12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

 

Ich war nie der Überzeugung, dass Männer die “Schlimmen” wären. Ich habe zu oft zusehen müssen, wie Frauen Männern, die mir am Herzen lagen, das Leben zur Hölle machten – und die Männer zu verliebt oder gutgläubig waren, weswegen sie nichts dagegen taten. Nun, wie angekündigt, nach dem Erscheinen des Posts über Männertypen, von denen Frau besser die Finger lassen, hier der Post für Männer über Frauen, von denen sie lieber die Finger lassen mit 12 Red Flags, Warnzeichen und Signale, dass diese Frau nichts für dich ist oder es zumindest nicht gut mit dir meint. 

Auch hier gibt es wegen des Themas etwas mehr Polemik und Polarisierungen, als meine LeserInnen allgemeinhin von mir gewöhnt sind. Doch nach wie vor denke ich, dass auch solche Begegnungen am besten mit Humor genommen werden.

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

Red Flag 1: Sie erlaubt dir kein Privatleben

sie verbietet mir Freunde und FreizeitSie will stets wissen, wo du bist, wem du telefonierst oder dich triffst. Sie ruft dich an, wenn du dich um 15 Minuten verspätest, ohne dich gemeldet zu haben. In ihren Worten schwingt ein Unterton, der Schuldgefühle auslöst und dich zu einem kleinen Kind degradiert, das gemaßregelt wird. Du hast etwas Verbotenes getan, ohne dass dir das bewusst war. Wenn du sie nicht verlieren möchtest, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen, wie eure “Beziehung” in ihrem Kopf auszusehen hat: Was du wann und wie und vor allem OB zu tun hast, obliegt ihr. Du musst dich fügen, sonst droht Verlust. Natürlich wirst du hin oder wieder versuchen, auszuscheren, dir deine Freiräume gewähren wollen, ohne dass du dich rechtfertigen musst. Und du bist im Recht: Du musst gar nichts. Entweder die Beziehung baut auf Vertrauen und gegenseitiges Wohlwollen oder es ist misslich. Dieser Typ Frau droht häufig mit Trennungen oder du erlebst Diskussionen und Schweigen als Strafe, Seitenhiebe aus dem Nichts, bei denen du dachtest, das Thema wäre bereits gegessen. Sie will deine völlige emotionale Abhängigkeit. Sie vergisst keinen deiner vermeintlichen Fehler. Sie nutzt sie gegen dich, um sich nicht schlecht zu fühlen. Denn wenn du derjenige bist, der “falsch” ist, dann ist sie es nicht.

Einem meiner engsten Freunde geschah das einst. Zum Schluss schaffte er es, sich aufzubäumen und durchzusetzen, weil er ihr Bild einer Beziehung und gemeinsamen Zukunft nicht mehr aushalten konnte. Sie fühlte sich stets ausgeschlossen, auch wenn er sie nicht ausgrenzte. Er durfte rein gar nichts mehr ohne sie tun oder tun wollen. Und fühlte sich eingekerkert wie ein Schwerverbrecher, wenn er auch nur an seine Freunde und Hobbys dachte. Während sie die völlige Verschmelzung wollte, die Auflösung jeder Individualität, versuchte sie nur zu vermeiden, sich ein eigenständiges, unabhängiges und selbstverantwortliches Leben aufzubauen.

 

Red Flag 2: Status ist ihr wichtiger als Charakter

status ist ihr wichtiger sie liebt mich nicht wirklichIch kannte einst einem Mann, bei dem es nie länger als drei Minuten dauerte, bis eine Frau von Stand ihn erblickte. Er selbst war so jemand, der offensichtlich alles hatte, was man sich so wünschen könnte: Geld, beruflicher Erfolg, teure Markenanzüge, gutes Aussehen, Selbstbewusstsein ins Gesicht geschrieben. Ein wahres Alpha-Tier. Die jeweiligen Frauen sahen ihn und erkannten ihn. Er war ihr Beuteschema. Sein Charakter war – darauf würde ich bis heute wetten – nie wirklich ausschlaggebend. Was zählte, war, was er zu geben hatte und ausstrahlte. Er würde die Familie ernähren können, immer verantwortlich sein für den Zusammenhalt, für die Unterhaltung, das Funktionieren, stärker als jedes Familienmitglied und emotional nicht bedürftig. Er würde nichts brauchen und nichts wollen, sondern sich eingliedern und sich um die Rollen kümmern, die ihm zugeschrieben wurden. Von eigenen Bedürfnissen abgeschnitten, würde er der Frau an seiner Seite alle Wünsche von den Lippen ablesen, ihr ein wunderbares Leben ermöglichen und dazu noch Reichtum und Freiheit. Dafür bleibt sie – komme, was wolle. Dafür dürfte so ein Typ Mann gern fremdgehen, solange er sie nicht verlässt.

Dieser Typ Frau würde unendlich lang kämpfen, dass sie Teil hat an dem, was er schuf und täglich schafft. Denn sonst würde wenig für sie übrig bleiben, weil es ihr an einem eigenen Leben mangelt. Sie definiert sich über ihre Partner und dem, was sie besitzen. Besitz ist das, was sie verlangt. Besitzt man dann weniger oder will seinen eigenen Rahmen sprengen, sinkt man sofortig im Wert, außer ihre Sicherheit ist gewährt, außer sie darf dabei sein und wird nicht verlassen. Ihr tut es am meisten weh, wenn sie mit Schweigen gestraft und mit Ehrlichkeit konfrontiert wird. Standing (Standhaftigkeit) ist das Brecheisen ihres Stolzes. Denn sie funktioniert über Gefallen: Wenn sie nicht gefällt, beginnt sie, sich Sorgen zu machen und zu ändern. Deshalb sind viele dieser Frauen auch der Überzeugung, dass sie etwas Besseres wären oder verdient hätten. Mit “normalen” Männern geben sie sich selten zufrieden.

 

Red Flag 3: Sie ist nicht stark, wenn du schwach bist

Es gibt Zeiten im Leben, in denen alles hart auf hart kommt. Im Beruf geht es bergab, das Geld wird knapper oder du möchtest, dass sich etwas ändert und sorgst für Ungewissheit, was deiner Partnerin Angst macht. Die Gesundheit lässt zu wünschen übrig oder du hattest einen Unfall, bist aus heiterem Himmel seit geraumer Zeit erkrankt, brauchst Ruhepausen und Rückzug, Hilfe, Verständnis und jemanden, der für dich da ist. Und plötzlich stellst du fest, dass ausgerechnet die eine Person, von der du emotionale und psychische Unterstützung erwartest hättest, Nein sagt, lethargisch oder wie gelähmt ist. Sie kann weder für dich einspringen noch bemüht sie sich. Sie weigert sich, flüchtet aus der Wohnung oder in ihre Welten, geht ihren gewohnten Rollen und Funktionen nach, aber beharrt auf das Gewohnte – und damit auch auf Unflexibilität und Unsensibilität.

Nach Fritz Riemann würde dieser Typ Frau zu den Hysterischen gehören. Nicht im normalen Verständnis des Wortes “hysterisch” übrigens, sondern als Reaktionsmuster auf Veränderungen und der damit verbundenen Unsicherheit, sich neu anpassen und wandeln zu müssen. Überhaupt eine funktionierende Rolle für sich gefunden zu haben, einem Mann, bei dem sie “passt”, ist in ihren Augen wertvoll. Diese Identität bedeutet Stabilität. Alles Ausufernde oder Ändernde bereitet ihr Angst und lässt sie “unpassend” werden. Ich schätze aus eigenen Erfahrungen diesen Typ so ein, dass er bereits nach weniger Zeit zusammenbrechen, ausbrechen und flüchten würde. Hier sind also keine Fälle gemeint, die durch mangelnde Kommunikation (Ich kann nicht mehr, wir brauchen eine Lösung.) und langer Zeit (Aufopferung oder Dulden über Jahre hinweg), in der man in einer Herausforderung verharrt, ohne etwas gegen sie zu unternehmen, als Partnerin schlichtweg nicht mehr (zusehen) kann. Sie empfindet ihren Partner schneller (< 3 Monate) unwürdig oder unpassend, weil er nicht oder nur noch wenig geben kann. In den meisten Fällen bleibt der Mann der Schuldige, der “nichts mehr auf die Reihe bekam”.

 

Red Flag 4: “Du liebst mich doch gar nicht! Wenn du mich lieben würdest, dann…”

Frauen, von denen man solche Sätze hört, projizieren meistens ihre eigenen Ängste auf dich oder aber ihr zwei hattet von vornherein dieselben Herausforderungen. Misstrauen Liebe und Beziehungen gegenüber, miese Beziehungserfahrungen und viele Zweifel, ob man für eine neue Beziehung bereit ist, mit der Person, die man getroffen hat, zeigen sich recht schnell. Meistens ist es der Mann, der sich zurückzieht und die Frau, die dann in sich zusammenbricht, dir hinterherläuft oder ins Diskutieren gerät. Nach anfänglichem Verständnis, Dulden und Hingabe, werden irgendwann unweigerlich Vorwürfe folgen, wieso du sie nicht so liebst, wie sie es verdient hätte.

Diese Frauen können sich in meinen Augen leichter ändern als andere, außer ihre Angst hat einen Nutzen, der traumatische Erfahrungen verdeckt lassen soll. Das ist deshalb von allen der harmloseste Typ, weil sich zwei Menschen treffen, die in der Tiefe ein- und dasselbe Bedürfnis haben und sich gleichzeitig davor fürchten. Aber der eine ist der aktive Beziehungsängstliche, während die Frau meist die passive ist. Sie will oder kann aus eigenen Gründen ihre Angst vor einer tiefen Partnerschaft nicht ausdrücken, weshalb sie das den Mann “erledigen lässt”. So kann man seine eigene Angst vor sich verheimlichen und sich um den Anderen kümmern, sich über seine Angst kennenlernen und sie in der Tiefe erfahren. Es vermeidet nicht ganz die Auseinandersetzung mit seinen eigenen Herausforderungen. Viele merken ohnehin irgendwann, dass es wohl etwas mit ihnen zu tun haben muss, wenn sie stets denselben Typ Partner anziehen.

 

Red Flag 5: Du spielst den Ersatzvater oder Ernährer, weil der Eigentliche nicht verfügbar ist

sie will mich nur als ersatzvater und ernährerDa der ehemalige Partner nicht mehr da ist, fehlt der Vater für ihr Kind/ihre Kinder und ein Mann, der sich am Haushalt, an der Familie, am Geldverdienen und Wohlfühlen beteiligt. Sie glaubt, es allein nicht zu schaffen, fühlt sich überfordert und erwartet Unterstützung vom ihrem Partner – auch in der Kennenlernphase deutet sich das bereits offensichtlich an. Mann wird zum Ersatz für einen, der nicht mehr da ist. Von ihm wird oftmals viel Verständnis für ihre Lage gefordert, während sie allerdings kaum Verständnis zeigt.

In einer ungeplanten Umfrage auf einer Berliner Singlebörse nannten die Männer diesen Typ exzentrisch, eigenwillig und knallhart, beizeiten auch egoistisch und narzisstisch. Sie fühlten sich ausgenutzt und waren nur dann wertvoll als Mensch und Mann, wenn es dem Typ Frau “in den Kram passte” (Zitat). Hatte der Mann einen unsicheren Job oder lebte ein unstetes Leben bzw. war arbeitssuchend, lagen die Karten von vornherein schlecht. Anrechte hatten sie keine, auch wenn das Kind bereits eine Verbindung zu dem Mann aufgebaut hatte. Dafür aber hatten sie sehr klischeehafte Rollen zu erfüllen, was den meisten misslang. Für alles Andere, was sie sich noch von der Frau gewünscht hätten, reichten sie offenbar nicht.

 

Red Flag 6: Sie will nur Sex, aber erlaubt keine emotionale Nähe

Ja, unter Frauen verbreitet sich das mehr und mehr. In meiner ungeplanten Umfrage fand ich einige Männer, die das regelrecht schockierte. Darunter waren sowohl solche, die selbst nur nach sexuellen Abenteuern suchten, als auch welche, die eben genau das nicht mehr wollten. Dieser Typ Frau ist ziemlich direkt, wenn es darum geht, jemanden fürs Bett zu finden/zu haben. Mann braucht da keine tiefen Gewässer zu suchen. Es geht um kurzfristige und oft einseitige, harte und emotional kalte Anerkennung. Sie nehmen sich, was sie wollen, um sich kurz gewollt zu fühlen. Danach sind sie schnell wieder weg. Kommunikation, Nähe, Kuscheln oder Kennenlernen steht nicht im Programm. Im Bett lassen sie sich auch eher bedienen, als Anteil zu nehmen. Sie wollen eben bekommen und nicht geben – von Teilen ganz zu schweigen.

 

Red Flag 7: Niemand weiß von dir

sie stellt mich ihren freunden und familie nicht vorIhr knutscht wild, wenn keiner guckt. Sie ist so anders und süß, wenn ihr allein seid. Aber in der Öffentlichkeit verwandelt sie sich in ihren bösen Zwilling. Sie möchte weder, dass du ihre Freunde und Familie kennenlernst, noch, dass du zu viel Zugriff auf ihr Leben hast. Sie möchte alles von dir wissen oder stellt gar keine Fragen. In jedem Fall ist die Beziehung für sie keine, die je öffentlich werden soll. Die Gründe kennt nur sie. Falls du sie fragst, mag sie dir beschwichtigend sagen, dass es nicht an dir liegt, sondern an ihr. Aber außer, dass sie sich noch nicht sicher wäre und die Zeit noch nicht passend, kommen selten tiefergehenden Erklärungen. Einige rechtfertigen sich auch mit miesen Beziehungserfahrungen. Aber falls doch Gründe genannt werden, sind sie in deinen Augen sicher fragwürdig. Je nach Dauer dieses Zustandes kann man zwischen anfänglicher Unsicherheit bzgl. der Zukunftstragfähigkeit und absichtlicher Distanz wild interpretieren. Im Endeffekt ist entscheidend, dass es beide ehrlich und offen wollen, bevor mindestens einer leidet. Entscheidend ist auch, wie lange man einen Menschen in seinem Leben möchte, der sich offensichtlich nicht binden will und nicht zu einem stehen würde.

Aus meinem eigenen Umfeld kannte ich jemanden, der nur solche Frauen anzog. Sie ließen sich von ihm verwöhnen, er schenkte ihnen Gefühle und Anerkennung, sie genossen, dass er sie in den Mittelpunkt stellte. Aber sie gaben nie etwas zurück. Wenn er ihnen seine Beziehungsambitionen zeigte oder offen ansprach, blieb er als derjenige zurück, der sich erdreistet hatte, Gefühle zu haben und einzufordern. Irgendwie war er immer in der Position, dass er zu geben hatte. Nur zurückfordern durfte er nie. Er sprengte das Beziehungsmuster erst, als er aufhörte, Frauen, die von vornherein verlangten, zu “bedienen”. Er bewies sich nicht mehr. Frauen, die keine Anerkennung und Interesse an ihm zeigten, sondern die er erst wochenlang von sich überzeugen musste, ließ er gleich links liegen.

 

Red Flag 8: Sie kann nicht sagen, ob sie in vier Monaten mit dir in den Urlaub fahren würde

Am Anfang einer Beziehung oder nach drei Dates sollte man so eine Frage ohnehin nicht beantworten müssen. Aber nach einer Weile, wenn es legitim wird, dass man auch Urlaube gemeinsam verbringt, schon. Kann die Frau dann aber noch immer nicht, nur widerwillig oder zögerlich eine Antwort darauf geben, ist das ein Zeichen für Bindungsprobleme. Sie will den Moment genießen, aber keine Versprechen machen. Sie will, dass sie sich kaum bewegen muss für das Gute, das man in einer Partnerschaft erhält. Sie hasst Leistungen aller Art, den Beziehungsalltag und Geben-Müssen, jedenfalls bei dir.

Bei einigen ist es eine vergangene Beziehung, die noch quer liegt und unverarbeitet ist. Sie können sich noch nicht auf etwas Neues einlassen und müssten erst in die neue Beziehung hineinwachsen. Bei anderen aber ist es ein klares Zeichen von “Gib mir alles, aber verlange nichts. Erst recht keine Gefühle.”. Sie will weder zum Gefühle-Haben gezwungen werden noch sie stets zeigen und demonstrieren. Sie will nicht in der Position sein, in ihren Schattenseiten, die sie bislang von dir verbarg, erkannt zu werden. Sie will nicht so tun, als wäre alles Hoffnung verheißend. Erst recht nicht will sie dir Versprechen geben, die sie nicht vorhat, zu halten. Intuitiv weiß sie es bereits. Nur dies auszusprechen, könnte dazu führen, dass sie niemanden mehr hätte, der sie will. Es gibt leider Frauen wie Männer, die sich lieben lassen können, aber nicht zurücklieben wollen.

 

Red Flag 9: Sie will gar keinen Sex

sie will keinen Sex mit mir aber beziehungHier meine ich keine Frauen, die körperlich bedingt keine Lust auf Sex haben. Bei einigen Frauen sind es hormonelle Hintergründe. Dieser hier gemeinte Typ aber will sich entweder nicht fallen lassen oder sich dir nicht hingeben, will keine Gefühle spüren oder fürchtet, mit dir verschmelzen zu müssen. Sie verbinden damit etwas. Sex macht ihnen zum Beispiel Angst. Viele empfinden Scham wegen ihres Körpers. Andere empfinden Ekel und verbinden mit Sexualität, zu einem Objekt zu werden.

Von einigen Frauen weiß ich, dass sie mit vorherigen Männern schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht hatten. Ihre Ex-Partner haben sich entweder beim Sex nur um sich selbst gekümmert und ließen die Befriedigung der Frau völlig aus den Augen, ohne sich zu reflektieren. Oder sie erwarteten Sex als Gegenleistung dafür, dass sie mit der Frau zusammenblieben – aber im Droh-und-Trennungs-Modus: “Schlaf mit mir, wann immer ich es will, sonst bist du nichts wert in meinen Augen.” (Ja, das ist leider Realität statt Klischee.) Tiefe Verbundenheit und ein erfüllendes Sexualleben bedingen sich zwar nicht. Doch da viele Männer, laut Statistik, Beziehungen vorwiegend wegen einer regelmäßigen Sexualität eingehen (Frauen übrigens auch!), kann dieser Typ Frau schmerzen, wenn er sich entzieht. Von seiner Partnerin begehrt zu werden und seinem Partner bedingungslos vertrauen, kann Mann hier weniger erwarten. Was einen Versuch wert ist, sind Gespräche und Vertrauensarbeit, die sehr fruchtbar sein können. Bleiben die Erfolge aber aus, muss Mann damit umgehen können bzw. andere dankbare Seiten an der Partnerin/Beziehung schätzen.

 

Red Flag 10: Sie redet viel, aber hört nie zu

Du bist die Projektionsfläche ihres Bedürfnisses, geliebt und gewollt zu werden. Sie nimmt sich, was sie braucht. Solange sie es will, solange es ihr Spaß macht. Umgekehrt, wenn du deine Bedürfnisse anmeldest, wird es schwierig. Spätestens dann, wenn du sie unterbrichst oder auch Erlebnisse und Gefühle aus deinem Leben teilen möchtest, bagatellisiert sie deine Worte und Erfahrungen, versucht dich mit etwas Besserem oder Schlimmeren aus ihrem Leben zu übertrumpfen oder wird schlagartig bockig und still. Sie steht im Mittelpunkt oder sie ist nicht da und du hast niemanden, der gern bei dir ist. Aber das hat eben seinen Preis.

 

Red Flag 11: Sie will geheiratet werden

sie will nur geheiratet werden abr liebt mich gar nichtWohl jede Frau war einmal ein verträumtes Mädchen, dass sich in einem schönen Brautkleid, umringt von Rosen und Tauben, an der Seite eines gut aussehenden und gestandenen, liebevollen und fürsorglichen Mannes vor dem Traualtar stehen sah. Sie wollen die Hochzeit, das einmalige Ereignis mehr als das, was diese Heirat besiegelte: eine Ehe, die ein lebenslanger Bund werden soll. Jeder, der einmal verheiratet war und sich dann scheiden ließ, wird bezeugen können, dass Ehen auch Opfer abverlangen und ihre Tiefen haben. Ich bin zwar kein Freund des Sprichwortes, dass Beziehungen immer harte Arbeit wären. Aber ich glaube zutiefst daran, dass niemand perfekt ist und im Laufe seines Lebens dazulernen kann, wenn er dafür offen ist. Sich aufeinander einzustellen, Freiräume zu lassen, dem anderen Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen, sich selbst um sich kümmern zu lernen und zu pflegen, das eigene Glück nicht vom Partner abhängig zu machen, sind beispielsweise Lektionen einer Ehe. Menschen, die sich diesem Gedanken aber gar nicht erst öffnen, sondern in ihrem Kopf bereits “genügen”, sind welche, die meinen, durch eine Heirat nichts mehr tun zu müssen, keine Angst mehr haben zu müssen. Bis zum Moment der Eheschließung beweisen sie sich und sind die treuesten, liebenswertesten und gütigsten Frauen. Wurden sie aber erst einmal geheiratet, ist ihr Ziel erreicht. Dass die schönen Erinnerungen an den einen Tag der Hochzeit aber schnell verblassen und danach noch viele Jahre der Ehe übrig sind, übersehen sie oft.

 

Red Flag 12: Sie sucht einen Vater und keinen Partner

Als Mädchen waren sie Papas kleine Prinzessinnen, denen alles vergeben wurde und die nie eigens aktiv oder verantwortlich gemacht wurden, die man vor dem bösen Leben beschützte und selbstlos liebte bis in den Tod, ja, die sogar wichtiger waren als ihre Mütter. Oder sie hätten sich das gewünscht, aber der Vater war abwesend, verstorben oder dafür verschlossen. Sie suchen bis heute danach, wollen keine erwachsenen Frauen werden, die die volle Wucht der erwachsenen Verantwortung und Pflicht tragen können sollten – für sich und ihr Leben, für ihren Partner und ihre Kinder. Mit ihnen ist eine Beziehung auf Augenhöhe selten möglich, weil sie dem Mann mehr Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl abverlangen, als sie je bereit wären, selbst zu geben. Sie wollen Mädchen bleiben, bewundert werden und immer genügen.

 

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

 

Ich erlebe seit Beginn meiner Singlezeit Männer, und mit ihnen verbunden Geschichten, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich meine nicht nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen darf, die natürlich sind und menschlich, die man bald schon lieben oder ignorieren lernt. Ich meine Männer, die es ganz offensichtlich sehr gut mit sich meinen und sehr schlecht mit Frauen. Unehrliche, verletzte, manipulative und sogar kindische Männer, von denen dir selbst dein bester männlicher Freund dringend abraten würde. Männer, die sich für undurchschaubar halten.

Da ich den weltbesten Meister hatte: Hier meine gesammelten 12 Red Flags bei MännernWarnzeichen und Signale, bei denen du lieber das Weite suchen solltest – von ungesund narzisstischen bis hin zu höchst beziehungsunfähigen Männern – einmal schön aus teils küchenpsychologischer und teils ernstzunehmender Sicht betrachtet. Denn solche Erfahrungen nimmt man am besten mit einer Menge Humor.

(Und ja. Ähnliche Red Flags gibt es auch bei Frauen.)

 

10 Signale, das Weite zu suchen: Von diesem Typ Mann lässt du lieber die Finger

Erste rote Flagge: Er sagt dir, was du tun sollst

männer von denen du die finger lässt wenn du nicht verletzt werden möchtest vorschriften machenTrink diesen Wein und mach das so, lass das lieber bleiben, denn das ist wirklich nicht schön oder klug. Mit einem falschen Lächeln zum passenden Augenaufschlag und einer besonders ernstzunehmenden, erwachsenen Stimme lässt dieser Typ Mann den Vater heraushängen, während er dir erste Übergriffe zeigt. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Im besten Fall wird es eine kurze, aber stürmische Liaison, im schlimmsten Fall eine emotional unterdrückende Beziehung, in der die Dinge so zu laufen haben, wie es ihm sein Weltbild diktiert. Sagst du Nein, gehst du lieber gleich mit deinen Freundinnen was trinken. Denn er wird schmollen und dich mit Schweigen strafen, bis du seiner Meinung bist. Oder er wird so sehr diskutieren, dass sogar wir Frauen vor Neid erblassen würden. (Daran sieht man aber sehr schön, wie schwer es Männer mitunter haben, wenn wir Frauen sie um Kopf und Kragen diskutieren.)

 

Zweite rote Flagge: Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön

Lügner sind ohnehin schwer zu ertragen. Aber notorische Lügner, die sich das Leben oder ihren Eigensinn freihalten wollen und das durch Lügen versuchen, hat niemand verdient. Einmal so richtig eingegroovt, sind Lügner kaum mehr aufzuhalten, weil sie diese Verhaltensweise mit der Zeit ausbauen und perfektionieren. Sie verheimlichen eine ihrer Seiten mit dem bewussten Ziel, den Anderen im Dunkeln zu lassen und ihn auszuschließen, statt offen und ehrlich zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen – und ggf. die Konsequenzen zu tragen. Aber dieser Typ hat wirkliche Angst vor Trennung und dem Gefühl der Wertlosigkeit. Isolation, Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit als Strafe zeigen ihm deutlich, wieso er einst beschloss, zu lügen. Seine Lebensweise und er selbst können in seinen Augen nicht liebenswert sein. Das hat ihm auch die Vergangenheit gezeigt. Meistens stimmt das sogar, besonders wenn es sich um häufige Untreue oder mehrere Beziehungen gleichzeitig handelt. Ein Teufelskreis, den man als Frau, auch wenn man schwer verliebt ist, ohne seine Hilfe und sein Wollen nicht gebrochen bekommt. Lieber weitergehen.

 

Dritte rote Flagge: Er beschließt, dass und wann du mit ihm schläfst

narzisstische männer selbstverliebt und verletzend emotional brutalMeine besten Geschichten, mit denen ich ein ganzes Buch füllen könnte, fallen in diesen Sektor: Besonders beliebt bei diesem Typ Mann sind Clubs, Tanzbars und Singlebörsen, wo die Auswahl an Frauen besonders hoch ist. So kann er leicht weitergehen, wenn es ihm nicht passt oder er dir nicht. Wahrscheinlich hast du ihn dort auch kennengelernt. Motto: Ist es abends und redet sie länger als 60 Minuten mit mir, stehen die Chancen gut, dass ich nach spätestens einer weiteren Stunde in ihrem Bett liege. Wenn es richtig dumm läuft, für fünf Minuten. Sie beschließen gern, dass sie mit zu dir gehen. Wann und dass du mit ihnen zu schlafen hast, obliegt ihnen, besonders morgens, wenn sie aufgewacht sind und dich mit einer Matratze verwechseln, ganz ohne “Guten Morgen!” und einen Kuss in den Nacken. Mein absoluter Favorit unter all meinen Erfahrungen: “Janett, du zerstörst den ganzen Moment. Das kannst du doch jetzt nicht machen.” Ich konnte, drehte mich um und ging. Zwei Tage später meldete er sich bei mir und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken.

Und weiter geht’s…

 

Vierte rote Flagge: Er darf Spaß haben, du nicht

Männer, die sich das Recht herausnehmen, ein erfülltes Leben mit Freunden und schönen Abenden, viel Spaß und Lachen, Reisen und Abenteuern oder extrem viel Sport zu haben, erlauben es mitunter ihrer Partnerin nicht. Sie mögen nur ihre eigenen Freiräume. Ihnen gefällt der Gedanke, dass du Zuhause gelangweilt auf dem Sofa sitzt, dich vor Sehnsucht zermürbst und auf eine Nachricht wartest. Sie mögen ihre Frauen am liebsten hörig und versuchen das durch viel Distanz zu erreichen – in der Hoffnung, dass sie dich aufgrund ihres Rarmachens so richtig traurig und willig gemacht haben. Kommt er dann wieder an, wird Frau so froh darüber sein, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen wird und alles verzeiht. Ansprüche zu stellen gefällt diesem Mann nur gut, wenn sie von ihm selbst kommen. “Gezicke” gibt ihm aber das Gefühl, dass du ihn einschränken möchtest. Es ist für ihn ein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt, nicht etwa mit ihm und seinem einseitigen, unverbindlichen Verhalten.

 

Fünfte rote Flagge: Er will alles von dir wissen

Geschichte die du dir erzählst geschichte ändern schicksal abwenden“Den Namen deiner ersten Freundin, mit der du in den Urlaub fährst, kenne ich ja, aber wie heißt die 2. Freundin?” fragte mich einst jemand, mit dem ich mich zweimal getroffen hatte. Hätte ich gewusst, dass ich ihn kennenlernen würde, hätte ich trotzdem meinen Jahresurlaub gebucht. Aber ihm schmeckte es nicht, dass er in Spanien keine Kontrolle über mich haben würde und so stellte er mir auf Facebook nach. Entweder Vertrauen ist da oder nicht. Jemand, der dir von vornherein misstraut, weil er in etwas völlig Menschliches böse Absichten und gezielten Hinterhalt unterstellt und Beweise einfordert, um dir vertrauen zu können, ist offensichtlich verletzt. Da stimmt etwas gewaltig nicht: vielleicht aus einer unverarbeiteten Beziehung, vielleicht etwas Charakterliches. Doch dieser Typ Mann wird sich immer rückversichern wollen und dir kaum Luft zum Atmen lassen. So einen Tick Urvertrauen muss schon vorhanden sein, wenn man sich verlieben möchte und zurückgeliebt werden will. Immerhin soll die Beziehung ja angenehm für beide Seiten werden.

 

Sechste rote Flagge: Du bist für sein Glück verantwortlich

Ist er unglücklich, musst du es beheben. Höchstwahrscheinlich gibt er dir sogar die Schuld daran oder du bist im Mindesten dafür verantwortlich, dass du seine Laune besserst. Ist das nicht erreicht, dreht die Welt sich nicht weiter. Dann sind auch Termine oder Verabredungen, die du hast, unwichtig. Er schafft es, sich wie ein kleines Kind aufzuführen, der ganz dringend von einer Ersatzmutter getüdelt werden möchte. Dass jeder einmal schwach ist oder einen miesen Tag hat, sich nur eine warme Umarmung oder ein wenig Zärtlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen wünscht, ist normal. Aber dieser Typ Mann holt seine schlechte Laune oder schwierige Themen just dann heraus, wenn du dich von ihm entfernst: weil du verabredest bist, arbeiten musst oder einfach nur mal deine Ruhe haben willst. In seinen Tiefen ist er meist einsam und wünscht sich jemanden, dringend, der für ihn da ist, wenn es sonst niemand ist. Er fühlt sich oft wenig liebenswürdig, weswegen er heftige Probleme in sein Leben zieht. Diese wiederum ermöglichen ihm, dass er sich um die Leere im Inneren weniger kümmern muss, aber dafür Mitleid und Aufmerksamkeit von dir bekommt. Dieser Mann ist ein wahres Sorgenkind und wird dich nach kurzer Zeit völlig einnehmen, dein Leben übernehmen, während du – Überraschung! – nicht schwach sein darfst. Versuch einmal dasselbe bei ihm, halte ihn vom Leben ab, gib ihm die Verantwortung für dein Glück und dreh den Spieß um: Du wirst sehen, was ich meine.

 

Siebte rote Flagge: Du bist sein Vorzeige-Spielzeug

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstBei ihm wirst du immer den richtigen Nagellack tragen und stets mit Negligee an der Tür stehen müssen. Es gibt diese Männer, denen Charakter und Individualität nicht in ihr Konzept einer Frau passt. Auch sie mögen ihre Frauen so, wie sie sie gern hätten – eben bitte ohne Ecken und Kanten. Idealerweise lässt du ihnen alles durchgehen, was sie versaubeuteln. Es zählt allein, dass du an ihrer Seite glänzt und sie durch deinen Glanz schöner und beneidenswerter machst. Sie bügeln ihr Image und ihren Selbstwert mit dir auf. Oft sind sie sehr eitel und gebildet oder bilden sich viel auf ihre offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Erfolge ein. In jedem Fall brauchen sie etwas, was sie aufwertet: dich. Und das war es auch schon mit der Motivation. Sonntagnachmittage in Schlabberpulli und mit fettigen Haaren sieht er eher ungern.

 

Achte rote Flagge: Er entscheidet, wie die Beziehung aussieht und ob ihr eine führt

“Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich so bin und X nicht will!” ist ein sehr beliebter Spruch von ihnen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und halten das für natürlich und legitim. Sie geben dir weder einen Grund dafür noch erlauben sie dir die Nähe, ihn zu erfragen, damit du ihr Verhalten verstehen könntest. Sie antworten ewig nicht auf Nachrichten. Sie müssen vor allem stets lange nachdenken, bevor sie sich einlassen. Diesem Typ Mann, das muss man wissen, ist Liebe und Beziehung ohnehin ein Graus und Mysterium, kaum und schwer zu fassen und noch weniger kontrollierbar. In diesen Typ fallen die meisten Beziehungsängstlichen. Sie wollen zwar eine liebevolle Beziehung. Aber eine zu haben, lässt ihnen das Gefühl da, sie wären gefangen und eingezwängt. Tief in ihrem Inneren leiden sie wie Hund, außer sie schützen sich mit Verachtung und Missachtung. Beide sind jedoch nur da, um sich von den eigenen Ursachen ablenken zu können. Sie haben auch nichts mit dir zu tun. Sei dir dessen gewiss.

 

Neunte rote Flagge: Er will Teil deines Lebens sein, aber lässt dich nicht in seines

Eheberatung Paartherapie Therapeut Chancen Beziehung retten1Er will alle deine Freunde und am Wochenende am besten noch deine Eltern kennenlernen, wohnt nach drei Tagen schon fast bei dir und bestimmt deinen gesamten Tagesablauf. Anfangs freust du dich, endlich einen Mann kennengelernt zu haben, der keine Probleme mit Nähe hat. Bis du feststellst, dass sein Problem Distanz ist: Jede Entfernung macht ihn kirre. Ohne dich kann und will er nicht mehr sein. Hintergrund: Er glaubt, ohne eine Partnerin nichts zu sein. Bist du einmal nicht mit ihm zusammen und hast dich durchgesetzt, wird er dich das spüren lassen. Er wird dir auch weniger seine Freunde und Familie vorstellen. Es geht ihm eher darum, dass er jemanden findet, der ihn lässt. Derjenigen zu vertrauen und sie an sich und sein Leben heranzulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Kein sehr guter Start in eine erfüllte Beziehung.

 

Zehnte rote Flagge: Er spricht zu schnell und zu oft von großer Liebe und lebenslangem Bund

“Du bist die Frau meines Lebens!” Er will und wird dich nie wieder gehen lassen. “Auf dich habe ich mein ganzes Leben gewartet!” Bis du so bist, wie du wirklich bist und nicht so, wie er dachte, dass du es wärst. Bis du Kritik übst, weil er doch versprochen hatte, einkaufen zu gehen, damit du es nach dem langen Meeting nicht mehr machen muss. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dieser Typ Mann war einfach nur froh, jemanden gefunden zu haben, der passen könnte, der oberflächlich seine Bedingungen erfüllt. Er wird nicht viele kennenlernen, die ihm passend erscheinen. Deshalb trifft es ihn auch stark, wenn seine Illusionen zerbrechen und er feststellt, dass er sich getäuscht hat. Er wird dir seine Enttäuschung (über dich) auch offen zeigen. Er dachte doch immerhin, dass sich das Unpassende schon noch geben würde. Er würde das schon machen, dich so zum Drehen und Biegen bringen, dass es für ihn passt. Was dieser Typ Mann will, ist irgendwen, den er steuern kann, keinen Menschen aus Fleisch und Blut.

 

Elfte rote Flagge: Es ist nicht so schlimm, wenn du nicht in ihn verliebt bist

ständig müde erschöpfungssyndrom fatigue syndromHauptsache ist doch, dass du mit ihm zusammen bist. Das allein reicht ihm aus, um sich wohlzufühlen. Ein Mann, der eine Beziehung möchte, weil er sich ohne schlecht fühlt. Und wieder ein Typ, der nur irgendwen, der oberflächlich passt, sucht. Ein Mann, bei dem du Funktionen und Rollen übernehmen wirst/musst, statt du selbst sein zu dürfen: eine gute Mutter, eine, die nicht so emotional ist, eine, die keine Karriere machen will, die intelligent ist, aber genügsam, wenig fordert und viel gibt usw. Aber hörst du einmal auf, zu funktionieren, und hast deinen eigenen Kopf, wird auch diese Blase platzen und er ziemlich enttäuscht sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn du dann nicht mit erhobenem Haupt dastehst und zu dir und deinen Einstellungen, geht das Gespräch definitiv nach hinten los. Was ich an dem Typ Mann aber mochte, war, dass man mit ihm sprechen konnte, wenn es hart auf hart kam. In meinen Fällen nützte das zwar wenig, weil sie keine andere Meinung zuließen und wenig von Kompromissen hielten. Aber immerhin könnten ihn eine Vielzahl solcher Erfahrungen dazu bringen, in einer einsamen Minute länger darüber nachzudenken, wieso er immer dieselben Frauen als Partnerinnen in sein Leben zieht (und ziehen möchte).

 

Zwölfte rote Flagge: Seine sexuelle Befriedigung steht weit über deiner

Kurz und emotional schmerzhaft. Ich meine hier übrigens absichtliches Desinteresse an der sexuellen Befriedigung der Frau. Es gibt Männer, die wenig mit Frauen anfangen können, die Sex lieben und ihn gern haben, die verschmelzen, sich ausprobieren und sich und ihrem Partner spüren und erforschen wollen. Sie empfinden den Sex eher als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung statt als Form der Verbundenheit oder tiefe Intimität, die Partnerschaften erfüllen und über viel Schweres hinwegtragen kann. Doch dieser Typ ist eher so: Wenn du den Sex genießen möchtest, auch etwas davon haben möchtest, Fantasien oder Vorlieben hast, wird ihm unheimlich, weil er dann für dich da sein muss. Das scheint unvereinbar für ihn zu sein, weil er eher das Objektive an Frauen sieht, statt euch als zwei Menschen, die sich mögen und sich deshalb körperlich und intim nahe sein wollen.

Wie gesagt, es gibt auch Frauentypen, die ich kennenlernen durfte, bei denen sich mir alle Haare sträubten. Jeder meiner männlichen Freunde hatte mal so eine Dame in seinem Leben, bei der wirklich alle rot sahen. Aber dazu im nächsten Blogpost.

Für diesen Moment wünsche ich dir viel aufrichtige Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Im Namen der Liebe? Wenn Männer Frauen in der Beziehung unterdrücken

Im Namen der Liebe? Wenn Männer Frauen in der Beziehung unterdrücken

 

Ich wuchs in einer Familie auf, in der Männer Frauen unterdrückten, angefangen bei ihren Müttern und Ehefrauen, über ihre Töchter bis hin zu ihren Enkelinnen. Meine männlichen Ahnen hatten große Herausforderungen mit ihrem Selbstwert, emotionaler Sicherheit, Selbstbewusstsein, mit der Autonomie und Unabhängigkeit anderer und mit Beziehungen an sich. Sie fürchteten das Alleinsein, nicht genug zu sein und verlassen zu werden. Um sich der Angst und Ohnmacht zu entziehen, begannen sie, alles bis ins kleinste Detail zu bestimmen. Die Partnerschaft und Familie hatte nach ihren Erwartungen gelebt zu werden. Scherte jemand aus oder fügte sich nicht freiwillig, geriet er in Zwang und wurde beschuldigt, bestraft und verstoßen. Ihre aggressive Herrschsucht und irrationalen Verbote, die Uneinsichtigkeit und ihr Glaube, sie würden nichts falsch machen, dass sie das Recht hätten, anderen ihre Freiheiten zu verbieten, sie bis in die soziale Isolation zu treiben, trug sich durch viele Generationen.

 

Anzeichen emotionaler und psychischer Gewalt bzw. Unterdrückung

Anzeichen emotionaler und psychischer Gewalt bzw. UnterdrückungDas Thema emotionale Unterdrückung wird oft mit ausschließlicher und einseitiger emotionaler Abhängigkeit gleichgesetzt. Das gibt dem großen Ganzen einen wertenden Touch der Selbstschuld und lenkt von der Tatsache ab, dass zu einer solchen Situation nebst dem Opfer auch ein Täter gehört. Es ist nicht ein- und dasselbe Terrain, aber bleibt wenig beachtet – vielleicht, weil es so wehtut und viele Frauen über ihre Grenzen hinaus schweigen und dulden – im Namen der “Liebe”.

Meine Mutter war die erste aller Frauen meiner Familie, die ausbrach. Doch dass die Frauen meiner Familie (und ich) vom selben Blut der Täter stammten, führt bis heute dazu, dass uns Menschen ächten. In ihren Augen gehören wir zu diesem “Abschaum”, haben nie etwas dagegen unternommen und egal, welche Zeiten früher herrschten, wir ließen es zu. Wir werden und wurden ebenso schuldig gesprochen.

 

Die wichtigsten Anzeichen und Signale emotionaler Unterdrückung:

  1. schweigen und sozialer Rückzug anzeichen emotionaler und psychischer Unterdrückung GewaltSchweigen und sozialer Rückzug sind zwei der ersten Signale, dass eine Frau in einer Beziehung emotional unterdrückt wird bzw. unter emotionaler und psychischer Gewalt durch ihren Partner leidet. 
  2. Vielleicht hätte ihnen ohnehin niemand geglaubt, denn nach außen sind emotional und psychisch gewalttätige, unterdrückende Männer oft sehr charmant, einfühlsam, liebens- und vertrauenswürdig. Sie mimen die besten Familienväter, guten Kumpels und verlässlichen Arbeitnehmer. Sie zeigen sich von ihrer besten Seite – genau die, die ihnen erlaubte, ihre Partnerin für sich zu gewinnen.
  3. Haben sie die Frau “sicher”, schleichen sich langsam ihre ureigenen Ängste, Zweifel, überzogenen Sorgen, Ansprüche und Vorwürfe über das Verhalten der Frau ein. Sie würden im Haushalt nicht ihren Erwartungen gerecht werden, würden nur zu wenig oder unbefriedigenden Sex wollen, zu wenig Zeit mit ihnen verbringen, sie ja in Wahrheit gar nicht lieben, sie irgendwann verlassen, ihnen nicht zurückgeben, was sie brauchen, sich von Freunden und Verwandten beeinflussen lassen, respektlos im Umgang mit seinen Bedürfnissen sein, nicht rechtzeitig oder schnell genug auf SMS, E-Mails oder Anrufe reagieren, was ein Zeichen ihrer Untreue oder Nicht-Vertrauenswürdigkeit wäre. Es sind subtile bis klar formulierte, gezielte Angriffe mit versteckten Drohungen, die die Frau dazu bringen sollen, sich den Ansprüchen und Erwartungen des Mannes anzupassen – ohne Widerrede.
  4. Die Partner übernehmen schnell viele Entscheidungen; die Frau gerät aufgrund eigener Herausforderungen mit ihrem Selbstwert in die emotionale Abhängigkeit. Gezielte Schuld und Scham lösen immer mehr Verlustängste in der Frau aus, die zu glauben beginnt, dass es tatsächlich an ihr liegen könnte.
  5. Wagt die Frau das Verhalten des Mannes dennoch infrage zu stellen, wird ihr die Schuld gegeben. Mit dem Mann sei “alles richtig”. Nur die Frau würde “alles falsch machen”. Es lege an ihr, dass er so eifersüchtig und ängstlich wäre und er sie so behandeln müsse, damit sie es “endlich” versteht, sie ihn endlich wertschätzt und sieht, was er alles für sie tut. Wie der Mann reagiert, so die meisten Partner, liegt in den Händen der Frau. In ihrem Verhalten zeige sich sein Wert und dieser würde eins zu eins spiegeln, ob sie es wert ist, geliebt und entsprechend gut behandelt zu werden. Selbst Männer, die physisch gewalttätig sind, so erlebte ich es in meiner Familie auch, geben ihren Opfern zu verstehen, dass sie Schuld daran wären, dass ihnen Gewalt zuteil wurde.
  6. Denn die Frau bestimme darüber, ob es dem Partner gutgeht oder nicht. Wenn es ihm schlecht geht, trage sie auch die Verantwortung dafür, seine Stimmung wiedergutzumachen. Sie sei die Schuldige und hätte alle Konsequenzen zu tragen. Davon kann es einige geben: Ständige Vorwürfe und Erinnerungen an ihre vermeintlichen Fehler, Seitenhiebe aus dem Nichts wegen lang vergangener Ereignisse, Bestimmungen und Verbote, vorgegebene Zeitpläne und Handlungen, Androhungen von Konflikten und Auseinandersetzungen, Zerwürfnissen, Trennungen, braches Schweigen und Strafen, weil sie nicht so war, wie er es brauchte – um sich nicht klein, schlecht, machtlos, wertlos, schamvoll, schuldig und ängstlich zu fühlen.
  7. Bald dreht sich die Welt der Frau nur noch um den Mann. Sie hat es sich aus Gründen der Harmonie und Sicherheit selbst verboten, eigenständig zu denken/fühlen/handeln. Sie hat kaum mehr ein eigenes Leben mit ihren Wünschen und Werten. Jede Handlung wird mehr oder minder daran gemessen, ob es dem Partner gefallen oder missfallen könnte. Sie vernachlässigt Freundschaften, ist im Beruf nur noch semi-anwesend und ist häufig wie ausgeknockt durch Krankheiten, die sich langsam manifestieren, weil der Körper auf die psychische und emotionale Belastung reagiert. Sie ist nur noch damit beschäftigt, die Beziehung “zu reparieren” und mit eigener Kraft “aufrechtzuerhalten”.
  8. Fremdbestimmung und soziale Isolation stehen an letzter Stelle. Niemand soll von den Vorgängen erfahren; niemand darf von der Reaktion des Mannes auf seine eigenen Ohnmachts- und Minderwertigkeitsgefühle sowie Ängste wissen. Er schämt und verachtet sich selbst dafür und fürchtet gleichermaßen, dass er verachtet und ausgeschlossen, ja sogar bestraft wird. Da die Frau an dieser Stelle meist “soweit ist”, emotional abhängig, den Ansprüchen des Mannes gefügig und ihm deshalb gänzlich unterwürfig und unterlegen zu sein, bleibt das Geheimnis gewahrt. (Notfalls auch durch körperliche Gewalt.)

 

Zwischen Konsequenzen und Verachtung: Was das Schweigen unterdrückter Frauen mit sich bringt

emotionale unterdrückung psychische gewalt ferngesteuerte frauen in beziehungen emotional abhängig vom partnerHeute applaudieren wir Frauen, die sich aus solchen Verhältnissen herausschälen, sich ihres Werts bewusst werden und für sich kämpfen. Doch wer die Kraft dazu nicht hat, ist nicht nur enttäuscht von sich selbst. Jene Frauen leiden unter einem massiven Druck: erkannt und bloßgestellt zu werden – in ihrer Situation, Abhängigkeit und Schwäche entdeckt zu werden. Es wäre, als würde eine Gewitterwolke über ihren Köpfen hängen, die entweder nach viel Blitz und Donner eine Trennung regnen ließe oder soziale Ächtung á la “Warum hast du niemals etwas gesagt? Spinnst du, mit so einem Idioten zusammenzubleiben? Bist du dir denn gar nichts wert?”.

Ich selbst begann eine Odyssee im Alter von 18 Jahren, die bis heute andauert, um endlich zu erfahren, was wirklich geschah. Meine Mutter wollte nie, dass ich es erfuhr. Sie wollte weder darüber sprechen noch jemals wieder daran denken. Es war ihr peinlich und tat ihr zutiefst weh. Es war ein Zeichen von Schwäche und gleichzeitig ein Eingeständnis. Dass auch (männliche) Außenstehende nichts dagegen tun konnten, trug kaum dazu bei, dass die gefühlte Mitschuld und Co-Abhängigkeit relativiert werden konnte.

Gleichzeitig sind die Höhen der Partnerschaft, z. B. wenn sich der emotional unterdrückende Partner entschuldigt, Geschenke und Liebesbeweise austeilt, viele schöne Worte von sich gibt, wieder “liebevoll” ist und sich normal verhält, der Frau eine gewisse Autonomie erlaubt, hoffnungsweckend:

  • Ich wusste doch, dass er nicht durch und durch schlecht ist. Es geht nur manchmal mit ihm durch. Jetzt ist es ja wieder gut.
  • Vielleicht, wenn ich nur noch ein wenig länger durchhalte, ihm noch ein wenig Zeit gebe, wird es ja doch noch besser werden.
  • Vielleicht, wenn es ihm nur besser ginge, er in seinem Job, seinem Umfeld oder in seiner Familie mehr X und Y hätte, würde er ausgeglichener und zufriedener sein.
  • Ich will nicht so schnell aufgeben. 

 

“So schlimm ist es/er gar nicht!”: Verstrickungen & Täter-Opfer-Spaltungen

symbiotische erstrickungen Täter-Opfer-SpaltungenDie Situation lässt viele Frauen daran zweifeln, was wahr ist und was nicht, ob ihre Einschätzung der Umstände “richtig” ist oder ob sie überzogen denken, ob ihr Partner Recht haben könnte oder ob den Frauen wirklich Unrecht geschieht. In der Psychologie wird das z. B. mit Opfer-Täter-Modellen untersucht.

Der Psychologe und Autor Prof. Dr. Franz Ruppert nennt es die “Täter-Opfer-Spaltung”. Abgeleitet verstehe ich es so, dass diese traumatische Erfahrung verdrängt werden muss (Trauma = z. B. Angst, verlassen zu werden, Erfahrung seiner Wut/Manipulationsstrategien, vom Partner beschämt und/oder schuldig gesprochen zu werden), um in der Beziehung zu überleben bzw. in den kritischen Momenten der Beziehung. Bleiben die Erfahrungen unverarbeitet, spaltet das Gehirn diese ab, um die Lage emotional “sicher” zu machen. Sie werden verdrängt und damit wird auch das Opfersein in die Abgründe unseres Geistes verbannt, auch wenn es dort wie ein schlafender Hund weiterlebt. Diese Verbannung wiederum zwingt die Frau dazu, sich sog. Trauma-Überlebensstrategien zuzulegen:

  • Verleugnung der Erfahrung und emotionalen Belastung
  • Verdrängung der psychischen, emotionalen bzw. körperlichen Schmerzen
  • stark bleiben wollen, durchhalten und weitermachen wollen
  • seine eigene Schwäche abwehren und nicht zugeben (Man schämt sich wegen seiner selbst und dessen, was man glaubt, können zu müssen, aber nicht kann.)
  • starke Schuldgefühle
  • den Partner nicht als Täter sehen, ihn sogar in Schutz nehmen
  • Rechtfertigungen gegenüber dem Täter: “Ich habe es nicht anders verdient.”, “Ich kann verstehen, dass er…”, “Nein, das hat er ja nur gemacht/getan, weil…” (als wäre die Unterdrückung/die emotionale und psychische Gewalt gerechtfertigt und “verdient”, eine legitime Strafe dafür, dass man Bedürfnisse hat bzw. bedürftig ist.)
  • sich weiter an den Partner binden (die emotionale Bindung aufrechterhalten/verstärken)
  • sich mit den Bedürfnissen des Partners identifizieren
  • den Partner weiterhin versuchen, mit Harmonie, Fürsorge und Liebesbeweisen zu befriedigen, um seinen Groll (bereits im Vorfeld) zu minimieren, Konflikte um jeden Preis vermeiden
  • heftige Wut, die sich weiter steigern wird (Laut Ruppert kann es soweit gehen, dass sie an “Unschuldigen” ausgelassen/abgearbeitet wird.)
  • ungesunde Wahrnehmung von Liebe, Beziehung, Autonomie, Symbiose
  • hohe Ängstlichkeit und Gefügigkeit/Gehorsam/Unterwürfigkeit
  • schädliche Verhaltensweisen, zum Beispiel nicht handeln zu können, handlungsunfähig sein/bleiben, wie gelähmt sein
  • “Jammern”, aber nicht handeln, nicht die eigentlichen Ursachen benennen
  • psychische Störungen als Konsequenz (Angststörungen, Depressionen, Erkrankungen des Körpers, Autoimmunkrankheiten, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Suizidalität)
  • Resignation, die Realität nicht wahrhaben wollen
  • Empfindungs- und Gefühllosigkeit sich selbst und anderen gegenüber
  • andere, Nichtbeteiligte, schaden.

 

Was rät man Opfern, um sich daraus zu befreien?

emotionale und psychische unterdrückung bis hin zur gewalt in partnerschaft und eheAllem voran rät Prof. Dr. Ruppert dazu, es nicht im Alleingang zu machen, sondern sich professionelle Hilfe zu suchen. In einem therapeutischen Kontext könne man seine traumatischen Erfahrungen sicher bewältigen. Am Anfang aber stünde, dass man sich seines Traumas und Opferseins bewusst würde. Den Partner zu erziehen, sich zu rächen oder ihn zu “vernichten”, würde nichts bringen, sondern den Kreislauf nur noch dramatisieren – bis hin zur Selbstzerstörung. Auch Vergebung bzw. die Übernahme von Schuld und Scham des Partners würde erfolglos bleiben. Sich mit dem Mann zu versöhnen, stünde damit auch ohne Erfolgsaussichten. Er rät stattdessen, den Schmerz über das Erlebte, mit allen dazugehörigen Gefühlen, zuzulassen und anzuerkennen und mit sich zu fühlen. Insofern es möglich sei, könne man auch versuchen, vom Partner eine Wiedergutmachung einzufordern.

Dazu müsste derjenige aber erst einmal seine Täterschaft anerkennen. Da Ruppert davon ausgeht, dass alle Täter einst Opfer waren, müssten sie sich erlauben, ihr eigenes Opfersein (die Traumatisierung des Partners) eingestehen. Der Partner selbst muss also für sich anerkennen, dass er einst Opfer war und erst dann könne er den Schaden, den er der Frau zugefügt hat, erkennen. Die dann übernommene Verantwortung könnte ermöglichen, dass er sich seine Schuld und Taten eingesteht, seine Ängste und Scham zulässt. Dies würde wiederum ermöglichen, dass er Mitleid für seine Partnerin fühlen lernen kann, um so Wiedergutmachung zu leisten – falls noch möglich.

Doch um der Täter-Opfer-Spaltung zu entgehen, müsste man zuerst das schädliche Konstrukt verlassen – seine eigene Gefangenschaft aufgeben. Die gesunden Anteile dürfen gestärkt werden, damit man wieder zu einem entsprechend gesunden Bezug zu sich und seinem Leben finden kann. Eigenständigkeit und Unabhängigkeit müssten genauso wie Selbstabgrenzung wieder an Bedeutung gewinnen. Dazu würden auch die Achtung vor sich selbst und Konfliktfähigkeit nötig sein, um Grenzüberschreitungen zu realisieren, sich wieder zu fühlen und auch langfristig aufrechtzuerhalten.

 

Transgenerationale und symbiotische Traumata als eventuelle Ursachen

transgenerationale und symbiotische verstrickungen als ursache für emotionale abhängigkeitDoch wie kommt es, dass sich Frauen “so etwas gefallen lassen”, in solch destruktiven, gefährlichen Beziehungen bleiben? Wieso fällt es ihnen so schwer, die Partnerschaft zu verlassen? Wieso unternehmen sie nichts gegen ihre alltäglichen Erlebnisse, setzen sich nicht durch oder suchen sich Hilfe? Wieso wollen sie nicht – ganz freiwillig – einen Mann verlieren, der schlecht für sie und ihr Leben ist? Wieso halten sie an Schmerz und Unterdrückung fest? Wen versuchen sie in Wahrheit zu erreichen? Was gibt ihnen diese Form der Abhängigkeit, Symbiose und Trennung von der Außenwelt?

Diese Fragen stelle ich mir seit mehr als 20 Jahren. Mir fehlt bis heute die Antwort. Deshalb möchte ich gern eine mir plausible von Prof. Dr. Franz Ruppert, gleichfalls führender, deutscher Experte zum Thema Traumata, anbieten. Er beschäftigt sich seit langer Zeit mit den Ursachen, Auswirkungen und Auflösungsmaßnahmen emotionaler Verstrickungen, die zu sogenannten Symbiosetraumata führen kann.

 

Symbiotische Verstrickungen durch frühere Erfahrungen mit Bezugspersonen

Viele Frauen, die solche oder ähnliche Umstände erfahren, hatten von vornherein eine eigene Herausforderung mit Schuld und Identität. Vielleicht wurden sie unterbrochen, während sie heranwuchsen, weil ein Elternteil/eine Bezugsperson ständig an ihnen herumnörgelte, sie nicht so sein ließ, wie sie wirklich waren, sie sie nicht die Welt spielerisch erproben ließ oder stark tadelte/bestrafte, wenn sie einen Fehler machte. Im Kindsein für das Kindsein bestraft zu werden, mit Auflagen und Verboten, die für das Kind heftige Einschränkungen der Freiheit mit sich brachten, erfährt das Kind eine Wahrheit, die da lauten könnte: “Nur wenn du alles so machst, wie ich es dir sage, habe ich dich lieb.” Dahinter verbergen sich Verlassensängste und ein unbeständiger Selbstwert, der von außen und Reaktionen anderer bestimmt wird. Solche Erfahrungen werden nicht selten zum Nährboden für die spätere emotionale Verstrickung.

Auch hier können frühere Traumata als Ursache genannt werden, die entweder durch einen Wiedererkennungseffekt (Partner ähnelt in seinen Verhaltensweisen einer Bezugsperson, übrigens auch einer weiblichen!) oder etwas von früher soll wiedergutgemacht werden: “Früher habe ich es nicht geschafft, X emotional zu erreichen oder mich so liebevoll/brav zu zeigen, wie ich war. Deshalb mache ich es heute besser.”

Dieses Thema ist sehr umfangreich, weshalb Prof. Dr. Franz Ruppert ein eigens Buch dazu geschrieben hat: “Trauma, Angst, Liebe”. Mehr zu diesem Thema, auf YouTube, erneut als Vortrag von Prof. Dr. Ruppert >>

 

Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden: Nachkriegsgenerationen

Meine männlichen, verstorbenen Ahnen waren Teil der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Auf ihre eigene Art litten sie alle unter ihren Vätern, sei es, dass sie abwesend oder im Krieg gefallen waren, unbekannt blieben, substanzsüchtig wurden oder keine Anerkennung erhielten. Dementsprechend waren sie entweder uneheliche “Bastarde”, ohne männliche Vorbilder oder mit selbst abhängigen, selbstzerstörerischen oder unterdrückenden Vaterbildern aufgewachsen. Sie litten unter Ohnmachts- und Hilflosigkeits-, Verlust- und Verlassensgefühlen. Sie suchten händeringend nach festen Strukturen, die ihnen Halt gaben. Sie waren bereit, alles zu nutzen und nutzbar zu machen, um ihrem Leben einen Rahmen zu geben, der erhalten bleibt. Komme, was wolle.

Darin verstrickten sich alle Beteiligten und Familienmitglieder. Es ziehen sich in meiner Familie seit jeher Vater-Sohn und Mutter-Kind-Konflikte durch sowie Gefühle des Getrenntseins, mangelnde Liebe wegen eines steten Kampfes um die Existenz/um das (finanzielle) Überleben, unterdrückte Gefühle der Angst, Wut und Trauer bis hin Ohnmachtserfahrungen, die mit Substanzen (Alkohol, Drogen, Zigaretten, aber auch Herrschsucht, Aktionismus, Aggressionen, Gewalt) kompensiert werden soll(t)en. “Wie das Leben zu sein hat”, wurde stets fremdbestimmt. Es wurde meinen männlichen Ahnen vorgegeben und sie gaben es entsprechend weiter. Sie hatten sich zu fügen, waren sie ja selbst Opfer (des Krieges) und der Traumata ihrer Bezugspersonen geworden. Also hatten auch andere ihre Herausforderungen damit zu tragen. Das bedeuten transgenerationale Traumata (in Bezug zu Krieg). Sie waren gefangen in ihren eigenen Welten.

Einen sehr spannenden Beitrag zu transgenerationalen Traumata, nicht nur kriegsbezogen, kann man auf YouTube sehen: “Generationsübergreifende Traumafolgen”

 

Quellen:
(1) Ruppert, Franz: Symbiose und Autonomie. Symbiosetrauma und Liebe jenseits von Verstrickungen. Verlag: Klett-Cotta. 5. Auflage, 2017.
(2) Wolfe, David. 4 Signs Your Relationship Is Bad For Your Mental Health. URL: https://www.davidwolfe.com/4-signs-relationship-bad-mental-health/ (Abgerufen am 1.03.2018)
(3) Ruppert, Franz: Trauma – Angst – Liebe. YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=WU344Ld3dOU&t=1s (Abgerufen am 11.02.2018)
(4) Ruppert, Franz: Das Trauma des Krieges. YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=Tlq9o6e1Ov0 (Abgerufen am 01.03.2018)
(5) Ruppert, Franz: Täter-Opfer-Spaltung. www.franz-ruppert.de. Vortragsnotizen vom 24.09.2013. URL: https://www.franz-ruppert.de/index.php/de/downloads/send/17-gehaltene-vortrge-deutsch/201-taeter-opfer-spaltung-stuttgart-2013 (Abgerufen am 28.02.2018)

 

Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

 

Jeder Empath wird heute als übermäßig sensibel beschrieben; nicht jeder Hochsensible ist zugleich Empath. Während Hochsensible sich mit Stichworten wie Überreizung und äußere Stimuli (Licht, Lautstärke, Menschenmassen, fremde sowie schädliche Energien in der Nahrung, der Luft und durch Substanzen) auseinandersetzen müssen, sind Empathen weitestgehend durch fremde Energien belastet. Sie fühlen, was du fühlst – im Guten und Schlechten. Empathen und hochsensible Menschen besitzen deshalb eine besondere Art der Beziehungsangst.

 

Was sie in Beziehungen lernen dürfen & was bei ihnen Bindungsangst auslöst

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstEmpathen und hochsensible Menschen kommen, so sagen es Experten wie die US-amerikanische Psychologin, Autorin und Empathin Judith Orloff, ohne Training nur schwer mit extremen Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen zurecht. Empathie, weitläufig bekannt als Mitgefühl, wird in der wahren Empathieforschung jedoch als Mitleid betitelt. Das erforderliche Training von Empathen könne aus dem beschwerlichen Mitleid wieder „nur“ Mitgefühl werden lassen.

Da beide Gruppierungen durch Überstimulation ausgelöst werden, ist das einzig relevante Thema, das es zu lernen gilt, Selbstabgrenzung und Akzeptanz der eigenen Begrenztheit. Beide reagieren vor allem stark auf Nähe – die mit positiven und negativen körperlichen Empfindungen einhergeht, nicht nur aufgrund seelischer und mentaler Belange. Im Gegenteil: Sowohl Euphorie und Freude als auch Traurigkeit und körperliche Schmerzen werden übermäßig stark wahrgenommen. Während Hochsensible sich mit dem eigenen System auseinandersetzen müssen, um die für sie richtige Dosis an äußeren Stimuli kennenzulernen, müssen Empathen ihre Abgrenzung von fremden Gefühlen und Bedürfnissen erfahren lernen. Das bedeutet vor allem, dass sie ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennenlernen, akzeptieren und von anderen unterscheiden lernen müssen.

Besonders in Liebesdingen nehmen beide Gruppen eine entsprechend höhere Intensität der Liebesgefühle und natürlich auch des Liebesleids wahr. Sowohl in positiven Ereignissen wie dem Verlieben an sich, als auch in negativen wie bei Streitigkeiten oder unerwiderten Gefühlen, sind sie beide stark emotional angesprochen, identifizieren sich schneller und stärker mit ihrem Gegenüber und können sogar körperliche und mentale „Nebenwirkungen“ zeigen. Diese reichen von heftigen Schlafstörungen, Minderwertigkeitsgefühlen und Sorge um die Zukunft bis hin zu Magen-Darm-Störungen (schlechte Bauchgefühle), Muskelverspannungen (bei Angst), unregelmäßiger Herzfrequenz (Herzstolpern), Hautreizungen u. v. m.

 

Mehr gefühlte Liebe für Empathen und Hochsensible

Liebesgefühle des partners wie ihre eigenen fühlen hochsensibel empathenBeide Gruppen aber haben das Potenzial, sich auf die Empfindungen des Anderen einzustellen und als Empath sogar so zu fühlen, wie der Partner es wahrnimmt. Sie können Angst und Sorgen riechen, Liebesgefühle des Anderen wie ihre eigenen aufnehmen und selbst Zweifel des Partners mit den eigenen verwechseln. Nur Menschen, die in ihren Gaben geübt sind, sich ihrer Grenzen und Begrenztheit bewusst sind und entsprechend Selbstabgrenzungs- sowie Bewältigungsstrategien besitzen, können leicht zwischen dem, was der Partner ist/braucht/will und dem, was sie sind/brauchen/wollen, unterscheiden. Sie nehmen es in dem Moment wahr oder, wie viele, die noch etwas ungeübter sind, erst Tage später.

Ihre Vorsicht bei Nähe rührt hauptsächlich von ihrer Angst, überwältigt zu werden, da Zeiten der Nähe zwar stark gewünscht und als angenehm empfunden werden, aber auch eine richtige Dosis benötigen und von Zeiten der Distanz wieder unterbrochen werden müssen. Wieso ist das so? Beide Gruppen nähren und laden sich in Zeiten der Distanz wieder auf. Sie fühlen sich schnell ausgelaugt, wenn sie lange oder intensive Zeiten mit anderen Menschen verbracht haben. Auch der Beruf kann sie energetisch aussaugen, was zu noch mehr Wunsch nach Ruhe und Alleinsein führt. Sie benötigen ihre Zeit mit sich in der Stille oder Natur, mit ihren Hobbys und Tieren ihren Freunden oder dem Beruf, um ihre eigenen Gedanken zu hören und ihre Gefühle wieder zu spüren. Viele von ihnen hört man deshalb sagen: Ich kann mich nicht mehr spüren. Ich habe das Gefühl, dass es keine Grenze mehr zwischen uns gibt. Ich habe das Gefühl, dass ich kein eigener Mensch mehr bin. Sie fürchten den Selbstverlust nicht etwa, weil sie die Liebe fürchten, sondern, weil sie ihre Empfindsamkeit und Emotionalität als Anker und Leuchtturm zugleich brauchen. Deshalb fällt es nicht wenigen schwer, wenn sie sich verlieben. Nicht nur spielen die Hormone verrückt und man ist die ganze Zeit in Gedanken bei dem neuen Partner. Auch fehlende Grenzen in der ersten Verliebtheitsphase und die häufige Zweisamkeit kann sie aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Die Trennungsangst der Empathen und Hochsensiblen: Die Angst, sich zu trennen oder verlassen zu werden

trennungsangst selbstverlust bei empathen hochsensibleGleichfalls haben sie eine stark ausgeprägte Trennungsangst, die zweischneidig ist. Sie sind auf der einen Seite sowohl ängstlich gegenüber eigenen Trennungen. Sie wollen niemanden verletzen und sorgen sich stark darum, dass der Andere seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt. Das verleitet viele dazu, zu glauben, dass sie sie nicht befriedigen könnten und nicht gut genug für den Partner zu sein. Weshalb sie eine Trennung im Kopf in Erwägung ziehen. Auch ihr bedrängtes Ich kann sie in Trennungsgedanken leiten. Werden diese aber untergraben, will die Person den Partner nicht verletzen, werden also die eigenen Selbstabgrenzungsmechanismen nicht genutzt, sondern der Drang unterbunden, führt es zu Aggressionen. Die müssen sich irgendwie entladen, sei es durch Wutausbrüche, plötzliche Trennungen oder kurzweilige, eiskalte Rückzüge, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

Auf der anderen Seite fürchten sie die Trennung des Anderen. Denn beide Gruppen haben übermäßig hohe Selbstzweifel und sind es seit Kindheitstagen gewohnt, für ihre Sensibilität und Einfühlungsvermögen getadelt oder belächelt zu werden. Sie gelten generell als schwächlich oder nicht belastbar. Viele brauchten eine Weile, um ihre Charaktereigenschaften zu akzeptieren und kennenzulernen.

Obwohl die beiden Themen Empathie und Hochsensibilität seit einigen Jahren in vielerlei Munde sind, gibt es noch immer genug Hochsensible und Empathen, die ihre Gabe und Herausforderungen nicht kennen. Besonders, wenn ein nicht-hochsensibler Partner auf einen Hochsensiblen trifft oder ein nicht-hochempathischer Partner auf einen Empathen, kann es zu außerordentlichen Anpassungsschwierigkeiten in der Verliebtheitsphase kommen, die nicht selten zu Trennungen führen.

 

Unterschiedliche Empfindungswelten

einsamkeit eines anderen spürenIch habe in meiner Praxis viele Gespräche mit Menschen geführt, die mit sich am Hadern waren, wie sie ihre Gaben „abstellen“ können, um sich stärker auf ihre Partner einlassen zu können. Sie wollten es und spürten, dass sie gut füreinander waren, aber hatten extreme Mühen, sich auf die andersartige, meist zu schnelle (Tempo) und zu heftige (Intensität) Lebenswelt (weniger-mehr) einzustellen. Sie wollten es und wünschten es sich, aber ihr Körper und/oder ihr Herz hielten stets dagegen. Man kann sich das wie zwei verschiedene Kulturen vorstellen: Der Hochsommer in Australien beginnt, wenn bei uns in Mitteleuropa der Sommer gerade beendet ist und ist um einiges intensiver als in unseren Kreisen. Dennoch sagen Australier und Europäer zu beidem „Sommer“. So ähnlich ist es auch bei Hochsensiblen/Empathen und Nicht-Hochsensiblen/Nicht-Empathen: Die Australier lieben ihre normalen 40 Grad Celsius und viele im Bundesstaat Victoria (Melbourne) ziehen extra nach New South Wales zurück (Sidney, Canberra), weil es dort im Winter wärmer ist. Die Sonne ist im Winter in Melbourne gegen 12-13 Uhr ungefähr so intensiv wie bei uns im Spätsommer. Wir saßen teilweise im T-Shirt beim Mittagessen. Umgekehrt mögen nur wenige Deutsche oder Mitteleuropäer die sehr starken Temperaturen im Hochsommer um Weihnachten herum in Sidney, wenn die australischen Gemüter gerade so richtig ins Wallen kommen. Unterschiedliche Empfindungen für ein- und dieselbe „Sache“.

Diese Unterschiede in der Wahrnehmung von Liebe und Beziehung gibt es nicht nur zwischen Empathen/Hochsensiblen und solchen, die es nicht sind. Es gibt sie immer und grundsätzlich zwischen allen Menschen, nur dass sie bei diesen Gruppen und ihren Partnern besonders stark ins Gewicht fallen und entsprechend stärkere Ängste auslösen können. PartnerInnen müssen hier schlichtweg mit ihrem Gegenüber reden und sich der Überstimulation bewusst sein. Das ist auch nichts, was sich abstellen ließe oder durch Vorwürfe ändern könnte – es ist keine Frage der freien Wahl oder der Willensstärke. Es ist ein eingebranntes Muster und in den meisten Fällen ein sehr hilfreiches und gutes.

 

Im Treibsand des Partners und seiner Gefühle

sich in den gefühlen des partners verlieren hochsensibel empathHinzukommt aber eine Ausprägung, die man interpretieren kann, wie man möchte: Beide Gruppen, je nach Grad der Empathie, können sich durch ihre Sensibilität in den Anderen hineinversetzen und sich so wie ein Kompass durch die Gefühlswelt hindurch navigieren – und verrennen. Sie merken oft erst im Nachhinein oder bei Distanz (gestern Abend zusammen, alles wunderschön – heute sieht man sich nicht und alles erscheint trübe und schwerfällig), dass etwas unstimmig ist oder die Bedürfnisse an eine Beziehung sich unterscheiden. Sie stellen häufig und sofort ihre Fähigkeiten und Tauglichkeit mit Blick auf den Anderen infrage.

Wenn man sie auf die Unterschiede in der Wahrnehmung anspricht, wissen sie oft nur durch lange Zeiten der Reflexion, zu benennen, was in ihnen vor sich geht. Viele können es aber dennoch nicht oder es fällt ihnen erheblich schwerer als Nicht-Empathen und Nicht-Hochsensiblen, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Bei zu viel Nähe ringt nur ein Flucht-Mechanismus mit einem Nicht-verletzen-Wollen-Mechanismus. Man kann sich das wie einen EKG-Monitor vorstellen, der die Herzfrequenz anzeigt. Sie benötigen einen konstanten und gleichbleibenden Herzschlag und „Ton“ in sich, um sich wohlzufühlen. Gerät der Ton aber in ungeahnte Höhen und zu schnellem Tempo, setzt Beunruhigung ein und der Drang, dies augenblicklich zu ändern. Viele haben deshalb ganz natürliche Abwehrmechanismen, zum Beispiel zappeln sie viel herum, wippen mit ihren Beinen oder renken stets ihren Nacken wieder ein. Sie laufen hin und her oder wirken abwesend, zittern oder greifen zu Kompensationen wie Getränke, Essen, Tabak und Alkohol, um den Takt wieder in den normalen Frequenzbereich zu bringen.

 

“Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen.”

Ausbruch aus Gefängnis namens Angst Eifersucht Gier Geld Macht Trauer Schuld SchamSie hassen es, aufzuspringen und Nein zu sagen, aber es bleibt ihnen (und anderen) nicht immer erspart. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation, in der ich mit einem Mann, den ich gerade erst kennengelernt hatte, morgens im Bett aufwachte. Er umarmte mich innig und wollte nur die Bettwärme und meine Abwesenheit fühlen. Er wollte mir zeigen, dass er sich wohlfühlte und sich freute, morgens mit mir aufzuwachen. Meine Reaktion aber war eine innere Explosion: Ich fühlte mich derart eingeengt und bedrängt. Ich spürte seine Bedürfnisse wie eine Walze über mich herüberrollen. Ich konnte hinter seiner Zufriedenheit über die Situation die Schmerzen über sein bisheriges Alleinsein wahrnehmen. Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen. Nicht etwa, weil ich seine Nähe fürchtete, sondern weil ich morgens grundsätzlich direkt aus dem Bett aufstehe, mir die Nase putze, ins Bad gehe, meinen Tieren ihr Frühstück gebe und dann meinen Kaffee trinke. Mein System erlaubt mir kein Kuscheln über länger als zehn Minuten. Interessanterweise hatte ich solche und ähnliche Erfahrungen nicht mit Hochsensiblen/Empathen.

Je mehr Menschen wie ich aber versuchen, gegen ihren inneren Kompass zu handeln, weil sie den Partner mögen und behalten, ihn gut behandeln möchten und respektieren, desto mehr gehen wir absichtlich über unsere Fähigkeiten hinaus und überschreiten unsere mentalen und körperlichen Grenzen selbst. Bei vielen schürt das leider Wut und Angst. Spätestens, wenn sie wieder allein sind, bemerken sie ihre Überreizung und die Konsequenzen, ihr Ausgelaugtsein, ihr fehlendes Gefühl für sich selbst, ihre Gedankenkreisel im Kopf, die Anstauung fremder Gefühle in ihrem Körper oder Gedanken in ihrem Kopf. Sie vermissen sich sozusagen und als würde die Stimme ihrer Intuition, Empathie und Hochsensibilität brüllen: „Ja, ganz toll. Das machen wir auch nie wieder!“ geraten sie sofort in Bedrängnis, sich zwischen sich selbst und ihrem Partner zu entscheiden.

Ein Blick in internationale Foren und Facebookgruppen mit Empathen und Hochsensiblen zeigt mir täglich mehr als deutlich, wie viele von ihnen sich freiwillig gegen Nähe entscheiden, nur um nicht in diese Entscheidungsnot zu geraten. Es fühlt sich für sie an, als müssten sie sich zwischen ihrem Leid und deinem Leid entscheiden. Eine Wahl, die ihnen nicht nur wehtut, sondern auch schwerfällt, weil ihr System nicht auf Schmerz-Zufügen ausgerichtet ist, sondern auf Minimierung des Schmerzes. Deshalb finden sich viele Empathen und Hochsensible in Berufen wieder, die ihnen Freiheiten schenken – frei von Hektik, frei von Menschen oder frei von unvernünftigen und nichtigen Unternehmensansprüchen, die niemandem dienen, außer dem Unternehmen. Ungerechtigkeit und Wettbewerbsgehasche, Ellenbogenhierarchien und Obrigkeitsgehorsam sind ihnen genauso zuwider wie Hochbegabten.

 

Offene Gespräche für mehr Verständnis

Als Partner eines Empathen oder Hochsensiblen (oder beidem) bleibt einem nur das offene Gespräch und klare Grenzen und Regeln, die beide miteinander ausmachen und befürworten. Je stärker die Grenzen sind, desto wohler fühlen sie sich. Umgekehrt haben die Partner die Erkenntnis, dass es nicht an ihnen liegt, sie nicht „nicht genug“ seien, sondern nur unterschiedlich in der Wahrnehmung und Empfindung. Das ist eine große Entlastung und vermag einen völlig anderen Blick auf die Zukunft der Beziehung mit deinem Herzenspartner.

Auch wenn du entdeckt haben solltest, dass du Empathin und/oder Hochsensible bist, kannst du für dich und ihn realisieren, dass es dir an Selbstabgrenzung und Selbstwahrnehmung fehlt. Sie in eine gesunde und ausgeglichene Waage zu bringen, ist das oberste Ziel – dann kann auch die Beziehung zu deinem Herzenspartner eine positive Wendung nehmen.

Dies war ein Ausschnitt aus meinem Buch “Du liebst mich, oder doch nicht?“, erschienen 2017 als Taschenbuch und E-Book. Erhältlich bei mir oder Amazon.

 

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

 

Es wird oft von Stress gesprochen, wenn wir uns auf die Suche nach Auslösern für Angst, Burnout und Panikattacken machen. Doch woher dieser Stress rührt, meint die eine wahre Ursache, die zu innerer Hektik, Getriebensein und Enge führt, bleibt oft unbeachtet. Da ich mich ja selbst mit diesen Themen auseinandersetzen musste, möchte ich im Folgenden gern die wichtigsten Ursachen verdeutlichen.

Sie sind greifbar und erlauben dir, dich einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

 

Die wichtigsten Gründe/Auslöser für Burnout, Angst & Panikattacken

Zu viel drinnen – zu wenig draußen

zu viel drinnen sein nicht draußen sein panikattacken anschluss verlieren isolation angstWir sitzen ja alle viel zu viel und überhaupt sei Sitzen das neue Rauchen. Dennoch verbirgt sich hinter dem Sitzen vor allem eine Gefahr, die ich verheerender finde: Das mehr in den Räumen sein als im Kontakt mit der Natur, an der Frischluft, dem Leben da draußen, dem Teilhaben am Anderen, Kontakt zu Menschen. Dadurch sperren wir uns ein, es nährt Enge in der Brust, es nährt Einsamkeit und das Gefühl, getrennt zu sein, ausgeschlossen und unbeachtet, unwichtig und ohne nährende Kontakte. Es ist einer der wichtigsten Auslöser für Agoraphobie und Panikattacken (wie auch das gegenteilige Extrem, nämlich kein wirkliches, gefühltes “Zuhause” zu haben, keinen Halt in einem geschützten Raum zu haben oder zu spüren). Wir alle brauchen sichere Rückzugsorte, die bestenfalls lärmfrei, giftfrei und ohne emotionale Störquellen beschaffen sind. Wer in seinen Räumen (und auch als Symbol seines Inneren) keine Sicherheit spürt, “nur noch weg will”, der hat seine Grundlage für Panikattacken – bis hin zu Depressionen, in denen man –  metaphorisch gesprochen – am besten gar nichts mehr spürt, weil man sonst nur Leere oder tiefe Trauer fände, handeln müsste, ausbrechen müsste.

Im umgekehrten Fall ist das Außen, draußen sein, mit sich und der Welt, den Geräuschen, ein Ausgleich, der nötig wird, wenn man das Außen zu lange vernachlässigt hat. Agoraphobie, soziale Ängste, Panikattacken und Burnout zum Beispiel werden nicht besser, wenn man drinnen und mit sich allein bleibt. Im Gegenteil: Es ist das neue Lernen des Außen und des Umgangs damit, die Konfrontation und Gewöhnung, ein neues Vertrauen zu lernen, das die Symptome bessert.

 

Deine Aufmerksamkeit ist fehlgeleitet und führt daher zu einem Ungleichgewicht

Deine Energie richtet sich auf andere, zu sehr auf andere. Die Aufmerksamkeit, die du deinen Lieben, Mitmenschen, Kollegen und Freunden schenkst ist im Verhältnis zu der, die du dir schenkst, aus dem Gleichgewicht geraten. Auch ist es möglich, dass du zu sehr den Fokus auf das Leben der Anderen richtest, ihren Situationen und Herausforderungen, Bedürfnisse und Ängste. Du möchtest sie zufriedenstellen, sie beruhigen, da sein, es ihnen rechtmachen, für Harmonie sorgen oder was auch immer deine Motivation ist. Doch der Preis dafür ist – je verstärkter du das machst – irgendwann zu hoch. Damit geht der Blick auf dich und dein Leben, deine Gefühle und Bedürfnisse zwangsweise verloren. Je mehr du dich in deinem Leben von dir entfernst, desto mehr wird das Überlebenssystem in dir anspringen, auf AN stehen bleiben, rebellieren und dich durch Angst und Panikattacken warnen – im Notfall sogar in eine Starre bringen (Angststörung, Panikstörung, Depression, Burnout), damit du mit anderen kaum mehr Kontakt haben kannst (darfst) und dich nur noch dir widmen kannst.

 

Zu viel Input, zu wenig Output

zu viel input zu wenig output reize außen panikattacken angstGegenüber einem meiner Kollegen nannte ich das einmal “zu viel von zu wenig”-Syndrom. Damit meine ich diese Lebensweise: Tun wir zu viel von dem, was uns zu wenig zurückgibt, uns Energie nimmt, aber nicht schenkt, landen wir täglich in einem Mangelverhältnis und hantieren nur noch mit dem Wenigen, das uns übrigbleibt.

Stellen wir uns unser Leben und unsere Energie als ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas vor: Je mehr wir an Flüssigkeit brauchen, ohne sie wieder aufzufüllen, desto schneller kommen wir in einen sehr niedrigen Bereich, in dem kaum mehr Ressourcen (also Flüssigkeit) zur Verfügung steht. Haben wir nichts gegen das Leerende gegenzuhalten, was das Glas wieder auffüllt, wird es kritisch für die Aufrechterhaltung unseres Lebens. Je mehr wir also etwas tun, was wir nicht wollen, was uns keinen Sinn stiftet, uns verletzt, aussaugt und ängstigt, desto mehr ziehen wir genau das in unser Leben. Gegenzuhalten bedeutet also etwas ins Leben zu holen (und zwar schnell), was uns wieder füllt. Keineswegs meint das, dass wir losrennen und uns einen anderen Menschen suchen, der uns wieder “heilmacht” mit seiner Energie, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Das eine mit demselben zu vergelten, schädigt nur einen weiteren Menschen.

Gemeint sind Werte, die in Aktivitäten, mit den Lieben und Freunden oder neuen Menschen ausgelebt werden können: Das kann vom Kontaktherstellen zur männlichen und/oder weiblichen Seite, der bedingungslosen Liebe von Kindern oder Tieren, dem Kontakt zu seinem Körper durch Sport oder Bewegung bis hin zum Nähren des Geistes durch neue, spannende Themen (Literaturwelten, Weiterbildung, eigene Spiritualität usw.), der Verbindung zu seiner kreativen Seite oder andere, nährende Möglichkeiten reichen. Hauptsache, es erfüllt dich und erlaubt dir, dass du dich wieder fühlen kannst.

 

Unterbrochenwerden

Wer in seinem eigenen Leben zu einem Springer wird, also stets, wenn andere rufen, springen (muss/will/glaubt zu müssen), wird nicht nur in seinem Zeiterleben unterbrochen, wodurch er das Gefühl bekommt, er hätte für sich keine ausreichende Zeit zur Regenerierung oder um in seinem Tempo zu denken, arbeiten, fühlen. Er wird auch in seinen Bedürfnissen unterbrochen, die nötig sind, um im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Das kann zum Beispiel Auszeiten angehen (nur schnell in die Badewanne, bevor… oder ganz schnell einkaufen, bevor… oder nach der Arbeit ganz schnell die Kinder abholen, ohne den Arbeitstag hinter sich lassen zu können). Es kann aber auch die eigenen Leidenschaften betreffen, die in den Hintergrund gerückt werden (müssen/sollen), eben obwohl sie einen nähren und wertvolle Energie zur Regenerierung spenden.

Es müssen zwingend – wenn wir ohne Angst, Depressionen und Panik leben wollen, eigene werte- und sinnstiftende Zeiten in Ruhe ausgelebt werden können. Sollte das schwierig sein, muss man sich auf die Suche nach Unterstützung machen, gegebenenfalls Aktivitäten/Bitten verneinen, den Job wechseln, jemanden für die Kinder oder den Haushalt engagieren, sich aufteilen mit der Betreuung der Kinder oder andere Lösungsstrategien. Aber ein “Es geht nicht!” gibt es nicht. Das steht für deinen Körper nicht zur Debatte, wenn sich Angst und Panikattacken breitgemacht haben.

 

Unterdrückte oder offensichtliche Einsamkeit

wie du deine angst allein zu sein überwinden kannstVon der Flucht vor Leere durch Arbeit, Alkohol, Sport, Sex oder andere Kompensationen bis zur inneren Verneinung/Abwehr einer nötigen Veränderung (lieber eine angenehme, erwartete Rolle spielen, Flucht vor sich und seinen Herausforderungen aus Angst vor den Konsequenzen): Einsamkeit zeigt sich auf vielfältige Weise und ist in meinen Augen die Ursache für alle psychischen Belastungen. Häufig wird sie durch den Verlust von geliebten Menschen hervorgerufen (Tod, Umzug, Auszug der Kinder). Aber auch fehlende Werte in seinem täglichen Leben oder verlorengegangene Werte führen oft zu einem Gefühl des Überwältigtseins durch das leere Nichts. Keine Zuwendung, keine Teilhabe, keine Wertschätzung, nicht gebraucht werden, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit: Selbst in Partnerschaften oder im Beruf sind wir nicht vor Einsamkeit gefeit.

Was hilft, ist entweder das Aussöhnen mit den Umständen, durch Vergebung und Neuverbindung mit dem, was einst Halt und Sinn verlieh. Oder man stellt sich der Herausforderung und löst das “Problem”, in dem man sich (aus dem Umstand) löst. Lösen heißt auch, die Angst vor Einsamkeit oder vor Verletzungen loszulassen. Viele geraten in die Einsamkeit durch Isolation, weil sie meinten, diese würde sie vor Verletzungen schützen. Aber auch Passivität, also das Warten darauf, dass von allein etwas geschieht, ohne dass man etwas tun muss, man gefunden würde oder das Glück vor der Tür stünde, kann einsam machen. Sich nicht zu trauen, ist selten ein funktionierender Weg aus der Einsamkeit. Ob man seine Einsamkeit für sicher hält, erkennt man leicht daran, ob man bei Gelegenheiten, die einem gefallen würden/könnten, dann doch einen Rückzieher macht und vermeintliche Gründe sucht, wieso etwas “nicht geht”.

Wir waren alle einmal da. Auch ich. Als Autorin des Buches “Über die Kunst, allein zu sein” empfehle ich dir in diesem Fall mein Buch zu lesen.

Mit den besten Wünschen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Solltest du unter Angstzustände und Panikattacken leiden

Das war ein Auszug aus meinem neuesten E-Book. Weitere Strategien gegen Angstzustände findest du in “Hör auf! Deine Angst. Eine Reise zu den Ursprüngen deiner Angst und Panikattacken” (für eine limitierte Zeit zum reduzierten Preis von 19 Euro):

Erfahrungen Betroffener Angststörungen und Panikattacken