8 goldene Regeln, wie du dich nie wieder verlierst & stets zu dir zurückfindest

8 goldene Regeln, wie du dich nie wieder verlierst & stets zu dir zurückfindest

 

Ob im Stress des Alltags oder Berufs, in der Partnerschaft oder Familie: Wir alle opfern uns auf, bedauerlicherweise oft bis über unsere psychischen und physischen Grenzen hinaus. Wir verlieren uns Stück für Stück an die Ansprüche der Außenwelt, bleiben tapfer und versuchen, durchzuhalten. Wer schon mit Angst, Panikattacken, Depressionen (auch Bore-out, Burnout) oder „nur“ mit psychosomatischen Beschwerden konfrontiert ist, braucht etwas mehr denn je: sich selbst.

Ich werde oft gefragt, wie man sich nicht an andere oder in misslichen Umständen verliert und trotz aller Widrigkeiten bei sich bleibt. Deshalb habe ich einen Blogpost darüber geschrieben, wie ich damals aus meiner Angst zurück zu mir fand - und auch heute noch bei Missmut, Angst, Stress und Erwartungsdruck stets zu mir finde. Vielleicht sind unter meinen auch welche, die für dich passen:

 

Zurück zu dir: Die goldenen Regeln der Selbstachtung und Selbstliebe

dich wieder spüren können sich verloren habenIch weiß, nicht jeder kann seine Situation ad hoc ändern, aber wenn du weiterhin so tust, als sei alles in perfekter Ordnung, wird dich dein Körper beständig daran erinnern, dass es eben nicht so ist.

Dennoch kann man in der Zwischenzeit einige Signale ernst nehmen und so für sich sorgen. Schritt für Schritt, wenn man sich wieder einem sinnvollen Leben annähern möchte, werden sich auch die nötigen Veränderungen einstellen, wenn man die eigenen goldenen Regeln befolgt. Vorweg: Durchsetzungsvermögen und Persistenz spielen eine enorme Rolle. Zum Glück lassen sich beide gut trainieren.

 

1. Trainiere deine Intuition und vertraue ihr.

Jeder ist intuitiv. Dieses Bauchgespür und das Wissen, welche Entscheidung man treffen oder nicht treffen sollte, wenn man etwas „einfach so“ weiß, kann dich vor groben Abschweifungen von deinem Weg bewahren. Deine innere Stimme wird dir helfen, wann immer sie kann. Darauf ist sie programmiert: Sie soll dich schützen.

Bewahre dir vor allem dieses Gefühl. Traue dich, Nein zu sagen. Rede dich meinetwegen aus einer Situation heraus, wenn du nochmals in dich spüren möchtest, bevor du etwas tust. Das ist nicht immer leicht, besonders, wenn wir von „lauten“ oder sehr fordernden Menschen umgeben sind. Ich habe früher deshalb gern Sätze gesagt, wie zum Beispiel:

  • Hm, gut. Ich werde darüber nachdenken.
  • Das fühlt sich für mich noch nicht stimmig an.
  • Ich bin mir momentan unsicher, ob das mein Weg ist. Ich denke darüber nach.
  • Mein Intuition sagt mir, dass das nicht gut für ______ (mich, das Unternehmen, die Familie) wäre. Ich denke darüber nach.
  • Ich würde gern Nein sagen, aber gib mir noch etwas Zeit.

Ob du tatsächlich darüber nachdenkst oder nicht, spielt keine Rolle. Es geht nur darum, dir Zeit zu verschaffen, um deine Stimme flüstern zu hören. Je öfter du sie trainierst, desto präsenter, lauter und klarer wird sie mit dir sprechen.

Hast du dich mit deiner inneren Stimme „abgestimmt“, kannst du ruhigen Herzens solche Sätze sagen:

  • Es tut mir leid. Ich weiß, wie viel dir das bedeutet. Aber ich sehe mich dort (……) nicht.
  • Ich habe lange und gründlich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass…

Wenn wir Menschen das Gefühl geben, dass wir sie ernst nehmen und respektieren, dann nehmen sie uns ein Nein auch weniger übel. Selbst bei kommenden Diskussionen oder Streits kannst du auf dein Gefühl beharren. Immerhin hast du tatsächlich in dich hineingehört, aber bist anderer Meinung. Es ist wichtig, zu leben, dass jeder seine eigene Meinung haben und sagen darf.

 

2. Vertraue deiner Körperweisheit.

dem körper vertrauen körperintelligenz körperweisheitAuch Körperintelligenz genannt, meint sie das Vertrauen in deinen Körper. Er zeigt dir durch Symptome und Stimmungen, wie es ihm geht, wie deine Psyche ihn belastet und/oder befreit. Fühlst du dich leicht und voller Energie, hast du keine Gedanken an andere, Missstände, Vergangenes und Zukünftiges verschwendet. Du warst im Hier und Jetzt. Hast du dich aber in Grübeleien, Wutgespräche mit jemandem oder im Kopf befasst, wird dir dein Körper das spiegeln. So auch, wenn du deinen Lebensstil in Ernährung oder Bewegung (Energiefluss) gegen das, was dein Körper will, richtest. Du übersäuerst ihn mit Toxinen statt ihn zu reinigen. So kann keine Leichtigkeit entstehen, dafür aber Schwere, die sich wiederum in Krankheiten manifestieren.

Eine weitere Sache in puncto Körperintelligenz ist Vertrauen gegenüber seinen Signalen. Wenn dir dein Körper sagt, dass er keine Zeit mit so viel Arbeit oder langweiligen Tätigkeiten verbringen möchte, er Magenschmerzen oder Erkältungssymptome als Signal nimmt, um dich lahm zu legen, dann mit Grund: zum Beispiel, um dich zu Ruhe zu zwingen oder aber um dir zu helfen, etwas nicht tun zu müssen, um dich einer negativen Situation nicht auszusetzen.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob du die Situation negativ einschätzt. Meistens hat dein Körper eine andere Meinung als du. Eben deshalb ist es so wichtig, deine Intuition und dein Vertrauen in dich zu entwickeln, um zu verstehen, was dir guttut und was eben nicht. Lass deinen Körper für dich sprechen.

Gleiches gilt auch und besonders für Menschen, die nicht Teil unseres Lebens sein sollten (oder es bereits spiegelmäßig nicht (mehr) sind). Vertraue auch da deinem Körper, wenn er dir zeigt, dass er keine Lust auf die Schwiegermutter am Wochenende oder auf den netten, aber energiesaugenden Kollegen hat.

 

3. Bleibe in deiner Energie.

Die Kür des Lebens, wie ich finde, aber eine, die sich lohnt, zu meistern. Energie folgt der Aufmerksamkeit, wie wir mittlerweile alle wissen. Gehst du mit deiner Energie ins Früher oder ins Morgen, dann meistens mit Angst oder Trauer. Wenig verwundern sollte es dann, dass du dir Sorgen machst und dich Angst beherrscht, die dich klein hält und dir Blödsinn einredet. Zum Beispiel, dass du nicht gut genug seiest.

Du brauchst dir keine Gedanken um früher zu machen. Einige Kapitel deines Lebens sind (ja, zum Glück!) abgeschlossen, auch wenn du manchen mit Reue gegenüberstehst. Wir denken und fühlen uns viel in vergangene Ereignisse und Menschen, die nicht mehr in unserem Leben sind, ein, genauso, wie wir uns vor Trennung/Ablehnung noch anwesender Menschen fürchten. Ja, leider gibt es Personen, die weit von sich und Liebe entfernt sind, die anderen lieber die Schuld und Verantwortung geben, als auf sich zu blicken. Oder die im Kleinsein gefangen sind und Mühe haben, dem zu entfliehen. Auch hier gilt: Achte auf dein Grundgefühl. Frage dich immer bei urplötzlichen Wellen von Empathie oder Pflichtgefühl, überraschender Trauer und gar Angst:

Sind das meine Gefühle?

vertraue deiner energie in der eigenen energie bleibenIch habe mich oft dabei ertappt (bis heute!), dass ich im Gefühl bei jemand anderem war. Egal, ob ich wütend, froh, ängstlich, gestresst, panisch oder traurig war: Ich konnte erst unterscheiden, wessen Gefühle es sind, die ich gerade in mir bunkere und anziehe, als ich mir die Beschaffenheit meiner Energie und Gefühle näher ansah. Du kennst deine Ecken und Baustellen. An ihnen hast du gelernt, welche Gefühle überwiegend als Ergebnis entstehen. Zum Beispiel ist Schuld ein häufiges, ähnlich wie Scham. Diese kommen aber überwiegend durch Menschen, die uns das Gefühl geben (weil aus Angst vermitteln), dass wir uns „falsch“ verhalten oder gar „falsch“ seien - weil wir anders denken oder leben (möchten). Das taucht oft bei Wachstumsschmerzen auf, ähnlich wie Zorn. Wir sind oft innerlich rasend vor Wut, wenn uns jemand am Wachstum hindert und uns klein halten möchte, einfach, weil es das Leben desjenigen vereinfacht. Dennoch: Es sind seine Gefühle. Auch die Angst, dich zu verlieren, oder die Wut, dass du etwas anders möchtest, die Trauer, dass es etwas für dich nicht funktioniert oder wegen des Gedankens, der Andere sei nicht gut genug für dich. Sie landen einfach bei dir.

Sich an seine Energie zu halten, fremde Energie/Gefühle von den eigenen unterscheiden und abgrenzen zu können, braucht etwas Übung. Aber je fokussierter wir sind und bleiben, desto eher erfahren wir, wie unsere Energie sich anfühlt. Je öfter wir in Freundschaften oder in anderen sicheren Verbindungen an unserer durchsetzungsstarken Kommunikation arbeiten, desto leichter wird es uns fallen, zu sagen: „Ich würde dir gern diesen Gefallen tun/für dich da sein… Ich kann dich verstehen, doch ich habe eine andere Meinung.“ „Ich kann nachvollziehen, was du sagst, aber ich sehe das anders.“ Solche Kommunikation ist gewaltfrei und macht deutlich, dass wir unserer Energie folgen wollen und werden.

Eine andere Strategie, um in seiner Energie zu bleiben, ist Zeit allein zu verbringen bzw. sich mit Leidenschaften, Hobbys und Interessen zu beschäftigen, die nur dir allein dienen und keine Außenwirkung anpeilen. Das kann Malen, Schreiben, Stricken, Basteln, Gassigehen, Joggen, Fernsehen, Telefonieren, Handwerken und so weiter sein. Hauptsache, es gehört dir allein. Hauptsache, niemand greift in deine Energie ein. Je empathischer und sensibler du bist, desto eher lohnt es sich, Abgrenzung täglich zu trainieren. Achtsamkeit ist dabei besonders wichtig. Doch statt auf andere und das, was sie gern sehen/haben wollen würden, zu achten, achtest du vordergründig auf dich und deine Bedürfnisse.

 

4. Akzeptiere, wer und wie du bist.

sich selbst nicht mögenDer Bauch zu dick, die Augenringe zu dunkel, die Beine nicht definiert genug und wären da nicht noch all die schlechten Seiten deines Charakters, wegen denen du glaubst, so wenig liebenswürdig zu sein… Genau solche Vorwürfe, in denen du dich absichtlich klein hältst, sind fatal, wenn du zu dir zurück willst. Du wirst mir sicher zustimmen, dass es nur Teile deines Selbst sind, an denen du die Reaktionen anderer erklärst. Zu dir gehört so viel mehr: viele schöne Seiten, die du übersiehst, weil du nur auf einen einzigen Teil blickst, dich wie ein Hund daran festbeißt.

  • Er/Sie wollte mich nicht, weil ich nicht gut genug aussehe!
  • Er/Sie hat sich von mir abgewandt, weil ich nicht erfolgreich genug bin!
  • Meine Familie würde mich weniger lieben, wenn ich ihr meine wahren Seiten zeigte.
  • Mein/e Partner/in würde sich für mich schämen, wenn ich nicht stets und ständig 100 Prozent Leistung erbrächte.
  • Wenn ich nur stärker, intelligenter, stressresistenter, anerkannter, wichtiger, reicher, geduldiger wäre, dann…
  • und und und.

Wir projizieren oft unsere unerfüllten Wünsche auf irgendeine Ecke und Kante unseres Körpers und Charakters. Doch in Wahrheit sind wir gut so, wie wir sind. Es wird immer Menschen geben, die das bejahen und eben auch solche, die uns oder Teile unseres Selbst ablehnen. Recht machen kann man es ohnehin nicht jedem.

Entscheidend ist also, dass wir uns selbst so mögen, wie wir sind. Das heißt nicht, dass wir alles an uns und unserem Leben geil finden müssen. Es heißt, dass unsere Gedanken über uns immer auch unsere ersehnten Ziele markieren. Höher, schneller und weiter als unsere Gedanken werden wir nie kommen. Also sorge dafür, dass du so gut und hoch wie möglich von dir denkst. So ziehst du auch nichts und niemanden an, der dir als Spiegel deiner angeblichen Fehler dienen kann. Projektionen werden also weniger.

Wenn du deine Macken und Makel liebst, liebst du auch andere Menschen, so wie sie sind. Mögen wir uns trotz unserer schlechten Angewohnheiten und äußerlichen „Mängel“, können wir die anderer ebenso leicht annehmen und lieben.

Das ist wahre Akzeptanz.

 

5. Sei eigensinnig.

Trau dich, anders zu sein.

 trau dich anders zu sein eigensinn sich abgrenzenSchau mal genau hin, wo du so lebst wie alle anderen oder wie es dir gesagt wird/wurde. Frage dich mal ganz ehrlich, ob du es morgen anders machen würdest, wenn du könntest. Und dann tue es.

Solltest du dich nicht trauen: Probiere dich in einem sicheren Rahmen aus, wenn du das brauchst, oder kündige einige Änderungen sanft an: „Ich würde gern ab nächste Woche XYZ anders machen. Nicht, dass du dich wunderst.

Entscheidend ist häufig dein Tonfall. Wenn du solche Ankündigungen oder Besprechungen leise und mit Piepsstimme sagst, wirkst du wenig entschlossen. Übe ein überzeugendes Auftreten doch einfach mal mit einem guten Freund oder jemanden, dem du voll und ganz vertraust, bei dem du Fehler machen kannst, mit dem du lachen kannst. Solche Trockenübungen sind psychologisch gesehen Rollenspiele und wirken wohltuend auf die Psyche und Seele. Sie geben dir das Gefühl, dass du selbstsicher bist und weniger Opfer der Umstände, sie stärken deine Selbstwirksamkeit und lassen dich so natürlich wachsen.

 

6. Erinnere dich an alles, was du vergessen hast (oder vergessen solltest).

vergiss was du als kind gelernt hast falsche glaubensmusterFolgst du diesen Vorschlägen, werden dir schnell Aspekte am deinem Denken, Fühlen und Verhalten auffallen, die antrainiert und gelernt wurden. Es schien leichter, dich anzupassen, früher, als du dich noch anpassen solltest oder gar musstest, um sicher zu sein. Aber Anpassung ist nicht der leichteste Weg, erst recht nicht, wenn du wachsen möchtest, weil dich Angst, Panik oder Stress sichtlich lähmen.

Erstaunlicherweise durfte ich feststellen, dass meine Eigensinn sehr viel willkommener war, als ich anfangs dachte. Es machte mich stärker. Starke Menschen sind besonders im Beruf gern gesehen, aber auch in Partnerschaften und Freundschaften setzt Stärke und Eigensinn Grenzen, die viel Gutes bewirken können. Und auch dem Anderen Sicherheit und gleichzeitig neuen Freiraum bieten.

Frage dich, was dir abtrainiert und was antrainiert wurde. Was ist noch heute eine (schlummernde) Stärke deines Charakters? Trau dich, genau das wieder zu sein und zu leben. Du wirst nicht nur dich, sondern auch das Leben anderer damit bereichern. Und die, die sich erst einmal sträuben, werden sich mit der Zeit daran gewöhnen.

 

7. Erkenne dein altes Ich.

Hast du diese Regeln auf deine Weise und in deinem Tempo erfolgreich gelebt, wirst du schnell sehen, was du früher warst und heute glaubst, zu sein. Du wirst dich mehr spüren und eher ein Gefühl für deinen Weg entwickeln. Dann bekommt dich so leicht keiner mehr auf andere, fremde Wege. Deine bisherigen Barrieren werden davonfliegen wie ein vormals eingesperrter Vogel wirst du dich selbst befreien.

Je resistenter du wirst, desto weniger Widerspruch und Kritik wirst du übrigens erhalten. So entwickelt sich Willensstärke, weil man auf sich vertraut und andere dir ergo ebenso vertrauen. Natürlich ist eine sanfte Art der Umsetzung immer besser für dein Umfeld und dich. Doch ehrlich: Falls es nötig würde, dich wortgewaltig durchzusetzen, und auch wenn du spürst, dass eine Entladung dir guttäte: Leg los. Aber stehe für dich ein und sorge dafür, dass du mit dem Wunsch nach psychischer und physischer Entlastung und Beschwerdefreiheit gesehen wirst UND dich selbst siehst. Ändere Situationen, die sich ändern lassen. Hole dir Hilfe. Tue, was nötig ist.

 

8. Nimm dir Zeit für dich.

dein altes ich dein neues ichDir nach und in all diesen Schritten regelmäßig Zeit für dich zu nehmen, ist unabdingbar. Du brauchst Zeit allein oder mit deinen Lieben, um zur Ruhe zu kommen und damit wieder zu dir. Völlig gleich, wie du diese Zeit gestaltest: Genieße sie und erlebe den Moment, dass niemand in deine Handlungen und Gefühle eingreift.

Setze dir zum Beispiel anfangs eine halbe Stunde Zeit pro Tag, idealerweise immer zur selben Uhrzeit. Kündige es gern an, sodass die Menschen deines Umfelds sich nicht überrannt fühlen. Erkläre ihnen, wenn nötig, wozu du das brauchst und machst. Und dann: Sei für dich da. Erlaube dir diese Abgrenzung, ohne schlechtes Gewissen.

Lass vor allem auch den Anderen die Möglichkeit, zu lernen, dass du ein individueller Mensch bist, der über seine Grenzen gegangen ist - mit (vielleicht sogar schwerwiegenden) Folgen für dich und deinen Körper. Lass dir aber auf keinen Fall einreden, dass du diese Zeit nicht brauchen darfst oder andere ja auch so viel leisten oder oder oder… Jeder ist unterschiedlich und kann Ereignisse besser oder schlechter ab. Jeder darf deshalb auf seine Weise mit Erlebnissen umgehen.

 

So viel zu meinen Regeln von damals und heute. Ich hoffe, du kannst einige davon gebrauchen. Lass mich gern wissen, welche Regeln du für dich umsetzt oder welche hier nicht gelisteten Regeln anderen noch helfen könnten!

Ich wünsche dir wie immer viel Erfolg auf deinem Weg zurück zu dir!

Alles Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Wieso Reue nichts bringt: Über Loslassen und Vertrauen

Wieso Reue nichts bringt: Über Loslassen und Vertrauen

 

„Hätte ich/er/sie nur…“ und „Wenn ich/er/sie doch nur…“ sind zwei beliebte Satzanfänge, wenn wir bereuen, dass die Welt, ein Umstand, ein Mensch oder gar wir selbst eine vermeintlich falsche Entscheidung fällten. Ob Arbeitgeber, Chef, Kunde, potenzieller Partner, Freund/Freundin, Familienmitglied oder schlichtweg das Leben: Zu oft erscheint etwas unfair und nachteilig, wenn uns das Leben, so wie es ist, nicht ausreicht. Ein kleiner Strohhalm, der uns Hoffnung gab, kann uns dann leicht Kopfschmerzen, Angst und Trauer bereiten.

Doch was bringen Schuldgefühle oder Reue wirklich? Ein kurzer Artikel über Loslassen vermeintlichen Glücks, verpasster Chancen und das Vertrauen ins Leben.

 

Reue: Wie dein Leben heute aussähe, wenn xyz geschehen wäre…

reue unnötig flügelschlag eines schmetterlingsEs gibt diesen Spruch, dass ein einzelner Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan auf der anderen Seite der Erde auslösen könne. Er birgt viel Raum für Reue. So destruktiv, wie dieser Spruch es sieht, sehe ich das Leben sowie eigene und fremde Entscheidungen nicht. Wie es auch verläuft, alles wird schöne und weniger schöne Dinge hervorbringen - vielleicht in Form von Lernaufgaben oder als Impuls zur Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung. Die Krux an Entscheidungen, gleich ob wir sie treffen oder jemand anderes, liegt eher in unserer Interpretation. Wir sind auf die Minimierung von Schmerz getrimmt. Wir wollen Leid verkleinern oder ganz beseitigen.

Ich habe früher viel bereut und war entsprechend oft traurig darüber, wie die Dinge verlaufen waren oder wie ich mich entschieden hatte. Spätestens mit meiner Angststörung 2013 änderte sich das. Denn da begann ich mich zu fragen, wieso mein Körper und Geist wollten, dass es mir schlecht ginge. Am Ende stand fest: Sie wollten das gar nicht. Es sollte nur etwas auslösen, was ausgelöst werden sollte. Wäre ich 2013 gesund geblieben, gäbe es diesen Blog nicht, meine Bücher nicht, mein jetziges Leben mit meiner Selbstständigkeit genauso wenig wie wenigstens 50 % der Beschaffenheit meiner Gedanken, Gefühle und folgenden Handlungen.

Ich kämpfte irgendwann nicht mehr gegen meine Angst, sondern gegen das, was mir Angst machte. Nein, nicht die Panikattacken oder Agoraphobie, sondern das, was mich dazu verleitete: Wut, Trauer und Reue darüber, dass sich jemand, in den ich verliebt war, gegen mich entschieden hatte; Trauer und Reue darüber, dass meine Mutter und ich ein wichtiges Familienmitglied verloren hatten; Wut, Trauer und Reue darüber, dass mein Leben beruflich nicht so verlief, wie ich es jahrelang mit Kampf und Schweiß verlaufen sehen wollte; Wut, Trauer und Reue darüber, dass ich Freunde während meiner Angststörung verlor.

Schlussendlich fragte ich mich, was so gut daran gewesen wäre, wenn nichts davon geschehen wäre: Mein Familienmitglied hätte kein sehr schönes Leben geführt und wir hätten ihr dabei zusehen müssen; ich wäre mit einem Mann zusammen, der von Treue wenig hält, weil er mit Beziehungen Schwierigkeiten hat; ich hätte „Freunde“, die mich in Zeiten persönlicher Not zur Verantwortung ziehen, weil ich ihren Bedürfnissen nicht mehr nachkommen kann; ich wäre in einem Job, der meinen Kopf nicht fordert und in dem ich mit meinen Fähigkeiten nichts Gutes bewerkstelligen kann.

 

Glaube kann gegen Reue helfen

Nach meiner Angststörung verstand ich, dass der Glaube an etwas/jemanden uns in dunklen Stunden der Zweifel und Traurigkeit helfen. Gleich, ob du daran glaubst, dass

  • es die Wege deines Gottes sindreue ist unnötig
  • karmische Verstrickungen wirken
  • Engel dich leiten
  • der Zufall es so wollte
  • das Universum dein Wirken steuert
  • das Schicksal es so bestimmt
  • dich andere beherrschen
  • du etwas aussendest, was sich widerspiegelt,
  • oder die Dinge einfach so sind, wie sie sind:

Einige Dinge geschehen und einige Dinge geschehen nicht. Oder wie Werner Ablass sinngemäß sagt: Es gibt keine Opfer und keine Täter, nur Taten. Es gibt seither in meinem Leben kein Falsch und kein Richtig mehr. Denn jede vermeintlich noch so falsche Richtung oder Entscheidung wird letzten Endes etwas hervorbringen, was es hervorbringen soll. Vielleicht auf anderem Wege - vielleicht auf einfachere oder schnellere Art und Weise.

Nur dagegen ankämpfen braucht man nicht. Wir alle tun, was wir können. Was wir damals taten und nicht taten, entsprang auch nur unserem Können. Was wir können und was nicht, kann sich jederzeit ändern, wenn wir es zulassen. Hätte mir jemand gesagt, dass meine Angststörung diesen Wald an lebensverändernden Möglichkeiten säen würde, hätte ich schallend gelacht.

Doch diese Erfahrungen haben mich dazu gebracht, dass ich Menschen in ihren Entscheidungen vertraue. Wenn sich heute ein Mann gegen mich entscheidet, vertraue ich darauf, dass es für ihn und damit auch für mich das Bessere ist. Wenn sich heute ein Freund von mir abwendet, vertraue ich darauf, dass es in dem Moment das Bessere für mich und ihn ist. Denn: In Wahrheit können wir nie wissen, was nach dem vermeintlich Schlechten noch an Wundern kommen wird. Wir können nie wissen, was das Gute daran war, dass wir diesen Partner oder diesen Job, diese Wohnung oder diesen Freund nicht für uns gewannen.

 

Dein Herz weiß bereits um seinen Weg

was uns chancen bringen und was nicht kann keiner wissen, also ist reue unnötig

 

Immer wenn wir mit unserem Kopf denken, der schlicht versucht, uns vor möglichen Gefahren (die uns bekannt sind und die wir deshalb einzuschätzen wissen!) zu beschützen, vergessen wir das Eigentliche: dass Angst nur ein Hirngespinst und eine simple Entscheidung ist, die unser Gehirn fällt. Statt einen Schritt dennoch zu versuchen, statt einen vermeintlichen Verlust loszulassen, statt zu vertrauen (in Menschen, Umfelder, Situationen, Ereignisse, das Leben, uns), wirbelt uns unser Ego hin und her. Es lässt uns vergessen, dass wir wachsen wollen und dazu bestimmt sind. Es lässt uns vergessen, dass wir beschrittene Wege jederzeit wieder verlassen können, uns umentscheiden und neu orientieren können.

Es ist also egal, ob wir simple Entscheidungen zwischen einem Cheeseburger und einem BigMac treffen müssen oder ob es sich um lebensverändernde Entscheidungen handelt, wie das Verlassen einer Beziehung, seiner Rolle innerhalb einer Familie oder eines Jobs: Alles wird im Endeffekt sein Gutes und sein weniger Gutes vorbringen. Es wird immer auslösen, was ausgelöst werden soll.

Wie wir damit umgehen, wenn es soweit ist, können wir entscheiden, wenn es soweit ist. Bis dahin können wir vertrauen und uns dem Leben so hingeben, wie es es uns ermöglicht. Wir können - leider oder zum Glück - nie definitiv wissen, welcher Schmetterling für uns seine Flügel nicht schlug, damit wir in keinen Orkan geraten würden. Wir wissen nicht einmal, ob nicht wir die Raupe sind, die sich zu einem sturmauslösenden Schmetterling verwandeln wird.

Deshalb uns und dem Fluss des Lebens zu vertrauen, ist in meinen Augen das Beste, was wir tun können.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

 

Wie schön die Welt doch wäre, wenn sich jeder um sich und sein Leben kümmern könnte, völlig angstfrei in Bezug zu den Reaktionen anderer! Stattdessen warten wir auf andere, ihre Erlaubnis, ihre Gunst, ihr Handeln, ihre Zuwendung. Wir warten auf die Liebe und dass sich ein Mensch für uns entscheidet, auf den richtigen Moment in der Karriere, um zu wechseln, sich selbstständig zu machen oder nach der Gehaltserhöhung zu fragen, auf den richtigen Zeitpunkt, um in der Partnerschaft oder Familie ein missliches Thema anzusprechen, auf Freunde, dass sie sich melden, auf Geld, um uns unsere Träume zu erfüllen… Am Ende wir sind diejenigen, die sich wundern, ärgern, traurig sind, Angst bekommen oder die Schuld, sich schämen oder gar verletzt werden. Und wieso? Weil wir unsere Zufriedenheit von anderen Personen abhängig gemacht haben, statt selbst zu handeln.

Wieso auch du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest und wieso ich glaube, dass jeder könnte, wenn er wollte, erzähle ich dir in diesem Blogpost.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest5Dein Kollege macht, was er will, aber statt etwas zu sagen, bleibst du ruhig, obwohl du wütend bist. Du findest deinen Job langweilig oder den Chef zum Würgen, aber bleibst. Jemand sagt, er würde etwas tun, aber handelt dann anders oder gar nicht. Und du schweigst und wartest. Ein Freund hat große Probleme mit seiner Partnerschaft, aber bleibt, statt sie proaktiv zu lösen. Oder du bist dieser Mensch, aber hast Angst, dich zu trennen. Deine neue Liebe will ganz offensichtlich nur eine Affäre oder Freundschaft, aber spricht es nicht offen aus. Und du schweigst und bleibst. Oder deine Familie meint, eine bessere Lösung für dich und dein Leben zu haben, und versucht, dich davon zu überzeugen, indem sie deinen Weg ignoriert. Und du fügst dich. Jemand will es so und nicht anders und wird wütend, weil du bei deiner Meinung bleibst. Und du entscheidest dich um, weil es im Miteinander dann leichter ist:

Alles das erledigt sich, wenn du dein Glück nicht von anderen abhängig machen würdest. Immer dann, wenn wir eher schweigen und nichts tun, statt zu sprechen und zu handeln, stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir haben uns und unser Leben von der Gunst und den Gefühlen anderer Menschen abhängig gemacht. Wir dürfen uns nun tagtäglich fragen, wann wohl im Außen etwas passiert, damit es uns bessergeht. Wir warten einfach, statt einfach anzufangen.

Verlust von Liebe und Zuwendung droht heute ja an jeder Ecke. Mittlerweile müssten wir uns alle daran gewöhnt haben. Aber es ist und bleibt wohl auch einer der größten Schmerzen, die wir als Menschen ertragen lernen dürfen. Ich glaube fest daran, dass diese Lektion die Goldgrube für einen Jeden ist. Dort liegt unser Schatz begraben. Dort müssen wir hin, um unseren Schatz zu bergen. Erst wenn wir ihn gefunden haben, können wir werden, was wir werden sollen/wollen. Jeder von uns hat diesen einen Sinn und diese eine Aufgabe, gleich, welche es ist. Am einfachsten erkennt man sie, wenn man tut, was man WIRKLICH will. Seiner Angst zu folgen, ist nicht WIRKLICH das, was Menschen wollen. Sie fürchten nur die Konsequenzen. Was sie WIRKLICH wollen, ist so angenommen und geliebt zu werden, wie sie WIRKLICH sind.

Weh tut es nur dann, wenn wir wegen unentwickelter Fähigkeiten glauben, auf externe Anerkennung angewiesen zu sein, oder uns emotional oder existenziell von anderen abhängig gemacht haben. Darum ist es umso drängender, dass wir unnötige Abhängigkeiten und Verstrickungen Schritt für Schritt erkennen und auflösen. Und ja, blöderweise musst du zuerst selbst glauben, dass du viel wert bist und dich aus eigener Kraft in deine Größe erheben kannst, bevor du dich von anderen lösen kannst.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestDenn hier ist das andere Extrem: Wer sich zu sehr nach den Bedürfnissen anderer richtet, andere in ihrer Lebensweise wegen Traditionen oder „weil man das halt so macht“ imitiert, den ganzen Tag lang nur tut, wie ihm befohlen oder unbewusst verlangt, der vernichtet seine Selbstwirksamkeit sekündlich.

Was man davon vielleicht haben kann, sind leichte bis schwere Depressionen (gern bei Männern wegen schwindender Kräfte im leistungsfordernden Job), emotionaler Burnout (gern bei Frauen, die mehr geben müssen, als sie möchten), Bore-out (zu viel von „zu wenig“), Angstanfälle (drohende Gefahr für das eigene, zufriedene Leben und Lebenskonzept), Panikattacken (eigene Grenzen werden oder wurden lange Zeit nicht gewahrt), Selbstwertzweifel („Liegt es vielleicht gar nicht an dem Anderen, sondern nur an mir?“) oder schlichtweg ein verschwendetes Leben mit unerfüllten Träumen und einer Tasche voller negativer Gefühle, die ihn eines Tages schwer krankmachen werden.

 

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest? Weil deine Eigendrehung für DEIN LEBEN unverzichtbar ist.

Ich bin ein intuitiver Empath: Ich sympathisiere viel und gern mit anderen Menschen, fühle mich häufig in ihre Situationen ein, spüre ihre Angst und Gedanken und helfe gern, wenn es möglich und gewollt ist. Aber ich weiß stets, dass es eben andere Menschen und ihre Lebensumstände sind, nicht meine eigenen.

Natürlich ist man nie gänzlich unabhängig und immer auf die eine oder andere Art auf Menschen, ihre Gunst, Hilfe oder Geld angewiesen. Doch wem wir erlauben, welche unserer Grenzen zu verletzen, entscheiden wir. Wie wir anderen zuliebe unser Leben leben, entscheiden wir. Dass wir das nicht mehr wollen oder es sich für gegenseitiges Glück etwas ändern muss, entscheiden wir. Alles beginnt bei uns. Es bringt nichts, auf andere zu warten oder zu hoffen, dass sie unsere Situation von allein erkennen und verbessern. Wir sind die, die den ersten Schritt gehen müssen - komme, was wolle.

Ich habe in den vergangenen Jahren (durch meine Angst- und Panikststörung, danke dafür!) gelernt, dass niemand so ist wie ich. Niemand betrachtet die Welt und sein Sein wie ich. Und manche wollen keine Wachrüttler, kein Glück, keine neue Chance oder sind (noch) nicht bereit. Es gibt sogar welche, die man mit der Nase ins Glück oder den Durchblick drücken könnte und die sich trotzdem dagegen wehren würden. Sie haben ihre ganz eigenen Gründe, die ich nicht länger interpretiere. Kein Grübeln mehr, wieso X nicht Y tut, obwohl es doch soooooo schön gewesen wäre.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltest

Darum beschloss ich, dass ich mein Glück nicht länger von anderen abhängig mache. Dazu gehörten - wie immer - einige unliebsame Lektionen:

  • Meine Gedanken und Bedürfnisse sind eben MEINE Gedanken und Bedürfnisse.
  • Die Verantwortung für gescheiterte Träume und Projekte muss ich übernehmen, statt die Schuld auf andere zu schieben.
  • Ich muss mir gegenüber Respekt und Akzeptanz zeigen, indem ich mich zuerst gut behandele, statt andere in ihrem Leid zuerst zu sehen.
  • Ich muss meine Grenzen setzen und wahren, statt es zuerst von anderen zu erwarten.
  • Ich brauche mich nicht anhand fremder Meinungen, Lebenseinstellungen oder Handhaben zu bewerten, vergleichen oder gar zu ändern. Das verrät mich.
  • Ich brauche mich nicht wegen anderen neu zu interpretieren und gar zu verurteilen. Das schwächt mich.
  • Ich brauche mich nicht zu verbiegen, damit mich andere mögen.
  • Und es ist für meinen Weg unerheblich, wenn jemand mit mir und meiner Lebensweise nicht zurechtkommt.

Jeder interpretiert das Leben auf seine Art, legt sich als Opfer auf den Boden oder erhebt sich zum Täter. Menschen wie ich waren einst beides, bevor sie sie sich als Mensch kennenlernten - mit Werten, hinter denen man stehen muss - komme, was wolle. Denn es ist meine Lebenszeit und meine Energie. Ich allein entscheide darüber, was ist mit beidem anstelle oder anstellen lasse.

 

Wenn das Unglück anderer zu unserem eigenen Leidensweg wird

Andere suchen genau nach diesem Weg, dieser Einstellung, aber wissen nicht, wie sie sich gegen ihre PartnerInnen, Familie oder Kollegen, Freunde usw. durchsetzen können. Sie fürchten, sie zu verletzen oder verletzt zu werden. Sie haben Angst vor Selbstverlust und Trennung - ihrer oder die anderer.

Wieso du dein Glück nicht von anderen abhängig machen solltestAber: Je mehr man aus Angst die Bedürfnisse anderer in sich hineinstopft, herunterschluckt oder zu befriedigen versucht, indem man sich selbst vernachlässigt, desto schwerer werden die Tage. Vielleicht macht es dich wütend, traurig und ängstlich, weil dein Rückzug jemanden traurig machen würde. Vielleicht hast du Angst, dass du bei Distanz und Fokus auf dich und deinen Willen wieder alleine dastündest. Die Richtungen der Angst sind vielfältig. Aber alle laufen auf einen Kern hinaus:

Du nimmst andere wichtiger als dich. Du hast vielleicht gelernt, dass das dein Wohlbefinden und deine emotionale Sicherheit garantiert oder dass du nicht genug seiest, wenn du es anderen nicht rechtmachst. Vielleicht hast du erfahren müssen, wie schroff und beizeiten unangenehm ätzend Menschen werden können, wenn sie nicht ihren Willen bekommen, weil…Achtung: sie Angst bekommen, wenn sich ihnen jemand entzieht oder ihr Lebenskonzept infragestellt. Die Krux an solchen Situationen ist nämlich immer, dass man ein anderes, vielleicht besseres oder schlechteres Licht auf die Person zurückwirft, wenn man Nein sagt. Traut man sich, zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, bleibt den Menschen meist nichts anderes mehr übrig, als

a) sich zu fügen,
b) solange Tamtam zu machen, bis du so viel (von ihrer) Angst intus hast, dass du dich umentscheidest (gern durch Androhungen von Trennungen - reine BLUFFS!) oder
c) sich von dir WIRKLICH zu verabschieden (wozu man einige Kraft braucht!!!).

Klar, die meisten - unreflektierten - Menschen geben dir dann noch (ihre) Schuldgefühle, (ihre) Scham und (ihre) Verantwortung dafür, dass du dein Leben nicht nach ihrem Konzept und ihren Werten leben möchtest. Sie verstehen nicht, dass man auch anders leben kann, als sie es seit Jahren tun. Sie, nein wir alle, lernen unsere Lebenswelten durch unsere Ahnen und Erfahrungen, die wir im Laufe unserer Jahre machen dürfen. Diese entscheiden wiederum, wie wir denken, fühlen und handeln. Haben wir nicht gelernt, uns durchzusetzen, unsere Grenzen anzusprechen und andere aufzufordern, sie zu wahren, tun wir es auch nicht. Aber das ist nichts Irreversibles. Wir können jederzeit und immer alles, was wir bisher gelernt haben, ansehen und ändern. Doch den ersten Schritt müssen wir machen. Niemand kann für uns diese Schritte gehen. Handeln müssen wir.

Erlauben wir anderen, dass unsere Selbstwirksamkeit weiterhin so eingeschränkt bleibt, ändert sich nichts. Haben wir zu viel Angst vor den Reaktionen unserer Lieben, Freunde, Familie, Kollegen oder Kunden, bekommen wir genau das: Angst (statt Vertrauen und Freude) - Reaktionen (statt Aktionen) - andere (statt uns). 

 

Die unangenehmen Gefühle der anderen lassen dich wissen, was es in dir zu überwinden gilt

Dabei darf man nicht vergessen, dass du ja auch noch eigene Gefühle hast: Wut (auf dich und andere), Traurigkeit (wegen deiner Überforderung und anderen), Scham (weil du glaubst, etwas falsch zu sein), Schuld (weil du glaubst, etwas Falsches zu machen, wenn du…). Die Angst davor, zu werden, was wir werden sollen, sich in seiner ganzen Größe zu zeigen und stehen zu bleiben, auch wenn uns jemand (emotional oder verbal) angreift, statt die Flucht zu ergreifen (durch Isolation, Stille, Dulden etc.), haben wir alle. Wie wir damit umgehen aber, entscheiden erneut wir.

Es bedarf etwas mehr Selbstliebe und Ruhe, sich seiner Entwicklungspotenziale bewusst zu werden. Immerhin muss man sich dazu erst einmal eingestehen, dass man welche hat, man nicht perfekt ist und bislang eventuell zu freundlich oder zuvorkommend, rücksichtslos oder konfliktscheu war. Dann kommt gleich der nächste Schwung: Man wirft sich vor, man hätte seine Zeit verschwendet oder lange, lange Zeit einen riesigen Fehler gemacht. Hätte…hätte…Fahrradkette.

In jedem Fall muss man sich vor sich selber offenbaren und mit Akzeptanz und Gnade trauen, anzusehen - ganz ohne Verurteilungen und Kleinmachen. Man braucht in solchen ehrlichen Momenten auch nur einen Gedanken:

Nie wäre man dort angekommen, wo man heute ist, wenn man nicht X getan/gelassen/geduldet/unterbunden hätte. Das war dein Weg. Der Sinn ist es, ihn zu verlassen oder erhabener zu gehen. Der Sinn ist es, einen anderen Weg zu gehen oder gar zu ebnen. Aber der bisherige Weg war deine unbewusste oder bewusste Entscheidung. Und weil kein Mensch die Vergangenheit ändern kann, bleibt einem nur, sie so zu akzeptieren, wie sie ist - mit sich und seinen Handlungen mittendrin.

Selbstvorwürfe und Kritik, Angst und Wut, Traurigkeit und Schuld bringen nichts, wenn man die Lektion dahinter nicht verstehen möchte. Die Lektion ist zum Glück leicht: X löst das Gefühl aus; als ist X des Messers Klinge, vor der wir unsere Angst verlieren müssen. Unsere Gefühle können und wollen uns nicht mehr zeigen, als dass wir welche haben und JETZT anfangen dürfen, sie wahrzunehmen und zu respektieren, statt noch einmal auf ihnen herumzuspringen oder anderen zu erlauben, das für uns zu tun. Damit eben andere Schuld sind, nicht wir.

Aber es funktioniert schneller, als man denkt. Ich habe es ausprobiert und mache es täglich, weil mir nichts anderes übrigbleibt, als mich zu lieben, so wie ich bin. Mit aller Angst und den Millionen Abfallprodukten meiner Vergangenheit. Irgendwo liegt immer etwas Müll herum, wenn wir es nicht wagen, aufzuräumen. Aber mir ist die andere Seite zu destruktiv. Getreu dem Motto: Ich sterbe lieber stehend, als dass ich kniend lebe.

 

Wie man mit der Angst anderer umgeht, ohne sie und sich zu verletzen

Wäre da nicht die Angst anderer Menschen, meistens die, deren Liebe und Zuwendung, Gunst und Anerkennung wir am meisten brauchen oder uns wünschen. Es sind oft genau die Personen, die sich selbst nicht zeigen, so wie sie sind, oder zutrauen, in ihre wahre Größe zu kommen, die noch größere Angst haben, dass sie oder du verletzt werden, sie dich verletzen könnten oder du sie. Es sind Menschen, mit denen du dich (bewusst oder unbewusst) identifizierst, die dir leidtun, die Ähnliches durchmachen, wie du einst oder noch immer, denen du helfen möchtest, aber nur noch schwer kannst. Es sind auch oft Menschen, die eher klagen, aber selbst nur wenig WIRKLICH-Eigenes tun, die wollen, dass du handelst, damit sie nicht handeln müssen, weil sie voller Angst sind und (noch) nicht bereit für das, was du vorhast. Oder es sind oft Menschen, die dich warten lassen, ihr Leid mit dir teilen wollen, aber übersehen, dass sie deine Lebenszeit verschwenden - weil sie dich von deinem Leben abhalten.

Damit sind es Menschen, die dir Sorgen bereiten, dich nachts wachhalten oder die ständig in deinem Kopf sind; Menschen, die nicht aussprechen, was in ihnen vor sich geht, oder die dich bewusst im Trüben fischen lassen; Menschen, die dich so wollen, wie du nicht bist, damit sie sich wohler fühlen und sich keine Gedanken machen müssen. Menschen, die dich mögen, aber nicht zu ihren Gefühlen stehen; Menschen, deren Angst du fühlen kannst, weshalb du extra vorsichtig bist, um sie nicht zu verletzen (damit sie dich weiterhin mögen). Menschen, die dich nicht so, wie du WIRKLICH bist, wollen können, weil sie deine Andersartigkeit, deine Individualität mit ihrem Lebenskonzept nicht in Einklang bringen können (sonst bräuchten sie vielleicht ein anderes, würden sich schuldig fühlen oder selbst infragestellen).

Aber am häufigsten sind es die Menschen, die entweder mehr Angst als Liebe in sich tragen. Oder sie entscheiden sich eher für ihre Angst, als für ihre Liebe zu dir - weil es leichter ist und sie dafür ihr Ego ausschalten müssen.

 

Du brauchst an niemanden denken. Nur an dich. Deine Energie gehört dir.

Die Bedürfnisse anderer und die Angst, die wir fühlen, wenn wir sie nicht befriedigen, verschwindet automatisch, wenn man sich für sich entschieden hat. Schweigen und Nichts-Tun aber bringen niemanden irgendwohin, außer dorthin, wo man schon ist. Also sprich - mit deinen Freunden oder jemand anderen. Handle - probehalber oder schaue jemanden, der schon kann, was du dir wünschst, dabei zu.

Hat man einmal beschlossen, dass der einzige Weg der ist, seinen Wert zu erkennen und seinem Leben zuliebe zu handeln, geht vieles mit Leichtigkeit. Die Menschen, die einen WIRKLICH lieben, werden bleiben. Sie werden erkennen, dass ihre eigene Angst, dich zu verlieren, größer ist, als ihre Angst vor deiner Größe oder vor sich. Wer dich aber straft, weil du deinen Interessen und Gefühlen folgst, der ist nicht bereit für sich selbst - und damit auch nicht für dich.

Reicht es nicht, dass du lange Zeit nicht bereit für dich warst? Hattest du nicht schon erkannt, dass es nun Zeit ist, aufzubrechen? Was muss geschehen, dass du dich von der Angst anderer löst? Wäre es nicht wunderbar, wenn wir alle auch mit kurzzeitigen Trennungen oder Kritik leben lernen würden? Immerhin könnten wir dann alle Menschen so sein lassen, wie sie sind. Denn wir wissen nur dann um ihren Wert und darum, dass wir gleichwertig sind.

Niemand ist wichtiger. Niemandes Meinung ist „richtiger“ oder „falscher“. Wir sind alle gleich. Wichtig. Wertvoll. Auf der Suche. Beizeiten unsicher. Und dann wieder mutig.

Orientiere dich lieber nicht an Menschen, die meinen, es sei das Beste für dich, zu einem billigen Imitat von ihnen zu werden. Nimm deine Intuition und freue dich darauf, dass es Menschen geben wird, die aus heiterem Himmel auf dich zukommen, um dir zu helfen. Die, die dich verstehen und bereit sind für deinen Weg. Das sind meist die, von denen du es nie erwartest hättest. Das sind die Loyalen und die Gönner. Die einzigen, die wir brauchen, wenn wir aus unserem Leben das machen wollen, was wir WIRKLICH wollen.

Schließlich ist es auch eine Frage des Respekts dir gegenüber: Verweigert dir jemand den Respekt gegenüber deinen Bedürfnissen oder hält dich bewusst davon ab, sie dir zu erfüllen, und du nickst das nur ab, dann respektierst du dich selbst nicht.

Bedenke: Es ist deine Lebenszeit. Du entscheidest, wie, mit wem und mit was du sie verbringst. Und vor allem: wie lange noch.

Viel Mut und Tatkraft,
Janett

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

 

Wir sind besonders bei Trennungen selten derselben Meinung. Während sich der eine Partner trennen will, steht der andere oft vor vollendeten Tatsachen, ist plötzlich wieder Single und allein. Liebeskummer wegen einer Trennung stellt einen der größten und schmerzhaftesten Kontrollverluste dar. Verlassen zu werden gehört eben zu den schlimmsten Ereignissen im Leben. Gerade deshalb geistert bei den meisten unentwegt die Frage im Kopf herum: Kommt er wieder zu mir zurück? 

Ein Blogpost darüber, wie und ob man seinen Ex wieder zurückgewinnt und wie es definitiv nicht funktioniert.

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Zwischen Hoffnung, Liebeskummer und Strategie

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntIch werde von Leserinnen und Klientinnen häufig gefragt, ob und wie man seinen Ex am besten zurückgewinnt„Kommt er von allein wieder zu mir zurück?“

  • „Oder soll ich ihm Zeit geben und abwarten?“
  • „Soll ich anrufen?“
  • „Soll ich mit seinen Freunden sprechen?“
  • „Hat er vielleicht eine Neue/einen Neuen?“
  • „Bin ich schuld?“
  • „Was geht in ihm vor?“

Die Trennung bringt ein riesiges Spektrum an Gefühlen mit sich: Einige beklagen beim Partner Verlust- und Beziehungsängste; andere schieben sich die volle Verantwortung zu oder leben in Schuld und Scham darüber, was ihnen widerfahren ist. Sie leiden unter tiefem Liebeskummer, wollen ihren Freund oder Mann um jeden Preis zurückgewinnen. Verzweifelt suchen sie nach Gründen, analysieren und interpretieren, in der Hoffnung, die Entscheidung des geliebten Menschen zu verstehen. Während viele dadurch versuchen, loszulassen und die Trennung zu akzeptieren, wähnen sich andere in der Hoffnung, dass es noch nicht aus ist. Sie glauben, wenn sie IHREN Fehler fänden, dass sie ihn wiedergutmachen könnten. Sie sprechen mit den gemeinsamen Freunden oder der Familie; sie holen sich Rat bei Kartenlegern oder Astrologen. Sie lenken sich mit Übergangspartnern, Sport oder sonstigem von der Trennung ab, um ihre Angst, nicht gut genug zu sein, nicht spüren zu müssen.

 

Was im Ex-Partner vor sich geht

So gut wie nie sind Trennungen 100 Prozent einvernehmlich und auf beiden Seiten ein tiefer Wunsch. Ob der Ex wieder zurückkommen wird oder nicht, kann jedoch keiner zweifelsfrei beantworten - meistens nicht einmal die, die sich getrennt haben. Meine Erfahrung zeigt mir, dass abgestorbene Gefühle zudem selten der Grund für eine Trennung sind. Wie so oft spielen Ängste, die sich aus dem Unterbewusstsein ins Bewusste schieben, eine große Rolle bei der Entscheidung. Sie zwangen den Partner zum Rückzug. Ängste aber sind eine Aufforderung, der man sich nur bewusst und mit Entschiedenheit verweigern kann. Beziehungsängste und folgende Trennungen sind nun einmal ähnlich wie Panik: Sie drücken sich durch einen heftigen Fluchtreflex aus.

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntDer normale Fluchtreflex bei Auseinandersetzungen oder Nähe-Distanz-Problematiken bedeutet aber auch: Erst, wenn sich diejenigen zurückgezogen hatten, ebbt ihre Angst langsam ab. Die Stresshormone sinken wieder. Viele erkennen dann, was sie taten und welche Konsequenzen das für ihr Leben haben wird/kann. Aus meiner Erfahrung sprechen wir hier von drei bis zehn Tagen.

Spätestens dann sehen sie nicht nur die vermeintlich guten Ergebnisse der Trennung. Ihnen fallen auch und erst recht die negativen auf: Dass auch sie Menschen sind, die ungern allein sein wollen. Dass auch sie Gefühle haben, die sich überschlagen und mit denen sie nur schwer umzugehen wissen. Dass auch sie sich nach Liebe und Zuwendung sehnen, aber auch Angst vor zu viel Nähe haben oder davor, etwas zu verpassen (Zukunftsangst, Angst vor Selbstverlust). Sie wünschen sich Geborgenheit und Sicherheit, aber wissen um die Verantwortung, die eine Beziehung mit sich bringt. Sie wollen die Bedürfnisse anderer erfüllen, aber fürchten, sich selbst dabei zu verlieren. Sie selbst wollen auch keinen Liebeskummer.

Die Motivation zu einer Trennung kann so individuell, unterschiedlich und vor allem zweischneidig sein, so dass Menschen, die sich trennen, oft selbst nicht genau wissen, ob es die richtige Entscheidung war. Deshalb ist der berühmte Spruch „Abwarten und Tee trinken“ kein schlechter Rat.

Eines steht außerdem fest: Es gibt sehr, sehr sichere Vorgehensweisen, wie man seinen Ex nicht zurückgewinnt. In ihnen stecken  gleichfalls Wege, wie es klappen kann, deinen Ex zurückzugewinnen:

 

Tipps: Wie man seinen Ex zurückgewinnt - und wie definitiv nicht

No-Go 1: Ihn vom Gegenteil überzeugen wollen - koste es, was es wolle

Ihn zu bedrängen, ihm Vorwürfe zu machen, mit den eigenen Emotionen zu überschwemmen oder Schuldgefühle auszulösen, damit er wieder zu dir zurückkommt, wird nach hinten losgehen. Es drängt ihn in eine Ecke, aus der er raus wollte. Es bedrängt seine eigenen Gefühle, die er sortieren muss. Es erstickt ihn in den Momenten, in denen er frei atmen will, um wieder zu sich zu kommen. Erst, wenn er wieder ganz bei sich angekommen ist und seine Gefühle gespürt hat, kann er auch wieder zu dir zurück kommen wollen. Wenn er aber mit deinen Emotionen oder gar Schuld und Scham überrannt wird, wird seine Angst nur steigen.

Viele raten daher zu einer Kontaktsperre - soll heißen: Du meldest dich nicht. Wegen nichts. Alles, was es zu besprechen gäbe, muss warten. Sollten natürlich Kinder mit im Spiel sein, dürfen sie weder zwischen die Fronten geraten, noch zum Beziehung-retten und Freund-erobern missbraucht werden. In Fällen von gemeinsamen Kindern bringt Kontaktsperre aber nichts. So eine Kontaktsperre sollte nur bewirken, dass er sich nicht noch weiter bedrängt fühlt und von dir isoliert. Sie darf keine Strafe sein, die erneut Schuld auslösen würde. Denn dann käme er nur zu dir zurück, weil er glaubt, er müsste.

Am besten ist es für dich (und ihn), sich deiner eigenen Angst genau bewusst zu werden und dort in dir nach einer guten Strategie zu suchen.

  • Wie kannst du mit deiner Angst am besten umgehen? (Ideal ist es, sich auch zu fragen, wie man sie noch verschlimmern würde. Das ist ein Trick aus dem Coaching.)
  • Wie kannst du dich in der Wartezeit am besten ablenken, statt gegen seine Entscheidung zu kämpfen? (Mehr dazu unter Punkt 5.)
  • In welchen Trennungsgründen siehst du einen Funken Wahrheit oder Relevanz für dein Leben?
  • Wie sah dein Leben vor der Beziehung aus? Woran hattest du Spaß? Womit hast du deine Freizeit verbracht?
  • Wie fühlte es sich an, DU zu sein?
  • Was an und in dir kam in der Beziehung zu kurz?
  • Was könntest du jetzt neu aufleben lassen?

Sei für dich da und liebe dich, besonders JETZT, auch wenn du das Gefühl haben solltest, dass du nicht liebenswert seiest. Richte deinen Blick nach innen und nicht nach außen zu ihm.

 

No-Go 2: Mit seinen/gemeinsamen Freunden sprechen oder andere für sich und die Nicht-Trennung gewinnen

Betroffene brauchen schnell HilfeIn einer langjährigen Beziehung teilt man oft Freunde oder seine wurden auch zu deinen. Es schickt sich weder, mit ihnen über die Entscheidung ihres Freundes zu sprechen, noch sie zu bitten, für dich mit ihm zu reden. Er braucht jetzt seine Freunde für sich und seinen emotionalen Tumult. Wende dich stattdessen an deine Freunde und Familie und suche dort nach Trost und emotionaler Unterstützung.

Für viele gemeinsame Freunde stellt es auch eine „zwischen den Stühlen“-Situation dar. Sie wissen nicht, trotz großem Einfühlungsvermögen und Verständnis, wie sie sich am besten verhalten sollten. Aber zwangsweise ist es besser, für alle Seiten, seine Entscheidung nicht zu ihrer Angelegenheit zu machen.

Dasselbe gilt natürlich auch für seine Eltern oder andere Familienmitglieder und Bezugspersonen.

 

No-Go 3: Eifersucht und Übergangspartner

Wenn wir verletzt worden sind, neigen wir dazu, in der Hektik der Angst nach Mitteln zu suchen, die unser Leid reduzieren. Wir wollen uns stark und überlegen geben, keinen Schmerz zeigen und aber zurückschlagen, eben weil es dem Freund oder Ehemann wehtun soll. Viele Frauen suchen sich deshalb Spielfreunde und Übergangsmänner. Mit ihnen gehen sie ganz bewusst an einem Freitagabend chic und gut riechend aus, sodass der Partner es sieht, oder sie posten auf Facebook & Co. entsprechende Bilder und Statusmitteilungen, die sagen sollen: Mir geht es fantastisch (ohne dich)!

Was nach einer guten Idee aussieht, ist aber in Wahrheit ein großer Fallstrick. Denn, wenn du deinen Ex zurückgewinnen willst, solltest du ihm nicht zu sehr demonstrieren, wie und dass er unglaublich leicht zu ersetzen sei. (Dass es oft noch viel zu früh für jemand anderen ist, wird dir im Übrigen ganz allein auffallen, spätestens beim ersten Körperkontakt mit dem anderen.)

Zwar hat die Psychologie bewiesen, dass Eifersucht eine der wirksamsten Strategien ist, um den Partner vom Fremdgehen abzuhalten. Aber deinem Ex das Gefühl zu geben, dass er ohnehin wertlos sei oder du schon bei jemand anderem im Bett liegst, wird deine Liebe zu ihm nicht unterstreichen. Ganz im Gegenteil. Es wird seine Entscheidung noch bekräftigen.

 

No-Go 4: Freunde bleiben

Nach einer Trennung muss es Grenzen geben. Abstand ist gut, um sich mit der neuen Situation zu vereinbaren. Es erlaubt zudem beiden Seiten, sich und die Partnerschaft zu reflektieren und die Beziehung und das, was weniger guttat, zu sehen, wie sie war. Je weniger du daran erinnert wirst, dass es ihn (nicht mehr) gibt und er (momentan) nicht mit dir zusammensein will, desto leichter gelingt es, wieder zu dir zu finden. Das ist von entscheidender Bedeutung.

Deinem Ex wird auffallen, wenn du wieder ins Leben zurückfindest. Er wird sehen, dass er nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens ist. Er wird bemerken, dass in dir Fähigkeiten schlummern, die er bislang noch nicht kannte. Dadurch wirst du wieder attraktiv für ihn. Besonders, wenn du glaubst, dass dein Ex unter Beziehungsängsten leidet, wird er auf dieses neue DU anspringen. Doch wenn ihr Freunde bliebet, würde deine Konzentration nur auf ihn und wann du ihn wiedersiehst liegen. Es rückt dich weg von dir. Deshalb zwinge dich dazu, für dich da zu sein. Der Rest wird sich von ganz allein geben.

 

No-Go 5: Mit der Realität diskutieren und seine Entscheidung als falsch abtun

Weder bringt es etwas, wenn du mit ihm diskutierst, noch wird es dir helfen, wenn du mit dir und der Realität diskutierst. Bleib stattdessen ruhig (so schwer es dir auch fallen mag). Verhalte dich so, wie du dich sonst auch verhalten hast.

Im Umgang mit dem Ex solltest du jedoch noch zurückhaltender werden als vorher. Wenn er dir schreibt oder dich anruft, mit dir spricht oder andere Signale gibt, halte dich kurz und neutral in der Stimmlage. Äußere dich nicht zu seiner Entscheidung. Lass keine schnippischen Bemerkungen fallen, sondern demonstriere ihm, dass du ihn und seine Gefühle respektierst und seine Entscheidung akzeptieren kannst. (Etwas Anderes bleibt dir im Moment nicht übrig. Gegen den Willen eines Menschen anzukämpfen, der dir mehrmals gesagt hat, dass er es ernst mit der Trennung meint, kann zwar ein Zeichen deiner Liebe sein. Doch seine Reaktionen auf diese ersten Versuche werden dir demonstriert haben, ob er will, dass du kämpfst - oder eben nicht. Richte deinen Blick auf das, was er dir sagt und zeigt, statt auf deine Angst.)

Je gefasster (als Reaktion auf seine Trennung, nicht im Sinne von Eiseskälte oder harter Abweisung) du dich ihm gegenüber benimmst, desto weniger projizierst du deine Gefühle auf ihn. Je weniger er von deinen leidvollen Gefühlen bemerkt, desto weniger fühlt er sich bedrängt und umso mehr wird er seine verletzten Gefühle wahrnehmen. Je mehr er seine Emotionen wahrnimmt, desto näher kommt er an sich und die wahren Gründe seiner Trennung. Dazu gehört auch immer Angst.

 

To-Do: Genieße sämtliche Strategienratgeber mit Vorsicht!

Sei stark! Zieh dich toll an! Nimm ab! Nimm zu! Kauf dir neue High Heels! Geh mit anderen aus! Suche dir einen anderen Mann als Übergang! Sag, dass du kaum Zeit hast! Sei anders, als du in Wahrheit bist! usw.

Diese und ähnliche Tipps findet man quer über das Internet in käuflichen Ratgebern. Ich finde, man sollte die etwas mit Vorsicht genießen. Hier ist es genauso, wie überall sonst bei Manipulationen: Sie können funktionieren oder nach hinten losgehen. Doch je mehr du dich verstellst oder als Catwoman präsentierst, der nichts und niemand etwas anhaben kann, desto eher wird es dein Ex merken - nicht unbedingt zum Positiven. Unauthentizität und Unsicherheit wirken irritierend oder gar abstoßend, besonders bei Ex-Partnern, die wir in- und auswendig kennen.

Selbst wenn er auf dein manipulierendes neues Ich anspringen sollte, wird er schnell feststellen, dass es nur gespielt war, um ihn zurückzuerobern. Wenn du dich wirklich ändern möchtest, dann wegen dir und langfristig. So kann sich dein Ex neu in dich verlieben und sehen, dass du dich verändern kannst und verändert hast - euch zuliebe, aber vorwiegend wegen dir. Alle anderen kurzfristigen und „Bitte liebe mich!“-Strategien werden spätestens dann auffallen, wenn du deine Maske wieder ablegst.

Liebe Grüße,
Janett

 

Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

 

Intuition galt früher als ein überlebenswichtiger Mechanismus, um zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Viele kennen Intuition durch das berühmte Bauchgefühl. Aus unerklärlichen Gründen wissen wir instinktiv und intuitiv, dass wir X machen oder lassen sollten - in Form von Geistesblitzen und Vorahnungen. Intuition ist damit die Fähigkeit, ohne über etwas eingehend nachzudenken oder Zusammenhänge durch äußere Anhaltspunkte zu erkennen, einfach „zu wissen“. Intuition lässt sich deshalb leicht mit Empathie verwechseln. Doch während Empathie die kognitive und emotionale Fähigkeit darstellt, wie ein menschlicher Schwamm die Energien (und damit auch Gefühle, Gedanken und Meinungen anderer Personen) aufzusaugen und selbst zu fühlen, ist Intuition die praktische, oftmals ausagierte Empathie. Sie bedeutet auch die Fähigkeit, instinktiv nicht nur andere Emotionen, sondern zusätzlich Situationen zu erfassen. Intuitiv-empathische Menschen stellen eine (wenn nicht die wichtigste) Kategorie der Empathen dar.

Da ich in den vergangenen Monaten/Jahren viel über Empathie und Hochsensibilität geschrieben habe, möchte ich im Folgenden gern die Eigenschaften intuitiv-empathischer Menschen darlegen, um die Themen zu ergänzen/abzugrenzen. Ich bin mir wie immer sicher, dass sich Dutzende darin wiederfinden werden - und so mehr zu ihrem Selbstverständnis beitragen können.

 

Intuition: Was es ist und was Empathie damit zu tun hat

intuition intuitive menschenIntuition ist nötig, um Empathie umsichtig empfinden zu können. Sie ist ein wichtiger Grundstein unseres Einfühlungsvermögens und unserer emotionalen Intelligenz. Einige sagen sogar, Intuition sei gleichzusetzen mit emotionaler Intelligenz. Andere sagen, Empathie sei die Grundlage jeder Intuition. (Es erscheint mir hier wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei.) Dennoch ist es in meinen Augen irreführend, zu sagen, dass jeder Empath automatisch ein stark intuitiver Mensch sei.

In letzter Zeit (vorwiegend im amerikanischen Raum) wird jedoch oft von den intuitiven Empathen oder Intuitiven gesprochen: Gemeint sind Menschen, die schnell und konkret fassbar fühlen, was andere fühlen - sei es offen sichtbare oder verborgene Gefühle. Es handelt sich nicht nur um Launen, Unwichtiges oder unausgeprochenes Gezanke. Menschen, die intuitiv-empathisch sind, können die Tiefe der anderen Psyche mit ihren Belastungen, Ausmaßen und Konsequenzen spüren, auch solche, die sie lieber nicht fühlen wollen oder die der andere absichtlich verdrängt (oder projiziert). Sie kennen vor allem den Unterschied zwischen fremden und eigenen Emotionen und können den Ursprung der anderen Emotionen instinktiv benennen. Empathen auf der anderen Seite fühlen diese und können sie leicht im Körper identifizieren.

Wir alle unterdrücken die einen oder anderen Gefühle. Menschen vergraben die Wucht der negativen Erlebnisse tief in sich, als Mechanismus der Angstbewältigung. Manche merken deshalb nicht einmal, dass es ihre Gefühle sind und dass sie sie verdrängen. Es sind aber just diese verdrängten Emotionen und Interpretationen vergangener Erlebnisse, die uns krank machen oder in die Isolation schicken. Sie manifestieren sich in unserem Körper. (Wir kennen das von Angst- und Panikstörungen, Depressionen usw.)

Intuitive aber sehen just diese, auch wenn der andere sich dieser Gefühle gar nicht bewusst ist. Bei intuitiven Empathen ist aber auch die Fähigkeit gemeint, Situationen, Märkte und Zusammenhänge - ähnlich wie Gefühle und Gedanken - intuitiv-instinktiv zu erfassen und zu wissen(, weil zu fühlen), was zu tun ist/gebraucht wird/hindert/befreit.

 

Offizielle Definitionen von Intuition

Intuition bezeichnet im Wesentlichen diese Eigenschaften:

  1. intuitive menschen können erlebnisse vorhersehenspontanes Handeln aus dem Bauch heraus, keine Erklärungen für sein Handeln haben/finden
  2. Geistesblitze und kreative Eingebungen
  3. schnelle Einsicht in Informationen sowie Zusammenhänge und das Erfassen aller Komponenten mit nachfolgender, beinahe selbstverständlicher „Erkenntnis“
  4. die Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer in Sekundenschnelle zu „erspüren“
  5. Einfühlungsvermögen und tiefgreifender Verstand
  6. unbewusste Muster, wie wir die Dinge und Menschen wahrnehmen und interpretieren (und beides zusammenbringen)
  7. der Ursprung jeder Kreativität

 

Intuition und Wissenschaft

Der Myers-Briggs-Typenindikator unterscheidet hauptsächlich vier intuitive Typen, als Rahmen dient natürlich erneut die Differenzierung zwischen extrovertierten Intuitiven und introvertierten Intuitiven. Auch bei Intuitiven zeichnet sich ab, wer von Natur aus eher in sich, sensibler oder zurückgezogener lebt und wer den Austausch mit anderen braucht und sucht, aber dennoch eine stark ausgeprägte Intuition besitzt.

Carl Gustav Jung (Freuds Schüler) wiederum formulierte Persönlichkeitstypen, von denen einer der „intuitive Typus“ ist. Er unterschied zwischen der abstrakten und konkreten Intuition, wobei die erstere die berühmten Eingebungen darstellen und die letztere „das, was geschehen könnte“, auf ideeller Ebene. Er hielt Intuition im Übrigen für eine der vier Grundpfeiler, überhaupt mental zukünftige Ereignisse „berechnen“ zu können. Ich sage bewusst berechnen, da Intuition zwar erstaunlich nach Hellsehen riecht, aber man so gar nicht esoterisch, spirituell oder „psychic“ drauf sein muss, um „sie zu haben“. Für Jung aber bedeutete Intuition die Fähigkeit, ein gutes Gespür für sich und für andere zu haben, sowie äußere (materielle) Umstände und Bedürfnisse erspüren zu können.

 

Wie sind intuitive Empathen bzw. intuitiv starke Menschen?

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunDoch intuitive Menschen teilen noch weitere, bislang eher unbekannte Eigenschaften, die leicht mit der reinen Empathie, Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität verwechselt werden können:

  1. Intuitive tasten Situationen vollständig ab. Bevor sie nicht jede Ecke gedanklich und emotional ergründet haben, alle Perspektiven berücksichtigt und in ihrer Gesamtheit verstanden haben, sind sie nicht zu EINER Meinung bereit. Eben weil sie diese Vorgehensweise haben, können sie zanken und meckern und diskutieren und hören erst auf, wenn sie a) den anderen davon überzeugt haben, dass es mehr als seine Meinung gibt oder b) ihre Prüfung der Situation/des Themas/der Person vollzogen haben und zu einem schlüssigen Ergebnis gekommen sind.
  2. Dementsprechend sind sie perfekte Zukunftsdenker. In ihrem Abtasten der Situationen (neuer Job versus alter, potenzielle Partner, Geldinvestitionen, Chancen zwischenmenschlicher Verbindungen, Risiken innerhalb Gesprächen usw.) prüfen sie und „lesen“ so wahrscheinliche oder mögliche Ausgänge ab. All das addieren sie zu Möglichkeiten und Schwächen, Stärken und Risiken, die wiederum ihre Entscheidungen oder Handlungsempfehlungen begründen.
  3. So planen sie auch ihre Zukunft. Sie betrachten alle Optionen und setzen sich entsprechend Ziele für die kommenden Jahre. Indem sie so vorgehen, sind sie aber auch Menschen, die höchst anpassungsfähig und flexibel sind. Sie sind eben bereits im Voraus auf alles/vieles vorbereitet. Sie haben die Umgebung/Situation/Person eingehend studiert. Sie sind große Träumer, Denker, Entwickler und leben oft in der Zukunft, um ihr eigenes großes Bild von der Welt/dem Leben zu erfüllen.
  4. Sie vertrauen dem, was sie spüren und denken, nicht etwa dem, was sie spüren und denken sollen. Dementsprechend sind sie antiautoritär und mögen fremde, diktierte Regeln und Verhaltensvorschriften oder soziale, wirtschaftliche, unternehmerische Werte weniger als die, die sie für „stimmig“ erachten. Wenn jemand sagt, XYZ müsse so und nicht anders umgesetzt werden oder „man“ würde das eben so machen, führt das bei Intuitiven nur zur Eröffnung von Diskussionen und Ablehnung. Sie wollen genau wissen, wieso derjenige das so sieht. Fehlen aber Argumente, spürt der Intuitive Machtmissbrauch oder egoistische, narzisstische  Tendenzen, hat man es als Anderer nicht gerade leicht. Sie vertrauen Autoritäten und Führungskräften nicht per se, nur weil diese eine entsprechende Position innehaben. Sie sehen sie nicht als unfehlbar, nur weil sie in der Führungsetage sitzen oder einen bestimmten Status erreicht haben.
  5. Damit ist auch klar, dass Intuitive sehr gute Analytiker sind, und beizeiten so ziemlich alles interpretieren und überanalysieren. Das liegt daran, dass sie sich - wenn sie eine Entscheidung treffen müssen - von ihrem Ego-Blickwinkel distanzieren und so alles betrachten, was es zu betrachten gilt. So garantieren sie größtmögliche Sicherheit für das (beste) Handeln.
  6. Das wiederum begründet, dass sie kleinste Veränderungen in Situationen/Personen wahrnehmen und gedanklich in die Vergangenheit und Zukunft „reisen“, um die Ursachen und Lösungen zu finden. Sie merken sich entsprechend viel und können oft ganze Sätze im Nachhinein zitieren oder sagen, wie eine Situation minütlich ablief.
  7. Andersartige Gedanken ziehen sie an. Sie mögen deshalb auch das Unkonventionelle, das Übernatürliche, Unerklärliche, Abnormale. Sie studieren gern „solche“ nicht-normalen Welten und können sich ganz hineinfallen lassen, denn das „Normale“ ist ihnen viel zu langweilig. Haben sie eine Sache verstanden und erspürt, beginnt bei vielen die Langeweile.
  8. Daher liegt es nahe, dass sie unzählige, scheinbar unvereinbare Interessen haben. Vor allem lieben sie es, diese scheinbar unvereinbaren Umständen miteinander zu verknüpfen. Ähnlich wie bei Hochbegabten, haben sie die Fähigkeiten, Muster aus verschiedenen Theorien und Disziplinen zu verbinden. Sie erkennen Querverbindungen und Zusammenhänge.
  9. intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererSie erkennen, wie erneut auch bei den anderen Gruppen, unauthentische Menschen auf einen Blick. Sie sind Lügendetektoren. Sie erkennen, wer wahrhaftig ist und wer nur seine Interessen befriedigt sehen will. Sie verabscheuen Fremdbedürfnisse, wenn die Gruppeninteressen verletzt würden. Sie sind soziale Verfechter. Sie sind soziale Fürsorger. Sie gehen gegen jedwede einseitige und manipulative Verhaltensweise anderer mit intuitiver und eiskalter Weise vor. Bei solchen Menschen spüren sie nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Sie sind ja ohnehin von den Gefühlen und Gedanken des anderen „beeinflusst“; nicht nur von positiven. Bei negativen aber spielen sie sie gegen den anderen aus - zum Wohle aller.
  10. Sie hassen, wie Hochsensible, Hochbegabte und Empathen, oberflächliche Gespräche. Je qualitativ hochwertiger die Gespräche sind, desto eher sind sie in ihrem Element. Alles andere langweilt sie zutiefst. Fluchtreflexe bei prestige-status-ego-bezogenen Menschen sind sehr häufig.
  11. Sie haben damit einen hohen Gerechtigkeitssinn. Auch Selbstgerechtigkeit spielt bei ihnen eine wichtige Rolle. Deshalb findet man sie eher selten in traditionellen Strukturen. Sie sind kreativ, freiberuflich, selbstständig, Single oder leben in einer weniger konventionellen Beziehung oder mindestens in einer, die nicht den offiziellen Regeln folgt. Sie haben ihre eigenen Wege und versuchen sie - einmal erkannt, dass es ihnen damit besser geht - auch aufs Ganze auszuleben. Was X, die Familie, die Welt oder der Kunde will, spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch wenn sie einmal oberflächlich den Angepassten mimen, bedeutet es doch, dass sie hintenrum ihre Wege gehen oder aber planen, wie sie den offiziellen wieder verlassen.
  12. SINN ist ohnehin einer der wichtigsten Pfeiler ihres Leben. Ohne Sinn in allem, was sie tun und nicht tun, tun sie wenig. Dafür benutzen sie hauptsächlich ihre Erfahrung und Wahrnehmung als Straße.
  13. Sie hören eben auf ihre innere Stimme. Für Intuitive spricht sie die innere Wahrheit, die einzige Erkenntnis, die sie brauchen, um ihrer Philosophie folgen zu können.
  14. Viele Menschen nutzen Intuitive, um Zugang zu diesen Fähigkeiten zu haben. Auch das AUS-Nutzen ist leicht möglich, denn Intuitiven wird schnell Vertrauen geschenkt und umgekehrt sind sie schnell in jemandem „drin“. Sie sind gute Zuhörer und Helfer und haben oft Vorschläge und Interpretationen parat. Es dauert nie lang, bis sie Zugang zu anderen bekommen, außer dieser Jemand ist unauthentisch/manipulativ. Dann halten sie sich zurück.

 

Media-Tipps: Dokumentationen zu Intuition/Empathie

Interessierten empfehle ich die ARD-alpha Doku-Serie (bestehend aus 13 Folgen) mit dem Titel „Auf den Spuren der Intuition“:

Folge 1: Intuition entdecken
Folge 2: Was steht der Intuition im Weg?
Folge 3: Die Quellen der Intuition
Folge 4: Wie finden wir zur Intuition?
Folge 5: Empathie als Grundlage der Intuition
Folge 6: Intuition im Miteinander
Folge 7: Der inneren Stimme lauschen
Folge 8: Intuition in der Pädagogik
Folge 9: Intuition in der Arbeitswelt
Folge 10: Intuition als Grundlage der Kreativität
Folge 11: Intuition in den Grenzbereichen der Wahrnehmung
Folge 12: Mit Intuition zur ganzheitlichen Sicht
Folge 13: Mit Intuition die Zukunft gestalten

 

Quellen:

[1] Seite „Intuition“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. April 2017, 07:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Intuition&oldid=164982379 (Abgerufen: 7. August 2017)
[2] April Klazema: Intuitive Empath Traits: What you Need to Know. In: Udemy-Blog. 18. Juni 2014. URL: https://blog.udemy.com/intuitive-empath/ (Abgerufen: 7. August 2017)
[3] A conscious rethink: 4 signs you’re an intuitive empath (not just an empath). URL: https://www.aconsciousrethink.com/3854/4-signs-youre-intuitive-empath-not-just-empath/ (Abgerufen: 8. August 2017)
[4] Emotionale Intelligenz (EQ). URL: https://www.bach-blueten-portal.de/bachblueten-blog/emotionale-intelligenz-eq/ (Abgerufen: 7. August 2017)

 

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