Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

 

Jeder Empath wird heute als übermäßig sensibel beschrieben; nicht jeder Hochsensible ist zugleich Empath. Während Hochsensible sich mit Stichworten wie Überreizung und äußere Stimuli (Licht, Lautstärke, Menschenmassen, fremde sowie schädliche Energien in der Nahrung, der Luft und durch Substanzen) auseinandersetzen müssen, sind Empathen weitestgehend durch fremde Energien belastet. Sie fühlen, was du fühlst - im Guten und Schlechten. Empathen und hochsensible Menschen besitzen deshalb eine besondere Art der Beziehungsangst.

 

Was sie in Beziehungen lernen dürfen & was bei ihnen Bindungsangst auslöst

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstEmpathen und hochsensible Menschen kommen, so sagen es Experten wie die US-amerikanische Psychologin, Autorin und Empathin Judith Orloff, ohne Training nur schwer mit extremen Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen zurecht. Empathie, weitläufig bekannt als Mitgefühl, wird in der wahren Empathieforschung jedoch als Mitleid betitelt. Das erforderliche Training von Empathen könne aus dem beschwerlichen Mitleid wieder „nur“ Mitgefühl werden lassen.

Da beide Gruppierungen durch Überstimulation ausgelöst werden, ist das einzig relevante Thema, das es zu lernen gilt, Selbstabgrenzung und Akzeptanz der eigenen Begrenztheit. Beide reagieren vor allem stark auf Nähe - die mit positiven und negativen körperlichen Empfindungen einhergeht, nicht nur aufgrund seelischer und mentaler Belange. Im Gegenteil: Sowohl Euphorie und Freude als auch Traurigkeit und körperliche Schmerzen werden übermäßig stark wahrgenommen. Während Hochsensible sich mit dem eigenen System auseinandersetzen müssen, um die für sie richtige Dosis an äußeren Stimuli kennenzulernen, müssen Empathen ihre Abgrenzung von fremden Gefühlen und Bedürfnissen erfahren lernen. Das bedeutet vor allem, dass sie ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennenlernen, akzeptieren und von anderen unterscheiden lernen müssen.

Besonders in Liebesdingen nehmen beide Gruppen eine entsprechend höhere Intensität der Liebesgefühle und natürlich auch des Liebesleids wahr. Sowohl in positiven Ereignissen wie dem Verlieben an sich, als auch in negativen wie bei Streitigkeiten oder unerwiderten Gefühlen, sind sie beide stark emotional angesprochen, identifizieren sich schneller und stärker mit ihrem Gegenüber und können sogar körperliche und mentale „Nebenwirkungen“ zeigen. Diese reichen von heftigen Schlafstörungen, Minderwertigkeitsgefühlen und Sorge um die Zukunft bis hin zu Magen-Darm-Störungen (schlechte Bauchgefühle), Muskelverspannungen (bei Angst), unregelmäßiger Herzfrequenz (Herzstolpern), Hautreizungen u. v. m.

 

Mehr gefühlte Liebe für Empathen und Hochsensible

Liebesgefühle des partners wie ihre eigenen fühlen hochsensibel empathenBeide Gruppen aber haben das Potenzial, sich auf die Empfindungen des Anderen einzustellen und als Empath sogar so zu fühlen, wie der Partner es wahrnimmt. Sie können Angst und Sorgen riechen, Liebesgefühle des Anderen wie ihre eigenen aufnehmen und selbst Zweifel des Partners mit den eigenen verwechseln. Nur Menschen, die in ihren Gaben geübt sind, sich ihrer Grenzen und Begrenztheit bewusst sind und entsprechend Selbstabgrenzungs- sowie Bewältigungsstrategien besitzen, können leicht zwischen dem, was der Partner ist/braucht/will und dem, was sie sind/brauchen/wollen, unterscheiden. Sie nehmen es in dem Moment wahr oder, wie viele, die noch etwas ungeübter sind, erst Tage später.

Ihre Vorsicht bei Nähe rührt hauptsächlich von ihrer Angst, überwältigt zu werden, da Zeiten der Nähe zwar stark gewünscht und als angenehm empfunden werden, aber auch eine richtige Dosis benötigen und von Zeiten der Distanz wieder unterbrochen werden müssen. Wieso ist das so? Beide Gruppen nähren und laden sich in Zeiten der Distanz wieder auf. Sie fühlen sich schnell ausgelaugt, wenn sie lange oder intensive Zeiten mit anderen Menschen verbracht haben. Auch der Beruf kann sie energetisch aussaugen, was zu noch mehr Wunsch nach Ruhe und Alleinsein führt. Sie benötigen ihre Zeit mit sich in der Stille oder Natur, mit ihren Hobbys und Tieren ihren Freunden oder dem Beruf, um ihre eigenen Gedanken zu hören und ihre Gefühle wieder zu spüren. Viele von ihnen hört man deshalb sagen: Ich kann mich nicht mehr spüren. Ich habe das Gefühl, dass es keine Grenze mehr zwischen uns gibt. Ich habe das Gefühl, dass ich kein eigener Mensch mehr bin. Sie fürchten den Selbstverlust nicht etwa, weil sie die Liebe fürchten, sondern, weil sie ihre Empfindsamkeit und Emotionalität als Anker und Leuchtturm zugleich brauchen. Deshalb fällt es nicht wenigen schwer, wenn sie sich verlieben. Nicht nur spielen die Hormone verrückt und man ist die ganze Zeit in Gedanken bei dem neuen Partner. Auch fehlende Grenzen in der ersten Verliebtheitsphase und die häufige Zweisamkeit kann sie aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Die Trennungsangst der Empathen und Hochsensiblen: Die Angst, sich zu trennen oder verlassen zu werden

trennungsangst selbstverlust bei empathen hochsensibleGleichfalls haben sie eine stark ausgeprägte Trennungsangst, die zweischneidig ist. Sie sind auf der einen Seite sowohl ängstlich gegenüber eigenen Trennungen. Sie wollen niemanden verletzen und sorgen sich stark darum, dass der Andere seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt. Das verleitet viele dazu, zu glauben, dass sie sie nicht befriedigen könnten und nicht gut genug für den Partner zu sein. Weshalb sie eine Trennung im Kopf in Erwägung ziehen. Auch ihr bedrängtes Ich kann sie in Trennungsgedanken leiten. Werden diese aber untergraben, will die Person den Partner nicht verletzen, werden also die eigenen Selbstabgrenzungsmechanismen nicht genutzt, sondern der Drang unterbunden, führt es zu Aggressionen. Die müssen sich irgendwie entladen, sei es durch Wutausbrüche, plötzliche Trennungen oder kurzweilige, eiskalte Rückzüge, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

Auf der anderen Seite fürchten sie die Trennung des Anderen. Denn beide Gruppen haben übermäßig hohe Selbstzweifel und sind es seit Kindheitstagen gewohnt, für ihre Sensibilität und Einfühlungsvermögen getadelt oder belächelt zu werden. Sie gelten generell als schwächlich oder nicht belastbar. Viele brauchten eine Weile, um ihre Charaktereigenschaften zu akzeptieren und kennenzulernen.

Obwohl die beiden Themen Empathie und Hochsensibilität seit einigen Jahren in vielerlei Munde sind, gibt es noch immer genug Hochsensible und Empathen, die ihre Gabe und Herausforderungen nicht kennen. Besonders, wenn ein nicht-hochsensibler Partner auf einen Hochsensiblen trifft oder ein nicht-hochempathischer Partner auf einen Empathen, kann es zu außerordentlichen Anpassungsschwierigkeiten in der Verliebtheitsphase kommen, die nicht selten zu Trennungen führen.

 

Unterschiedliche Empfindungswelten

einsamkeit eines anderen spürenIch habe in meiner Praxis viele Gespräche mit Menschen geführt, die mit sich am Hadern waren, wie sie ihre Gaben „abstellen“ können, um sich stärker auf ihre Partner einlassen zu können. Sie wollten es und spürten, dass sie gut füreinander waren, aber hatten extreme Mühen, sich auf die andersartige, meist zu schnelle (Tempo) und zu heftige (Intensität) Lebenswelt (weniger-mehr) einzustellen. Sie wollten es und wünschten es sich, aber ihr Körper und/oder ihr Herz hielten stets dagegen. Man kann sich das wie zwei verschiedene Kulturen vorstellen: Der Hochsommer in Australien beginnt, wenn bei uns in Mitteleuropa der Sommer gerade beendet ist und ist um einiges intensiver als in unseren Kreisen. Dennoch sagen Australier und Europäer zu beidem „Sommer“. So ähnlich ist es auch bei Hochsensiblen/Empathen und Nicht-Hochsensiblen/Nicht-Empathen: Die Australier lieben ihre normalen 40 Grad Celsius und viele im Bundesstaat Victoria (Melbourne) ziehen extra nach New South Wales zurück (Sidney, Canberra), weil es dort im Winter wärmer ist. Die Sonne ist im Winter in Melbourne gegen 12-13 Uhr ungefähr so intensiv wie bei uns im Spätsommer. Wir saßen teilweise im T-Shirt beim Mittagessen. Umgekehrt mögen nur wenige Deutsche oder Mitteleuropäer die sehr starken Temperaturen im Hochsommer um Weihnachten herum in Sidney, wenn die australischen Gemüter gerade so richtig ins Wallen kommen. Unterschiedliche Empfindungen für ein- und dieselbe „Sache“.

Diese Unterschiede in der Wahrnehmung von Liebe und Beziehung gibt es nicht nur zwischen Empathen/Hochsensiblen und solchen, die es nicht sind. Es gibt sie immer und grundsätzlich zwischen allen Menschen, nur dass sie bei diesen Gruppen und ihren Partnern besonders stark ins Gewicht fallen und entsprechend stärkere Ängste auslösen können. PartnerInnen müssen hier schlichtweg mit ihrem Gegenüber reden und sich der Überstimulation bewusst sein. Das ist auch nichts, was sich abstellen ließe oder durch Vorwürfe ändern könnte - es ist keine Frage der freien Wahl oder der Willensstärke. Es ist ein eingebranntes Muster und in den meisten Fällen ein sehr hilfreiches und gutes.

 

Im Treibsand des Partners und seiner Gefühle

sich in den gefühlen des partners verlieren hochsensibel empathHinzukommt aber eine Ausprägung, die man interpretieren kann, wie man möchte: Beide Gruppen, je nach Grad der Empathie, können sich durch ihre Sensibilität in den Anderen hineinversetzen und sich so wie ein Kompass durch die Gefühlswelt hindurch navigieren - und verrennen. Sie merken oft erst im Nachhinein oder bei Distanz (gestern Abend zusammen, alles wunderschön - heute sieht man sich nicht und alles erscheint trübe und schwerfällig), dass etwas unstimmig ist oder die Bedürfnisse an eine Beziehung sich unterscheiden. Sie stellen häufig und sofort ihre Fähigkeiten und Tauglichkeit mit Blick auf den Anderen infrage.

Wenn man sie auf die Unterschiede in der Wahrnehmung anspricht, wissen sie oft nur durch lange Zeiten der Reflexion, zu benennen, was in ihnen vor sich geht. Viele können es aber dennoch nicht oder es fällt ihnen erheblich schwerer als Nicht-Empathen und Nicht-Hochsensiblen, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Bei zu viel Nähe ringt nur ein Flucht-Mechanismus mit einem Nicht-verletzen-Wollen-Mechanismus. Man kann sich das wie einen EKG-Monitor vorstellen, der die Herzfrequenz anzeigt. Sie benötigen einen konstanten und gleichbleibenden Herzschlag und „Ton“ in sich, um sich wohlzufühlen. Gerät der Ton aber in ungeahnte Höhen und zu schnellem Tempo, setzt Beunruhigung ein und der Drang, dies augenblicklich zu ändern. Viele haben deshalb ganz natürliche Abwehrmechanismen, zum Beispiel zappeln sie viel herum, wippen mit ihren Beinen oder renken stets ihren Nacken wieder ein. Sie laufen hin und her oder wirken abwesend, zittern oder greifen zu Kompensationen wie Getränke, Essen, Tabak und Alkohol, um den Takt wieder in den normalen Frequenzbereich zu bringen.

 

“Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen.”

Ausbruch aus Gefängnis namens Angst Eifersucht Gier Geld Macht Trauer Schuld SchamSie hassen es, aufzuspringen und Nein zu sagen, aber es bleibt ihnen (und anderen) nicht immer erspart. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation, in der ich mit einem Mann, den ich gerade erst kennengelernt hatte, morgens im Bett aufwachte. Er umarmte mich innig und wollte nur die Bettwärme und meine Abwesenheit fühlen. Er wollte mir zeigen, dass er sich wohlfühlte und sich freute, morgens mit mir aufzuwachen. Meine Reaktion aber war eine innere Explosion: Ich fühlte mich derart eingeengt und bedrängt. Ich spürte seine Bedürfnisse wie eine Walze über mich herüberrollen. Ich konnte hinter seiner Zufriedenheit über die Situation die Schmerzen über sein bisheriges Alleinsein wahrnehmen. Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen. Nicht etwa, weil ich seine Nähe fürchtete, sondern weil ich morgens grundsätzlich direkt aus dem Bett aufstehe, mir die Nase putze, ins Bad gehe, meinen Tieren ihr Frühstück gebe und dann meinen Kaffee trinke. Mein System erlaubt mir kein Kuscheln über länger als zehn Minuten. Interessanterweise hatte ich solche und ähnliche Erfahrungen nicht mit Hochsensiblen/Empathen.

Je mehr Menschen wie ich aber versuchen, gegen ihren inneren Kompass zu handeln, weil sie den Partner mögen und behalten, ihn gut behandeln möchten und respektieren, desto mehr gehen wir absichtlich über unsere Fähigkeiten hinaus und überschreiten unsere mentalen und körperlichen Grenzen selbst. Bei vielen schürt das leider Wut und Angst. Spätestens, wenn sie wieder allein sind, bemerken sie ihre Überreizung und die Konsequenzen, ihr Ausgelaugtsein, ihr fehlendes Gefühl für sich selbst, ihre Gedankenkreisel im Kopf, die Anstauung fremder Gefühle in ihrem Körper oder Gedanken in ihrem Kopf. Sie vermissen sich sozusagen und als würde die Stimme ihrer Intuition, Empathie und Hochsensibilität brüllen: „Ja, ganz toll. Das machen wir auch nie wieder!“ geraten sie sofort in Bedrängnis, sich zwischen sich selbst und ihrem Partner zu entscheiden.

Ein Blick in internationale Foren und Facebookgruppen mit Empathen und Hochsensiblen zeigt mir täglich mehr als deutlich, wie viele von ihnen sich freiwillig gegen Nähe entscheiden, nur um nicht in diese Entscheidungsnot zu geraten. Es fühlt sich für sie an, als müssten sie sich zwischen ihrem Leid und deinem Leid entscheiden. Eine Wahl, die ihnen nicht nur wehtut, sondern auch schwerfällt, weil ihr System nicht auf Schmerz-Zufügen ausgerichtet ist, sondern auf Minimierung des Schmerzes. Deshalb finden sich viele Empathen und Hochsensible in Berufen wieder, die ihnen Freiheiten schenken - frei von Hektik, frei von Menschen oder frei von unvernünftigen und nichtigen Unternehmensansprüchen, die niemandem dienen, außer dem Unternehmen. Ungerechtigkeit und Wettbewerbsgehasche, Ellenbogenhierarchien und Obrigkeitsgehorsam sind ihnen genauso zuwider wie Hochbegabten.

 

Offene Gespräche für mehr Verständnis

Als Partner eines Empathen oder Hochsensiblen (oder beidem) bleibt einem nur das offene Gespräch und klare Grenzen und Regeln, die beide miteinander ausmachen und befürworten. Je stärker die Grenzen sind, desto wohler fühlen sie sich. Umgekehrt haben die Partner die Erkenntnis, dass es nicht an ihnen liegt, sie nicht „nicht genug“ seien, sondern nur unterschiedlich in der Wahrnehmung und Empfindung. Das ist eine große Entlastung und vermag einen völlig anderen Blick auf die Zukunft der Beziehung mit deinem Herzenspartner.

Auch wenn du entdeckt haben solltest, dass du Empathin und/oder Hochsensible bist, kannst du für dich und ihn realisieren, dass es dir an Selbstabgrenzung und Selbstwahrnehmung fehlt. Sie in eine gesunde und ausgeglichene Waage zu bringen, ist das oberste Ziel - dann kann auch die Beziehung zu deinem Herzenspartner eine positive Wendung nehmen.

Dies war ein Ausschnitt aus meinem Buch “Du liebst mich, oder doch nicht?“, erschienen 2017 als Taschenbuch und E-Book. Erhältlich bei mir oder Amazon.

 

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

 

Es wird oft von Stress gesprochen, wenn wir uns auf die Suche nach Auslösern für Angst, Burnout und Panikattacken machen. Doch woher dieser Stress rührt, meint die eine wahre Ursache, die zu innerer Hektik, Getriebensein und Enge führt, bleibt oft unbeachtet. Da ich mich ja selbst mit diesen Themen auseinandersetzen musste, möchte ich im Folgenden gern die wichtigsten Ursachen verdeutlichen.

Sie sind greifbar und erlauben dir, dich einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

 

Die wichtigsten Gründe/Auslöser für Burnout, Angst & Panikattacken

Zu viel drinnen - zu wenig draußen

zu viel drinnen sein nicht draußen sein panikattacken anschluss verlieren isolation angstWir sitzen ja alle viel zu viel und überhaupt sei Sitzen das neue Rauchen. Dennoch verbirgt sich hinter dem Sitzen vor allem eine Gefahr, die ich verheerender finde: Das mehr in den Räumen sein als im Kontakt mit der Natur, an der Frischluft, dem Leben da draußen, dem Teilhaben am Anderen, Kontakt zu Menschen. Dadurch sperren wir uns ein, es nährt Enge in der Brust, es nährt Einsamkeit und das Gefühl, getrennt zu sein, ausgeschlossen und unbeachtet, unwichtig und ohne nährende Kontakte. Es ist einer der wichtigsten Auslöser für Agoraphobie und Panikattacken (wie auch das gegenteilige Extrem, nämlich kein wirkliches, gefühltes “Zuhause” zu haben, keinen Halt in einem geschützten Raum zu haben oder zu spüren). Wir alle brauchen sichere Rückzugsorte, die bestenfalls lärmfrei, giftfrei und ohne emotionale Störquellen beschaffen sind. Wer in seinen Räumen (und auch als Symbol seines Inneren) keine Sicherheit spürt, “nur noch weg will”, der hat seine Grundlage für Panikattacken - bis hin zu Depressionen, in denen man –  metaphorisch gesprochen - am besten gar nichts mehr spürt, weil man sonst nur Leere oder tiefe Trauer fände, handeln müsste, ausbrechen müsste.

Im umgekehrten Fall ist das Außen, draußen sein, mit sich und der Welt, den Geräuschen, ein Ausgleich, der nötig wird, wenn man das Außen zu lange vernachlässigt hat. Agoraphobie, soziale Ängste, Panikattacken und Burnout zum Beispiel werden nicht besser, wenn man drinnen und mit sich allein bleibt. Im Gegenteil: Es ist das neue Lernen des Außen und des Umgangs damit, die Konfrontation und Gewöhnung, ein neues Vertrauen zu lernen, das die Symptome bessert.

 

Deine Aufmerksamkeit ist fehlgeleitet und führt daher zu einem Ungleichgewicht

Deine Energie richtet sich auf andere, zu sehr auf andere. Die Aufmerksamkeit, die du deinen Lieben, Mitmenschen, Kollegen und Freunden schenkst ist im Verhältnis zu der, die du dir schenkst, aus dem Gleichgewicht geraten. Auch ist es möglich, dass du zu sehr den Fokus auf das Leben der Anderen richtest, ihren Situationen und Herausforderungen, Bedürfnisse und Ängste. Du möchtest sie zufriedenstellen, sie beruhigen, da sein, es ihnen rechtmachen, für Harmonie sorgen oder was auch immer deine Motivation ist. Doch der Preis dafür ist - je verstärkter du das machst - irgendwann zu hoch. Damit geht der Blick auf dich und dein Leben, deine Gefühle und Bedürfnisse zwangsweise verloren. Je mehr du dich in deinem Leben von dir entfernst, desto mehr wird das Überlebenssystem in dir anspringen, auf AN stehen bleiben, rebellieren und dich durch Angst und Panikattacken warnen - im Notfall sogar in eine Starre bringen (Angststörung, Panikstörung, Depression, Burnout), damit du mit anderen kaum mehr Kontakt haben kannst (darfst) und dich nur noch dir widmen kannst.

 

Zu viel Input, zu wenig Output

zu viel input zu wenig output reize außen panikattacken angstGegenüber einem meiner Kollegen nannte ich das einmal “zu viel von zu wenig”-Syndrom. Damit meine ich diese Lebensweise: Tun wir zu viel von dem, was uns zu wenig zurückgibt, uns Energie nimmt, aber nicht schenkt, landen wir täglich in einem Mangelverhältnis und hantieren nur noch mit dem Wenigen, das uns übrigbleibt.

Stellen wir uns unser Leben und unsere Energie als ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas vor: Je mehr wir an Flüssigkeit brauchen, ohne sie wieder aufzufüllen, desto schneller kommen wir in einen sehr niedrigen Bereich, in dem kaum mehr Ressourcen (also Flüssigkeit) zur Verfügung steht. Haben wir nichts gegen das Leerende gegenzuhalten, was das Glas wieder auffüllt, wird es kritisch für die Aufrechterhaltung unseres Lebens. Je mehr wir also etwas tun, was wir nicht wollen, was uns keinen Sinn stiftet, uns verletzt, aussaugt und ängstigt, desto mehr ziehen wir genau das in unser Leben. Gegenzuhalten bedeutet also etwas ins Leben zu holen (und zwar schnell), was uns wieder füllt. Keineswegs meint das, dass wir losrennen und uns einen anderen Menschen suchen, der uns wieder “heilmacht” mit seiner Energie, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Das eine mit demselben zu vergelten, schädigt nur einen weiteren Menschen.

Gemeint sind Werte, die in Aktivitäten, mit den Lieben und Freunden oder neuen Menschen ausgelebt werden können: Das kann vom Kontaktherstellen zur männlichen und/oder weiblichen Seite, der bedingungslosen Liebe von Kindern oder Tieren, dem Kontakt zu seinem Körper durch Sport oder Bewegung bis hin zum Nähren des Geistes durch neue, spannende Themen (Literaturwelten, Weiterbildung, eigene Spiritualität usw.), der Verbindung zu seiner kreativen Seite oder andere, nährende Möglichkeiten reichen. Hauptsache, es erfüllt dich und erlaubt dir, dass du dich wieder fühlen kannst.

 

Unterbrochenwerden

Wer in seinem eigenen Leben zu einem Springer wird, also stets, wenn andere rufen, springen (muss/will/glaubt zu müssen), wird nicht nur in seinem Zeiterleben unterbrochen, wodurch er das Gefühl bekommt, er hätte für sich keine ausreichende Zeit zur Regenerierung oder um in seinem Tempo zu denken, arbeiten, fühlen. Er wird auch in seinen Bedürfnissen unterbrochen, die nötig sind, um im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Das kann zum Beispiel Auszeiten angehen (nur schnell in die Badewanne, bevor… oder ganz schnell einkaufen, bevor… oder nach der Arbeit ganz schnell die Kinder abholen, ohne den Arbeitstag hinter sich lassen zu können). Es kann aber auch die eigenen Leidenschaften betreffen, die in den Hintergrund gerückt werden (müssen/sollen), eben obwohl sie einen nähren und wertvolle Energie zur Regenerierung spenden.

Es müssen zwingend - wenn wir ohne Angst, Depressionen und Panik leben wollen, eigene werte- und sinnstiftende Zeiten in Ruhe ausgelebt werden können. Sollte das schwierig sein, muss man sich auf die Suche nach Unterstützung machen, gegebenenfalls Aktivitäten/Bitten verneinen, den Job wechseln, jemanden für die Kinder oder den Haushalt engagieren, sich aufteilen mit der Betreuung der Kinder oder andere Lösungsstrategien. Aber ein “Es geht nicht!” gibt es nicht. Das steht für deinen Körper nicht zur Debatte, wenn sich Angst und Panikattacken breitgemacht haben.

 

Unterdrückte oder offensichtliche Einsamkeit

wie du deine angst allein zu sein überwinden kannstVon der Flucht vor Leere durch Arbeit, Alkohol, Sport, Sex oder andere Kompensationen bis zur inneren Verneinung/Abwehr einer nötigen Veränderung (lieber eine angenehme, erwartete Rolle spielen, Flucht vor sich und seinen Herausforderungen aus Angst vor den Konsequenzen): Einsamkeit zeigt sich auf vielfältige Weise und ist in meinen Augen die Ursache für alle psychischen Belastungen. Häufig wird sie durch den Verlust von geliebten Menschen hervorgerufen (Tod, Umzug, Auszug der Kinder). Aber auch fehlende Werte in seinem täglichen Leben oder verlorengegangene Werte führen oft zu einem Gefühl des Überwältigtseins durch das leere Nichts. Keine Zuwendung, keine Teilhabe, keine Wertschätzung, nicht gebraucht werden, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit: Selbst in Partnerschaften oder im Beruf sind wir nicht vor Einsamkeit gefeit.

Was hilft, ist entweder das Aussöhnen mit den Umständen, durch Vergebung und Neuverbindung mit dem, was einst Halt und Sinn verlieh. Oder man stellt sich der Herausforderung und löst das “Problem”, in dem man sich (aus dem Umstand) löst. Lösen heißt auch, die Angst vor Einsamkeit oder vor Verletzungen loszulassen. Viele geraten in die Einsamkeit durch Isolation, weil sie meinten, diese würde sie vor Verletzungen schützen. Aber auch Passivität, also das Warten darauf, dass von allein etwas geschieht, ohne dass man etwas tun muss, man gefunden würde oder das Glück vor der Tür stünde, kann einsam machen. Sich nicht zu trauen, ist selten ein funktionierender Weg aus der Einsamkeit. Ob man seine Einsamkeit für sicher hält, erkennt man leicht daran, ob man bei Gelegenheiten, die einem gefallen würden/könnten, dann doch einen Rückzieher macht und vermeintliche Gründe sucht, wieso etwas “nicht geht”.

Wir waren alle einmal da. Auch ich. Als Autorin des Buches “Über die Kunst, allein zu sein” empfehle ich dir in diesem Fall mein Buch zu lesen.

Mit den besten Wünschen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Spinat und alte Liebe sollte man nicht aufwärmen. Das jedenfalls sagt ein Sprichwort. Dabei denkt jeder zweite Deutsche noch immer an seine erste große Liebe oder an eine alte Liebe. Gedanken an die gemeinsame Zeit, die intensiven Gefühle und gemeinsame Erfahrungen wirken selbst Jahrzehnte später immer noch genauso warm und geborgen, als wäre es erst gestern gewesen. Unser Geist schweift ständig zu dieser einen Person und der Liebe, die wir nicht vergessen können. Wie sie sich anfühlte, welches Gefühl sie in uns hinterließ, das erste Treffen, der erste Kuss.

Auch Menschen, die heimlich verliebt waren, denken selbst bis ins hohe Alter an diese eine verpasste Chance zurück. In beiden Fällen erleben wir Gefühle wie Traurigkeit, Sehnsucht, Einsamkeit, Reue und eine Hilflosigkeit über die Dinge, die wir nicht mehr ändern können.

Doch was machen wir, wenn wir die Vergangenheit nicht zurückdrehen können und trotzdem im Hier und Jetzt mit dem, was war, und dem, was nicht wahr, zurecht kommen müssen? Was machen wir, wenn wir mit einem neuen Partner zusammen sind und trotzdem unsere große Liebe nicht vergessen können? Wie können wir mit dem Verdruss über alles, was war oder hätte sein können, umgehen?

 

Ich kann meine erste große Liebe nicht vergessen!” – Wieso es uns so schwerfällt

Manchmal verlieren wir in unseren Gedanken an die Vergangenheit die Gegenwart vollkommen aus dem Blick. Die meisten Menschen sehnen sich nach ihrer großen Liebe und wollen sie zurück, wenn das aktuelle Leben gerade nicht so rosig ist, meint: unsicher und emotional unstabil. Viele beginnen ihre Suche nach einer Person aus der Vergangenheit auch nach einer Trennung oder schweren Veränderung. Besonders in diesen Zeiten können sie ihre große Liebe nicht vergessen.

Andere suchen selbst dann, wenn sie Familie und Ehepartner/-in haben. Vereinen tut sie die intensive Erinnerung an damalige emotionale Momente und wie sie sich dabei fühlten: sicher und geborgen. Sie vermissen die alte wohlige Wärme oder die Akzeptanz, Verbundenheit und seelische Nähe, die stundenlangen Gespräche und ersten oder intensiven sexuellen Erlebnisse. Sie vermissen die Hochs der Hormone.

Und genau an dieser Stelle kommt der zweite, interessante Fakt ins Spiel: Verantwortlich für die heftigen Gefühle sind die damals schwankenden Hormone des Teenagers. Die wurden nämlich im Gehirn abgespeichert. Denken wir also an jemanden von damals zurück, dann rufen wir diese intensiven emotionalen Erinnerungen wieder ab, vergleichen sie mit unseren heutigen Gefühlen und meinen dann oft, dass damals alles besser gewesen wäre.

 

Du brauchst deine große Liebe nicht vergessen, nur dankbar für die Erfahrung sein

Niemand muss die Vergangenheit mit ihren schönen, kostbaren Momenten aus dem Gedächtnis streichen. Du kannst deine erste große Liebe nicht vergessen. Das sollst du auch gar nicht. Sie hat uns genährt, geformt und nachhaltig beeinflusst. Sie war gut, unbezahlbar und leichtherzig. Wir haben neue Gefühle und Seiten an uns entdeckt, haben Glück und Trauer kennengelernt, Angst und Verbundenheit. Mit der heutigen Realität hatte die alte Liebe wahrscheinlich wenig zu tun. Deshalb hilft es, sich die nachfolgenden Aspekte anzusehen und in sich hinein zu hören.

 

Alles geschah zu deinem Besten!

Manchmal sind wichtige Lernerfahrungen mit großen Gefühlen verbunden, die uns auch in unsere Zukunft begleiten (sollen). Aus einer Jugendliebe oder alten großen Liebe haben wir auch Unbequemes lernen müssen und können. Wenn man also stets an eine Person von früher denken muss, kann es auch ein Zeichen sein, das Damalige und Heutige einmal anders zu verknüpfen.

Alte Verhaltensmuster, Barrieren, die damals vorhanden waren, Fehler, die man trotz bestem Wissen machte: All diese Aspekte erneut zu überdenken oder schriftlich festzuhalten, kann einen wichtigen Grundstein für deine zukünftige Zufriedenheit in Sachen Liebe und Beziehung legen. Erinnere dich ruhig an die schlechten oder weniger guten Momente, denn sie bergen ein großes Entwicklungspotenzial.

Wie kam es zur Trennung?

Was würdest du heute anders machen, als damals?

Oft sind wir auch mit einer alten Schuld, Schamgefühlen und Ängsten, vor allem Selbstwertproblemen konfrontiert. Vielleicht animieren uns diese Gefühle dazu, uns als Verlierer zu sehen oder gar die Schuld am Nichtgelingen der Beziehung zu geben. Wir fühlen uns hilflos, machtlos, wehrlos, klein oder schlecht, nicht gut genug oder abhängig. Wir glauben, nie wieder so eine tiefe und intensive, beglückende und allumfassend wundervolle Beziehung und Liebe zu einem Menschen zu finden. Eine weitere Angst ist auch die, dass wir nie wieder so von einem Menschen wie diesem geliebt würden oder uns geliebt fühlen würden.

Dahinter verbirgt sich eine noch immer aktive und nicht verarbeitete Verlusterfahrung. Sie ist mit den alten Gefühlen und deinen Interpretationen, wie es zu dem Verlust kommen konnte, verbunden. Sie machen ein neues Kapitel auf, in dem es heißt, dass danach alles nur noch schlecht war oder immer so ungut bleiben würde. Als hätte man seine Chance endgültig verpasst und verspielt.

Welche Emotionen auch hochkommen mögen, wenn du an deine alte Liebe denkst: Vergiss nie, dass alles zu deinem Besten geschieht und auch damals geschehen ist. Auch, wenn die vergangene Erfahrung letzten Endes nur eine Lehre ist, die umgesetzt werden soll - für eine bessere, mühelosere, liebevollere und authentischere Liebesbeziehung auf Augenhöhe. In solchen Fällen hilft es immer, wenn du dich fragst:

Was muss geschehen, sich ändern, welche Verhaltensmuster müssen über Bord geworfen werden, welche Ängste müssen ertragen und welche Gefühle leitend werden, damit ich in Zukunft …. ?

Höre auf die Stimme in dir! Deine Intuition wird dir zeigen, welche Barriere zwischen dir und deinem Ziel steht.

 

Sollte man die Vergangenheit wieder zurückholen?

So sehr man es sich auch wünschen mag: Jetzt ist jetzt und früher ist vergangen. Ein Sprichwort sagt, manche Feigheit könne auch Klugheit sein, was sinngemäß heißt: Nicht alles, was nicht war, sollte sein. Aus welchen Gründen es auch zum Bruch kam: Es könnte immer sein, dass es gut für dich oder deine alte Liebe war und noch Besseres brachte oder bringen wird.

Im Hier und Jetzt zu leben macht es außerdem möglich, dass man sich von unerwünschten Gefühlen fernhält, sowohl von denen, die du sonst ohne deine Gedanken empfinden würdest, als auch von denen, die du dir machen solltest.

 

Schwelge in Erinnerungen an deine große Liebe, aber denke noch mehr an deine Zukunft

Denke an dein jetziges Leben. Räume auf, was es aufzuräumen gibt, im übertragenen Sinne. Unser Geist lenkt gern mit wohligen Gedanken und Träumen ein, wenn wir Schutz vor der Kälte unseres jetzigen Lebens brauchen. Also trägt er uns in die schönen Zeiten zurück.

Was muss geschehen, damit deine Gegenwart wieder erfüllt erlebt werden kann?  Was kannst du jetzt, ohne Angst und Traurigkeit über die Vergangenheit, tun, damit deine Zukunft besser wird, als die vergangenen, gedanken- und trauerüberladenden Momente?

Konzentriere dich auf das, was du noch tun kannst, statt auf all das, was nicht mehr umkehrbar ist. Das nimmt dir alle machtlosen und hilflosen Gefühle und schenkt dir stattdessen Zuversicht für dich und Stolz auf alle Handlungen, die noch kommen. Handele für dich und deine Zukunft. Die kannst du noch ändern.

Nicht jede, damals noch so große, Liebe ist etwas Festes und Funktionierendes für heute. Im Netz finden sich etliche Berichte darüber, dass die Jugendliebe bzw. eine alte große Liebe leicht jetzige Beziehungen und Ehen auf die harte Probe stellen - bis zur Trennung. Die ersten Liebesgefühle waren eben weit entfernt von Realität. Sie bestanden hauptsächlich aus Sehnsucht, die erfüllt wurde, wahr gewordene Liebe, nach der wir uns alle so sehr sehnten. Doch damals waren die meisten Beziehungen eben nicht mit Alltag, Finanzen, gesundheitlichen Problemen, Arbeitsstress, Familienschwierigkeiten, Karriereplanungen usw. konfrontiert. Die wenigsten alten Liebe kennen diese völlig normalen, erwachsenen Probleme.

Eine Studie aus den Staaten, durchgeführt von der Psychologin und Autorin Dr. Nancy Kalish von der California State University, stellte fest, dass eine Wiederaufnahme der alten Liebe und Beziehung zwar sehr stabilisierend wirken könne. Dafür müssten aber bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein:

Wenn man 17 Jahre oder jünger war und sich wegen äußerer Umstände trennte, könnte eine Wiedervereinigung ganz gut funktionieren. Auch müssten die beiden Liebenden zum Zeitpunkt des Wiedertreffens Single sein. Ist das gegeben, so bestehe bei rund 80 Prozent eine Beziehungsdauer von wenigstens 10 Jahren. Mindestens. Ihre Erkenntnisse beschreibt sie in ihren Büchern “Lost & Found Lovers” und “The Lost Love Chronicles“.

 

Rekindling: Wege, um die große Liebe oder erste große Liebe wiederzufinden

wenn wir merken dass auch der neue partner wieder derselbe Typ istUnd wenn nun alle Stricke reißen und du deine alte Liebe unbedingt wiederfinden und wiedertreffen musst? Dann gibt es einige Möglichkeiten. Dank des Internets und vieler Menschen, denen es genauso ergeht wie dir, haben sich einige Websites etabliert, die bei der Suche nach der einst großen Liebe helfen möchten. Diese Bewegung ist so global geworden, dass die Staaten dem bereits einen eigenen Namen gegeben haben: Rekindling (dt. “Wiederaufflammen”).

Auf einigen extra dafür geschaffenen Portalen (siehe unten) ist es möglich, seine Daten zu hinterlegen, um gefunden zu werden, falls die alte Liebe einen ebenfalls sucht.

Doch die Psychologin Kalish warnt: Zwei Drittel der Suchenden seien leider verheiratet. Ihre Nachforschungen ergaben zudem, dass 62 Prozent eine Affäre miteinander beginnen - und auch so enden. Affären können ein Chaos für dein Leben bedeuten, wenn eine alte Liebe in das jetzige Leben hineinplatzt.

Dennoch, der Vollständigkeit halber, findest du im Folgenden Websites und Portale, die dir bei der Suche helfen können:

 

Portale und Websites für die Suche nach der alten Liebe

  1. Wie man seine erste große Liebe wiederfindet PersonensucheZu Beginn den Namen und damaligen Geburtstort oder aber die Schule, Institution, Verein usw., über den man sich kannte, zu googeln, ist der erstbeste Schritt. Sollte dabei nichts herauskommen, kann man auch gemeinsame Freunde googeln, die eventuell noch Kontakt zu der gesuchten Person haben.
  2. Außerdem ist www.stayfriends.de, die größte Plattform in Deutschland, auf der man seine alte Schule, Klasse und Klassenkameraden, aber auch andere Klassenstufen und Schulen findet, nützlich.
  3. Facebook, Instagram, Twitter, Google+ & Co eignen sich ebenfalls, falls derjenige sich dort mit seinem echten Namen angemeldet hat bzw. etwas auf soziale Netzwerke hält.
  4. Da das nicht in allen Fällen so ist, empfiehlt sich auch ein Blick in die beruflichen Netzwerke wie LinkedIn und Xing.
  5. Die Website www.wobistdu.de hilft dabei, Menschen wieder zusammen zu bringen. Man kann sich dort nach kostenloser Anmeldung umsehen, wer sich bereits eingetragen hat und auch selbst Suchaufträge aufgeben. Menschen jeden Alters sind dort, aber es scheint mir noch eine sehr junge Website zu sein (mit noch nicht so vielen Einträgen). Nichtsdestotrotz hat man das gesamte Netzwerk, das einem weiterhelfen könnte.
  6. Gesetzlich ist es gestattet, sich bei Einwohnermeldeämtern eine Auskunft zu holen. Entweder man sucht sie selbst auf oder beauftragt einen entsprechenden Such-Service. Gegen kleines Geld kann man via Dritte eine solche deutschlandweite Meldeauskunft beantragen, u. a. bei www.melderegister24.info, www.adressermittlung.de, www.suche-nach-personen.de.
  7. Etwas mehr Geld gegen Anzahlung und Honorar bei Erfolg nehmen Personensuchanbieter wie „Wieder­sehen macht Freude“ (www.wiedersehenmachtfreude.de) und “Die Such-Nanny” (www.suchnanny.de). Sie arbeiten teilweise auch interna­tional und das selbst bei schwierigen Suchen. Sie durchsuchen dabei u. a. Einwohnermeldeämter, Standesämter, Umzugsdatenbanken und Sterberegister.
  8. Wenn all diese Wege scheitern, bleiben noch immer Detekteien, die sich darauf spezialisiert haben, geliebte Menschen wiederzufinden. Wenn man Jugendliebe wiederfinden Detektei googelt, findet man u. a. www.detectivecondor.de und www.diedetektei.eu. Die kosten zwar etwas mehr Geld, aber zumindest kann es durch professionelle Dienstleister wesentlich leichter zu einem Ergebnis führen.

Viel Erfolg bei der Suche oder beim Dankbarsein und Loslassen wünsche ich dir,
Deine Janett

 

Heilsteine und Mineralien: So schützt du deine Energie für innere Ruhe

Heilsteine und Mineralien: So schützt du deine Energie für innere Ruhe

Edelsteine, Heilsteine und Mineralien haben eine lange Tradition. Ob in der Antike oder im 20. Jahrhundert: Schon immer schützten sich Menschen vor negativen Energien, Krankheiten und Unheil durch bestimmte Steine, die Blockaden lösen und etwas wieder in den Fluss bringen, harmonisieren sollten. Edelsteine und Heilsteine sind eine Unterstützung, keine Magie. Sie bedeuten Glaube an die Kraft der Natur. Je stärker dieses Vertrauen ist, desto stärker können dir die Steine helfen.

 

Edelsteine, Kristalle, Heilsteine und Mineralien

Heute sind es besonders hochsensible Menschen und Empathen, die durch Edelsteine, Heilsteine und Mineralien profitieren können. Ihre Sensitivität macht sie angreifbar und beeinflussbar durch die Handlungen und Emotionen anderer Personen. Wenige wissen, dass man sich vor fremder Energie schützen kann, in dem man Heilsteine bei sich trägt oder sie in seiner Wohnung hat. Sie wirken besonders gut gegen Ängste, ob diffuse Angst oder spezifische Angst, und damit auch gegen Stresssymptome und schwierige Zeiten.

Die Steinheilkunde besagt, dass jeder Heilstein seine eigene Bedeutung hat, individuelle Eigenschaften und Wirkung. Sie helfen uns bei bestimmten Themen und wirken in ihrer Form ebenfalls unterschiedlich. In den meisten Fällen sollte die Rohform verwendet werden. Je weniger industriell bearbeitet sie sind, desto wirkungsvoller. Doch ob als Kristall oder als Rohstein, in Form einer Kette oder eines Rings: Heilsteine und Edelsteine erlauben einem Menschen, bei sich und in seiner Kraft zu bleiben. Auch gibt es die Zuordnung zu Chakren und Sternzeichen, die ich der Vollständigkeit halber erwähnen werde.

Ich stelle dir im Folgenden vier Heilsteine und Edelsteine vor, die deine Energie fördern und in schwierigen Zeiten Unterstützung schenken können.

 

Amethyst

amethyst der heilstein schütztDer Amethyst ist ein violettfarbener Kristallquarz und gehört zur Gruppe der Oxide. Er ist durchscheinend und kann in seiner Farbe von einem hellen bis sehr tiefen Violett rangieren.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Ein Amethyst wirkt auf die Lunge (Atemwege), Haut und Nerven. Er wirkt gegen Ekzeme und Ausschläge sowie Schuppenflechten und Warzen, fördert Abhusten und ist effektiv gegen Heiserkeit. Auch ist er förderlich für die Verdauung: Er reguliert die Darmflora und stärkt bei einer nervösen Verdauung. Bei Schmerzen wie Menstruationsbeschwerden, aber auch Kopf- und Schulterschmerzen, Verspannungen im Nacken wirkt er lindernd, genauso wie bei Hitzewallungen. Bei Fieber, einem angeschlagenen Immunsystem und besonders bei Süchten wirkt er heilend.

Auf dem seelischen Gebiet er ist heilsam bei Trauer, Kummer, Ängsten, besonders Prüfungsängsten, Verlustschmerzen bei Trennung und Tod, aber auch bei Albträumen, unerwiderten Gefühlen und Liebeskummer. Er fördert die Entspannung und innere Ruhe sowie einen erholsamen Schlaf, stärkt die Intuition und unterstützt dabei, Entscheidungen zu treffen, die Konzentration aufrechtzuerhalten und sich zu öffnen.

Ein Amethyst ist ein starker Schutzstein, der ebenfalls die Spiritualität fördert. Er soll falsche Freunde vertreiben und das Übernehmen von fremden Mustern und Energien verhindern. Es wird ebenfalls gesagt, dass er sich gut eignet, um ihn im Auto bei sich zu haben.

Auf einer Amethystdruse können andere Steine wie zum Beispiel Jade aufgeladen werden.

Anwendung

Man kann ihn auf den Körper legen, am Körper tragen oder in der Hosentasche, den Stein in Wasser legen und das Wasser trinken oder in einer Creme einlegen sowie zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Er ist den Chakren Stirn und Scheitel zugeordnet.
Die Sternzeichen Widder, Fische, Jungfrau, Wassermann sowie Steinbock haben den Amethysten als Geburtsstein.

Pflege eines Amethysten

Man muss ihn in lauwarmen Wasser reinigen, dann mit Hämatit (Trommelsteine) entladen und bei Vollmond(licht) aufladen.

 

Blauer Topaz (Edeltopas)

der edelstein blauer topasDieser ist ein sehr wertvoller Edelstein. Er ist als Rohstein, Kristall, in Form von Trommelsteinen, Anhänger und als Ketten zu bekommen. Auf Kristalle und Ketten solle man bei dem Blauen Topaz verzichten, weil seine Wirkung durch die Aufarbeitung bereits stark minimiert worden sei.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Der Stein beruhigt unsere Nerven und kräftigt Herz und Kreislauf, unterstützt bei Depressionen und vor allem bei Schlaflosigkeit, aber auch bei Erschöpfung, nervösen Kopfschmerzen und Atemnot. Bronchitis, festsitzender Husten und Erkältungen lindert er.

Auf der seelischen Ebene inspiriert der Blaue Topas und regt unsere Kreativität an. Viele Schauspieler und darstellende Künstler tragen ihn für eine bessere Leistung und mehr Sicherheit auf der Bühne. Er ist dafür bekannt, dass er die Selbstbestimmung fördert und die Selbstheilung anregt: Er hilft uns, uns uns selbst anzunähern und nach unseren Werten zu leben. Somit löst er Denk- und Glaubensmuster auf und regt Weitsicht an. Er gleicht Starre und Sturheit aus und verhilft uns zu mehr Großzügigkeit und Toleranz im Miteinander. Er harmonisiert also unser Gefühlsleben und schenkt uns Klarheit über unsere wahren Bedürfnisse. Er hilft dabei, uns von “Altem” zu befreien, endlich loslassen zu können.

Anwendung

Bei Schlaflosigkeit kann man ihn mit ins Bett nehmen, bei Stress sollte man den Topas für mehrere Stunden (mind. 12) in ein Glas Wasser legen und das Wasser dann vor dem Schlafengehen trinken.

Sternzeichen und Chakren

Er ist den Sternzeichen Löwe, Waage, Zwilling und Wassermann zugeordnet.
Er wirkt besonders auf das Halschakra.

Pflege

Man sollte ihn einmal bis zweimal im Monat unter lauwarmem und fließendem Wasser entladen. Bei Ketten muss er mit den sog. Hämatit-Trommelsteinen (am besten Bergkristall Trommelsteine) über Nacht entladen werden. Topase sollten nicht bei Sonne aufgeladen werden, da Sonne ihm seine Farbe entzieht. Topase sollten daher nur über Nacht aufgeladen werden.

 

Jade

jade gilt als heilstein und schutzsteinJade ist ein Edelstein und kann in den Farben weiß, gelb, grün, rötlich, braun, violett, lila und schwarz auftreten und ist durchscheinend.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Er wirkt besonders stark auf die Nieren, regt somit die Nierentätigkeit an und entgiftet. Er stärkt zudem das Herz und ist förderlich für den Kreislauf. Auch die Milz, Leber und der Darm wird durch Jade gekräftigt. Im Allgemeinen ist er gut bei Stoffwechselproblemen und einem geschwächten Immunsystem.

Auf psychischer Ebene wirkt er auf die Nerven: Er beruhigt, wirkt gegen Antriebslosigkeit und baut Zufriedenheit auf, fördert die geistigen Aktivitäten und Tatkraft. Er löst zudem Vorurteile und hartnäckige Denkmuster auf. Er gilt auch als Stein der Harmonie, der Liebe, Zuversicht, des Selbstvertrauens und der Selbstsicherheit. Er fördert Unabhängigkeit und Gerechtigkeit, aber auch Dankbarkeit und Barmherzigkeit, wenn es um Loslassen und Verzeihen geht. Daher wird er oft als Stein des inneren Friedens und der Ausgeglichenheit benannt, denn er fördert Mut und stärkt unsere Persönlichkeit bei Angst und Aufregungen im Leistungsbereich (Prüfungsangst, Redeangst, Lampenfieber, Angst, nicht zu genügen und zu versagen usw.)

Anwendung

Man kann Jade auf die Stirn (20 Minuten vor dem Schlafengehen), den Nierenbereich und unter das Kopfkissen legen, ihn am Körper tragen oder in der Hosentasche. Man kann ihn in Wasser legen und es anschließend trinken oder zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Jade gilt als Stein der Sternzeichen Waage, Widder und Krebs.
Er wird dem Herzen (grüne Farbe) und in gelber Farbe dem Solarplexus (der Bauchregion) zugeordnet.

Pflege

Man sollte Jade in Wasser reinigen, anschließend mit Hämatit entladen und schließlich auf einer Amethystdruse (siehe zweites Bild bei der Beschreibung Amethyst) aufladen.

 

Lapislazuli (auch: Lapis Lazuli)

Dieser Edelstein tritt in blauer oder grünlicher, aber undurchsichtiger Farbe auf. Man sagt, je kräftiger seine Farbe sei, desto stärker wären die heilenden Wirkungen des Steins. Hellblaue Lapislazulis wären damit schwächer in ihrer Wirkung.

Der Lapislazuli ist bekannt für seine tiefblaue Farbe.

Der Lapislazuli ist bekannt für seine tiefblaue Farbe.

Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene

Er wirkt auf die Atemwege und den Hals (Rachenraum, Mandeln, Kehlkopf) und beruhigt. Er lindert Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor Reizungen der Haut, Hauterkrankungen, Gefäßablagerungen (Verkalkungen) und zudem reguliert er Schilddrüsenfunktionen. Er fördert außerdem die Sehkraft.

Auf psychischer Ebene ist er die Sternschnuppe der Heilsteine: Er gilt als Stein der Herrscher und der Wahrheit, fördert Integrität, Aufmerksamkeit und innere Ruhe, Rückkehr zu sich selbst und Ausdrucksstärke der Gefühle. Er verhilft zu mehr Entschiedenheit und Konsequenz sowie zu mehr Denkvermögen und Kreativität im Sinne des Einfallsreichtums. Man erinnert sich wieder an sich selbst, an seine Werte und Bedürfnisse. Er schenkt somit Selbstbewusstsein, während er Ängste auflöst und für einen erholsamen Schlaf eintritt. Auch bei Konzentrationsschwierigkeiten hilft er und dabei, Blockaden und Vorurteile zu verringern.

Mit diesem Heilstein wird das Leben etwas müheloser und erscheint nur noch wenig anstrengend, wenn man emotional erschöpft ist.

Anwendung

Man kann ihn direkt auf der Haut tragen oder in der Hosentasche sowie zur Meditation verwenden.

Sternzeichen und Chakren

Er ist der Geburtsstein der Sternzeichen Widder, Schütze und Jungfrau.
Er wirkt auf das Chakra Stirn.

Pflege

Man sollte ihn im Wasser reinigen und mit Hämatitsteinen entladen, anschließend auf Bergkristall oder aber direkt im Mondlicht wieder aufladen.

 

Zusammenfassung und Buchempfehlung

Von welchem Edelstein, Heilstein oder Mineral man sich helfen lässt: Achte darauf, dass er einer Bedeutung für deine Themen zugeordnet ist. Wer sich näher mit Edelsteinen und Heilsteinen beschäftigen möchte, dem empfehle ich Julia Labachers Buch “Heilsteine: 50 Steine und ihre therapeutische Anwendung für Körper und Seele“. Es betrachtet die Steinheilkunde im Detail und erwähnt weit mehr als Bergkristall und Turmalin. Die Autorin bespricht die wichtigen Steine von ihrer Bedeutung bis hin zu: wie sie wirken, welchen Themen und Energien sich der jeweilige Heilstein widmet und wie er gegen welche Symptome helfen kann. Ihr Buch ist eine erstaunlich umfassende Sammlung von Edelsteinen und Heilsteinen in ihrer Wirkung zum kleinen Preis.

 

 

Empathie: Was ist ein Empath? Wie beschreiben sich Empathen?

Empathie: Was ist ein Empath? Wie beschreiben sich Empathen?

Ich bin in einer Facebook Gruppe namens “An empath”. Zu Weihnachten stellte dort ein Mitglied die Frage: “Wie würdest du einen Empathen in ein bis zwei Sätzen beschreiben?” Alle machten mit und es kamen die besten Beschreibungen der Empathie als Charaktereigenschaft und Phänomen heraus, aber auch sehr emotionale Antworten. Denn die negativen Seiten der Empathie, mit denen viele Empathen zu kämpfen haben, wurden ebenso ans Tageslicht gefördert. Mit dieser Zusammenfassung kann man Empathie gut verstehen lernen.

Ich finde die Antworten so aussagekräftig, dass ich gern einige davon teilen möchte. Wer sich mehr für Empathie interessiert und sich mitunter fragt, wieso er die Gefühle der anderen Menschen (ob nun anwesend oder nicht) fühlt, sie aufsaugt, wie ein Schwamm und wieso man als Empath besonders anfällig ist für Zweifel, Ängste und Stimmungsschwankungen, dem empfehle ich meinen langen Artikel zu diesem Thema: Empathie: Wenn du Stress & Angst von anderen aufsaugst (mit Test).

 

Was Empathie bedeutet: So beschreiben Empathen Empathie

Am prägnantesten fand ich diese Aussagen über Empathie:

“Empathen haben die sehr eigene Gabe, den dunkelsten Teil der Menschheit zu erkennen. Wenn ein Empath sein emotionales Schicksal akzeptieren lernt, ist er in der Lage, den paranormalen Teil und das physische und psychische Leid zu sehen.” Mit paranormal sind hier keine Aliens gemeint, sondern das, was andere an Schwingungen nicht wahrnehmen würden, weil sie es nicht sehen. Gemeint ist hier die Gabe, zwischen den Zeilen zu hören und zu lesen, die starke Intuition für fremde Gefühle zu haben, ohne zu wissen, welche Ursachen sie haben.

“Empathen können in alles Lebendige hineinhören.” Sie können Verbindung zu jedem Leben aufnehmen, sich einfühlen und in das Leben hineinspüren, sozusagen. Sie haben die Fähigkeit, nicht nur die Gefühle anderer Lebewesen zu erkennen und im bewussten Zustand auch nachfühlen zu können. Sie fühlen sie so, als wären die Emotionen ihre eigenen. Daher fällt es auch vielen Empathen schwer, sich von fremden Gefühlen oder Menschen an sich abzugrenzen. Deshalb ertragen es Empathen nur wenige Zeit, unter vielen Personen, in Menschenmassen oder in emotional aufwühlenden Situationen zu sein. Hier ist nicht nur das Negative gemeint: Wie ein anderes Mitglied schrieb, würden Empathen genauso positive Gefühle und Gedanken (!) sehr viel stärker wahrnehmen. Auch positive Gefühle wie Freude können einen auslaugen.

“Empathen sind Magneten.” Im Internet kursieren ewig viele Artikel darüber, wieso Empathen häufig an die nicht so freundlichen Kollegen der Menschheit geraten. Es gibt Diskussionen darüber, dass es starke Anziehungsmuster gebe, zum Beispiel dieses: “Empath - Narzisst”. Tatsächlich berichten viele Empathen, dass sich Narzissten besonders zu ihnen hingezogen fühlen bzw. Empathen mind. einmal auf einen stark narzisstischen Menschen hineinfallen. (Narzissten im mittlerweile gebräuchlichen, nicht klinisch kranken Sinn, sind Menschen, die sich stark in den Mittelpunkt stellen, anderen gegenüber auffallend verletzend, rücksichtslos und manipulativ sind, sie ausnutzen und für ihre Zwecke ungeniert und gewissenlos gebrauchen. >> Mehr dazu im Artikel Narzissten & Energieräuber: Über ihre Angst und verlorene Identität). Aber Empathen sind magnetisch wegen ihrer positiven und fürsorglichen Energie, können mit dem Leid anderer Menschen sehr, sehr schwer umgehen und würden daher einiges tun, um es zu verringern. Sie sind somit auch sehr anziehend für Menschen, die sich traurig, klein, wertlos oder hilfebedürftig fühlen.

“Empathische Menschen haben die Gabe, jemanden von seinem körperlichen und emotionalen Schmerz zu heilen.” Empathie ist bekannt dafür, besonders in sozial engagierten Berufen aufzutauchen. Dort, wo sich Menschen um die Bedürfnisse anderer kümmern, tummeln sich viele empathisch Begabte, die mit ihren Fähigkeiten anderen helfen, emotional und körperlich zu heilen. Sie können sich so sehr einfühlen, dass sie deshalb das starke Bedürfnis haben, dass es anderen gutgeht. Mit ihrer Hilfe haben kranke oder hilfebedürftige Menschen jemand Kümmernden um sich, der sie wahrnimmt und so sein lässt wie sie sind. Empathen sind daher selten egoistisch. Jemanden in seinem Schmerz allein zu lassen, ist ihnen fremd. So etwas würden sie nur tun, wenn derjenige ihnen schadet oder sie Abgrenzung für ihr eigenes Wohl brauchen. Aber dafür muss es empathischen Menschen in ihrer eigenen Situation schon sehr schlecht gehen.

“Empathie bedeutet, sich so sehr in jemanden hineinversetzen zu können, dass man sein eigenes Leben vergisst zu leben.” Empathisch zu sein bedeutet in seiner extremen Ausprägung tatsächlich, dass man sich im Leben eines Anderen verlieren kann. Man beginnt, andere Ziele zu verfolgen, fremde Werte zu verteidigen und zu leben, fremde Bedürfnisse höher zu stellen. Seine eigenen Ziele, Werte und Bedürfnisse stellt man hinten an. Es geschieht einigen, dass sie erst nach der Trennung von einem Menschen erkennen, dass sie nicht ihr Leben gelebt haben, sondern das eines anderen Menschen. Wie gesagt: Empathen haben Schwierigkeiten, sich abzugrenzen. Sie übernehmen nicht nur Gefühle, sondern auch Gedanken von Personen. Oder um es mit den Worten eines Mitglieds zu sagen:

“Ein Empath ist jemand, der hochsensitiv, verbunden, frustriert, liebevoll, fürsorglich und gebend ist…jemand, der dringend Gleichgewicht lernen muss.”

“Sie fühlen alles. Sie wissen alles.” Ich fand den zweiten Satz sehr schön, denn er zeigt auch einen etwas gewöhnungsbedürftigen Aspekt der Empathie: Empathisch zu sein heißt leider auch, dass man den Dreck anderer Menschen erkennt und ihn spiegelt. Man sieht hinter die Fassade und spiegelt das Wahre in einem Menschen. Theorien gehen davon aus, dass dieser sogenannte empathische Spiegeleffekt nicht nur Unauthentizität in einem Gegenüber aufdeckt oder aus einem Empathen einen menschlichen Lügendetektor macht. Menschen mit der Gabe Empathie würden diese dem anderen Menschen auch zurückspiegeln. Empathen sind deshalb nicht immer die besten Freunde aller Menschen. Sehr oft können es Menschen auch so gar nicht leiden, erkannt zu werden. Sie meiden dann die Gesellschaft empathisch begabter Personen, um sich nicht in dem Licht zu sehen, das der Empath entdeckt hat. “Ein Empath zu sein, macht dich zu einem Ziel. Es macht dich zu einem Krieger”, schrieb ein anderes Mitglied.

“Empathen sind die missverstandensten Menschen von allen.” Eben weil Empathen ihren eigenen Kampf kämpfen, um zurechtzukommen und trotzdem Mensch zu bleiben (mit eigenen Zielen), eben weil sie Schwierigkeiten haben können, die durch die Empathie verursacht werden, isolieren sie sich sehr oft. Sie sind nicht selten einsam und ernten für ihre Empathie und die Konsequenzen so manch abwertenden Blick oder Interpretation.

 

das sagen empathen über empathie wie es sich anfühlt ein empath zu sein

Wie es sich anfühlt, ein Empath zu sein

Es tauchen besonders oft sehr ambivalente Gefühlswelten in Verbindung mit Empathie auf. Einige der typischen Gefühle der empathischen Menschen möchte ich hier nennen:

  • traurig
  • folgend
  • scharfsichtig
  • tief wissend
  • lebendig
  • nach Ganzheit strebend
  • sensitiv
  • bewusst
  • intuitiv
  • menschlich
  • liebenswert
  • sanft
  • aufweckend
  • reich (innerlich)
  • schmerzlich
  • weltschmerzerfüllt
  • hingebungsvoll

Empathie ist also nicht immer ein Kinderspiel. Sie macht einen Menschen aber durchaus reicher: an Erfahrungen und an wahrer Nähe und Liebe zu anderen Menschen. Und zu sich selbst.

 

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