Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

 

Wie schön die Welt doch wäre, wenn sich jeder um sich und sein Leben kümmern könnte, völlig angstfrei in Bezug zu den Reaktionen anderer! Stattdessen warten wir auf andere, ihre Erlaubnis, ihre Gunst, ihr Handeln, ihre Zuwendung. Wir warten auf die Liebe und dass sich ein Mensch für uns entscheidet, auf den richtigen Moment in der Karriere, um zu wechseln, sich selbstständig zu machen oder nach der Gehaltserhöhung zu fragen, auf den richtigen Zeitpunkt, um in der Partnerschaft oder Familie ein missliches Thema anzusprechen, auf Freunde, dass sie sich melden, auf Geld, um uns unsere Träume zu erfüllen… Am Ende wir sind diejenigen, die sich wundern, ärgern, traurig sind, Angst bekommen oder die Schuld, sich schämen oder gar verletzt werden. Und wieso? Weil wir unsere Zufriedenheit von anderen Personen abhängig gemacht haben, statt selbst zu handeln.

Wieso auch du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest und wieso ich glaube, dass jeder könnte, wenn er wollte, erzähle ich dir in diesem Blogpost.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest5Dein Kollege macht, was er will, aber statt etwas zu sagen, bleibst du ruhig, obwohl du wütend bist. Du findest deinen Job langweilig oder den Chef zum Würgen, aber bleibst. Jemand sagt, er würde etwas tun, aber handelt dann anders oder gar nicht. Und du schweigst und wartest. Ein Freund hat große Probleme mit seiner Partnerschaft, aber bleibt, statt sie proaktiv zu lösen. Oder du bist dieser Mensch, aber hast Angst, dich zu trennen. Deine neue Liebe will ganz offensichtlich nur eine Affäre oder Freundschaft, aber spricht es nicht offen aus. Und du schweigst und bleibst. Oder deine Familie meint, eine bessere Lösung für dich und dein Leben zu haben, und versucht, dich davon zu überzeugen, indem sie deinen Weg ignoriert. Und du fügst dich. Jemand will es so und nicht anders und wird wütend, weil du bei deiner Meinung bleibst. Und du entscheidest dich um, weil es im Miteinander dann leichter ist:

Alles das erledigt sich, wenn du dein Glück nicht von anderen abhängig machen würdest. Immer dann, wenn wir eher schweigen und nichts tun, statt zu sprechen und zu handeln, stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir haben uns und unser Leben von der Gunst und den Gefühlen anderer Menschen abhängig gemacht. Wir dürfen uns nun tagtäglich fragen, wann wohl im Außen etwas passiert, damit es uns bessergeht. Wir warten einfach, statt einfach anzufangen.

Verlust von Liebe und Zuwendung droht heute ja an jeder Ecke. Mittlerweile müssten wir uns alle daran gewöhnt haben. Aber es ist und bleibt wohl auch einer der größten Schmerzen, die wir als Menschen ertragen lernen dürfen. Ich glaube fest daran, dass diese Lektion die Goldgrube für einen Jeden ist. Dort liegt unser Schatz begraben. Dort müssen wir hin, um unseren Schatz zu bergen. Erst wenn wir ihn gefunden haben, können wir werden, was wir werden sollen/wollen. Jeder von uns hat diesen einen Sinn und diese eine Aufgabe, gleich, welche es ist. Am einfachsten erkennt man sie, wenn man tut, was man WIRKLICH will. Seiner Angst zu folgen, ist nicht WIRKLICH das, was Menschen wollen. Sie fürchten nur die Konsequenzen. Was sie WIRKLICH wollen, ist so angenommen und geliebt zu werden, wie sie WIRKLICH sind.

Weh tut es nur dann, wenn wir wegen unentwickelter Fähigkeiten glauben, auf externe Anerkennung angewiesen zu sein, oder uns emotional oder existenziell von anderen abhängig gemacht haben. Darum ist es umso drängender, dass wir unnötige Abhängigkeiten und Verstrickungen Schritt für Schritt erkennen und auflösen. Und ja, blöderweise musst du zuerst selbst glauben, dass du viel wert bist und dich aus eigener Kraft in deine Größe erheben kannst, bevor du dich von anderen lösen kannst.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestDenn hier ist das andere Extrem: Wer sich zu sehr nach den Bedürfnissen anderer richtet, andere in ihrer Lebensweise wegen Traditionen oder „weil man das halt so macht“ imitiert, den ganzen Tag lang nur tut, wie ihm befohlen oder unbewusst verlangt, der vernichtet seine Selbstwirksamkeit sekündlich.

Was man davon vielleicht haben kann, sind leichte bis schwere Depressionen (gern bei Männern wegen schwindender Kräfte im leistungsfordernden Job), emotionaler Burnout (gern bei Frauen, die mehr geben müssen, als sie möchten), Bore-out (zu viel von „zu wenig“), Angstanfälle (drohende Gefahr für das eigene, zufriedene Leben und Lebenskonzept), Panikattacken (eigene Grenzen werden oder wurden lange Zeit nicht gewahrt), Selbstwertzweifel („Liegt es vielleicht gar nicht an dem Anderen, sondern nur an mir?“) oder schlichtweg ein verschwendetes Leben mit unerfüllten Träumen und einer Tasche voller negativer Gefühle, die ihn eines Tages schwer krankmachen werden.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest? Weil deine Eigendrehung für DEIN LEBEN unverzichtbar ist.

Ich bin ein intuitiver Empath: Ich sympathisiere viel und gern mit anderen Menschen, fühle mich häufig in ihre Situationen ein, spüre ihre Angst und Gedanken und helfe gern, wenn es möglich und gewollt ist. Aber ich weiß stets, dass es eben andere Menschen und ihre Lebensumstände sind, nicht meine eigenen.

Natürlich ist man nie gänzlich unabhängig und immer auf die eine oder andere Art auf Menschen, ihre Gunst, Hilfe oder Geld angewiesen. Doch wem wir erlauben, welche unserer Grenzen zu verletzen, entscheiden wir. Wie wir anderen zuliebe unser Leben leben, entscheiden wir. Dass wir das nicht mehr wollen oder es sich für gegenseitiges Glück etwas ändern muss, entscheiden wir. Alles beginnt bei uns. Es bringt nichts, auf andere zu warten oder zu hoffen, dass sie unsere Situation von allein erkennen und verbessern. Wir sind die, die den ersten Schritt gehen müssen - komme, was wolle.

Ich habe in den vergangenen Jahren (durch meine Angst- und Panikststörung, danke dafür!) gelernt, dass niemand so ist wie ich. Niemand betrachtet die Welt und sein Sein wie ich. Und manche wollen keine Wachrüttler, kein Glück, keine neue Chance oder sind (noch) nicht bereit. Es gibt sogar welche, die man mit der Nase ins Glück oder den Durchblick drücken könnte und die sich trotzdem dagegen wehren würden. Sie haben ihre ganz eigenen Gründe, die ich nicht länger interpretiere. Kein Grübeln mehr, wieso X nicht Y tut, obwohl es doch soooooo schön gewesen wäre.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Darum beschloss ich, dass ich mein Glück nicht länger von anderen abhängig mache. Dazu gehörten - wie immer - einige unliebsame Lektionen:

  • Meine Gedanken und Bedürfnisse sind eben MEINE Gedanken und Bedürfnisse.
  • Die Verantwortung für gescheiterte Träume und Projekte muss ich übernehmen, statt die Schuld auf andere zu schieben.
  • Ich muss mir gegenüber Respekt und Akzeptanz zeigen, indem ich mich zuerst gut behandele, statt andere in ihrem Leid zuerst zu sehen.
  • Ich muss meine Grenzen setzen und wahren, statt es zuerst von anderen zu erwarten.
  • Ich brauche mich nicht anhand fremder Meinungen, Lebenseinstellungen oder Handhaben zu bewerten, vergleichen oder gar zu ändern. Das verrät mich.
  • Ich brauche mich nicht wegen anderen neu zu interpretieren und gar zu verurteilen. Das schwächt mich.
  • Ich brauche mich nicht zu verbiegen, damit mich andere mögen.
  • Und es ist für meinen Weg unerheblich, wenn jemand mit mir und meiner Lebensweise nicht zurechtkommt.

Jeder interpretiert das Leben auf seine Art, legt sich als Opfer auf den Boden oder erhebt sich zum Täter. Menschen wie ich waren einst beides, bevor sie sie sich als Mensch kennenlernten - mit Werten, hinter denen man stehen muss - komme, was wolle. Denn es ist meine Lebenszeit und meine Energie. Ich allein entscheide darüber, was ist mit beidem anstelle oder anstellen lasse.

 

Wenn das Unglück anderer zu unserem eigenen Leidensweg wird

Andere suchen genau nach diesem Weg, dieser Einstellung, aber wissen nicht, wie sie sich gegen ihre PartnerInnen, Familie oder Kollegen, Freunde usw. durchsetzen können. Sie fürchten, sie zu verletzen oder verletzt zu werden. Sie haben Angst vor Selbstverlust und Trennung - ihrer oder die anderer.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestAber: Je mehr man aus Angst die Bedürfnisse anderer in sich hineinstopft, herunterschluckt oder zu befriedigen versucht, indem man sich selbst vernachlässigt, desto schwerer werden die Tage. Vielleicht macht es dich wütend, traurig und ängstlich, weil dein Rückzug jemanden traurig machen würde. Vielleicht hast du Angst, dass du bei Distanz und Fokus auf dich und deinen Willen wieder alleine dastündest. Die Richtungen der Angst sind vielfältig. Aber alle laufen auf einen Kern hinaus:

Du nimmst andere wichtiger als dich. Du hast vielleicht gelernt, dass das dein Wohlbefinden und deine emotionale Sicherheit garantiert oder dass du nicht genug seiest, wenn du es anderen nicht rechtmachst. Vielleicht hast du erfahren müssen, wie schroff und beizeiten unangenehm ätzend Menschen werden können, wenn sie nicht ihren Willen bekommen, weil…Achtung: sie Angst bekommen, wenn sich ihnen jemand entzieht oder ihr Lebenskonzept infragestellt. Die Krux an solchen Situationen ist nämlich immer, dass man ein anderes, vielleicht besseres oder schlechteres Licht auf die Person zurückwirft, wenn man Nein sagt. Traut man sich, zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, bleibt den Menschen meist nichts anderes mehr übrig, als

a) sich zu fügen,
b) solange Tamtam zu machen, bis du so viel (von ihrer) Angst intus hast, dass du dich umentscheidest (gern durch Androhungen von Trennungen - reine BLUFFS!) oder
c) sich von dir WIRKLICH zu verabschieden (wozu man einige Kraft braucht!!!).

Klar, die meisten - unreflektierten - Menschen geben dir dann noch (ihre) Schuldgefühle, (ihre) Scham und (ihre) Verantwortung dafür, dass du dein Leben nicht nach ihrem Konzept und ihren Werten leben möchtest. Sie verstehen nicht, dass man auch anders leben kann, als sie es seit Jahren tun. Sie, nein wir alle, lernen unsere Lebenswelten durch unsere Ahnen und Erfahrungen, die wir im Laufe unserer Jahre machen dürfen. Diese entscheiden wiederum, wie wir denken, fühlen und handeln. Haben wir nicht gelernt, uns durchzusetzen, unsere Grenzen anzusprechen und andere aufzufordern, sie zu wahren, tun wir es auch nicht. Aber das ist nichts Irreversibles. Wir können jederzeit und immer alles, was wir bisher gelernt haben, ansehen und ändern. Doch den ersten Schritt müssen wir machen. Niemand kann für uns diese Schritte gehen. Handeln müssen wir.

Erlauben wir anderen, dass unsere Selbstwirksamkeit weiterhin so eingeschränkt bleibt, ändert sich nichts. Haben wir zu viel Angst vor den Reaktionen unserer Lieben, Freunde, Familie, Kollegen oder Kunden, bekommen wir genau das: Angst (statt Vertrauen und Freude) - Reaktionen (statt Aktionen) - andere (statt uns). 

 

Die unangenehmen Gefühle der anderen lassen dich wissen, was es in dir zu überwinden gilt

Dabei darf man nicht vergessen, dass du ja auch noch eigene Gefühle hast: Wut (auf dich und andere), Traurigkeit (wegen deiner Überforderung und anderen), Scham (weil du glaubst, etwas falsch zu sein), Schuld (weil du glaubst, etwas Falsches zu machen, wenn du…). Die Angst davor, zu werden, was wir werden sollen, sich in seiner ganzen Größe zu zeigen und stehen zu bleiben, auch wenn uns jemand (emotional oder verbal) angreift, statt die Flucht zu ergreifen (durch Isolation, Stille, Dulden etc.), haben wir alle. Wie wir damit umgehen aber, entscheiden erneut wir.

Es bedarf etwas mehr Selbstliebe und Ruhe, sich seiner Entwicklungspotenziale bewusst zu werden. Immerhin muss man sich dazu erst einmal eingestehen, dass man welche hat, man nicht perfekt ist und bislang eventuell zu freundlich oder zuvorkommend, rücksichtslos oder konfliktscheu war. Dann kommt gleich der nächste Schwung: Man wirft sich vor, man hätte seine Zeit verschwendet oder lange, lange Zeit einen riesigen Fehler gemacht. Hätte…hätte…Fahrradkette.

In jedem Fall muss man sich vor sich selber offenbaren und mit Akzeptanz und Gnade trauen, anzusehen - ganz ohne Verurteilungen und Kleinmachen. Man braucht in solchen ehrlichen Momenten auch nur einen Gedanken:

Nie wäre man dort angekommen, wo man heute ist, wenn man nicht X getan/gelassen/geduldet/unterbunden hätte. Das war dein Weg. Der Sinn ist es, ihn zu verlassen oder erhabener zu gehen. Der Sinn ist es, einen anderen Weg zu gehen oder gar zu ebnen. Aber der bisherige Weg war deine unbewusste oder bewusste Entscheidung. Und weil kein Mensch die Vergangenheit ändern kann, bleibt einem nur, sie so zu akzeptieren, wie sie ist - mit sich und seinen Handlungen mittendrin.

Selbstvorwürfe und Kritik, Angst und Wut, Traurigkeit und Schuld bringen nichts, wenn man die Lektion dahinter nicht verstehen möchte. Die Lektion ist zum Glück leicht: X löst das Gefühl aus; als ist X des Messers Klinge, vor der wir unsere Angst verlieren müssen. Unsere Gefühle können und wollen uns nicht mehr zeigen, als dass wir welche haben und JETZT anfangen dürfen, sie wahrzunehmen und zu respektieren, statt noch einmal auf ihnen herumzuspringen oder anderen zu erlauben, das für uns zu tun. Damit eben andere Schuld sind, nicht wir.

Aber es funktioniert schneller, als man denkt. Ich habe es ausprobiert und mache es täglich, weil mir nichts anderes übrigbleibt, als mich zu lieben, so wie ich bin. Mit aller Angst und den Millionen Abfallprodukten meiner Vergangenheit. Irgendwo liegt immer etwas Müll herum, wenn wir es nicht wagen, aufzuräumen. Aber mir ist die andere Seite zu destruktiv. Getreu dem Motto: Ich sterbe lieber stehend, als dass ich kniend lebe.

 

Wie man mit der Angst anderer umgeht, ohne sie und sich zu verletzen

Wäre da nicht die Angst anderer Menschen, meistens die, deren Liebe und Zuwendung, Gunst und Anerkennung wir am meisten brauchen oder uns wünschen. Es sind oft genau die Personen, die sich selbst nicht zeigen, so wie sie sind, oder zutrauen, in ihre wahre Größe zu kommen, die noch größere Angst haben, dass sie oder du verletzt werden, sie dich verletzen könnten oder du sie. Es sind Menschen, mit denen du dich (bewusst oder unbewusst) identifizierst, die dir leidtun, die Ähnliches durchmachen, wie du einst oder noch immer, denen du helfen möchtest, aber nur noch schwer kannst. Es sind auch oft Menschen, die eher klagen, aber selbst nur wenig WIRKLICH-Eigenes tun, die wollen, dass du handelst, damit sie nicht handeln müssen, weil sie voller Angst sind und (noch) nicht bereit für das, was du vorhast. Oder es sind oft Menschen, die dich warten lassen, ihr Leid mit dir teilen wollen, aber übersehen, dass sie deine Lebenszeit verschwenden - weil sie dich von deinem Leben abhalten.

Damit sind es Menschen, die dir Sorgen bereiten, dich nachts wachhalten oder die ständig in deinem Kopf sind; Menschen, die nicht aussprechen, was in ihnen vor sich geht, oder die dich bewusst im Trüben fischen lassen; Menschen, die dich so wollen, wie du nicht bist, damit sie sich wohler fühlen und sich keine Gedanken machen müssen. Menschen, die dich mögen, aber nicht zu ihren Gefühlen stehen; Menschen, deren Angst du fühlen kannst, weshalb du extra vorsichtig bist, um sie nicht zu verletzen (damit sie dich weiterhin mögen). Menschen, die dich nicht so, wie du WIRKLICH bist, wollen können, weil sie deine Andersartigkeit, deine Individualität mit ihrem Lebenskonzept nicht in Einklang bringen können (sonst bräuchten sie vielleicht ein anderes, würden sich schuldig fühlen oder selbst infragestellen).

Aber am häufigsten sind es die Menschen, die entweder mehr Angst als Liebe in sich tragen. Oder sie entscheiden sich eher für ihre Angst, als für ihre Liebe zu dir - weil es leichter ist und sie dafür ihr Ego ausschalten müssen.

 

Du brauchst an niemanden denken. Nur an dich. Deine Energie gehört dir.

Die Bedürfnisse anderer und die Angst, die wir fühlen, wenn wir sie nicht befriedigen, verschwindet automatisch, wenn man sich für sich entschieden hat. Schweigen und Nichts-Tun aber bringen niemanden irgendwohin, außer dorthin, wo man schon ist. Also sprich - mit deinen Freunden oder jemand anderen. Handle - probehalber oder schaue jemanden, der schon kann, was du dir wünschst, dabei zu.

Hat man einmal beschlossen, dass der einzige Weg der ist, seinen Wert zu erkennen und seinem Leben zuliebe zu handeln, geht vieles mit Leichtigkeit. Die Menschen, die einen WIRKLICH lieben, werden bleiben. Sie werden erkennen, dass ihre eigene Angst, dich zu verlieren, größer ist, als ihre Angst vor deiner Größe oder vor sich. Wer dich aber straft, weil du deinen Interessen und Gefühlen folgst, der ist nicht bereit für sich selbst - und damit auch nicht für dich.

Reicht es nicht, dass du lange Zeit nicht bereit für dich warst? Hattest du nicht schon erkannt, dass es nun Zeit ist, aufzubrechen? Was muss geschehen, dass du dich von der Angst anderer löst? Wäre es nicht wunderbar, wenn wir alle auch mit kurzzeitigen Trennungen oder Kritik leben lernen würden? Immerhin könnten wir dann alle Menschen so sein lassen, wie sie sind. Denn wir wissen nur dann um ihren Wert und darum, dass wir gleichwertig sind.

Niemand ist wichtiger. Niemandes Meinung ist „richtiger“ oder „falscher“. Wir sind alle gleich. Wichtig. Wertvoll. Auf der Suche. Beizeiten unsicher. Und dann wieder mutig.

Orientiere dich lieber nicht an Menschen, die meinen, es sei das Beste für dich, zu einem billigen Imitat von ihnen zu werden. Nimm deine Intuition und freue dich darauf, dass es Menschen geben wird, die aus heiterem Himmel auf dich zukommen, um dir zu helfen. Die, die dich verstehen und bereit sind für deinen Weg. Das sind meist die, von denen du es nie erwartest hättest. Das sind die Loyalen und die Gönner. Die einzigen, die wir brauchen, wenn wir aus unserem Leben das machen wollen, was wir WIRKLICH wollen.

Schließlich ist es auch eine Frage des Respekts dir gegenüber: Verweigert dir jemand den Respekt gegenüber deinen Bedürfnissen oder hält dich bewusst davon ab, sie dir zu erfüllen, und du nickst das nur ab, dann respektierst du dich selbst nicht.

Bedenke: Es ist deine Lebenszeit. Du entscheidest, wie, mit wem und mit was du sie verbringst. Und vor allem: wie lange noch.

Viel Mut und Tatkraft,
Janett

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

 

Wir sind besonders bei Trennungen selten derselben Meinung. Während sich der eine Partner trennen will, steht der andere oft vor vollendeten Tatsachen, ist plötzlich wieder Single und allein. Liebeskummer wegen einer Trennung stellt einen der größten und schmerzhaftesten Kontrollverluste dar. Verlassen zu werden gehört eben zu den schlimmsten Ereignissen im Leben. Gerade deshalb geistert bei den meisten unentwegt die Frage im Kopf herum: Kommt er wieder zu mir zurück? 

Ein Blogpost darüber, wie und ob man seinen Ex wieder zurückgewinnt und wie es definitiv nicht funktioniert.

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Zwischen Hoffnung, Liebeskummer und Strategie

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntIch werde von Leserinnen und Klientinnen häufig gefragt, ob und wie man seinen Ex am besten zurückgewinnt„Kommt er von allein wieder zu mir zurück?“

  • „Oder soll ich ihm Zeit geben und abwarten?“
  • „Soll ich anrufen?“
  • „Soll ich mit seinen Freunden sprechen?“
  • „Hat er vielleicht eine Neue/einen Neuen?“
  • „Bin ich schuld?“
  • „Was geht in ihm vor?“

Die Trennung bringt ein riesiges Spektrum an Gefühlen mit sich: Einige beklagen beim Partner Verlust- und Beziehungsängste; andere schieben sich die volle Verantwortung zu oder leben in Schuld und Scham darüber, was ihnen widerfahren ist. Sie leiden unter tiefem Liebeskummer, wollen ihren Freund oder Mann um jeden Preis zurückgewinnen. Verzweifelt suchen sie nach Gründen, analysieren und interpretieren, in der Hoffnung, die Entscheidung des geliebten Menschen zu verstehen. Während viele dadurch versuchen, loszulassen und die Trennung zu akzeptieren, wähnen sich andere in der Hoffnung, dass es noch nicht aus ist. Sie glauben, wenn sie IHREN Fehler fänden, dass sie ihn wiedergutmachen könnten. Sie sprechen mit den gemeinsamen Freunden oder der Familie; sie holen sich Rat bei Kartenlegern oder Astrologen. Sie lenken sich mit Übergangspartnern, Sport oder sonstigem von der Trennung ab, um ihre Angst, nicht gut genug zu sein, nicht spüren zu müssen.

 

Was im Ex-Partner vor sich geht

So gut wie nie sind Trennungen 100 Prozent einvernehmlich und auf beiden Seiten ein tiefer Wunsch. Ob der Ex wieder zurückkommen wird oder nicht, kann jedoch keiner zweifelsfrei beantworten - meistens nicht einmal die, die sich getrennt haben. Meine Erfahrung zeigt mir, dass abgestorbene Gefühle zudem selten der Grund für eine Trennung sind. Wie so oft spielen Ängste, die sich aus dem Unterbewusstsein ins Bewusste schieben, eine große Rolle bei der Entscheidung. Sie zwangen den Partner zum Rückzug. Ängste aber sind eine Aufforderung, der man sich nur bewusst und mit Entschiedenheit verweigern kann. Beziehungsängste und folgende Trennungen sind nun einmal ähnlich wie Panik: Sie drücken sich durch einen heftigen Fluchtreflex aus.

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntDer normale Fluchtreflex bei Auseinandersetzungen oder Nähe-Distanz-Problematiken bedeutet aber auch: Erst, wenn sich diejenigen zurückgezogen hatten, ebbt ihre Angst langsam ab. Die Stresshormone sinken wieder. Viele erkennen dann, was sie taten und welche Konsequenzen das für ihr Leben haben wird/kann. Aus meiner Erfahrung sprechen wir hier von drei bis zehn Tagen.

Spätestens dann sehen sie nicht nur die vermeintlich guten Ergebnisse der Trennung. Ihnen fallen auch und erst recht die negativen auf: Dass auch sie Menschen sind, die ungern allein sein wollen. Dass auch sie Gefühle haben, die sich überschlagen und mit denen sie nur schwer umzugehen wissen. Dass auch sie sich nach Liebe und Zuwendung sehnen, aber auch Angst vor zu viel Nähe haben oder davor, etwas zu verpassen (Zukunftsangst, Angst vor Selbstverlust). Sie wünschen sich Geborgenheit und Sicherheit, aber wissen um die Verantwortung, die eine Beziehung mit sich bringt. Sie wollen die Bedürfnisse anderer erfüllen, aber fürchten, sich selbst dabei zu verlieren. Sie selbst wollen auch keinen Liebeskummer.

Die Motivation zu einer Trennung kann so individuell, unterschiedlich und vor allem zweischneidig sein, so dass Menschen, die sich trennen, oft selbst nicht genau wissen, ob es die richtige Entscheidung war. Deshalb ist der berühmte Spruch „Abwarten und Tee trinken“ kein schlechter Rat.

Eines steht außerdem fest: Es gibt sehr, sehr sichere Vorgehensweisen, wie man seinen Ex nicht zurückgewinnt. In ihnen stecken  gleichfalls Wege, wie es klappen kann, deinen Ex zurückzugewinnen:

 

Tipps: Wie man seinen Ex zurückgewinnt - und wie definitiv nicht

No-Go 1: Ihn vom Gegenteil überzeugen wollen - koste es, was es wolle

Ihn zu bedrängen, ihm Vorwürfe zu machen, mit den eigenen Emotionen zu überschwemmen oder Schuldgefühle auszulösen, damit er wieder zu dir zurückkommt, wird nach hinten losgehen. Es drängt ihn in eine Ecke, aus der er raus wollte. Es bedrängt seine eigenen Gefühle, die er sortieren muss. Es erstickt ihn in den Momenten, in denen er frei atmen will, um wieder zu sich zu kommen. Erst, wenn er wieder ganz bei sich angekommen ist und seine Gefühle gespürt hat, kann er auch wieder zu dir zurück kommen wollen. Wenn er aber mit deinen Emotionen oder gar Schuld und Scham überrannt wird, wird seine Angst nur steigen.

Viele raten daher zu einer Kontaktsperre - soll heißen: Du meldest dich nicht. Wegen nichts. Alles, was es zu besprechen gäbe, muss warten. Sollten natürlich Kinder mit im Spiel sein, dürfen sie weder zwischen die Fronten geraten, noch zum Beziehung-retten und Freund-erobern missbraucht werden. In Fällen von gemeinsamen Kindern bringt Kontaktsperre aber nichts. So eine Kontaktsperre sollte nur bewirken, dass er sich nicht noch weiter bedrängt fühlt und von dir isoliert. Sie darf keine Strafe sein, die erneut Schuld auslösen würde. Denn dann käme er nur zu dir zurück, weil er glaubt, er müsste.

Am besten ist es für dich (und ihn), sich deiner eigenen Angst genau bewusst zu werden und dort in dir nach einer guten Strategie zu suchen.

  • Wie kannst du mit deiner Angst am besten umgehen? (Ideal ist es, sich auch zu fragen, wie man sie noch verschlimmern würde. Das ist ein Trick aus dem Coaching.)
  • Wie kannst du dich in der Wartezeit am besten ablenken, statt gegen seine Entscheidung zu kämpfen? (Mehr dazu unter Punkt 5.)
  • In welchen Trennungsgründen siehst du einen Funken Wahrheit oder Relevanz für dein Leben?
  • Wie sah dein Leben vor der Beziehung aus? Woran hattest du Spaß? Womit hast du deine Freizeit verbracht?
  • Wie fühlte es sich an, DU zu sein?
  • Was an und in dir kam in der Beziehung zu kurz?
  • Was könntest du jetzt neu aufleben lassen?

Sei für dich da und liebe dich, besonders JETZT, auch wenn du das Gefühl haben solltest, dass du nicht liebenswert seiest. Richte deinen Blick nach innen und nicht nach außen zu ihm.

 

No-Go 2: Mit seinen/gemeinsamen Freunden sprechen oder andere für sich und die Nicht-Trennung gewinnen

Betroffene brauchen schnell HilfeIn einer langjährigen Beziehung teilt man oft Freunde oder seine wurden auch zu deinen. Es schickt sich weder, mit ihnen über die Entscheidung ihres Freundes zu sprechen, noch sie zu bitten, für dich mit ihm zu reden. Er braucht jetzt seine Freunde für sich und seinen emotionalen Tumult. Wende dich stattdessen an deine Freunde und Familie und suche dort nach Trost und emotionaler Unterstützung.

Für viele gemeinsame Freunde stellt es auch eine „zwischen den Stühlen“-Situation dar. Sie wissen nicht, trotz großem Einfühlungsvermögen und Verständnis, wie sie sich am besten verhalten sollten. Aber zwangsweise ist es besser, für alle Seiten, seine Entscheidung nicht zu ihrer Angelegenheit zu machen.

Dasselbe gilt natürlich auch für seine Eltern oder andere Familienmitglieder und Bezugspersonen.

 

No-Go 3: Eifersucht und Übergangspartner

Wenn wir verletzt worden sind, neigen wir dazu, in der Hektik der Angst nach Mitteln zu suchen, die unser Leid reduzieren. Wir wollen uns stark und überlegen geben, keinen Schmerz zeigen und aber zurückschlagen, eben weil es dem Freund oder Ehemann wehtun soll. Viele Frauen suchen sich deshalb Spielfreunde und Übergangsmänner. Mit ihnen gehen sie ganz bewusst an einem Freitagabend chic und gut riechend aus, sodass der Partner es sieht, oder sie posten auf Facebook & Co. entsprechende Bilder und Statusmitteilungen, die sagen sollen: Mir geht es fantastisch (ohne dich)!

Was nach einer guten Idee aussieht, ist aber in Wahrheit ein großer Fallstrick. Denn, wenn du deinen Ex zurückgewinnen willst, solltest du ihm nicht zu sehr demonstrieren, wie und dass er unglaublich leicht zu ersetzen sei. (Dass es oft noch viel zu früh für jemand anderen ist, wird dir im Übrigen ganz allein auffallen, spätestens beim ersten Körperkontakt mit dem anderen.)

Zwar hat die Psychologie bewiesen, dass Eifersucht eine der wirksamsten Strategien ist, um den Partner vom Fremdgehen abzuhalten. Aber deinem Ex das Gefühl zu geben, dass er ohnehin wertlos sei oder du schon bei jemand anderem im Bett liegst, wird deine Liebe zu ihm nicht unterstreichen. Ganz im Gegenteil. Es wird seine Entscheidung noch bekräftigen.

 

No-Go 4: Freunde bleiben

Nach einer Trennung muss es Grenzen geben. Abstand ist gut, um sich mit der neuen Situation zu vereinbaren. Es erlaubt zudem beiden Seiten, sich und die Partnerschaft zu reflektieren und die Beziehung und das, was weniger guttat, zu sehen, wie sie war. Je weniger du daran erinnert wirst, dass es ihn (nicht mehr) gibt und er (momentan) nicht mit dir zusammensein will, desto leichter gelingt es, wieder zu dir zu finden. Das ist von entscheidender Bedeutung.

Deinem Ex wird auffallen, wenn du wieder ins Leben zurückfindest. Er wird sehen, dass er nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens ist. Er wird bemerken, dass in dir Fähigkeiten schlummern, die er bislang noch nicht kannte. Dadurch wirst du wieder attraktiv für ihn. Besonders, wenn du glaubst, dass dein Ex unter Beziehungsängsten leidet, wird er auf dieses neue DU anspringen. Doch wenn ihr Freunde bliebet, würde deine Konzentration nur auf ihn und wann du ihn wiedersiehst liegen. Es rückt dich weg von dir. Deshalb zwinge dich dazu, für dich da zu sein. Der Rest wird sich von ganz allein geben.

 

No-Go 5: Mit der Realität diskutieren und seine Entscheidung als falsch abtun

Weder bringt es etwas, wenn du mit ihm diskutierst, noch wird es dir helfen, wenn du mit dir und der Realität diskutierst. Bleib stattdessen ruhig (so schwer es dir auch fallen mag). Verhalte dich so, wie du dich sonst auch verhalten hast.

Im Umgang mit dem Ex solltest du jedoch noch zurückhaltender werden als vorher. Wenn er dir schreibt oder dich anruft, mit dir spricht oder andere Signale gibt, halte dich kurz und neutral in der Stimmlage. Äußere dich nicht zu seiner Entscheidung. Lass keine schnippischen Bemerkungen fallen, sondern demonstriere ihm, dass du ihn und seine Gefühle respektierst und seine Entscheidung akzeptieren kannst. (Etwas Anderes bleibt dir im Moment nicht übrig. Gegen den Willen eines Menschen anzukämpfen, der dir mehrmals gesagt hat, dass er es ernst mit der Trennung meint, kann zwar ein Zeichen deiner Liebe sein. Doch seine Reaktionen auf diese ersten Versuche werden dir demonstriert haben, ob er will, dass du kämpfst - oder eben nicht. Richte deinen Blick auf das, was er dir sagt und zeigt, statt auf deine Angst.)

Je gefasster (als Reaktion auf seine Trennung, nicht im Sinne von Eiseskälte oder harter Abweisung) du dich ihm gegenüber benimmst, desto weniger projizierst du deine Gefühle auf ihn. Je weniger er von deinen leidvollen Gefühlen bemerkt, desto weniger fühlt er sich bedrängt und umso mehr wird er seine verletzten Gefühle wahrnehmen. Je mehr er seine Emotionen wahrnimmt, desto näher kommt er an sich und die wahren Gründe seiner Trennung. Dazu gehört auch immer Angst.

 

To-Do: Genieße sämtliche Strategienratgeber mit Vorsicht!

Sei stark! Zieh dich toll an! Nimm ab! Nimm zu! Kauf dir neue High Heels! Geh mit anderen aus! Suche dir einen anderen Mann als Übergang! Sag, dass du kaum Zeit hast! Sei anders, als du in Wahrheit bist! usw.

Diese und ähnliche Tipps findet man quer über das Internet in käuflichen Ratgebern. Ich finde, man sollte die etwas mit Vorsicht genießen. Hier ist es genauso, wie überall sonst bei Manipulationen: Sie können funktionieren oder nach hinten losgehen. Doch je mehr du dich verstellst oder als Catwoman präsentierst, der nichts und niemand etwas anhaben kann, desto eher wird es dein Ex merken - nicht unbedingt zum Positiven. Unauthentizität und Unsicherheit wirken irritierend oder gar abstoßend, besonders bei Ex-Partnern, die wir in- und auswendig kennen.

Selbst wenn er auf dein manipulierendes neues Ich anspringen sollte, wird er schnell feststellen, dass es nur gespielt war, um ihn zurückzuerobern. Wenn du dich wirklich ändern möchtest, dann wegen dir und langfristig. So kann sich dein Ex neu in dich verlieben und sehen, dass du dich verändern kannst und verändert hast - euch zuliebe, aber vorwiegend wegen dir. Alle anderen kurzfristigen und „Bitte liebe mich!“-Strategien werden spätestens dann auffallen, wenn du deine Maske wieder ablegst.

Liebe Grüße,
Janett

 

Das böse Mädchen in dir

Das böse Mädchen in dir

 

Das böse Mädchen in dir liebt die Gefahr.
Sie kennt weder Angst noch Schuld oder Scham.
Sie nimmt sich, was sie will,
achtet weder auf die Risiken noch auf den Tag danach.

Sie weiß um ihre dunklen Seiten und Träume,
doch statt sie zu vergraben oder
zu verleugnen, lebt sie sie aus.

Pro Herzschlag ein wissendes Lächeln.
Sie will nichts bereuen und auch nichts vergessen.

Das böse Mädchen in dir
mag keine falschen Kompromisse.
An ihr wird nichts hingebogen,
damit es einem anderen gefällt.
Nur sie zieht ihre Strippen.

Sie ist lebendig.
Stets in Bewegung und sucht ihren Fluss.
Sie geht, wenn sie es will.
Kein Mensch sagt ihr,
was sie darf oder muss.

Peinlich ist ihr wenig.
Sie schaut direkt durch dich hindurch
und sieht, ob du hast,
was würdig scheint für das Glück dieser Welt.
Für sie ist Ehrlichkeit offener,
als jedes schöne Wort
je sagen könnte.

Was nicht passt,
wird auch nicht passend gemacht.
Das böse Mädchen in dir weiß bereits,
dass Kreise und Quadrate nicht ineinander gehören.
Sie kennt die Mathematik ihrer Gefühle,
aber liebt die Kurven des Lebens
- dafür, dass es sie gibt.

Sie weiß selten mit Gewissheit,
was sie tut, was wird. Ihre Intuition
tötet jede Berechnung.
Sie badet in Vertrauen statt Kontrolle.
Sie braucht keine Gründe.
Das Leben selbst ist ihr Grund genug.

Wer da drüben die Augen verdreht
oder hinter ihr den Kopf schüttelt,
spielt keine Rolle.
Sie lebt nicht das Leben eines anderen,
sie stillt ihren eigenen Hunger.

Pro Atemzug
ein herzliches Lächeln.

Diskussionen mit der Realität
lässt sie in den Taschen anderer
stecken.

Das böse Mädchen in dir
will nichts bereuen
und dich nicht vergessen.

 

Weil andere Meinungen egal sind und du nur dir selbst vertrauen solltest

Weil andere Meinungen egal sind und du nur dir selbst vertrauen solltest

Dir selbst vertrauen: Was lösen diese drei Worte in dir aus? Als ich mich das fragte, wusste ich sofort meine Antwort: Hat zu lange gedauert und war bitter nötig. Wir missachten unsere Intuition und Überzeugungen heute nur zu gern, wenn jemand selbstbewusst und selbstsicher an ihnen rüttelt, weil er seine für „richtiger“ hält. Die Angst vor der Ablehnung, Ausgrenzung und Missachtung ist zu groß, um gegenzuhalten. Aber Selbstvertrauen hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern mit dem Wissen um seinen inneren Kritiker und wie man ihn im Zaun hält - so wie Menschen, die nicht an dich glauben. Selbstvertrauen ist der unbedingte Glaube an dich und deine Fähigkeiten, deine Schönheit und Einzigartigkeit, auch wenn diese Andersartigkeit mit sich bringt. Wer sich selbst vertraut, hat keine Angst, Fehler zu machen.

Die Welt braucht mehr davon. Hätte sie sie, würde es Depressionen, Angst, Stress und Unglück auf so vielen Ebenen gar nicht geben.

 

Dir selbst vertrauen heißt deine Einzigartigkeit anzunehmen

Sich selbst zu vertrauen heißt ja, dass man sich selbst etwas traut, zutraut und an das Ich im Herzen und in der Seele mehr glaubt, als den Worten anderer.

Das ist nicht immer leicht in einer Welt, die das Besondere so wenig schätzt und streckenweise gar verbietet. Menschen mögen es berechenbar und einheitlich. So gibt es keine großen Überraschungen und alles kann weiterhin einfach funktionieren. Wir leben eben in einem System des einheitlichen Glücks, formuliert und definiert von irgendwem. Kein Mensch weiß, wer sich diesen Scheiß hat einfallen lassen, aber wir folgen stumm. Wer nichts macht, macht eben auch nichts falsch. Und richtig zu sein, was auch immer das bedeutet, ist Menschen so viel wichtiger, als sie selbst zu sein. Viel zu viel Risiko, irgendwo anzuecken oder von irgendwem nicht gemocht zu werden. Dieses leidige Thema Ablehnung und Zurückweisung, über das ich schon so oft schrieb.

 

Selbstvertrauen und die große Frage: „Schaf oder Rose?“

du bist etwas besonderes vertraue dir selbst und sei kein schaf Ich liebe Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ aus tiefstem Herzen. Eine meiner Lieblingsstellen ist das Gespräch über den Sinn der Dornen an Rosen. Es geht so:

„Wenn ein Schaf Sträucher frisst, so frisst es doch auch die Blumen?“
„Ein Schaf frisst alles, was ihm vors Maul kommt.“
„Auch die Blumen, die Dornen haben?“
„Ja. Auch die Blumen, die Dornen haben.“
„Wozu haben sie dann die Dornen?“
Ich wusste es nicht.

Es steckt so viel Wahrheit in dieser kleinen Textpassage. Schafe sind wie die Menschen, die jeden Tag brav funktionieren. Rosen sind diejenigen, die einfach nur sein wollen, was sie sind. Und dabei in Ruhe gelassen werden wollen.

Schafe sind Tiere, die sich in einer Herde bewegen und die man kaum voneinander unterscheiden kann. Sie sind alle mehr oder minder gleich, sehen auf einem Blick auch so aus und tun den ganzen Tag lang ein- und dasselbe, ohne den Sinn infragezustellen. Sie lassen sich ihr Fell scheren, damit es anderen zum Wärmen oder als Wohnzimmer-Kamin-Vorleger dient, auf dem man nie Sex haben werden. Aber es sieht schön aus. Sie lassen sich von ebenso trainierten Hunden antreiben und in die richtige Richtung lenken, um irgendwo zu weiden und der Natur etwas Gutes zu tun. Was für die Schafe wie Freiheit aussieht, ist in Wahrheit ein hingebogenes, geheucheltes Leben in Freiheit. Und dann gibt es Blumen, wunderschöne und teure Blumen, wie zum Beispiel Rosen. Sie wachsen nur an geeigneten Stellen oder werden mit viel Aufwand und Liebe herangezüchtet, um das zu werden, was sie sind: einzigartig und schön. Zu ihrem Schutz haben sie Dornen, damit ihnen niemand ihre Schönheit und Einzigartigkeit zu nehmen wagt. Jedenfalls nicht so leicht und nicht ohne Folgen.

immer mehr menschen erkennen die Rose in sichZum Glück stellen immer mehr Menschen fest, dass sie keine sehr gute Figur als Schaf machen. Sie haben ihre Fähigkeiten und Individualität kennengelernt, entdecken sich stets neu und hören nie auf, sich aus dem Dickicht aus 9-to-5-Jobs und lieblosen Beziehungen, alltäglichem Funktionieren und scheinheiligem „Mein Leben ist wirklich ganz toll!“ zu winden. In ihrem Herzen sind sie eben Rosen. Einige brauchten dafür einen langen und steinigen Weg. Das Schafsein machte sie krank. Doch es war ein gutes Zeichen dafür, dass die Zeit gekommen war, eine neue Entscheidung zu fällen, statt brav weiterzumachen. Was sie zu können hatten und mit Bravur kultivierten, zehrte nur noch an ihnen, ohne sie zu nähren.

Doch wie in der „Der kleine Prinz“ müssen sie ihre Dornen zu nutzen wissen, denn nicht jedes Schaf erkennt ihre wunderbaren Seiten. Und nicht jedes Schaf erlaubt, dass sie sich nicht fressen lassen. Schafe glauben eben, dass das, was sie tun, auch andere tun müssten.

 

Wie du dir dein Selbstvertrauen bewahrst

Wer sich einmal Selbstvertrauen erkämpft hat, der sollte es mit allen Waffen schützen und verteidigen. Selbstvertrauen ist so ein seltenes Gut geworden, zwischen all den Schafen und Schäfern und Hunden. Vertrauen in dich selbst gibt dir den nötigen Halt, wenn das Leben einmal wieder seine eigenen Wege geht. Es schenkt dir Kraft und Standhaftigkeit, Konsequenz und Durchhaltevermögen und ist unerlässlich, wenn du Ziele hast, die nicht nur Träume bleiben sollen. Es beseitigt Selbstzweifel und Angst und schenkt dir ein sicheres Gefühl, wenn du bislang unbewanderte Wege beschreiten möchtest.

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und der Glaube an deine Selbstwirksamkeit sind die Schlüssel zu einem Leben, was du nicht bereuen wirst. Diese Begriffe werden deshalb so oft in den Onlinemedien erwähnt, weil wir sie als Charaktereigenschaften kaum noch haben und pflegen. Wir vergessen unseren Wert viel zu schnell und es ist gut, wenn wir stets daran erinnert werden. Es zählt nur, was du dir selbst erlaubst und zusprichst.

du bist so schön wie rose glaube an dich und deinen wertUnd wer das nicht erlaubt oder glaubt, der sollte deine Dornen zu spüren bekommen. Ich bin kein Freund von Angstgehasche, aber wenn es jemand nicht verstehen will und aus mir unbedingt ein Schaf machen möchte, der muss mit einiger Gegenwehr rechnen. Und so darf das auch sein: Wer dich kleinmachen will, seinen Wert über deinen stellen oder aber dir deinen absprechen will, der möchte ein Schaf bleiben. Denn er hat es so entschieden. Aber wenn du beschlossen hast, dir dein eigenes Glück als Rose zu definieren, die ihre eigenen Wege sucht und beschreitet, dann hat das niemand infragezustellen.

Wer es doch tut, braucht Dornen. Das hat nichts mit Überheblichkeit oder Eigennützigkeit zu tun. Wer bereit ist, dich für seine Überzeugungen zu verletzen, der betritt nun einmal ein Terrain, was allein dir gehört: deine Selbstachtung. Für die lohnt es sich immer zu kämpfen. Denn sie formt ein positives Selbstbewusstsein und ist in einer Welt voller Schafe das einzige, was dich werden lässt, was du sein willst. An dich zu glauben und zu lernen, dich selbst zu lieben, so, wie du bist, ist schon schwer genug. Da brauchst du nicht noch andere, die an deinem Selbstbewusstsein sägen.

Einstein sagte einst, um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, müsse man vor allem ein Schaf sein. Es ist eine wichtige Entscheidung, die jeder für sich treffen darf: Bist du Schaf? Oder um die Metapher von Antoine de Saint-Exupéry zu verwenden: Willst du lieber ein Schaf sein oder eine Rose?

Wie lautet deine Antwort?

Ich bin gespannt!

Liebe Grüße,
Janett Menzel

 

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Wenn der Tod eines Angehörigen oder geliebten Menschen völlig unerwartet kommt, spürt man heftige Kontrollverluste. Mir begegneten im Laufe des Blogs jedoch Menschen, die sich erst mit Angstzuständen und Panikattacken auseinandersetzen mussten, als jemand Geliebtes verstorben war.

Wie gewaltig musste ihre Verlusterfahrung gewesen sein und wie waren sie mit ihrer Trauer umgegangen? fragte ich mich, als ich selbst nach dem plötzlichen Tod meines Familienmitglieds wieder Angstschübe spürte. Emotionale Auseinandersetzungen wegen Erbrechtsangelegenheiten, Anwalt und Bestattung hatte ich hinter mich gebracht. Doch wie sollte es weitergehen? Wie würden wir unsere Trauer bewältigen?

Ich erlebte die Trauer meiner Mutter wie der Geist aus dem Film „Die Frau in schwarz“. Meine fühlte sich an, als würde ein Elefant auf meinem Rücken stehen. Da ich gut im Verdrängen bin und mich mit Arbeit, Medien und Sport abzulenken weiß, war klar, dass das nicht lange gut gehen würde. Traurigkeit und Angst sind mächtige Energien, die irgendwohin hin müssen. Doch was bedeutet überhaupt Trauerarbeit? und Wie trauert man richtig?, fragte ich mich in einer stillen Minute.

 

Trauerarbeit: Wie trauern wir richtig?

wie trauert man richtig? wenn der tod eines geliebten menschen zu paanik angst und depressionen führtIch erinnerte mich, dass die eingangs erwähnten Trauerarbeit leistenden Personen von einem Phänomen berichtet hatten: Der Schock sei das eine; aber wenn man nicht mit den überwältigenden Gefühlen der Traurigkeit umzugehen weiß und stattdessen versucht, zu verdrängen, bündeln sie sich. Der Druck im Körper wird bald so stark, dass er irgendetwas benutzt, um die geballte Trauer ausleiten zu können, zum Beispiel Krankheiten.

Da ich auf keinen Fall wieder Panikattacken bekommen wollte, beschloss ich, das zu tun, was ich am besten kann: Informationen besorgen und einen Plan machen, wie ich den Tod meines Familienmitglieds gesund verarbeiten könnte.

Als Denkerin erleichterte es mich, zu erfahren, dass es eine wissenschaftlich basierte Trauerforschung gibt. So musste ich nicht allein herausfinden, wie ich am besten mit dem Verlust und Schmerz über den Tod meines vorletzten! Familienmitglieds umgehen sollte. Wenn ich schon meiner Mutter in ihrer Trauer nicht helfen könnte, dann wenigstens mir.

Ich entdeckte nicht nur, dass es mehrere Experten auf dem Gebiet Trauerarbeit und -forschung gibt, u. a. die Ikone Elisabeth Kübler-Ross und die mir liebste Psychoanalytikerin Verena Kast. Meine Recherchen rund um die Frage „Wie trauert man richtig?“ zeigten vor allem:

Die eigenen Vorstellungen und Gedanken über den Tod definieren im Wesentlichen, wie wir ihn erleben - angstvoll oder akzeptierend trotz Traurigkeit. Ich zum Beispiel glaube seit jeher an ein Leben nach dem Tod. Es fühlt sich besser für mich an, zu denken, dass die gestorbene Person nicht einfach so verschwindet, sondern nur der Körper nicht mehr ist. Auch meine Gewissheit, dass wir mehr als nur einmal leben, meint: inkarnieren, erlaubt mir, den Tod im jetzigen Leben als weniger schmerzvoll wahrzunehmen.

Ich glaube vor allem daran, und das ist wohl der kritischste Punkt in diesem Blogpost, dass jeder den Zeitpunkt seines natürlichen Todes selbst bestimmt. Von der Idee erfuhr ich das erste Mal, als ich mich mit dem Thema Seelenplan auseinandersetzte und dazu das bekannte Buch „Seelenverträge: Absprachen in Liebe“ von Leila Eleisa Ayach las. Mir gefällt der Gedanke, dass wir bereits im Vorfeld alles „beschlossen“ haben, was wir im jetzigen Leben erleben (wollten), um daran zu wachsen.

Das aber ist mein Glaube. Und jeder darf seine eigene Ansicht dazu haben: eine, die ihm guttut. Was verbindest du mit dem Tod?

 

Die bekanntesten Modelle und Phasen der Trauer

Durch meine Recherchen lernte ich auch, dass Trauer in Wellen auftritt und nicht in Phasen. Das jedenfalls sagt der renommierte klinische Psychologe Prof. George Bonanno. Er setzt sich seit Jahrzehnten mit dem Tod und Trauerarbeit auseinander und schrieb 2012 in seinem Buch „Die andere Seite der Trauer: Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden“ über seine Erkenntnisse.

Dennoch will ich drei bekannte Modelle zum Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen vorstellen. Sie helfen, den Tod zu verstehen, zu akzeptieren und den Schmerz über den Verlust ertragen zu können. Vielleicht helfen sie auch dir.

 

Die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross

wie trauert man richtig?Die Schweiz-US-amerikanische Psychiaterin ist eine der wichtigsten Begründerinnen der Sterbeforschung. In ihrem Buch „Über den Tod und das Leben danach“ skizziert sie einen Modell aus fünf Phasen, dass das Verhalten sterbender Menschen und Erleben des eigenen Todes oder das eines Angehörigen näher beschreibt.

Die erste Phase nennt sie Verleugnung, (denial). Ein Mensch erfährt von seinem bevorstehenden Tod oder die Angehörigen erfahren vom Tod ihres geliebten Menschen. Sie verleugnen das Ereignis, wollen es nicht wahrhaben und isolieren den Schmerz darüber. In dieser Phase lehnt man Diagnosen und Befunde ab, glaubt an einen guten Ausgang oder ignoriert vollständig, was auf einen zukommt bzw. bereits geschehen ist. Diese Phase kann man gesund nur dann erleben, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzt.

Die zweite Phase nennt sie Zorn. Hier ist vor allem die Emotion Wut präsent. Auch kommt es sehr häufig dazu, dass man gesunde Menschen beneidet und unkontrollierte Aggressionen erlebt, weil das eigene Leben bald beendet wird oder aber das Leben eines Angehörigen bereits beendet ist. Träume, die man hatte, und Wünsche, die man noch umsetzen wollte, sowie alles, was man nicht mehr erleben darf, führen zu übermäßigen Wutausbrüchen und Angst.

Diese Phase kann man nur dann gesund ertragen, wenn man seinen Gefühlen viel Aufmerksamkeit widmet und jede Möglichkeit nutzt, sie zu verarbeiten. Auf keinen Fall sollte man diese Wut und Angst als Angehöriger persönlich nehmen.

Die dritte Phase nennt sie Verhandeln. Sie sei nur sehr kurz und von extrem kindlichen Verhaltensweisen dominiert. In dieser Phase sind die Menschen oft sehr zornig und versucht, durch einfache Tätigkeiten und Leistungen eine Belohnung, nämlich die Befreiung von Schmerzen, zu ergattern. Viele widmen sich in dieser Phase überweltlichen bzw. ehrenamtlichen Tätigkeiten, um genug Gutes zu tun, in der Hoffnung, dass es von einem Gott gewürdigt wird.

Die vierte Phase ist geprägt von Verzweiflung über den Verlust, sowohl reaktiv als auch vorbereitend. Die erste Form, die reaktive, zeigt häufig eine Fixierung auf bereits erlebte Verluste, zum Beispiel in Form von Geld für gesundheitliche Zuwendung oder auch dem Preis der Verantwortung für jahrelange Pflege usw. Die zweite Form, die vorbereitende, widmet sich der Zeit, die nun bevorsteht - ohne das Leben oder den Angehörigen. In dieser Phase befinde ich mich.

Diese Phase kann man gesund erleben, indem man sich an das erinnert, was einem im Leben bleibt und sich dabei von seinem Umfeld unterstützen lässt. Die Sterbeforscherin rät allerdings dazu, sich immer dann zu isolieren bzw. zurückzuziehen, wenn man trauern möchte. Um eine gesunde Trauerarbeit leisten zu können, sei es wichtig, alle dazugehörigen Ängste und die Verzweiflung bewusst zu durchleben.

Die fünfte und letzte Phase, die Akzeptanz, ist die schwierigste, da sie nahezu frei von allen Gefühlen ist. Die Schmerzen sind vorüber und die Trauerarbeit vorbei. Die Trauernden wollen sich nicht länger mit dem Verlust auseinandersetzen; Sterbende lehnen die Probleme anderer vollständig ab. Diese Phase kann man nur passiv tragen, in dem man an der Seite der Person bleibt und zuhört.

Dieses Phasenmodell baut sich zwar von 1-5 auf, aber die Phasen können sich auch verschieben, wiederholen oder unmerklich ineinander übergehen.

 

Die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast

Phasen der TrauerDie wunderbare Psychoanalytikerin Verena Kast benennt in ihrem Buch „Trauern: Phasen und Chancen des psychischen Prozesses“ vier Phasen. Sie ließ in ihr Modell die Erkenntnisse von Elisabeth Kübler-Ross, John Bowlby, Collin Murray-Parks und anderen AnalytikerInnen einfließen.

Die erste Phase besteht aus der Verleugnung und dem Nicht-wahrhaben-Wollen. Der erste Schock lässt Menschen leugnen, dass eine geliebte Person gestorben ist. Er lässt sie glauben, dass es ein Irrtum sei. Andere wiederum erleben, dass sie keinerlei Emotionen verspüren, als würde die Information vollständig an ihnen abprallen. In dieser Zeit berichten jedoch viele Angehörige und Hinterbliebene von körperlichen Symptomen, die an Angstzustände und Panikattacken erinnern: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Schweißausbrüche, Herzrasen und ein allgemeines Unwohlsein.

Um diese Phase verlassen zu können, hilft es sich entweder mit dem Tod auseinanderzusetzen, den Toten noch einmal zu sehen oder aber handfeste Beweise in den Händen zu halten. Diese Phase würde nicht sehr lange andauern. Kast spricht von nur wenigen Tagen.

In der zweiten Phase brechen dann alle Gefühle los. Es treten Trauer, Angst, Wut und Aggression, tiefe Einsamkeit und Schmerz über den Verlust auf. Auch positive Gefühle wie Freude oder Erleichterung sind dabei. Besonders, wenn der Verstorbene eine lange Zeit gelitten hat, empfinden die Hinterbliebenen oft Erleichterung. Gleichzeitig berichtet Kast aber auch von Schuldgefühlen, die teilweise sehr belastend werden können. Wenn wir uns Vorwürfe machen, ein schlechtes Gewissen haben, zum Beispiel wegen vergangenen Fehlern oder all den Dingen, die wir nicht taten, kann das zu ernsthaften psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depression führen.

Doch Zorn und Wut kann sich auch gegen andere richten, zum Beispiel Mediziner, Beteiligte am Tod oder Menschen, die zu Lebzeiten dem Verstorbenen oder den Hinterbliebenen Unheil anrichteten. Doch Wut, Angst und Traurigkeit heraus zu lassen, hilft dabei, den Tod zu verarbeiten. Gleichzeitig schützt es davor, dass die trauernden Personen depressiv werden. Kast rät dazu, diese Gefühle zuzulassen und bewusst zu erleben, um nicht in der Trauer stecken zu bleiben.

Die dritte Phase nennt sie Suchen - Finden - Loslassen. Die Hinterbliebenen versuchen erneut, eine Verbindung herzustellen, indem sie Erinnerungsstücke ansehen oder Orte besuchen, die sie an den Toten erinnern. Man setzt sich mit Konflikten und ungelösten Problemen mit dem Verstorbenen auseinander. Man spricht im Kopf mit ihm, erlebt erneut Wellen aus Wut, Trauer und Angst.

Laut Kast stünde am Ende dieser Phase eine Versöhnung mit dem Verstorbenen. Diese würde helfen, den Tod zu akzeptieren und den geliebten Menschen gehen zu lassen. Doch es sei wichtig, dass diese Phase nicht allzu lange anhält, damit der Tod und ein Leben ohne den Verstorbenen akzeptiert wird.

Die vierte und letzte Phase nennt sie Akzeptanz und Neuanfang. Die Hinterbliebenen haben den Verlust begriffen, akzeptiert und weitestgehend verarbeitet. Sie können ihr eigenes Leben wieder gestalten und ziehen sich nicht länger zurück.

Idealerweise hat man in dieser Phase erkannt, dass der Tod zum Leben gehört.

 

Die vier Trauerphasen nach Yorrick Spiegel

Trauerarbeit die phasen nach Verena Kast und Elisabeth kübler-rossYorick Spiegel war ein Professor für Systematische Theologie und veröffentlichte 1973 sein Buch „Der Prozess des Trauerns“, in dem er vier Trauerphasen beschreibt.

Die erste Phase ist die Schockphase. Man erfährt von dem Tod  des geliebten Menschen und verfällt aus Selbstschutz der Verleugnung. Man nimmt alles so real war, er lebt sein Leben wie durch Milchglas und ist in sich eingemauert. Je nachdem, wie der Mensch verstarb, würde diese Phase in ihrer Stärke variieren. War es beispielsweise ein Unfalltod oder gar ein gewaltsamer Tod, erleben die Hinterbliebenen den Schock äußerst heftig. Auch Spiegel beschreibt, dass diese Phase von wenigen Stunden bis maximal zwei Tage anhalten würde.

Die zweite Phase nennt er die kontrollierte Phase, da man hier versuchen würde, nicht nur seine eigenen Gefühle, sondern auch die seines gesamten Umfelds zu kontrollieren. Gleichzeitig würde man von seinem Umfeld kontrolliert werden. Da man als trauernder Mensch nur wenige Entscheidungen fällen kann bzw. die sonst normale Verantwortung wie mein Elefant auf dem Rücken zu schwer wiegt, konzentrieren sich alle Handlungen auf die wichtigsten. Daher kann es zu Isolation und unterbrochener Kommunikation kommen. Alle Energie wird darauf verwendet, dass man „zurechtkommt“. Diese Phase würde zwischen drei und sieben Tagen dauern.

Die dritte Phase nennt er die Phase der Regression. Hat die Kontrolle abgenommen, zieht sich der Trauernde oftmals zurück und erkennt erneut, in welcher Lage er sich befindet. Er versteht den Verlust, trauert und verliert nicht selten seine Selbstkontrolle. Wellen von Trauergefühlen kommen und gehen wie Ebbe und Flut und alles scheint chaotisch und unberechenbar. Zwischen Wut, Zorn und Aggressionen, erlebt der Trauernde Hilflosigkeit und tiefen Schmerz. Diese Phase ist oft mit körperlichen Symptomen verbunden, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafprobleme und Kopfschmerzen. Diese Phase würde zwischen vier und zehn Wochen dauern.

Die letzte Phase beschreibt die der Anpassung, in dem sich die Hinterbliebenen vom Verstorbenen gelöst haben. Sie haben den Tod und Verlust sowie die Bedeutung für ihr weiteres Leben verstanden und akzeptiert. Das eigene Leben gewinnt wieder an Gewicht und kann aktiv erlebt und gestaltet werden. Diese Phase sei laut Spiegel schwierig, weil sich hier entscheidet, ob man vorwärtsgeht oder zurück - und in der Trauer stecken bleibt. Sie würde aber bei erfolgreichem Durchlaufen und Zulassen aller Gefühle gelingen können. Als Zeitraum benennt er sechs bis 12 Monate.

 

Buchempfehlungen

buch zu trauern und tod eines geliebten menschenWer so ist, wie ich, und das, was passiert ist, kognitiv begreifen muss, um einen Weg mit seinen Gefühlen zu finden, dem könnten einige Bücher helfen, die ich hilfreich fand/finde. Sie wurden alle von Menschen beschrieben, die wissen, wovon sie sprechen und teilweise jahrelang Trauerprozesse begleitet oder erlebt haben.

Ihre Worte sind einfühlsam und helfen Trauernden, den Tod ihres geliebten Menschen zu bewältigen.

Terhorst, Eva: Das erste Trauerjahr (ansehen auf Amazon)
Schlegel-Holzmann, Ute: Kein Abend mehr zu zweit: Familienstand: Witwe (ansehen auf Amazon)
Onnasch, Klaus und Ursula Gast: Trauern mit Leib und Seele: Orientierung bei schmerzlichen Verlusten (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Damit aus meiner Trauer Liebe wird: Neue Wege in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Meine Trauer wird dich finden: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
von Stülpnagel, Freya: Ohne dich: Hilfe an Tagen, an denen die Trauer besonders schmerzt (ansehen auf Amazon)
Paul, Chris: Warum hast du uns das angetan? Ein Begleitbuch für Trauernde, wenn sich jemand das Leben genommen hat (ansehen auf Amazon)

Ich wünsche jedem in seinen Stunden der Trauer sowie für die kommende Zeit alles erdenklich Gute, viel Kraft, liebevolle Unterstützung und Hoffnung für die besseren Zeiten!

Janett Menzel

 

Quellen:

[1] Die 5 Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross (pdf). SHG Regenbogen, abgerufen am 10.05.2017.
[2] Oliver Schmid: Trauerphasen. Trauerphasen.de, abgerufen am 10.05.2017.
[3] Trauerphasen. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, abgerufen am 10.05.2017.

 

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