Berlin, wo versteckst du Liebe? (1. Episode eines langen Sommers)

Berlin, wo versteckst du Liebe? (1. Episode eines langen Sommers)

„Wir brauchen Männer, Netti! Lass uns tanzen gehen!“ erklärte mir neulich eine meiner engsten Freundinnen in einer Sofabar am Ostkreuz.

Seit Lena wieder Single war, hatte ich mehrfach die Idee fallen lassen, dass wir ja jetzt endlich mal die alten Tage aufleben lassen könnten - mit Tanzen. Nur Tanzen. Als Berlin noch nicht so extrem mit gezwungenem Elektro und überzogener Garderobe bügelte, hatten wir einen Mordsspaß in Berlins Clubs. Damals war für Lena und mich die Welt aber noch in Ordnung, wenn wir einfach nur die ganze Nacht durchtanzen konnten, ohne uns Gedanken über die richtigen Schuhe machen zu müssen. Zeiten, in denen wir noch dachten, dass wir den einen Mann finden würden, mit dem wir bis in alle Ewigkeit zusammenblieben. Ohne „Ich muss mich finden!“ und „Es liegt nicht an dir!“-Gerede. Eine Zeit, in der ich mehr oder minder ungeniert nach 30 Minuten schweißtreibendem Tanzen meine Haare zu einem Dutt hochband - ohne mir Gedanken über Abstriche an meiner Attraktivität zu machen - und trotzdem noch Drinks ausgegeben bekam.

Also andere Zeiten als die heutigen.

In einer Stadt wie Berlin, die sich weder vor Singlebörsen, noch vor Singlepartys retten kann, ist das Suchen und Finden von wahrer Liebe mit einigen Herausforderungen verbunden. Ich selbst gehöre zur vorsicht-gebotenen Sorte: Ich bin nun schon mehrere Jahre freiwillig Single und arbeite brav meine Ex-Beziehung auf. Bislang hatte ich alle Männerversuche erfolgreich mit einem „Achtung! Hier liegen zu viele Messer rum!“ abweisen können. Der Gedanke, sich erneut ins Getümmel zu stürzen und dort was finden zu können – egal was – überforderte mich. Zwischen Männern, die nach Müttern statt Frauen suchen, solchen, die Vögeln mit Gefühl verwechseln, jenen, die zu leer sind für wolkenverhangene Tage und welchen, die im Clubnebel verheißungsvoll sind, aber plötzlich unerwartet viel zu tun haben, gucken Frauen wie Lena und ich schnell doof aus der Wäsche. Natürlich wissen wir, dass wir auch keine leichte Partie sind, aber dafür roh und direkt.

„Ich sag dir: Das ist genau das Problem!“

Mir war das Problem ziemlich schnuppe.

„Ich weiß nicht, ob ich das schon wieder kann. Können wir nicht einfach nur tanzen?“

Doch ich erinnere mich an eine Doku, in der eine Dauer-Single-Frau auf der Suche nach einem Partner begleitet wurde und schlussendlich bei einem Psychologen saß. Ganz im Sinne von Fords Zitat: „Wenn du Erfolg haben willst, musst du die Fehlerquote verdoppeln!“, führte er folgendes Gespräch mit ihr:

„Wie viele Männer lernen Sie im Jahr kennen?“

„Drei!“

„Also wenn sie pro Jahr drei Männer kennenlernen, könnten sie laut Statistik bis zu 10 Jahren brauchen, um einen geeigneten Partner zu finden.“

Denn im Schnitt wäre nur einer von Hundert passend. Er riet ihr, sich die anderen 99 anzutun und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass irgendjemand der hundert Männer zufällig das Einhorn in seinem Garten zu stehen hatte.

„Weißt“, erklärte mir Lena trocken, „du darfst dich nur nicht zu lange mit den Falschen aufhalten!“

Ich bin ohnehin schon hoffnungslos überfordert mit Männern und Liebe. Eine Stadt wie Berlin macht es da nicht einfacher. Ich hasse sie zum Beispiel wegen dem Datingkodex. Denn nur hier lernt man, an welchen Tagen man „busy“ und „available“ sein darf und an welchen man „needy“ erscheint. Es zählt, gesund und erwachsen zu wirken, unproblematisch, locker und ohne Erwartungen. Man hat Angst, anderen Angst zu machen, weil man Gefühle hat oder sie sich zwischen einem ehrlichen Lächeln und dem erstem Café Latte entwickeln könnten. Hier muss man einfach aufpassen, nicht zu echt zu sein, außer man verwechselt Authentizität mit pinkfarbigen Strumpfhosen und billigen Turnschuhen. Man darf nicht zu viel reden, nicht zu wenig lächeln, nicht zu emotional sein, aber muss dennoch sofort anspringen, wenn einer zwinkert – sonst ist der Moment verstrichen und die Chance sitzt schneller, als man Scheiße rufen kann, zwischen eloquenten Single-Marketingfachfrauen mit Mojito an der Bar.

Kaum einer hinterfragt diesen Kodex. Für Lena und mich problematisch: Wir sind eben die Sorte Frau, die auf H&M Basics, Dutts und Sonntage auf dem Sofa stehen, wenn die Sonne nicht scheint. Wir haben ein Leben und würden darin Platz machen, wenn wir einen Mann fänden, den wir lieben könnten, ohne es gänzlich über den Haufen zu werfen. Wir hassen 24 Stunden am Tag-WhatsApp-Gespräche, Geklammere und haltlose Charaktere.

Während Lena dringend kalkfreie Armaturen und heile Klamotten braucht, um sich wohl zu fühlen, hatte ich mein Leben in den vergangenen Jahren so eingerichtet, dass kein Mann je bei mir bleiben würde. Ich bin der „dreckigere“ Typ, wenn es um Wohnungen geht, und definitiv der problematischere in Bezug zu diesem Ding namens Vertrauen. In kalten Jahreszeiten liebe ich meine Wollpullover mehr als meine Katzen. Ich will nicht heiraten, weil mir die Statistik den Wind aus meinen romantischen Segeln genommen hat. Ich mag Tiere so sehr, dass ich oft kein Fleisch esse. Ich bin laktoseintolerant, was meine Küche ziemlich regional frisch und konservierungsstofffrei macht. Für mich beginnt Treue beim Küssen und hört erst auf, wenn man getrennt ist. Ich kann falsche Kompromisse nicht ausstehen, erst recht nicht, weil man keine Lust hat, sich mit seinen Wunden zu beschäftigen, statt sie auf andere Schultern zu legen. Als waschechter Schreiberling benötige ich eine Menge Zeit für mich und das in Stille, was für den einen Mann ein Ausschlusskriterium ist und für den anderen ein Segen. Kurzum: Ich suche jemanden, der sich sehr wahrscheinlich selten in die Berliner Clubnächte stürzt.

„Oder du suchst dir nur was für eine Nacht!“ schlug mir Lena vor ein paar Tagen vor.

Aber genauso so ein Typ war ich eben auch nicht – noch nie. Ich stehe auf die Gefühle vor dem ersten Café Latte und der Angst beim ersten Kuss und Sex. Mir gefällt der Gedanke, dass es so etwas wie wahre Liebe gibt. Ich bin mir nur unsicher, wo man sie in Berlin finden kann.

Und so ging der Beschluss, abends „mal“ in einem Club tanzen zu sagen und eventuell beim anderen Geschlecht nach so was wie Zukunft zu suchen, nicht ganz unproblematisch los.

Wir beschlossen, in der Kalkscheune bei 80er und 90er Jahre-Musik in den Mai zu tanzen. Wir tanzten uns eine Stunde vor dem Spiegel warm, um das passende Outfit zu finden, das uns weder underdressed, noch aufgetakelt wirken ließ. Ich band mir meine Haargummis für den Dutt ums Handgelenk und packte den Wollpulli für den Nachhauseweg in die Tasche.

Wir wussten, dass dieser Sommer aufregend werden würde – denn wir wollten nicht eher aufhören nach der Liebe in Berlin zu suchen, bis sie uns fand oder wir sie. Also legten wir das Enddatum der Suche fest: 30. September 2017. Klar, es würde nicht leicht werden, aber dafür witzig und beizeiten sicher kopfschüttelnd desillusionierend.

Irgendwo zwischen dem Schlimmsten und vielleicht Schönstem entschieden wir, Berlins Singleattitüden und Regulatoren abzusagen und uns treu zu bleiben – trotz Angst, den Geistern alter Beziehungen und metaphorischen Messerblöcken. Der Dutt würde bleiben und kommen, wann er will. Lena würde weiterhin so direkt sein wie sonst, auch wenn es dem einen oder anderen Muffensausen bereitete. Wir würden beide dem Datingkodex unsere Mittelfinger zeigen und weglaufen, wenn nötig. Und wir machten ein Codewort für die schweren Fälle aus: Bratwurst. Denn als meine Freundinnen und ich das letzte Mal auf einer Singleparty waren, versuchte ich schon kurzer Zeit, die Enttäuschung und Genervtheit des Abends zu kompensieren: eben mit Bratwurst, ein ungesunder, aber damals höchst befriedigenderer Kompromiss. Seither sind Clubs, in denen es im Außenbereich Gegrilltes mit Senf und Ketchup gibt, für mich ein sehr sicherer Hafen.

Ob wir diese Sicherheit brauchen werden?

Schau die Tage wieder vorbei! Dann erfährst du es oder trag dich in meinen Newsletter ein:

 

Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Kannst du deine große Liebe nicht vergessen? Wie Loslassen gelingt

Spinat und alte Liebe sollte man nicht aufwärmen. Das jedenfalls sagt ein Sprichwort. Dabei denkt jeder zweite Deutsche noch immer an seine erste große Liebe oder an eine alte Liebe. Gedanken an die gemeinsame Zeit, die intensiven Gefühle und gemeinsame Erfahrungen wirken selbst Jahrzehnte später immer noch genauso warm und geborgen, als wäre es erst gestern gewesen. Unser Geist schweift ständig zu dieser einen Person und der Liebe, die wir nicht vergessen können. Wie sie sich anfühlte, welches Gefühl sie in uns hinterließ, das erste Treffen, der erste Kuss.

Auch Menschen, die heimlich verliebt waren, denken selbst bis ins hohe Alter an diese eine verpasste Chance zurück. In beiden Fällen erleben wir Gefühle wie Traurigkeit, Sehnsucht, Einsamkeit, Reue und eine Hilflosigkeit über die Dinge, die wir nicht mehr ändern können.

Doch was machen wir, wenn wir die Vergangenheit nicht zurückdrehen können und trotzdem im Hier und Jetzt mit dem, was war, und dem, was nicht wahr, zurecht kommen müssen? Was machen wir, wenn wir mit einem neuen Partner zusammen sind und trotzdem unsere große Liebe nicht vergessen können? Wie können wir mit dem Verdruss über alles, was war oder hätte sein können, umgehen?

 

Ich kann meine erste große Liebe nicht vergessen!“ – Wieso es uns so schwerfällt

Manchmal verlieren wir in unseren Gedanken an die Vergangenheit die Gegenwart vollkommen aus dem Blick. Die meisten Menschen sehnen sich nach ihrer großen Liebe und wollen sie zurück, wenn das aktuelle Leben gerade nicht so rosig ist, meint: unsicher und emotional unstabil. Viele beginnen ihre Suche nach einer Person aus der Vergangenheit auch nach einer Trennung oder schweren Veränderung. Besonders in diesen Zeiten können sie ihre große Liebe nicht vergessen.

Andere suchen selbst dann, wenn sie Familie und Ehepartner/-in haben. Vereinen tut sie die intensive Erinnerung an damalige emotionale Momente und wie sie sich dabei fühlten: sicher und geborgen. Sie vermissen die alte wohlige Wärme oder die Akzeptanz, Verbundenheit und seelische Nähe, die stundenlangen Gespräche und ersten oder intensiven sexuellen Erlebnisse. Sie vermissen die Hochs der Hormone.

Und genau an dieser Stelle kommt der zweite, interessante Fakt ins Spiel: Verantwortlich für die heftigen Gefühle sind die damals schwankenden Hormone des Teenagers. Die wurden nämlich im Gehirn abgespeichert. Denken wir also an jemanden von damals zurück, dann rufen wir diese intensiven emotionalen Erinnerungen wieder ab, vergleichen sie mit unseren heutigen Gefühlen und meinen dann oft, dass damals alles besser gewesen wäre.

 

Du brauchst deine große Liebe nicht vergessen, nur dankbar für die Erfahrung sein

Niemand muss die Vergangenheit mit ihren schönen, kostbaren Momenten aus dem Gedächtnis streichen. Du kannst deine erste große Liebe nicht vergessen. Das sollst du auch gar nicht. Sie hat uns genährt, geformt und nachhaltig beeinflusst. Sie war gut, unbezahlbar und leichtherzig. Wir haben neue Gefühle und Seiten an uns entdeckt, haben Glück und Trauer kennengelernt, Angst und Verbundenheit. Mit der heutigen Realität hatte die alte Liebe wahrscheinlich wenig zu tun. Deshalb hilft es, sich die nachfolgenden Aspekte anzusehen und in sich hinein zu hören.

 

Alles geschah zu deinem Besten!

Manchmal sind wichtige Lernerfahrungen mit großen Gefühlen verbunden, die uns auch in unsere Zukunft begleiten (sollen). Aus einer Jugendliebe oder alten großen Liebe haben wir auch Unbequemes lernen müssen und können. Wenn man also stets an eine Person von früher denken muss, kann es auch ein Zeichen sein, das Damalige und Heutige einmal anders zu verknüpfen.

Alte Verhaltensmuster, Barrieren, die damals vorhanden waren, Fehler, die man trotz bestem Wissen machte: All diese Aspekte erneut zu überdenken oder schriftlich festzuhalten, kann einen wichtigen Grundstein für deine zukünftige Zufriedenheit in Sachen Liebe und Beziehung legen. Erinnere dich ruhig an die schlechten oder weniger guten Momente, denn sie bergen ein großes Entwicklungspotenzial.

Wie kam es zur Trennung?

Was würdest du heute anders machen, als damals?

Oft sind wir auch mit einer alten Schuld, Schamgefühlen und Ängsten, vor allem Selbstwertproblemen konfrontiert. Vielleicht animieren uns diese Gefühle dazu, uns als Verlierer zu sehen oder gar die Schuld am Nichtgelingen der Beziehung zu geben. Wir fühlen uns hilflos, machtlos, wehrlos, klein oder schlecht, nicht gut genug oder abhängig. Wir glauben, nie wieder so eine tiefe und intensive, beglückende und allumfassend wundervolle Beziehung und Liebe zu einem Menschen zu finden. Eine weitere Angst ist auch die, dass wir nie wieder so von einem Menschen wie diesem geliebt würden oder uns geliebt fühlen würden.

Dahinter verbirgt sich eine noch immer aktive und nicht verarbeitete Verlusterfahrung. Sie ist mit den alten Gefühlen und deinen Interpretationen, wie es zu dem Verlust kommen konnte, verbunden. Sie machen ein neues Kapitel auf, in dem es heißt, dass danach alles nur noch schlecht war oder immer so ungut bleiben würde. Als hätte man seine Chance endgültig verpasst und verspielt.

Welche Emotionen auch hochkommen mögen, wenn du an deine alte Liebe denkst: Vergiss nie, dass alles zu deinem Besten geschieht und auch damals geschehen ist. Auch, wenn die vergangene Erfahrung letzten Endes nur eine Lehre ist, die umgesetzt werden soll - für eine bessere, mühelosere, liebevollere und authentischere Liebesbeziehung auf Augenhöhe. In solchen Fällen hilft es immer, wenn du dich fragst:

Was muss geschehen, sich ändern, welche Verhaltensmuster müssen über Bord geworfen werden, welche Ängste müssen ertragen und welche Gefühle leitend werden, damit ich in Zukunft …. ?

Höre auf die Stimme in dir! Deine Intuition wird dir zeigen, welche Barriere zwischen dir und deinem Ziel steht.

 

Sollte man die Vergangenheit wieder zurückholen?

So sehr man es sich auch wünschen mag: Jetzt ist jetzt und früher ist vergangen. Ein Sprichwort sagt, manche Feigheit könne auch Klugheit sein, was sinngemäß heißt: Nicht alles, was nicht war, sollte sein. Aus welchen Gründen es auch zum Bruch kam: Es könnte immer sein, dass es gut für dich oder deine alte Liebe war und noch Besseres brachte oder bringen wird.

Im Hier und Jetzt zu leben macht es außerdem möglich, dass man sich von unerwünschten Gefühlen fernhält, sowohl von denen, die du sonst ohne deine Gedanken empfinden würdest, als auch von denen, die du dir machen solltest.

 

Schwelge in Erinnerungen an deine große Liebe, aber denke noch mehr an deine Zukunft

Denke an dein jetziges Leben. Räume auf, was es aufzuräumen gibt, im übertragenen Sinne. Unser Geist lenkt gern mit wohligen Gedanken und Träumen ein, wenn wir Schutz vor der Kälte unseres jetzigen Lebens brauchen. Also trägt er uns in die schönen Zeiten zurück.

Was muss geschehen, damit deine Gegenwart wieder erfüllt erlebt werden kann?  Was kannst du jetzt, ohne Angst und Traurigkeit über die Vergangenheit, tun, damit deine Zukunft besser wird, als die vergangenen, gedanken- und trauerüberladenden Momente?

Konzentriere dich auf das, was du noch tun kannst, statt auf all das, was nicht mehr umkehrbar ist. Das nimmt dir alle machtlosen und hilflosen Gefühle und schenkt dir stattdessen Zuversicht für dich und Stolz auf alle Handlungen, die noch kommen. Handele für dich und deine Zukunft. Die kannst du noch ändern.

Nicht jede, damals noch so große, Liebe ist etwas Festes und Funktionierendes für heute. Im Netz finden sich etliche Berichte darüber, dass die Jugendliebe bzw. eine alte große Liebe leicht jetzige Beziehungen und Ehen auf die harte Probe stellen - bis zur Trennung. Die ersten Liebesgefühle waren eben weit entfernt von Realität. Sie bestanden hauptsächlich aus Sehnsucht, die erfüllt wurde, wahr gewordene Liebe, nach der wir uns alle so sehr sehnten. Doch damals waren die meisten Beziehungen eben nicht mit Alltag, Finanzen, gesundheitlichen Problemen, Arbeitsstress, Familienschwierigkeiten, Karriereplanungen usw. konfrontiert. Die wenigsten alten Liebe kennen diese völlig normalen, erwachsenen Probleme.

Eine Studie aus den Staaten, durchgeführt von der Psychologin und Autorin Dr. Nancy Kalish von der California State University, stellte fest, dass eine Wiederaufnahme der alten Liebe und Beziehung zwar sehr stabilisierend wirken könne. Dafür müssten aber bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein:

Wenn man 17 Jahre oder jünger war und sich wegen äußerer Umstände trennte, könnte eine Wiedervereinigung ganz gut funktionieren. Auch müssten die beiden Liebenden zum Zeitpunkt des Wiedertreffens Single sein. Ist das gegeben, so bestehe bei rund 80 Prozent eine Beziehungsdauer von wenigstens 10 Jahren. Mindestens. Ihre Erkenntnisse beschreibt sie in ihren Büchern „Lost & Found Lovers“ und „The Lost Love Chronicles„.

 

Rekindling: Wege, um die große Liebe oder erste große Liebe wiederzufinden

wenn wir merken dass auch der neue partner wieder derselbe Typ istUnd wenn nun alle Stricke reißen und du deine alte Liebe unbedingt wiederfinden und wiedertreffen musst? Dann gibt es einige Möglichkeiten. Dank des Internets und vieler Menschen, denen es genauso ergeht wie dir, haben sich einige Websites etabliert, die bei der Suche nach der einst großen Liebe helfen möchten. Diese Bewegung ist so global geworden, dass die Staaten dem bereits einen eigenen Namen gegeben haben: Rekindling (dt. „Wiederaufflammen“).

Auf einigen extra dafür geschaffenen Portalen (siehe unten) ist es möglich, seine Daten zu hinterlegen, um gefunden zu werden, falls die alte Liebe einen ebenfalls sucht.

Doch die Psychologin Kalish warnt: Zwei Drittel der Suchenden seien leider verheiratet. Ihre Nachforschungen ergaben zudem, dass 62 Prozent eine Affäre miteinander beginnen - und auch so enden. Affären können ein Chaos für dein Leben bedeuten, wenn eine alte Liebe in das jetzige Leben hineinplatzt.

Dennoch, der Vollständigkeit halber, findest du im Folgenden Websites und Portale, die dir bei der Suche helfen können:

 

Portale und Websites für die Suche nach der alten Liebe

  1. Wie man seine erste große Liebe wiederfindet PersonensucheZu Beginn den Namen und damaligen Geburtstort oder aber die Schule, Institution, Verein usw., über den man sich kannte, zu googeln, ist der erstbeste Schritt. Sollte dabei nichts herauskommen, kann man auch gemeinsame Freunde googeln, die eventuell noch Kontakt zu der gesuchten Person haben.
  2. Außerdem ist www.stayfriends.de, die größte Plattform in Deutschland, auf der man seine alte Schule, Klasse und Klassenkameraden, aber auch andere Klassenstufen und Schulen findet, nützlich.
  3. Facebook, Instagram, Twitter, Google+ & Co eignen sich ebenfalls, falls derjenige sich dort mit seinem echten Namen angemeldet hat bzw. etwas auf soziale Netzwerke hält.
  4. Da das nicht in allen Fällen so ist, empfiehlt sich auch ein Blick in die beruflichen Netzwerke wie LinkedIn und Xing.
  5. Die Website www.wobistdu.de hilft dabei, Menschen wieder zusammen zu bringen. Man kann sich dort nach kostenloser Anmeldung umsehen, wer sich bereits eingetragen hat und auch selbst Suchaufträge aufgeben. Menschen jeden Alters sind dort, aber es scheint mir noch eine sehr junge Website zu sein (mit noch nicht so vielen Einträgen). Nichtsdestotrotz hat man das gesamte Netzwerk, das einem weiterhelfen könnte.
  6. Gesetzlich ist es gestattet, sich bei Einwohnermeldeämtern eine Auskunft zu holen. Entweder man sucht sie selbst auf oder beauftragt einen entsprechenden Such-Service. Gegen kleines Geld kann man via Dritte eine solche deutschlandweite Meldeauskunft beantragen, u. a. bei www.melderegister24.info, www.adressermittlung.de, www.suche-nach-personen.de.
  7. Etwas mehr Geld gegen Anzahlung und Honorar bei Erfolg nehmen Personensuchanbieter wie „Wieder­sehen macht Freude“ (www.wiedersehenmachtfreude.de) und „Die Such-Nanny“ (www.suchnanny.de). Sie arbeiten teilweise auch interna­tional und das selbst bei schwierigen Suchen. Sie durchsuchen dabei u. a. Einwohnermeldeämter, Standesämter, Umzugsdatenbanken und Sterberegister.
  8. Wenn all diese Wege scheitern, bleiben noch immer Detekteien, die sich darauf spezialisiert haben, geliebte Menschen wiederzufinden. Wenn man Jugendliebe wiederfinden Detektei googelt, findet man u. a. www.detectivecondor.de und www.diedetektei.eu. Die kosten zwar etwas mehr Geld, aber zumindest kann es durch professionelle Dienstleister wesentlich leichter zu einem Ergebnis führen.

Viel Erfolg bei der Suche oder beim Dankbarsein und Loslassen wünsche ich dir,
Deine Janett

 

Warum du immer wieder denselben Typ Partner anziehst

Warum du immer wieder denselben Typ Partner anziehst

Heutzutage ist es zwar leicht, im Internet neue potentielle Partner kennen zu lernen. Aber das Zusammenbleiben ist ein Problem. Nach nur wenigen Wochen merken wir meist, dass wir wieder denselben Typ Partner angezogen haben. Wir finden uns mit denselben Problemen nur in einer neuen Beziehung wieder. Die Enttäuschung ist oft groß. Wir zweifeln an uns und vor allem an der Liebe.

Welche Hintergründe dieses Phänomen haben kann, wird im Internet viel diskutiert. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Du ziehst deshalb immer wieder denselben Typ Partner an, weil es eine alte Problematik in dir gibt, die du zu überwinden versuchst. Welche Aspekte dir helfen können, um dieses Muster zu durchbrechen, möchte ich einem kurzen Artikel erläutern.

 

Wieder derselben Typ Partner angezogen?

wenn wir merken dass auch der neue partner wieder derselbe Typ istWenn wir uns verlieben, verlieben wir uns meist Hals über Kopf. Der andere zieht uns auf unerklärliche Weise an und es kommt uns so vor, als wäre es pure Magie. Die Hormone spielen verrückt und nach kurzer Zeit sind wir in Gedanken nur noch bei dem neuen Partner. Doch schon bald fallen uns Ähnlichkeiten mit vergangenen Beziehungen und Bindungen (Eltern, Familie, Freunde usw.) auf.

Wir haben wieder denselben Typ Partner angezogen.

Dahinter verbergen sich vor allem Erinnerungen an alte Wunden, die wieder hochkommen, wie Charaktereigenschaften ehemaliger Partner, die plötzlich auch unser neuer Partner hat. Oder aber wir erkennen, dass wir an denselben Bindungstyp geraten sind, den wir doch eigentlich so sehnlichst loswerden wollten: zu viel Distanz und Angst vor Nähe, Kontrolle, Eifersucht, Aufbau von Abhängigkeiten, schwierige sexuelle Muster oder Anhaftungen an vergangene Beziehungen, Mutterfrauen oder dem Job.

Im Nachhinein beklagen wir uns dann, dass wir immer an den oder die Falschen geraten.

 

Hintergründe, wieso wir immer wieder denselben Typ Partner anziehen

Es ist eine ungeschriebene Wahrheit, dass wir nur teilweise mitentscheiden, wen wir kennenlernen. Doch wen wir lieben lernen, können wir durchaus steuern. Zu etwa 50 Prozent besteht immer die Möglichkeit, dass wir in eine ungewollte Beziehungsform, „nur Freundschaft“ eine On-Off-Beziehung oder Affäre geraten. Die anderen 50 Prozent erzählen von den vielen guten Dingen, die geschehen können. Wir haben aber immer die 100-prozentige Wahl, wen wir in unser Leben lassen.

Die Autoren Sokol und Carter schreiben in ihrem Buch „So nah und doch so fern“, dass Menschen mit Angst vor Nähe und Beziehungen nicht unweigerlich ähnliche Menschen anziehen. Sie suchen sich genauso gern (wenn nicht gar viel lieber) Menschen, die das Gegenteil von dem sind und können, was sie nicht sind. Natürlich kann es auch das alte Motto „Gleich und gleich gesellt sich gern“ geben. Wer sich schwertut, sich zu lieben und zu respektieren, verfängt sich sehr viel häufiger in Beziehungen mit Menschen, die einem genau das spiegeln. Auch Menschen, die sehr sensibel, mitfühlend und empathisch sind, werden gern von Personen mit der Angst vor wahrer Liebe und Bindung „angesteuert“. Die meisten suchen in der Liebe eben genau das, was sie in ihrem Leben vermissen. Nur die Wenigsten leben nach dem Prinzip der Fülle: Wenn es mir selbst gutgeht, geht es auch meiner Beziehung gut. Geht es mir schlecht, sollte ich zuerst daran arbeiten und etwas für mich tun. Erst dann kann ich wieder bedingungslos Liebe schenken und Liebe annehmen.

Trau dich einmal, hinter deine eigene Fassade zu schauen. Deine Antworten und Erkenntnisse können sehr hilfreich sein, auch wenn sie vielleicht nicht die sind, die du von dir erwarten würdest. Doch sei nicht böse mit dir und mach dich nicht kleiner, als du bist. Niemand ist perfekt und das macht uns Menschen doch zu dem, was wir sind.

 

Diese Reflexionsfragen werden dir helfen

Mit einfachen Fragen kannst du herausfinden, wie deine wahren Einstellungen zu Männern/Frauen, Liebe und Partnerschaft sind. Bei jedem neuen Partner, wie auch bei sich selbst, sollte man sich zuerst die eine, in meinen Augen, wichtigste Frage stellen: Welcher Typ Mann bzw. Frau ist der (potenzielle) Partner? Und welcher Typ bin ich bzw. war ich in meinen vergangenen Beziehungen?

Ich unterscheide hierbei gern zwischen Gärtnern, Lieferanten und Konsumenten.

  • Gärtner sind Partner, die sich fragen: Was kann ich für dich tun?
  • Einkäufer sind Partner, die sich fragen: Was können wir füreinander tun?
  • Konsumenten sind Partner, die sich fragen: Was kannst du für mich tun?

 

Weitere Fragen, um nie wieder dieselben Partnertypus anzuziehen

  1. mit diesen fragen verhinderst du wieder denselben typ mann anzuziehenArbeite ich an einer Beziehung, die etwas Schönes hervorbringen soll, oder handele ich in Beziehungen und Liebe ausschließlich gegen etwas Schlechtes?
  2. Bin ich bereit, in einer Beziehung zu wachsen? Welche Lebensbereiche und Charaktereigenschaften sind besonders hinderlich?
  3. Welche Bedürfnisse erfülle ich mir, und welche nicht? Habe ich Unsicherheiten, die ich verbergen will? Liebe ich mich selbst bedingungslos? Welche Ängste habe ich? Bin ich bereit, diese Ängste durch Vertrauen und Hoffnung zu ersetzen? Oder brauche ich jemanden, der mir diese Hoffnung nährt?
  4. Wie sieht mein Umfeld aus? Habe ich Freunde oder Familienmitglieder, die mich motivieren, zu wachsen und mehr aus meinen Möglichkeiten zu machen? Wie sieht mein Umfeld Liebe und Partnerschaft? Sind sie ängstlich, vorsichtig oder gar vermeidend? Erlauben sie Fehler oder animieren sie dich zu Misstrauen und Hoffnungslosigkeit? Haben sie zum Beispiel eine bestimmte oder gesellschaftlich akzeptierte Form einer Beziehung im Kopf?
  5. Wozu wünsche ich mir eine Beziehung? Möchte ich sie, um mein Leben mit jemandem zu teilen, und das auf die bestmögliche Art und Weise? Oder suche ich in Beziehungen Sicherheit und Halt, den ich sonst in meinem Leben vermisse? Falls ja, was kann ich tun, um Vertrauen und Zuversicht in mir entwickeln zu können? Wer könnte mir dabei helfen?
  6. Welche Opfer bin ich bereit zu erbringen? Welche Grenzen habe ich, die ich nicht setze? Welche Grenzen ignoriere ich immer, und weshalb? Was versuche ich damit zu vermeiden? Welche Grenzen setze ich zu häufig? Welche Grenzen sind sogar mir hinderlich?
  7. Folge ich den Standards der Gesellschaft, nach denen eine Beziehung aus Zusammenziehen, Familiengründung, Hochzeit, Haus und Hund besteht? Traue ich mich, meine eigene Form einer glücklichen Beziehung zu leben, und notfalls zu verteidigen?
  8. Ertrage ich die Tiefpunkte in einer Beziehung? Wann werde ich nervös? Bin ich bereit zu kommunizieren? Bin ich kritikfähig? Wie äußere ich selbst Kritik? Äußere ich sie gewaltfrei oder klage ich an? Stelle ich Kritik in Verbindung mit geringer Liebe? Bin ich bereit an mir zu arbeiten, um hinderliche Charaktereigenschaften, die der Beziehung schaden würden, abzulegen? Erlaube ich meinem Partner, Schwächen zu haben? Erlaube ich ihm dasselbe, nämlich an seinen misslichen Charaktereigenschaften zu arbeiten?
  9. Möchte ich nur Spaß, Intimität und Zweisamkeit? Oder bin ich bereit, meinem Partner alle Freiräume, die er braucht, zu gehen, so wie er bereit ist, mir meine Räume zu lassen? Habe ich selbst Freiräume, die ich brauche und mir nehme? Was mache ich, wenn mein Partner nicht da ist? Welche Leidenschaften und Hobbys habe ich? Bin ich bereit, ein eigener Mensch zu bleiben? Wie selbstlos bin ich?
  10. Welche alten Mauern aus der Vergangenheit halten mich und jede neue Beziehung davon ab, größtmögliche Liebe zu leben?
  11. Kann ich echte Intimität zu lassen? Kann ich mich fallen lassen, kann ich mit meinem Partner über meine Bedürfnisse sprechen? Kann mein Partner mit mir über seine Bedürfnisse sprechen? Bin ich bereit, mich auf eine gemeinsame Grundlage innerhalb der Beziehung einzulassen: monogam oder offen usw.? An welchen Grenzen will ich festhalten? Was sind absolute No-Go’s?
  12. Welche Umstände würden dazu führen, dass ich mich sicherer fühle? Welche Umstände in meinem Leben würden dazu führen, dass sich mein Partner zurückziehen möchte? Welche Umstände würden mich flüchten lassen?

abschied nehmen von demselben typ partner und sich bereit machen für echte liebeAll diese Fragen können dir dabei helfen, ein klareres Bild davon zu bekommen, welchen Partner du tatsächlich möchtest und was für ein Partner du selbst bist. Stimmen die Aspekte überein, dann wunderbar! Solltest du jedoch merken, dass es schon in deinem Kopf unvereinbare Differenzen gibt, wäre ein Umdenken eine Möglichkeit. Umdenken muss nicht immer gleich Trennung bedeuten, aber leider ist es in vielen Fällen die bessere Wahl. So vergeudet man nicht seine wertvolle Lebenszeit. Dennoch ist man immer in einer Beziehung für das Gelingen mit verantwortlich. Ein Partner allein kann nicht alles leisten, damit es besser wird. Wenn sich beide einigen und beschließen, dass sie besser für- und miteinander werden möchten, ist die Grundlage für eine liebevolle und respektvolle Beziehung gelegt.

Natürlich sind wir alle Menschen, wir machen alle Fehler und niemand ist perfekt. Das ist auch gut so. Wir können immer an uns arbeiten, können uns immer für Fehler entschuldigen und unser Verhalten ändern.

Wer uns aufgrund unserer Charaktereigenschaften oder Lebensumstände nicht lieben kann, der soll auch nicht in unserem Leben sein. Wer uns liebt, entscheiden wir leider auch nicht. Aber dafür können wir darüber entscheiden, ob wir in der nächsten Beziehung wieder denselben Typ Mann oder denselben Typ Frau anziehen wollen. Wir können entscheiden, ob wir zu einer besseren Version unserer selbst werden, um eine entscheidende Wende durch uns selbst herbeizuführen.

Eben weil wir alle nicht perfekt sind, ist es so wichtig, sich ständig zu reflektieren. Im Alltag schleichen sich leicht Bequemlichkeiten ein oder wir neigen dazu, über Negatives hinwegzusehen, um Streit aus dem Weg zu gehen. Aber wir können verhindern, dass diese Misslichkeiten zum falschen Zeitpunkt hochkommen, für Streit sorgen oder aber gar zu einer Trennung führen.

An uns selbst zu arbeiten und zu erkennen, was wir noch nicht verarbeitet haben oder nicht bearbeiten wollen, weil es zu schmerzhaft wäre, ist ein absoluter Garant dafür, dass wir beim nächsten Mal ein Partner anziehen, der nicht demselben Typ entspricht. Und wenn wir all die Antworten auf die obigen Fragen für uns selbst haben, können wir ein leichter garantieren, dass auch die Beziehung eine andere sein wird.

wie du zur besten version deiner selbst wirstDurch die Fragen können wir auch sehen, mit welcher Motivation wir in eine Beziehung gehen. Was wir unserem Partner vorwerfen, ist ein direktes Spiegelbild unserer eigenen Behandlung. Ist jemand zu distanziert uns gegenüber, können wir eigentlich fragen: Bin ich mir selbst gegenüber distanziert? In welchen Bereichen entferne ich mich von dem, was ich eigentlich möchte? Wo lasse ich keine Nähe zu mir selbst zu? Wo verhindere ich Nähe zu meinem Partner? Welche Aspekte einer Beziehung machen mich richtig nervös?

Sich selbst so gut wie möglich zu kennen, seine Ecken und Kanten zu wissen, erlaubt auf jeden Fall, dass wir weniger kritikempfindlich reagieren. Vor allem in Situationen, in denen wir von unserem Partner kritisiert werden. Je eher und präziser wir lernen, unsere Gefühle und Bedürfnisse klar zu formulieren, desto weniger werden wir zulassen, dass ein anderer Mensch uns unsere Bedürfnisse abspricht. Je mehr Nähe wir zu uns selbst haben, desto besser können wir allein sein, desto weniger fürchten wir Trennung, desto weniger eifersüchtig sind wir und desto wohler fühlen wir uns in unseren eigenen Leben.

Sich selbst ein Lebensmittelpunkt zu sein, ist einer der Hauptpfeiler für unsere Psychohygiene. Es erlaubt uns in den schweren Zeiten des Lebens, resilient zu bleiben, statt zusammenzubrechen.

Nicht nur in unserem  Alltag, auch in unseren Beziehungen.

 

Geliebte & Betrogene: Was Dreiecksbeziehungen und heimliche Affären anrichten

Geliebte & Betrogene: Was Dreiecksbeziehungen und heimliche Affären anrichten

Ich hatte jahrelang eine heimliche Affäre. Es begann mit einem harmlosen Seitensprung, entwickelte sich zu einer heimlichen Affäre und endete in einer Dreiecksbeziehung, in der ich der verheimlichte Teil war. Damals dachte ich noch, dass alles gut würde. Ich glaubte, dass er sich für mich entscheiden würde. Heute bereue ich, mich jemals darauf eingelassen zu haben. Bewusste, heimliche Affären sind wie ein verletzendes Spiel aus Macht und Ohnmacht, in dem keiner nachhaltig gewinnen kann.

Was in den Jahren geschah, zerrüttete mich emotional und hinterließ so tiefe Wunden, dass ich es kaum in Worte ausdrücken kann. Eine Geliebte zu sein, ohne es zu wissen, und gleichzeitig die Betrogene zu sein, lehrte mich:

Heimliche Affären, andauernde Seitensprünge und ungewollte Dreiecksbeziehungen haben für alle Seiten erhebliche emotionale Konsequenzen. Für Werte wie Vertrauen, Bedürfnisse wie Freiheit von Angst und: die Zukunft ihres Liebeslebens.

 

Was einem Mann/Frau durch eine Affäre antut – Die Hintergründe

Zwischen Mensch und Partner

Ich habe mich häufig gefragt, was in einem Menschen vor sich gehen muss, dass er mit voller Absicht seinen Partner oder seine Partnerin über lange Zeit betrügt. Die gleiche Frage stellt sich mir aber auch, wenn ein Mensch, der einen Partner oder eine Partnerin hat, sich bewusst, mit bestem Gewissen und vor allem bestem Wissen eine heimliche Affäre zulegt. Ich meine nicht nur einen einmaligen Seitensprung, sondern ein sehr langes Verhältnis, was dann zu einer heimlichen Liebesbeziehung wird. Fehlen diesen Menschen Skrupel? Ist es ihnen vollkommen egal, was die Menschen, die sie gerade verletzen, fühlen? Und falls diese Menschen in ihren Beziehungen leiden, warum bleiben sie dann in der Beziehung? Hat das nicht alles etwas mit der Angst, sich zu trennen, zu tun? Oder können Sie sich nur nicht entscheiden? Geht es ihnen darum, sich selbst nicht zu verlieren?

 

Meine heutige Antwort lautet:

Menschen, die heimlich fremdgehen, haben Probleme, authentisch und ehrlich gegenüber sich selbst zu sein, ihre Bedürfnisse ihrem Partner gegenüber auszudrücken, und dazu zu stehen, wer sie sind und was sie wollen. Sie beschuldigen ihren Partner (meist genauso heimlich) dafür, dass er ihre Ansprüche nicht erfüllen kann/will. Oder sie glauben, das Recht zu haben, alles was sie nicht bekommen, von anderen einfordern zu dürfen, andere leiden zu lassen, weil sie selbst leiden. In manchen Fällen grenzt das an emotionale Gewalt.

Natürlich gibt es auch die Menschen mit romantischen und ehrlichen Absichten, bei denen ein Seitensprung nicht „einfach so geschah“. Es gibt Menschen, die einen Seitensprung ehrlich behandeln, eine Affäre oder Beziehung beenden, sich reflektieren, (sich und anderen) reinen Wein einschenken und zu ihren Handlungen stehen. Aber diese meine ich in diesem Artikel nicht.

 

Was dir eine heimliche Affäre und Dreiecksbeziehung langfristig antut

zerstörtes vertrauen nach affäre und betrugSolltest du erfahren, dass du nur eine heimliche Affäre bist, oder aber, dass der Mensch, in den du dich verliebt hast, eine feste Beziehung mit jemand anderen hat, bist du gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Dieser Entscheidung musst du für dich treffen. Bei dieser Entscheidung ist es absolut unerheblich, ja beinahe unwichtig, was der Mensch, in den du dich geliebt hast, dich glauben lassen will. Genauso trifft das auch auf die betrogenen Partner zu: Auch sie müssen sich entscheiden.

Menschen, die neben ihrer offiziellen Beziehung noch eine heimliche Beziehung oder eine heimliche Affäre haben, wollen keine Ehrlichkeit. Sie fürchten sie. Sie fürchten Trennung. Sie wollen eine zweite Option in ihrem Leben, die es ihnen ermöglicht, all das, was ihnen ihre offizielle Partnerschaft nicht gibt, woanders herzubekommen. Es ist ihre heimliche Wunderwaffe. Und damit bist du in ein Spiel geraten, in dem du selbst die Spielregeln nicht mitbestimmst. Das einzige, was du bestimmst und unter Kontrolle hast, ist, ob du an diesem Spiel teilnimmst oder nicht.

Natürlich ist eine Familie mit Kindern, die unter der Trennung wegen einer Affäre oder heimlichen Beziehung leiden würden, ein verständlicher Grund, bei einem Partner zu bleiben, der einen wissentlich betrogen hat. Doch die Auswirkungen, die die Affäre auf den betrogenen Partner hat, bleiben bestehen. Fehlendes Vertrauen für eine lange Zeit, ist nur ein kleiner Teil des bevorstehenden Chaos.

Ich möchte dir im Folgenden zeigen, welche radikalen Konsequenzen es hat, eine heimliche Affäre zu sein oder sich wissentlich betrügen zu lassen: für dein Leben, für deine Zukunft und für deine emotionale Sicherheit.

 

Angst, dich zu zeigen, weil du versteckt wirst

Als heimliche Affäre und heimliche Beziehung wird man versteckt. Niemand soll wissen, dass es noch jemanden gibt. Die Gefahr, dass sich der wirkliche Partner von einem trennt, ist zu groß. Ich bezweifle heute, dass nur das Erkanntwerden bzw. das Auffliegen das Problem ist. Ich glaube vielmehr, dass der eigentliche Grund, weshalb Affären, Seitensprünge und Dreiecksbeziehungen verheimlicht werden, die Angst vor ehrlichen Konflikten, Scham und Schuld ist. Meine ehemalige Affäre sagte einmal: „Ich will nicht mehr schuld sein.“

konsequenzen einer heimlichen affäreEine heimliche Affäre oder eine heimliche Beziehung über längere Zeit zu führen, hinter dem Rücken des eigentlichen Partners, bedarf sehr viel Kraft, sehr viel Empathie, sehr hoher Intelligenz und vor allem einer sehr großen Manipulationskraft. Wer eine heimliche Affäre oder Beziehung führt und bereits weiß, dass daraus niemals eine offizielle Beziehung werden wird, der manipuliert bereits. Derjenige muss bewusst heucheln und verheimlichen, was er in Wahrheit fühlt und welche Ziele er in Wirklichkeit verfolgt. Er lässt sowohl seinen eigenen Partner als auch die Partei, die dafür genutzt wird, im Unklaren darüber, was vor sich geht und was geschehen soll. Diese Vorgehensweise schließt Gemeinsamkeiten und das Recht auf Mitbestimmung vollkommen aus. Das hat erhebliche Konsequenzen für den betrogenen Partner und für die heimliche Liebe bzw. Affäre:

Als Geliebte/r: Weil du versteckt wirst, wirst du beginnen, dich zu fragen, weshalb du versteckt wirst. Vielleicht wirst du anfangen, zu glauben, dass du nicht gut genug seiest. Genau dasselbe wird sich auch der betrogene Partner fragen.

  • Wieso werde ich betrogen?
  • Was mache ich falsch?
  • Was soll ich anders machen?

Betrogene Partner und der oder die Geliebte haben in diesem Aspekt ein- und dieselben Fragen. Wer über längere Zeit glaubt, betrogen oder verheimlicht zu werden, wird Angst entwickeln.

  • Sind andere Frauen bzw. Männer besser als ich?
  • Bin ich nicht liebenswert?
  • Bin ich nur dann liebenswürdig, wenn ich mich an die Ansprüche anderer Menschen anpasse?
  • Muss ich meine Gefühle und wahren Bedürfnisse für mich behalten?
  • Gibt es für mich Liebe?

Es wird eine Angst sein, dich zu zeigen, deine Gefühle zu zeigen, deine Bedürfnisse offen anzusprechen, dich offen und ehrlich freuen zu dürfen, und all das ohne Angst. Fortan wird jeder Moment, der sich gut, sicher und zufrieden anfühlt, mit der Angst begleitet sein, dich so zu zeigen, wie du in Wirklichkeit bist. Jedes Mal wirst du dich fragen, ob du Vertrauen schenken darfst und ob du dich trauen darfst, so zu sein, wie du bist.

 

Vielleicht wirst du anfangen weniger Gefühle und Bedürfnisse auszusprechen oder zu zeigen. Vielleicht wirst du denken, dass du etwas anders oder besser machen musst. Vielleicht wirst du auch glauben, dass du in bestimmten Situationen zu viel verlangt hast. In jedem Fall wirst du dich verändern - und zwar aus Angst, (emotional) verlassen zu werden oder zu verlieren. In langjährigen Beziehungen oder potenziell neuen gibt es einiges zu verlieren: sei es die Illusion, die Liebesgefühle, das Vertrauen, die Familie, der Zusammenhalt, Harmonie, aber auch Glaube an sich selbst, Respekt u. v. m. Für Geliebte steht mit dem Verlust auch ein erzwungener Neubeginn vor der Tür. Wieder von vorn anfangen, während sich Betrogene meist fragen: Wie soll ich weitermachen?

 

Angst vor Einsamkeit und Angst, allein zu sein

angst vor einsamkeit und alleinsein nachdem der partner einen betrogen hatAls betrogener Partner und als heimliche Affäre bzw. Beziehung wird jede Zeit allein mit der Angst einhergehen, dass dein Partner dich gerade betrügt oder emotional hintergeht. Auch wenn die Person im Supermarkt steht, in einem Geschäftstermin ist oder Zuhause die Fenster putzt: Zeiten, in denen du die Person nicht kontrollieren kann, in denen du nicht sicherstellen kannst, dass diese Person gerade treu und dir liebevoll ergeben ist, werden mit Angst begleitet sein. Daraus kann bei leicht die Angst vor dem Alleinsein und die Angst vor Einsamkeit, vor Trennung und Verlust, werden. Das Vertrauen ist gebrochen und es ist schwer, in Zeiten des Alleinseins trotzdem Halt und Liebe zu spüren.

Das wird dazu führen, dass sich tiefe Selbstzweifel und Misstrauen in dir bilden. Der Gedanke, dass etwas mit dir nicht stimmt, du nicht liebenswürdig seiest, andere Frauen und Männer besser und wertvoller seien als du, würde ich verunsichern. Bei vielen Menschen ist der Glaubenssatz, dass sie nicht genug sind, schon seit ihrer Kindheit vorhanden. Wird man dann auch noch betrogen, vertieft sich der Glaubenssatz noch mehr. Wir alle wissen, wie lange es dauert, erneut Halt und Selbstvertrauen nach Schicksalsschlägen aufzubauen, aus ganz eigener Kraft heraus, wieder an sich zu glauben.

Unwissentlich zu einer Geliebten oder heimlichen Affäre zu werden bzw. von seinem Partner betrogen zu werden, kann leicht alte Wunden wieder aufreißen oder noch tiefere Wunden zufügen. Man kann so sehr leicht dem Irrglauben verfallen, dass man für etwas Richtiges und Festes nicht taugt.

 

Misstrauen über Jahre hinweg

Diese Angst wird sich nicht nur in der jetzigen Beziehung bzw. Affäre zeigen, sondern auch in der Zukunft bei neuen Menschen, neuen potentiellen Partnern auftreten. Die Angst wird bleiben. Je mehr Vertrauen sich in einer neuen Beziehung gebildet hat, desto geringer wird die Angst sein. Bei einigen Menschen dauert das nur wenige Wochen, bei anderen Menschen dauert es Monate. Oder aber es führt dazu, dass sie sich lange Zeit nicht trauen, eine neue Beziehung einzugehen. Die Angst, wieder betrogen oder hintergangen zu werden, ist noch zu groß. Gerade diese Menschen müssen zwingend das Selbstvertrauen und den Mut finden, das Alte loszulassen und sich dem Neuen zu öffnen. Das erfordert Kraft, manchmal auch Unterstützung durch einen Therapeuten, oder zumindest die tiefe Hoffnung, dass das Leben etwas Besseres für einen bereithält. Doch auch das entwickelt sich im Tempo des Einzelnen, je nachdem, wie schmerzhaft die Erfahrung war.

 

Den Gedanken, du hättest kein Glück verdient, gezielt unterbrechen

Ganz egal, ob du betrogen wurdest oder unwissentlich zu einer heimlichen Affäre wurdest: Solltest du dich dabei ertappen, dass du einen der folgenden Gedanken hast, bitte ich dich, sofort einzuhalten und diese Gedanken als ersten Schritt wahrzunehmen, um sie dann bewusst zu widerlegen.

Diese Gedanken sind:

  • dass es Liebe nicht für dich gäbe
  • dass es Nähe nicht für dich gäbe
  • dass es keinen ehrlichen und liebevollen Partner für dich gäbe
  • dass du dazu bestimmt seiest, allein zu bleiben
  • dass etwas Gutes und Schönes nicht verdient hättest
  • dass du Betrug und Heuchelei verdient hättest.

Erinnere dich: Was geschah, sagt viel über den Menschen, der dich verletzt hat, aus, aber wenig bis gar nichts über dich.

Ich hatte all diese Gedanken über sehr lange Zeit. Ich brauchte genau so lange, diese Gedanken als falsche Gedanken und alte Ängste zu erkennen. Ich musste gezielt daran arbeiten, dass der Mensch, dem ich so sehr vertraut hatte, eben nur ein Mensch war, der mich betrogen hatte. Ich musste lernen, dass dieser eine Mensch nichts mit anderen Menschen zu tun hat. Ich musste auch lernen, dass es falsch war, Betrug zu dulden oder darüber hinweg zu sehen, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Ich musste verstehen lernen, dass ich etwas Besseres verdient habe und nichts dafür konnte, dass ich betrogen wurde. Ich musste lernen, dass ich Angst hatte vor Trennung, Verlust und davor, nicht genug zu sein.

Als ich das verstand, war es kein Problem mehr, mich von einseitigen Beziehungen oder unpassenden Partnern fernzuhalten. Wer sich etwas wert ist, sollte solche Wunden niemals in Kauf nehmen.

Sei dir etwas wert.

Liebe Grüße,
Janett

 

Wie du Trennungsschmerz überwinden und wieder lächeln lernen kannst

Wie du Trennungsschmerz überwinden und wieder lächeln lernen kannst

Praktisch jeder Mensch steht irgendwann in seinem Leben vor der Bewältigung einer Trennung. Der Trennungsschmerz in einer Beziehung ist höher, wenn es um den Partner und nicht bloß einen Freund geht und wenn man zudem Jahre zusammen war. Wie man Trennungsschmerz überwinden kann, so dass der Liebeskummer schwindet und man wieder Vertrauen ins eigene Leben findet, will der folgende Artikel erläutern.

 

Trennungsschmerz überwinden: Die vier Phasen der Trennung

Kommt es in einer Beziehung zu einer Trennung, ist die erste Reaktion oftmals eine Verleugnung. Gerade wenn noch Gefühle vorhanden sind, wenn Liebe noch gespürt wird oder die Partnerschaft als etwas selbstverständliches angesehen wurde, kann es schwer fallen, sich die Trennung einzugestehen. Gerade sicherheitsbedachte Frauen und Männer können dies als persönliche Niederlage empfinden. Doch nach der ersten Phase fällt es leichter, den Trennungsschmerz überwinden zu können. Denn irgendwann lässt die Verleugnung nach und die Gefühle kommen hoch:

Diese können von Wut, Zorn, Trauer, Angst, Verzweiflung, Depression bis zu Hass rühren. Oft kommen so kannst du Trennungsschmerz überwindenkörperliche Symptome dazu: Man schläft schlecht, isst nichts oder zu viel, hat regelrechte Weinanfälle, Herzrasen oder leidet unter innerer Unruhe. In vielen Fällen isolieren sich auch die von Liebeskummer Betroffenen zeitweilig oder stürzen sich gerade manisch in Ablenkungen, die ihnen auf natürliche Weise die Schwere der Gefühle erleichtern können. Spaß und nährende Beziehungen zu Freunden und der Familie, ein sinnvoller Job oder Kinder sind tatsächlich immer gute Hilfsmittel. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit vom Mangel zur Fülle.

Dann folgt eine Neuorientierung. Zorn und Verzweiflung ebben ab, man sieht wieder Land bzw. spürt den Boden unter den Füßen. Die Gedanken kehren nicht mehr zwanghaft wieder und wieder zum Ex-Partner zurück. Die Intensität der Gefühle lässt nach.

Schließlich kommen die Akzeptanz der Trennung und die Einsicht, den vormals geliebten Menschen nicht mehr in seinem Leben zu haben. Das Hier und Jetzt rückt wieder in den Fokus.

 

Man beginnt, in sich ein neues Gleichgewicht zu spüren. Die Zukunft lockt wieder und sieht nicht mehr entsetzlich aus. Man kann seine Lehren aus der Trennung ziehen, sie verarbeiten und Antworten finden, warum die Beziehung gescheitert ist. Anderen Menschen kann man wieder offen und neugierig gegenüber treten statt Beziehungsängste oder alten Schmerz zu fühlen. Der Schmerz über den Verlust ist endgültig überwunden. Man wird wieder offen für eine neue Beziehung)

Dieser Prozess kann einige Monate bis teilweise Jahre dauern. Das liegt an der Person und vor allem, wie sie mit Verlusten umgeht. Wer bei sich erkennt, dass er im Allgemeinen ungern allein ist oder sich ein Leben allein (sei es auch kurzzeitig) nur schwer vorstellen kann, der leidet oft länger.

 

Wie Männer und Frauen Trennungsschmerz überwinden

wie man Trennungsschmerz überwinden kannFrauen und Männer fühlen anders und verarbeiten Trennungsschmerzen anders. Sicherheitsbedachte bzw. weniger unabhängige Frauen und Männer empfinden die Trennung einer Beziehung in vielen Fällen als Bedrohung und persönliche Niederlage. Je nach Ohnmachtsgefühl kann sogar das Bedürfnis nach Rache stark sein. Vor allem aber empfinden sie die schmerzhaften Gefühle sehr intensiv und zweifeln an sich selbst, suchen nach Antworten und analysieren damit die Situation.

Bei Männern findet sich tatsächlich der Eindruck, als wären sie schneller über vergangene Beziehungen hinweg, als könnten sie mit Trennungsschmerz besser umgehen. Doch dieser Eindruck trügt in den meisten Fällen. Sie gehen aber oft pragmatischer damit um, indem sie die Gefühle minimieren: Durch eine neue Beziehung, ein sich-in-die-Arbeit-Stürzen etc.

Nur weil man sich schnell in etwas Neues stürzt, sagt das jedoch nichts über die Emotionen desjenigen aus. Studien belegten, dass Männer eher dazu tendieren, ihre verletzten Gefühle für sich zu behalten. Männer leiden also genauso unter einer Trennung, auch wenn sie schon in einer neuen Partnerschaft sind. Selbstzweifel mögen den einen oder anderen nicht so stark kommen. Auch nach Antworten mögen einzelne Männer weniger intensiv suchen als Frauen. Das prototypische Klischee des harten Kerls und der verlassenen, weinenden Frau hat zum Glück weitestgehend legitimerweise ausgedient.

Wie du Liebeskummer und Trennungsschmerz überwinden kannst, sollen die folgenden Tipps verdeutlichen helfen:

 

Tipps, wie du Liebeskummer überwinden kannst

Praktische Schritte

Wie erwähnt sind jede Beziehung und jeder Liebeskummer anders. Es ist sehr wichtig, die für einen selbst am besten geeigneten Antworten auf die Frage zu finden, wie der Liebeskummer am schnellsten überwunden werden kann. Zeit spielt ebenso eine wichtige Rolle wie die Notwendigkeit, ehrlich in den Spiegel zu schauen.

Es beginnt damit, sich seine eigenen Gefühle einzugestehen und sich ihrer nicht zu schämen. Keinesfalls sollte man hart zu sich sein und von sich verlangen, dass die Trennung spurlos vorüberzugehen habe. Auch die Tendenz, bei sich selbst die vermeintlich volle Schuld zu suchen, wird dir hier nur wenig helfen. Ganz im Gegenteil: Es wird dir eher das Gefühl geben, du würdest nicht genügen.

Vielmehr ist es wichtig, sich selber Zeit zu geben, um die Schmerzen zu verarbeiten. Gerade zu Anfang werden sich Szenarien zum Schönen, was es in der Beziehung und mit dem Partner gab, bilden. Darauf sollte man gefasst sein. Das ist ganz menschlich.

Die Hormone spielen dabei eine immense Rolle. Denn Liebeskummer nach einer Trennung ähnelt den Symptomen eines Entzugs bei Süchten. Der Körper war an die Glückshormone, ein Cocktail aus Dopamin, Serotonin und Oxytocin (das Kuschelhormon) gewöhnt, und erlebt den Mangel nun als kalten Entzug.

Ein guter Tipp ist es also, den Geist auf die neue Situation einzustellen: Sämtliche Gegenstände, welche einen an den ehemaligen Partner erinnern, aus der Wohnung zu verbannen, ist ein erster Schritt. (Zerstören ist nur notwendig, wenn es einen unterstützt, die Wut auszudrücken.). Es hilft tatsächlich sehr, wenigstens alles in eine Kiste zu packen und im Keller zu lagern. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Das betrifft auch den Kontakt zum ehemaligen Partner. In der Phase der Trauer ist von einem Kontakt abzuraten, da durch diesen jedes Mal Wunden wieder aufgerissen werden können und falsche Hoffnungen geweckt werden. Gehen Sie auch nicht auf Hilferufe ein, es sei denn, es herrscht Lebensgefahr. Sehen Sie ein: Die Liebe ist vorbei. Das Leben geht weiter. Das sollte vor allem der Partner, der sich trennte, leisten.

Die schweren Gefühle mit Alkohol, Suchtmitteln oder Medikamenten zu betäuben ist menschlich, sollte nicht auf Dauer geschehen. Solche Mittel können nur kurzfristig Linderung verschaffen, den Trennungsschmerz vertreiben können sie nicht (einmal abgesehen davon, dass in jedem dieser Mittel ein hohes Suchtpotenzial steckt und es ängstlicher und trauriger macht). Es hilft viel mehr, wenn die Gefühle zugelassen werden (auch wenn das natürlich unangenehm und hart ist).

so kannst du so kannst du Trennungsschmerz überwindenAblenkungen positiver Art sind besser: Es macht Sinn, einen Aktivitätenplan zu erstellen und Dinge anzugehen, die Spaß machen und ablenken können. Umgekehrt sollte der Plan natürlich nicht überfrachtet sein. Grundsätzlich aber sind gerade körperliche Aktivitäten, Sport, Sauna, Massagen, Wellness etc. gut, um sich selber kleine Belohnungen zu gönnen.

Sehr gut ist es in diesem Zusammenhang auch, die aufkommenden Gefühle wie Wut oder Zorn in Bewegung umzusetzen: Neben dem Sport können alle als schön empfundenen Tätigkeiten sehr helfen. Es macht auch viel Sinn, diese Gefühle in Briefen auszudrücken, welche nicht abgeschickt werden müssen. Es geht nur darum, die Gefühle und damit die Trennung aktiv zu verarbeiten.

Man kann zusätzlich ein Tagebuch mit den Fortschritten zur Trauer in der jeweiligen Phase und Einsichten zum Trennungsschmerz führen. Man kann sich dort seine eigenen Erfolge und Fortschritte (auch in anderen Bereichen) vor Augen führen. Nach und nach wird der Schmerz so abklingen und Antworten, warum das Aus kam, erscheinen. Und ebenfalls nach und nach werden die Gedanken wieder freier. Mitgefühl kann wieder erscheinen und man verzeiht sich und dem anderen innerlich. Schreiben hilft vielen bei belastenden Gefühlen nach einer Trennung.

Hier ist man schon weit fortgeschritten. Aber: Es ist SEHR wichtig, Angebote des Ex-Partners, doch Freunde zu bleiben, abzulehnen. Sonst könnte das alte Rad sich weiter drehen. Auch ist es von enormer Wichtigkeit, die Kinder im Trennungsprozess nicht zu instrumentalisieren. Kinder sind von der Situation ohnehin schwerer getroffen als die Partner. Sie zu benutzen, würden sie schädigend überfordern.

Eine Affäre mag zwar dem Selbstwertgefühl dienen, kann aber nicht die tiefen Gefühle einer Partnerschaft ersetzen. Doch kann eine neue Partnerschaft entstehen, wenn man die den von mir skizzierten Prozess mit den Tipps möglichst bewusst und in der eigenen Zeit durchlaufen hat. Irgendwann konnte man den Trennungsschmerz überwinden: Das Gefühl neuer Freiheit und Möglichkeiten entsteht. Das Leben kann wieder freudvoll und vertrauensvoll erlebt werden!

Ich hoffe, dass dir meine Tipps dabei helfen können.

Wenn du dir mehr Ideen zum Thema „Unerwiderte Liebe“ wünscht, empfehle ich dir meinen Artikel Warum uns unerwiderte Gefühle zu schaffen machen mit 10 praktischen Tipps.

Liebe Grüße,
Janett

 

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