8 goldene Regeln, wie du dich nie wieder verlierst & stets zu dir zurückfindest

8 goldene Regeln, wie du dich nie wieder verlierst & stets zu dir zurückfindest

 

Ob im Stress des Alltags oder Berufs, in der Partnerschaft oder Familie: Wir alle opfern uns auf, bedauerlicherweise oft bis über unsere psychischen und physischen Grenzen hinaus. Wir verlieren uns Stück für Stück an die Ansprüche der Außenwelt, bleiben tapfer und versuchen, durchzuhalten. Wer schon mit Angst, Panikattacken, Depressionen (auch Bore-out, Burnout) oder „nur“ mit psychosomatischen Beschwerden konfrontiert ist, braucht etwas mehr denn je: sich selbst.

Ich werde oft gefragt, wie man sich nicht an andere oder in misslichen Umständen verliert und trotz aller Widrigkeiten bei sich bleibt. Deshalb habe ich einen Blogpost darüber geschrieben, wie ich damals aus meiner Angst zurück zu mir fand - und auch heute noch bei Missmut, Angst, Stress und Erwartungsdruck stets zu mir finde. Vielleicht sind unter meinen auch welche, die für dich passen:

 

Zurück zu dir: Die goldenen Regeln der Selbstachtung und Selbstliebe

dich wieder spüren können sich verloren habenIch weiß, nicht jeder kann seine Situation ad hoc ändern, aber wenn du weiterhin so tust, als sei alles in perfekter Ordnung, wird dich dein Körper beständig daran erinnern, dass es eben nicht so ist.

Dennoch kann man in der Zwischenzeit einige Signale ernst nehmen und so für sich sorgen. Schritt für Schritt, wenn man sich wieder einem sinnvollen Leben annähern möchte, werden sich auch die nötigen Veränderungen einstellen, wenn man die eigenen goldenen Regeln befolgt. Vorweg: Durchsetzungsvermögen und Persistenz spielen eine enorme Rolle. Zum Glück lassen sich beide gut trainieren.

 

1. Trainiere deine Intuition und vertraue ihr.

Jeder ist intuitiv. Dieses Bauchgespür und das Wissen, welche Entscheidung man treffen oder nicht treffen sollte, wenn man etwas „einfach so“ weiß, kann dich vor groben Abschweifungen von deinem Weg bewahren. Deine innere Stimme wird dir helfen, wann immer sie kann. Darauf ist sie programmiert: Sie soll dich schützen.

Bewahre dir vor allem dieses Gefühl. Traue dich, Nein zu sagen. Rede dich meinetwegen aus einer Situation heraus, wenn du nochmals in dich spüren möchtest, bevor du etwas tust. Das ist nicht immer leicht, besonders, wenn wir von „lauten“ oder sehr fordernden Menschen umgeben sind. Ich habe früher deshalb gern Sätze gesagt, wie zum Beispiel:

  • Hm, gut. Ich werde darüber nachdenken.
  • Das fühlt sich für mich noch nicht stimmig an.
  • Ich bin mir momentan unsicher, ob das mein Weg ist. Ich denke darüber nach.
  • Mein Intuition sagt mir, dass das nicht gut für ______ (mich, das Unternehmen, die Familie) wäre. Ich denke darüber nach.
  • Ich würde gern Nein sagen, aber gib mir noch etwas Zeit.

Ob du tatsächlich darüber nachdenkst oder nicht, spielt keine Rolle. Es geht nur darum, dir Zeit zu verschaffen, um deine Stimme flüstern zu hören. Je öfter du sie trainierst, desto präsenter, lauter und klarer wird sie mit dir sprechen.

Hast du dich mit deiner inneren Stimme „abgestimmt“, kannst du ruhigen Herzens solche Sätze sagen:

  • Es tut mir leid. Ich weiß, wie viel dir das bedeutet. Aber ich sehe mich dort (……) nicht.
  • Ich habe lange und gründlich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass…

Wenn wir Menschen das Gefühl geben, dass wir sie ernst nehmen und respektieren, dann nehmen sie uns ein Nein auch weniger übel. Selbst bei kommenden Diskussionen oder Streits kannst du auf dein Gefühl beharren. Immerhin hast du tatsächlich in dich hineingehört, aber bist anderer Meinung. Es ist wichtig, zu leben, dass jeder seine eigene Meinung haben und sagen darf.

 

2. Vertraue deiner Körperweisheit.

dem körper vertrauen körperintelligenz körperweisheitAuch Körperintelligenz genannt, meint sie das Vertrauen in deinen Körper. Er zeigt dir durch Symptome und Stimmungen, wie es ihm geht, wie deine Psyche ihn belastet und/oder befreit. Fühlst du dich leicht und voller Energie, hast du keine Gedanken an andere, Missstände, Vergangenes und Zukünftiges verschwendet. Du warst im Hier und Jetzt. Hast du dich aber in Grübeleien, Wutgespräche mit jemandem oder im Kopf befasst, wird dir dein Körper das spiegeln. So auch, wenn du deinen Lebensstil in Ernährung oder Bewegung (Energiefluss) gegen das, was dein Körper will, richtest. Du übersäuerst ihn mit Toxinen statt ihn zu reinigen. So kann keine Leichtigkeit entstehen, dafür aber Schwere, die sich wiederum in Krankheiten manifestieren.

Eine weitere Sache in puncto Körperintelligenz ist Vertrauen gegenüber seinen Signalen. Wenn dir dein Körper sagt, dass er keine Zeit mit so viel Arbeit oder langweiligen Tätigkeiten verbringen möchte, er Magenschmerzen oder Erkältungssymptome als Signal nimmt, um dich lahm zu legen, dann mit Grund: zum Beispiel, um dich zu Ruhe zu zwingen oder aber um dir zu helfen, etwas nicht tun zu müssen, um dich einer negativen Situation nicht auszusetzen.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob du die Situation negativ einschätzt. Meistens hat dein Körper eine andere Meinung als du. Eben deshalb ist es so wichtig, deine Intuition und dein Vertrauen in dich zu entwickeln, um zu verstehen, was dir guttut und was eben nicht. Lass deinen Körper für dich sprechen.

Gleiches gilt auch und besonders für Menschen, die nicht Teil unseres Lebens sein sollten (oder es bereits spiegelmäßig nicht (mehr) sind). Vertraue auch da deinem Körper, wenn er dir zeigt, dass er keine Lust auf die Schwiegermutter am Wochenende oder auf den netten, aber energiesaugenden Kollegen hat.

 

3. Bleibe in deiner Energie.

Die Kür des Lebens, wie ich finde, aber eine, die sich lohnt, zu meistern. Energie folgt der Aufmerksamkeit, wie wir mittlerweile alle wissen. Gehst du mit deiner Energie ins Früher oder ins Morgen, dann meistens mit Angst oder Trauer. Wenig verwundern sollte es dann, dass du dir Sorgen machst und dich Angst beherrscht, die dich klein hält und dir Blödsinn einredet. Zum Beispiel, dass du nicht gut genug seiest.

Du brauchst dir keine Gedanken um früher zu machen. Einige Kapitel deines Lebens sind (ja, zum Glück!) abgeschlossen, auch wenn du manchen mit Reue gegenüberstehst. Wir denken und fühlen uns viel in vergangene Ereignisse und Menschen, die nicht mehr in unserem Leben sind, ein, genauso, wie wir uns vor Trennung/Ablehnung noch anwesender Menschen fürchten. Ja, leider gibt es Personen, die weit von sich und Liebe entfernt sind, die anderen lieber die Schuld und Verantwortung geben, als auf sich zu blicken. Oder die im Kleinsein gefangen sind und Mühe haben, dem zu entfliehen. Auch hier gilt: Achte auf dein Grundgefühl. Frage dich immer bei urplötzlichen Wellen von Empathie oder Pflichtgefühl, überraschender Trauer und gar Angst:

Sind das meine Gefühle?

vertraue deiner energie in der eigenen energie bleibenIch habe mich oft dabei ertappt (bis heute!), dass ich im Gefühl bei jemand anderem war. Egal, ob ich wütend, froh, ängstlich, gestresst, panisch oder traurig war: Ich konnte erst unterscheiden, wessen Gefühle es sind, die ich gerade in mir bunkere und anziehe, als ich mir die Beschaffenheit meiner Energie und Gefühle näher ansah. Du kennst deine Ecken und Baustellen. An ihnen hast du gelernt, welche Gefühle überwiegend als Ergebnis entstehen. Zum Beispiel ist Schuld ein häufiges, ähnlich wie Scham. Diese kommen aber überwiegend durch Menschen, die uns das Gefühl geben (weil aus Angst vermitteln), dass wir uns „falsch“ verhalten oder gar „falsch“ seien - weil wir anders denken oder leben (möchten). Das taucht oft bei Wachstumsschmerzen auf, ähnlich wie Zorn. Wir sind oft innerlich rasend vor Wut, wenn uns jemand am Wachstum hindert und uns klein halten möchte, einfach, weil es das Leben desjenigen vereinfacht. Dennoch: Es sind seine Gefühle. Auch die Angst, dich zu verlieren, oder die Wut, dass du etwas anders möchtest, die Trauer, dass es etwas für dich nicht funktioniert oder wegen des Gedankens, der Andere sei nicht gut genug für dich. Sie landen einfach bei dir.

Sich an seine Energie zu halten, fremde Energie/Gefühle von den eigenen unterscheiden und abgrenzen zu können, braucht etwas Übung. Aber je fokussierter wir sind und bleiben, desto eher erfahren wir, wie unsere Energie sich anfühlt. Je öfter wir in Freundschaften oder in anderen sicheren Verbindungen an unserer durchsetzungsstarken Kommunikation arbeiten, desto leichter wird es uns fallen, zu sagen: „Ich würde dir gern diesen Gefallen tun/für dich da sein… Ich kann dich verstehen, doch ich habe eine andere Meinung.“ „Ich kann nachvollziehen, was du sagst, aber ich sehe das anders.“ Solche Kommunikation ist gewaltfrei und macht deutlich, dass wir unserer Energie folgen wollen und werden.

Eine andere Strategie, um in seiner Energie zu bleiben, ist Zeit allein zu verbringen bzw. sich mit Leidenschaften, Hobbys und Interessen zu beschäftigen, die nur dir allein dienen und keine Außenwirkung anpeilen. Das kann Malen, Schreiben, Stricken, Basteln, Gassigehen, Joggen, Fernsehen, Telefonieren, Handwerken und so weiter sein. Hauptsache, es gehört dir allein. Hauptsache, niemand greift in deine Energie ein. Je empathischer und sensibler du bist, desto eher lohnt es sich, Abgrenzung täglich zu trainieren. Achtsamkeit ist dabei besonders wichtig. Doch statt auf andere und das, was sie gern sehen/haben wollen würden, zu achten, achtest du vordergründig auf dich und deine Bedürfnisse.

 

4. Akzeptiere, wer und wie du bist.

sich selbst nicht mögenDer Bauch zu dick, die Augenringe zu dunkel, die Beine nicht definiert genug und wären da nicht noch all die schlechten Seiten deines Charakters, wegen denen du glaubst, so wenig liebenswürdig zu sein… Genau solche Vorwürfe, in denen du dich absichtlich klein hältst, sind fatal, wenn du zu dir zurück willst. Du wirst mir sicher zustimmen, dass es nur Teile deines Selbst sind, an denen du die Reaktionen anderer erklärst. Zu dir gehört so viel mehr: viele schöne Seiten, die du übersiehst, weil du nur auf einen einzigen Teil blickst, dich wie ein Hund daran festbeißt.

  • Er/Sie wollte mich nicht, weil ich nicht gut genug aussehe!
  • Er/Sie hat sich von mir abgewandt, weil ich nicht erfolgreich genug bin!
  • Meine Familie würde mich weniger lieben, wenn ich ihr meine wahren Seiten zeigte.
  • Mein/e Partner/in würde sich für mich schämen, wenn ich nicht stets und ständig 100 Prozent Leistung erbrächte.
  • Wenn ich nur stärker, intelligenter, stressresistenter, anerkannter, wichtiger, reicher, geduldiger wäre, dann…
  • und und und.

Wir projizieren oft unsere unerfüllten Wünsche auf irgendeine Ecke und Kante unseres Körpers und Charakters. Doch in Wahrheit sind wir gut so, wie wir sind. Es wird immer Menschen geben, die das bejahen und eben auch solche, die uns oder Teile unseres Selbst ablehnen. Recht machen kann man es ohnehin nicht jedem.

Entscheidend ist also, dass wir uns selbst so mögen, wie wir sind. Das heißt nicht, dass wir alles an uns und unserem Leben geil finden müssen. Es heißt, dass unsere Gedanken über uns immer auch unsere ersehnten Ziele markieren. Höher, schneller und weiter als unsere Gedanken werden wir nie kommen. Also sorge dafür, dass du so gut und hoch wie möglich von dir denkst. So ziehst du auch nichts und niemanden an, der dir als Spiegel deiner angeblichen Fehler dienen kann. Projektionen werden also weniger.

Wenn du deine Macken und Makel liebst, liebst du auch andere Menschen, so wie sie sind. Mögen wir uns trotz unserer schlechten Angewohnheiten und äußerlichen „Mängel“, können wir die anderer ebenso leicht annehmen und lieben.

Das ist wahre Akzeptanz.

 

5. Sei eigensinnig.

Trau dich, anders zu sein.

 trau dich anders zu sein eigensinn sich abgrenzenSchau mal genau hin, wo du so lebst wie alle anderen oder wie es dir gesagt wird/wurde. Frage dich mal ganz ehrlich, ob du es morgen anders machen würdest, wenn du könntest. Und dann tue es.

Solltest du dich nicht trauen: Probiere dich in einem sicheren Rahmen aus, wenn du das brauchst, oder kündige einige Änderungen sanft an: „Ich würde gern ab nächste Woche XYZ anders machen. Nicht, dass du dich wunderst.

Entscheidend ist häufig dein Tonfall. Wenn du solche Ankündigungen oder Besprechungen leise und mit Piepsstimme sagst, wirkst du wenig entschlossen. Übe ein überzeugendes Auftreten doch einfach mal mit einem guten Freund oder jemanden, dem du voll und ganz vertraust, bei dem du Fehler machen kannst, mit dem du lachen kannst. Solche Trockenübungen sind psychologisch gesehen Rollenspiele und wirken wohltuend auf die Psyche und Seele. Sie geben dir das Gefühl, dass du selbstsicher bist und weniger Opfer der Umstände, sie stärken deine Selbstwirksamkeit und lassen dich so natürlich wachsen.

 

6. Erinnere dich an alles, was du vergessen hast (oder vergessen solltest).

vergiss was du als kind gelernt hast falsche glaubensmusterFolgst du diesen Vorschlägen, werden dir schnell Aspekte am deinem Denken, Fühlen und Verhalten auffallen, die antrainiert und gelernt wurden. Es schien leichter, dich anzupassen, früher, als du dich noch anpassen solltest oder gar musstest, um sicher zu sein. Aber Anpassung ist nicht der leichteste Weg, erst recht nicht, wenn du wachsen möchtest, weil dich Angst, Panik oder Stress sichtlich lähmen.

Erstaunlicherweise durfte ich feststellen, dass meine Eigensinn sehr viel willkommener war, als ich anfangs dachte. Es machte mich stärker. Starke Menschen sind besonders im Beruf gern gesehen, aber auch in Partnerschaften und Freundschaften setzt Stärke und Eigensinn Grenzen, die viel Gutes bewirken können. Und auch dem Anderen Sicherheit und gleichzeitig neuen Freiraum bieten.

Frage dich, was dir abtrainiert und was antrainiert wurde. Was ist noch heute eine (schlummernde) Stärke deines Charakters? Trau dich, genau das wieder zu sein und zu leben. Du wirst nicht nur dich, sondern auch das Leben anderer damit bereichern. Und die, die sich erst einmal sträuben, werden sich mit der Zeit daran gewöhnen.

 

7. Erkenne dein altes Ich.

Hast du diese Regeln auf deine Weise und in deinem Tempo erfolgreich gelebt, wirst du schnell sehen, was du früher warst und heute glaubst, zu sein. Du wirst dich mehr spüren und eher ein Gefühl für deinen Weg entwickeln. Dann bekommt dich so leicht keiner mehr auf andere, fremde Wege. Deine bisherigen Barrieren werden davonfliegen wie ein vormals eingesperrter Vogel wirst du dich selbst befreien.

Je resistenter du wirst, desto weniger Widerspruch und Kritik wirst du übrigens erhalten. So entwickelt sich Willensstärke, weil man auf sich vertraut und andere dir ergo ebenso vertrauen. Natürlich ist eine sanfte Art der Umsetzung immer besser für dein Umfeld und dich. Doch ehrlich: Falls es nötig würde, dich wortgewaltig durchzusetzen, und auch wenn du spürst, dass eine Entladung dir guttäte: Leg los. Aber stehe für dich ein und sorge dafür, dass du mit dem Wunsch nach psychischer und physischer Entlastung und Beschwerdefreiheit gesehen wirst UND dich selbst siehst. Ändere Situationen, die sich ändern lassen. Hole dir Hilfe. Tue, was nötig ist.

 

8. Nimm dir Zeit für dich.

dein altes ich dein neues ichDir nach und in all diesen Schritten regelmäßig Zeit für dich zu nehmen, ist unabdingbar. Du brauchst Zeit allein oder mit deinen Lieben, um zur Ruhe zu kommen und damit wieder zu dir. Völlig gleich, wie du diese Zeit gestaltest: Genieße sie und erlebe den Moment, dass niemand in deine Handlungen und Gefühle eingreift.

Setze dir zum Beispiel anfangs eine halbe Stunde Zeit pro Tag, idealerweise immer zur selben Uhrzeit. Kündige es gern an, sodass die Menschen deines Umfelds sich nicht überrannt fühlen. Erkläre ihnen, wenn nötig, wozu du das brauchst und machst. Und dann: Sei für dich da. Erlaube dir diese Abgrenzung, ohne schlechtes Gewissen.

Lass vor allem auch den Anderen die Möglichkeit, zu lernen, dass du ein individueller Mensch bist, der über seine Grenzen gegangen ist - mit (vielleicht sogar schwerwiegenden) Folgen für dich und deinen Körper. Lass dir aber auf keinen Fall einreden, dass du diese Zeit nicht brauchen darfst oder andere ja auch so viel leisten oder oder oder… Jeder ist unterschiedlich und kann Ereignisse besser oder schlechter ab. Jeder darf deshalb auf seine Weise mit Erlebnissen umgehen.

 

So viel zu meinen Regeln von damals und heute. Ich hoffe, du kannst einige davon gebrauchen. Lass mich gern wissen, welche Regeln du für dich umsetzt oder welche hier nicht gelisteten Regeln anderen noch helfen könnten!

Ich wünsche dir wie immer viel Erfolg auf deinem Weg zurück zu dir!

Alles Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Was die Angst, sich zu zeigen, bedeutet & was man gegen sie tun kann

Was die Angst, sich zu zeigen, bedeutet & was man gegen sie tun kann

 

Heute kontaktierte mich eine meiner Leserinnen, die schon seit sehr langer Zeit spürte, dass sie etwas in ihrem privaten und beruflichen Leben verändern muss. Gleichzeitig spürte sie heftige Blockaden, die mit körperlichen Symptomen der Angst, Trauer, Schuld, Scham und sogar Panik einhergingen, wenn sie sich und ihre Potenziale zeigen wollte.

Wie so viele, die gerne ihr wahres Ich in voller Größe leben wollen, fürchtete auch sie, zu versagen. Stattdessen passte sie sich weiter einem genormten Leben an und orientierte sich an dem, was „man darf“ und was sie glaubte, zu können. In ihr hallten unentwegt die Stimmen der Anderen:

  • Das ist falsch!
  • Lass von deinem Bauchgefühl ab!
  • Mach es so wie alle anderen!
  • Du darfst deinen eigenen Weg nicht gehen!
  • Du bist nichts Besonderes!
  • Du begehst einen Fehler!
  • Das wird doch nie was!
  • Das braucht die Welt nicht!
  • Es gibt schon zu viele. Du bist kein Stück anders!

 

Über die Angst, sich zu zeigen, und wie sie entsteht

was tun gegen die Angst sich zu zeigenEs waren eben die Gedanken der Anderen, nicht ihre eigenen. Sie war es gewohnt, zu tun und zu lassen, was ihr andere als „richtig“ und „gut“ vermittelt hatten. Sie glaubte aus Gewohnheit, dass sie ihr wahres Ich in voller Größe nicht zeigen und ausleben dürfte. Sie hatte den Stimmen zu lange gehorcht und war nun sicher, dass sie sich schuldig machen würde, wenn sie sich erlaubte, anders, besonders und bedeutungsvoll zu sein und zu leben. Sie fürchtete die Reaktionen der Anderen: belächelt zu werden, zu bereuen, allein sein zu müssen. Das wollte sie nicht. Sie wollte Teil sein und brauchte - wie alle anderen auch - die Zuwendung und Unterstützung ihres sozialen Netzwerks. Doch es gab diese kleine Stimme in ihr, die ihr nicht länger erlaubte, sich klein zu machen und von anderen klein halten zu lassen. Diese Stimme wollte, dass sie sich traut und in ihrer wahren Größe zeigt - endlich umsetzt, was sie sich so sehnlichst wünschte: Sein und leben, wer sie wirklich ist.

In vielen bebt der Wunsch nach Größerem, der Drang, endlich ihre Leidenschaften und Begabungen im vollen Potenzial auszuleben. Sie wollen sichtbar werden oder an den großartigen Veränderungen in den Köpfen der Menschen teilhaben, sich sozial oder andersartig einbringen. Sie wollen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse an Menschen weitergeben, die noch auf der Suche sind. Sie wollen endlich zeigen, was sie können - und DASS sie etwas können. Doch gleichzeitig fürchten sie sich davor, was geschehen könnte, wenn sie es dann tun. Es ist eine Angst vor den Konsequenzen, die unentwegt gegen die Angst vor Selbstverlust kämpft. Hin und hergerissen zwischen der Intuition und dem sozialisierten „Verstand“ wissen sie keine Kompromisse.

 

Was die Angst, sich zu zeigen, mit der Angst vor Gefühlen zu tun hat

Wer schon einmal heftige Angst erlebt hat, kann sich an Momente im Leben erinnern, in dem man von außen ausgebremst wurde. Sei es, dass man in der Kindheit durch Eltern oder Geschwister lernte, sich zurücknehmen zu müssen. Oder man hat im weiteren Verlauf des Lebens festgestellt, dass es leichter ist, Zuwendung und Wertschätzung zu erhalten, indem man sich anpasst. Ganz oft vergaß man sich selbst dabei und vor allem seine eigenen Bedürfnisse. Damit verneinten sie gleichzeitig ihre Talente und Fähigkeiten. Stattdessen widmeten sie sich anderen Menschen und dem was diese brauchten und wollten. So lernten sie, sicherzustellen, dass sie in Kontakt und sicher bleiben und nicht übersehen werden würden. Dummerweise übersahen sie sich die ganze Zeit und brachten vielleicht sogar noch anderen Menschen bei, dass es o. k. wäre, dass sie übersehen wurden.

Was sich eigentlich dahinter verbirgt, ist eine Angst vor Gefühlen: den eigenen und denen der Anderen, die in Verlust gipfeln würden (bei einigen bis hin zu Todesangst oder der Angst, mit ihrem gewohnten Ich vernichtet zu werden). Denn, was würde es auslösen, wenn man plötzlich über sich hinauswächst und sich in einem anderen Licht präsentiert als jenes, das andere von uns gewohnt sind? Würden uns andere dann nicht belächeln oder uns als größenwahnsinnig beschreiben? Hier ein Sinnbild:

Stehen zwei Menschen voreinander.
Fragt der eine entsetzt den Mutigen: „Was fällt dir eigentlich ein? Was glaubst du, wer du bist?“
Antwortet der andere: „Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Was fällt dir ein?“

 

Die Welt ist dein Spiegel

angst sich zu zeigen projizierenEigentlich wäre es doch ein Leichtes, zu sagen: Ich habe ein besonderes Talent. Ich liebe mein Leben. Ich möchte es dafür nutzen, meine Fähigkeiten ins Unermessliche ausleben zu können. 

Doch zu oft zeigt sich die Welt und ihre Bewohner als Spiegel unserer Ängste. Was wir glauben, zu sein oder nicht zu sein, zu können oder eben nicht zu können, wird uns dann immer wieder auf einem Silberteller präsentiert. Es kitzelt unsere Angst vor Ablehnung und Kritik in Form unseres inneren Kritikers heraus, zeigt uns unsere Makel, lähmt unseren Körper mit Angstsymptomen und sorgt für noch weniger Selbstachtung und Selbstwert. Gleichzeitig wirft es einen auf die Angst vor zu viel Aufmerksamkeit zurück. Denn viele sind es gewohnt und hassen es, dass sie begutachtet werden (es erinnert an eine leidvolle Prüfung) und eventuell kritisiert werden in ihren vermeintlich mangelhaften Leistungen. Eine andere Seite an dieser Angst ist, dass man als „zu gut“ eingestuft würde (Spiegel dafür, was man sich noch nicht zutraut) und Menschen plötzlich erhöhte Ansprüche an einen stellen würden. Perfektionstendenzen scheinen uns ab meiner Generation quasi in die Liege gelegt worden zu sein. Wenn dann auch noch die Welt auf uns schaut und stets prüft!, ob wir hier wirklich etwas können, und erwartet!, dass wir großen Leistungen erbringen, wird entweder aus dem Wollen schnell ein Müssen (im schlimmsten Fall auch Burnout) oder eine immerwährende Prüfungssituation.

Die Angst vor Leistung und Sich-Beweisen dämmt man nur mit einer gesunden Selbstabgrenzung und der Fähigkeit, auch einmal alle Neune gerade sein zu lassen (bei sich), Pausen einzulegen und einzufordern und Nein sagen zu können. Man muss wissen, wie man mit Neidern und eifersüchtigen, shitstorm-affinen Menschen umgeht, ohne sich zu verletzen, während man unentwegt seinen eigenen Weg weitergeht.

Es braucht die Fähigkeit, nicht perfekt sein zu wollen, das Wissen, dass man gut genug ist und nicht alles können oder wissen muss. Es bedarf das Vertrauen, dass man stetig wachsen und Fehler korrigieren kann, dass man es nicht jedem rechtmachen kann. Am wichtigsten jedoch erscheint mir die Fähigkeit, respektvoll mit fremden Gefühlen wie auch den eigenen umzugehen, statt sich vehement zu rechtfertigen, durch noch mehr Leistung oder totalem Verzicht überzeugen zu wollen. Mir half es immer, zu sagen:

„Es ist schön, dass du deine Gedanken dazu mit mir teilst. Das zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich Menschen die Welt doch sehen.“

 

Von den Einen belächelt und den Anderen abgelehnt

keine angst vor der eigenen größeNatürlich gibt es genauso viele Menschen, die eher bewerten und andere für ihre Talente und ihren Mut verurteilen. Es bringt nichts, an ihnen herumschrauben oder sie überzeugen zu wollen. Sie leben nach anderen Regeln, so wie wir nach unseren. Sie haben sich in den Rahmen der Gesellschaft fest eingereiht und geben oft alles, um nirgends anzuecken oder negativ aufzufallen. Viele von ihnen tragen noch ihre inneren Kinder höher als ihr erwachsenes Ich. Kinder möchten, dass die „Großen“ stolz auf sie sind, sie etwas richtig gemacht und „es“ geschafft haben, das zu sein, was die Großen ihnen beibringen wollten. „So ist es richtig. Das hast du gut gemacht!“

Es ist eben diese Angst vor dem Auffallen, die eine andere Angst, nämlich die, negativ aufzufallen, mit sich bringt. Und auch die Angst vor den eigenen destruktiven Gefühlen, die andere Menschen verletzen könnte, schwingt mit.

Betrachten wir das einmal genauer: Wenige schauen gern Menschen dabei zu, wie sie sich selbst feiern. Es löst Fremdscham und Befangen aus. Einige freuen sich mit, aber wollen auch gleich auf den Zug aufspringen und mitmachen, aber nichts allein tun, um so weit zu kommen. Andere verurteilen Menschen, die sich zu ernst nehmen. Oder sie schütteln vehement den Kopf, wenn sich ein Mensch selbst verwirklichen möchte und dafür alle Brücken hinter sich abbricht. Die Reaktionen sind verschieden, aber zeigen alle die Angst davor, nichts und niemand zu sein. Wer „besser“ ist, der hält ihnen im schlimmsten Fall den Spiegel hin und sagt: „Siehst du, so gut bin ich. Du bist schlechter.“ oder noch schlimmer: „Du bist ein Nichts gegen mich.“ (Nur, dass sie das meistens gar nicht sagen, sondern sich die Wertenden das einreden, damit sie sich eben nicht weniger wert fühlen. Das Gefühl der Verachtung ist ein unheimlich spannendes, denn es kommt einer Präventionsmaßnahme gleich: Sie werten den Anderen im Vorfeld ab, um sich im Vergleich nicht selbst abwerten und keine Trauer, Wut, Angst, Scham oder Schuld fühlen zu müssen.)

Doch in Wahrheit trauen sich diese Menschen wenigstens etwas zu. Sie nehmen sich und ihr Leben ernst genug, um es so zu leben, wie sie es sich wünschen. Ungeachtet dessen, was andere über sie sagen, denken und urteilen, wagen sie es, ihre Lebensaufgabe zu suchen und sie auszuleben. Leider tun sich noch viel zu viele schwer damit. Sie wollen niemanden verletzen und von niemandem verletzt werden. Sie hegen Selbstwertzweifel und Sorgen um ihre Existenz, aber auch um ihre Beziehungen. Verlustängste plagen sie genauso wie die Angst vor Inbeschlagnahme, wenn sie blieben, wer sie mimen zu sein, gepaart mit dem Gedanken, man könne oder dürfe nicht besonders/anders/begabt/mutig sein.

 

Drei Wege, um die Angst, sich zu zeigen, zu mildern

Janett Menzel

 

Weg 1) Warte noch länger auf dich und deine Aufgabe: Wenn dieser Drang nämlich erst einmal so tief geworden ist, dass nichts ihn noch besänftigen könnte, spielt auch die Angst vor Kritik, zu versagen, Trauer, Schuld und Scham keine Rolle mehr. Meist aber hat deine Seele dann schon alle Register gezogen und dich auch körperlich lahm gelegt, um deiner Angst ihren Ausdruck zu verleihen, damit du dich endlich darum kümmerst.

Weg 2) Höre auf, zu warten, und darauf, dass andere für dich, deine Fähigkeiten und deinen Lebensweg bereit sind: Die Auseinandersetzung mit deinen negativen Gefühlen kann bereits helfen, ein gesundes Ich herzustellen oder aber es zu unterstützen. Besonders die Angst vor den eigenen destruktiven Gefühlen wie Wut auf die Anderen oder deren Verachtung darf begegnet werden. Wer jemanden bewusst zu eigenen Gunsten kleinhalten will, dessen Rahmen darf gern aufgebrochen werden. Auch wenn dein innerer Kritiker unentwegt meckert und mahnt: Du DARFST und wirst Fehler machen. Aus denen wirst du lernen. Wie bei Kindern hilft es, sie hinfallen und wieder aufstehen zu lassen, dabei zu entmutigen, weiter zu machen und nicht gleich aufzugeben. Erlaube dir das Spielerische an deinem Weg und deiner Aufgabe.

Weg 3) Erkenne, dass alle Menschen ein Recht auf ihre Meinung haben und du auswählst, welchen Vorschlag du annimmst - und welchen nicht. Da die Menschen am meisten unter dem leiden, was sie denken, was andere von ihnen denken könnten, hier noch zwei, drei Worte dazu, was wirklich in den meckernden und urteilenden Menschen vor sich geht. Ich habe das zu genüge beobachten dürfen und daher weiß ich um den eigentlichen Kern: Sie haben Angst. Es ist dieselbe Angst wie deine:

  • Im Vergleich mit dir schneiden sie schlechter ab, denn sie sehen, dass sich jemand etwas (mehr) zutraut als sie selbst.
  • Sie selbst haben ggf. gelernt, dass sie nicht besonders sein sollen, sondern sich in Anpassung und Genügsamkeit üben müssten.
  • die angst der anderenVielleicht haben sie noch stärker unter Abwertung oder Kritik gelitten, als sie sich ausprobierten, das Leben spielerisch erprobten, besonders in ihrer Kindheit. Oder sie leiden noch immer unter Fehlern, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich trugen. Statt sich weiter oder neu zu vertrauen, misstrauen sie sich lieber aus Vorsicht.
  • Es gibt auch viele, die schlichtweg schwer damit umgehen können, wenn einer „größer“ erscheint (im Wissen, in der Erfahrung, in den Taten, im Umgang mit Gefühlen usw.). Sie wollen ihre eigene Unsicherheit nicht fühlen, wollen nicht spüren, wie klein sie sich halten oder haben halten lassen.
  • Andere wiederum wollen ihre Größe nicht mit dir teilen und verurteilen dich scheinbar dafür, dass du ihnen ihren Platz „wegnehmen“ willst. Wut ist für viele leichter als Angst zu zeigen. Sie wollen ihre Größe in der Reflexion ausleben und durch dich sehen. Du sollst der Spiegel ihrer Besonderheit und Talente sein, aber nicht sie zum Spiegel machen wollen. Sie wollen im Mittelpunkt stehen, statt zuzusehen: „Das hast du großartig gemacht! Du bist der/die Beste! Nur du!“ Sie fürchten, dass andere sie ausstechen, übertrumpfen und sie - in ihrer Interpretation - ein Versagen. (Aufmerksamkeit wünscht sich jeder, doch es besteht ein Unterschied, ob wir unseren „Kollegen“ etwas gönnen und anderen Menschen Gutes wünschen oder ob wir sie insgeheim ausbremsen wollen, nur um unsere Unsicherheit, Traurigkeit oder Angst nicht spüren zu müssen.)

Eigentlich haben sie nur Angst, Zuwendung und Aufmerksamkeit zu verlieren, die sie so sehr brauchen wie die Luft zum Atmen - wie wie alle. Einige Menschen brauchen diese von anderen. Sie brauchen andere als Spiegel. Andere werden zum Spiegelbild selbst und machen trotzdem einfach ihr Ding. Das wird sich im ersten Moment sehr schlecht für Urteilende anfühlen, aber die Menschen, die du fürchtest, wenn du Angst hast, dich zu zeigen, brauchen auch dich, um ihre Angst hinter sich zu lassen. Sonst würde man ihnen unentwegt „erlauben“, diese nicht ansehen, sondern verdrängen und auf andere projizieren zu dürfen. Die Verantwortung für ihre Gefühle tragen dann nicht mehr sie, sondern andere (die ja wiederum auch ihre eigenen Gefühle haben, mit denen sie klarkommen müssen). Doch so, wie sie dir deine Angst zeigen (und ihre projizieren), darfst du ihnen ihre zeigen. Du darfst ihnen auch deine Angst zeigen.

Denn es gibt dich.

Entscheidend ist nur, was du selbst über dich glauben möchtest - und dir selbst erlauben möchtest.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

 

Wie schön die Welt doch wäre, wenn sich jeder um sich und sein Leben kümmern könnte, völlig angstfrei in Bezug zu den Reaktionen anderer! Stattdessen warten wir auf andere, ihre Erlaubnis, ihre Gunst, ihr Handeln, ihre Zuwendung. Wir warten auf die Liebe und dass sich ein Mensch für uns entscheidet, auf den richtigen Moment in der Karriere, um zu wechseln, sich selbstständig zu machen oder nach der Gehaltserhöhung zu fragen, auf den richtigen Zeitpunkt, um in der Partnerschaft oder Familie ein missliches Thema anzusprechen, auf Freunde, dass sie sich melden, auf Geld, um uns unsere Träume zu erfüllen… Am Ende wir sind diejenigen, die sich wundern, ärgern, traurig sind, Angst bekommen oder die Schuld, sich schämen oder gar verletzt werden. Und wieso? Weil wir unsere Zufriedenheit von anderen Personen abhängig gemacht haben, statt selbst zu handeln.

Wieso auch du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest und wieso ich glaube, dass jeder könnte, wenn er wollte, erzähle ich dir in diesem Blogpost.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest5Dein Kollege macht, was er will, aber statt etwas zu sagen, bleibst du ruhig, obwohl du wütend bist. Du findest deinen Job langweilig oder den Chef zum Würgen, aber bleibst. Jemand sagt, er würde etwas tun, aber handelt dann anders oder gar nicht. Und du schweigst und wartest. Ein Freund hat große Probleme mit seiner Partnerschaft, aber bleibt, statt sie proaktiv zu lösen. Oder du bist dieser Mensch, aber hast Angst, dich zu trennen. Deine neue Liebe will ganz offensichtlich nur eine Affäre oder Freundschaft, aber spricht es nicht offen aus. Und du schweigst und bleibst. Oder deine Familie meint, eine bessere Lösung für dich und dein Leben zu haben, und versucht, dich davon zu überzeugen, indem sie deinen Weg ignoriert. Und du fügst dich. Jemand will es so und nicht anders und wird wütend, weil du bei deiner Meinung bleibst. Und du entscheidest dich um, weil es im Miteinander dann leichter ist:

Alles das erledigt sich, wenn du dein Glück nicht von anderen abhängig machen würdest. Immer dann, wenn wir eher schweigen und nichts tun, statt zu sprechen und zu handeln, stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir haben uns und unser Leben von der Gunst und den Gefühlen anderer Menschen abhängig gemacht. Wir dürfen uns nun tagtäglich fragen, wann wohl im Außen etwas passiert, damit es uns bessergeht. Wir warten einfach, statt einfach anzufangen.

Verlust von Liebe und Zuwendung droht heute ja an jeder Ecke. Mittlerweile müssten wir uns alle daran gewöhnt haben. Aber es ist und bleibt wohl auch einer der größten Schmerzen, die wir als Menschen ertragen lernen dürfen. Ich glaube fest daran, dass diese Lektion die Goldgrube für einen Jeden ist. Dort liegt unser Schatz begraben. Dort müssen wir hin, um unseren Schatz zu bergen. Erst wenn wir ihn gefunden haben, können wir werden, was wir werden sollen/wollen. Jeder von uns hat diesen einen Sinn und diese eine Aufgabe, gleich, welche es ist. Am einfachsten erkennt man sie, wenn man tut, was man WIRKLICH will. Seiner Angst zu folgen, ist nicht WIRKLICH das, was Menschen wollen. Sie fürchten nur die Konsequenzen. Was sie WIRKLICH wollen, ist so angenommen und geliebt zu werden, wie sie WIRKLICH sind.

Weh tut es nur dann, wenn wir wegen unentwickelter Fähigkeiten glauben, auf externe Anerkennung angewiesen zu sein, oder uns emotional oder existenziell von anderen abhängig gemacht haben. Darum ist es umso drängender, dass wir unnötige Abhängigkeiten und Verstrickungen Schritt für Schritt erkennen und auflösen. Und ja, blöderweise musst du zuerst selbst glauben, dass du viel wert bist und dich aus eigener Kraft in deine Größe erheben kannst, bevor du dich von anderen lösen kannst.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestDenn hier ist das andere Extrem: Wer sich zu sehr nach den Bedürfnissen anderer richtet, andere in ihrer Lebensweise wegen Traditionen oder „weil man das halt so macht“ imitiert, den ganzen Tag lang nur tut, wie ihm befohlen oder unbewusst verlangt, der vernichtet seine Selbstwirksamkeit sekündlich.

Was man davon vielleicht haben kann, sind leichte bis schwere Depressionen (gern bei Männern wegen schwindender Kräfte im leistungsfordernden Job), emotionaler Burnout (gern bei Frauen, die mehr geben müssen, als sie möchten), Bore-out (zu viel von „zu wenig“), Angstanfälle (drohende Gefahr für das eigene, zufriedene Leben und Lebenskonzept), Panikattacken (eigene Grenzen werden oder wurden lange Zeit nicht gewahrt), Selbstwertzweifel („Liegt es vielleicht gar nicht an dem Anderen, sondern nur an mir?“) oder schlichtweg ein verschwendetes Leben mit unerfüllten Träumen und einer Tasche voller negativer Gefühle, die ihn eines Tages schwer krankmachen werden.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest? Weil deine Eigendrehung für DEIN LEBEN unverzichtbar ist.

Ich bin ein intuitiver Empath: Ich sympathisiere viel und gern mit anderen Menschen, fühle mich häufig in ihre Situationen ein, spüre ihre Angst und Gedanken und helfe gern, wenn es möglich und gewollt ist. Aber ich weiß stets, dass es eben andere Menschen und ihre Lebensumstände sind, nicht meine eigenen.

Natürlich ist man nie gänzlich unabhängig und immer auf die eine oder andere Art auf Menschen, ihre Gunst, Hilfe oder Geld angewiesen. Doch wem wir erlauben, welche unserer Grenzen zu verletzen, entscheiden wir. Wie wir anderen zuliebe unser Leben leben, entscheiden wir. Dass wir das nicht mehr wollen oder es sich für gegenseitiges Glück etwas ändern muss, entscheiden wir. Alles beginnt bei uns. Es bringt nichts, auf andere zu warten oder zu hoffen, dass sie unsere Situation von allein erkennen und verbessern. Wir sind die, die den ersten Schritt gehen müssen - komme, was wolle.

Ich habe in den vergangenen Jahren (durch meine Angst- und Panikststörung, danke dafür!) gelernt, dass niemand so ist wie ich. Niemand betrachtet die Welt und sein Sein wie ich. Und manche wollen keine Wachrüttler, kein Glück, keine neue Chance oder sind (noch) nicht bereit. Es gibt sogar welche, die man mit der Nase ins Glück oder den Durchblick drücken könnte und die sich trotzdem dagegen wehren würden. Sie haben ihre ganz eigenen Gründe, die ich nicht länger interpretiere. Kein Grübeln mehr, wieso X nicht Y tut, obwohl es doch soooooo schön gewesen wäre.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Darum beschloss ich, dass ich mein Glück nicht länger von anderen abhängig mache. Dazu gehörten - wie immer - einige unliebsame Lektionen:

  • Meine Gedanken und Bedürfnisse sind eben MEINE Gedanken und Bedürfnisse.
  • Die Verantwortung für gescheiterte Träume und Projekte muss ich übernehmen, statt die Schuld auf andere zu schieben.
  • Ich muss mir gegenüber Respekt und Akzeptanz zeigen, indem ich mich zuerst gut behandele, statt andere in ihrem Leid zuerst zu sehen.
  • Ich muss meine Grenzen setzen und wahren, statt es zuerst von anderen zu erwarten.
  • Ich brauche mich nicht anhand fremder Meinungen, Lebenseinstellungen oder Handhaben zu bewerten, vergleichen oder gar zu ändern. Das verrät mich.
  • Ich brauche mich nicht wegen anderen neu zu interpretieren und gar zu verurteilen. Das schwächt mich.
  • Ich brauche mich nicht zu verbiegen, damit mich andere mögen.
  • Und es ist für meinen Weg unerheblich, wenn jemand mit mir und meiner Lebensweise nicht zurechtkommt.

Jeder interpretiert das Leben auf seine Art, legt sich als Opfer auf den Boden oder erhebt sich zum Täter. Menschen wie ich waren einst beides, bevor sie sie sich als Mensch kennenlernten - mit Werten, hinter denen man stehen muss - komme, was wolle. Denn es ist meine Lebenszeit und meine Energie. Ich allein entscheide darüber, was ist mit beidem anstelle oder anstellen lasse.

 

Wenn das Unglück anderer zu unserem eigenen Leidensweg wird

Andere suchen genau nach diesem Weg, dieser Einstellung, aber wissen nicht, wie sie sich gegen ihre PartnerInnen, Familie oder Kollegen, Freunde usw. durchsetzen können. Sie fürchten, sie zu verletzen oder verletzt zu werden. Sie haben Angst vor Selbstverlust und Trennung - ihrer oder die anderer.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestAber: Je mehr man aus Angst die Bedürfnisse anderer in sich hineinstopft, herunterschluckt oder zu befriedigen versucht, indem man sich selbst vernachlässigt, desto schwerer werden die Tage. Vielleicht macht es dich wütend, traurig und ängstlich, weil dein Rückzug jemanden traurig machen würde. Vielleicht hast du Angst, dass du bei Distanz und Fokus auf dich und deinen Willen wieder alleine dastündest. Die Richtungen der Angst sind vielfältig. Aber alle laufen auf einen Kern hinaus:

Du nimmst andere wichtiger als dich. Du hast vielleicht gelernt, dass das dein Wohlbefinden und deine emotionale Sicherheit garantiert oder dass du nicht genug seiest, wenn du es anderen nicht rechtmachst. Vielleicht hast du erfahren müssen, wie schroff und beizeiten unangenehm ätzend Menschen werden können, wenn sie nicht ihren Willen bekommen, weil…Achtung: sie Angst bekommen, wenn sich ihnen jemand entzieht oder ihr Lebenskonzept infragestellt. Die Krux an solchen Situationen ist nämlich immer, dass man ein anderes, vielleicht besseres oder schlechteres Licht auf die Person zurückwirft, wenn man Nein sagt. Traut man sich, zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, bleibt den Menschen meist nichts anderes mehr übrig, als

a) sich zu fügen,
b) solange Tamtam zu machen, bis du so viel (von ihrer) Angst intus hast, dass du dich umentscheidest (gern durch Androhungen von Trennungen - reine BLUFFS!) oder
c) sich von dir WIRKLICH zu verabschieden (wozu man einige Kraft braucht!!!).

Klar, die meisten - unreflektierten - Menschen geben dir dann noch (ihre) Schuldgefühle, (ihre) Scham und (ihre) Verantwortung dafür, dass du dein Leben nicht nach ihrem Konzept und ihren Werten leben möchtest. Sie verstehen nicht, dass man auch anders leben kann, als sie es seit Jahren tun. Sie, nein wir alle, lernen unsere Lebenswelten durch unsere Ahnen und Erfahrungen, die wir im Laufe unserer Jahre machen dürfen. Diese entscheiden wiederum, wie wir denken, fühlen und handeln. Haben wir nicht gelernt, uns durchzusetzen, unsere Grenzen anzusprechen und andere aufzufordern, sie zu wahren, tun wir es auch nicht. Aber das ist nichts Irreversibles. Wir können jederzeit und immer alles, was wir bisher gelernt haben, ansehen und ändern. Doch den ersten Schritt müssen wir machen. Niemand kann für uns diese Schritte gehen. Handeln müssen wir.

Erlauben wir anderen, dass unsere Selbstwirksamkeit weiterhin so eingeschränkt bleibt, ändert sich nichts. Haben wir zu viel Angst vor den Reaktionen unserer Lieben, Freunde, Familie, Kollegen oder Kunden, bekommen wir genau das: Angst (statt Vertrauen und Freude) - Reaktionen (statt Aktionen) - andere (statt uns). 

 

Die unangenehmen Gefühle der anderen lassen dich wissen, was es in dir zu überwinden gilt

Dabei darf man nicht vergessen, dass du ja auch noch eigene Gefühle hast: Wut (auf dich und andere), Traurigkeit (wegen deiner Überforderung und anderen), Scham (weil du glaubst, etwas falsch zu sein), Schuld (weil du glaubst, etwas Falsches zu machen, wenn du…). Die Angst davor, zu werden, was wir werden sollen, sich in seiner ganzen Größe zu zeigen und stehen zu bleiben, auch wenn uns jemand (emotional oder verbal) angreift, statt die Flucht zu ergreifen (durch Isolation, Stille, Dulden etc.), haben wir alle. Wie wir damit umgehen aber, entscheiden erneut wir.

Es bedarf etwas mehr Selbstliebe und Ruhe, sich seiner Entwicklungspotenziale bewusst zu werden. Immerhin muss man sich dazu erst einmal eingestehen, dass man welche hat, man nicht perfekt ist und bislang eventuell zu freundlich oder zuvorkommend, rücksichtslos oder konfliktscheu war. Dann kommt gleich der nächste Schwung: Man wirft sich vor, man hätte seine Zeit verschwendet oder lange, lange Zeit einen riesigen Fehler gemacht. Hätte…hätte…Fahrradkette.

In jedem Fall muss man sich vor sich selber offenbaren und mit Akzeptanz und Gnade trauen, anzusehen - ganz ohne Verurteilungen und Kleinmachen. Man braucht in solchen ehrlichen Momenten auch nur einen Gedanken:

Nie wäre man dort angekommen, wo man heute ist, wenn man nicht X getan/gelassen/geduldet/unterbunden hätte. Das war dein Weg. Der Sinn ist es, ihn zu verlassen oder erhabener zu gehen. Der Sinn ist es, einen anderen Weg zu gehen oder gar zu ebnen. Aber der bisherige Weg war deine unbewusste oder bewusste Entscheidung. Und weil kein Mensch die Vergangenheit ändern kann, bleibt einem nur, sie so zu akzeptieren, wie sie ist - mit sich und seinen Handlungen mittendrin.

Selbstvorwürfe und Kritik, Angst und Wut, Traurigkeit und Schuld bringen nichts, wenn man die Lektion dahinter nicht verstehen möchte. Die Lektion ist zum Glück leicht: X löst das Gefühl aus; als ist X des Messers Klinge, vor der wir unsere Angst verlieren müssen. Unsere Gefühle können und wollen uns nicht mehr zeigen, als dass wir welche haben und JETZT anfangen dürfen, sie wahrzunehmen und zu respektieren, statt noch einmal auf ihnen herumzuspringen oder anderen zu erlauben, das für uns zu tun. Damit eben andere Schuld sind, nicht wir.

Aber es funktioniert schneller, als man denkt. Ich habe es ausprobiert und mache es täglich, weil mir nichts anderes übrigbleibt, als mich zu lieben, so wie ich bin. Mit aller Angst und den Millionen Abfallprodukten meiner Vergangenheit. Irgendwo liegt immer etwas Müll herum, wenn wir es nicht wagen, aufzuräumen. Aber mir ist die andere Seite zu destruktiv. Getreu dem Motto: Ich sterbe lieber stehend, als dass ich kniend lebe.

 

Wie man mit der Angst anderer umgeht, ohne sie und sich zu verletzen

Wäre da nicht die Angst anderer Menschen, meistens die, deren Liebe und Zuwendung, Gunst und Anerkennung wir am meisten brauchen oder uns wünschen. Es sind oft genau die Personen, die sich selbst nicht zeigen, so wie sie sind, oder zutrauen, in ihre wahre Größe zu kommen, die noch größere Angst haben, dass sie oder du verletzt werden, sie dich verletzen könnten oder du sie. Es sind Menschen, mit denen du dich (bewusst oder unbewusst) identifizierst, die dir leidtun, die Ähnliches durchmachen, wie du einst oder noch immer, denen du helfen möchtest, aber nur noch schwer kannst. Es sind auch oft Menschen, die eher klagen, aber selbst nur wenig WIRKLICH-Eigenes tun, die wollen, dass du handelst, damit sie nicht handeln müssen, weil sie voller Angst sind und (noch) nicht bereit für das, was du vorhast. Oder es sind oft Menschen, die dich warten lassen, ihr Leid mit dir teilen wollen, aber übersehen, dass sie deine Lebenszeit verschwenden - weil sie dich von deinem Leben abhalten.

Damit sind es Menschen, die dir Sorgen bereiten, dich nachts wachhalten oder die ständig in deinem Kopf sind; Menschen, die nicht aussprechen, was in ihnen vor sich geht, oder die dich bewusst im Trüben fischen lassen; Menschen, die dich so wollen, wie du nicht bist, damit sie sich wohler fühlen und sich keine Gedanken machen müssen. Menschen, die dich mögen, aber nicht zu ihren Gefühlen stehen; Menschen, deren Angst du fühlen kannst, weshalb du extra vorsichtig bist, um sie nicht zu verletzen (damit sie dich weiterhin mögen). Menschen, die dich nicht so, wie du WIRKLICH bist, wollen können, weil sie deine Andersartigkeit, deine Individualität mit ihrem Lebenskonzept nicht in Einklang bringen können (sonst bräuchten sie vielleicht ein anderes, würden sich schuldig fühlen oder selbst infragestellen).

Aber am häufigsten sind es die Menschen, die entweder mehr Angst als Liebe in sich tragen. Oder sie entscheiden sich eher für ihre Angst, als für ihre Liebe zu dir - weil es leichter ist und sie dafür ihr Ego ausschalten müssen.

 

Du brauchst an niemanden denken. Nur an dich. Deine Energie gehört dir.

Die Bedürfnisse anderer und die Angst, die wir fühlen, wenn wir sie nicht befriedigen, verschwindet automatisch, wenn man sich für sich entschieden hat. Schweigen und Nichts-Tun aber bringen niemanden irgendwohin, außer dorthin, wo man schon ist. Also sprich - mit deinen Freunden oder jemand anderen. Handle - probehalber oder schaue jemanden, der schon kann, was du dir wünschst, dabei zu.

Hat man einmal beschlossen, dass der einzige Weg der ist, seinen Wert zu erkennen und seinem Leben zuliebe zu handeln, geht vieles mit Leichtigkeit. Die Menschen, die einen WIRKLICH lieben, werden bleiben. Sie werden erkennen, dass ihre eigene Angst, dich zu verlieren, größer ist, als ihre Angst vor deiner Größe oder vor sich. Wer dich aber straft, weil du deinen Interessen und Gefühlen folgst, der ist nicht bereit für sich selbst - und damit auch nicht für dich.

Reicht es nicht, dass du lange Zeit nicht bereit für dich warst? Hattest du nicht schon erkannt, dass es nun Zeit ist, aufzubrechen? Was muss geschehen, dass du dich von der Angst anderer löst? Wäre es nicht wunderbar, wenn wir alle auch mit kurzzeitigen Trennungen oder Kritik leben lernen würden? Immerhin könnten wir dann alle Menschen so sein lassen, wie sie sind. Denn wir wissen nur dann um ihren Wert und darum, dass wir gleichwertig sind.

Niemand ist wichtiger. Niemandes Meinung ist „richtiger“ oder „falscher“. Wir sind alle gleich. Wichtig. Wertvoll. Auf der Suche. Beizeiten unsicher. Und dann wieder mutig.

Orientiere dich lieber nicht an Menschen, die meinen, es sei das Beste für dich, zu einem billigen Imitat von ihnen zu werden. Nimm deine Intuition und freue dich darauf, dass es Menschen geben wird, die aus heiterem Himmel auf dich zukommen, um dir zu helfen. Die, die dich verstehen und bereit sind für deinen Weg. Das sind meist die, von denen du es nie erwartest hättest. Das sind die Loyalen und die Gönner. Die einzigen, die wir brauchen, wenn wir aus unserem Leben das machen wollen, was wir WIRKLICH wollen.

Schließlich ist es auch eine Frage des Respekts dir gegenüber: Verweigert dir jemand den Respekt gegenüber deinen Bedürfnissen oder hält dich bewusst davon ab, sie dir zu erfüllen, und du nickst das nur ab, dann respektierst du dich selbst nicht.

Bedenke: Es ist deine Lebenszeit. Du entscheidest, wie, mit wem und mit was du sie verbringst. Und vor allem: wie lange noch.

Viel Mut und Tatkraft,
Janett

 

Keine Angst vor Männern, der Liebe und Beziehungen

Keine Angst vor Männern, der Liebe und Beziehungen

 

So wunderschön die Liebe auch sein kann: Sie bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich - besonders, wenn es in der Vergangenheit Ereignisse gab, die einem genug Anlass dazu geben, Angst vor Männern oder Angst vor Liebe an sich zu haben. Aber liegt es tatsächlich an der Liebe und romantischen Beziehungen oder sind es die Männer im Allgemeinen?

 

Was hinter der Angst vor Männern und der Liebe wirklich steckt

Angst vor Männern und der LiebeBei Frauen kann sich die Angst vor Männern und der Liebe unterschiedlich äußern:

Entweder sie sehnen sich nach Liebe (Zuwendung, Bestätigung, Anerkennung) und tun alles, um sie zu bekommen, nur um dann festzustellen, dass sie sie - einmal erhalten und das Herz erwärmt - doch nicht brauchen oder nicht von diesem Mann möchten. Sie glauben schnell, dass sie nicht zueinanderpassen und sind so schnell weg, wie sie da waren. Oder sie spüren die Angst, wenn die erste Nähe stattfindet. Mit jeder Enge in der Brust oder Panik vor der ersten Intimität wollen sie die Flucht ergreifen:

Ich habe Frauen kennengelernt, die krank wurden, weil ihr Körper die Angst durch die geistige und emotionale Überforderung abfangen musste. Einige hatten Panikattacken; andere Frauen verspürten nach kurzer Zeit keine Lust mehr Sex. Vereinzelte Frauen hatten anfangs keine Schwierigkeiten mit Männer, bis sie in eine Beziehung gerieten und emotional abhängig (gemacht) wurden. Mit jedem Tag der Partnerschaft wuchs ihre Angst, dass sie selbst nichts wert waren ohne den Partner. Sie wurden rasend eifersüchtig oder depressiv, ängstlich bis phobisch und immer unzufriedener. Denn eigentlich wollten sie weder abhängig sein noch abhängig machen.

 

Hintergründe & Ursachen: Woher kommt die Angst vor Männern?

(Einige Frauen haben traumatische Erfahrungen mit Männern gemacht. Diese spreche ich im Folgenden nicht an. Es ist in solchen schwerwiegenden Fällen ratsamer, sich dem Thema in einer Therapie zu widmen.)

Doch es liegt nie an den Männern oder der Liebe an sich. Es liegt auch nicht an ihnen als Frau per se. Hinter der Angst vor Männern und der Liebe verbergen sich Muster aus alten Zeiten: Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, die erlernt wurden, die entweder Angst abwehren sollten oder Angst verursachten. Es sind alte Ängste. Sie stammen nicht selten aus der Kindheit, Jugend oder den ersten Erfahrungen mit der (ersten, großen oder erwachsenen) Liebe.

Viele Frauen haben keine anhaltenden, echten Gefühle der Liebe - gleich, wie sie sich selbst verhielten oder nicht verhielten - gelernt. Sie bringen deshalb in späteren Jahren Liebe nicht in Verbindung mit Freiheit, Glücksgefühl, Geborgenheit oder Zufriedenheit. Sie verbinden sie unbewusst oder bewusst mit Abhängigkeit, Angst, Unterdrückung, Aufopferung, Trennung oder anderweitigem Verlust. Ihre frühen Erfahrungen mit Liebesgefühlen wurden oft schon in ihrer Kindheit von ihren Bezugspersonen unterbrochen, abgewiesen oder an Bedingungen geknüpft.

Bei „normaler“ Angst vor Männern und der Liebe finden wir diese zwei Extreme:

Extrem 1) Fremde Bedürfnisse und Ansprüche an sie waren wichtiger als ihre eigenen. Sie waren in der einschneidenden Lebensphase aufgefordert, sich entsprechend zu verhalten und mehr Rücksicht und Fürsorge für die Mutter, den Vater oder die Geschwister aufzubringen, als sie selbst erhielten oder sich geben wollten. Sie waren überfordert und konnten die emotionalen Leistungen gar nicht erfüllen, bemühten sich aber, um Liebe und Zuwendung zu erhalten. Sie lernten so, dass sie vor allem geben MUSSTEN, um zumindest etwas Liebe zu erhalten.

Oder Manipulationen (Ich liebe dich nur, wenn…) formten ihr Bild davon, wie Liebe aussieht und funktioniert, um sicher und beständig zu bleiben. Das früher Gelernte formte somit das heutige mangelnde Vertrauen in sich selbst versus Männer, Partner, Beziehungen und Liebesgefühle. Um der Angst aus dem Weg zu gehen, leisten sie oft. Sie sind aufopfernd, depressiv, ängstlich oder emotional abhängig.

Extrem 2) Es gab gar keine Forderungen in der Kindheit, Jugend oder in den ersten Liebeserfahrungen. Es fehlte eventuell sogar Liebe von Seiten der Eltern, sei es, weil sie emotional oder lokal abwesend waren. Sie waren so vogelfrei, dass sie zwar machen konnten, was sie wollten, aber dadurch keine (eigene oder fremde) Autorität, Struktur, Grenzen, Umgang mit Nähe und Konflikten oder Kompetenzen kennenlernten.

Mit den ersten (Grenz)Erfahrungen im Umgang mit Männern lernten sie aber schnell, dass andere in einem Rahmen leben, in den auch sie sich pressen müssen, um Liebe in ihrer vermeintlichen Harmonie und Bedingungslosigkeit erleben zu dürfen. Ähnliche Auswirkungen wie beim ersten Extrem zeigen sich hier: Sie werden später oft aufopfernd und depressiv, ängstlich oder emotional abhängig. Sie neigen zu emotionalem Burnout oder ständiger innerer Hektik, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Oder sie verharren in einer inneren Starre, die sie jedes Mal bei Kontakt zu Liebe zurückschrecken lässt und zur Flucht animiert.

Was sich hinter der Angst vor Männern und der Angst vor Liebe verbirgt

Dahinter verbergen sich diese Ängste:

 

Angst vor Trennung und davor, nicht zu genügen

Angst vor Männern und Angst vor TrennungTrennungsangst hat zwei Extreme: die Angst davor, dass man verlassen wird oder davor, sich selbst zu trennen. Hinter diesem Thema versteckt sich auch die Angst, wieder alleine zu sein oder jemanden alleine zu lassen. Aus der eigenen Erfahrung heraus wissen die Frauen, wie es sich anfühlt, verlassen oder missachtet zu werden, wenn sie den Anforderungen anderer nicht genügten. Jemandem dieses Gefühl zu geben, belastet sie. Daher fällt es ihnen oft schwer, offen Kritik zu äußern, dem Mann die eigenen Gefühle zuzumuten, eigene Bedürfnisse anzusprechen und einzufordern, sich Freiräume zu nehmen - oder sei es auch darum, Geschirr an die Wand zu werfen, als Ausdruck ihres emotionalen Zustands.

Sie haben häufig Schwierigkeiten mit Konflikten und Durchsetzung, weil sie damit Verletzung in Verbindung bringen. Sie haben ebenso Angst vor Wutausbrüchen - ihren eigenen und denen anderer. Auf der einen Seite fühlt sich die Kritik des Partners an, als hätten sie versagt. Auf der anderen Seite trauen sie sich nicht, jemandem - meist trotz aller emotionaler Zumutungen des Partners - zu sagen, dass er nicht genügt. Vielen heimlichen Geliebten in Affären geht es so. Viele müssen im Laufe ihres Lebens anhand schwieriger Beziehungskonstellationen lernen, dass es okay ist, nicht zu genügen. Sie dürfen wählen, so wie andere wählen dürfen. Was nicht passt, muss nicht passend gemacht werden. Man darf sich trennen. Was jemand anderes denkt, denkt jemand anderes. Doch kein Partner - und das ist die Lernaufgabe - bestimmt über den Wert der Frau.

 

Angst vor Selbstverlust und davor, überrannt zu werden

Angst vor Nähe und SelbstverlustTrennungsangst kann aber auch bedeuten, dass man sich von sich selbst trennt - oder meint, es zu müssen. Das wiederum nennt sich Angst vor Selbstverlust. „Für die Liebe muss man (sich) opfern.“ Doch was in Romeo & Julia so herzzerreißend schön war, ist ziemlicher Mist im realen Leben. Sich zu opfern, sein Leben in Teilen (Freundschaften, Familie, Beruf/Karriere, Leidenschaften, Zukunftsträume, Bedürfnisse, Grenzen) aufzugeben, entfernt Menschen von sich selbst. Das macht Angst. Natürlich.

Eben weil einige diese Erfahrungen gemacht haben, wissen sie um die Konsequenzen: Bei mir waren es Panikattacken, bei anderen sind es Depressionen. Wiederum andere entwickeln psychosomatische Beschwerden, wenn sie sich der Wucht der Anforderungen nicht zutrauen - oder nicht noch mehr Be-Last-ung tragen können. Viele sind einst blind und vertrauensvoll in den Selbstverlust gestürzt und ahnten nichts Böses, was sich als Trugschluss und große Enttäuschung entpuppte. Liebeskummer ist in ihren Köpfen vorprogrammiert, der bereits früher seine Spuren hinterließ.

Diese Angst soll dementsprechend davor schützen, sich gänzlich zu verlieren - im Dunst anderer Bedürfnisse zu verrennen. Sie ermahnt, dass man zurück zu seiner ersten Natur findet.

 

Angst vor Nähe

Angst vor Männern und der LiebeKommt ein Mann dieser Frau zu nahe, entsteht ein Gefühl der Enge und Einschränkung, als würde man keinen Fluchtweg mehr sehen. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Aus der vormals als weit empfundenen Freiheit wird urplötzlich ein dunkles, enges Verließ, in dem man festgehalten wird. Liebe wird schnell zu einem Gefängnis und streicht alle Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Selbstwirksamkeit mit einem Wisch weg.

Frauen mit Angst vor Nähe meinen, Anforderungen erfüllen zu müssen, die mit ihren Wünschen und Vorstellungen kollidieren, um in der Beziehung bleiben zu dürfen. Man findet diese Angst oft, wenn Liebe und Beziehung überstürzt werden. Viele dieser Frauen brauchen es einfach langsam. Das meine ich nicht sexuell, sondern hinsichtlich der Entwicklung und Wahrnehmung ihrer eigenen, wahren Gefühle. Sie leben mitunter mehr in der aufgedruckten, stempelartigen Gefühlswelt anderer und nehmen fremde Emotionen eher wahr als ihre eigenen. Sie sind auf die Beachtung und Befriedigung fremder Gefühle und Bedürfnisse konditioniert.

Zu nahe an ihre Gefühle heranzukommen, äußert sich bei einigen beim Sex. Frauen mit dieser Angst können sich nur schwer fallenlassen, öffnen sich nur wenig und haben eine Barriere, die sie von der Echtheit ihrer Gefühle abspaltet. Es fällt ihnen schwer, anderen ihre Gefühle anzuvertrauen. Viele von ihnen haben gelernt, dass ihre Gefühlsausdrücke negativ interpretiert werden oder ungewollt sind. Sie fühlen sich als Sexobjekt oder als eine Art Puppe, die ihren Zweck in der Beziehung erfüllen soll (gesellschaftlicher Status, Mutterrolle, Geldgeberin, Wunscherfüllerin, „Freundin von-Syndrom“ usw.). Aufgrund früherer Erfahrungen missverstehen sie sich als Erweiterung des Mannes oder können spüren, dass sie nur X für den Mann sind, weshalb diese Angst in ihnen auftaucht. Andere wiederum schämen sich für ihre Gefühle und dass sie welche haben. Sie haben gelernt, dass sie bei Gefühlsausdruck mit Ablehnung oder Spott behandelt werden, weshalb sie sich schämen, wenn sie ihre Gefühle der Freude, Gelassenheit, Hingabe, Begierde, Befriedigung zeigen.

Viele müssen sich erst einmal überwinden, präsent zu sein, sich trauen, zu wollen, teilzuhaben und zu teilen, um wieder Kontakt zu sich und authentischer Liebe zu finden.

 

Angst vor Liebe und vor Glück

Angst vor Liebe und Angst vor GlückWer eine Menge mieser Erfahrungen gemacht hat, wird nicht selten zum Besserwisser und meint in jedem Menschen, Mann und Frau, jemanden zu erkennen, den man „schon mal hatte“. „Das kenne ich schon! Danke, nicht noch einmal! Damit bin ich durch!“

Wieder neu an die Liebe und die Individualität der Menschen glauben zu lernen, ist nicht für jeden so leicht. Aber es ist möglich, wenn man sich auf die positiven Charaktereigenschaften des neuen Menschen konzentriert, statt auf die negativen eines Verflossenen.

Und auch wenn viele Männer heute versuchen, dem Stereotypen des harten/charmanten/erfolgreichen Kerls oder … (Platz für deine Gedanken) … zu entsprechen, so gleicht doch dem keiner dem anderen. Auch Männer (alle!) haben Ängste. Sie sind menschlich.

 

Angst vor der Zukunft

Eng verbunden mit all den benannten Ängsten ist die Angst vor der Zukunft. Sie konzentriert sich im Wesentlichen auf die Angst vor dem Ungewissen, dem Neuen und Unbekannten. Was, wenn er fremdgeht? Was, wenn ich nach zwei Jahren doch keine Familie mehr will? Was, wenn wir nicht zusammenpassen? Was, wenn wir unsere Unterschiede nicht ausbügeln können?

Oft tauchen sehr verheerende und Hiobsbotschaft-ähnliche Antworten auf:

„Dann hast du deine Freiheit oder XYZ aufgegeben…
dann ist nichts mehr so, wie es früher war…
dann muss ich wieder von vorn anfangen…
dann habe ich meine besten Jahre verschenkt…
dann kann ich nicht mehr tun (und lassen), was ich möchte…
dann…
dann…
dann…

lasse ich es doch lieber gleich sein und nichts Böses kann geschehen.“

Frauen können diese Angst sehr oft durch erlebte Sicherheit, Geduld und Verständnis des Partners, langsame Schritte und die Gewöhnung (sowie Freude) an der zukünftigen Situation auflösen. Sie wachsen langsam hinein, statt wie in ihrer Angst, ins Dunkle reingeschubst zu werden, ohne den Weg zurück zu finden. Sie dürfen sich auch daran erinnern, dass jedes vermeintlich noch so große „Problem“ eine Lösung birgt, die nur gesucht und umgesetzt werden braucht. Sicher aber sind sie immer. Und sollte doch alles grundsätzlich schlecht und unzufrieden ablaufen, dürfen sie ruhig gehen und ihr Glück woanders suchen. Doch so mancher Versuch hat Schönes und Wertvolles gebracht, wenn man sich einmal getraut hat. Der Preis ist wie so häufig Vertrauen und Zuversicht.

 

Angst vor sich selbst und der eigenen Größe

das böse Mädchen in dir und in mirDoch wer Angst vor der eigenen Größe hat, scheut das Unbekannte an sich. Frauen mit dieser Angst fürchten sich vor allem vor den Reaktionen anderer auf ihre Tiefen und Höhen. Sie möchten weder verletzen noch ihre Glaubensmuster einstürzen sehen. Sie brauchen ihre aufgebauten Sicherheiten, auch wenn einiges Komfortzonen-Material ist. Sie haben zudem oft Angst vor plötzlichen Kehrtwenden. (Wenn ich rundum glücklich wäre, würde bestimmt etwas Böses geschehen, um das wieder auszugleichen.)

Einige von ihnen haben auch gelernt, dass sie nicht rundum glücklich sein dürfen. Dies rührt wieder aus ihrer Kindheit oder Jugendzeit, in der ihnen ihr Glück madig gemacht wurde. Oft zeigen sich solche Signale in Neid/Eifersucht anderer auf ihre Talente und Fähigkeiten, Erfolge oder Lebensbereiche. Viele kennen fremde Schadenfreude oder aber Menschen, die ihnen ihre großartigen Ideen mit Angst ausreden wollten/ausgeredet haben. (Also ich weiß nicht. Mach das lieber nicht. Bleib lieber bei XYZ, dann geht auch nichts schief. Wenn du meinst, das unbedingt machen zu müssen, meinetwegen, aber…Androhung einer Konsequenz...) Solche Worte spiegeln immer wider, dass jemand enttäuscht sein würde, sie schüren Angst und so das Gefühl, man müsse klein bleiben oder dürfe sich nicht vom Leben wünschen und nehmen, wonach man sich zutiefst sehnt.

 

Handlungsempfehlungen bei Angst vor Männern und Angst vor Liebe

Die folgenden Methoden entstammen meiner Praxis. Am besten ist es, man probiert sich einmal durch und schaut, welche am wirksamsten für sich und seinen individuellen Fall sind.

Menschlich sein lassen: Idealbilder auflösen

Wir bilden uns oft ein, dass jemand, den wir toll finden, größer ist als wir. Wir idealisieren denjenigen, sprechen ihm Ängste und Schwächen ab und verstärken stattdessen unsere eigenen. So fühlen wir uns klein, wertloser oder dessen Kontakt und Zuwendung nicht würdig. In Wahrheit ist er mehr und gleichzeitig weniger als du. Er ist ein Mensch mit einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsträumen für verschiedene Lebensbereiche. Es hilft, wenn wir dieses Bild auflösen und uns an den wahren Menschen erinnern. Die Abbildung zeigt, was ich meine: die verschiedenen Facetten eines Menschen.

Dasselbe können auch Frauen tun, die an ihrem Selbstwert zweifeln. Jeder Mensch hat viele Facetten. Im Coaching sprechen wir auch vom Inneren Team. Mit dem kann man arbeiten, hat man erst einmal erkannt, was Richard David Precht mit „Wer bin ich - und wenn ja, wie viele“ ausdrückte:

Oft spricht vor allem das kleine Mädchen aus Frauen, ihr inneres Kind, und lenkt in der Liebe ein. Bei anderen ist es eine strenge Bezugsperson oder die dämliche und neidische Freundin von früher, die ihnen Liebe verwehren und Angst machen wollte. Die Stimmen zu identifizieren aber ist der Schlüssel. Sich dann daran zu erinnern, dass man heute eine erwachsene Frau ist und die Vergangenheit vorbei, bringt dich einen Schritt weiter.

 

Erinnerungen schaffen: Ein Video für Mut aufnehmen

Wer sich in einigen Momenten stark und fähig fühlt, aber in anderen wiederum schwach und unwürdig, dem könnte es helfen, sich starke Sätze auszudenken, die Mut zusprechen. Nimm diese mit deinem Handy auf (entweder als Tonaufnahme oder idealer als Video). Das nächste Mal, wenn du ins Straucheln gerätst, kannst du dir deine Sätze in Erinnerung rufen, indem du dir das Mut-Video ansiehst oder deine mutmachende Stimme anhörst. Es ist gut, wenn du selbst die Person bist, die dir den Mut zuspricht. Die eigene Stimme beruhigt und heilt.

 

Angst entmystifizieren: Gib deiner Angst ein Gesicht

(Bitte diese Übung nur machen, wenn du dich stabil fühlst oder in therapeutischer Begleitung bist.)

In der Schreibtherapie habe ich gern diese Übungen angeboten: Wenn du Angst hast, stelle dir vor, sie sei eine Person. Beschreibe sie so detailliert, wie es dir möglich ist.

  • Welches Gesicht hat deine Angst vor Männern?
  • Ist sie weiblich oder männlich?
  • Klingt sie ruhig, einschüchternd oder schrill?
  • Trägt sie einen Anzug und Krawatte oder Jeans und T-Shirt?
  • Sitzt sie trinkend auf dem Sofa oder mit einer bildhübschen Frau im Café?

Wann immer die Angst erneut auftaucht, erinnere dich an diese Person oder Gestalt und sprich mit ihr Klartext. Schicke sie aus dem Zimmer, aus deinem Kopf, verbanne sie für diesen Tag oder die Nacht, aber halte sie im Zaum. Wer so seiner Angst begegnet, erkennt, dass es sich nicht um eine fremde, übermächtige Angst handelt, sondern um sein ureigenes Gefühl. Doch du bist nicht dein Gefühl. Du bist nicht Angst. Sie abzuspalten, indem man sie separat wahrnimmt, kann helfen, sich neutral zu betrachten.

 

Wie du einen Mann in dich verliebt machst

Wie du einen Mann in dich verliebt machst

Es ist wohl das größte Geheimnis der Menschheit, wie Liebe funktioniert und entsteht. Besonders, wenn wir einen Menschen sehen, der uns interessiert, stellen wir uns die Frage, wie wir ihn in uns verliebt machen können.

Wie spreche ich ihn an?
Was soll ich sagen?
Was sage ich am besten nicht?
Wird er sich überhaupt für mich interessieren?
Bin ich attraktiv genug? 

Ist der erste Kontakt hergestellt, taucht auch gleich die nächste Frage auf: Wie erobere ich diesen Mann oder diese Frau? 

 

Wie du einen Mann in dich verliebt machst

buch wie man einen mann erobert und in sich verliebt machtIch lese gerade ein Buch, das sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Dieses Buch ist an Frauen gerichtet, die Strategien, Tricks und Tipps wollen, wie sie ein Mann in sich verliebt machen. Solche Ratgeber finden sich ja zuhauf auf dem Buchmarkt. Es gibt sie für Männer, die Frauen nur aufreißen wollen, aber selten für eine Beziehung gewinnen wollen. Für die Frauen existieren überwiegend die Bücher, die sich nicht auf sexuelle Abenteuer beziehen, sondern auf das Gewinnen romantischer Beziehungen. Aus Respekt vor dem Autor erwähne ich den Titel dieses Buches nicht.

Mir geht es um die Message solcher Bücher, nicht um dieses eine. Es werden allgemein immer die typischen, vermeintlich interessanten Themen besprochen: Wie man eine hoch begehrte Frau wird, Erfolgsformeln, um seine eigene Anziehungskraft zu erhöhen, Übungen, um interessant zu bleiben, Körpersignale, wie aus ersten Gefühlen wahre Liebe entstehen kann, wie man mit einem einzelnen Blick, High Heels oder einem bestimmten Tonfall den Mann um den Verstand bringt und vieles mehr.

Aber schon beim Lesen und Querblättern bemerkte ich ein übles Gefühl in der Magengegend. Nach einigen Tagen Bedenkzeit weiß ich nun auch, warum.

 

Was Frau alles falsch macht, weshalb sich ein Mann nicht in sie verliebt

Diese Ratgeber erzählen uns, was wir anders machen müssen, um doch noch einen Mann für uns zu interessieren. Sie plaudern aus dem Nähkästchen und lüften das Geheimnis für alle Frauen, die sich in Sachen Liebe bislang schwer taten. Sie nennen sich Love Coaches und spielen Dr. Hitch(, aber sehen selten wie Will Smith aus). Folgen wir aber ihren Strategien, 6-Stufen-Programmen, geheimen Tipps und manipulativen Tricks, geschieht es ganz problemlos und superschnell, dass wir ans Ziel unserer Träume gelangen: Wir machen den Mann in uns verliebt.

Und ab da wird alles gut!

tipps tricks um einen mann in sich verliebt zu machenDafür bräuchten wir nur den richtigen Augen-Blick, die richtige Pose, einige Gesten, eine sinnliche Stimme oder wir sagen am besten gar nichts, was den Mann denken lassen könnte, dass wir eine eigene Persönlichkeit besitzen. Denn laut diesen Ratgebern dürfen wir keine Individualität besitzen. Laut diesen Büchern müssen wir eine angepasste Persönlichkeit entwerfen, schauspielern, eine schöne Maske aufsetzen, die so unwiderstehlich ist, dass uns einfach niemand widerstehen kann.

Das ist ein schöner Gedanke, dass wir Menschen und besonders Männer in der Liebe manipulieren könnten, wenn wir nur unser Verhalten änderten. Wenn wir nicht so wären, wie wir sind, dann können wir alles haben und alles sein. Dann werden wir glücklich und zufrieden. Dann bekommen wir, was wir uns immer so sehnlichst gewünscht haben.

Ein Trugschluss. Denn in Wahrheit sind diese Ratgeber nichts weiter als die Manipulation ihrer Leserinnen. Sie stärken weder unser Selbstwertgefühl, noch helfen sie uns, zu verstehen, wieso es brüchig werden konnte. Sie reden Frauen stattdessen ein, dass sie alles falsch machen würden, nur anders sein müssten, um in der Liebe Erfolg zu haben. Als wäre Liebe ein Produkt, eine Position, für die sich Frauen qualifizieren müssten. Alle, die bislang keine Liebe gefunden haben, hätten damit versagt. Sie tragen die Verantwortung für ihr Scheitern. Sie waren nicht genug und so, wie sie sind, sind sie nicht in Ordnung.

 

Was Frauen aus diesen Ratgebern lernen können

Wäre das Buch, das ich gerade lese, wirklich so schlecht, hätte ich den Titel und Autor preisgegeben. Doch natürlich hat auch dieses Buch seinen Wert. Der Wert ist etwas verborgen, aber dafür eine wichtige Lektion für alle Frauen, die nur Schwierigkeiten in der Anfangsphase mit Männern haben.

Wie man den Mann eventuell dazu bewegt, dass er dich anspricht. Vielleicht lassen sich die Bücher auch dafür zurate ziehen, wenn man herausfinden will, welchen Typ Mann man nicht anziehen möchte. Eventuell taugen sie auch, um ein wenig in das Unterbewusste zu tauchen und herauszufinden, was es dort zu entdecken gibt.

Lektion 0 aber bleibt: Du bist, was du ausstrahlst. Und was du ausstrahlst, kommt aus deinem Inneren.

In der Liebe (und im Beruf) braucht man Respekt für sich selbst und Wertschätzung gegenüber seiner Person und Persönlichkeit. Aber viele tun sich eben deshalb mit sich selbst schwer, weil sie negative Erfahrungen in der Vergangenheit gesammelt haben. Weil Beziehungen nicht so gut liefen, interpretierten sie ihren Wert neu. Das schürte Angst und bei manchen auch depressive Verstimmungen oder Panik. Sie maßen ihren Wert schließlich an den verflossenen Partnern oder an Menschen, die sie abwiesen. Aber seinen Wert bestimmt in Wahrheit ein jeder allein.

Doch befolgt man die Tipps der Ratgeber, strahlt man das aus: Ich bin das, was du möchtest, was ich bin. Ich drehe und wende und bücke mich, wenn du es willst. Hauptsache ist: Du willst mich.

 

Mein Geheimnis Nummer 1: Die Farbe deines Nagellacks ist nicht wichtiger, als die Farbe deiner Seele

Ich hatte auch einmal so einen Mann, der mich in High Heels, dem richtigen Nagellack und sexy Unterwäsche an der Tür wollte, als Vorzeigeobjekt und bessere Mutti in Krisensituationen und in allen anderen Situationen als gefügige, stille und nichtsmeinende Frau, die brav nickend in den Kreis seiner Freunde lächelte. (Ich muss wohl nicht erwähnen, wie oft wir uns gestritten haben, weil ich anderer Meinung war, als er.) Was ich aus den sechs Jahren mit dem Mann gelernt habe, steht aber nicht in diesen Ratgebern: Die gespielte, sexy Wärme in deiner Stimme ist nicht wichtiger, als die Wärme in deinem Herzen. Die Höhe deiner Absätze sagt auch nichts über die Augenhöhe in deiner Beziehung aus.

Ein Mann ist nur dann gut für dich, wenn du ihn magst, wie er ist. Und wenn er dich nur mag, wenn du anders bist, als in Wirklichkeit, dann magst du dich selbst nicht. Gib dein Geld in diesem Fall lieber für ein Selbstwert-Coaching oder einen tollen Ratgeber über Selbstvertrauensaufbau oder den freudvollen Umgang mit dem Alleinsein aus.

Aber investiere es nicht in Bücher, die dir noch mehr eintrichtern, dass irgendetwas mit dir nicht stimmen würde. Kauf dir lieber eine geile Jeans oder ein paar Birkenstocks, in denen du dich pudelwohl fühlst. Denn wahre Attraktivität kommt wirklich nur von innen. Je mehr man in sich selbst ruht, sich mag, wie man ist, und je mehr man die Meinungen anderer eben die Meinung anderer sein lässt, desto stärker wirkt man auf andere: anziehend.

 

Nie mehr du: Wie man einen Mann nicht erobert

wie man einen mann in sich verliebt machtIn den Ratgebern geht es aber um pure Manipulation der Männer, sportliche Strategien und gerissene, aber oberflächliche Taktiken, als wäre die Liebe ein Fussballspiel und der Gewinn eine vermeintlich authentische Beziehung.

Doch was geschieht, wenn wir diese Strategien und Taktiken durchgezogen, den Mann in uns verliebt gemacht haben und nach einer Weile Beziehung wieder so werden, wie wir sind? Das thematisieren dieser Ratgeber natürlich nicht. Feststeht, dass es dem Mann wohl sicher auffallen wird. Außer er ist ein Trottel.

Nennt mich verrückt, aber wenn ein Mann mich nicht so mag, wie ich bin, dann sollte ich ihn auch nicht mögen. Wenn ich einem Mann nicht genüge, dann genügt auch er mir nicht. Wenn ich mich immer verstellen muss, um dem Mann zu gefallen, dann belüge ich nicht nur den Mann, sondern auch mich. Was bringt es mir, dass ein Mann in mein falsches Ich verliebt ist, aber nicht in mich? Was bringt mir die Liebe eines Mannes, wenn ich meine Liebe für mich dafür aufgeben muss?

Ist Liebe und Beziehung zu einem Partner wirklich wichtiger, als man selbst?

Nein. Du bist am wichtigsten. Und so ist es richtig. Mit dir stimmt alles. So, wie du bist, bist du vollkommen richtig. Aber du wirst falsch, wenn du dich verstellst, in der Hoffnung, dass du dann nicht mehr allein wärst. Damit magst du vielleicht Männer für ein oder zwei Dates gewinnen, aber eine gesunde und funktionierende, anhaltende Beziehung gewinnst du so nicht.

 

Das Geheimnis Nummer 2: Homogamie

Ob sich ein Mann in dich verliebt, hat im Wesentlichen etwas mit dem Mann zu tun. Ob du dich in einen Mann verliebst, hat im Wesentlichen etwas mit dir zu tun. Ob ihr beide zusammenkommt und zusammenbleibt, hat im Wesentlichen mit der sogenannten Homogamie zu tun: die Ähnlichkeit zweier Partner in puncto Bildung, soziale Stellung, (emotionale) Intelligenz, moralische Werte, Zukunftsträume, Charakter, Interessen, Aussehen, Einstellungen zum Leben und der Liebe. Einige Experten nennen hier sogar das Lungenvolumen und die Länge der Ohrläppchen.

Wer also zusammengehört und wer nicht, entscheiden wir unbewusst, keineswegs aber lässt es sich steuern. Und wer weiß, was für Männer du anziehst, wenn du den vielen ausgeklügelten Tipps der Hitch-like-Date Doctors und Love Coaches befolgst? Ganz sicher keinen, der dich morgens im Pyjama mit zerzausten Haaren oder abends auf dem Sofa in Kuschelpulli und Wollsocken anlächelt und sich denkt: „Mein Gott, wie ich dich liebe.“

So jemanden findet man nicht, indem man ihn manipuliert. So jemand ist abgestoßen durch Spielchen, Schmollmünder und kleines Mädchen-Image oder Sexy Vamps. Wer dich wirklich lieben wird, liebt dich, weil er dich so, wie du bist, authentisch und wahr, gern sieht und mag. So jemand spürt, dass du besonders bist, eben, weil du anders oder so, wie du, bist.

Also sei anders, unbequem, wagemutig, offen, verschlossen, introvertiert, kreativ, still, laut, fordernd oder abwartend. Aber sei du selbst. Sei eine Person, die du selbst toll fändest. Mach es dir in deinem Körper und deinem Leben so bequem und attraktiv, wie es dir gefällt. Aber lass dir nie von einem Menschen einreden, dass du dich ändern müsstest, um für unpassende Männer kurzzeitig interessant zu sein.

Alles Liebe,
Janett Menzel

 

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