Selbstabgrenzung: Eine wirksame Übung aus meinem Methodenkoffer

Selbstabgrenzung: Eine wirksame Übung aus meinem Methodenkoffer

 

Selbstabgrenzung ist für viele Menschen eines der größten Bedürfnisse und Herausforderungen. Wir meinen es gut mit Menschen und viele Menschen meinen es gut mit uns. Dennoch: Es wird Menschen geben, die es weniger gut meinen, die Güte und Demut ausnutzen oder uns manipulieren. Es sind unbewusste Menschen, die stark im Mangel leben und aufgrund von früheren Ereignissen nur mit sich selbst, statt mit den Konsequenzen für ihr Gegenüber, beschäftigt sind.

 

Selbstabgrenzung üben lernen

Es kann schwerfallen, mit unbewussten oder verletzenden Menschen umzugehen, ohne es als Angriff zu empfinden. Dementsprechend steigt die Bedeutung von Selbstabgrenzung in Zeiten von Stress und Angst, weil man die extremen Gefühle anderer Menschen sensibler wahrnimmt und ihnen – wie ein kleines Boot auf dem großen Ozean dem Wetter – ausgesetzt ist.

Eine meiner liebsten Methoden, die ich auch noch heute nutze, besonders allen mit Stress-Ängsten als Weg der Erleichterung empfehlen kann, sind imaginäre Wände. Wann immer man sich

  • eingeengt
  • belastet
  • mit Fremdansprüchen konfrontiert
  • ohnmächtig
  • wehrlos
  • hilflos
  • gestresst
  • verängstigt
  • ausgeschlossen
  • übergangen
  • überrumpelt
  • manipuliert
  • und vieles mehr

fühlt, stellt man sich eine Szene im Kopf vor, die es binnen weniger Sekunden erlaubt, sich innerlich abzugrenzen, zu sich zurückzufinden, sich zu schützen, Luft zu holen, in sich zu ruhen und auf sich zu besinnen. Auch bei Gedanken, die unwillkommen im Geiste auftauchten, hilft die Methode, ein STOPP zu setzen.

Die Methode ist überall anwendbar. Je mehr man sich trainiert, diese Methode als Fokussierung und Achtsamkeit zu nutzen, desto schneller funktioniert sie praktisch und einfach in allen Situationen. Sei es im Meeting, in der Bahn oder beim Mittagessen mit den Schwiegereltern: Alles, was man benötigt, ist ein Gedanke, der autogen eine Fantasie auslöst, die wiederum für inneren Frieden, Erholung und Abgrenzung sorgt.

 

Selbstabgrenzung durch Die Methode der Imaginären Wände

Schritt 1: Schließe die Augen. Atme ein paar Mal tief ein, sodass sich der Bauch hebt und senkt. Mit jedem Atemzug atmest du reine und unverbrauchte, saubere und gute Luft ein. Stell dir vor, dass diese kühle, unverbrauchte und positiv aufgeladene Luft in deinen Körper strömt. Wo immer du im Körper Verspannungen oder Blockaden spürst, atmest du hin. Beim Ausatmen stößt du alle negative Gedanken, Ärger, Angst und Traurigkeit mit einem Prusten wieder aus deinem Körper aus. Beim Prusten ist Druck enthalten; das Negative wird bewusst und gezielt aus dem Körper hinaus befördert.

Schritt 2: Stell dir nun vor, du stehst in der Mitte eines Raumes. Er ist groß, hell, freundlich und hat hohe Decken. Sieh dich nicht als Beobachter, sondern fühle dich als Besitzer dieses Raumes. Dieser Raum ist ein Symbol für deinen Körper. Sieh, wie du aufrecht stehst, um dich herum ist der Raum. Neben dir – links und rechts – stehen all die Menschen, die Erwartungen, Ansprüche, Belastungen, Verletzungen, Einseitigkeiten, Ärger und Wut mit sich bringen. Es steht in ihren Gesichtern geschrieben, dass sie es auf dich abladen wollen, dich überrennen wollen, dich brauchen, keine Rücksicht nehmen können/wollen, Bedürfnisse haben, diese wichtiger einstufen als deine, dich beladen wollen. In deinem Geiste stehen sie ruhig da und keiner bewegt sich, nur dein Kopf sieht nach links und nach rechts und bemerkt die Menschen mit ihren Erwartungen.

Schritt 3: Du lächelst sie an, vielleicht missmutig, vielleicht schadenfroh, vielleicht mitfühlend, vielleicht entschuldigend. Entscheide selbst darüber, welche Gefühle du ihnen zeigen möchtest. Aber zeige sie ihnen. Erlaube dir in diesem einen Moment, ihnen deine wahren Gefühle zu zeigen. Falls schon eine oder mehrere der Personen in deinem Kopf reagieren oder auf dich losstürmen wollen, sag ihnen:

HALT! Ich möchte das nicht. 

Sprich laut und bestimmt. Bringe sie in deinem Kopf zum Innehalten und Schweigen.

Schritt 4: Lass nun erst links, dann rechts, dann vor dir, und zum Schluss hinter dir, jeweils eine senkrechte Wand von oben herunterfallen. Wie diese aussieht, ob sie aus Ziegelsteinen besteht, Putz oder Tapeten hat, spielt keine Rolle. Sie sollte lediglich dick und trennend sein. Diese Wand trennt die Menschen von dir, grenzt dich von ihnen ab. Sie schließt dich gleichzeitig von allen Seiten ein und schottet dich von fremden Bedürfnissen und Erwartungen ab. Du entscheidest, wie nahe die Wände an dir sind oder wie weit du die Wände von deinem Körper wegschiebst, wie viel Platz dir das Innere der vier Wände bietet.

Meine Wände sind zum Beispiel immer zu 1/4 aus warmen Steinen (die Wand in meinem Rücken) und zu 3/4 aus Glas: einbruchsicher und unkaputtbar, absolutes, megahartes Panzerglas. So kann ich den Menschen, die vor meinen Wänden stehen und mich ansehen, noch in die Augen schauen, habe sie noch bei mir und “trenne” mich nicht gänzlich. Ich unterbinde nur, dass sie mich erreichen. Ich untersage meine Verfügbarkeit für ihre Belange. In diesem Moment erlaube ich mir Rückzug. Ich setze mich dann meist auf den Boden, lehne mich an meine warme Steinwand, sehe die Menschen vor dem Glas, beobachte sie hin und wieder oder ignoriere sie gänzlich: Was auch immer ich brauche, mache ich. Ich strecke meine Beine aus, schlage meine Füße übereinander, falte meine Hände in meinem Schoß, atme, singe, summe oder lese ein Buch. Manchmal hole ich mir die Natur in meine Wände, Tiere oder das Meer.

Schritt 5: Ganz egal, was du dann in deinen vier Wänden tust: Es gibt nur dich. Und das, was mit dir sein soll. Hier eine Blume oder oben am Himmel die Sonne. Gute Musik in der Luft, Schokolade oder gutes Essen deiner Lieblingsküche, vielleicht ein High-End Riesenfernseher mit deiner Lieblingsserie in Dauerschleife oder es ergießt sich vor deinen Augen der wunderbarste Regen in tropischen Wäldern. Vielleicht bringen deine Wände die Natur mit sich und du siehst nur noch einen Wald in der Nähe eines Sees. Vielleicht ist es die Sommerwiese oder der Grand Canyon, der vor deinen Füßen liegt. Oder es ist das Meer, mit deinem Hund neben dir? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Lass sie leben in deinen vier Wänden. Sieh hin, was dein Geist hervorbringt, was er dir Gutes in deinen Raum legt und wohin auf der Welt er dich reisen lässt.

Bleib dort, solange  du möchtest. Genieße das Gefühl. Spüre es in deinem gesamten Körper. Nimm deine Sinne und spiele mit den “Dingen”, die dir dein Geist schenkt: der warme Sand unter deinen Füßen, die duftende, nach Blumen riechende Luft, der warme Wind auf den Armen, Gegenstände am Boden, die du in deine Hände nimmst … Er-Lebe das Gefühl.

 

Selbstabgrenzung denken und probehandeln

Mir passierte es früher häufig, dass Menschen, die wenig Rücksicht auf mich nahmen, während dieser Übung in meinem Kopf auftauchten. Sie versuchten, meine Wände einzurennen, herüber zu klettern oder schauten mich fordernd an. Es war meine Güte, mein Gewissen, das sich während der Übung meldete. Ich konnte die Wut in ihren Augen sehen, ihre Trauer darüber, dass ich mich abschottete, ihre unbändige Verletzung: Alles, was sie im wahren Leben auch gezeigt hätten, konnte ich während dieser Imaginationstechnik sehen und spüren.

Das ist okay. Zu fühlen, dass du dich dennoch abgrenzen möchtest, es für wichtiger erachtest, als fremden Ballast oder Schmerzen, während du in deinem sicheren, panzerfesten Raum bist, ist gut. Du wirst spüren, trotz Mitgefühl oder gar Mitleid, wie wichtig es ist und wie heilend es sich anfühlt, dass du diese Abgrenzung lebst und durchsetzt. ERLAUBE DIR ABSOLUT ALLES.

Nichts ist bedeutungsvoller, als sich daran zu erinnern, welch schöne Gefühle und wohlige Wärme in einem verborgen sind, wenn man nur umgeben ist von eigenen Grenzen – oder in diesem Falle: eigenen Wänden. Senke dich in dich und deine Seele ab. Komm dort zur Ruhe und kehre wieder ein.

Lust auf mehr Strategien zur Bewältigung der kleinen und großen Herausforderungen des Lebens?

Janett Menzel intuitives Coaching Berlin2Hallo! Falls du mich noch nicht kennst, möchte ich mich dir gern vorstellen: Ich bin Janett Menzel, Inhaberin dieses Blogs. Ich litt jahrelang an verschiedenen Ängsten (wie wir alle) und beizeiten sogar unter Panikattacken und Burnout-Symptomen. Mir blieb nichts weiter übrig, als mir selbst zu helfen. Also folgten verschiedene Ausbildungen (Coaching, Schreibtherapie, Autogenes Training, Betriebliches Gesundheitsmanagement usw.), die ich später meinen Klientinnen und Klienten und heute meinen LeserInnen vermittele. In meinem aktuellen Projekt "Ein Gefühl namens Dieter" vereine ich alle diese Strategien. Es ist kein Onlinekurs, sondern viel mehr als das: ein niemals endendes Buch, online und interaktiv, ausgestattet mit verschiedenen Audios, Anleitungen zu Strategien, Arbeitsblättern, Meditationen, Entspannungstechniken und vieles mehr. Das Highlight daran: Es kommen monatlich neue Strategien hinzu. Und du darfst es mitgestalten. Denn als Autorin mehrerer Ratgeber leide ich unter dem Aspekt, nachträglich nichts weiter in meine Bücher einfügen zu können. Also entwickelte ich dieses neue Format, das ich heute "Kapitel des Lebens" nenne.

Es soll die größte Bibliothek an Selbsthilfestrategien werden, ein Almanach an Wissen für die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens. Fällt dir das Leben manchmal auch schwer? Wünschtest du, einfach irgendwo nachschlagen und lesen zu können, was du ausprobieren könntest?

Dann ist "Ein Gefühl namens Dieter" vielleicht genau das Richtige für dich. Noch ist der Einstieg mit einem Festpreis geregelt. Doch bald, mit zunehmender Anzahl der Strategien, werde ich auf monatliche Beiträge setzen müssen, um meine Arbeit zu würdigen und der Idee dienen zu können - dass Menschen wie du Zugang zu möglicher Selbsthilfe haben, wann immer sie welche brauchen.

Hast du Lust, dabei zu sein? 

Hier kannst du mehr darüber erfahren >> (Weiterleitung)

Ein Gefühl namens Dieter Bewältigung von schwierigen Gefühlen und Lebenssituationen Janett Menzel

 

Angst und Panik loswerden: Tipps und was du unbedingt wissen musst

Angst und Panik loswerden: Tipps und was du unbedingt wissen musst

 

Als ich schon mehr als zwei Jahren keine Panikattacken mehr hatte und auch meine Agoraphobie überwunden hatte, hatte ich einen kurzen Moment der Angst vor der Angst. Ich hatte mich mit meinem damaligen Partner heftig in den Haaren gehabt. Das führte zu einer ähnlich heftigen Stressreaktion, wie ich sie in Situationen der Angst und Panik erlebt hatte. Bei meiner ersten Panikattacke hatte ich alle wohl bekannten Symptome von Herzrasen, Schluckbeschwerden, weiche Knie, Enge in der Brust, Verdauungsstörungen, Muskelschmerzen und vieles mehr. Aber darüber hinaus erlebte ich noch eine körperliche Empfindung, die selten in Verbindung mit Angst und Panikattacken erwähnt wird: Ich hatte das Gefühl, als ob mir jemand aus dem Inneren meines Kopfes mit einem Hammer gegen die Schädeldecke schlägt. Der Schlag fühlte sich so echt an, dass ich dachte – berechtigterweise -, etwas würde mit meinem Gehirn nicht stimmen. Also suchte ich das ganze Internet ab, um herauszufinden, auf welche Ursache dieses Symptom zurückzuführen war. Ich war nicht auf der Suche nach einer Krankheit. Ich wollte nur wissen, was gerade mit mir geschehen war oder was ich getan hatte, um diese körperliche Empfindung hervorzurufen. Wie immer, wenn man im Internet Symptome googelt, stellt man spätestens bei der dritten Seite fest, dass man entweder bereits halb tot ist oder kurz davor. Aber ich fand keine medizinische Erklärung, die lautete: Panikattacke oder Panikstörung. Nirgends tauchte exzessives Grübeln und dadurch entstehender Spannungskopfschmerz durch anhaltenden Stress auf. Auch der Neurologe, den ich auf Rat meiner Allgemeinmedizinerin aufsuchte, bestätigte mir beste Gehirngesundheit.

Es sind oft die einfachsten Dinge, die wir vergessen zu erwähnen, zu sehen, zu leben und zu verstehen. So wie ich noch nie auch nur ein Wort im Blog über dieses eine Symptom verloren habe. Und das obwohl es der eine Grund war, wieso ich diese Website als Projekt ins Leben rief: Weil ich wollte, dass Menschen, die es ebenso erlebt hatten, eine Antwort fanden.

 

Integrale (ganzheitliche) oder funktionale Therapie? Was ich heute über Angst und Panikattacken weiß

In meinen Augen sind Angst und Panik nur Reaktionen, Muster, auf etwas Einfaches, das sie lieber verdrängen oder schönreden, weil alles andere – nämlich die reine, pure Wahrheit – unbequeme Konsequenzen nach sich zöge. Konsequenzen sind Veränderungen und denen stehen alle Menschen mit Verzagen gegenüber.

Mir half meine selbst bezahlte Gesprächstherapie kurzfristig nicht. Doch ich war keine der Auserwählten, die einen Therapieplatz für Verhaltenstherapie erhalten hatte. Mittel- und langfristig war die Gesprächstherapie dafür das Beste, was mir hätte passieren können. Heute bin ich dankbar dafür. Ich hätte auch zu große Angst gehabt, mich meiner Angst in einer Verhaltenstherapie stellen zu müssen. Das lag auf der einen Seite daran, dass ich meine Angst brauchte, um mein Leben so weiterleben zu können, wie es war. Auf der anderen Seite war der Gedanke, dass ich wieder „funktional“ gemacht würde, grausam und erschreckend. Genau das hielt ich nämlich für „meine Ursache“, gepaart mit hormonellen und ernährungsbezogenen Aspekten, die häufig bei Frauen Angst, Panik und Depressionen (in allen Formen) auslösen.

Während der Gesprächstherapie wurde mir zwar auf beste Weise mein Kopf und bestehende Strukturen zurechtgerückt. Aber ich musste selbst an meiner Panik und Angst arbeiten. Ich musste das Prinzip der Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit neu erkennen und umsetzen. Niemand nahm mich an die Hand, ging mit mir spazieren oder wäre da gewesen, wenn ich eine Panikattacke gehabt hätte. Ich war nicht in einer Klinik und nahm auch keine Medikamente. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Partner und die wenigen Freunde, die zu mir gehalten hatten, wollte ich nicht belasten. Ich wollte niemanden merken lassen, dass ich plötzlich wieder vier Jahre jung war und nicht allein einkaufen gehen konnte. Auch wenn ich all das bis heute nicht bereue, so brachte es doch einige Herausforderungen mit sich, zum Beispiel, was ich alles nicht wusste, weil es mir niemand sagte: Aspekte, die ich gern in einem Buch gelesen hätte, bevor ich mich auf den Weg aus meiner Angst und Panik heraus mache.

 

Was muss ich wissen, wenn ich Angst und Panikattacken habe?

Erstens: Angst ist oftmals (wenn nicht spezifisch) diffus und setzt sich fest, irgendwo im Körper. Eine Attacke ist wie der graue, dunkle Himmel vor dem eigentlichen Gewitter. Was die Menschen mit Attacken spüren, ist nur der schwarze Himmel. Das Gewitter bleibt sehr häufig aus – wie üblich in der Natur. Heißt: Die Attacke kommt meistens nicht. Der dunkle Himmel weist nur darauf hin, dass sich dein seelisches Wetter gerade verschlechtert hat, z. B. nach zu viel Hitze (zu viel emotionalen, psychischen, körperlichen Stress, verursacht durch X).

Zweitens: Das menschliche Gehirn reagiert nicht mit Angst, um uns eine reinzuhauen oder weil wir etwas falsch gemacht haben. Es reagiert so, um uns zu schützen. Das ist der Sinn des Gehirns: Schutz des Lebens. Dafür ergreift es Maßnahmen, die hart und eindringlich genug sind, damit der Mensch und sein Körper verdammt nochmal reagiert. Wäre eine Panik- oder Angstattacke wie ein zartes, duftendes Röschen ohne Dornen, würdest du lächeln und weiterhin machen, was dein Leben oder Überleben in dem Konstrukt, das du Leben nennst, gefährdet. Eine wahre Gefahr besteht übrigens nicht nur, wenn wir auf die vielbefahrene, vierspurige Autobahn rennen. Eine Gefahr ist es für unser Gehirn auch dann, wenn bestehende Meinungen (Denkmuster) infrage gestellt werden, die wiederum einen wichtigen Wert in unserem Leben anzweifeln, bedrohen oder uns vor etwas Unbequemes, Lästiges oder Schmerzhaftes stellen, womit wir nicht umgehen gelernt haben. Unsere Gedanken lösen Gefühle aus, die wiederum unser Verhalten lenken können. Wir können diese Muster jederzeit verlernen, aber in dem Moment der Angst wissen wir nichts davon. Unser Gehirn reagiert einfach entsprechend und sagt: STOPP! Das darf jetzt nicht sein, denn sonst müsstest du deine Meinung, deine Einstellung, deine Gedanken ändern. Haderst du auch nur kurz damit, werde ich (dein Gehirn) weiter dagegen angehen und versuchen, dich auf meine Seite zu ziehen – dort, wo du geschützt und sicher bist, ohne etwas ändern zu müssen.

Wir haben alle gelernt, individuell, was für uns sicher und deshalb wertvoll ist. Es sind einstudierte, etwas Wichtiges aufrechterhaltene, Lektionen, z. B. Harmonie, Teilsein/Zugehörigkeit, Bedeutung, Sinn usw. Das haben wir gelernt, weil wir nicht wussten, wie wir mit dem Verlust eines Wertes und die daraus entstehenden Gefühle umgehen sollen. Wenn uns unsere Eltern oder ihre Situationen Angst gemacht haben und sie uns nicht beigebracht haben, damit umzugehen (mit der Situation und mit dem Gefühl in uns), dann wissen wir es nicht besser. Dasselbe lässt sich auf andere Lebensbereiche und -herausforderungen beziehen.

Drittens: Wie häufig im Leben, geben wir bei schlimmen Erfahrungen entweder uns selbst die Schuld oder anderen. Wir konstruieren selten Mischvarianten aus ungünstigen Umständen oder Fehlentscheidungen – geschweige denn geben wir zu, dass die Tatsache, dass wir eben keine Entscheidung getroffen haben, die Ursache für eine Herausforderung war. Was meine ich mit bequem? Es ist bequem, in einer Beziehung, die sich nicht mehr erfüllt anfühlt, zu bleiben oder nichts zu ändern, statt durch die Trennungsphase zu gehen, neu anzufangen oder mit dem Partner ernsthafte und ehrliche, wiederauflebende Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Es ist bequem, den ganzen Tag über den Arbeitsgeber zu meckern, statt sich unter das arbeitssuchende Volk zu mischen, Dutzende Bewerbungen zu schreiben, in der Hoffnung, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und eventuell mehrmals abgelehnt zu werden.

Die Gefühle, die gegenteilige, mutige Entscheidungen auslösen, sind unbequem. Sie bedeuten Schmerz, Versagen, Reue, Neid, Angst und Ungewissheit, um nur einige zu nennen. Für manche bedeuten sie auch Schuld und Scham – große Leitgefühle, die Angst zu vermeiden versucht.

Viertens: Je nachdem, wie und ob wir gelernt haben, mit unbequemen Gefühlen umzugehen, gestaltet sich unsere Reaktionskette. Normal läuft es so ab, dass wir etwas denken, oft hervorgerufen durch einen unbemerkten Gefühlsimpuls, der zu bestimmten Gedanken führt, die uns wiederum zu entsprechenden Handlungen veranlassen oder uns davon abhalten. Dementsprechende Ergebnisse – positiver oder negativer Natur – werden in unserem Leben sichtbar. Ich zum Beispiel war ein Mensch, der, wenn etwas nicht funktionierte oder ich einmalig Kritik oder Verachtung für etwas erfuhr, es sofort niederlegte und nie wieder tat. Ich hinterfragte nicht die anderen, die eventuell überreagiert oder weniger Kompetenz hatten oder denen ich unabsichtlich auf die Füße getreten war, weswegen sie mit Verachtung feuerten, um ihre eigene Angst abzuwehren. Ich hinterfragte auch mich nicht, konnte eigene Fehler nicht eingestehen, wollte nicht „noch mehr machen müssen“, hatte keine Geduld, keinen Glauben, wusste nichts über Lernprozesse.

ganzheitliche therapie oder funktionale therapieHeute weiß ich, dass meine Entscheidungen aufgrund der Reaktionen anderer auf mein Verhalten und Denken völliger Blödsinn waren. Wenn man nur bedenkt, wie viele Menschen es mit wie vielen unterschiedlichen Meinungen auf der Welt gibt! Es hätte gut und gern sein können, dass niemanden genau das, was X kritisiert hatte, aufgefallen wäre oder es nicht kritisch gesehen hätte oder nichts dazu gesagt hätte, es sogar gefallen hätte. Aber mein nicht erlernter Umgang mit Fehlern und Kritik führte damals dazu, dass ich dieses Reaktionsmuster abspulte. Dadurch verhinderte ich auch die erwünschten Ergebnisse in meinem Leben. Als Ergebnis hatte ich stattdessen viele angefangene Projekte, viele Ideen, die nie zum Leben erwachten, viele Meinungen, die ich für mich behielt, minder gute, eher übergriffige und fremdgesteuerte Verbindungen, viele Eigenschaften und Talente, die ich ebenso verheimlichte – nur aus Angst vor Kritik und Ablehnung. Ablehnung bedeutete: keine Zugehörigkeit, keinen Sinn, keine Bedeutung, keine Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Macht jedem Angst, der ein Herz hat.

Fünftens: Je mehr Angst man hat, desto mehr ändert sich deine Frequenz, deine Energie. Angst ist eine sehr starke und überwältigende Energie. Anfangs sind es kleine Funken wie die eines Lagerfeuers. Aber, wenn nur genug Stroh in der Nähe liegt, wird es nicht lange dauern, mit jedem neuen Funken, der springt, bis sich das Stroh lichterloh entfacht. So ist es auch bei Angst und Panik: Es wird zur Explosion kommen bzw., wie ich immer sage, zur Implosion. Es wird durch die anhaltende Angst, den Stress, dem dein System ausgesetzt ist, so unendlich viel Energie produziert und nicht freigelassen, dass diese irgendwo gebunkert wird. Im Körper. Im Geist. Im Herzen. In der Seele. Irgendwo muss sie hin. Deshalb: Sei vorsichtig, was du denkst. Überlege dir während deiner Grübeleien genau, ob du einen mentalen Waldbrand riskieren willst. Du solltest ihn nur dann riskieren, wenn du damit umgehen kannst. Jeder negative Gedanke ist so ein Funke, der alle anderen Gedanken entfachen kann, um mit ihm gesunde Fläche des Lebens zu verbrennen.

Ich hatte zweimal Agoraphobie mit Panik und zwei weitere Episoden mit ausschließlichen Panikattacken, die einmal kamen und dann wieder verschwanden. Wenn ich eins weiß, dann: Halte deine anderen Gedanken sauber. Komme nicht auf die Idee, dass Attacken oder psychische Belastungen ewig bleiben würden. Verliere nie deine hoffnungsvollen Gedanken, nie deine dankbaren für den Rest deines Lebens und der Menschen darin. Verliere nie deinen Mut und nie deine Selbstwirksamkeit, so angeschlagen sie auch sein mag.

Sechstens: Alles hat zwei Seiten. Auch Angst und Panik. Es gibt Situationen, in denen Angst sinnig ist und welche, in denen Angst nur eine Reaktion, ein gewohntes Reaktionsmuster auf etwas ist. (Mehr dazu in Punkt 7.)

Siebtens: Der eingangs erwähnte, nicht erlernte Umgang mit unbequemen Gefühlen wird deshalb gern mit anderen Gefühlen ersetzt. In der Psychologie spricht man dann von Ersatzgefühlen. Viele Menschen reagieren zum Beispiel mit Verachtung, wenn sie sich verletzt fühlen. Manchmal sind wir aber auch wütend und reagieren statt mit offener Wut mit stiller Angst. Gefühle, wenn wir sie nicht fühlen wollen, springen also gern über. Wut finden wir häufig in solchen Ersatzmomenten, besonders, wenn wir verletzt werden. Statt zu weinen oder unsere Traurigkeit über die Verletzung auszudrücken, brüllen wir oder werfen Kaffeetassen an die Wand. Viele sagen nicht: „Du hast mich verletzt. Du tust mir gerade weh. Hör auf damit!“ Auch zeigen sie keine Schwäche oder Verwundbarkeit. Sie verbieten sich stattdessen ihre Verletzlichkeit und demonstrieren mit (offener oder stiller) Wut z. B. ihre Härte, ihre Stärke, ihre Unverwundbarkeit und gehen in die Offensive. Sie entziehen demjenigen die Sympathie, schlagen zurück oder behaupten sich lautstark. Wut ist eben eines der wirksamsten Instrumente der Selbstbehauptung – außer, sie richtet sich gegen dich selbst, wenn du still wütend bist, ohne die Energie herauszulassen, z. B. weil du Angst vor deiner Wut und ihren Konsequenzen hast.

Sei achtsam und bewusst im Umgang mit dir und deinem Leben. Verarsche dich nicht selbst. Manchmal sind eiskalte, aber klare Worte an sich selbst der beste und leichteste Weg, um wieder zurück zu seinem wahren Ich zu kommen.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg auf dem Weg raus aus deiner Angst und Panik!

Janett

 

Welcher Lebensbereich löst Angst in dir aus? Finde deine wahre Belastung

Welcher Lebensbereich löst Angst in dir aus? Finde deine wahre Belastung

Dieser Beitrag ist Teil 2 des Artikels Was, wenn starke Angst ein Aufruf zu Veränderung und Rückzug ist?

Womit fotografierst du? Nimm dir dein Mobiltelefon oder deine Kamera bzw. die Menschen vor, die in bestimmten Situationen Fotos von dir gemacht haben, und sie sie dir an. Siehst du mit deinen Freunden, deinem Partner, deiner Familie oder deinen Kollegen glücklich aus? Schau dir auch die Fotos an, die du von anderen gemacht hast: Welche Gefühle steigen in dir auf, wenn du sie anschaust? Oder siehst du deren befreiende/entlastende Gefühle, weil du dich um ihr Glück kümmerst? Spürst du, dass du dich mit deren Glück nicht wohlfühlst? Oder entlastet es dich, DASS du sie glücklich machen kannst und bist deshalb ebenfalls glücklich? Oder merkst du positive, beglückende Gefühle nur auf Selfies?

Ich habe in meinen damaligen Zeiten stets entgegengesetzte Gefühle gespürt, ambivalente Gefühle. Waren andere glücklich, aber sah ich nicht so aus bzw. fühlte ich mich abgestoßen von deren Zufriedenheit oder kam Verachtung, Missgunst oder der Impuls des Nicht-Teil-sein-Wollens in mir hoch, wusste ich: Ich will da nicht hingehören. Ich fühle mich nicht nur nicht zugehörig. Ich hatte, auch den Drang, mich nicht mehr um deren Zufriedenheit (einseitig) auf meine Kosten zu kümmern.

Der Fairness halber möchte ich anmerken: Wir können uns auch ungut oder nicht zugehörig fühlen, obwohl wir jeden Grund dazu hätten. Aber dann gilt es zu hinterfragen,

  • wozu (nicht warum!) wir nicht dazugehören wollen
  • Welche Gründe gibt es, dass dieser soziale Raum dir nicht gibt, was du dir wünschst?
  • Gewinnen nur die anderen an Wohl dazu, aber du nicht oder zu wenig?
  • Was hindert dich am eigenen Wohl?
  • Kannst du das, was dir geschenkt wird (falls du etwas erhältst, was dir Wert stiftet), nur nicht anerkennen, die Liebe annehmen, dich lieben lassen oder gibt es triftige Gründe deines Unwohlseins?

Es ist nicht weit hergeholt, dass viele kämpfen müssen, sich stets ungenügend und nicht gut genug fühlen müssen, um sich beweisen zu können. Sie spielen dann etwas, was sie in der Kindheit/Jugend/ersten autonomen Lebensjahren erfuhren, nach. Sie wiederholen es, um den Moment der Genugtuung zu erfahren, wenn sie es geschafft haben, sich zu beweisen. Ihr Kampf ist der Beweis, dass sie es wert sind, geliebt, gesehen und gehört zu werden, Teil sein zu dürfen. Kommt es ihnen einfach so zuteil, erscheint es in ihren Augen zu leicht, zu unglaubhaft, um wahr zu sein. So war es ja noch nie vorher. Wieso sollten ausgerechnet sie jetzt vom Gott, Universum, Zufall reich beschenkt werden, wenn es nicht einmal ihre Eltern, ersten Partner, Freunde oder X konnten? Das kann nicht sein. Hier kann etwas nicht stimmen. (Angst kommt auch dann, wenn solche Verhaltens- und Denkmuster existieren, die wegmüssen.)

 

Der menschliche Drang, dazuzugehören und akzeptiert, anerkannt und wertgeschätzt zu werden

Zugehörigkeit und soziale Kontakte sind wichtig, aber nur dann gesund, wenn sie unsere Gesundheit durch Ausgeglichenheit fördernAber warum versuchen wir so sehr, uns anzupassen? Weil Zugehörigkeit und sozialer Kontakt uns oft wichtiger ist, als der Kontakt zu unserem wahren Ich. (Wissenschaftlich wurde auch bewiesen, dass soziale Kontakt die Gesundheit fördern und Krankheiten in ihrer Entstehung lindern.) Doch sozialer Kontakt und Teilsein sind nur dann gesund, wenn sie unsere Ausgeglichenheit fördern statt mindern. Das ist vielen nicht bewusst, weil sie Alleinsein (und damit verbunden) Einsamkeit fürchten.

Wir alle zielen darauf ab, Teil von etwas zu sein, das Sicherheit und Harmonie in allen Gefilden des Lebens aufrechterhält. Wir tendieren dazu, so und so zu sein oder unreflektiert zu tun, was andere von uns erwarten. Nur die, die dagegen steuern und Nein sagen, nehmen sich raus aus der Rechnung (und bekommen sehr oft noch die Schuld dafür).

Wenn ich meine Panik-Episoden hatte, habe ich mich (die ersten drei Male) distanziert – von allem und jedem. Ergebnis: Die Episoden waren sofort weg oder nach wenigen Wochen vorbei. Nicht einmal die „Schuld“, die mir gegeben wurde, weil ich nicht mehr so sein wollte, wie andere es brauchten, interessierte mich damals. Die Panik wich und das Leben wurde wieder leicht. Einzelne Disziplinen der Psychologie hätten versucht, mein Verhalten in Bezug zur Angst zu verändern und ich wäre danach wieder in dieselben Situationen zurückgekehrt, die erst diese Angst in mir ausgelöst hatten. Meine Reaktion auf den empfundenen Stress (mein inneres Warnsystem) wäre kuriert worden, nicht aber das Problem an sich. Es lag also nur an meinen Reaktionsmustern bei Stress. Nur das eine Mal, als ich mich nicht zurückzog, als ich mich für gestört, abnorm, kindisch und problematisch hielt, an meinem Ich herumdoktorn lassen wollte, blieb die Panik über sieben Monate. Wieso sie dann trotzdem wich?

Weil ich erkannte, dass es nicht mein Verhalten (nicht meine Gedanken, die zu Verhalten wurden) war, was umprogrammiert werden musste, sondern meine Ziele. Sie mussten/durften individuell werden. Ich hatte nämlich keine eigenen. So etwas wie: „Ich will nicht allein sein!“ oder „Ich bleibe Teil einer Unternehmsstruktur, die schändlich mit ihren Mitarbeitern umgeht, weil ich sonst arbeitssuchend würde.“ oder „Ich will die weltbeste Mutter, ambitionierteste Karrierefrau und geliebte Partnerin sein!“ sind keine eigenen Ziele, sondern Abwehr der Angst, etwas falsch zu machen oder „falsch“ zu sein (Schuld und Scham sind dann die Herausforderungen). Wer aber lernt, sich weder schuldig noch beschämt zu fühlen, wenn er seine eigenen Ziele definiert und verfolgt, der wird beide Gefühle nicht mehr wahrnehmen. Wer Ziele hat und sie verfolgt, ist niemals allein, sondern dichter an sich selbst, als so manch anderer. Wer sich herauszieht aus unbewussten Unternehmen, die einen Pfiff auf das Mitarbeiterwohl geben, lernt, einen Pfiff auf solche Unternehmen zu geben und handelt nach den Maßstäben solcher, die sich sehr wohl um ihre Mitarbeiter kümmern – weil sie wissen, dass diese der Kern des unternehmerischen Erfolgs sind. Wer alles sein und können will, mit den besten Erfolgen, ist für alle alles und kann für alle alles, aber lebt sehr wahrscheinlich in mindestens einem Lebensbereich an sich selbst vorbei.

 

Es ist okay.

sei mutig und unbequemEs ist völlig okay, nicht alles zu sein, was andere erwarten, und nicht alles zu können. Das macht uns Menschen aus: nicht alles wuppen zu können, sondern kleine Experten in einem oder wenigen Bereichen zu sein. Oder wie es in der Wissenschaft um Selbstständigkeit so schön heißt: Die Welt braucht keine Generalisten, sondern Spezialisten. Bei großen Institutionen, in der Wissenschaft oder der Politik arbeiten ja auch keine Generalisten an weltverbessernden und menschheitsfördernden Schritten, sondern hochrangige Gelehrte, die besten Experten der Welt. Sie liefern ihre individuelle Expertise und tragen so bestmöglich zu einem Ziel bei.

Wenn du nun mit deiner Lebensexpertise nicht in eine soziale Gruppe, ein bestimmtes Unternehmen, deine Familie, deine Partnerschaft passt, und Angst oder Panik erlebst, wann immer du trotzdem versuchst, dich ein- und anzupassen, dann lebst du dort für andere, weil du glaubst, eine tieferliegende Angst auf diese Weise abwehren zu können: nicht Teil zu sein, sozial ausgegrenzt zu werden, Einsamkeit, Schuld, Scham und tiefe Bestürzung (Traurigkeit) über gesellschaftliche und kulturelle Standards, die viel über die Werte der beängstigenden Gruppe aussagen, aber nichts über dich. Da dir bislang kein anderer Weg angeboten wurde oder du ihn noch nicht gesucht hast, bleibst du.

Besser wäre es, den Mut zu entwickeln, dich abzugrenzen, wenn deine Angst dich dazu aufruft. Je stärker sie wird, desto dringlicher ist ihre Absicht, ihre Nachricht an dich. Lass dich von einem Therapeuten dabei unterstützen, diese/n Weg/e zu gehen, damit du währenddessen emotionale Sicherheit und Halt spüren lernst. Veränderungen machen vielen Menschen Angst, weil Unberechenbarkeit und Unwissenheit gegenüber der Zukunft mitunter schwer auszuhalten sind. Aber in Gesprächstherapien, Psychoanalysen oder – wenn deine Angst noch nicht klinisch ist – auch in Coachings kannst du Bestätigung und professionelle Anleitung zum Umgang mit Veränderungen finden.

Mit den besten Grüßen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

Was, wenn starke Angst ein Aufruf zu Veränderung und Rückzug ist?

Was, wenn starke Angst ein Aufruf zu Veränderung und Rückzug ist?

 

Vor Kurzem sagte mir jemand: „Janett, du sprichst noch immer eine Handvoll an Wahrheit nicht aus – absichtlich, aus Angst davor, dass deine LeserInnen es nicht hören möchten.“ Ich fand das anfangs befremdlich, aber musste mir bald eingestehen, dass die Person völlig Recht hatte.

Eine dieser Wahrheiten ist mein Glaube, teils gegen die Psychologie und ihre Wert- und Glaubensvorstellungen, dass Angst ein Weckruf ist, um sich zu trennen: von etwas, von jemandem, von alten, ausgedienten Denk- und Verhaltensmustern. In solchen Fällen brächte eine Verhaltenstherapie nur eine kurzzeitige, graduelle Besserung, denn nur die Symptome würden zu kurieren versucht. Nicht aber der Auslöser der Angst- und Panik-Symptome. In diesem Gedanken, entsteht Angst im mentalen Gefecht. Angst wird zum einen Schutz, zur einen Nachricht des Geistes in Bezug auf das, was gerade in deinem Leben am dringlichsten ist. In welcher Scheiße du auch stecken magst, Angst sagt: Zieh dich da raus. Angst kann also eine Aufforderung sein, ein Hilfeschrei deines Geistes, nötige Veränderungen in Angriff zu nehmen. Und zwar schleunigst. Falls dir das allein schwerfällt, nutze die therapeutischen Hilfsangebote deiner Stadt. Aber gehe den Weg deiner – in diesem Falle – wohlwollenden und deshalb alarmierten Gefühle.

 

Die Angst (kommt) vor der Gefahr als Hinweis und Signal

Was wollen dir Angst und Panikattacken sagen?Wenn Angst auftritt, reagieren wir. Wie die Reaktion auch aussehen mag. Wir nehmen unsere körperlichen Empfindungen wahr. Und reagieren. Dummerweise eher mit Abwehr, indem wir uns tot stellen. Aber viele schafften es, einen Schritt zurückzugehen und sich die angstauslösende Situation näher anzuschauen. In den meisten Fällen erkannten sie, dass das, was sie ängstigte, eine viel legitimere und reale Gefahr (und somit Angst) mit sich bringen könnte.

Ein Bespiel: Mein Onkel (er verstarb 1990 im Alter von 29) half sich mit Alkohol über seine Ängste, nichts wert zu sein, hinweg. Er fühlte sich weder zugehörig noch geliebt. Mein mittlerweile verstorbener Großvater war damals häuslich gewalttätig und weit entfernt davon, ein guter Vater zu sein. Mein Onkel wurde als Reaktion auf diesen familiären, emotionalen Stress alkoholabhängig, schloss sich einer Gruppe “Gleichgesinnter” an, geriet oft in Prügeleien, aber steuerte mithilfe von Alkohol seine Selbstwertprobleme und Ängste (wenn auch fehlgerichtet). Wie es damals in der DDR so war, kam man schnell ins Gefängnis, wenn man sich abnorm verhielt. So auch mein Onkel. Interessant war, dass er jedes Mal, wenn er einsaß, keinen Impuls zum Trinken hatte. Er holte sogar im Gefängnis mehrere Teilfacharbeiter nach. Kurioserweise fühlte er sich im Gefängnis geschützt; dort brauchte er keine Angst zu haben. Seine Angst funkte weder “Vorsicht!” noch hatte sie Grund, sich über das Reaktionsmuster Alkoholismus auszudrücken. Kaum war er jedoch wieder draußen, in der Realität, kam seine Angst erneut hoch, weil er sich nicht sicher fühlte. (Verständlich für die, die sich mit der Stasi und ihren Auflagen bei antisozialem Verhalten auskennen. So wurden meiner Großmutter und Mutter verboten, Kontakt zu ihm zu haben. Er sollte noch weiter ausgegrenzt werden, sich noch weniger liebenswürdig fühlen, als Bestrafung für seine Reaktion auf die Tyrannei seines Vaters.)

Ein Beispiel aus dem Panikalltag: Wann immer ich in einen bestimmten Supermarkt ging, bekam ich Panikattacken. Ging ich aber in einen anderen, hatte ich keine. Ich merkte erst Jahre später, dass nicht meine Panik problematisch war, sondern DIESER Discounter. Nur dort wollten alle zuerst rankommen, nahmen sich wichtiger, drängelten vor, hatten keine Ruhe, keine Zeit und waren gestresst – von den Kunden bis zu den Einzelhandelsverkäufer*innen. Im anderen Supermarkt aber war es ruhig: Die Kunden schlendern entspannt durch die Gänge und die Menschen an der Kasse warten geduldig, bis die, die kassieren, fertig sind. Keiner muckt. Völlige Akzeptanz. Hätte ich nicht gewusst, dass ich mich am Verhalten der gestressten, sich benachteiligt fühlenden und hektischen Menschen innerlich anzupassen versuche – mit demselben Stress reagiere – hätte mir eine Verhaltenstherapie nur bedingt etwas gebracht. Denn was geändert werden musste, war die Wahl meines Supermarktes, die Menschen, denen ich begegne. Denn meine Panikattacken dort waren eine Schutzfunktion meiner Angst und sie funkte „Weg hier!“. Die Angst vieler Hochempathen reagiert so.

Ähnliche Beispiele kenne ich aus der Partnersuche (wenn ich keine Nähe von und zu jemandem ertragen konnte) oder von Begegnungen mit Menschen, bei denen ich sofort ein schlechtes Gefühl hatte. Mein Bauchgefühl ist zwar stark, aber manchmal, wenn ich etwas unbedingt will oder bequem werde, ignoriere ich meine Intuition unbewusst und unbemerkt. Höre ich nicht auf sie, kommt in 90 Prozent aller Fälle Angst in mir hoch, als würde sie meine Intuition unterstützen wollen und sagen: „Lass. Ich erledige das!“

 

Zusammengefasst:

Angst und Panikattacken sind Hilfeschreie deines Unterbewusstseins, mit etwas aufzuhörenIn meinen Augen ist das Gefühl Angst, das jedes Lebewesen kennt, um Einiges schützender im positiven Sinne, als wir uns bislang erlauben, anzuerkennen. Angst ist ein Zeichen, mit etwas aufzuhören, sei es Grübeln, Kontakt zu einem bestimmten Menschen oder der Kampf um Liebe. Ich nehme an, dass es stark mit der Gesellschaft und ihrer Prägung, vor nichts Angst haben zu dürfen, was nicht wahrhaftig physisch bedrohlich ist, zusammenhängt. Wir sind, und sollen darauf trainiert sein, vor nichts und niemanden Angst haben zu müssen, was nicht unseren körperlichen Tod herbeiführen könnte. Aber eine Gesellschaft mit leistungsorientierten Maßstäben gab der westlichen Psychologie diese Standards, nicht etwa das Individuum. Betrachtet man den Tod an sich, so existiert er auch mental, herzlich und seelisch, nicht nur auf medizinischer Ebene, sondern auf spiritueller – oder für die, die allein vom Wort Spiritualität abgeschreckt sind (weil unsere Kultur ihre volle Arbeit geleistet hat), holistisch.

Ganzheitlich betrachtet ist es auch ein Tod, sich mit falschen Menschen in einem sozialen Umfeld auseinandersetzen zu müssen (oder zu wollen) oder in lieblosen Partnerschaften zu bleiben oder dem Chef den Arsch zu küssen. Jeder noch so kleine Verrat an uns selbst (meint: Körper – Geist – Herz -Seele) lässt etwas in uns sterben, im Mindesten aber unsere Authentizität, unsere Wahrheit. Sind wir aufgrund von Umständen nun aber dazu gezwungen, den Chef geil finden zu müssen oder Unternehmensziele zu befürworten oder dem Partner/der Partnerin das Gefühl zu geben, man wäre fein mit den Bedingungen, Idealen, Werten und Grenzverletzungen, löst das völlig berechtigt Angst aus. Dennoch definiert die Psychologie es als „gestört“, wenn der Körper/Geist mit Angst- oder Panikattacken reagiert. Aber viele sind so konditioniert (ich bin eines der besten Beispiele), dass sie keine feinen Sensoren mehr für Stresszustände oder Fremdsteuerung besitzen. In meinem Kopf ist es logisch, dass der Körper mit einer ausgefeilten, treffsicheren Variante daherkommt. Wer die kleinen Signale schon überhört hat (oder musste/wollte), der braucht vielleicht einen lauteren Knall.

Doch dieser unüberhörbare Knall deute im Denken der Menschen dennoch ein krankheits- und behandlungswürdiges Muster an, etwas, das uns vom definierten Normalen der Kultur unterscheidet und ausgrenzt. Aber dass eben Angst ein Weckruf der Aus- bzw. Abgrenzung ist und sagen will: „Weg da!“, verkennen wir selbst in den kleinsten Momenten. Angst ermahnt zur Vorsicht, weil wir es mit Schmerz, Belastung, vielleicht sogar Tod in Verbindung bringen. Das verbindende Element ist Angst. Das auslösende Momentum aber ein ganz anderes. Das muss kuriert werden. Und weil wir nicht trainiert sind im Umgang mit schweren, belastenden und schmerzhaften Gefühlen – sie seitens der Gesellschaft immer so schnell “therapiert” werden sollen, damit wir wieder funktionieren, glauben viele, dass etwas mit ihnen nicht stimme, wenn sie Panikattacken haben. Das liegt nur daran, dass wir mit unseren Gefühlen nach den eingeflößten, blind geglaubten Standards anderer versuchen zu leben und unser Versagen dabei „falsch“, „abnormal“, „klein“ oder „kindisch“ betitelt wird. Es gibt viele kulturell und gesellschaftlich definierte SOLL-Werte, die wir bewusst nicht mehr wahrnehmen, aber unserem Körper-Geist-Herz-Seele-System durchaus ein Dorn im Auge sind.

Wenn wir uns nur mit Menschen zusammentun, denen wir nicht ausreichen, die uns stets zu ihren Zielen drängen wollen, während sie unsere ignorieren (und wir dieses einseitige Verhalten nicht mit Rückzug bekämpfen, sondern befürworten und nachahmen), ist es doch logisch, dass der Geist irgendwann mindestens mit Angst reagiert. Es wäre ja an seiner Funktion vorbei, wenn er es nicht täte. Dennoch seien nach gesellschaftlichen Standards die Reagierenden das Problem und ihr Verhalten müsse nur umstrukturiert, umprogrammiert oder wieder auf Trab gebracht werden.

Mit jedem Menschen, der nicht mehr Teil meines Lebens sein wollte, wenn ich gerade wieder eine Panikepisode hatte, wurde mein Leben leichter. Klar waren der Verlust und die anfängliche Irritation schwer für mich. Aber ihre Abwesenheit bereinigte viel Unauthentisches in meinem Leben.

 

Angst-Riecher: Man muss den Mist riechen wollen, um ihn erkennen und beseitigen zu können

was macht dir wirklich Angst?Menschen sind meisterhaft darin, sich die noch so übelsten Situationen und Umstände schönzureden. Augenwischerei von früh bis spät ist die Agenda vieler. Es lebt sich sicher leichter, getreu dem Bibelvers: “Denn bei viel Weisheit ist viel Unmut, und häuft einer Erkenntnis, so häuft er Schmerz.”, das Äquivalent für “Ignoranz ist ein Segen.” Hauptsache ist und bleibt, dass X in unserem Kopf doch so wunderbar funktionieren könnte. Wenn wir nur daran glauben, wenn wir uns nur noch mehr bemühen. Deshalb gibt es Angst nicht nur als Signal, sondern auch als Hinweis auf: “Hier liegt das Problem.” Um nichts in deinem Leben zu bedrohen, keinen Verlust zu erleiden, steht Angst für dich auf und ein. Deshalb reagieren Menschen zum Beispiel mit Panik, wenn

  • ihnen jemand droht (Achtung: Gefahr!) und frieren im Totstell-Modus ein (Konditionierung: Jetzt tu nichts. Bloß nicht auffallen. Verhalte dich still.)
  • beginnen durch stille Wut (unausgefochtener Kampf) und Panik (Energie für den Kampf, die sich entladen will, denn wenigstens im Kopf muss gekämpft werden) auf z. B. Ungerechtigkeit oder eingeschränkte persönliche Freiheiten (Auslöser, für den sie keinen Umgang gelernt haben)
  • nehmen den Kampf auf (auch reine Angstenergie), um Verluste wichtiger Werte zu vermeiden oder
  • wollen fliehen, wieder zurück (durch Panikattacken), wenn sie z. B. jemanden vermeintlich zurücklassen, im Stich lassen (womit sie Schmerz desjenigen verbinden: häufig zu sehen bei ambitionierten Müttern) und opfern sich oder
  • wollen nur noch “raus” aus einer Situation oder sozialen Gruppe, wenn deren Reize Überhand nehmen, weil sie sie nicht verarbeiten können (öffentliche Verkehrsmittel, enge Räume, laute Umgebungen, die keine Rückzugsorte darstellen)

Es sind Reaktionsmuster (Totstellen, Flucht, Kampf) auf etwas, das wir fürchten oder aber im Umgang noch nicht gelernt haben. Wie dir vielleicht auffällt, dominieren Flucht und Totstellen. Kampf ist eher selten bei Angst/Panik-Symptomatiken, da es Teil des Problems ist, dass sie für sich behalten wird, statt ausgesprochen, wahrgenommen, ausagiert (also das, was du wirklich willst) und akzeptiert.

Doch bei manchen ist die Situation so verworren, dass sie nicht wissen, woher die Angst/Panik rührt. Falls du dazugehörst und keinen Anhaltspunkt besitzt, welcher Lebensbereich dich belastet – Liebe/Partnerschaft, Familie, Beruf, Freundeskreis – möchte ich dir einen kleinen Trick aus meiner damaligen Zeit verraten.

Welcher Lebensbereich belastet dich wirklich? Finde es heraus >>

 

Heilende Hände: Eine Anleitung zum Strömen

Heilende Hände: Eine Anleitung zum Strömen

Einige nennen es heilende Hände oder Impuls-Strömen, andere nur Strömen, wiederum andere Handauflegen. Die alte japanische Heilkunst nennt es Jin Shin Jyutsu, nach Jiro Murai. Diese Glaubenssysteme und Disziplinen haben eines gemeinsam: Sie nutzen die Hände und die Energie, um sich und andere zu heilen, körperliche Beschwerden zu vermindern, Denkmuster durch heilsam erfahrene Berührungen oder Blockaden aufzulösen. In Österreich wird es sogar von den Krankenkassen als Methode anerkannt. Doch streng genommen benötigt man für das Strömen eine Hand, aber keinen Arzt, Heiler oder anderweitig Heilenden, der dir zu helfen vermag. Jede klassische Behandlung wird unnötig; man braucht nicht einmal eine heilende Gabe. Beim Strömen arbeiten wir nur mit unserer eigenen Energie. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dich gerade in einer selbstzweifelnden Zeit befindest oder es dir gutgeht. Die heilende Energie ist in dir, egal, was dein Ego dir sagt.

Mir fiel auf, wie selbstverständlich wir im Alltag unsere Hände nutzen, eben meist für andere, aber selten für uns:

  • Du legst jemandem die Hand auf die Schulter und zeigst ihm so: Ich fühle mit dir.
  • Du legst jemandem die Hand auf den Rücken und zeigst ihm so: Ich stärke dich. Ich halte dir den Rücken frei.
  • Du legst deine Hand in den Nacken und auf die Schulter, wenn du verspannt bist, um Entspannung herbeizuführen.
  • Bei deinem Partner legst du unbewusst deine Hand auf die Brust (die Herzregion) und zeigst ihm so: Ich liebe dich. Ich gebe dir Liebe. Ich fülle dein Herz.
  • Wir streicheln liebe Menschen und zeigen ihnen so: Ich bin bei dir. Du bedeutest mir viel. Ich will dir nahe sein.
  • Wir streicheln Tiere und Kinder und zeigen ihnen so: Du bist niedlich, süß, liebenswürdig, wertvoll.
  • Wir reichen jemandem die Hand, um ihn zu unterstützen, ihm zu zeigen: Du bist nicht allein.
  • Wir schütteln uns die Hände, um jemandem zu zeigen: Ich schätze dich.

Du siehst: Die Hände kommen überall, wenn auch unbewusst, zum Einsatz, wann immer wir Liebe geben, brauchen oder fühlen. Diesen Ansatz kannst du auch für dich selbst nutzen, denn “Wenn die Hände beschäftigt sind, schweigt der Geist und warme Hände wärmen die Seele”, sagt ein Sprichwort.

 

Sich selbst heilen durch Strömen: Wie ich dazu kam

Ein russisches Sprichwort sagt: “Die Hände sind es, die das Glück schaffen und den Kummer vertreiben.” Wenn man sich selbst lieben kann, kann man sich auch selbst heilen.

Wenn ich mich an meine sorgenvollen Zeiten erinnere, in denen es mir schlecht ging, in denen mich jene Sorgen, die einen am Schlafen hindern und Kopf- oder Magenschmerzen bereiten, plagten, legte ich ab einem bestimmten Zeitpunkt unbewusst, intuitiv, meine Hand auf die Stelle: sei es auf meinen Kopf, der ratterte, weil ich verzweifelt nach Lösungen suchte und mögliche Wege durchspielte oder sei es bei Beschwerden des Körpers, bei denen ich meine Hände auf meinen Bauch legte oder in den Nacken. In Zeiten der Angst legte ich meine Hand auf mein Herz. Das alles machte ich wohl, wie alle Menschen es täten, wenn sie Schmerz fühlen. Wir legen automatisch unsere Hand auf die schmerzende Stelle, geben uns Halt, halten uns selbst fest.

Mir kam der Gedanke: Was wäre, wenn man diesen Automatismus bewusst durchführen würde und für längere Zeit? Ich wusste nicht, dass es bereits Methoden gab, die sich intensiv damit auseinandergesetzt hatten, es zu einer eigenen Kunst gemacht hatten. Diese lässt sich jedoch auch für die Heilung des Selbst nutzen. Man benötigt keinen Dritten: Man ist sein eigener Heiler.

So verwechseln viele Strömen mit Reiki. Während man bei Reiki die Hände nicht auf den Körper legt, ist beim Strömen der direkte Körperkontakt nötig und nützlich. Doch einige traditionelle Anwendungen des Strömens berühren, wie im Reiki, ebenso wenig, sondern halten einen kleinen Abstand zum Körper.

 


“Der Mensch enthält in sich alles Wissen und alle Weisheiten, die zur Heilung erforderlich sind.”

-Paracelsus


 

Ich las zufällig im Buch Burnout (mit CD): Neue Kraft schöpfen, man könne mithilfe von Lavendelöl Ruhe herbeiführen und, auf sein Herz verrieben, durch die wohlige Wärme in der Herzregion, Entspannung und innere Ruhe fördern. Als ich das einer Freundin erzählte (sie ist Physiotherapeutin), meinte sie nur platt: “Also sich selbst berühren, ja”, nickt sie.

Auch eine andere Freundin kannte das Strömen von ihrer Großmutter, die sie immer anhielt, das auch auszuprobieren. Also dachte ich: Gut. Ist einen Versuch wert! und sammelte Informationen.

 

Wie Strömen durchgeführt wird

Strömen bedeutet nicht mehr, als dass durch unsere Hände Energie strömt – dorthin, wo sie liegen/sind. Durch das Auflegen seiner Hände auf bestimmte Körperregionen können wir mit unserer Energie Schmerzen lindern. Im Jin Shin Jyutsu geht man beispielsweise von 26 “Energieschlössern”, also Körperstellen, aus, die durch Berührung mit den Händen aktiviert werden können. Auch durch das sogenannte Fingerströmen, eine noch viel unauffälligere Variante für draußen, lassen sich positive Emotionen auslösen. Diese Methode lässt sich überall nutzen, ist ortsunabhängig und kostenfrei: im Bus, in der Bahn, in der Warteschlange, im Kino, im Meeting oder wo auch immer.

Man nutzt seine Selbstheilungskräfte und bringt so blockierte Energie wieder zum “Strömen”. Blockaden, die durch (Basis)Emotionen wie Ärger, Traurigkeit, Wut und Angst entstanden sind, lassen sich so auflösen. Aber auch unsere Umwelt hat seine Wirkung auf unseren Körper und unsere Energie oder Energielosigkeit. Wenn man sich Verstimmungen, leichte depressive oder deprimierte Phasen und die damit verbundene Leere ansieht, kann man Strömen als Methode betrachten, um sich selbst wieder zu füllen. Mit eigener Körperenergie, die in uns schlummert. Dabei werden jedem Finger Denkmuster bzw. Gefühle zugeordnet, die durch Strömen ausgeglichen werden können:

Heilende Hände

 

Die Anwendung ist denkbar einfach:

1 – Bei Sorgen: Deine Daumen richten sich zueinander und mit der Handfläche umschließt du ihn (als würdest du an ihm ziehen). Du hältst ihn solange, bis du Ausgleich spürst.

2 – Bei Angst: Wieder richtet sich dein Daumen der haltender Hand zum Zeigefinger und mit der Handfläche umschließt du ihn (als würdest du an ihm ziehen). Es ist leichter, wenn der Daumen der haltenden Hand in der Handfläche des gehaltenen Fingers ruht.

3 – Bei Wut und Ärger: siehe 2, nur mit dem Mittelfinger

4 – Bei Traurigkeit und Kummer: siehe 2, nur mit dem Ringfinger

5 – Bei Liebes”mangel”, -kummer und Freudlosigkeit: siehe 2, nur mit dem kleinen Finger

6 – Bei mangelndem Selbstvertrauen: Mit dem Daumen die Handfläche leicht drücken oder aber mit der gesamten Hand halten (wie beim Händchenhalten).

 

Heilende Hände gegen Grübeln, angeschlagenen Selbstwert oder innerer Leere, Spannungs- oder Druckkopfschmerzen und Panik

Wie ich weiter oben bereits erwähnte, kann man Strömen auch bei Einschlafenschwierigkeiten nutzen, um Grübeln, Sorgen oder Traurigkeit abzustellen. Du legst einfach eine Hand auf deinen Kopf und die andere auf eine Stelle deines Körpers, der sich okay anfühlt. Die Überbelastung wird durch die andere Stelle ausgeglichen.

Auch mit dem Herzen lässt sich das machen: Lege deine Hand auf dein Herz und atme ruhig ein und aus. Stelle dir, wenn du magst, als unterstützendes Mittel, vor, wie die Energie deiner Hand in dein Herz hineinströmt. Die Methode aus dem Buch Burnout (mit CD): Neue Kraft schöpfen mit dem Lavendelöl kann ich dabei nur empfehlen.

Lust auf mehr Strategien zur Bewältigung der kleinen und großen Herausforderungen des Lebens?

Janett Menzel intuitives Coaching Berlin2Hallo! Falls du mich noch nicht kennst, möchte ich mich dir gern vorstellen: Ich bin Janett Menzel, Inhaberin dieses Blogs. Ich litt jahrelang an verschiedenen Ängsten (wie wir alle) und beizeiten sogar unter Panikattacken und Burnout-Symptomen. Mir blieb nichts weiter übrig, als mir selbst zu helfen. Also folgten verschiedene Ausbildungen (Coaching, Schreibtherapie, Autogenes Training, Betriebliches Gesundheitsmanagement usw.), die ich später meinen Klientinnen und Klienten und heute meinen LeserInnen vermittele. In meinem aktuellen Projekt "Ein Gefühl namens Dieter" vereine ich alle diese Strategien. Es ist kein Onlinekurs, sondern viel mehr als das: ein niemals endendes Buch, online und interaktiv, ausgestattet mit verschiedenen Audios, Anleitungen zu Strategien, Arbeitsblättern, Meditationen, Entspannungstechniken und vieles mehr. Das Highlight daran: Es kommen monatlich neue Strategien hinzu. Und du darfst es mitgestalten. Denn als Autorin mehrerer Ratgeber leide ich unter dem Aspekt, nachträglich nichts weiter in meine Bücher einfügen zu können. Also entwickelte ich dieses neue Format, das ich heute "Kapitel des Lebens" nenne.

Es soll die größte Bibliothek an Selbsthilfestrategien werden, ein Almanach an Wissen für die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens. Fällt dir das Leben manchmal auch schwer? Wünschtest du, einfach irgendwo nachschlagen und lesen zu können, was du ausprobieren könntest?

Dann ist "Ein Gefühl namens Dieter" vielleicht genau das Richtige für dich. Noch ist der Einstieg mit einem Festpreis geregelt. Doch bald, mit zunehmender Anzahl der Strategien, werde ich auf monatliche Beiträge setzen müssen, um meine Arbeit zu würdigen und der Idee dienen zu können - dass Menschen wie du Zugang zu möglicher Selbsthilfe haben, wann immer sie welche brauchen.

Hast du Lust, dabei zu sein? 

Hier kannst du mehr darüber erfahren >> (Weiterleitung)

Ein Gefühl namens Dieter Bewältigung von schwierigen Gefühlen und Lebenssituationen Janett Menzel