Weil andere Meinungen egal sind und du nur dir selbst vertrauen solltest

Weil andere Meinungen egal sind und du nur dir selbst vertrauen solltest

Dir selbst vertrauen: Was lösen diese drei Worte in dir aus? Als ich mich das fragte, wusste ich sofort meine Antwort: Hat zu lange gedauert und war bitter nötig. Wir missachten unsere Intuition und Überzeugungen heute nur zu gern, wenn jemand selbstbewusst und selbstsicher an ihnen rüttelt, weil er seine für „richtiger“ hält. Die Angst vor der Ablehnung, Ausgrenzung und Missachtung ist zu groß, um gegenzuhalten. Aber Selbstvertrauen hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern mit dem Wissen um seinen inneren Kritiker und wie man ihn im Zaun hält - so wie Menschen, die nicht an dich glauben. Selbstvertrauen ist der unbedingte Glaube an dich und deine Fähigkeiten, deine Schönheit und Einzigartigkeit, auch wenn diese Andersartigkeit mit sich bringt. Wer sich selbst vertraut, hat keine Angst, Fehler zu machen.

Die Welt braucht mehr davon. Hätte sie sie, würde es Depressionen, Angst, Stress und Unglück auf so vielen Ebenen gar nicht geben.

 

Dir selbst vertrauen heißt deine Einzigartigkeit anzunehmen

Sich selbst zu vertrauen heißt ja, dass man sich selbst etwas traut, zutraut und an das Ich im Herzen und in der Seele mehr glaubt, als den Worten anderer.

Das ist nicht immer leicht in einer Welt, die das Besondere so wenig schätzt und streckenweise gar verbietet. Menschen mögen es berechenbar und einheitlich. So gibt es keine großen Überraschungen und alles kann weiterhin einfach funktionieren. Wir leben eben in einem System des einheitlichen Glücks, formuliert und definiert von irgendwem. Kein Mensch weiß, wer sich diesen Scheiß hat einfallen lassen, aber wir folgen stumm. Wer nichts macht, macht eben auch nichts falsch. Und richtig zu sein, was auch immer das bedeutet, ist Menschen so viel wichtiger, als sie selbst zu sein. Viel zu viel Risiko, irgendwo anzuecken oder von irgendwem nicht gemocht zu werden. Dieses leidige Thema Ablehnung und Zurückweisung, über das ich schon so oft schrieb.

 

Selbstvertrauen und die große Frage: „Schaf oder Rose?“

du bist etwas besonderes vertraue dir selbst und sei kein schaf Ich liebe Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ aus tiefstem Herzen. Eine meiner Lieblingsstellen ist das Gespräch über den Sinn der Dornen an Rosen. Es geht so:

„Wenn ein Schaf Sträucher frisst, so frisst es doch auch die Blumen?“
„Ein Schaf frisst alles, was ihm vors Maul kommt.“
„Auch die Blumen, die Dornen haben?“
„Ja. Auch die Blumen, die Dornen haben.“
„Wozu haben sie dann die Dornen?“
Ich wusste es nicht.

Es steckt so viel Wahrheit in dieser kleinen Textpassage. Schafe sind wie die Menschen, die jeden Tag brav funktionieren. Rosen sind diejenigen, die einfach nur sein wollen, was sie sind. Und dabei in Ruhe gelassen werden wollen.

Schafe sind Tiere, die sich in einer Herde bewegen und die man kaum voneinander unterscheiden kann. Sie sind alle mehr oder minder gleich, sehen auf einem Blick auch so aus und tun den ganzen Tag lang ein- und dasselbe, ohne den Sinn infragezustellen. Sie lassen sich ihr Fell scheren, damit es anderen zum Wärmen oder als Wohnzimmer-Kamin-Vorleger dient, auf dem man nie Sex haben werden. Aber es sieht schön aus. Sie lassen sich von ebenso trainierten Hunden antreiben und in die richtige Richtung lenken, um irgendwo zu weiden und der Natur etwas Gutes zu tun. Was für die Schafe wie Freiheit aussieht, ist in Wahrheit ein hingebogenes, geheucheltes Leben in Freiheit. Und dann gibt es Blumen, wunderschöne und teure Blumen, wie zum Beispiel Rosen. Sie wachsen nur an geeigneten Stellen oder werden mit viel Aufwand und Liebe herangezüchtet, um das zu werden, was sie sind: einzigartig und schön. Zu ihrem Schutz haben sie Dornen, damit ihnen niemand ihre Schönheit und Einzigartigkeit zu nehmen wagt. Jedenfalls nicht so leicht und nicht ohne Folgen.

immer mehr menschen erkennen die Rose in sichZum Glück stellen immer mehr Menschen fest, dass sie keine sehr gute Figur als Schaf machen. Sie haben ihre Fähigkeiten und Individualität kennengelernt, entdecken sich stets neu und hören nie auf, sich aus dem Dickicht aus 9-to-5-Jobs und lieblosen Beziehungen, alltäglichem Funktionieren und scheinheiligem „Mein Leben ist wirklich ganz toll!“ zu winden. In ihrem Herzen sind sie eben Rosen. Einige brauchten dafür einen langen und steinigen Weg. Das Schafsein machte sie krank. Doch es war ein gutes Zeichen dafür, dass die Zeit gekommen war, eine neue Entscheidung zu fällen, statt brav weiterzumachen. Was sie zu können hatten und mit Bravur kultivierten, zehrte nur noch an ihnen, ohne sie zu nähren.

Doch wie in der „Der kleine Prinz“ müssen sie ihre Dornen zu nutzen wissen, denn nicht jedes Schaf erkennt ihre wunderbaren Seiten. Und nicht jedes Schaf erlaubt, dass sie sich nicht fressen lassen. Schafe glauben eben, dass das, was sie tun, auch andere tun müssten.

 

Wie du dir dein Selbstvertrauen bewahrst

Wer sich einmal Selbstvertrauen erkämpft hat, der sollte es mit allen Waffen schützen und verteidigen. Selbstvertrauen ist so ein seltenes Gut geworden, zwischen all den Schafen und Schäfern und Hunden. Vertrauen in dich selbst gibt dir den nötigen Halt, wenn das Leben einmal wieder seine eigenen Wege geht. Es schenkt dir Kraft und Standhaftigkeit, Konsequenz und Durchhaltevermögen und ist unerlässlich, wenn du Ziele hast, die nicht nur Träume bleiben sollen. Es beseitigt Selbstzweifel und Angst und schenkt dir ein sicheres Gefühl, wenn du bislang unbewanderte Wege beschreiten möchtest.

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und der Glaube an deine Selbstwirksamkeit sind die Schlüssel zu einem Leben, was du nicht bereuen wirst. Diese Begriffe werden deshalb so oft in den Onlinemedien erwähnt, weil wir sie als Charaktereigenschaften kaum noch haben und pflegen. Wir vergessen unseren Wert viel zu schnell und es ist gut, wenn wir stets daran erinnert werden. Es zählt nur, was du dir selbst erlaubst und zusprichst.

du bist so schön wie rose glaube an dich und deinen wertUnd wer das nicht erlaubt oder glaubt, der sollte deine Dornen zu spüren bekommen. Ich bin kein Freund von Angstgehasche, aber wenn es jemand nicht verstehen will und aus mir unbedingt ein Schaf machen möchte, der muss mit einiger Gegenwehr rechnen. Und so darf das auch sein: Wer dich kleinmachen will, seinen Wert über deinen stellen oder aber dir deinen absprechen will, der möchte ein Schaf bleiben. Denn er hat es so entschieden. Aber wenn du beschlossen hast, dir dein eigenes Glück als Rose zu definieren, die ihre eigenen Wege sucht und beschreitet, dann hat das niemand infragezustellen.

Wer es doch tut, braucht Dornen. Das hat nichts mit Überheblichkeit oder Eigennützigkeit zu tun. Wer bereit ist, dich für seine Überzeugungen zu verletzen, der betritt nun einmal ein Terrain, was allein dir gehört: deine Selbstachtung. Für die lohnt es sich immer zu kämpfen. Denn sie formt ein positives Selbstbewusstsein und ist in einer Welt voller Schafe das einzige, was dich werden lässt, was du sein willst. An dich zu glauben und zu lernen, dich selbst zu lieben, so, wie du bist, ist schon schwer genug. Da brauchst du nicht noch andere, die an deinem Selbstbewusstsein sägen.

Einstein sagte einst, um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, müsse man vor allem ein Schaf sein. Es ist eine wichtige Entscheidung, die jeder für sich treffen darf: Bist du Schaf? Oder um die Metapher von Antoine de Saint-Exupéry zu verwenden: Willst du lieber ein Schaf sein oder eine Rose?

Wie lautet deine Antwort?

Ich bin gespannt!

Liebe Grüße,
Janett Menzel

 

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Richtig trauern: Wie man mit dem Tod eines Angehörigen umgeht

Wenn der Tod eines Angehörigen oder geliebten Menschen völlig unerwartet kommt, spürt man heftige Kontrollverluste. Mir begegneten im Laufe des Blogs jedoch Menschen, die sich erst mit Angstzuständen und Panikattacken auseinandersetzen mussten, als jemand Geliebtes verstorben war.

Wie gewaltig musste ihre Verlusterfahrung gewesen sein und wie waren sie mit ihrer Trauer umgegangen? fragte ich mich, als ich selbst nach dem plötzlichen Tod meines Familienmitglieds wieder Angstschübe spürte. Emotionale Auseinandersetzungen wegen Erbrechtsangelegenheiten, Anwalt und Bestattung hatte ich hinter mich gebracht. Doch wie sollte es weitergehen? Wie würden wir unsere Trauer bewältigen?

Ich erlebte die Trauer meiner Mutter wie der Geist aus dem Film „Die Frau in schwarz“. Meine fühlte sich an, als würde ein Elefant auf meinem Rücken stehen. Da ich gut im Verdrängen bin und mich mit Arbeit, Medien und Sport abzulenken weiß, war klar, dass das nicht lange gut gehen würde. Traurigkeit und Angst sind mächtige Energien, die irgendwohin hin müssen. Doch was bedeutet überhaupt Trauerarbeit? und Wie trauert man richtig?, fragte ich mich in einer stillen Minute.

 

Trauerarbeit: Wie trauern wir richtig?

wie trauert man richtig? wenn der tod eines geliebten menschen zu paanik angst und depressionen führtIch erinnerte mich, dass die eingangs erwähnten Trauerarbeit leistenden Personen von einem Phänomen berichtet hatten: Der Schock sei das eine; aber wenn man nicht mit den überwältigenden Gefühlen der Traurigkeit umzugehen weiß und stattdessen versucht, zu verdrängen, bündeln sie sich. Der Druck im Körper wird bald so stark, dass er irgendetwas benutzt, um die geballte Trauer ausleiten zu können, zum Beispiel Krankheiten.

Da ich auf keinen Fall wieder Panikattacken bekommen wollte, beschloss ich, das zu tun, was ich am besten kann: Informationen besorgen und einen Plan machen, wie ich den Tod meines Familienmitglieds gesund verarbeiten könnte.

Als Denkerin erleichterte es mich, zu erfahren, dass es eine wissenschaftlich basierte Trauerforschung gibt. So musste ich nicht allein herausfinden, wie ich am besten mit dem Verlust und Schmerz über den Tod meines vorletzten! Familienmitglieds umgehen sollte. Wenn ich schon meiner Mutter in ihrer Trauer nicht helfen könnte, dann wenigstens mir.

Ich entdeckte nicht nur, dass es mehrere Experten auf dem Gebiet Trauerarbeit und -forschung gibt, u. a. die Ikone Elisabeth Kübler-Ross und die mir liebste Psychoanalytikerin Verena Kast. Meine Recherchen rund um die Frage „Wie trauert man richtig?“ zeigten vor allem:

Die eigenen Vorstellungen und Gedanken über den Tod definieren im Wesentlichen, wie wir ihn erleben - angstvoll oder akzeptierend trotz Traurigkeit. Ich zum Beispiel glaube seit jeher an ein Leben nach dem Tod. Es fühlt sich besser für mich an, zu denken, dass die gestorbene Person nicht einfach so verschwindet, sondern nur der Körper nicht mehr ist. Auch meine Gewissheit, dass wir mehr als nur einmal leben, meint: inkarnieren, erlaubt mir, den Tod im jetzigen Leben als weniger schmerzvoll wahrzunehmen.

Ich glaube vor allem daran, und das ist wohl der kritischste Punkt in diesem Blogpost, dass jeder den Zeitpunkt seines natürlichen Todes selbst bestimmt. Von der Idee erfuhr ich das erste Mal, als ich mich mit dem Thema Seelenplan auseinandersetzte und dazu das bekannte Buch „Seelenverträge: Absprachen in Liebe“ von Leila Eleisa Ayach las. Mir gefällt der Gedanke, dass wir bereits im Vorfeld alles „beschlossen“ haben, was wir im jetzigen Leben erleben (wollten), um daran zu wachsen.

Das aber ist mein Glaube. Und jeder darf seine eigene Ansicht dazu haben: eine, die ihm guttut. Was verbindest du mit dem Tod?

 

Die bekanntesten Modelle und Phasen der Trauer

Durch meine Recherchen lernte ich auch, dass Trauer in Wellen auftritt und nicht in Phasen. Das jedenfalls sagt der renommierte klinische Psychologe Prof. George Bonanno. Er setzt sich seit Jahrzehnten mit dem Tod und Trauerarbeit auseinander und schrieb 2012 in seinem Buch „Die andere Seite der Trauer: Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden“ über seine Erkenntnisse.

Dennoch will ich drei bekannte Modelle zum Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen vorstellen. Sie helfen, den Tod zu verstehen, zu akzeptieren und den Schmerz über den Verlust ertragen zu können. Vielleicht helfen sie auch dir.

 

Die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross

wie trauert man richtig?Die Schweiz-US-amerikanische Psychiaterin ist eine der wichtigsten Begründerinnen der Sterbeforschung. In ihrem Buch „Über den Tod und das Leben danach“ skizziert sie einen Modell aus fünf Phasen, dass das Verhalten sterbender Menschen und Erleben des eigenen Todes oder das eines Angehörigen näher beschreibt.

Die erste Phase nennt sie Verleugnung, (denial). Ein Mensch erfährt von seinem bevorstehenden Tod oder die Angehörigen erfahren vom Tod ihres geliebten Menschen. Sie verleugnen das Ereignis, wollen es nicht wahrhaben und isolieren den Schmerz darüber. In dieser Phase lehnt man Diagnosen und Befunde ab, glaubt an einen guten Ausgang oder ignoriert vollständig, was auf einen zukommt bzw. bereits geschehen ist. Diese Phase kann man gesund nur dann erleben, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzt.

Die zweite Phase nennt sie Zorn. Hier ist vor allem die Emotion Wut präsent. Auch kommt es sehr häufig dazu, dass man gesunde Menschen beneidet und unkontrollierte Aggressionen erlebt, weil das eigene Leben bald beendet wird oder aber das Leben eines Angehörigen bereits beendet ist. Träume, die man hatte, und Wünsche, die man noch umsetzen wollte, sowie alles, was man nicht mehr erleben darf, führen zu übermäßigen Wutausbrüchen und Angst.

Diese Phase kann man nur dann gesund ertragen, wenn man seinen Gefühlen viel Aufmerksamkeit widmet und jede Möglichkeit nutzt, sie zu verarbeiten. Auf keinen Fall sollte man diese Wut und Angst als Angehöriger persönlich nehmen.

Die dritte Phase nennt sie Verhandeln. Sie sei nur sehr kurz und von extrem kindlichen Verhaltensweisen dominiert. In dieser Phase sind die Menschen oft sehr zornig und versucht, durch einfache Tätigkeiten und Leistungen eine Belohnung, nämlich die Befreiung von Schmerzen, zu ergattern. Viele widmen sich in dieser Phase überweltlichen bzw. ehrenamtlichen Tätigkeiten, um genug Gutes zu tun, in der Hoffnung, dass es von einem Gott gewürdigt wird.

Die vierte Phase ist geprägt von Verzweiflung über den Verlust, sowohl reaktiv als auch vorbereitend. Die erste Form, die reaktive, zeigt häufig eine Fixierung auf bereits erlebte Verluste, zum Beispiel in Form von Geld für gesundheitliche Zuwendung oder auch dem Preis der Verantwortung für jahrelange Pflege usw. Die zweite Form, die vorbereitende, widmet sich der Zeit, die nun bevorsteht - ohne das Leben oder den Angehörigen. In dieser Phase befinde ich mich.

Diese Phase kann man gesund erleben, indem man sich an das erinnert, was einem im Leben bleibt und sich dabei von seinem Umfeld unterstützen lässt. Die Sterbeforscherin rät allerdings dazu, sich immer dann zu isolieren bzw. zurückzuziehen, wenn man trauern möchte. Um eine gesunde Trauerarbeit leisten zu können, sei es wichtig, alle dazugehörigen Ängste und die Verzweiflung bewusst zu durchleben.

Die fünfte und letzte Phase, die Akzeptanz, ist die schwierigste, da sie nahezu frei von allen Gefühlen ist. Die Schmerzen sind vorüber und die Trauerarbeit vorbei. Die Trauernden wollen sich nicht länger mit dem Verlust auseinandersetzen; Sterbende lehnen die Probleme anderer vollständig ab. Diese Phase kann man nur passiv tragen, in dem man an der Seite der Person bleibt und zuhört.

Dieses Phasenmodell baut sich zwar von 1-5 auf, aber die Phasen können sich auch verschieben, wiederholen oder unmerklich ineinander übergehen.

 

Die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast

Phasen der TrauerDie wunderbare Psychoanalytikerin Verena Kast benennt in ihrem Buch „Trauern: Phasen und Chancen des psychischen Prozesses“ vier Phasen. Sie ließ in ihr Modell die Erkenntnisse von Elisabeth Kübler-Ross, John Bowlby, Collin Murray-Parks und anderen AnalytikerInnen einfließen.

Die erste Phase besteht aus der Verleugnung und dem Nicht-wahrhaben-Wollen. Der erste Schock lässt Menschen leugnen, dass eine geliebte Person gestorben ist. Er lässt sie glauben, dass es ein Irrtum sei. Andere wiederum erleben, dass sie keinerlei Emotionen verspüren, als würde die Information vollständig an ihnen abprallen. In dieser Zeit berichten jedoch viele Angehörige und Hinterbliebene von körperlichen Symptomen, die an Angstzustände und Panikattacken erinnern: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Schweißausbrüche, Herzrasen und ein allgemeines Unwohlsein.

Um diese Phase verlassen zu können, hilft es sich entweder mit dem Tod auseinanderzusetzen, den Toten noch einmal zu sehen oder aber handfeste Beweise in den Händen zu halten. Diese Phase würde nicht sehr lange andauern. Kast spricht von nur wenigen Tagen.

In der zweiten Phase brechen dann alle Gefühle los. Es treten Trauer, Angst, Wut und Aggression, tiefe Einsamkeit und Schmerz über den Verlust auf. Auch positive Gefühle wie Freude oder Erleichterung sind dabei. Besonders, wenn der Verstorbene eine lange Zeit gelitten hat, empfinden die Hinterbliebenen oft Erleichterung. Gleichzeitig berichtet Kast aber auch von Schuldgefühlen, die teilweise sehr belastend werden können. Wenn wir uns Vorwürfe machen, ein schlechtes Gewissen haben, zum Beispiel wegen vergangenen Fehlern oder all den Dingen, die wir nicht taten, kann das zu ernsthaften psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depression führen.

Doch Zorn und Wut kann sich auch gegen andere richten, zum Beispiel Mediziner, Beteiligte am Tod oder Menschen, die zu Lebzeiten dem Verstorbenen oder den Hinterbliebenen Unheil anrichteten. Doch Wut, Angst und Traurigkeit heraus zu lassen, hilft dabei, den Tod zu verarbeiten. Gleichzeitig schützt es davor, dass die trauernden Personen depressiv werden. Kast rät dazu, diese Gefühle zuzulassen und bewusst zu erleben, um nicht in der Trauer stecken zu bleiben.

Die dritte Phase nennt sie Suchen - Finden - Loslassen. Die Hinterbliebenen versuchen erneut, eine Verbindung herzustellen, indem sie Erinnerungsstücke ansehen oder Orte besuchen, die sie an den Toten erinnern. Man setzt sich mit Konflikten und ungelösten Problemen mit dem Verstorbenen auseinander. Man spricht im Kopf mit ihm, erlebt erneut Wellen aus Wut, Trauer und Angst.

Laut Kast stünde am Ende dieser Phase eine Versöhnung mit dem Verstorbenen. Diese würde helfen, den Tod zu akzeptieren und den geliebten Menschen gehen zu lassen. Doch es sei wichtig, dass diese Phase nicht allzu lange anhält, damit der Tod und ein Leben ohne den Verstorbenen akzeptiert wird.

Die vierte und letzte Phase nennt sie Akzeptanz und Neuanfang. Die Hinterbliebenen haben den Verlust begriffen, akzeptiert und weitestgehend verarbeitet. Sie können ihr eigenes Leben wieder gestalten und ziehen sich nicht länger zurück.

Idealerweise hat man in dieser Phase erkannt, dass der Tod zum Leben gehört.

 

Die vier Trauerphasen nach Yorrick Spiegel

Trauerarbeit die phasen nach Verena Kast und Elisabeth kübler-rossYorick Spiegel war ein Professor für Systematische Theologie und veröffentlichte 1973 sein Buch „Der Prozess des Trauerns“, in dem er vier Trauerphasen beschreibt.

Die erste Phase ist die Schockphase. Man erfährt von dem Tod  des geliebten Menschen und verfällt aus Selbstschutz der Verleugnung. Man nimmt alles so real war, er lebt sein Leben wie durch Milchglas und ist in sich eingemauert. Je nachdem, wie der Mensch verstarb, würde diese Phase in ihrer Stärke variieren. War es beispielsweise ein Unfalltod oder gar ein gewaltsamer Tod, erleben die Hinterbliebenen den Schock äußerst heftig. Auch Spiegel beschreibt, dass diese Phase von wenigen Stunden bis maximal zwei Tage anhalten würde.

Die zweite Phase nennt er die kontrollierte Phase, da man hier versuchen würde, nicht nur seine eigenen Gefühle, sondern auch die seines gesamten Umfelds zu kontrollieren. Gleichzeitig würde man von seinem Umfeld kontrolliert werden. Da man als trauernder Mensch nur wenige Entscheidungen fällen kann bzw. die sonst normale Verantwortung wie mein Elefant auf dem Rücken zu schwer wiegt, konzentrieren sich alle Handlungen auf die wichtigsten. Daher kann es zu Isolation und unterbrochener Kommunikation kommen. Alle Energie wird darauf verwendet, dass man „zurechtkommt“. Diese Phase würde zwischen drei und sieben Tagen dauern.

Die dritte Phase nennt er die Phase der Regression. Hat die Kontrolle abgenommen, zieht sich der Trauernde oftmals zurück und erkennt erneut, in welcher Lage er sich befindet. Er versteht den Verlust, trauert und verliert nicht selten seine Selbstkontrolle. Wellen von Trauergefühlen kommen und gehen wie Ebbe und Flut und alles scheint chaotisch und unberechenbar. Zwischen Wut, Zorn und Aggressionen, erlebt der Trauernde Hilflosigkeit und tiefen Schmerz. Diese Phase ist oft mit körperlichen Symptomen verbunden, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafprobleme und Kopfschmerzen. Diese Phase würde zwischen vier und zehn Wochen dauern.

Die letzte Phase beschreibt die der Anpassung, in dem sich die Hinterbliebenen vom Verstorbenen gelöst haben. Sie haben den Tod und Verlust sowie die Bedeutung für ihr weiteres Leben verstanden und akzeptiert. Das eigene Leben gewinnt wieder an Gewicht und kann aktiv erlebt und gestaltet werden. Diese Phase sei laut Spiegel schwierig, weil sich hier entscheidet, ob man vorwärtsgeht oder zurück - und in der Trauer stecken bleibt. Sie würde aber bei erfolgreichem Durchlaufen und Zulassen aller Gefühle gelingen können. Als Zeitraum benennt er sechs bis 12 Monate.

 

Buchempfehlungen

buch zu trauern und tod eines geliebten menschenWer so ist, wie ich, und das, was passiert ist, kognitiv begreifen muss, um einen Weg mit seinen Gefühlen zu finden, dem könnten einige Bücher helfen, die ich hilfreich fand/finde. Sie wurden alle von Menschen beschrieben, die wissen, wovon sie sprechen und teilweise jahrelang Trauerprozesse begleitet oder erlebt haben.

Ihre Worte sind einfühlsam und helfen Trauernden, den Tod ihres geliebten Menschen zu bewältigen.

Terhorst, Eva: Das erste Trauerjahr (ansehen auf Amazon)
Schlegel-Holzmann, Ute: Kein Abend mehr zu zweit: Familienstand: Witwe (ansehen auf Amazon)
Onnasch, Klaus und Ursula Gast: Trauern mit Leib und Seele: Orientierung bei schmerzlichen Verlusten (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Damit aus meiner Trauer Liebe wird: Neue Wege in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
Kachler, Roland: Meine Trauer wird dich finden: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit (ansehen auf Amazon)
von Stülpnagel, Freya: Ohne dich: Hilfe an Tagen, an denen die Trauer besonders schmerzt (ansehen auf Amazon)
Paul, Chris: Warum hast du uns das angetan? Ein Begleitbuch für Trauernde, wenn sich jemand das Leben genommen hat (ansehen auf Amazon)

Ich wünsche jedem in seinen Stunden der Trauer sowie für die kommende Zeit alles erdenklich Gute, viel Kraft, liebevolle Unterstützung und Hoffnung für die besseren Zeiten!

Janett Menzel

 

Quellen:

[1] Die 5 Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross (pdf). SHG Regenbogen, abgerufen am 10.05.2017.
[2] Oliver Schmid: Trauerphasen. Trauerphasen.de, abgerufen am 10.05.2017.
[3] Trauerphasen. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, abgerufen am 10.05.2017.

 

Berlin, wo versteckst du Liebe? (1. Episode eines langen Sommers)

Berlin, wo versteckst du Liebe? (1. Episode eines langen Sommers)

„Wir brauchen Männer, Netti! Lass uns tanzen gehen!“ erklärte mir neulich eine meiner engsten Freundinnen in einer Sofabar am Ostkreuz.

Seit Lena wieder Single war, hatte ich mehrfach die Idee fallen lassen, dass wir ja jetzt endlich mal die alten Tage aufleben lassen könnten - mit Tanzen. Nur Tanzen. Als Berlin noch nicht so extrem mit gezwungenem Elektro und überzogener Garderobe bügelte, hatten wir einen Mordsspaß in Berlins Clubs. Damals war für Lena und mich die Welt aber noch in Ordnung, wenn wir einfach nur die ganze Nacht durchtanzen konnten, ohne uns Gedanken über die richtigen Schuhe machen zu müssen. Zeiten, in denen wir noch dachten, dass wir den einen Mann finden würden, mit dem wir bis in alle Ewigkeit zusammenblieben. Ohne „Ich muss mich finden!“ und „Es liegt nicht an dir!“-Gerede. Eine Zeit, in der ich mehr oder minder ungeniert nach 30 Minuten schweißtreibendem Tanzen meine Haare zu einem Dutt hochband - ohne mir Gedanken über Abstriche an meiner Attraktivität zu machen - und trotzdem noch Drinks ausgegeben bekam.

Also andere Zeiten als die heutigen.

In einer Stadt wie Berlin, die sich weder vor Singlebörsen, noch vor Singlepartys retten kann, ist das Suchen und Finden von wahrer Liebe mit einigen Herausforderungen verbunden. Ich selbst gehöre zur vorsicht-gebotenen Sorte: Ich bin nun schon mehrere Jahre freiwillig Single und arbeite brav meine Ex-Beziehung auf. Bislang hatte ich alle Männerversuche erfolgreich mit einem „Achtung! Hier liegen zu viele Messer rum!“ abweisen können. Der Gedanke, sich erneut ins Getümmel zu stürzen und dort was finden zu können – egal was – überforderte mich. Zwischen Männern, die nach Müttern statt Frauen suchen, solchen, die Vögeln mit Gefühl verwechseln, jenen, die zu leer sind für wolkenverhangene Tage und welchen, die im Clubnebel verheißungsvoll sind, aber plötzlich unerwartet viel zu tun haben, gucken Frauen wie Lena und ich schnell doof aus der Wäsche. Natürlich wissen wir, dass wir auch keine leichte Partie sind, aber dafür roh und direkt.

„Ich sag dir: Das ist genau das Problem!“

Mir war das Problem ziemlich schnuppe.

„Ich weiß nicht, ob ich das schon wieder kann. Können wir nicht einfach nur tanzen?“

Doch ich erinnere mich an eine Doku, in der eine Dauer-Single-Frau auf der Suche nach einem Partner begleitet wurde und schlussendlich bei einem Psychologen saß. Ganz im Sinne von Fords Zitat: „Wenn du Erfolg haben willst, musst du die Fehlerquote verdoppeln!“, führte er folgendes Gespräch mit ihr:

„Wie viele Männer lernen Sie im Jahr kennen?“

„Drei!“

„Also wenn sie pro Jahr drei Männer kennenlernen, könnten sie laut Statistik bis zu 10 Jahren brauchen, um einen geeigneten Partner zu finden.“

Denn im Schnitt wäre nur einer von Hundert passend. Er riet ihr, sich die anderen 99 anzutun und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass irgendjemand der hundert Männer zufällig das Einhorn in seinem Garten zu stehen hatte.

„Weißt“, erklärte mir Lena trocken, „du darfst dich nur nicht zu lange mit den Falschen aufhalten!“

Ich bin ohnehin schon hoffnungslos überfordert mit Männern und Liebe. Eine Stadt wie Berlin macht es da nicht einfacher. Ich hasse sie zum Beispiel wegen dem Datingkodex. Denn nur hier lernt man, an welchen Tagen man „busy“ und „available“ sein darf und an welchen man „needy“ erscheint. Es zählt, gesund und erwachsen zu wirken, unproblematisch, locker und ohne Erwartungen. Man hat Angst, anderen Angst zu machen, weil man Gefühle hat oder sie sich zwischen einem ehrlichen Lächeln und dem erstem Café Latte entwickeln könnten. Hier muss man einfach aufpassen, nicht zu echt zu sein, außer man verwechselt Authentizität mit pinkfarbigen Strumpfhosen und billigen Turnschuhen. Man darf nicht zu viel reden, nicht zu wenig lächeln, nicht zu emotional sein, aber muss dennoch sofort anspringen, wenn einer zwinkert – sonst ist der Moment verstrichen und die Chance sitzt schneller, als man Scheiße rufen kann, zwischen eloquenten Single-Marketingfachfrauen mit Mojito an der Bar.

Kaum einer hinterfragt diesen Kodex. Für Lena und mich problematisch: Wir sind eben die Sorte Frau, die auf H&M Basics, Dutts und Sonntage auf dem Sofa stehen, wenn die Sonne nicht scheint. Wir haben ein Leben und würden darin Platz machen, wenn wir einen Mann fänden, den wir lieben könnten, ohne es gänzlich über den Haufen zu werfen. Wir hassen 24 Stunden am Tag-WhatsApp-Gespräche, Geklammere und haltlose Charaktere.

Während Lena dringend kalkfreie Armaturen und heile Klamotten braucht, um sich wohl zu fühlen, hatte ich mein Leben in den vergangenen Jahren so eingerichtet, dass kein Mann je bei mir bleiben würde. Ich bin der „dreckigere“ Typ, wenn es um Wohnungen geht, und definitiv der problematischere in Bezug zu diesem Ding namens Vertrauen. In kalten Jahreszeiten liebe ich meine Wollpullover mehr als meine Katzen. Ich will nicht heiraten, weil mir die Statistik den Wind aus meinen romantischen Segeln genommen hat. Ich mag Tiere so sehr, dass ich oft kein Fleisch esse. Ich bin laktoseintolerant, was meine Küche ziemlich regional frisch und konservierungsstofffrei macht. Für mich beginnt Treue beim Küssen und hört erst auf, wenn man getrennt ist. Ich kann falsche Kompromisse nicht ausstehen, erst recht nicht, weil man keine Lust hat, sich mit seinen Wunden zu beschäftigen, statt sie auf andere Schultern zu legen. Als waschechter Schreiberling benötige ich eine Menge Zeit für mich und das in Stille, was für den einen Mann ein Ausschlusskriterium ist und für den anderen ein Segen. Kurzum: Ich suche jemanden, der sich sehr wahrscheinlich selten in die Berliner Clubnächte stürzt.

„Oder du suchst dir nur was für eine Nacht!“ schlug mir Lena vor ein paar Tagen vor.

Aber genauso so ein Typ war ich eben auch nicht – noch nie. Ich stehe auf die Gefühle vor dem ersten Café Latte und der Angst beim ersten Kuss und Sex. Mir gefällt der Gedanke, dass es so etwas wie wahre Liebe gibt. Ich bin mir nur unsicher, wo man sie in Berlin finden kann.

Und so ging der Beschluss, abends „mal“ in einem Club tanzen zu sagen und eventuell beim anderen Geschlecht nach so was wie Zukunft zu suchen, nicht ganz unproblematisch los.

Wir beschlossen, in der Kalkscheune bei 80er und 90er Jahre-Musik in den Mai zu tanzen. Wir tanzten uns eine Stunde vor dem Spiegel warm, um das passende Outfit zu finden, das uns weder underdressed, noch aufgetakelt wirken ließ. Ich band mir meine Haargummis für den Dutt ums Handgelenk und packte den Wollpulli für den Nachhauseweg in die Tasche.

Wir wussten, dass dieser Sommer aufregend werden würde – denn wir wollten nicht eher aufhören nach der Liebe in Berlin zu suchen, bis sie uns fand oder wir sie. Also legten wir das Enddatum der Suche fest: 30. September 2017. Klar, es würde nicht leicht werden, aber dafür witzig und beizeiten sicher kopfschüttelnd desillusionierend.

Irgendwo zwischen dem Schlimmsten und vielleicht Schönstem entschieden wir, Berlins Singleattitüden und Regulatoren abzusagen und uns treu zu bleiben – trotz Angst, den Geistern alter Beziehungen und metaphorischen Messerblöcken. Der Dutt würde bleiben und kommen, wann er will. Lena würde weiterhin so direkt sein wie sonst, auch wenn es dem einen oder anderen Muffensausen bereitete. Wir würden beide dem Datingkodex unsere Mittelfinger zeigen und weglaufen, wenn nötig. Und wir machten ein Codewort für die schweren Fälle aus: Bratwurst. Denn als meine Freundinnen und ich das letzte Mal auf einer Singleparty waren, versuchte ich schon kurzer Zeit, die Enttäuschung und Genervtheit des Abends zu kompensieren: eben mit Bratwurst, ein ungesunder, aber damals höchst befriedigenderer Kompromiss. Seither sind Clubs, in denen es im Außenbereich Gegrilltes mit Senf und Ketchup gibt, für mich ein sehr sicherer Hafen.

Ob wir diese Sicherheit brauchen werden?

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Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Spinat und alte Liebe sollte man nicht aufwärmen. Das jedenfalls sagt ein Sprichwort. Dabei denkt jeder zweite Deutsche noch immer an seine erste große Liebe oder an eine alte Liebe. Gedanken an die gemeinsame Zeit, die intensiven Gefühle und gemeinsame Erfahrungen wirken selbst Jahrzehnte später immer noch genauso warm und geborgen, als wäre es erst gestern gewesen. Unser Geist schweift ständig zu dieser einen Person und der Liebe, die wir nicht vergessen können. Wie sie sich anfühlte, welches Gefühl sie in uns hinterließ, das erste Treffen, der erste Kuss.

Auch Menschen, die heimlich verliebt waren, denken selbst bis ins hohe Alter an diese eine verpasste Chance zurück. In beiden Fällen erleben wir Gefühle wie Traurigkeit, Sehnsucht, Einsamkeit, Reue und eine Hilflosigkeit über die Dinge, die wir nicht mehr ändern können.

Doch was machen wir, wenn wir die Vergangenheit nicht zurückdrehen können und trotzdem im Hier und Jetzt mit dem, was war, und dem, was nicht wahr, zurecht kommen müssen? Was machen wir, wenn wir mit einem neuen Partner zusammen sind und trotzdem unsere große Liebe nicht vergessen können? Wie können wir mit dem Verdruss über alles, was war oder hätte sein können, umgehen?

 

Ich kann meine erste große Liebe nicht vergessen!“ – Wieso es uns so schwerfällt

Manchmal verlieren wir in unseren Gedanken an die Vergangenheit die Gegenwart vollkommen aus dem Blick. Die meisten Menschen sehnen sich nach ihrer großen Liebe und wollen sie zurück, wenn das aktuelle Leben gerade nicht so rosig ist, meint: unsicher und emotional unstabil. Viele beginnen ihre Suche nach einer Person aus der Vergangenheit auch nach einer Trennung oder schweren Veränderung. Besonders in diesen Zeiten können sie ihre große Liebe nicht vergessen.

Andere suchen selbst dann, wenn sie Familie und Ehepartner/-in haben. Vereinen tut sie die intensive Erinnerung an damalige emotionale Momente und wie sie sich dabei fühlten: sicher und geborgen. Sie vermissen die alte wohlige Wärme oder die Akzeptanz, Verbundenheit und seelische Nähe, die stundenlangen Gespräche und ersten oder intensiven sexuellen Erlebnisse. Sie vermissen die Hochs der Hormone.

Und genau an dieser Stelle kommt der zweite, interessante Fakt ins Spiel: Verantwortlich für die heftigen Gefühle sind die damals schwankenden Hormone des Teenagers. Die wurden nämlich im Gehirn abgespeichert. Denken wir also an jemanden von damals zurück, dann rufen wir diese intensiven emotionalen Erinnerungen wieder ab, vergleichen sie mit unseren heutigen Gefühlen und meinen dann oft, dass damals alles besser gewesen wäre.

 

Du brauchst deine große Liebe nicht vergessen, nur dankbar für die Erfahrung sein

Niemand muss die Vergangenheit mit ihren schönen, kostbaren Momenten aus dem Gedächtnis streichen. Du kannst deine erste große Liebe nicht vergessen. Das sollst du auch gar nicht. Sie hat uns genährt, geformt und nachhaltig beeinflusst. Sie war gut, unbezahlbar und leichtherzig. Wir haben neue Gefühle und Seiten an uns entdeckt, haben Glück und Trauer kennengelernt, Angst und Verbundenheit. Mit der heutigen Realität hatte die alte Liebe wahrscheinlich wenig zu tun. Deshalb hilft es, sich die nachfolgenden Aspekte anzusehen und in sich hinein zu hören.

 

Alles geschah zu deinem Besten!

Manchmal sind wichtige Lernerfahrungen mit großen Gefühlen verbunden, die uns auch in unsere Zukunft begleiten (sollen). Aus einer Jugendliebe oder alten großen Liebe haben wir auch Unbequemes lernen müssen und können. Wenn man also stets an eine Person von früher denken muss, kann es auch ein Zeichen sein, das Damalige und Heutige einmal anders zu verknüpfen.

Alte Verhaltensmuster, Barrieren, die damals vorhanden waren, Fehler, die man trotz bestem Wissen machte: All diese Aspekte erneut zu überdenken oder schriftlich festzuhalten, kann einen wichtigen Grundstein für deine zukünftige Zufriedenheit in Sachen Liebe und Beziehung legen. Erinnere dich ruhig an die schlechten oder weniger guten Momente, denn sie bergen ein großes Entwicklungspotenzial.

Wie kam es zur Trennung?

Was würdest du heute anders machen, als damals?

Oft sind wir auch mit einer alten Schuld, Schamgefühlen und Ängsten, vor allem Selbstwertproblemen konfrontiert. Vielleicht animieren uns diese Gefühle dazu, uns als Verlierer zu sehen oder gar die Schuld am Nichtgelingen der Beziehung zu geben. Wir fühlen uns hilflos, machtlos, wehrlos, klein oder schlecht, nicht gut genug oder abhängig. Wir glauben, nie wieder so eine tiefe und intensive, beglückende und allumfassend wundervolle Beziehung und Liebe zu einem Menschen zu finden. Eine weitere Angst ist auch die, dass wir nie wieder so von einem Menschen wie diesem geliebt würden oder uns geliebt fühlen würden.

Dahinter verbirgt sich eine noch immer aktive und nicht verarbeitete Verlusterfahrung. Sie ist mit den alten Gefühlen und deinen Interpretationen, wie es zu dem Verlust kommen konnte, verbunden. Sie machen ein neues Kapitel auf, in dem es heißt, dass danach alles nur noch schlecht war oder immer so ungut bleiben würde. Als hätte man seine Chance endgültig verpasst und verspielt.

Welche Emotionen auch hochkommen mögen, wenn du an deine alte Liebe denkst: Vergiss nie, dass alles zu deinem Besten geschieht und auch damals geschehen ist. Auch, wenn die vergangene Erfahrung letzten Endes nur eine Lehre ist, die umgesetzt werden soll - für eine bessere, mühelosere, liebevollere und authentischere Liebesbeziehung auf Augenhöhe. In solchen Fällen hilft es immer, wenn du dich fragst:

Was muss geschehen, sich ändern, welche Verhaltensmuster müssen über Bord geworfen werden, welche Ängste müssen ertragen und welche Gefühle leitend werden, damit ich in Zukunft …. ?

Höre auf die Stimme in dir! Deine Intuition wird dir zeigen, welche Barriere zwischen dir und deinem Ziel steht.

 

Sollte man die Vergangenheit wieder zurückholen?

So sehr man es sich auch wünschen mag: Jetzt ist jetzt und früher ist vergangen. Ein Sprichwort sagt, manche Feigheit könne auch Klugheit sein, was sinngemäß heißt: Nicht alles, was nicht war, sollte sein. Aus welchen Gründen es auch zum Bruch kam: Es könnte immer sein, dass es gut für dich oder deine alte Liebe war und noch Besseres brachte oder bringen wird.

Im Hier und Jetzt zu leben macht es außerdem möglich, dass man sich von unerwünschten Gefühlen fernhält, sowohl von denen, die du sonst ohne deine Gedanken empfinden würdest, als auch von denen, die du dir machen solltest.

 

Schwelge in Erinnerungen an deine große Liebe, aber denke noch mehr an deine Zukunft

Denke an dein jetziges Leben. Räume auf, was es aufzuräumen gibt, im übertragenen Sinne. Unser Geist lenkt gern mit wohligen Gedanken und Träumen ein, wenn wir Schutz vor der Kälte unseres jetzigen Lebens brauchen. Also trägt er uns in die schönen Zeiten zurück.

Was muss geschehen, damit deine Gegenwart wieder erfüllt erlebt werden kann?  Was kannst du jetzt, ohne Angst und Traurigkeit über die Vergangenheit, tun, damit deine Zukunft besser wird, als die vergangenen, gedanken- und trauerüberladenden Momente?

Konzentriere dich auf das, was du noch tun kannst, statt auf all das, was nicht mehr umkehrbar ist. Das nimmt dir alle machtlosen und hilflosen Gefühle und schenkt dir stattdessen Zuversicht für dich und Stolz auf alle Handlungen, die noch kommen. Handele für dich und deine Zukunft. Die kannst du noch ändern.

Nicht jede, damals noch so große, Liebe ist etwas Festes und Funktionierendes für heute. Im Netz finden sich etliche Berichte darüber, dass die Jugendliebe bzw. eine alte große Liebe leicht jetzige Beziehungen und Ehen auf die harte Probe stellen - bis zur Trennung. Die ersten Liebesgefühle waren eben weit entfernt von Realität. Sie bestanden hauptsächlich aus Sehnsucht, die erfüllt wurde, wahr gewordene Liebe, nach der wir uns alle so sehr sehnten. Doch damals waren die meisten Beziehungen eben nicht mit Alltag, Finanzen, gesundheitlichen Problemen, Arbeitsstress, Familienschwierigkeiten, Karriereplanungen usw. konfrontiert. Die wenigsten alten Liebe kennen diese völlig normalen, erwachsenen Probleme.

Eine Studie aus den Staaten, durchgeführt von der Psychologin und Autorin Dr. Nancy Kalish von der California State University, stellte fest, dass eine Wiederaufnahme der alten Liebe und Beziehung zwar sehr stabilisierend wirken könne. Dafür müssten aber bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein:

Wenn man 17 Jahre oder jünger war und sich wegen äußerer Umstände trennte, könnte eine Wiedervereinigung ganz gut funktionieren. Auch müssten die beiden Liebenden zum Zeitpunkt des Wiedertreffens Single sein. Ist das gegeben, so bestehe bei rund 80 Prozent eine Beziehungsdauer von wenigstens 10 Jahren. Mindestens. Ihre Erkenntnisse beschreibt sie in ihren Büchern „Lost & Found Lovers“ und „The Lost Love Chronicles„.

 

Rekindling: Wege, um die große Liebe oder erste große Liebe wiederzufinden

wenn wir merken dass auch der neue partner wieder derselbe Typ istUnd wenn nun alle Stricke reißen und du deine alte Liebe unbedingt wiederfinden und wiedertreffen musst? Dann gibt es einige Möglichkeiten. Dank des Internets und vieler Menschen, denen es genauso ergeht wie dir, haben sich einige Websites etabliert, die bei der Suche nach der einst großen Liebe helfen möchten. Diese Bewegung ist so global geworden, dass die Staaten dem bereits einen eigenen Namen gegeben haben: Rekindling (dt. „Wiederaufflammen“).

Auf einigen extra dafür geschaffenen Portalen (siehe unten) ist es möglich, seine Daten zu hinterlegen, um gefunden zu werden, falls die alte Liebe einen ebenfalls sucht.

Doch die Psychologin Kalish warnt: Zwei Drittel der Suchenden seien leider verheiratet. Ihre Nachforschungen ergaben zudem, dass 62 Prozent eine Affäre miteinander beginnen - und auch so enden. Affären können ein Chaos für dein Leben bedeuten, wenn eine alte Liebe in das jetzige Leben hineinplatzt.

Dennoch, der Vollständigkeit halber, findest du im Folgenden Websites und Portale, die dir bei der Suche helfen können:

 

Portale und Websites für die Suche nach der alten Liebe

  1. Wie man seine erste große Liebe wiederfindet PersonensucheZu Beginn den Namen und damaligen Geburtstort oder aber die Schule, Institution, Verein usw., über den man sich kannte, zu googeln, ist der erstbeste Schritt. Sollte dabei nichts herauskommen, kann man auch gemeinsame Freunde googeln, die eventuell noch Kontakt zu der gesuchten Person haben.
  2. Außerdem ist www.stayfriends.de, die größte Plattform in Deutschland, auf der man seine alte Schule, Klasse und Klassenkameraden, aber auch andere Klassenstufen und Schulen findet, nützlich.
  3. Facebook, Instagram, Twitter, Google+ & Co eignen sich ebenfalls, falls derjenige sich dort mit seinem echten Namen angemeldet hat bzw. etwas auf soziale Netzwerke hält.
  4. Da das nicht in allen Fällen so ist, empfiehlt sich auch ein Blick in die beruflichen Netzwerke wie LinkedIn und Xing.
  5. Die Website www.wobistdu.de hilft dabei, Menschen wieder zusammen zu bringen. Man kann sich dort nach kostenloser Anmeldung umsehen, wer sich bereits eingetragen hat und auch selbst Suchaufträge aufgeben. Menschen jeden Alters sind dort, aber es scheint mir noch eine sehr junge Website zu sein (mit noch nicht so vielen Einträgen). Nichtsdestotrotz hat man das gesamte Netzwerk, das einem weiterhelfen könnte.
  6. Gesetzlich ist es gestattet, sich bei Einwohnermeldeämtern eine Auskunft zu holen. Entweder man sucht sie selbst auf oder beauftragt einen entsprechenden Such-Service. Gegen kleines Geld kann man via Dritte eine solche deutschlandweite Meldeauskunft beantragen, u. a. bei www.melderegister24.info, www.adressermittlung.de, www.suche-nach-personen.de.
  7. Etwas mehr Geld gegen Anzahlung und Honorar bei Erfolg nehmen Personensuchanbieter wie „Wieder­sehen macht Freude“ (www.wiedersehenmachtfreude.de) und „Die Such-Nanny“ (www.suchnanny.de). Sie arbeiten teilweise auch interna­tional und das selbst bei schwierigen Suchen. Sie durchsuchen dabei u. a. Einwohnermeldeämter, Standesämter, Umzugsdatenbanken und Sterberegister.
  8. Wenn all diese Wege scheitern, bleiben noch immer Detekteien, die sich darauf spezialisiert haben, geliebte Menschen wiederzufinden. Wenn man Jugendliebe wiederfinden Detektei googelt, findet man u. a. www.detectivecondor.de und www.diedetektei.eu. Die kosten zwar etwas mehr Geld, aber zumindest kann es durch professionelle Dienstleister wesentlich leichter zu einem Ergebnis führen.

Viel Erfolg bei der Suche oder beim Dankbarsein und Loslassen wünsche ich dir,
Deine Janett

 

Wie du Trennungsschmerz überwinden und wieder lächeln lernen kannst

Wie du Trennungsschmerz überwinden und wieder lächeln lernen kannst

Praktisch jeder Mensch steht irgendwann in seinem Leben vor der Bewältigung einer Trennung. Der Trennungsschmerz in einer Beziehung ist höher, wenn es um den Partner und nicht bloß einen Freund geht und wenn man zudem Jahre zusammen war. Wie man Trennungsschmerz überwinden kann, so dass der Liebeskummer schwindet und man wieder Vertrauen ins eigene Leben findet, will der folgende Artikel erläutern.

 

Trennungsschmerz überwinden: Die vier Phasen der Trennung

Kommt es in einer Beziehung zu einer Trennung, ist die erste Reaktion oftmals eine Verleugnung. Gerade wenn noch Gefühle vorhanden sind, wenn Liebe noch gespürt wird oder die Partnerschaft als etwas selbstverständliches angesehen wurde, kann es schwer fallen, sich die Trennung einzugestehen. Gerade sicherheitsbedachte Frauen und Männer können dies als persönliche Niederlage empfinden. Doch nach der ersten Phase fällt es leichter, den Trennungsschmerz überwinden zu können. Denn irgendwann lässt die Verleugnung nach und die Gefühle kommen hoch:

Diese können von Wut, Zorn, Trauer, Angst, Verzweiflung, Depression bis zu Hass rühren. Oft kommen so kannst du Trennungsschmerz überwindenkörperliche Symptome dazu: Man schläft schlecht, isst nichts oder zu viel, hat regelrechte Weinanfälle, Herzrasen oder leidet unter innerer Unruhe. In vielen Fällen isolieren sich auch die von Liebeskummer Betroffenen zeitweilig oder stürzen sich gerade manisch in Ablenkungen, die ihnen auf natürliche Weise die Schwere der Gefühle erleichtern können. Spaß und nährende Beziehungen zu Freunden und der Familie, ein sinnvoller Job oder Kinder sind tatsächlich immer gute Hilfsmittel. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit vom Mangel zur Fülle.

Dann folgt eine Neuorientierung. Zorn und Verzweiflung ebben ab, man sieht wieder Land bzw. spürt den Boden unter den Füßen. Die Gedanken kehren nicht mehr zwanghaft wieder und wieder zum Ex-Partner zurück. Die Intensität der Gefühle lässt nach.

Schließlich kommen die Akzeptanz der Trennung und die Einsicht, den vormals geliebten Menschen nicht mehr in seinem Leben zu haben. Das Hier und Jetzt rückt wieder in den Fokus.

 

Man beginnt, in sich ein neues Gleichgewicht zu spüren. Die Zukunft lockt wieder und sieht nicht mehr entsetzlich aus. Man kann seine Lehren aus der Trennung ziehen, sie verarbeiten und Antworten finden, warum die Beziehung gescheitert ist. Anderen Menschen kann man wieder offen und neugierig gegenüber treten statt Beziehungsängste oder alten Schmerz zu fühlen. Der Schmerz über den Verlust ist endgültig überwunden. Man wird wieder offen für eine neue Beziehung)

Dieser Prozess kann einige Monate bis teilweise Jahre dauern. Das liegt an der Person und vor allem, wie sie mit Verlusten umgeht. Wer bei sich erkennt, dass er im Allgemeinen ungern allein ist oder sich ein Leben allein (sei es auch kurzzeitig) nur schwer vorstellen kann, der leidet oft länger.

 

Wie Männer und Frauen Trennungsschmerz überwinden

wie man Trennungsschmerz überwinden kannFrauen und Männer fühlen anders und verarbeiten Trennungsschmerzen anders. Sicherheitsbedachte bzw. weniger unabhängige Frauen und Männer empfinden die Trennung einer Beziehung in vielen Fällen als Bedrohung und persönliche Niederlage. Je nach Ohnmachtsgefühl kann sogar das Bedürfnis nach Rache stark sein. Vor allem aber empfinden sie die schmerzhaften Gefühle sehr intensiv und zweifeln an sich selbst, suchen nach Antworten und analysieren damit die Situation.

Bei Männern findet sich tatsächlich der Eindruck, als wären sie schneller über vergangene Beziehungen hinweg, als könnten sie mit Trennungsschmerz besser umgehen. Doch dieser Eindruck trügt in den meisten Fällen. Sie gehen aber oft pragmatischer damit um, indem sie die Gefühle minimieren: Durch eine neue Beziehung, ein sich-in-die-Arbeit-Stürzen etc.

Nur weil man sich schnell in etwas Neues stürzt, sagt das jedoch nichts über die Emotionen desjenigen aus. Studien belegten, dass Männer eher dazu tendieren, ihre verletzten Gefühle für sich zu behalten. Männer leiden also genauso unter einer Trennung, auch wenn sie schon in einer neuen Partnerschaft sind. Selbstzweifel mögen den einen oder anderen nicht so stark kommen. Auch nach Antworten mögen einzelne Männer weniger intensiv suchen als Frauen. Das prototypische Klischee des harten Kerls und der verlassenen, weinenden Frau hat zum Glück weitestgehend legitimerweise ausgedient.

Wie du Liebeskummer und Trennungsschmerz überwinden kannst, sollen die folgenden Tipps verdeutlichen helfen:

 

Tipps, wie du Liebeskummer überwinden kannst

Praktische Schritte

Wie erwähnt sind jede Beziehung und jeder Liebeskummer anders. Es ist sehr wichtig, die für einen selbst am besten geeigneten Antworten auf die Frage zu finden, wie der Liebeskummer am schnellsten überwunden werden kann. Zeit spielt ebenso eine wichtige Rolle wie die Notwendigkeit, ehrlich in den Spiegel zu schauen.

Es beginnt damit, sich seine eigenen Gefühle einzugestehen und sich ihrer nicht zu schämen. Keinesfalls sollte man hart zu sich sein und von sich verlangen, dass die Trennung spurlos vorüberzugehen habe. Auch die Tendenz, bei sich selbst die vermeintlich volle Schuld zu suchen, wird dir hier nur wenig helfen. Ganz im Gegenteil: Es wird dir eher das Gefühl geben, du würdest nicht genügen.

Vielmehr ist es wichtig, sich selber Zeit zu geben, um die Schmerzen zu verarbeiten. Gerade zu Anfang werden sich Szenarien zum Schönen, was es in der Beziehung und mit dem Partner gab, bilden. Darauf sollte man gefasst sein. Das ist ganz menschlich.

Die Hormone spielen dabei eine immense Rolle. Denn Liebeskummer nach einer Trennung ähnelt den Symptomen eines Entzugs bei Süchten. Der Körper war an die Glückshormone, ein Cocktail aus Dopamin, Serotonin und Oxytocin (das Kuschelhormon) gewöhnt, und erlebt den Mangel nun als kalten Entzug.

Ein guter Tipp ist es also, den Geist auf die neue Situation einzustellen: Sämtliche Gegenstände, welche einen an den ehemaligen Partner erinnern, aus der Wohnung zu verbannen, ist ein erster Schritt. (Zerstören ist nur notwendig, wenn es einen unterstützt, die Wut auszudrücken.). Es hilft tatsächlich sehr, wenigstens alles in eine Kiste zu packen und im Keller zu lagern. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Das betrifft auch den Kontakt zum ehemaligen Partner. In der Phase der Trauer ist von einem Kontakt abzuraten, da durch diesen jedes Mal Wunden wieder aufgerissen werden können und falsche Hoffnungen geweckt werden. Gehen Sie auch nicht auf Hilferufe ein, es sei denn, es herrscht Lebensgefahr. Sehen Sie ein: Die Liebe ist vorbei. Das Leben geht weiter. Das sollte vor allem der Partner, der sich trennte, leisten.

Die schweren Gefühle mit Alkohol, Suchtmitteln oder Medikamenten zu betäuben ist menschlich, sollte nicht auf Dauer geschehen. Solche Mittel können nur kurzfristig Linderung verschaffen, den Trennungsschmerz vertreiben können sie nicht (einmal abgesehen davon, dass in jedem dieser Mittel ein hohes Suchtpotenzial steckt und es ängstlicher und trauriger macht). Es hilft viel mehr, wenn die Gefühle zugelassen werden (auch wenn das natürlich unangenehm und hart ist).

so kannst du so kannst du Trennungsschmerz überwindenAblenkungen positiver Art sind besser: Es macht Sinn, einen Aktivitätenplan zu erstellen und Dinge anzugehen, die Spaß machen und ablenken können. Umgekehrt sollte der Plan natürlich nicht überfrachtet sein. Grundsätzlich aber sind gerade körperliche Aktivitäten, Sport, Sauna, Massagen, Wellness etc. gut, um sich selber kleine Belohnungen zu gönnen.

Sehr gut ist es in diesem Zusammenhang auch, die aufkommenden Gefühle wie Wut oder Zorn in Bewegung umzusetzen: Neben dem Sport können alle als schön empfundenen Tätigkeiten sehr helfen. Es macht auch viel Sinn, diese Gefühle in Briefen auszudrücken, welche nicht abgeschickt werden müssen. Es geht nur darum, die Gefühle und damit die Trennung aktiv zu verarbeiten.

Man kann zusätzlich ein Tagebuch mit den Fortschritten zur Trauer in der jeweiligen Phase und Einsichten zum Trennungsschmerz führen. Man kann sich dort seine eigenen Erfolge und Fortschritte (auch in anderen Bereichen) vor Augen führen. Nach und nach wird der Schmerz so abklingen und Antworten, warum das Aus kam, erscheinen. Und ebenfalls nach und nach werden die Gedanken wieder freier. Mitgefühl kann wieder erscheinen und man verzeiht sich und dem anderen innerlich. Schreiben hilft vielen bei belastenden Gefühlen nach einer Trennung.

Hier ist man schon weit fortgeschritten. Aber: Es ist SEHR wichtig, Angebote des Ex-Partners, doch Freunde zu bleiben, abzulehnen. Sonst könnte das alte Rad sich weiter drehen. Auch ist es von enormer Wichtigkeit, die Kinder im Trennungsprozess nicht zu instrumentalisieren. Kinder sind von der Situation ohnehin schwerer getroffen als die Partner. Sie zu benutzen, würden sie schädigend überfordern.

Eine Affäre mag zwar dem Selbstwertgefühl dienen, kann aber nicht die tiefen Gefühle einer Partnerschaft ersetzen. Doch kann eine neue Partnerschaft entstehen, wenn man die den von mir skizzierten Prozess mit den Tipps möglichst bewusst und in der eigenen Zeit durchlaufen hat. Irgendwann konnte man den Trennungsschmerz überwinden: Das Gefühl neuer Freiheit und Möglichkeiten entsteht. Das Leben kann wieder freudvoll und vertrauensvoll erlebt werden!

Ich hoffe, dass dir meine Tipps dabei helfen können.

Wenn du dir mehr Ideen zum Thema „Unerwiderte Liebe“ wünscht, empfehle ich dir meinen Artikel Warum uns unerwiderte Gefühle zu schaffen machen mit 10 praktischen Tipps.

Liebe Grüße,
Janett

 

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