Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

 

Intuition galt früher als ein überlebenswichtiger Mechanismus, um zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Viele kennen Intuition durch das berühmte Bauchgefühl. Aus unerklärlichen Gründen wissen wir instinktiv und intuitiv, dass wir X machen oder lassen sollten - in Form von Geistesblitzen und Vorahnungen. Intuition ist damit die Fähigkeit, ohne über etwas eingehend nachzudenken oder Zusammenhänge durch äußere Anhaltspunkte zu erkennen, einfach „zu wissen“. Intuition lässt sich deshalb leicht mit Empathie verwechseln. Doch während Empathie die kognitive und emotionale Fähigkeit darstellt, wie ein menschlicher Schwamm die Energien (und damit auch Gefühle, Gedanken und Meinungen anderer Personen) aufzusaugen und selbst zu fühlen, ist Intuition die praktische, oftmals ausagierte Empathie. Sie bedeutet auch die Fähigkeit, instinktiv nicht nur andere Emotionen, sondern zusätzlich Situationen zu erfassen. Intuitiv-empathische Menschen stellen eine (wenn nicht die wichtigste) Kategorie der Empathen dar.

Da ich in den vergangenen Monaten/Jahren viel über Empathie und Hochsensibilität geschrieben habe, möchte ich im Folgenden gern die Eigenschaften intuitiv-empathischer Menschen darlegen, um die Themen zu ergänzen/abzugrenzen. Ich bin mir wie immer sicher, dass sich Dutzende darin wiederfinden werden - und so mehr zu ihrem Selbstverständnis beitragen können.

 

Intuition: Was es ist und was Empathie damit zu tun hat

intuition intuitive menschenIntuition ist nötig, um Empathie umsichtig empfinden zu können. Sie ist ein wichtiger Grundstein unseres Einfühlungsvermögens und unserer emotionalen Intelligenz. Einige sagen sogar, Intuition sei gleichzusetzen mit emotionaler Intelligenz. Andere sagen, Empathie sei die Grundlage jeder Intuition. (Es erscheint mir hier wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei.) Dennoch ist es in meinen Augen irreführend, zu sagen, dass jeder Empath automatisch ein stark intuitiver Mensch sei.

In letzter Zeit (vorwiegend im amerikanischen Raum) wird jedoch oft von den intuitiven Empathen oder Intuitiven gesprochen: Gemeint sind Menschen, die schnell und konkret fassbar fühlen, was andere fühlen - sei es offen sichtbare oder verborgene Gefühle. Es handelt sich nicht nur um Launen, Unwichtiges oder unausgeprochenes Gezanke. Menschen, die intuitiv-empathisch sind, können die Tiefe der anderen Psyche mit ihren Belastungen, Ausmaßen und Konsequenzen spüren, auch solche, die sie lieber nicht fühlen wollen oder die der andere absichtlich verdrängt (oder projiziert). Sie kennen vor allem den Unterschied zwischen fremden und eigenen Emotionen und können den Ursprung der anderen Emotionen instinktiv benennen. Empathen auf der anderen Seite fühlen diese und können sie leicht im Körper identifizieren.

Wir alle unterdrücken die einen oder anderen Gefühle. Menschen vergraben die Wucht der negativen Erlebnisse tief in sich, als Mechanismus der Angstbewältigung. Manche merken deshalb nicht einmal, dass es ihre Gefühle sind und dass sie sie verdrängen. Es sind aber just diese verdrängten Emotionen und Interpretationen vergangener Erlebnisse, die uns krank machen oder in die Isolation schicken. Sie manifestieren sich in unserem Körper. (Wir kennen das von Angst- und Panikstörungen, Depressionen usw.)

Intuitive aber sehen just diese, auch wenn der andere sich dieser Gefühle gar nicht bewusst ist. Bei intuitiven Empathen ist aber auch die Fähigkeit gemeint, Situationen, Märkte und Zusammenhänge - ähnlich wie Gefühle und Gedanken - intuitiv-instinktiv zu erfassen und zu wissen(, weil zu fühlen), was zu tun ist/gebraucht wird/hindert/befreit.

 

Offizielle Definitionen von Intuition

Intuition bezeichnet im Wesentlichen diese Eigenschaften:

  1. intuitive menschen können erlebnisse vorhersehenspontanes Handeln aus dem Bauch heraus, keine Erklärungen für sein Handeln haben/finden
  2. Geistesblitze und kreative Eingebungen
  3. schnelle Einsicht in Informationen sowie Zusammenhänge und das Erfassen aller Komponenten mit nachfolgender, beinahe selbstverständlicher „Erkenntnis“
  4. die Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer in Sekundenschnelle zu „erspüren“
  5. Einfühlungsvermögen und tiefgreifender Verstand
  6. unbewusste Muster, wie wir die Dinge und Menschen wahrnehmen und interpretieren (und beides zusammenbringen)
  7. der Ursprung jeder Kreativität

 

Intuition und Wissenschaft

Der Myers-Briggs-Typenindikator unterscheidet hauptsächlich vier intuitive Typen, als Rahmen dient natürlich erneut die Differenzierung zwischen extrovertierten Intuitiven und introvertierten Intuitiven. Auch bei Intuitiven zeichnet sich ab, wer von Natur aus eher in sich, sensibler oder zurückgezogener lebt und wer den Austausch mit anderen braucht und sucht, aber dennoch eine stark ausgeprägte Intuition besitzt.

Carl Gustav Jung (Freuds Schüler) wiederum formulierte Persönlichkeitstypen, von denen einer der „intuitive Typus“ ist. Er unterschied zwischen der abstrakten und konkreten Intuition, wobei die erstere die berühmten Eingebungen darstellen und die letztere „das, was geschehen könnte“, auf ideeller Ebene. Er hielt Intuition im Übrigen für eine der vier Grundpfeiler, überhaupt mental zukünftige Ereignisse „berechnen“ zu können. Ich sage bewusst berechnen, da Intuition zwar erstaunlich nach Hellsehen riecht, aber man so gar nicht esoterisch, spirituell oder „psychic“ drauf sein muss, um „sie zu haben“. Für Jung aber bedeutete Intuition die Fähigkeit, ein gutes Gespür für sich und für andere zu haben, sowie äußere (materielle) Umstände und Bedürfnisse erspüren zu können.

 

Wie sind intuitive Empathen bzw. intuitiv starke Menschen?

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunDoch intuitive Menschen teilen noch weitere, bislang eher unbekannte Eigenschaften, die leicht mit der reinen Empathie, Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität verwechselt werden können:

  1. Intuitive tasten Situationen vollständig ab. Bevor sie nicht jede Ecke gedanklich und emotional ergründet haben, alle Perspektiven berücksichtigt und in ihrer Gesamtheit verstanden haben, sind sie nicht zu EINER Meinung bereit. Eben weil sie diese Vorgehensweise haben, können sie zanken und meckern und diskutieren und hören erst auf, wenn sie a) den anderen davon überzeugt haben, dass es mehr als seine Meinung gibt oder b) ihre Prüfung der Situation/des Themas/der Person vollzogen haben und zu einem schlüssigen Ergebnis gekommen sind.
  2. Dementsprechend sind sie perfekte Zukunftsdenker. In ihrem Abtasten der Situationen (neuer Job versus alter, potenzielle Partner, Geldinvestitionen, Chancen zwischenmenschlicher Verbindungen, Risiken innerhalb Gesprächen usw.) prüfen sie und „lesen“ so wahrscheinliche oder mögliche Ausgänge ab. All das addieren sie zu Möglichkeiten und Schwächen, Stärken und Risiken, die wiederum ihre Entscheidungen oder Handlungsempfehlungen begründen.
  3. So planen sie auch ihre Zukunft. Sie betrachten alle Optionen und setzen sich entsprechend Ziele für die kommenden Jahre. Indem sie so vorgehen, sind sie aber auch Menschen, die höchst anpassungsfähig und flexibel sind. Sie sind eben bereits im Voraus auf alles/vieles vorbereitet. Sie haben die Umgebung/Situation/Person eingehend studiert. Sie sind große Träumer, Denker, Entwickler und leben oft in der Zukunft, um ihr eigenes großes Bild von der Welt/dem Leben zu erfüllen.
  4. Sie vertrauen dem, was sie spüren und denken, nicht etwa dem, was sie spüren und denken sollen. Dementsprechend sind sie antiautoritär und mögen fremde, diktierte Regeln und Verhaltensvorschriften oder soziale, wirtschaftliche, unternehmerische Werte weniger als die, die sie für „stimmig“ erachten. Wenn jemand sagt, XYZ müsse so und nicht anders umgesetzt werden oder „man“ würde das eben so machen, führt das bei Intuitiven nur zur Eröffnung von Diskussionen und Ablehnung. Sie wollen genau wissen, wieso derjenige das so sieht. Fehlen aber Argumente, spürt der Intuitive Machtmissbrauch oder egoistische, narzisstische  Tendenzen, hat man es als Anderer nicht gerade leicht. Sie vertrauen Autoritäten und Führungskräften nicht per se, nur weil diese eine entsprechende Position innehaben. Sie sehen sie nicht als unfehlbar, nur weil sie in der Führungsetage sitzen oder einen bestimmten Status erreicht haben.
  5. Damit ist auch klar, dass Intuitive sehr gute Analytiker sind, und beizeiten so ziemlich alles interpretieren und überanalysieren. Das liegt daran, dass sie sich - wenn sie eine Entscheidung treffen müssen - von ihrem Ego-Blickwinkel distanzieren und so alles betrachten, was es zu betrachten gilt. So garantieren sie größtmögliche Sicherheit für das (beste) Handeln.
  6. Das wiederum begründet, dass sie kleinste Veränderungen in Situationen/Personen wahrnehmen und gedanklich in die Vergangenheit und Zukunft „reisen“, um die Ursachen und Lösungen zu finden. Sie merken sich entsprechend viel und können oft ganze Sätze im Nachhinein zitieren oder sagen, wie eine Situation minütlich ablief.
  7. Andersartige Gedanken ziehen sie an. Sie mögen deshalb auch das Unkonventionelle, das Übernatürliche, Unerklärliche, Abnormale. Sie studieren gern „solche“ nicht-normalen Welten und können sich ganz hineinfallen lassen, denn das „Normale“ ist ihnen viel zu langweilig. Haben sie eine Sache verstanden und erspürt, beginnt bei vielen die Langeweile.
  8. Daher liegt es nahe, dass sie unzählige, scheinbar unvereinbare Interessen haben. Vor allem lieben sie es, diese scheinbar unvereinbaren Umständen miteinander zu verknüpfen. Ähnlich wie bei Hochbegabten, haben sie die Fähigkeiten, Muster aus verschiedenen Theorien und Disziplinen zu verbinden. Sie erkennen Querverbindungen und Zusammenhänge.
  9. intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererSie erkennen, wie erneut auch bei den anderen Gruppen, unauthentische Menschen auf einen Blick. Sie sind Lügendetektoren. Sie erkennen, wer wahrhaftig ist und wer nur seine Interessen befriedigt sehen will. Sie verabscheuen Fremdbedürfnisse, wenn die Gruppeninteressen verletzt würden. Sie sind soziale Verfechter. Sie sind soziale Fürsorger. Sie gehen gegen jedwede einseitige und manipulative Verhaltensweise anderer mit intuitiver und eiskalter Weise vor. Bei solchen Menschen spüren sie nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Sie sind ja ohnehin von den Gefühlen und Gedanken des anderen „beeinflusst“; nicht nur von positiven. Bei negativen aber spielen sie sie gegen den anderen aus - zum Wohle aller.
  10. Sie hassen, wie Hochsensible, Hochbegabte und Empathen, oberflächliche Gespräche. Je qualitativ hochwertiger die Gespräche sind, desto eher sind sie in ihrem Element. Alles andere langweilt sie zutiefst. Fluchtreflexe bei prestige-status-ego-bezogenen Menschen sind sehr häufig.
  11. Sie haben damit einen hohen Gerechtigkeitssinn. Auch Selbstgerechtigkeit spielt bei ihnen eine wichtige Rolle. Deshalb findet man sie eher selten in traditionellen Strukturen. Sie sind kreativ, freiberuflich, selbstständig, Single oder leben in einer weniger konventionellen Beziehung oder mindestens in einer, die nicht den offiziellen Regeln folgt. Sie haben ihre eigenen Wege und versuchen sie - einmal erkannt, dass es ihnen damit besser geht - auch aufs Ganze auszuleben. Was X, die Familie, die Welt oder der Kunde will, spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch wenn sie einmal oberflächlich den Angepassten mimen, bedeutet es doch, dass sie hintenrum ihre Wege gehen oder aber planen, wie sie den offiziellen wieder verlassen.
  12. SINN ist ohnehin einer der wichtigsten Pfeiler ihres Leben. Ohne Sinn in allem, was sie tun und nicht tun, tun sie wenig. Dafür benutzen sie hauptsächlich ihre Erfahrung und Wahrnehmung als Straße.
  13. Sie hören eben auf ihre innere Stimme. Für Intuitive spricht sie die innere Wahrheit, die einzige Erkenntnis, die sie brauchen, um ihrer Philosophie folgen zu können.
  14. Viele Menschen nutzen Intuitive, um Zugang zu diesen Fähigkeiten zu haben. Auch das AUS-Nutzen ist leicht möglich, denn Intuitiven wird schnell Vertrauen geschenkt und umgekehrt sind sie schnell in jemandem „drin“. Sie sind gute Zuhörer und Helfer und haben oft Vorschläge und Interpretationen parat. Es dauert nie lang, bis sie Zugang zu anderen bekommen, außer dieser Jemand ist unauthentisch/manipulativ. Dann halten sie sich zurück.

 

Media-Tipps: Dokumentationen zu Intuition/Empathie

Interessierten empfehle ich die ARD-alpha Doku-Serie (bestehend aus 13 Folgen) mit dem Titel „Auf den Spuren der Intuition“:

Folge 1: Intuition entdecken
Folge 2: Was steht der Intuition im Weg?
Folge 3: Die Quellen der Intuition
Folge 4: Wie finden wir zur Intuition?
Folge 5: Empathie als Grundlage der Intuition
Folge 6: Intuition im Miteinander
Folge 7: Der inneren Stimme lauschen
Folge 8: Intuition in der Pädagogik
Folge 9: Intuition in der Arbeitswelt
Folge 10: Intuition als Grundlage der Kreativität
Folge 11: Intuition in den Grenzbereichen der Wahrnehmung
Folge 12: Mit Intuition zur ganzheitlichen Sicht
Folge 13: Mit Intuition die Zukunft gestalten

 

Quellen:

[1] Seite „Intuition“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. April 2017, 07:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Intuition&oldid=164982379 (Abgerufen: 7. August 2017)
[2] April Klazema: Intuitive Empath Traits: What you Need to Know. In: Udemy-Blog. 18. Juni 2014. URL: https://blog.udemy.com/intuitive-empath/ (Abgerufen: 7. August 2017)
[3] A conscious rethink: 4 signs you’re an intuitive empath (not just an empath). URL: https://www.aconsciousrethink.com/3854/4-signs-youre-intuitive-empath-not-just-empath/ (Abgerufen: 8. August 2017)

 

Heilsteine und Mineralien: So schützt du deine Energie für innere Ruhe

Heilsteine und Mineralien: So schützt du deine Energie für innere Ruhe

Edelsteine, Heilsteine und Mineralien haben eine lange Tradition. Ob in der Antike oder im 20. Jahrhundert: Schon immer schützten sich Menschen vor negativen Energien, Krankheiten und Unheil durch bestimmte Steine, die Blockaden lösen und etwas wieder in den Fluss bringen, harmonisieren sollten. Edelsteine und Heilsteine sind eine Unterstützung, keine Magie. Sie bedeuten Glaube an die Kraft der Natur. Je stärker dieses Vertrauen ist, desto stärker können dir die Steine helfen.

 

Edelsteine, Kristalle, Heilsteine und Mineralien

Heute sind es besonders hochsensible Menschen und Empathen, die durch Edelsteine, Heilsteine und Mineralien profitieren können. Ihre Sensitivität macht sie angreifbar und beeinflussbar durch die Handlungen und Emotionen anderer Personen. Wenige wissen, dass man sich vor fremder Energie schützen kann, in dem man Heilsteine bei sich trägt oder sie in seiner Wohnung hat. Sie wirken besonders gut gegen Ängste, ob diffuse Angst oder spezifische Angst, und damit auch gegen Stresssymptome und schwierige Zeiten.

Die Steinheilkunde besagt, dass jeder Heilstein seine eigene Bedeutung hat, individuelle Eigenschaften und Wirkung. Sie helfen uns bei bestimmten Themen und wirken in ihrer Form ebenfalls unterschiedlich. In den meisten Fällen sollte die Rohform verwendet werden. Je weniger industriell bearbeitet sie sind, desto wirkungsvoller. Doch ob als Kristall oder als Rohstein, in Form einer Kette oder eines Rings: Heilsteine und Edelsteine erlauben einem Menschen, bei sich und in seiner Kraft zu bleiben. Auch gibt es die Zuordnung zu Chakren und Sternzeichen, die ich der Vollständigkeit halber erwähnen werde.

Ich stelle dir im Folgenden vier Heilsteine und Edelsteine vor, die deine Energie fördern und in schwierigen Zeiten Unterstützung schenken können.

 

Amethyst

amethyst der heilstein schütztDer Amethyst ist ein violettfarbener Kristallquarz und gehört zur Gruppe der Oxide. Er ist durchscheinend und kann in seiner Farbe von einem hellen bis sehr tiefen Violett rangieren.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Ein Amethyst wirkt auf die Lunge (Atemwege), Haut und Nerven. Er wirkt gegen Ekzeme und Ausschläge sowie Schuppenflechten und Warzen, fördert Abhusten und ist effektiv gegen Heiserkeit. Auch ist er förderlich für die Verdauung: Er reguliert die Darmflora und stärkt bei einer nervösen Verdauung. Bei Schmerzen wie Menstruationsbeschwerden, aber auch Kopf- und Schulterschmerzen, Verspannungen im Nacken wirkt er lindernd, genauso wie bei Hitzewallungen. Bei Fieber, einem angeschlagenen Immunsystem und besonders bei Süchten wirkt er heilend.

Auf dem seelischen Gebiet er ist heilsam bei Trauer, Kummer, Ängsten, besonders Prüfungsängsten, Verlustschmerzen bei Trennung und Tod, aber auch bei Albträumen, unerwiderten Gefühlen und Liebeskummer. Er fördert die Entspannung und innere Ruhe sowie einen erholsamen Schlaf, stärkt die Intuition und unterstützt dabei, Entscheidungen zu treffen, die Konzentration aufrechtzuerhalten und sich zu öffnen.

Ein Amethyst ist ein starker Schutzstein, der ebenfalls die Spiritualität fördert. Er soll falsche Freunde vertreiben und das Übernehmen von fremden Mustern und Energien verhindern. Es wird ebenfalls gesagt, dass er sich gut eignet, um ihn im Auto bei sich zu haben.

Auf einer Amethystdruse können andere Steine wie zum Beispiel Jade aufgeladen werden.

Anwendung

Man kann ihn auf den Körper legen, am Körper tragen oder in der Hosentasche, den Stein in Wasser legen und das Wasser trinken oder in einer Creme einlegen sowie zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Er ist den Chakren Stirn und Scheitel zugeordnet.
Die Sternzeichen Widder, Fische, Jungfrau, Wassermann sowie Steinbock haben den Amethysten als Geburtsstein.

Pflege eines Amethysten

Man muss ihn in lauwarmen Wasser reinigen, dann mit Hämatit (Trommelsteine) entladen und bei Vollmond(licht) aufladen.

 

Blauer Topaz (Edeltopas)

der edelstein blauer topasDieser ist ein sehr wertvoller Edelstein. Er ist als Rohstein, Kristall, in Form von Trommelsteinen, Anhänger und als Ketten zu bekommen. Auf Kristalle und Ketten solle man bei dem Blauen Topaz verzichten, weil seine Wirkung durch die Aufarbeitung bereits stark minimiert worden sei.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Der Stein beruhigt unsere Nerven und kräftigt Herz und Kreislauf, unterstützt bei Depressionen und vor allem bei Schlaflosigkeit, aber auch bei Erschöpfung, nervösen Kopfschmerzen und Atemnot. Bronchitis, festsitzender Husten und Erkältungen lindert er.

Auf der seelischen Ebene inspiriert der Blaue Topas und regt unsere Kreativität an. Viele Schauspieler und darstellende Künstler tragen ihn für eine bessere Leistung und mehr Sicherheit auf der Bühne. Er ist dafür bekannt, dass er die Selbstbestimmung fördert und die Selbstheilung anregt: Er hilft uns, uns uns selbst anzunähern und nach unseren Werten zu leben. Somit löst er Denk- und Glaubensmuster auf und regt Weitsicht an. Er gleicht Starre und Sturheit aus und verhilft uns zu mehr Großzügigkeit und Toleranz im Miteinander. Er harmonisiert also unser Gefühlsleben und schenkt uns Klarheit über unsere wahren Bedürfnisse. Er hilft dabei, uns von „Altem“ zu befreien, endlich loslassen zu können.

Anwendung

Bei Schlaflosigkeit kann man ihn mit ins Bett nehmen, bei Stress sollte man den Topas für mehrere Stunden (mind. 12) in ein Glas Wasser legen und das Wasser dann vor dem Schlafengehen trinken.

Sternzeichen und Chakren

Er ist den Sternzeichen Löwe, Waage, Zwilling und Wassermann zugeordnet.
Er wirkt besonders auf das Halschakra.

Pflege

Man sollte ihn einmal bis zweimal im Monat unter lauwarmem und fließendem Wasser entladen. Bei Ketten muss er mit den sog. Hämatit-Trommelsteinen (am besten Bergkristall Trommelsteine) über Nacht entladen werden. Topase sollten nicht bei Sonne aufgeladen werden, da Sonne ihm seine Farbe entzieht. Topase sollten daher nur über Nacht aufgeladen werden.

 

Jade

jade gilt als heilstein und schutzsteinJade ist ein Edelstein und kann in den Farben weiß, gelb, grün, rötlich, braun, violett, lila und schwarz auftreten und ist durchscheinend.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Er wirkt besonders stark auf die Nieren, regt somit die Nierentätigkeit an und entgiftet. Er stärkt zudem das Herz und ist förderlich für den Kreislauf. Auch die Milz, Leber und der Darm wird durch Jade gekräftigt. Im Allgemeinen ist er gut bei Stoffwechselproblemen und einem geschwächten Immunsystem.

Auf psychischer Ebene wirkt er auf die Nerven: Er beruhigt, wirkt gegen Antriebslosigkeit und baut Zufriedenheit auf, fördert die geistigen Aktivitäten und Tatkraft. Er löst zudem Vorurteile und hartnäckige Denkmuster auf. Er gilt auch als Stein der Harmonie, der Liebe, Zuversicht, des Selbstvertrauens und der Selbstsicherheit. Er fördert Unabhängigkeit und Gerechtigkeit, aber auch Dankbarkeit und Barmherzigkeit, wenn es um Loslassen und Verzeihen geht. Daher wird er oft als Stein des inneren Friedens und der Ausgeglichenheit benannt, denn er fördert Mut und stärkt unsere Persönlichkeit bei Angst und Aufregungen im Leistungsbereich (Prüfungsangst, Redeangst, Lampenfieber, Angst, nicht zu genügen und zu versagen usw.)

Anwendung

Man kann Jade auf die Stirn (20 Minuten vor dem Schlafengehen), den Nierenbereich und unter das Kopfkissen legen, ihn am Körper tragen oder in der Hosentasche. Man kann ihn in Wasser legen und es anschließend trinken oder zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Jade gilt als Stein der Sternzeichen Waage, Widder und Krebs.
Er wird dem Herzen (grüne Farbe) und in gelber Farbe dem Solarplexus (der Bauchregion) zugeordnet.

Pflege

Man sollte Jade in Wasser reinigen, anschließend mit Hämatit entladen und schließlich auf einer Amethystdruse (siehe zweites Bild bei der Beschreibung Amethyst) aufladen.

 

Lapislazuli (auch: Lapis Lazuli)

Dieser Edelstein tritt in blauer oder grünlicher, aber undurchsichtiger Farbe auf. Man sagt, je kräftiger seine Farbe sei, desto stärker wären die heilenden Wirkungen des Steins. Hellblaue Lapislazulis wären damit schwächer in ihrer Wirkung.

Der Lapislazuli ist bekannt für seine tiefblaue Farbe.

Der Lapislazuli ist bekannt für seine tiefblaue Farbe.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Er wirkt auf die Atemwege und den Hals (Rachenraum, Mandeln, Kehlkopf) und beruhigt. Er lindert Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor Reizungen der Haut, Hauterkrankungen, Gefäßablagerungen (Verkalkungen) und zudem reguliert er Schilddrüsenfunktionen. Er fördert außerdem die Sehkraft.

Auf psychischer Ebene ist er die Sternschnuppe der Heilsteine: Er gilt als Stein der Herrscher und der Wahrheit, fördert Integrität, Aufmerksamkeit und innere Ruhe, Rückkehr zu sich selbst und Ausdrucksstärke der Gefühle. Er verhilft zu mehr Entschiedenheit und Konsequenz sowie zu mehr Denkvermögen und Kreativität im Sinne des Einfallsreichtums. Man erinnert sich wieder an sich selbst, an seine Werte und Bedürfnisse. Er schenkt somit Selbstbewusstsein, während er Ängste auflöst und für einen erholsamen Schlaf eintritt. Auch bei Konzentrationsschwierigkeiten hilft er und dabei, Blockaden und Vorurteile zu verringern.

Mit diesem Heilstein wird das Leben etwas müheloser und erscheint nur noch wenig anstrengend, wenn man emotional erschöpft ist.

Anwendung

Man kann ihn direkt auf der Haut tragen oder in der Hosentasche sowie zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Er ist der Geburtsstein der Sternzeichen Widder, Schütze und Jungfrau.
Er wirkt auf das Chakra Stirn.

Pflege

Man sollte ihn im Wasser reinigen und mit Hämatitsteinen entladen, anschließend auf Bergkristall oder aber direkt im Mondlicht wieder aufladen.

 

Zusammenfassung und Buchempfehlung

Von welchem Edelstein, Heilstein oder Mineral man sich helfen lässt: Achte darauf, dass er einer Bedeutung für deine Themen zugeordnet ist. Wer sich näher mit Edelsteinen und Heilsteinen beschäftigen möchte, dem empfehle ich Julia Labachers Buch „Heilsteine: 50 Steine und ihre therapeutische Anwendung für Körper und Seele„. Es betrachtet die Steinheilkunde im Detail und erwähnt weit mehr als Bergkristall und Turmalin. Die Autorin bespricht die wichtigen Steine von ihrer Bedeutung bis hin zu: wie sie wirken, welchen Themen und Energien sich der jeweilige Heilstein widmet und wie er gegen welche Symptome helfen kann. Ihr Buch ist eine erstaunlich umfassende Sammlung von Edelsteinen und Heilsteinen in ihrer Wirkung zum kleinen Preis.

 

 

Empathie: Was ist ein Empath? Wie beschreiben sich Empathen?

Empathie: Was ist ein Empath? Wie beschreiben sich Empathen?

Ich bin in einer Facebook Gruppe namens „An empath“. Zu Weihnachten stellte dort ein Mitglied die Frage: „Wie würdest du einen Empathen in ein bis zwei Sätzen beschreiben?“ Alle machten mit und es kamen die besten Beschreibungen der Empathie als Charaktereigenschaft und Phänomen heraus, aber auch sehr emotionale Antworten. Denn die negativen Seiten der Empathie, mit denen viele Empathen zu kämpfen haben, wurden ebenso ans Tageslicht gefördert. Mit dieser Zusammenfassung kann man Empathie gut verstehen lernen.

Ich finde die Antworten so aussagekräftig, dass ich gern einige davon teilen möchte. Wer sich mehr für Empathie interessiert und sich mitunter fragt, wieso er die Gefühle der anderen Menschen (ob nun anwesend oder nicht) fühlt, sie aufsaugt, wie ein Schwamm und wieso man als Empath besonders anfällig ist für Zweifel, Ängste und Stimmungsschwankungen, dem empfehle ich meinen langen Artikel zu diesem Thema: Empathie: Wenn du Stress & Angst von anderen aufsaugst (mit Test).

 

Was Empathie bedeutet: So beschreiben Empathen Empathie

Am prägnantesten fand ich diese Aussagen über Empathie:

„Empathen haben die sehr eigene Gabe, den dunkelsten Teil der Menschheit zu erkennen. Wenn ein Empath sein emotionales Schicksal akzeptieren lernt, ist er in der Lage, den paranormalen Teil und das physische und psychische Leid zu sehen.“ Mit paranormal sind hier keine Aliens gemeint, sondern das, was andere an Schwingungen nicht wahrnehmen würden, weil sie es nicht sehen. Gemeint ist hier die Gabe, zwischen den Zeilen zu hören und zu lesen, die starke Intuition für fremde Gefühle zu haben, ohne zu wissen, welche Ursachen sie haben.

„Empathen können in alles Lebendige hineinhören.“ Sie können Verbindung zu jedem Leben aufnehmen, sich einfühlen und in das Leben hineinspüren, sozusagen. Sie haben die Fähigkeit, nicht nur die Gefühle anderer Lebewesen zu erkennen und im bewussten Zustand auch nachfühlen zu können. Sie fühlen sie so, als wären die Emotionen ihre eigenen. Daher fällt es auch vielen Empathen schwer, sich von fremden Gefühlen oder Menschen an sich abzugrenzen. Deshalb ertragen es Empathen nur wenige Zeit, unter vielen Personen, in Menschenmassen oder in emotional aufwühlenden Situationen zu sein. Hier ist nicht nur das Negative gemeint: Wie ein anderes Mitglied schrieb, würden Empathen genauso positive Gefühle und Gedanken (!) sehr viel stärker wahrnehmen. Auch positive Gefühle wie Freude können einen auslaugen.

„Empathen sind Magneten.“ Im Internet kursieren ewig viele Artikel darüber, wieso Empathen häufig an die nicht so freundlichen Kollegen der Menschheit geraten. Es gibt Diskussionen darüber, dass es starke Anziehungsmuster gebe, zum Beispiel dieses: „Empath - Narzisst“. Tatsächlich berichten viele Empathen, dass sich Narzissten besonders zu ihnen hingezogen fühlen bzw. Empathen mind. einmal auf einen stark narzisstischen Menschen hineinfallen. (Narzissten im mittlerweile gebräuchlichen, nicht klinisch kranken Sinn, sind Menschen, die sich stark in den Mittelpunkt stellen, anderen gegenüber auffallend verletzend, rücksichtslos und manipulativ sind, sie ausnutzen und für ihre Zwecke ungeniert und gewissenlos gebrauchen. >> Mehr dazu im Artikel Narzissten & Energieräuber: Über ihre Angst und verlorene Identität). Aber Empathen sind magnetisch wegen ihrer positiven und fürsorglichen Energie, können mit dem Leid anderer Menschen sehr, sehr schwer umgehen und würden daher einiges tun, um es zu verringern. Sie sind somit auch sehr anziehend für Menschen, die sich traurig, klein, wertlos oder hilfebedürftig fühlen.

„Empathische Menschen haben die Gabe, jemanden von seinem körperlichen und emotionalen Schmerz zu heilen.“ Empathie ist bekannt dafür, besonders in sozial engagierten Berufen aufzutauchen. Dort, wo sich Menschen um die Bedürfnisse anderer kümmern, tummeln sich viele empathisch Begabte, die mit ihren Fähigkeiten anderen helfen, emotional und körperlich zu heilen. Sie können sich so sehr einfühlen, dass sie deshalb das starke Bedürfnis haben, dass es anderen gutgeht. Mit ihrer Hilfe haben kranke oder hilfebedürftige Menschen jemand Kümmernden um sich, der sie wahrnimmt und so sein lässt wie sie sind. Empathen sind daher selten egoistisch. Jemanden in seinem Schmerz allein zu lassen, ist ihnen fremd. So etwas würden sie nur tun, wenn derjenige ihnen schadet oder sie Abgrenzung für ihr eigenes Wohl brauchen. Aber dafür muss es empathischen Menschen in ihrer eigenen Situation schon sehr schlecht gehen.

„Empathie bedeutet, sich so sehr in jemanden hineinversetzen zu können, dass man sein eigenes Leben vergisst zu leben.“ Empathisch zu sein bedeutet in seiner extremen Ausprägung tatsächlich, dass man sich im Leben eines Anderen verlieren kann. Man beginnt, andere Ziele zu verfolgen, fremde Werte zu verteidigen und zu leben, fremde Bedürfnisse höher zu stellen. Seine eigenen Ziele, Werte und Bedürfnisse stellt man hinten an. Es geschieht einigen, dass sie erst nach der Trennung von einem Menschen erkennen, dass sie nicht ihr Leben gelebt haben, sondern das eines anderen Menschen. Wie gesagt: Empathen haben Schwierigkeiten, sich abzugrenzen. Sie übernehmen nicht nur Gefühle, sondern auch Gedanken von Personen. Oder um es mit den Worten eines Mitglieds zu sagen:

„Ein Empath ist jemand, der hochsensitiv, verbunden, frustriert, liebevoll, fürsorglich und gebend ist…jemand, der dringend Gleichgewicht lernen muss.“

„Sie fühlen alles. Sie wissen alles.“ Ich fand den zweiten Satz sehr schön, denn er zeigt auch einen etwas gewöhnungsbedürftigen Aspekt der Empathie: Empathisch zu sein heißt leider auch, dass man den Dreck anderer Menschen erkennt und ihn spiegelt. Man sieht hinter die Fassade und spiegelt das Wahre in einem Menschen. Theorien gehen davon aus, dass dieser sogenannte empathische Spiegeleffekt nicht nur Unauthentizität in einem Gegenüber aufdeckt oder aus einem Empathen einen menschlichen Lügendetektor macht. Menschen mit der Gabe Empathie würden diese dem anderen Menschen auch zurückspiegeln. Empathen sind deshalb nicht immer die besten Freunde aller Menschen. Sehr oft können es Menschen auch so gar nicht leiden, erkannt zu werden. Sie meiden dann die Gesellschaft empathisch begabter Personen, um sich nicht in dem Licht zu sehen, das der Empath entdeckt hat. „Ein Empath zu sein, macht dich zu einem Ziel. Es macht dich zu einem Krieger“, schrieb ein anderes Mitglied.

„Empathen sind die missverstandensten Menschen von allen.“ Eben weil Empathen ihren eigenen Kampf kämpfen, um zurechtzukommen und trotzdem Mensch zu bleiben (mit eigenen Zielen), eben weil sie Schwierigkeiten haben können, die durch die Empathie verursacht werden, isolieren sie sich sehr oft. Sie sind nicht selten einsam und ernten für ihre Empathie und die Konsequenzen so manch abwertenden Blick oder Interpretation.

 

das sagen empathen über empathie wie es sich anfühlt ein empath zu sein

Wie es sich anfühlt, ein Empath zu sein

Es tauchen besonders oft sehr ambivalente Gefühlswelten in Verbindung mit Empathie auf. Einige der typischen Gefühle der empathischen Menschen möchte ich hier nennen:

  • traurig
  • folgend
  • scharfsichtig
  • tief wissend
  • lebendig
  • nach Ganzheit strebend
  • sensitiv
  • bewusst
  • intuitiv
  • menschlich
  • liebenswert
  • sanft
  • aufweckend
  • reich (innerlich)
  • schmerzlich
  • weltschmerzerfüllt
  • hingebungsvoll

Empathie ist also nicht immer ein Kinderspiel. Sie macht einen Menschen aber durchaus reicher: an Erfahrungen und an wahrer Nähe und Liebe zu anderen Menschen. Und zu sich selbst.

 

Versucht dich jemand zu manipulieren? Gewiefte Tricks von hinterhältigen (und spinnenden) Römern

Versucht dich jemand zu manipulieren? Gewiefte Tricks von hinterhältigen (und spinnenden) Römern

Letztens rief mich jemand an und wollte eine Lösung für ein Problem, dass in meinen Augen gar keines war. Auch nicht in ihren, aber jemand anderes hatte sie angerufen und seinen Unmut und seine Angst an ihr ausgelassen. Damit sie keine Angst haben musste, nicht Schuld sein und die Verantwortung tragen musste, suggerierte sie mir, dass ich die Verantwortung tragen müsse, sonst sei ich Schuld. Unser Telefonat endete mit diesen Worten:

„Aber Frau Menzel, das wollen Sie doch niemandem zumuten, oder?“ (im Tonfall eines höhnischen Lachens mit besserwisserischer Miene und arrogantem Nicken)

Die kleine, hinterlistige Stimme in mir, die definitiv vom Teufelchen auf meiner Schulter kommt, murmelte:

„Jetzt erst recht!“ Denn die einzige Zumutung in meinen Augen war das Telefonat in dem Tonfall und der zwischen-den-Zeilen-Unfähigkeit, „Probleme“ anders zu lösen, als mit Angstgehasche.

Ich habe ja bereits im letzten Post zum Thema Empathie: Ist es deine Angst oder die eines anderen? darüber geschrieben, dass besonders Menschen, die liebevoll sind oder gelernt haben, es zu sein, andere erst einmal wichtiger zu nehmen, als sich selbst oder sich gar in Situationen befinden, in denen sie sich fügen müssen, auch anfällig sind, die Angst anderer in sich zu bunkern.

Aber was nützt sie uns?

Nichts. Kann also weg. Am besten zurück zum Eigentümer.

 

Nun mal Budder bei de Fische: Ist emotionale Gewalt oder passive Aggression denn wirklich so schlimm?

Panikattacken HochbegabungIn meinen Augen, ja. Verbale, besonders aber emotionale und passiv-aggressive Gewalt ist das Schlimmste, das man seinen Mitmenschen antun kann. Es erinnert an ungesund narzisstische Merkmale, die einen jeden Menschen gegen seinen Willen die Gefühle anderer aufzwingt, während man aufgefordert ist, sein Wissen und seine Gefühle hinten anzustellen. Weil sie demjenigen nichts bedeuten und man selbst damit unbedeutend sei, in seinen Augen.

So machen das Energieräuber und die Gruppen, die im Internet allgemeinhin als Narzissten bezeichnet werden. Und viele unserer Mitmenschen geraten tatsächlich in ein ungesundes narzisstisches Lebensgefüge, in denen sie Vieles an anderen auslassen, um ihre Ziele zu verwirklichen. Auf die böse Art, meine ich. Als sei es, das Normalste und Legitimste der Welt.

Wir spulen zurück.

Deine Gefühle bedeuten sehr wohl etwas. Sie sollten nicht alles auf der Welt bedeuten, aber genug, um manipulative Gespräche und Situationen mit den etwas eigensinnigen Mitmenschen gekonnt zu meistern. So, dass es DIR gut geht. DU sollst nachts - trotz der Angst anderer - gut schlafen können. DU sollst dich entspannen und in dir ruhen dürfen. DU musst dich selbst stärken und weitestgehend stressfrei und angstfrei, meint resilient, sein dürfen, um anderen helfen zu können, ohne dir selbst zu schaden.

Mein Teufelchen bittet um folgenden Zusatz: Statt den Gefühlsdreck anderer Leute zu entsorgen und dir dabei noch die Finger schmutzig zu machen.

Denn das ist es: Die Gefühle der anderen, für die du die Verantwortung übernehmen würdest.

 

Die einzige Zumutung ist die Forderung der anderen

Ich hatte mein ganzes Leben lang damit zu tun, Abwehrtaktiken gegen Menschen und ihre Bedürfnisse zu finden - wie gesagt, nicht die guten, die gegenseitig waren, sondern die, die mich ausnutzten und den anderen einseitig befriedigten. Während es mich benachteiligt zurückließ. Ich beschäftigte mich also schon lang  mit Möglichkeiten, wie man Menschen nett, aber bestimmt, schuld- und schamfrei sowie erwachsen wissen lässt, dass sie sich gerade etwas zu ernst nehmen oder gar unmöglich benehmen oder Unmögliches von mir erwarten und verlangen.

Meine Wut kam (und kommt noch) immer an dem Punkt zum Kochen, an dem ich merke, derjenige meint wirklich, ER sei wichtiger. Da findet ein Vergleich statt und ohne, dass man versteht, wieso,schneidet man schlecht ab. Du weißt schon, der Moment, indem es völlig nebensächlich wird, welche Argumente oder Gründe oder Sichtweisen du hast. Der Moment, indem du mit dem, was du bist, geleistet hast, fühlst, gibst usw. schlichtweg bedeutungslos wirst.

Bei mir spult sich danach mind. 30 Minuten eine heftige, verkopfte Spirale ab, in der mir alle möglichen Gedanken und Reaktionen einfallen, die ich nicht mehr sagen kann, weil der Moment eben vorbei ist. Dabei Falsche Freundlichkeitwar ich ziemlich stolz auf meine Reaktion: „Das sind doch alle erwachsene Menschen. Niemandem wird irgendein Schaden zugefügt.“ Danach würgte mich die Dame ab, weil sie merkte, dass ich nicht so flockig sie-orientiert „Juchhu!“ schrie, sondern ihre Gedanken als Vorschlag betrachtete, der erörterungswürdig war.

Aber: Gepaart mit unechter Freundlichkeit, die mich vermuten ließ, dass ihre eigentlichen Gefühle mir gegenüber nicht so gut gemeint sind, war mein Teufelchen danach viel zu lange wütend. Jede einzelne Minute war eine Minute zu viel. Denn es sind meine Lebensminuten und indem ich jemanden die Erlaubnis gebe, mich aufzuregen, vergeude ich meine wertvolle Lebenszeit oder denke mich in Rage, früher sogar bis hin zu Panikattacken mit Verdauungsstörungen, Spannungskopfschmerzen und Agoraphobie.

Heute weiß ich natürlich: Diese Gedanken vergehen wieder.

 

Doch: Was tun, wenn die Römer spinnen?

Man sollte meinen, derjenige würde irgendwann reflektieren und bemerken: „Mist, war ein Fehler. Derjenige war gar nicht schuld an meinen Gefühlen.“ Aber was ist, wenn sie nicht reflektieren, sondern denken:

„Du hast die Schuld, wenn du dich nicht fügst. An mir liegt das nicht!“

Dann brauchen wir einen Weg, der anfangs etwas holprig sein könnte, viel Standhaftigkeit und Durchsetzungsvermögen (ohne Rechtfertigunngen!) benötigt und - nun ja, ich gebe es zu - nicht ganz so gruppenwohlorientiert ist.

 

Übersetzung der meist gesehensten, ärgerlichsten Merkmale spinnender Römern

1. Emotionale Erpressung, Vorwürfe und Schuldverteilung

Ziel: Schuld, Scham, Traurigkeit, eigene Überlegenheit und Abwehr eigener Angst sowie Gefügigmachen im Sinne einer Erziehung zu fremden Werten

Waffe: Aufforderung zur freiwilligen Anpassung, sonst droht Angst vor Versagen/Schuld/Trennung/Liebesentzug (oder wird sogar durchgezogen)

Gehorsam und emotionale ErpressungBarocke, längst redundante, elterliche Erziehungstaktiken im Sinne von „Wenn du das nicht tust, dann…“ (…bist du ein ungezogenes Kind und ich habe dich nicht mehr lieb, zeige es auch nicht und darf dich wegen deinem Fehler auch noch schlecht behandeln!). Unglaublich verletzend. Umso wichtiger erscheint es mir, darauf hinzuweisen, solche Taktiken zu durchschauen und zu erkennen: Es liegt am Gegenüber und du darfst dich zurücklehnen.

Zur Dame von neulich: Ich hatte niemandem etwas zugemutet. Für mich war es normal. Aber SIE unterstellte mir, dass ICH jemandem (oder in diesem Fall sehr vielen) etwas Unzumutbares zumuten würde.Dabei war es ihre Interpretation. Sie hatte Angst vor Angriffen anderer und fürchtete, sich nicht durchsetzen zu können, zu versagen, nicht zu genügen in den Augen eines anderen, keine Anerkennung zu erhalten, weil sie nicht für Anpassung sorgen konnte.

Andere Taktiken wäre die Erpressung mit Geld, Schuldfälligkeit (Das und das habe ich alles für dich getan!), Drohung mit angstauslösenden Konsequenzen wie Trennung, Streit, unvorhergesehenen Katastrophen und vor allem: Traurigkeit und Scham aufgrund von Versagen. (Man sei eben selbst Schuld, weil man es dem anderen nicht rechtgemacht hat.) Das sei die Strafe dafür, dass du an dem Selbstwert des Menschen gerüttelt hast oder ihm seine eigene Angst aufgezeigt hast.

 

2. Selbstgerechtigkeit und Grenzenlosigkeit

Ziel: Sich nicht schlecht und schuldig, sondern liebenswert, erhaben und brauchbar fühlen.

Waffe: Sich und seine Werte/Ziele/Bedürfnisse aufdrängen anstatt als individuell zu betrachten, Ignoranz anderer Ansichten, lieber Leid für andere als für einen selbst, hinter dem Rücken schlecht reden und es allen kundtun.

Wir dürfen allesSie haben immer Recht. Sie dürfen auch alles. Sie kennen keine Grenzen (,außer ihren eigenen). Sie (und du) taugen in ihren Augen nur dann etwas, wenn du tust, was sie wollen. Oder sie finden jemand anderen, der das erledigt. In dem Fall bist trotzdem Schuld, weil du es ihnen so schwer gemacht hast und dich erdreistet hast, Vernunft oder deine Ansichten wichtiger zu nehmen, als ihre Gefühle und Ziele.

Hier geht es immer darum, dass die Person sich nicht zutraut, in Konflikten einen Standpunkt zu haben, den es zu vertreten gilt, nicht in Gesprächen zu „verlieren“, Fehler zu haben oder Lösungskompetenz zu entwickeln. Das Miteinander spielt nur eine Rolle, wenn derjenige erhält, was er sich wünschte. Die Ziele sind in vielen Fällen sogar recht üblich: Harmonie, Frieden, Freundlichkeit, wenige bis gar keine Auseinandersetzungen und gar keine Kompromisse auf eigener Seite, sonst droht erneut das ungute, ungeliebte Gefühl.

 

3. Selbstgefälligkeit

Ziel: Sich nicht nicht zu mögen, nicht mit eigenen Fehlern konfrontiert werden, nicht darüber nachdenken zu müssen, nicht seine Welt infragestellen müssen (sonst droht der Moment, in dem man eventuell ein, zwei Sachen feststellen würde, die nicht so effektiv sind).

Waffe: Andere, gegenteilige Ansichten sind per se unzulänglich, irreführend, unvernünftig, egoistisch, weltfremd, bedeutungslos und vor allem: falsch. Damit wird dir das Gefühl gegeben, du seiest falsch. Deine Ansichten würden nicht stimmen.

Narzissten und MerkmaleSie tun das nur, weil sie glauben, dass es SO richtig sei. Für sie. Mitunter vielleicht auch für jemand anderen, aber hauptsächlich und ausschlaggebend für SIE. Preis: egal. Nur ihre eventuelle Verletzung zählt. Währung: Verachtung. Sie verachten einen, weil sie  glauben, wir würden sie ablehnen, da sie abzulehnen seien. Um nicht in den Kreislauf der eigenen Schuld, Scham und Angst zu geraten, drehen sie den Spieß einfach um.

Logische Sache und sehr verständlich für mich. Nur entschuldigt es leider in manchen Fällen wenig bis gar nichts. Gefallen tun sie sich nur dann, wenn andere sie zufriedenstellen, anstatt infragezustellen. Alles ist persönlich und ein Angriff des Selbst. Nichts ist sachlich. Geschieht das Erwünschte nicht (und sei es auch aus den vernünftigsten Gründen), hört die Welt für einen Moment auf, sich zu drehen.

Die vermeintliche Arroganz ist in Wahrheit eine Ablenkung von ihrer eigenen Angst, bedeutungslos und ungeliebt zu sein.

Das zu wissen, ist gut und kann hilfreich sein, wenn dich (oder mich) das nächste Mal jemand angreift oder anpflaumt…

 

Eigene Rezeptur gegen Ärger & Frust

Fließendes Wasser, Baden oder Duschen. Spazierengehen in der Natur. Gutes, frisches, natürliches Essen ohne Fleisch oder Konservierungs-, Farb-, Propyl-, Emulgatoren-Zusätze. Ein guter Film mit starken, bodenständigen Figuren. Lieblingslied anmachen. Mitsingen.

Und dieser eine Satz: Es tut mir leid, aber deine Gefühle haben nur etwas mit dir zu tun.

 

Liebe Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

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