Lichtwecker Test 2018: Die besten Lichtwecker für die Psyche

Lichtwecker Test 2018: Die besten Lichtwecker für die Psyche

 

Millionen von Menschen haben Probleme, morgens aufzustehen. Sie quälen sich und kommen nur schwer aus dem Bett. Man sagt: Mit einem Lichtwecker würde man sanft geweckt. Ich war skeptisch. Ich gehöre zu denen, die abends nur schwer einschlafen, fest durchschlafen und morgens lange und viel Kaffee brauchen, um in die Gänge zu kommen. Ich habe mich gefragt, ob Lichtwecker wirklich so gut sind und vor allem, wie sie funktionieren. Der Lichtwecker, so die einzelnen Hersteller und Studien, simuliert einen Sonnenaufgang im Schlafzimmer, der sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirke. Pünktlich zur Weckzeit würde man munter, da man sanft aus den Träumen geholt würde statt mit einem schrillen Beep Beep Beep.

Aber worauf kommt es beim Kauf eines Lichtweckers an? Welche Funktionen bringt er mit? Im nachfolgenden Ratgeber mit Lichtwecker Test liste ich die wichtigsten Informationen, z. B. Funktionen und Hintergründe auf, sowie die – in meinen Augen – besten drei Geräte unter den Lichtweckern und eines für alle, die keinen Wecker, aber Licht für eine bessere Psyche haben möchten.

 

Wie funktioniert der Lichtwecker?

lichtwecker wirken positiv auf die hormone und fördern so die schlafqualitätWie bei einem „normalen“ Wecker, stellst du bei einem Lichtwecker die gewünschte Weckzeit ein. Die modernen Modelle simulieren den Sonnenaufgang am Morgen, in dem du durch das immer heller werdende Licht geweckt wirst. Etwa eine halbe Stunde vor der regulären Weckzeit beginnt der Wecker das Licht anzuschalten. Beliebt sind die Modelle, die sogar das Farbspektrum der Sonne aufnehmen und in den Farben Orange, Gelb und Weiß laufen. Die stetig wachsende Helligkeit wird unbewusst von deinen Lidern wahrgenommen, sodass sich dein Gehirn darauf einstellt, bald aufzuwachen. Und aufwacht.

In der Zeit wird die Produktion des Melatonins (Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen steuert) gestoppt und mehr Cortisol (Stresshormon, das munter macht, aber auch gestresst und hektisch) ausgeschüttet. Wer noch einen Beep Beep Beep-Wecker besitzt, der wird sein Cortisol mit Wirkung kennen. Dank eines simulierten Sonnenaufgangs durchläuft der Körper jedoch alle natürlichen Aufwachphasen. Erfahrungsgemäß liegt diese Zeit zwischen 30 Minuten und 90 Minuten.

Am Abend stellt der Lichtwecker den Sonnenuntergang dar, indem er nach und nach das Licht dimmt. Bei Menschen mit Schlafproblemen soll der Lichtwecker gut geeignet sein. Bei den meisten Modellen lässt er sich so programmieren, dass die Aufwachphase in 30, 60 oder 90 Minuten einstellbar ist. Während der Aufwachphase wird die Lampe im Wecker dann kontinuierlich heller. Die Dauer des Einschlafprozesses kann man nach Wunsch einstellen. 30, 60 oder 90 Minuten sind auch am Abend einstellbar. Im Gegenzug zum Morgen wird das Licht am Abend stetig dunkler. Sobald deine Einschlafphase beendet ist, erlischt das Licht komplett.

Einige Modelle lassen sich zudem dimmen und eignen sich gut für Kinder, die im Dunkeln Angst haben oder denen es leichter fällt, mit Licht einzuschlafen.

 

Die Anwendungsbereiche eines Lichtweckers

lichtwecker wirken positiv auf die hormone und fördern so die schlafqualitätDas sanfte Aufwachen am Morgen ist einer der größten Vorteile, die ein Lichtwecker bieten kann. Die herkömmlichen Modelle wecken mit einem schrillen Ton, bei dem man abrupt aus dem Schlaf gerissen wird. Anders ist es bei der Nutzung eines Lichtweckers: Durch die zunehmende Helligkeit wird der Sonnenaufgang nachgeahmt und der Körper weiß, dass die Tiefschlafphase beendet ist. Es gibt einige Lichtwecker, die das heller werdende Licht mit Naturklängen verbinden. Ein rauschendes Meer, das Zwitschern der Vögel oder das Plätschern eines Baches sind Beispiele. Bei meinem Test der Modelle hatte ich Bedenken, ob ich aufwachen würde, wenn nur Licht und ein paar Vogelgesänge zu hören wären. Zudem schlafe ich mit Ohropax, was meine Zweifel verstärkte. Aber ich wachte trotz vorheriger Zweifel auf und das genauso leicht wie üblich.

Die Lichtwecker eignen sich auch für Personen, die unter leichten bis mittelmäßig schweren Schlafstörungen leiden, so die Hersteller. Möchte man bewusst Einfluss auf seinen Schlaf nehmen, wäre der Lichtwecker eine gute Möglichkeit. Durch die Simulation des Tagesrhythmus würde auch die Hormonproduktion positiv beeinflusst werden und das gezielt. Dadurch würde sich die Schlafqualität erheblich bessern. Tatsächlich wiesen mehrere Studien nach (Finnland, UK), dass eine Verbesserung des Schlafes um bis zu 35 Prozent stattfand. (Quelle unten) Besonders Menschen wie Kinder, Senioren und Berufstätige, die vor dem Sonnenaufgang aufstehen, würden somit von einem Lichtwecker profitieren. In der Regel benötigen Senioren nur sechs Stunden Schlaf in der Nacht, dennoch haben sie Probleme am Abend einzuschlafen.

Einige Modelle der Lichtwecker sind mit einer Nachtlampe ausgestattet. Diese sorgt für ein leichtes Licht, bei dem sich Menschen oder Kinder in der Nacht leichter zurechtfinden oder – so wie ich – wunderbar einschlafen.

 

Welche Arten von Lichtweckern gibt es?

Lichtwecker unterscheiden sich in ihren Weckarten. Während die einen lediglich durch Licht aufwecken, bieten andere Naturtöne als musikalische Untermalung an. Wiederum andere bieten eine Radiofunktion an. Was sich für mich als klarer Vorteil herausstellte: Durch die Kombination von Licht und Musik werde ich schneller wach und bin fröhlicher (ohne, dass ich es erklären kann).

Wake-up-Lights heißen die Modelle, welche die Farben der Sonne simulieren. Diese Lichtwecker arbeiten mit einem orangen, gelben und weißen Licht. Einige der Modelle bieten eine Pure Twilight Version an, die ausschließlich für weißes Licht sorgt. Die neueren Lichtwecker ermöglichen sogar das Wecken mit dem eigenen Lieblingslied.

Sehr beliebt, wie ich bei vielen Rezensenten merkte, sind die Lichtwecker mit einer manuellen Farbeinstellung, die als Stimmungsleuchten bekannt sind. Diese Leuchten sind nicht nur als Wecker nutzbar, sondern bieten zusätzlich eine Dekorationsidee für die Wohnung, wenn man den Tag ausklingen lassen möchte oder die letzte Zeit extrem stressig war. Diese Wecker funktionieren damit wie Licht- und Farbtherapie, die nachweislich einen höchst positiven Einfluss auf unsere Psyche haben.

In der Optik der Lichtwecker liegt jedoch ein erheblicher Unterschied. Bei der Auswahl orientierte ich mich an meinem Geschmack. Während der eine lieber eine runde Form bevorzugt, mögen andere die zylinderförmigen Modelle. Manche der moderneren Lichtwecker stehen zum Beispiel auf einem Sockel, in dem die Uhrzeit zu sehen ist.

 

Die Hilfe eines Lichtweckers bei Schlafstörungen und Winterdepressionen

Winterdepression oder dunkle Jahreszeiten mit Licht eines Lichtweckers überwindenMenschen, die einen gesunden Schlaf haben, durchleben in der Nacht drei Schlafphasen. Diese unterteilen sich in die Tiefschlafphase, den leichten Schlaf und dem Traumschlaf. Der Körper verarbeitet im Schlaf die täglichen Erlebnisse und generiert sich langsam. Deshalb ist die erste Schlafphase auch die wichtige. Denn: Wer regelmäßig gut schläft, lebt länger. Dies haben schon viele Studien bewiesen. (Quelle unten) Erwachsenen reichen sechs Stunden am Stück aus, auch wenn acht die bessere Zahl ist. Säuglinge brauchen bis zu 16 Stunden Schlaf am Tag.

Doch viele kennen das Problem der Schlafstörungen. Besonders beim Einschlafen fällt es vielen Menschen schwer, weil Probleme belasten und wachhalten. Sollten die Schlafstörungen mehrere Monate anhalten, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Der Lichtwecker als Therapeut wäre nur eine zusätzliche Unterstützung. Denn wer an Schlafmangel leidet, den kann die innere Uhr völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Dies kann zu psychischen Problemen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Muskelverspannungen und chronischen Gelenkbeschwerden führen. Ein Lichtwecker mit Dämmerungsfunktion könnte deshalb beim Einschlafen helfen, wenn man sich rechtzeitig zu Bett begibt.

Selbst die immer kürzer werdenden Tage im Winter führen dazu, dass sich das Schlafhormon Melatonin vermehrt. Bei einigen Menschen kann dies zu Winterdepressionen führen. Leidest du darunter, bist du ständig müde und extremen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Viele Ärzte empfehlen in so einem Fall noch immer eine Lichttherapie – ein Ruf, den die Industrie willkommen mit Lichtweckern beantwortete. Denn diese kann durch die Funktion eines Lichtweckers durchgeführt werden.

 

LED, Tücke und Leistung der Lichtwecker

Die meisten Lichtwecker funktionieren mit LEDs. Nur wenige Ausnahmen enthalten Halogenlampen. Die LED Lampen kannst du nicht wechseln. Allerdings halten sie deutlich länger als andere Lampen. 10.000 Leuchtstunden versprechen die Hersteller bei den LEDs. Bei einem täglichen Einsatz deines Leuchtweckers entspricht das einer Lebensdauer von 28 Jahren. Ganz ordentlich für einen Wecker.

Die meisten Lichtwecker haben leider keine Pufferbatterie enthalten. Bei einem Stromausfall fällt der Wecker aus, da er nicht mehr mit Energie versorgt wird. Positiv jedoch ist, dass sich viele Modelle die Zeit und Einstellungen merken, wenn es ein ein kurzer Stromausfall war – eine zufällige, aber begrüßenswerte Entdeckung. Die meisten Lichtwecker merken sich jedoch die eingestellte Lichtintensität und Lautstärke nicht, sodass man diese manuell zurückstellen muss. Nur bei dem Hersteller Philips ist dies nicht der Fall. Nach einer kurzen Zeit hat er sich alle Einstellungen und Bedienungsfehler gemerkt.

 

Die besten Lichtwecker – 3 Lichtwecker im Test

Philips HF3520/01 Wake-Up Light

Der Hersteller Philips bietet einen Lichtwecker mit heller werdendem Licht in fünf Farbstufen an. Die Lichtintensität ist zwischen 20 Minuten und 40 Minuten variabel einstellbar und geht von einem morgendlichen Rot bis hin zu einem hellen Gelb über. Die Lichtintensität bei dem Philips Wake-Up-Light kann bis zu 300 Lux betragen und auf deine Bedürfnisse abgestimmt werden. Zu der Simulation des Sonnenaufganges kommen fünf natürliche Wecktöne hinzu, welche nach eineinhalb Minuten lauter werden, bis die festgelegte Lautstärke erreicht wurde. Du kannst zwischen Vogelsang, Waldtönen, Klaviermusik, Meeresrauschen und Zen-Garden wählen.

Die Smart Snooze-Funktion – kluge Schlummerfunktion – kann durch einfaches Berühren betätigt werden. Nach etwa neun Minuten wird dein eingestellter Weckton erneut wiedergegeben. Du kannst mit dem Lichtwecker von Philips deinen Lieblingssender hören, da das Modell mit einem UKW-Radio ausgestattet ist. Die Senderfrequenz kann man am Display nachlesen. Das gedimmte Licht kann schrittweise auf den eigenen Einschlafrhythmus eingestellt werden. Das Licht nimmt in diesem Fall am Abend in der von dir festgelegten Zeit ab.

Die Helligkeit des Displays passt sich zudem automatisch der Raumhelligkeit an. Du kannst den Lichtwecker außerdem zusätzlich als Nachttischlampe bzw. Leselampe benutzen.

Vorteile:

  • sehr schönes Licht
  • einfache Bedienung per Touch-Funktion
  • Schlummerfunktion
  • Simulation des Sonnenaufgangs
  • Simulation des Sonnenuntergangs
  • rutschsichere Gummifüße unter dem Lichtwecker
  • zwei Weckzeiten, eine für werktags und eine am Wochenende, wer geweckt werden möchte (z. B. linke und rechte Taste)

Nachteile:

  • keine Steuerung per App möglich
  • keine Aufladung per Smartphone möglich
  • kein USB Anschluss vorhanden
  • Weckfunktion muss vor den Wochenenden manuell deaktiviert werden
  • Naturgeräusche wirken etwas “gewollt”
  • Klang könnte besser sein
  • gehobene Preiskategorie

 

Medisana WL 450 Lichtwecker mit künstlichem Sonnenaufgang

Der Medisana WL 450 Lichtwecker bietet neben zwei Weckzeiten ein integriertes Radio und einen Anschluss für einen MP3-Player an. Ein extragroßes Display inklusive Dimmfunktion ermöglicht die Sicht auf Uhrzeit und weitere Funktionen. Insgesamt wartet das Gerät mit acht Naturklänge auf, die dich beim künstlichen Sonnenuntergang wecken und für ein harmonisches Erlebnis sorgen.

Die individuellen Einstellungen des Medisana WL 450 stehen für verschiedene Weckvarianten. Nach deinen eigenen Vorlieben stellst du deinen Lieblingssong oder einen Radiosender ein. Mit der eigenen Zizz-Kurzschlaffunktion kannst du ein individuelles Intervall zwischen 15, 30, 45 und 90 Minuten einstellen. Der Wecker hat außerdem eine Schlummer-Snooze-Funktion.

Vorteile:

  • Klänge nehmen an Lautstärke zu, um auch wirklich aufzuwachen
  • integriertes Radio
  • benötigt kaum Stellfläche
  • Snooze-Taste
  • Zizz-Funktion für kurze Schlafeinheiten
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • als Nachtlicht oder Leselampe nutzbar mit einstellbarer Lichtintensität

Nachteile:

  • Bedienung teilweise etwas umständlich (sehr kleine Knöpfe)
  • unnötige Doppelbelegungen der Tasten
  • kein fließender Farbwechsel
  • Verarbeitung ist nicht die beste
  • Snooze-Funktion beträgt nur 5 Minuten

 

Withings Aura Sleep System: Lichtwecker und Schlafzyklustracker

Das Withings Aura Sleep System sorgt für ein mehrfarbiges, dimmbares LED-Licht, welches deinen optimalen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Um ein leichtes Einschlafen zu ermöglichen, verwendet dieser Lichtwecker ein rotes Licht. Aura steigert die Helligkeit beginnend mit einem blauen Licht, damit man sanft aufwacht.

Das Sleep System bietet weitere Funktionen, wie eine intelligente Smart Wake-Up-Funktion an. Dieses Weckprogramm passt sich automatisch an die innere Uhr deines Körpers an. Dazu verwendet die Funktion einen Schlafsensor in der Nacht, der die gesammelten Daten verwertet. Während du dich in der leichten Phase des Schlafes befindest, weckt dich das System.

Man kann mit dem Withings Aura Sleep System also dauerhaft seinen Schlaf überwachen. Dazu muss man den Schlafsensor unter der Matratze oder an einem anderen Ort platzieren. Der Sensor misst deine Herzfrequenz, den Atemzyklus und die Körperbewegungen in der Nacht. In einem leicht verständlichen Diagramm werden dir die Daten am Morgen angezeigt. Zusätzlich kannst du verschiedene Schlafprogramme einstellen. Aura ist deutlich mehr als nur ein reiner Lichtwecker. Dieses Modell lässt sich als Leselampe nutzen oder um eine kleinen Mittagsschlaf zu machen.

Vorteile:

  • App (iOS und Android) zum Einstellen
  • sehr naturgetreue Wecktöne
  • Wecken auch mit Webradio, zum Beispiel Spotify (Account nötig) oder einem übertragbaren Lieblingslied
  • Verfolgung der Schlafzyklen
  • Sanftes Aufwachen durch Blaulicht
  • Steuerung per Smartphone möglich
  • komplette Überwachung der Schlafphasen
  • Übertragung der Schlafphasen, Temperaturen und Lautstärken auf dein Smartphone

Nachteile:

  • gehobener Preis
  • braucht etwas mehr Platz
  • Leider kann der Sensor nur an Matten oder Matratzen angebracht werden, sodass er am Rande des Bettes zu sehen ist.
  • Steuerung funktioniert über das Smartphone und ist etwas gewöhnungsbedürftig

 

Fazit – Mein Urteil

Platz 1

Im direkten Vergleich der Lichtwecker sticht das Withings Aura Sleep System natürlich besonders heraus, da er deutlich mehr Funktionen hat als nur eine Weckfunktion. Das Withings Aura Sleep System ist ein sicheres und sinnvolles Gerät, welches beim Einschlafen und Aufwachen hilft. Der Schlafsensor ist ideal und weckt einen in der richtigen Schlafphase. Anhand des Diagramms kann man seine Schlafdaten einsehen und vergleichen. Diese Funktion bietet von den oben genannten Lichtweckern lediglich der Withings Aura. Außerdem kann man sich bei diesem Lichtwecker von einem Webradio wie Spotify wecken lassen. Diese Funktionen sind der Grund für ein besonders positives Urteil bei diesem Modell. Lediglich der Preis sticht gegenüber der anderen Modelle heraus, der etwas teurer ist. Für die vielseitigen Funktionen und der Schlafanalyse ist der Preis aber mehr als angemessen.

Platz 2

Wem es aber nur um Licht und Radio geht, der sollte meines Erachtens zum Wake-up Light von Philips greifen. Dort hat man in einem Gerät ohne viel Schnulli, was man braucht. Die Naturtöne sind zwar etwas blechern, aber wer ohnehin gern mit Musik geweckt wird, der fährt mit dem Gerät besser. Auch die 9 Minuten-Snooze-Funktion, im Vergleich zu 5, finde ich sehr viel tauglicher. Zuletzt überzeugte mich dieses Gerät auch, weil es wissenschaftlich nachgewiesen wirkt. Es ist zudem preiswerter als das Withings Aura Sleep System.

Platz 3

Der Medisana Lichtwecker ist natürlich vom Preis her eine gute Alternative. Aber er ist in der Verarbeitung und Klangqualität sowie der Größe schon eher gewollt, als gelungen. Nichtsdestotrotz erfüllt er seinen Zweck. Wer weniger auf Qualität setzt, sondern nach geringeren Funktionen und Preis schaut, ist mit diesem Modell gut bedient.

 

Eine schöne Option: Lichttherapie ohne Weckfunktion – Philips Living Color Iris

Mit dem Living Color Iris bietet der Hersteller Philips eine LED-Tischleuchte an, deren Farbtemperatur sich durch eine Fernbedienung wechseln lässt. Der Vorteil ist, dass die Fernbedienung im Auslieferungszustand mit der LED-Lampe verbunden ist. Man muss keine weiteren Einstellungen tätigen. Knapp 16 Millionen Farben bietet die Living Color Iris an, von denen du zwei speichern kannst. Das Licht ist dimmbar und lässt sich ebenfalls per Fernbedienung einstellen. Zusätzlich gibt es einen automatischen Farbwechsel, der das gesamte Spektrum durchläuft. Die LED-Leuchte bringt aufgrund des Verbrauchs von 10 Watt eine Lebensdauer von 20.000 Stunden mit.

Vorteile:

  • LED Lampen sind einzeln per Fernbedienung ansprechbar
  • erzeugt schönes Licht in verschiedenen Varianten
  • funktioniert ohne Probleme mit der Hue-App

Nachteile:

  • keine Weckfunktion
  • eignet sich nicht als Leseleuchte
  • keine Anleitung

 

Lichtvolle Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

Quellen:
www.meinschlaf.info/der-gesunde-schlaf/hormonhaushalt
www.lichtwecker-experte.de/funktion/wirkung-von-lichtweckern-wirksamkeitsstudien-zum-lichtwecker
www.informer-online.de/2016/03/schlaf
www.netdoktor.at/krankheit/schlafstoerungen-8022

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Achtsamkeit: Die wesentlichen Elemente für ein achtsames Leben – Teil 2

Achtsamkeit: Die wesentlichen Elemente für ein achtsames Leben – Teil 2

 

Im ersten Teil der Artikelserie zum Thema Achtsamkeit sprach ich über die vier wesentlichen Elemente der Achtsamkeit, die ein bewusstes Leben ermöglichen:

  1. Selbstbewusstsein
  2. Bewusstsein der Anderen
  3. Sich mit der Vergangenheit aussöhnen
  4. eine Vision für die Zukunft

Im zweiten Teil widmen wir uns den verbleibenden vier Elementen für ein achtsames Leben.

 

Leben im Hier & Jetzt

Dass ein Leben in der steten Erinnerung an die Vergangenheit das momentane Leben und Erfahren des Jetzt verhindert, hatte ich bereits beschrieben. Auch das Leben in der Zukunft, als reiner Ort der Gedanken, ist unachtsam. Achtsam ist es, wenn wir zwar eine Vision haben, diese aber im Jetzt verwirklichen und nicht erst in der Zukunft ausleben. “Wenn ich erst einmal schlank, reich, fit/gesund, beliebt, weniger gestresst, usw. bin, dann…” ist der falsche Weg. Korrekterweise ist das Leben im Hier und Jetzt ein Zeugnis der Akzeptanz des Augenblicks, der einzige Zeitpunkt, an dem wir wirksam sind und sein können.

Erledige die Aufgaben, die du heute erledigen kann, mit bestem Gewissen, und widme dich den morgigen Aufgaben erst, wenn das Morgen gekommen ist. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles so, wie es sein sollte. Dies gilt es anzunehmen und zu spüren. Welche Ressourcen, Herausforderungen, Glückstreffer wir morgen haben werden, wissen wir erst morgen.

 

Gleichgewicht im Leben

Die bisherigen Elemente sorgen so für ein völliges Gleichgewicht aller Ebenen (Körper, Geist, Herz, Seele). Wir Normal-Menschen beschäftigen uns zu oft mit den noch kleineren Bereichen wie Liebe, Job, Fitness, Geld, Familie. An all diesen haften Gedanken, die im positiven Fall fördern und zur Handlung auffordern. Im negativen Fall blockieren sie uns, weil die Konfrontation und Ratlosigkeit oft einfach nur lähmt. Gleichgewicht stemmt sich dann dagegen, wenn wir achtsam mit ALLEN Ressourcen in ALLEN Bereichen leben. Eine gesunde Auseinandersetzung mit unserer Aufmerksamkeit ist der Schlüssel:

  • Wem oder was gibst du Aufmerksamkeit?
  • Wohin oder zu wem gehen deine Gedanken?
  • Sind sie positiver, lösender, friedlicher Natur oder tragen sie negative Inhalte wie Vorwürfe, Schuld, Angst?
  • Widmest du dich in deinen Worten, Gedanken und Handlungen anderen Menschen und gehst von dir weg?
  • Bist du zu sehr und zu oft bei dir und ignorierst den Rest der Welt?
  • Was gibst du? (Was wird dankbar angenommen?)
  • Was wird dir geschenkt? (Wofür bist du dankbar?)

Diese Fragen lassen dich erkennen, welche Art von Input dich nährt und welcher Output vorhanden ist. Gleichgewicht heißt das gleichwertige Erleben von Input und Output.

 

Den Umgang mit unseren Emotionen meistern

emotionen gefühle angst meistern könnenUnd so erzeugen wir einen gesunden Umgang unserer Gefühle und Emotionen. Die vorherigen Elemente versorgen uns mit Standhaftigkeit und Unangreifbarkeit (nicht Unverletzbarkeit). Wenn wir uns (er)kennen, kennen wir auch unsere Gefühlswelten: Wir wissen, was uns triggert, was getriggert wird, woher es kommt, wie wir damit umgehen, wenn uns ein Gefühl erwischt. Wir kennen, was wir können. Wir haben Entscheidungen getroffen und können diese jederzeit wieder treffen, weil wir eine Vision für uns und unser Wirken (in Verbindung mit all unseren Lieben) leben. Uns steht nichts mehr, was uns nicht fehlt. Wir wissen genau, was wir brauchen. Wir leiden nicht mehr unter etwaigen Konsequenzen. Wir erfahren die Reaktionen der Anderen vielmehr als natürlich, aber es raubt uns nicht den Schlaf. Wir lassen uns weder emotional in etwas Fremdes hineinziehen, noch sind wir Opfer anderer Bedürfnisse. Wir können Selbstabgrenzung und Verbundenheit vereinen, ohne Trennung zu fürchten.

Aber dafür erlauben wir unseren Gefühlen da zu sein, weil wir sie anerkennen, uns in ihnen erkennen, ohne auf sie zu hören. Wir nehmen zwar wahr, was uns Angst, Scham und Schuld, Traurigkeit, Wut, Ekel usw. flüstern, aber es ist nur ein Vorschlag, nur eine Erinnerung unseres Geistes. Seine Aufgabe ist es nun einmal, uns vor Verletzungen und Getrenntsein zu schützen. Doch unsere Gefühle zu meistern bedeutet, sie hinterfragen zu können – und notfalls akzeptierend da sein zu lassen, ohne nach ihnen zu handeln: Man kann traurig sein und trotzdem mit Absicht bewusst lächeln und hoffen. Man kann sich fürchten und dennoch den Mut aufbringen. Man kann abgelehnt werden und dennoch seinen Wert kennen und schätzen. Jedes Gefühl, so überwältigend es auch erscheint, erfährt man als etwas, das jetzt da ist und im nächsten Moment wieder weg – ausgelöst durch Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit, Sorge um die Zukunft, das Gefühl des Getrenntseins, dem Umgang mit unachtsamen Menschen, dem Wichtigernehmen anderer oder sich selbst.

 

Lebenssinn

lebenssinn durch achtsamkeit achtsames lebenDas WARUM deines Lebens, der Sinn hinter allem, was du tust und nicht tust, sollte in Übereinstimmung mit deinen Leidenschaften stehen. So stärken wir den Sinn und Zweck. So lassen wir Leere und Funktionieren hinter uns. So vermeiden wir Schmerz und toxische Menschen, weil wir und unser Sinn uns ausreicht. Diese Selbstgenügsamkeit, ohne anderen gefallen zu wollen oder zu müssen, macht uns komplett und perfekt, genauso, wie wir sind. Das allein trägt uns weiter, als je gedacht. Jeder Rückschlag ist plötzlich nur ein Hindernis, das wir durch Umdenken und Dankbarkeit aus dem Weg räumen. Nichts hält uns mehr ab oder auf. Solche Leidenschaften, die sinnstiftend sind, lassen uns nicht nur täglich achtsam sein. Sie ermöglichen uns zudem, über alles Negative und Herausfordernde in unserem Leben mit Hoffnung und Zuversicht zu blicken.

Sind all diese acht fundamentalen Elemente der Achtsamkeit integriert, kann alles von Yoga, Meditation, Spazierengehen, Gärtnern, Autofahren, Arbeiten, Kochen, Zusammensein mit Kindern und der Familie, ja sogar Streiten und Verhandeln Achtsamkeit fördern. Das Schöne an der Kenntnis der Elemente ist, dass wir nichts Einzelnes brauchen, keinen Kurs irgendwo buchen müssen, an keinen teuren Retreats teilnehmen oder Unmengen von Bücher über die Lehre von Guru XYZ lesen müssen – in der Hoffnung, Achtsamkeit zu verstehen. Die Kunst, ein achtsames Leben zu führen, besteht darin, es zu leben – und jetzt damit zu beginnen, um es in jedem Augenblick so als neue Verhaltensweise in unseren Alltag zu integrieren.

Zum 1. Teil der Artikelserie: Die 4 wesentlichen Elemente eines achtsamen Lebens

 

Achtsamkeit: Die wesentlichen Elemente für ein achtsames Leben – Teil 1

Achtsamkeit: Die wesentlichen Elemente für ein achtsames Leben – Teil 1

 

Achtsamkeit wird seit geraumer Zeit medial beschrieben und angepriesen: Sie hilft uns Menschen im Stress und Zweifeln durch die Tiefen des Lebens, schenkt uns Resilienz und vermag es, dass wir allen Herausforderungen trotzen können. Außer Natur, Yoga und Meditation wird aber wenig als Praxis benannt. Dabei gibt es unzählige Aktivitäten, die Achtsamkeit fördern. Für sich aber die eine zu finden, die in den individuellen Alltag integrierbar ist, scheint gar nicht so leicht zu sein, wenn das Essen gekocht, mit den Kinder gespielt und dem Partner und Job genug Aufmerksamkeit gezollt werden möchte.

Deshalb blicke ich in diesem Artikel auf die wesentlichen Elemente, die Achtsamkeit beinhaltet. Sie mögen dich dazu motivieren, deine ganz eigene Praxis eines achtsamen Lebens zu entdecken.

 

Achtsamkeit: Die 8 Elemente eines achtsamen Lebens

elemente der achtsamkeit achtsames Leben2Wir sind wahre Meister der Ablenkung, Kompensation und Verdrängung geworden. Mit der schier unerträglichen Anzahl an Impulsen, die von außen auf uns einströmen, könnten wir ohne Achtsamkeitspraxis gar nicht anders umgehen. Wer jedoch in Achtsamkeit geübt ist, der kann diese Reize von außen, Anforderungen und Bedürfnisse unserer Mitmenschen sowie unsere eigenen leichter verarbeiten. Die Wissenschaft hat in mehreren Studien belegt, dass sich nicht nur die neuronalen Verbindungen im Gehirn durch Achtsamkeit zum Positiven verändern. Meditation und Yoga (als zwei populäre, leicht zugängliche Wege) vermögen sogar eine Veränderung unserer DNA.

Wer fleißig übt, der tut sich damit den Gefallen, gegen alles und jeden im Leben mit Ruhe und Gelassenheit gewappnet zu sein. Um das zu erreichen, sind acht Elemente der Achtsamkeit zu berücksichtigen (die Zahl 8 als Symbol der Unendlichkeit und des Lebensflusses).

 

Die ersten vier Elemente der Achtsamkeit

Selbstbewusstsein

Damit ist nicht Durchsetzungsvermögen oder Standhaftigkeit, das Verfechten der eigenen Stärken oder die Kenntnis seines Charakters gemeint. Mit dem Bewusstsein über unser Selbst ist die Erkenntnis über unser Wirken – aufgrund der Beschaffenheit unseres Selbst – in der Welt gemeint – das bewusste Erkennen der Einheit aus Körper, Geist, Herz und Seele. Das heißt, sich selbst im Großen (statt im kleinen Denken und Handeln) wahrzunehmen und vor allem im Ganzen (als Teil der Welt statt im Isolierten oder als Opfer bzw. Täter). Das schließt jeden Gedanken aus, man selbst sei verletzt, würde verletzen oder verletzt werden. Jede Handlung eines Anderen ist damit nur eine Erfahrung, die man macht. Und nein, das bedeutet nicht, dass du dich verletzen lassen sollst oder andere verletzen darfst. Der bewusste, achtsame Umgang mit sich und seinen Mitmenschen bringt auch neue, andere Lebenswelten mit sich, weil wir alle unterschiedlich aufwuchsen und andere Erfahrungen gemacht haben bzw. diese anders für uns interpretiert haben. Hier herrscht der Glaubenssatz: “Ich bin okay. Ich liebe und schätze mich, genauso, wie ich bin.”

 

Bewusstsein der Anderen

bewusstsein der anderen achtsamkeitSich dem Bewusstsein der anderen Menschen zu öffnen, sie in ihren Sphären zu bemerken und zu erfahren, ist gar nicht leicht in einer Welt aus flachen Hierarchien, Ellenbogenmentalitäten und starker Konkurrenz in allen Bereichen des Lebens. Dennoch spielt die Augenhöhe und Gleichwertigkeit (was mit All-Eins und Einheit betitelt wird) eine unterschätzte Rolle: Denn wer sich wichtiger nimmt oder andere unwichtiger, nur sich mit Ernst betrachtet, aber andere als unnötig oder sich aus (Erfahrungswerten und) Angst schützen möchte vor Verletzungen, der lebt das Gefühl des Getrenntseins auf allen Ebenen. Das führt zu Machtkämpfen aufgrund von Angst und Vergleichen, in denen man schlechter abschneidet, schürt Traurigkeit, Isolation, Wut, Schuld und Scham. Man ist wegen des Gefühls der Trennung im Geiste und Herzen nicht nur allein, sondern auch einsam.

Deshalb ist die Augenhöhe im Sinne der Transaktionsanalyse “Du bist okay. Ich bin okay.” so essentiell. Denn nur gemeinsam, in der Verbindung unserer Stärken und der Balance unserer (Noch)Schwächen können wir bewusst und achtsam leben sowie Zufriedenheit mit und über unsere Mitmenschen empfinden.

Wer sich auf andere verlassen kann (weil sein eigener Wert genauso hoch empfunden wird wie der Wert der Anderen), empfindet Verbundenheit, profitiert langfristig von der Unterstützung anderer und kann anderen schenken, was er selbst im Überfluss hat und sie brauchen. Das schützt vor Einsamkeit und lässt uns verbunden fühlen. (Als Gegenteil: Wer Angst vor Abhängigkeit hat, der kommt mit dem Gefühl des Getrenntseins zwar oberflächlich besser zurecht, ist aber freiwillig ausgeschlossen aus dem Verbund, würde weniger Hilfe erfahren, wenn er sie bräuchte und wäre nur mit seinen Gegebenheiten beschäftigt. (Von anderen zu) Lernen und neue Sicht- und Lebensweisen zu kultivieren, hilft uns aber, im Fluss des Lebens noch resilienter zu werden. Misanthropie ist ein unachtsamer, sehr einsamer Lebensweg (und so unnötig).

 

Sich mit der Vergangenheit aussöhnen

Wenn ich mir meine Klienten und Klientinnen und auch mich ansehe, weiß ich, dass das der mitunter schwierigste Punkt der Achtsamkeit sein kann. Es gelingt selten seine Erfahrungen zu vergessen oder seine Verletzungen herunterspielen. Aber im Frieden mit dem Erlebten zu leben, bedeutet in der Praxis der Achtsamkeit, dass wir das Verletzende, das geschah, anders betrachten: ohne Ego, meint ohne Kränkung, ohne Konzepte wie Stolz und Angst, Verachtung und Frust. Frieden mit der Vergangenheit zu machen heißt in erster Linie anzuerkennen, was und dass es geschah. Alle damit einhergehenden Gefühle wahrzunehmen und diese dann loszulassen, weil sie nur heute (nicht aber im Denken an früher) geändert werden können. Das gedankliche Anhaften an frühere Situationen lässt uns in der Vergangenheit leben und gibt uns keinerlei Handlungsspielraum. Es liegt außerhalb unserer Kontrolle. Es lässt uns gleichermaßen als Opfer fühlen, weil wir nichts mehr tun können, was das Früher ändern würde.

Vielmehr müssen wir hinterfragen, was wir aus einer Begegnung gelernt haben, was uns jemand durch seine Taten und Worte beigebracht hat (auch wenn wir keine Notwendigkeit dazu sahen), was wir in demjenigen, den wir zum Beispiel verletzt haben, auslösten – was Wundervolles, Transformierendes, Korrigierendes durch die Erlebnisse geschehen durfte – was nie geschehen wäre, wenn uns X nicht passiert wäre. Frieden mit der Vergangenheit ist wie ein Jahresabschluss: Er erlaubt uns, Revue passieren zu lassen und voranzuschreiten. Es ist somit die eine Komponente der Achtsamkeit, die gegen Stagnation und hin zu Lebensfluss führt.

 

Eine Vision für die Zukunft

Denn Weiterentwicklung ist essentiell in der Achtsamkeit. “Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür wurden Schiffe nicht gebaut.” Wir alle haben und definieren einen Lebenssinn. Den zu kennen ist entscheidend. Die Wirtschaftsprofilerin Suzanne Grieger-Langer drückte es in noch einfacheren Worten aus: “Wenn das Warum stimmt, erträgt man jedes Wie.” Damit meint sie, dass wir eine Vision brauchen, die uns nährt und über alles hinwegträgt, uns alles dulden lässt – jede miese Stimmung des Partners, jeder Angriff eines mobbenden Kollegen, jede finanzielle oder gesundheitliche Krise, jeder Wutausbruch eines Kunden, jede einsame Stunde. Wer eben nicht weiß, wohin er gehen möchte, der kommt nirgendwo an. Wer sich nicht bewegt, weil er kein Ziel vor Augen hat, der stagniert – und damit auch der Körper, Geist und die Seele. Dafür sind wir Menschen nicht gemacht.

Zum 2. Teil der Artikelserie

 

Methode gegen Angst: Was du gewinnst, wenn du deine Ängste aufschreibst

Methode gegen Angst: Was du gewinnst, wenn du deine Ängste aufschreibst

 

*Gastbeitrag von Paul Henkel, Initiator von schreibenwirkt.de

Ich liebe To-Do-Listen und schreibe sie regelmäßig. Seit Kurzem schreibe ich auch Listen für meine Ängste. Diese Listen haben meinem Leben mehr Gutes getan als jeder Versuch, Affirmationen und positive Visualisierungen einzusetzen. Die Methode “Premeditatio malorum”, die eigenen Ängste schriftlich zu beleuchten, ist Jahrtausende alt und funktioniert.

 

Große Sorgen und Ängste wegen schwierigen Entscheidungen

Soll ich den Job wirklich wechseln? Spreche ich meinen Partner auf das Thema an, das mir schon lange im Kopf herumgeht? Hat es Sinn, wenn ich als introvertierter Mensch zu dieser Netzwerkveranstaltung gehe? Sollte ich mit einem Arzt darüber sprechen? Ist es eine gute Idee, jetzt ein Sabbatical zu machen?

sich selbst nicht mögenWir alle kennen schwierigen Entscheidungen, die uns das “Worst case”-Kopfkino bescheren und die wir gerne so lange aufschieben, wie es irgendwie geht: weil wir Angst haben. Angst  vor dem, was passieren, was schiefgehen könnte. Ich kenne das nur zu gut. Vielleicht gehörst du auch zu denen, die wie ich lange Zeit versucht haben, die ängstlichen Stimmen in sich mit positiven Affirmationen zu übertönen. Du liest Motivations- und Selbstvertrauensratgeber und trotzdem findest du dich immer wieder in Situationen, in denen du grübelnd und ängstlich einfach in Starre verfällst. Wie ein Kaninchen vor der Schlange.

Für solche Fälle stelle ich dir eine alternative Herangehensweise vor – eine, die deine Ängste nicht ablehnt, nicht leugnet und nicht verflucht, sondern sie so wertschätzend behandelt, dass sie sich entspannen können. Und nein, mit Esoterik und Zauberei hat das nichts zu tun. Es geht um die alte Methode der premeditatio malorum, der negativen Visualisierung, die die Stoiker schon vor mehreren Jahrtausenden entwickelt haben. Sie ist mir neulich in einem Vortrag von Tim Ferris begegnet.

Vielleicht bist du skeptisch, weil das Beschäftigen mit den eigenen Ängsten so völlig im Widerspruch steht zu dem, was du bisher aus der Persönlichkeitsentwicklung und positiven Psychologie kennengelernt hast. Um zu verstehen, warum das sinnvoll und sogar hilfreich ist, etwas Hintergrund zum Stoizismus.

 

Die Stoiker und Visualisierung von Ängsten

Der Stoizismus ist eine Philosophie, die um 300 v. Chr. im antiken Griechenland entstanden ist. Wenn wir heute von stoischen Menschen sprechen, dann denken wir an solche Zeitgenossen, die nichts so schnell aus der Bahn wird, die gleichmütig und ohne äußere Regung hinnehmen, was ihnen – Gutes wie Schlechtes – widerfährt. Tatsächlich ist das nur ein Aspekt der philosophischen Lehre. Ein anderer ist zu lernen, zwischen dem zu unterscheiden, was wir kontrollieren und was wir nicht kontrollieren können und sich dann vollständig auf Ersteres zu konzentrieren. Genau hier setzt die Übung der Visualisierung von Ängsten an.

methode gegen angst und panik schreibenDie Übung besteht darin, sich systematisch einige Fragen zu beantworten und die eigenen Ängste auf diese Weise im Detail wie unter einem Mikroskop anzusehen. Da Angst nicht nur mir, sondern allen Menschen das Hirn vernebelt, bringt es wenig, sich die Fragen gedanklich zu beantworten. Nimm Stift und Papier und mach die Übung schriftlich. So bringst du das Chaos aus deinem Kopf nach draußen. Du kannst deine Antworten wieder und wieder nachlesen und dir – falls dich später ein Anflug von Zweifel und Panik erfasst – beruhigend deine eigenen Erkenntnisse zur Hand nehmen.

Es lohnt sich, diese Übung regelmäßig als Routine in den eigenen Alltag zu integrieren. Tim Ferriss selbst nimmt sich für dieses Angstinventar jedes Quartal Zeit. Befindet er sich in einer intensiveren Phase seines Lebens, führt er die Übung auch einmal im Monat durch.

Bearbeite mithilfe der Übung die Angst, die schwierige Entscheidung oder die Sorge, die dich gerade am meisten beschäftigt.

 

So funktioniert die Methode des Premeditatio malorum

Nimm dir drei DIN A4 Blätter Papier und reserviere dir 30 Minuten Zeit.

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Nimm das erste DIN A4 Blatt und teile es in drei Spalten: Definieren, Vorbeugen, Reparieren. Notiere in der Spalte „Definieren“ dann 10 bis 20 Dinge, die im schlimmsten Fall passieren könnten, wenn du das tust, wovor du Angst hast oder wenn du eine „falsche“ Entscheidung triffst. Dann liste in der zweiten Spalte „Vorbeugen“ für jeden Punkt auf, wie du das Eintreten der negativen Auswirkung vermeiden oder ihre Wahrscheinlichkeit reduzieren kannst. In der dritten Spalte schreibst du auf, wie du den Schaden begrenzen oder wen du um Hilfe bitten kannst, wenn der Worst case eingetreten ist.

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Nimm ein zweites Blatt Papier und liste alle Vorteile und positiven Veränderungen auf, die eintreten würden, wenn du versuchst, wovor du jetzt Angst hast, die schwierige Entscheidung triffst und du zumindest teilweise erfolgreich wärst.

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Das dritte Blatt Papier macht häufig den größten Unterschied aus und ist für viele der letzte Anstoß, den sie brauchen, um ihre Angst zu überwinden. Teile das Blatt in drei Spalten: sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre. Notiere dann in jeder Spalte, wie sich dein Leben verändern wird, d. h. welche Konsequenzen es haben würde, wenn du nicht aktiv wirst. Was passiert, wenn du dich deiner Angst nicht stellst? Was passiert, wenn du die Entscheidung nicht triffst?

 

Die Dinge, die wir vermeiden und vor denen wir Angst haben, sind oft die Dinge, die uns persönlich wirklich weiterbringen. Die Übung wird nicht dazu führen, dass du nun jede Idee verfolgst. Das ist gut so. Denn manche Ängste sind angebracht. Angst hat eine Schutzfunktion. Die Übung hilft dir allerdings zu erkennen, wann sich deine Angst einmal wieder wie eine überfürsorgliche Mutter verhält und dich behindert, statt dich zu schützen. Sie hilft dir, mehr von dem zu tun, was dein Leben lebendiger und lebenswerter macht.

Tim Ferriss hat sich mithilfe dieser Übung entschieden, auf Weltreise zu gehen und währenddessen seinen Bestseller „4-Hour-Workweek“ geschrieben. Ich habe auf diese Weise zu meinem aktuellen Job gefunden, mit dem ich ganz neue Freiheiten genieße.

Und was machst du?

Schreib dich lebendig!

 

Paul Henkel schreibenwirkt.de

Paul Henkel von www.schreibenwirkt.de

In einer persönlichen Krise erlebte er, welche Veränderungskraft Schreiben hat. Seitdem begleitet es ihn täglich: Es macht sein Leben leichter, selbstbestimmter und schöner. Wenn die Zeiten doch einmal dunkler werden, rettet ihn das Schreiben immer wieder.

Damit mehr Menschen vom Schreiben profitieren, hat Paul seinen Blog gestartet. Dort teilt er mit dir wirksame Techniken, wie man das Schreiben nutzt, um Krisen zu überwinden.

 

 

Angst vor Demenz: Wie kann ich mir und anderen helfen

Angst vor Demenz: Wie kann ich mir und anderen helfen

 

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Das liegt vor allem am demografischen Wandel, da die Bevölkerung immer älter wird. Es gibt jedoch Mittel und Wege, um sich so gut wie möglich vor der Erkrankung zu schützen oder um bereits Betroffenen unter die Arme zu greifen. Dafür ist es wichtig, Demenz zu verstehen, und die verschiedenen Krankheitsstadien zu erkennen.

 

Was ist Demenz?

Im Grunde genommen versteckt sich dahinter ein Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die gewisse Parallelen aufweisen. Sie alle gehen mit dem Verlust der geistigen Funktionen einher. Den Betroffenen fällt es schwer, sich zu konzentrieren; ihre Erinnerungen verschwimmen. Außerdem fehlt es im weiteren Verlauf an der Orientierung. Auch der Alltag kann nicht mehr selbstständig gestaltet werden. Die häufigste Demenzform ist dabei Alzheimer, gefolgt von der Vaskulären Demenz und der Sekundären Demenz.

Da etwa 60 % unter Alzheimer leiden, beschäftigt sich der Artikel primär mit dieser Erkrankung. Mit steigendem Alter erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, die Demenz am eigenen Körper zu erfahren. Etwa 50 % der über 90-Jährigen sind davon betroffen. Alzheimer lässt sich in drei grobe Stadien aufteilen:

  • Anfangsstadium
  • moderates Stadium
  • schweres Stadium.

Gerade die erste Phase findet schleichend Zugang zum Leben, denn es stellt sich zunächst eine Vergesslichkeit ein und es gibt teilweise zeitliche Orientierungsschwierigkeiten. Das moderate Stadium ist durchaus deutlicher in der Symptomatik, denn hier kommen erste Sprachschwierigkeiten auf; es können Wahnvorstellungen auftreten und die Vergesslichkeit steigert sich. Ein normales, selbstbestimmtes Leben wird schwieriger, denn auch das Anziehen oder das Führen des Haushalts fällt zunehmend schwerer. Es gibt Patienten, die die Hygiene vernachlässigen und unter Erkennungsstörungen leiden. Im Endstadium ist ein Leben alleine nicht mehr vorstellbar. Die Menschen können nicht mehr sprechen, verlaufen sich im eigenen Haus und werden inkontinent. Meistens erkennen sie dann auch keine Angehörigen mehr, was sich als besonders hohe Belastung herausstellt – gerade für Außenstehende.

 

Demenz: Präventionsmaßnahmen

Unglücklicherweise gibt es für die Erkrankung keine Heilung; Präventionsmaßnahmen helfen zudem nur bedingt. Doch man kann die Wahrscheinlichkeit verringern, daran zu erkranken, oder Betroffene im Anfangsstadium unter die Arme greifen. Denn in einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist.

Daher lautet die erste Devise: so viel Bewegung wie möglich. Gerade körperliche Aktivitäten während des Alltags fördern die vitalen Funktionen des Organismus. Ein ausgelassener Spaziergang am Tag oder die Treppe, statt den Aufzug, zu nehmen, können Wunder wirken. Dreimal wöchentliche sportliche Aktivitäten halten fit und machen zudem glücklich. So wird das Gehirn gut durchblutet und bekommt viel Sauerstoff. Sport lässt sich auch immer gut mit sozialen Aktivitäten kombinieren. Es gibt beispielsweise VHS-Kurse, die interessante Angebote haben. Das Schöne ist, dass die Teilnehmer gleichzeitig auch mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Der Alltag muss im Übrigen nicht auf Sport beschränkt werden, auch kulturelle Unternehmungen und Reisen fördern den Geist.

Bewegung und soziale Kontakte sind nicht alles: Auch die passende Ernährung spielt eine große Rolle. Eine ausgewogene Ernährung hilft dem Körper dabei, sich zu regenerieren und liefert zudem Kraft. So steht der körperlichen Ertüchtigung auch nicht mehr viel im Wege. Sollte der Sinn dann doch nach Entspannung und Couch stehen, gibt es unendlich viele virtuelle Möglichkeiten, um das Gehirn zu schulen. Bequem vom eigenen Sofa aus kann das Tablet oder das Smartphone bei dem Training helfen. Gehirnjogging ist eine gute Präventionsmöglichkeit: Mobile Anwendungen wie beispielsweise Kartenspiele, die den Geist trainieren. Hervorragend eignen sich auch die Soduko-Apps, bei denen das logische Denkvermögen gefordert wird. Für diejenigen, die nicht so zahlenaffin sind, gibt es auch andere Gehirnjogging-Apps wie 4 Bilder – 1 Wort. Dabei wird die gesamte Kreativität gefordert sowie die sprachlichen Fähigkeiten.

Anwendungen wie diese gibt es zahlreiche.

Prävention ist das A und O, denn nur so kann man sich vor den Krankheiten dieser Welt schützen. Die Vorsorge bietet eine gute Grundlage für ein langes und erfülltes Dasein. Wichtig ist, dass das Leben in vollen Zügen genossen wird: Unternehmungen, die Spaß machen, leckeres und gesundes Essen und tolle Erlebnisse, die zum Geschichten erzählen einladen.

Quellen Fotos:
Titelbild – pixabay
2. Bild – flickr