines Umfelds) eine ausgeglichene Waagschale.

Aber um Gleichgewicht zu erreichen, müssen sowohl die guten als auch negativen Seiten ausbalanciert sein: Das heißt, dass Harmonie auch Disharmonie braucht, Fleiß auch Faulheit, Trubel auch Entspannung, Lautstärke auch Stille, Sitzen auch Stehen und Bewegung usw. Im Yoga würde man jetzt sagen, dass man nach Vorbeugen Rückbeugen machen soll. Im Sport würde man sagen, dass das Trainieren der Bauchmuskeln auch das Trainieren der Rückenmuskeln bedarf, sowie das Herz und der Blutdruck voneinander abhängen. So wie der Tag die Nacht braucht.

 

Unseren Schatten abspalten für zu Ungleichgewicht und Unausgeglichenheit

Polaritäten Gleichgewicht des LebensIst die eine Seite zu weit oben und du zu weit unten oder der eine stärker mit mehr Rechten, gibt es von dem einen zu viel und vom anderen zu wenig, dann sprechen wir von Ungleichgewicht und Unausgeglichenheit. Das geschieht in Beziehungen, Freundschaften, Familie, im Job, im Urlaub, im Alltag bis hin zu Sport, Ernährung, Sexualität, Geld usw. Aber man kann es nicht immer ad hoc ändern. Doch was man ändern kann, ist seine eigene Einstellung zu dem Schlechten, das immer Teil von allem ist.

Wenn jemand Beziehungsangst hat oder Angst vor Trennungen, Angst vor Verlust oder allein zu sein/bleiben, dann spricht hieraus genau dieselbe Ablehnung des Schlechten wie auch aus Menschen, die sich immer so präsentieren, als wäre alles wunderbar und als täte nichts weh. Natürlich ist man selbst der/die Beste, würde nichts verkehrt machen, wäre am Ziel angekommen und blablablubb. Doch hinter der Saubermann- und Gutsmensch-Fassade lauert eine Gefahr, die man in der Psychologie Schatten nennt. Je mehr wir vom Schlechten an uns abspalten, uns verwehren, verheimlichen, nicht eingestehen, desto mehr bilden wir diesen besagten Schatten aus. Und es kommt der Zeitpunkt, an dem uns unserer Körper und unser Geist diesen Schatten um die Ohren haut.

Je mehr ich früher so tat, als würde ich mit allem zurechtkommen, desto mehr Panikattacken hatte ich. Je mehr ich vorgab, dass ich xyz unglaublich fantastisch fand und ein Glück, dass ich ihn getroffen hatte, desto mehr Angst und innere Abwehr entwickelte sich. Je mehr ich vorgab, etwas zu sein, was ich nicht war, je mehr ich so tat, als gäbe es keine Probleme, als hätte ich keine Bedürfnisse oder Werte oder Ziele, als würde mich nur das interessieren, was meinen Gegenüber, Kollegen oder vermeintliche Freunde anging, desto mehr erlebte ich Panik.

Desto mehr verlor ich mich.

Ich wurde von meiner Angst gezwungen, mir einzugestehen, dass es mich gibt, dass ich etwas in meinem Inneren hatte, das genauso lebenswert und liebenswert war und dass ich genauso große Ziele und Bedürfnisse hatte. Genauso viel wusste (oder mehr), genauso viel Anerkennung für meine Arbeit brauchte, genauso viel Stolz empfinden wollte, wenn ich in meinen Augen etwas sehr gut gemacht hatte, genauso viel Unterstützung und Rat brauchte, wenn ich einmal nicht weiterwusste. Mir wurde zudem bewusst, dass es vieles gibt, was ich nicht konnte, wo meine Grenzen lagen und was ich nie können würde. Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen.

 

Schritt 1 auf dem Weg zu Gleichgewicht und Ausgeglichenheit: Sag, dass du zu dir stehst!

zu sich selbst stehen als gleichgewicht des lebens für mehr ausgeglichenheitEs ist zwingend und dringend, dass sich jeder aufrichtet und daran erinnert, wie fähig und wertvoll er ist. Lerne damit umzugehen, dass du JEMAND WERTVOLLES bist. Lies auch gern meinen vorherigen Blogpost zum Thema Schattenseiten und Respekt vor sich selbst. Die Erkenntnisse sind manchmal gar nicht so leicht, die ganze Wut und Traurigkeit aus dem Kopf zu werfen und die Gedanken zum Schweigen zu bringen. Mein damaliges Motto (gelernt von meiner Therapeutin) war deshalb: Lerne zu sehen und zu lieben, dass nichts und niemand auf dieser Welt je perfekt sein wird. Nicht einmal du selbst. Begib dich in deine eigenen Abgründe und sieh dir erst dann die Abgründe anderer Menschen und Situationen an. Trotz Angst. Aber beginne bei deinen eigenen. 

Mir half es, (und ja, ich hatte Panikattacken, die so heftig waren, dass ich bis heute keine Worte dafür finde), aber es half. Es half zu sehen, wie weit ich mich vergaß. Ich bin nicht mehr böse über die Erfahrung. Ich habe die Lektion gut verstanden: Ein gesundes Maß an Du und Ich, an Viel und Wenig, an Kalt und Heiß, an Drinnen und Draußen ist essentiell. Auch, wenn andere darunter leiden könnten.

Menschen, die intensivste Angst kennen, sind unglaublich wertvoll für unsere Gesellschaft. Sie wissen, was es bedeutet, aus seinem eigenen Körper fliehen zu wollen, wenn sie Gleichgewicht im Geben und Nehmen und Wollen und Bekommen außer Acht lassen, ihre Entität (also sie als Wesen, das existiert) vergessen, weil ignorieren (wollen/sollen). Sie kennen die Missstände im Inneren und werden sich immer daran erinnern können, wie schwer es ist und war, wenn man keine Kontrolle mehr über seinen Körper und Geist hat. Sie werden es nie vergessen und werden sehr wahrscheinlich jeden, der gerade denselben Weg weg von sich geht, ermahnen, es zu lassen. Menschen, die Angst erlebt haben, sind wertvolle Wegbegleiter und Gefährten und kennen die wahre, dunkle Tiefe der menschlichen Gefühle. Die Seite, die die meisten Menschen da draußen so gern wegreden und ignorieren.

Sie wissen einfach, dass Flucht und Kampf aufgrund vermeintlicher Gefahren immer eine Reise zurück zum Eigenen ist, da wo wir leben, da wo wir verdrängen und so tun, als könne sich jeder seiner Verantwortung gegenüber sich selbst entziehen. Menschen wie du und ich haben eben eine Lektion erhalten, auf die wir sicher gern verzichtet hätten, aber die wir brauchten, um wieder zurück zu uns zu finden.

Liebe Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Work-Life-Balance: Wie ein Gleichgewicht zwischen Beruf & Leben gelingt

Work-Life-Balance: Wie ein Gleichgewicht zwischen Beruf & Leben gelingt

 

Work-Life-Balance kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt Arbeit-Leben-Gleichgewicht. Gemeint ist, wie man ein erfülltes Leben mit einer guten Position im Beruf in Einklang bringen kann – oder wie es im Duden definiert wird: ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen herstellen. Doch wie kann diese Balance gelingen und was braucht es, um auch langfristig zu wirken?

Die Weinheimer Therapeutin Terry Ann Larsen erklärt, welche Schritte dafür nötig sind und was du kannst, wenn du bereits starke Stresssymptome hast.

 

Was für eine Work-Life-Balance nötig ist

Das im deutschem Sprachgebrauch verwendete Schlagwort Vereinbarkeit von Beruf und Familie umfasst nicht die ganze Komplexität der Work-Life-Balance. Zur Work-Life Balance gehören weitergreifende Komponenten wie z.B. Gesundheit, soziale Aktivitäten/Freunde, Zeit für sich, das Leben genießen (können), Bewegung/Sport, Entspannung/Ruhe usw.

Das in die Tat umzusetzen kann mitunter schwierig sein. Die individuellen Verhältnisse müssen berücksichtigt werden:

  • Wie geht es dem Arbeitnehmer gesundheitlich?
  • Welche zeitlichen Ressourcen gibt es?
  • Wie groß ist die Familie?
  • Wie viel Unterstützung bekommt man von ihr?
  • Ist sie eventuell belastend? Was kann man tun, um dennoch Unterstützung von ihr zu erzielen?
  • Hat der Betroffene gemeinsame Hobbys mit Familienmitgliedern und/oder Freunden?
  • Wie ist es im Allgemeinen um die freundschaftlichen Kontakte bestellt?
  • Was kann der Betroffene an seinem Arbeitsplatz positiv für sich verändern?

Für jeden Einzelfall ergeben sich verschiedene Fragestellungen, deren Auswertung in der Work-Life-Balance berücksichtigt werden müssen.

 

Tipps, wie du eine gute Work-Life-Balance schaffen kannst

so funktioniert work-life-balanceDie folgenden Fragen sollte sich jeder Arbeitnehmer stellen, wenn er sich abgespannt, übermüdet, energielos und überfordert fühlt, an Schlaflosigkeit leidet und/oder keine Freude mehr an Aktivitäten hat, die ihm früher Spaß bereitet haben:

  1. Könnte ich mir in der Arbeitszeit Pausen einrichten, um mich zu entspannen, z. B. spazieren gehen, um wieder Energie zu tanken? Könnte ich zum Abschalten Entspannungsübungen machen oder Powernapping?
  2. Könnte ich nach Feierabend oder im Urlaub mein Diensthandy abschalten, um nicht in Versuchung zu kommen, dienstliche E-Mails, SMS oder Telefonate entgegenzunehmen?
  3. Könnte ich zu meiner Entlastung meine Familie und einen guten Freund ins Vertrauen ziehen und mich über meinen beruflichen Stress aussprechen? Oft erleichtert es, wenn man sich aussprechen kann. Zusätzlich erhält man gute Tipps, wie man sich in der Situation am besten verhält. Und außerdem hat man so Vertraute, die einen an den Vorsatz, weniger zu arbeiten, erinnern werden.
  4. Könnte ich meinen Vorgesetzten ansprechen, um gemeinsam eine Lösung zur Entlastung im Berufsalltag zu finden?
  5. Könnte ich Aufgaben delegieren?
  6. Könnte ich meinen Aufgabenbereich besser strukturieren? Könnte ich andere Prioritäten setzen?
  7. Könnte ich die Meetings so terminieren, dass zwischen zwei Terminen so viel Zeitraum ist, dass ich nicht unter Druck wegen des Folgetermins gerate?
  8. Könnte ich Multitasking vermeiden und viel effizienter arbeiten, wenn ich mich nur auf eine Tätigkeit konzentriere und die Arbeiten nacheinander verrichte?
  9. Könnte ich Urlaub nehmen, um Aktivitäten zu unternehmen, die ich gerne mache, um Energie zu tanken?
  10. Könnte ich mit meinem Arbeitgeber vereinbaren, dass ich im Urlaub nicht erreichbar bin, egal ob ich verreise oder meinen Urlaub zu Hause verbringe?
  11. Könnte ich mich in meiner Freizeit auf die Unternehmungen konzentrieren, mit denen ich mich gerade beschäftige und keinen Gedanken an die Arbeit verschwenden, da ich mich dann viel besser erholen kann?
  12. Könnte ich einen Kurs zum Entspannen belegen, um meine dadurch zurückgewonnenen Kräfte wieder optimal einsetzen und nutzen zu können?

Diese Tipps können step by step umgesetzt werden, damit das Entstressen nicht noch zusätzlich Stress verursacht.

 

Wie kann man eine Work-Life-Balance schaffen, wenn man schon zu weit in den Strudel geraten ist?

In diesem Fall ist eine Pause von der Arbeit angesagt, da es sich jetzt nicht mehr um eine Präventivmaßnahme handelt.

Ein Kurs für autogenes Training, Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können helfen, die innere Ruhe wiederzufinden. Manche Menschen können sich ihren Frust oder Stress von der Seele schreiben, andere entspannen sich beim Sport. Malen und weitere künstlerischen Tätigkeiten können beruhigend wirken, genauso wie Musik und Licht.

Falls auch du an dem Punkt angelangt bist, dass du keine Eigeninitiative mehr ergreifen kannst, ist es sinnvoll, dich an eine(n) Fachfrau(mann) zu wenden, die (der) sich professionell mit Work-Life-Balance auskennt und weiterhelfen kann.

 

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

 

Es wird oft von Stress gesprochen, wenn wir uns auf die Suche nach Auslösern für Angst, Burnout und Panikattacken machen. Doch woher dieser Stress rührt, meint die eine wahre Ursache, die zu innerer Hektik, Getriebensein und Enge führt, bleibt oft unbeachtet. Da ich mich ja selbst mit diesen Themen auseinandersetzen musste, möchte ich im Folgenden gern die wichtigsten Ursachen verdeutlichen.

Sie sind greifbar und erlauben dir, dich einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

 

Die wichtigsten Gründe/Auslöser für Burnout, Angst & Panikattacken

Zu viel drinnen – zu wenig draußen

zu viel drinnen sein nicht draußen sein panikattacken anschluss verlieren isolation angstWir sitzen ja alle viel zu viel und überhaupt sei Sitzen das neue Rauchen. Dennoch verbirgt sich hinter dem Sitzen vor allem eine Gefahr, die ich verheerender finde: Das mehr in den Räumen sein als im Kontakt mit der Natur, an der Frischluft, dem Leben da draußen, dem Teilhaben am Anderen, Kontakt zu Menschen. Dadurch sperren wir uns ein, es nährt Enge in der Brust, es nährt Einsamkeit und das Gefühl, getrennt zu sein, ausgeschlossen und unbeachtet, unwichtig und ohne nährende Kontakte. Es ist einer der wichtigsten Auslöser für Agoraphobie und Panikattacken (wie auch das gegenteilige Extrem, nämlich kein wirkliches, gefühltes “Zuhause” zu haben, keinen Halt in einem geschützten Raum zu haben oder zu spüren). Wir alle brauchen sichere Rückzugsorte, die bestenfalls lärmfrei, giftfrei und ohne emotionale Störquellen beschaffen sind. Wer in seinen Räumen (und auch als Symbol seines Inneren) keine Sicherheit spürt, “nur noch weg will”, der hat seine Grundlage für Panikattacken – bis hin zu Depressionen, in denen man –  metaphorisch gesprochen – am besten gar nichts mehr spürt, weil man sonst nur Leere oder tiefe Trauer fände, handeln müsste, ausbrechen müsste.

Im umgekehrten Fall ist das Außen, draußen sein, mit sich und der Welt, den Geräuschen, ein Ausgleich, der nötig wird, wenn man das Außen zu lange vernachlässigt hat. Agoraphobie, soziale Ängste, Panikattacken und Burnout zum Beispiel werden nicht besser, wenn man drinnen und mit sich allein bleibt. Im Gegenteil: Es ist das neue Lernen des Außen und des Umgangs damit, die Konfrontation und Gewöhnung, ein neues Vertrauen zu lernen, das die Symptome bessert.

 

Deine Aufmerksamkeit ist fehlgeleitet und führt daher zu einem Ungleichgewicht

Deine Energie richtet sich auf andere, zu sehr auf andere. Die Aufmerksamkeit, die du deinen Lieben, Mitmenschen, Kollegen und Freunden schenkst ist im Verhältnis zu der, die du dir schenkst, aus dem Gleichgewicht geraten. Auch ist es möglich, dass du zu sehr den Fokus auf das Leben der Anderen richtest, ihren Situationen und Herausforderungen, Bedürfnisse und Ängste. Du möchtest sie zufriedenstellen, sie beruhigen, da sein, es ihnen rechtmachen, für Harmonie sorgen oder was auch immer deine Motivation ist. Doch der Preis dafür ist – je verstärkter du das machst – irgendwann zu hoch. Damit geht der Blick auf dich und dein Leben, deine Gefühle und Bedürfnisse zwangsweise verloren. Je mehr du dich in deinem Leben von dir entfernst, desto mehr wird das Überlebenssystem in dir anspringen, auf AN stehen bleiben, rebellieren und dich durch Angst und Panikattacken warnen – im Notfall sogar in eine Starre bringen (Angststörung, Panikstörung, Depression, Burnout), damit du mit anderen kaum mehr Kontakt haben kannst (darfst) und dich nur noch dir widmen kannst.

 

Zu viel Input, zu wenig Output

zu viel input zu wenig output reize außen panikattacken angstGegenüber einem meiner Kollegen nannte ich das einmal “zu viel von zu wenig”-Syndrom. Damit meine ich diese Lebensweise: Tun wir zu viel von dem, was uns zu wenig zurückgibt, uns Energie nimmt, aber nicht schenkt, landen wir täglich in einem Mangelverhältnis und hantieren nur noch mit dem Wenigen, das uns übrigbleibt.

Stellen wir uns unser Leben und unsere Energie als ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas vor: Je mehr wir an Flüssigkeit brauchen, ohne sie wieder aufzufüllen, desto schneller kommen wir in einen sehr niedrigen Bereich, in dem kaum mehr Ressourcen (also Flüssigkeit) zur Verfügung steht. Haben wir nichts gegen das Leerende gegenzuhalten, was das Glas wieder auffüllt, wird es kritisch für die Aufrechterhaltung unseres Lebens. Je mehr wir also etwas tun, was wir nicht wollen, was uns keinen Sinn stiftet, uns verletzt, aussaugt und ängstigt, desto mehr ziehen wir genau das in unser Leben. Gegenzuhalten bedeutet also etwas ins Leben zu holen (und zwar schnell), was uns wieder füllt. Keineswegs meint das, dass wir losrennen und uns einen anderen Menschen suchen, der uns wieder “heilmacht” mit seiner Energie, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Das eine mit demselben zu vergelten, schädigt nur einen weiteren Menschen.

Gemeint sind Werte, die in Aktivitäten, mit den Lieben und Freunden oder neuen Menschen ausgelebt werden können: Das kann vom Kontaktherstellen zur männlichen und/oder weiblichen Seite, der bedingungslosen Liebe von Kindern oder Tieren, dem Kontakt zu seinem Körper durch Sport oder Bewegung bis hin zum Nähren des Geistes durch neue, spannende Themen (Literaturwelten, Weiterbildung, eigene Spiritualität usw.), der Verbindung zu seiner kreativen Seite oder andere, nährende Möglichkeiten reichen. Hauptsache, es erfüllt dich und erlaubt dir, dass du dich wieder fühlen kannst.

 

Unterbrochenwerden

Wer in seinem eigenen Leben zu einem Springer wird, also stets, wenn andere rufen, springen (muss/will/glaubt zu müssen), wird nicht nur in seinem Zeiterleben unterbrochen, wodurch er das Gefühl bekommt, er hätte für sich keine ausreichende Zeit zur Regenerierung oder um in seinem Tempo zu denken, arbeiten, fühlen. Er wird auch in seinen Bedürfnissen unterbrochen, die nötig sind, um im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Das kann zum Beispiel Auszeiten angehen (nur schnell in die Badewanne, bevor… oder ganz schnell einkaufen, bevor… oder nach der Arbeit ganz schnell die Kinder abholen, ohne den Arbeitstag hinter sich lassen zu können). Es kann aber auch die eigenen Leidenschaften betreffen, die in den Hintergrund gerückt werden (müssen/sollen), eben obwohl sie einen nähren und wertvolle Energie zur Regenerierung spenden.

Es müssen zwingend – wenn wir ohne Angst, Depressionen und Panik leben wollen, eigene werte- und sinnstiftende Zeiten in Ruhe ausgelebt werden können. Sollte das schwierig sein, muss man sich auf die Suche nach Unterstützung machen, gegebenenfalls Aktivitäten/Bitten verneinen, den Job wechseln, jemanden für die Kinder oder den Haushalt engagieren, sich aufteilen mit der Betreuung der Kinder oder andere Lösungsstrategien. Aber ein “Es geht nicht!” gibt es nicht. Das steht für deinen Körper nicht zur Debatte, wenn sich Angst und Panikattacken breitgemacht haben.

 

Unterdrückte oder offensichtliche Einsamkeit

wie du deine angst allein zu sein überwinden kannstVon der Flucht vor Leere durch Arbeit, Alkohol, Sport, Sex oder andere Kompensationen bis zur inneren Verneinung/Abwehr einer nötigen Veränderung (lieber eine angenehme, erwartete Rolle spielen, Flucht vor sich und seinen Herausforderungen aus Angst vor den Konsequenzen): Einsamkeit zeigt sich auf vielfältige Weise und ist in meinen Augen die Ursache für alle psychischen Belastungen. Häufig wird sie durch den Verlust von geliebten Menschen hervorgerufen (Tod, Umzug, Auszug der Kinder). Aber auch fehlende Werte in seinem täglichen Leben oder verlorengegangene Werte führen oft zu einem Gefühl des Überwältigtseins durch das leere Nichts. Keine Zuwendung, keine Teilhabe, keine Wertschätzung, nicht gebraucht werden, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit: Selbst in Partnerschaften oder im Beruf sind wir nicht vor Einsamkeit gefeit.

Was hilft, ist entweder das Aussöhnen mit den Umständen, durch Vergebung und Neuverbindung mit dem, was einst Halt und Sinn verlieh. Oder man stellt sich der Herausforderung und löst das “Problem”, in dem man sich (aus dem Umstand) löst. Lösen heißt auch, die Angst vor Einsamkeit oder vor Verletzungen loszulassen. Viele geraten in die Einsamkeit durch Isolation, weil sie meinten, diese würde sie vor Verletzungen schützen. Aber auch Passivität, also das Warten darauf, dass von allein etwas geschieht, ohne dass man etwas tun muss, man gefunden würde oder das Glück vor der Tür stünde, kann einsam machen. Sich nicht zu trauen, ist selten ein funktionierender Weg aus der Einsamkeit. Ob man seine Einsamkeit für sicher hält, erkennt man leicht daran, ob man bei Gelegenheiten, die einem gefallen würden/könnten, dann doch einen Rückzieher macht und vermeintliche Gründe sucht, wieso etwas “nicht geht”.

Wir waren alle einmal da. Auch ich. Als Autorin des Buches “Über die Kunst, allein zu sein” empfehle ich dir in diesem Fall mein Buch zu lesen.

Mit den besten Wünschen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Solltest du unter Angstzustände und Panikattacken leiden

Das war ein Auszug aus meinem neuesten E-Book. Weitere Strategien gegen Angstzustände findest du in “Hör auf! Deine Angst. Eine Reise zu den Ursprüngen deiner Angst und Panikattacken” (für eine limitierte Zeit zum reduzierten Preis von 19 Euro):

Erfahrungen Betroffener Angststörungen und Panikattacken