Werkzeug für die Arbeit mit dem inneren Kind: Briefe an das Kind in dir

Werkzeug für die Arbeit mit dem inneren Kind: Briefe an das Kind in dir

 

Die Arbeit mit dem inneren Kind fällt vielen schwer. Sie finden keinen Zugang zu ihm oder können es nur schwer bändigen. Nur wenige wissen: Briefe an unser inneres Kind zu schreiben gehört zu den wirksamsten Methoden der Schreibtherapie. Es gibt viele andere Wege, besonders kreative, um das Kind in dir zu nähren, zu beruhigen und zu stärken. Doch ich habe bislang kaum eine so nachhaltige Strategie/Methode, um Kontakt zu meinem Kind-Ich herzustellen, gefunden, wie diese.

Dies ist mein zweiter Brief an mein inneres Kind. Den ersten Brief findest du als Link am Ende dieses Beitrags.

 

Die Arbeit mit dem inneren Kind: Über dein Kind-Ich

so funktioniert und gelingt der Umgang mit dem Kind in mirDas innere Kind – das Kind in dir als Persönlichkeitsanteil – strebt nach Erlebnissen, Anerkennung und Zuwendung, Sicherheit und Struktur. Nach der von Eric Berne etablierten Transaktionsanalyse braucht und will es

Reize (Erlebnisse), Struktur (idealerweise harmonisch) und Anerkennung.

Es will gesehen und gehört werden, will sich erproben im Spiel und daraus lernen. Es braucht Personen, die ihm zeigen, wie die Welt funktioniert, die stolz auf seine Ergebnisse sind und ihn dafür loben. Selbst wenn es Fehler macht, wenn es unbequem ist, meckert, schreit, trotzt: Es will dennoch geliebt werden, fern ab von allen Bedingungen. Jede Einschränkung, jedes noch so unbedachte oder ausgesprochene Gebot und Verbot formt den späteren inneren Kritiker. Das Kind in uns hat also gut aufgepasst und Reaktionsmuster aus früheren Zeiten verinnerlicht. Ist es nicht lieb, fleißig, still, brav, süß, gut im Lernen, beliebt usw., gerät seine Sicherheit in Gefahr und diese schwebt wie eine dunkle Wolke über ihm.

Das innere Kind symbolisiert also deine Gefühle. Es sind u. a. die Gefühle Angst, Traurigkeit, Ekel, Überraschung, Scham und Schuld. Es kann Ängste der Eltern übernommen haben und Schamgefühle seiner MitschülerInnen, es kann Schuld gelernt haben, wenn es sich eine Situation nicht erklären konnte. Es will dennoch Liebe und Sicherheit, ohne dass seine Struktur bedroht wird. Es will dennoch Zuwendung in Form von Reizen. Es verabscheut Langeweile, denn es will wachsen und lernen. Je nach Konstitution und vorhandenen Lebensumständen entwickelt es sich sensibler, empathischer, intuitiver oder begabter. Alle seine Talente können sich nur zeigen, so wie seine Stärken, wenn sie sich entfalten können.

Es ist nicht so, wie viele sagen, dass das innere Kind den unwissenden, nicht erwachsenen, uneinsichtigen und quengelnden Ich-Anteil darstellen würde. Kinder sind höchst aufnahmefähig und sehr viel klüger, als wir “Erwachsenen” meinen … oft sogar klüger als so mancher Erwachsener. Es kennt seine Bedürfnisse und pocht auf ihre Befriedigung. Sie lieben sich und andere bedingungslos und erwarten nichts weniger, als dasselbe zu erfahren. Sie sind verletzt, wenn sie auf Ablehnung stoßen (Anerkennung gefährdet), keine Erlebnisse haben (fehlende Reize wegen z. B. Eltern, die sich nicht mit ihnen beschäftigen) und/oder ihre Sicherheit gefährdet ist (destruktive Strukturen innerhalb der Familie).

Noch eine Anmerkung, bevor es zum Brief geht: Sprich die Sprache deines Kindes, wenn du es zu beruhigen versuchst. Erkläre ihm, wie die Welt funktioniert, dass es fühlen darf, aber es auch andere Wege im Umgang mit dem Leben und Gefühlen gibt. Bringe ihm bei, was dir verwehrt wurde. Lehre es, nicht aufzugeben, sondern selbstwirksam zu werden. Sei dem Kind in dir die bessere Version deiner Eltern oder LehrerInnen.

  • “Hab keine Angst!”
  • “Du musst doch keine Angst haben!”
  • “Wovor hast du denn Angst? Es ist doch alles okay!”

ist keine kindgerechte Sprache. Denn sie verbietet das, was das Kind am besten kann und Heranwachsenden später mehr und mehr abtrainiert wird: Gefühle fühlen. Jemand muss ihnen nur beibringen, wie sie den Umgang mit schweren Gefühlen meistern.

Auch wenn du nicht schreibaffin bist, kann dir mein Brief hoffentlich Stärkung und Erleichterung bieten.

 

Briefe an mein inneres Kind: Nr. 2

Liebling,

ich habe einige Bitten an dich.

Du darfst immer traurig sein, wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist. Du darfst so viel weinen, wie du möchtest. Du darfst vor Wut schreien, um dich selbst zu behaupten und vor Angst zittern. Doch erinnere dich währenddessen daran, dass jedes Gefühl immer auch eine Entscheidung ist. Du entscheidest, ob du ihm Raum gibst oder nicht, was du mit deinen Gefühlen machst. Du entscheidest, ob du dich fürchtest oder nicht. So überwältigend das Leben mitunter auch erscheint: Du bist sicher.

Dein Denken ist ein mächtiges Instrument. Nutze es zu deinen Gunsten, nicht gegen dich. Was du früher gelernt hast, kann morgen schon hinfällig sein oder sogar schädlich.

Je älter du wirst, desto wichtiger ist die Erinnerung daran, wie alt du bist: was du bereits alles in deinem Leben gemeistert hast, worauf du stolz sein kannst und welche Fähigkeiten dich besonders machen. Solltest du auch nichts von dem, was dich ausmacht, nutzen – weder für dich noch für die Welt: Es ist nie zu spät, dein Leben zu verändern. Nimm dir ruhig die Zeit, die du brauchst.

Trennungen aller Art wiegen schwer für jeden Menschen – egal, welchen Alters. Du bist nicht allein. Wenn dich jemand verlässt, sei traurig, weil es schmerzt. Hier ist ein Geheimnis: Du kannst es später lernen oder jetzt, dass alles im Leben zwei Seiten hat, du ebenso dankbar sein könntest, einen Menschen weniger in deinem Leben zu haben, der nicht zu dir gehören will. Es geht darum, jene zu finden, die bei dir sein wollen, weil sie zu dir passen und du zu ihnen.

Deshalb: Wenn dich jemand verletzt, prüfe sorgfältig, ob es dein Ego ist, das weint, oder dein Herz. Dein Kopf und Herz sind mit Grund voneinander entfernt. Beide haben ihre Aufgaben, aber nicht immer haben beide Recht. Gedanken und Gefühle munkeln uns nicht selten Böses. Es kann so aussehen, als würdest du bitter leiden, während es nur eine Kränkung deines Egos ist. Es kann sein, dass du meinst, etwas würde dir nichts anhaben, dir nichts ausmachen, während dein Herz leise bricht. Kenne den Unterschied. Kenne dich.

Wenn du abgelehnt wirst – und das wird geschehen – tritt zurück vom Schmerz, nachdem du ihn gefühlt hast, und bleibe positiv und dankbar. Vertraue den Menschen in ihren Ansichten über dich und sich und euer beider Wohl. Wenn sie dich nicht wollen, so ist es ihre Entscheidung. Respektiere sie. Sie ist richtig, weil sie sich richtig für denjenigen anfühlt. Selbst, wenn sie sich für dich falsch anfühlt, so könnte sie doch richtig für dich sein. Manchmal wollen wir erst recht das, was wir nicht haben können. Und viel zu oft wünschen wir uns, was uns nicht guttäte. Ich weiß, du glaubst, miteinander würde dein Leben so viel besser sein. Aber kannst du das mit Gewissheit sagen? Nein. Es nützt dir wenig, dich täglich für einen Hauch gelogene Sympathie aufopfern und zermürben zu müssen. Es ist ein täglicher Kampf, der dich zeichnen wird. Du wirst noch oft genug verletzt werden auf deinem Weg: Hilf nicht noch nach.

Lerne lieber, Menschen zu verlassen und dich aus destruktiven Situationen zu schälen, ganz egal, wie sehr es jemandem wehtun würde. Dein Leben ist dafür da, gelebt zu werden, in maximaler Freude und mit bestem Gewissen und Wissen. Es ist nicht Teil des Lebens, zu leiden, wenn du dieses Leid vermeiden könntest. Und nein, das ist keine Erlaubnis, andere zu hintergehen. Es ist eine Erlaubnis, zu gehen, wann immer du in einer Verbindung keinen gegenseitigen, erfüllten und liebevollen Nutzen erkennen kannst.

Der Tod, wie auch Verlust, ist unvermeidbar. Sei deshalb Zeit deines Lebens gut zu dir, deinem Körper, deiner Seele und anderen Menschen. Verwunde weder dich noch andere im Kleinen, nicht mit Worten, Rache oder Vermeidung, nicht durch Reaktivität oder Angst, Verachtung oder Aufopferung.

Alleinsein will gelernt sein und Konflikte gemeistert. Du bist genauso wichtig wie andere. Andere sind genauso wichtig wie du. Wer dir hier widerspricht, gehört nicht in dein Leben.

Jeder Mensch, der dich verletzt, ist dennoch ein wertvoller Lehrer für dich. Hasse ihn nicht, sei er noch so unbewusst und verletzend. Vergifte nicht dein Wesen mit so unsinnigen Gedanken und Gefühlen wie Hass. Was dich verletzt, sagt etwas über deine Verletzungen, die, die du so sehr zu lindern versuchst – oder gekonnt verdrängst. Sei nicht tätig, Verletzungen zu vermeiden, die Kontrolle zu behalten oder das Leben gar zu manipulieren. Vertrau dich ihm an. Denn du bist sicher, solange du handlungsfähig bist. Gib dich nicht bloßen Gedanken hin, die aus alten Wunden entspringen. Alt ist, was alt ist. Jetzt ist jetzt. Je häufiger du mit dem vermeintlich Schlimmen in Kontakt kommst, desto eher wirst du lernen, ruhig zu bleiben, dir und deinem Leben zu vertrauen und so deine Ängste überwinden.

Was dir andere auch sagen mögen: Ängste sind okay. Sie zeigen dir zwei Sachen:

1.) Was du glaubst, nicht zu dürfen/nicht zu sollen/tun zu müssen
2.) Wo es hakt, wo du eingreifen musst, wo es eine Korrektur geben muss

Sie sind nicht da, um dich zu quälen. Sie sind nicht da, um dich deines Glücks zu berauben oder zu benachteiligen. Ängste sind da, um verstanden und akzeptiert zu werden. Je schneller du deine Ängste kennenlernst, desto näher rückst du an dich selbst heran. Hier findest du die Schranken und Weichen.

wie du mit dem kind in dir sprechen solltestSeien die bewussten Verletzungen von Menschen auch noch so eindeutig: Bleibe ruhig und atme. Besinne dich auf dich. Was sie können, kannst auch du. Manchmal lernt es sich am besten von seinem vermeintlich größten Feind, zum Beispiel, wie du nicht bist oder nicht sein willst, wo du nicht hingehörst oder nicht hingehören willst. Es gibt Menschen, die ein Leben lang nach den Antworten auf diese Fragen suchen. Nimm die Gelegenheiten, wie sie kommen, und packe ihre Lektionen am Schopfe. Das spart dir wertvolle Zeit.

Wer versucht, deine Schwachstellen zu finden, um sie gegen dich auszuspielen, hat ebenso Schwachstellen, die er zu verstecken versucht. Hinter jeder Schwäche steckt eine Stärke, so wie hinter jeder Stärke eine Schwäche steckt. Es ist die Balance, die zählt.

Mitunter sind Angriffe anderer auf dich nicht mehr als der Spiegel ihrer Angst. Finde heraus, was sich dahinter verbirgt, dann übe dich in Verständnis und wähle eine geeignete Strategie. Du bist ein Mensch, keine Fußmatte. Erinnere dich daran und wenn nötig, auch die anderen. Mitunter werden/wurden sie selbst so behandelt und kennen keine anderen, gesunden Wege. Aber du kannst sie ihnen beibringen, wenn sie dich lassen.

Sprich die Sprache deines Gegenübers. Sei sanft zu dir und denen, die Sanftheit verstehen. Sei bereit, hart zu jenen zu sein, die nichts als Härte üben. Die größten Verletzungen, Missverständnisse und Kommunikationsfallen entstammen der Unkenntnis und Uneinsichtigkeit. Bleibe bei dir und begib dich nicht auf anderer Menschen Terrain. Du kennst deinen Platz.

Bleibe trotzdem offen Menschen gegenüber, die Charaktereigenschaften haben, die dir fremd sind. Sie wuchsen anders auf als du. Aber sie sind Menschen, so wie du. Was kannst du von ihnen lernen? Was können sie, was du nicht kannst? Was kannst du ihnen beibringen? Was kannst du, was sie nicht können? Welches gemeinsame Ziel habt ihr? Welche Handlungen würden es euch erleichtern, euer Ziel zu erreichen?

Fehler zu machen, heißt nicht, ein Fehler zu sein. Selbst die härteste Kritik ist nichts weiter als Feedback. Frage stattdessen, was du neben dem Fehler gut gemacht hast. Das lenkt aller Aufmerksamkeit ab – besonders deine. Alles im Leben will gelernt werden und die Besten sind die, die sich dabei Zeit ließen, um es in der Tiefe zu verstehen.

Du wirst dein Leben lang lernen und an dir arbeiten dürfen. Nenne es Persönlichkeitsentwicklung oder Potenzialentfaltung: Niemand kommt fertig auf diese Welt. Und fertig heißt nicht perfekt. Jeder Mensch durchläuft seine eigene Evolution in seinem eigenen Tempo.

Keinen einzigen Tag bist du auf dieser Welt, um zu sein, wie es andere von dir erwarten. Es ist das Miteinander, das zählt, das gegenseitige Füreinander.

Es gibt Menschen, die das nicht akzeptieren.

Übe dich in Konfrontation. Es hat noch niemandem geschadet, für sich einzustehen. Es stärkt dein Bewusstsein für das, was du brauchst: das Wissen darüber, wer du bist und wer du sein willst. Da draußen gibt es so manchen, der dich belügt und von dir abbringen will.

Es werden Zeiten kommen, in denen du nicht weißt, wie es weitergehen soll, in denen dir alles sinnlos erscheint und leer. Fehlt dir ein Sinn, fehlt dir in Wahrheit ein Ziel. Es muss dein Ziel sein, erreicht mit deinen Mitteln, minus dem, was andere wollen. Nur so steht unter dem Strich ein Ergebnis, das dir gefallen wird. So überstehst du alle Hindernisse und Zweifel.

Du hast immer das Recht, jemanden nicht zu mögen, so wie jeder andere das Recht hat, dich nicht zu mögen. Dich zu mögen, ist das oberste Ziel – für dich. Du verpasst es, wenn du dir nur dann gefällst, wenn du anderen gefällst.

Prüfe deine eigenen Gedanken und Ansichten über die Welt. Nicht jeder deiner Gedanken ist wahr und nicht jeder, der von außen infrage gestellt wird, ist falsch. Erinnere dich daran, dass jeder seine Einstellungen braucht. Sie geben Halt und versprechen Ordnung. Je flexibler du bleibst und je weniger Glauben du dem schenkst, was du denkst, desto eher wirst du zu dem, was du sein kannst: dein größtmögliches Ich.

Denn du wirst niemals besser sein, als das, was du von dir glaubst und hältst. Glaube stattdessen daran, dass alles möglich ist und alles kann möglich werden. Beschränke dich nicht selbst, nur weil dir die Gedanken anderer in dir dazu raten. Du kannst viele fremde Gedanken verinnerlichen oder dich an deine Wahrheit halten – wenn du sie kennst. Finde sie. Sie wird dir nützlich sein.

Hinterlasse der Welt etwas, was dir am Herzen liegt. Teile. Gebe. Inspiriere. Sprich über deine Niederlagen. Zeige, wie du sie überwunden hast. Liebe. Verletzlichkeit ist Teil des menschlichen Seins. Niemand kommt um sie herum. Sie zu leugnen, ist eine der größten Lügen.

Deshalb bewerte Menschen nicht auf den ersten Blick. Du kannst niemals wissen, was jemand gerade durchmacht, welche Kämpfe er auszustehen hat, welche Ängste. So mancher lächelt und sagt, alles wäre wunderbar, während er in Wahrheit in seinen vier Wänden verzweifelt. Wir haben alle Sorgen.

Schlussendlich ist hier meine letzte Bitte: Bevor du fällst, falle lieber auf! Auch sein Leben nicht in die Hand zu nehmen, ist eine aktive Entscheidung. Sie lautet: „Ich nehme mein Leben nicht in die Hand, sondern lasse es liegen und mache nichts damit.“ Suche dir Hilfe, wenn du welche brauchst. Frage Menschen, die bereits geschafft haben, was du schaffen möchtest. Gehe einen ersten Schritt und probiere etwas Neues, wenn dich das Alte nicht mehr nährt. Aber handele. Sei dir hier am nächsten und kümmere dich gut um dich. Wenn du das tust, wird sich das Leben dankbar zeigen. Das ist ein Versprechen!

In Liebe,
dein erwachsenes Ich

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“Was unser inneres Kind hätte wissen müssen”

Den ersten Brief an das Kind in mir findest du in einem separaten Blogpost >>

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

 

Ich war nie der Überzeugung, dass Männer die “Schlimmen” wären. Ich habe zu oft zusehen müssen, wie Frauen Männern, die mir am Herzen lagen, das Leben zur Hölle machten – und die Männer zu verliebt oder gutgläubig waren, weswegen sie nichts dagegen taten. Nun, wie angekündigt, nach dem Erscheinen des Posts über Männertypen, von denen Frau besser die Finger lassen, hier der Post für Männer über Frauen, von denen sie lieber die Finger lassen mit 12 Red Flags, Warnzeichen und Signale, dass diese Frau nichts für dich ist oder es zumindest nicht gut mit dir meint. 

Auch hier gibt es wegen des Themas etwas mehr Polemik und Polarisierungen, als meine LeserInnen allgemeinhin von mir gewöhnt sind. Doch nach wie vor denke ich, dass auch solche Begegnungen am besten mit Humor genommen werden.

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

Red Flag 1: Sie erlaubt dir kein Privatleben

sie verbietet mir Freunde und FreizeitSie will stets wissen, wo du bist, wem du telefonierst oder dich triffst. Sie ruft dich an, wenn du dich um 15 Minuten verspätest, ohne dich gemeldet zu haben. In ihren Worten schwingt ein Unterton, der Schuldgefühle auslöst und dich zu einem kleinen Kind degradiert, das gemaßregelt wird. Du hast etwas Verbotenes getan, ohne dass dir das bewusst war. Wenn du sie nicht verlieren möchtest, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen, wie eure “Beziehung” in ihrem Kopf auszusehen hat: Was du wann und wie und vor allem OB zu tun hast, obliegt ihr. Du musst dich fügen, sonst droht Verlust. Natürlich wirst du hin oder wieder versuchen, auszuscheren, dir deine Freiräume gewähren wollen, ohne dass du dich rechtfertigen musst. Und du bist im Recht: Du musst gar nichts. Entweder die Beziehung baut auf Vertrauen und gegenseitiges Wohlwollen oder es ist misslich. Dieser Typ Frau droht häufig mit Trennungen oder du erlebst Diskussionen und Schweigen als Strafe, Seitenhiebe aus dem Nichts, bei denen du dachtest, das Thema wäre bereits gegessen. Sie will deine völlige emotionale Abhängigkeit. Sie vergisst keinen deiner vermeintlichen Fehler. Sie nutzt sie gegen dich, um sich nicht schlecht zu fühlen. Denn wenn du derjenige bist, der “falsch” ist, dann ist sie es nicht.

Einem meiner engsten Freunde geschah das einst. Zum Schluss schaffte er es, sich aufzubäumen und durchzusetzen, weil er ihr Bild einer Beziehung und gemeinsamen Zukunft nicht mehr aushalten konnte. Sie fühlte sich stets ausgeschlossen, auch wenn er sie nicht ausgrenzte. Er durfte rein gar nichts mehr ohne sie tun oder tun wollen. Und fühlte sich eingekerkert wie ein Schwerverbrecher, wenn er auch nur an seine Freunde und Hobbys dachte. Während sie die völlige Verschmelzung wollte, die Auflösung jeder Individualität, versuchte sie nur zu vermeiden, sich ein eigenständiges, unabhängiges und selbstverantwortliches Leben aufzubauen.

 

Red Flag 2: Status ist ihr wichtiger als Charakter

status ist ihr wichtiger sie liebt mich nicht wirklichIch kannte einst einem Mann, bei dem es nie länger als drei Minuten dauerte, bis eine Frau von Stand ihn erblickte. Er selbst war so jemand, der offensichtlich alles hatte, was man sich so wünschen könnte: Geld, beruflicher Erfolg, teure Markenanzüge, gutes Aussehen, Selbstbewusstsein ins Gesicht geschrieben. Ein wahres Alpha-Tier. Die jeweiligen Frauen sahen ihn und erkannten ihn. Er war ihr Beuteschema. Sein Charakter war – darauf würde ich bis heute wetten – nie wirklich ausschlaggebend. Was zählte, war, was er zu geben hatte und ausstrahlte. Er würde die Familie ernähren können, immer verantwortlich sein für den Zusammenhalt, für die Unterhaltung, das Funktionieren, stärker als jedes Familienmitglied und emotional nicht bedürftig. Er würde nichts brauchen und nichts wollen, sondern sich eingliedern und sich um die Rollen kümmern, die ihm zugeschrieben wurden. Von eigenen Bedürfnissen abgeschnitten, würde er der Frau an seiner Seite alle Wünsche von den Lippen ablesen, ihr ein wunderbares Leben ermöglichen und dazu noch Reichtum und Freiheit. Dafür bleibt sie – komme, was wolle. Dafür dürfte so ein Typ Mann gern fremdgehen, solange er sie nicht verlässt.

Dieser Typ Frau würde unendlich lang kämpfen, dass sie Teil hat an dem, was er schuf und täglich schafft. Denn sonst würde wenig für sie übrig bleiben, weil es ihr an einem eigenen Leben mangelt. Sie definiert sich über ihre Partner und dem, was sie besitzen. Besitz ist das, was sie verlangt. Besitzt man dann weniger oder will seinen eigenen Rahmen sprengen, sinkt man sofortig im Wert, außer ihre Sicherheit ist gewährt, außer sie darf dabei sein und wird nicht verlassen. Ihr tut es am meisten weh, wenn sie mit Schweigen gestraft und mit Ehrlichkeit konfrontiert wird. Standing (Standhaftigkeit) ist das Brecheisen ihres Stolzes. Denn sie funktioniert über Gefallen: Wenn sie nicht gefällt, beginnt sie, sich Sorgen zu machen und zu ändern. Deshalb sind viele dieser Frauen auch der Überzeugung, dass sie etwas Besseres wären oder verdient hätten. Mit “normalen” Männern geben sie sich selten zufrieden.

 

Red Flag 3: Sie ist nicht stark, wenn du schwach bist

Es gibt Zeiten im Leben, in denen alles hart auf hart kommt. Im Beruf geht es bergab, das Geld wird knapper oder du möchtest, dass sich etwas ändert und sorgst für Ungewissheit, was deiner Partnerin Angst macht. Die Gesundheit lässt zu wünschen übrig oder du hattest einen Unfall, bist aus heiterem Himmel seit geraumer Zeit erkrankt, brauchst Ruhepausen und Rückzug, Hilfe, Verständnis und jemanden, der für dich da ist. Und plötzlich stellst du fest, dass ausgerechnet die eine Person, von der du emotionale und psychische Unterstützung erwartest hättest, Nein sagt, lethargisch oder wie gelähmt ist. Sie kann weder für dich einspringen noch bemüht sie sich. Sie weigert sich, flüchtet aus der Wohnung oder in ihre Welten, geht ihren gewohnten Rollen und Funktionen nach, aber beharrt auf das Gewohnte – und damit auch auf Unflexibilität und Unsensibilität.

Nach Fritz Riemann würde dieser Typ Frau zu den Hysterischen gehören. Nicht im normalen Verständnis des Wortes “hysterisch” übrigens, sondern als Reaktionsmuster auf Veränderungen und der damit verbundenen Unsicherheit, sich neu anpassen und wandeln zu müssen. Überhaupt eine funktionierende Rolle für sich gefunden zu haben, einem Mann, bei dem sie “passt”, ist in ihren Augen wertvoll. Diese Identität bedeutet Stabilität. Alles Ausufernde oder Ändernde bereitet ihr Angst und lässt sie “unpassend” werden. Ich schätze aus eigenen Erfahrungen diesen Typ so ein, dass er bereits nach weniger Zeit zusammenbrechen, ausbrechen und flüchten würde. Hier sind also keine Fälle gemeint, die durch mangelnde Kommunikation (Ich kann nicht mehr, wir brauchen eine Lösung.) und langer Zeit (Aufopferung oder Dulden über Jahre hinweg), in der man in einer Herausforderung verharrt, ohne etwas gegen sie zu unternehmen, als Partnerin schlichtweg nicht mehr (zusehen) kann. Sie empfindet ihren Partner schneller (< 3 Monate) unwürdig oder unpassend, weil er nicht oder nur noch wenig geben kann. In den meisten Fällen bleibt der Mann der Schuldige, der “nichts mehr auf die Reihe bekam”.

 

Red Flag 4: “Du liebst mich doch gar nicht! Wenn du mich lieben würdest, dann…”

Frauen, von denen man solche Sätze hört, projizieren meistens ihre eigenen Ängste auf dich oder aber ihr zwei hattet von vornherein dieselben Herausforderungen. Misstrauen Liebe und Beziehungen gegenüber, miese Beziehungserfahrungen und viele Zweifel, ob man für eine neue Beziehung bereit ist, mit der Person, die man getroffen hat, zeigen sich recht schnell. Meistens ist es der Mann, der sich zurückzieht und die Frau, die dann in sich zusammenbricht, dir hinterherläuft oder ins Diskutieren gerät. Nach anfänglichem Verständnis, Dulden und Hingabe, werden irgendwann unweigerlich Vorwürfe folgen, wieso du sie nicht so liebst, wie sie es verdient hätte.

Diese Frauen können sich in meinen Augen leichter ändern als andere, außer ihre Angst hat einen Nutzen, der traumatische Erfahrungen verdeckt lassen soll. Das ist deshalb von allen der harmloseste Typ, weil sich zwei Menschen treffen, die in der Tiefe ein- und dasselbe Bedürfnis haben und sich gleichzeitig davor fürchten. Aber der eine ist der aktive Beziehungsängstliche, während die Frau meist die passive ist. Sie will oder kann aus eigenen Gründen ihre Angst vor einer tiefen Partnerschaft nicht ausdrücken, weshalb sie das den Mann “erledigen lässt”. So kann man seine eigene Angst vor sich verheimlichen und sich um den Anderen kümmern, sich über seine Angst kennenlernen und sie in der Tiefe erfahren. Es vermeidet nicht ganz die Auseinandersetzung mit seinen eigenen Herausforderungen. Viele merken ohnehin irgendwann, dass es wohl etwas mit ihnen zu tun haben muss, wenn sie stets denselben Typ Partner anziehen.

 

Red Flag 5: Du spielst den Ersatzvater oder Ernährer, weil der Eigentliche nicht verfügbar ist

sie will mich nur als ersatzvater und ernährerDa der ehemalige Partner nicht mehr da ist, fehlt der Vater für ihr Kind/ihre Kinder und ein Mann, der sich am Haushalt, an der Familie, am Geldverdienen und Wohlfühlen beteiligt. Sie glaubt, es allein nicht zu schaffen, fühlt sich überfordert und erwartet Unterstützung vom ihrem Partner – auch in der Kennenlernphase deutet sich das bereits offensichtlich an. Mann wird zum Ersatz für einen, der nicht mehr da ist. Von ihm wird oftmals viel Verständnis für ihre Lage gefordert, während sie allerdings kaum Verständnis zeigt.

In einer ungeplanten Umfrage auf einer Berliner Singlebörse nannten die Männer diesen Typ exzentrisch, eigenwillig und knallhart, beizeiten auch egoistisch und narzisstisch. Sie fühlten sich ausgenutzt und waren nur dann wertvoll als Mensch und Mann, wenn es dem Typ Frau “in den Kram passte” (Zitat). Hatte der Mann einen unsicheren Job oder lebte ein unstetes Leben bzw. war arbeitssuchend, lagen die Karten von vornherein schlecht. Anrechte hatten sie keine, auch wenn das Kind bereits eine Verbindung zu dem Mann aufgebaut hatte. Dafür aber hatten sie sehr klischeehafte Rollen zu erfüllen, was den meisten misslang. Für alles Andere, was sie sich noch von der Frau gewünscht hätten, reichten sie offenbar nicht.

 

Red Flag 6: Sie will nur Sex, aber erlaubt keine emotionale Nähe

Ja, unter Frauen verbreitet sich das mehr und mehr. In meiner ungeplanten Umfrage fand ich einige Männer, die das regelrecht schockierte. Darunter waren sowohl solche, die selbst nur nach sexuellen Abenteuern suchten, als auch welche, die eben genau das nicht mehr wollten. Dieser Typ Frau ist ziemlich direkt, wenn es darum geht, jemanden fürs Bett zu finden/zu haben. Mann braucht da keine tiefen Gewässer zu suchen. Es geht um kurzfristige und oft einseitige, harte und emotional kalte Anerkennung. Sie nehmen sich, was sie wollen, um sich kurz gewollt zu fühlen. Danach sind sie schnell wieder weg. Kommunikation, Nähe, Kuscheln oder Kennenlernen steht nicht im Programm. Im Bett lassen sie sich auch eher bedienen, als Anteil zu nehmen. Sie wollen eben bekommen und nicht geben – von Teilen ganz zu schweigen.

 

Red Flag 7: Niemand weiß von dir

sie stellt mich ihren freunden und familie nicht vorIhr knutscht wild, wenn keiner guckt. Sie ist so anders und süß, wenn ihr allein seid. Aber in der Öffentlichkeit verwandelt sie sich in ihren bösen Zwilling. Sie möchte weder, dass du ihre Freunde und Familie kennenlernst, noch, dass du zu viel Zugriff auf ihr Leben hast. Sie möchte alles von dir wissen oder stellt gar keine Fragen. In jedem Fall ist die Beziehung für sie keine, die je öffentlich werden soll. Die Gründe kennt nur sie. Falls du sie fragst, mag sie dir beschwichtigend sagen, dass es nicht an dir liegt, sondern an ihr. Aber außer, dass sie sich noch nicht sicher wäre und die Zeit noch nicht passend, kommen selten tiefergehenden Erklärungen. Einige rechtfertigen sich auch mit miesen Beziehungserfahrungen. Aber falls doch Gründe genannt werden, sind sie in deinen Augen sicher fragwürdig. Je nach Dauer dieses Zustandes kann man zwischen anfänglicher Unsicherheit bzgl. der Zukunftstragfähigkeit und absichtlicher Distanz wild interpretieren. Im Endeffekt ist entscheidend, dass es beide ehrlich und offen wollen, bevor mindestens einer leidet. Entscheidend ist auch, wie lange man einen Menschen in seinem Leben möchte, der sich offensichtlich nicht binden will und nicht zu einem stehen würde.

Aus meinem eigenen Umfeld kannte ich jemanden, der nur solche Frauen anzog. Sie ließen sich von ihm verwöhnen, er schenkte ihnen Gefühle und Anerkennung, sie genossen, dass er sie in den Mittelpunkt stellte. Aber sie gaben nie etwas zurück. Wenn er ihnen seine Beziehungsambitionen zeigte oder offen ansprach, blieb er als derjenige zurück, der sich erdreistet hatte, Gefühle zu haben und einzufordern. Irgendwie war er immer in der Position, dass er zu geben hatte. Nur zurückfordern durfte er nie. Er sprengte das Beziehungsmuster erst, als er aufhörte, Frauen, die von vornherein verlangten, zu “bedienen”. Er bewies sich nicht mehr. Frauen, die keine Anerkennung und Interesse an ihm zeigten, sondern die er erst wochenlang von sich überzeugen musste, ließ er gleich links liegen.

 

Red Flag 8: Sie kann nicht sagen, ob sie in vier Monaten mit dir in den Urlaub fahren würde

Am Anfang einer Beziehung oder nach drei Dates sollte man so eine Frage ohnehin nicht beantworten müssen. Aber nach einer Weile, wenn es legitim wird, dass man auch Urlaube gemeinsam verbringt, schon. Kann die Frau dann aber noch immer nicht, nur widerwillig oder zögerlich eine Antwort darauf geben, ist das ein Zeichen für Bindungsprobleme. Sie will den Moment genießen, aber keine Versprechen machen. Sie will, dass sie sich kaum bewegen muss für das Gute, das man in einer Partnerschaft erhält. Sie hasst Leistungen aller Art, den Beziehungsalltag und Geben-Müssen, jedenfalls bei dir.

Bei einigen ist es eine vergangene Beziehung, die noch quer liegt und unverarbeitet ist. Sie können sich noch nicht auf etwas Neues einlassen und müssten erst in die neue Beziehung hineinwachsen. Bei anderen aber ist es ein klares Zeichen von “Gib mir alles, aber verlange nichts. Erst recht keine Gefühle.”. Sie will weder zum Gefühle-Haben gezwungen werden noch sie stets zeigen und demonstrieren. Sie will nicht in der Position sein, in ihren Schattenseiten, die sie bislang von dir verbarg, erkannt zu werden. Sie will nicht so tun, als wäre alles Hoffnung verheißend. Erst recht nicht will sie dir Versprechen geben, die sie nicht vorhat, zu halten. Intuitiv weiß sie es bereits. Nur dies auszusprechen, könnte dazu führen, dass sie niemanden mehr hätte, der sie will. Es gibt leider Frauen wie Männer, die sich lieben lassen können, aber nicht zurücklieben wollen.

 

Red Flag 9: Sie will gar keinen Sex

sie will keinen Sex mit mir aber beziehungHier meine ich keine Frauen, die körperlich bedingt keine Lust auf Sex haben. Bei einigen Frauen sind es hormonelle Hintergründe. Dieser hier gemeinte Typ aber will sich entweder nicht fallen lassen oder sich dir nicht hingeben, will keine Gefühle spüren oder fürchtet, mit dir verschmelzen zu müssen. Sie verbinden damit etwas. Sex macht ihnen zum Beispiel Angst. Viele empfinden Scham wegen ihres Körpers. Andere empfinden Ekel und verbinden mit Sexualität, zu einem Objekt zu werden.

Von einigen Frauen weiß ich, dass sie mit vorherigen Männern schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht hatten. Ihre Ex-Partner haben sich entweder beim Sex nur um sich selbst gekümmert und ließen die Befriedigung der Frau völlig aus den Augen, ohne sich zu reflektieren. Oder sie erwarteten Sex als Gegenleistung dafür, dass sie mit der Frau zusammenblieben – aber im Droh-und-Trennungs-Modus: “Schlaf mit mir, wann immer ich es will, sonst bist du nichts wert in meinen Augen.” (Ja, das ist leider Realität statt Klischee.) Tiefe Verbundenheit und ein erfüllendes Sexualleben bedingen sich zwar nicht. Doch da viele Männer, laut Statistik, Beziehungen vorwiegend wegen einer regelmäßigen Sexualität eingehen (Frauen übrigens auch!), kann dieser Typ Frau schmerzen, wenn er sich entzieht. Von seiner Partnerin begehrt zu werden und seinem Partner bedingungslos vertrauen, kann Mann hier weniger erwarten. Was einen Versuch wert ist, sind Gespräche und Vertrauensarbeit, die sehr fruchtbar sein können. Bleiben die Erfolge aber aus, muss Mann damit umgehen können bzw. andere dankbare Seiten an der Partnerin/Beziehung schätzen.

 

Red Flag 10: Sie redet viel, aber hört nie zu

Du bist die Projektionsfläche ihres Bedürfnisses, geliebt und gewollt zu werden. Sie nimmt sich, was sie braucht. Solange sie es will, solange es ihr Spaß macht. Umgekehrt, wenn du deine Bedürfnisse anmeldest, wird es schwierig. Spätestens dann, wenn du sie unterbrichst oder auch Erlebnisse und Gefühle aus deinem Leben teilen möchtest, bagatellisiert sie deine Worte und Erfahrungen, versucht dich mit etwas Besserem oder Schlimmeren aus ihrem Leben zu übertrumpfen oder wird schlagartig bockig und still. Sie steht im Mittelpunkt oder sie ist nicht da und du hast niemanden, der gern bei dir ist. Aber das hat eben seinen Preis.

 

Red Flag 11: Sie will geheiratet werden

sie will nur geheiratet werden abr liebt mich gar nichtWohl jede Frau war einmal ein verträumtes Mädchen, dass sich in einem schönen Brautkleid, umringt von Rosen und Tauben, an der Seite eines gut aussehenden und gestandenen, liebevollen und fürsorglichen Mannes vor dem Traualtar stehen sah. Sie wollen die Hochzeit, das einmalige Ereignis mehr als das, was diese Heirat besiegelte: eine Ehe, die ein lebenslanger Bund werden soll. Jeder, der einmal verheiratet war und sich dann scheiden ließ, wird bezeugen können, dass Ehen auch Opfer abverlangen und ihre Tiefen haben. Ich bin zwar kein Freund des Sprichwortes, dass Beziehungen immer harte Arbeit wären. Aber ich glaube zutiefst daran, dass niemand perfekt ist und im Laufe seines Lebens dazulernen kann, wenn er dafür offen ist. Sich aufeinander einzustellen, Freiräume zu lassen, dem anderen Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen, sich selbst um sich kümmern zu lernen und zu pflegen, das eigene Glück nicht vom Partner abhängig zu machen, sind beispielsweise Lektionen einer Ehe. Menschen, die sich diesem Gedanken aber gar nicht erst öffnen, sondern in ihrem Kopf bereits “genügen”, sind welche, die meinen, durch eine Heirat nichts mehr tun zu müssen, keine Angst mehr haben zu müssen. Bis zum Moment der Eheschließung beweisen sie sich und sind die treuesten, liebenswertesten und gütigsten Frauen. Wurden sie aber erst einmal geheiratet, ist ihr Ziel erreicht. Dass die schönen Erinnerungen an den einen Tag der Hochzeit aber schnell verblassen und danach noch viele Jahre der Ehe übrig sind, übersehen sie oft.

 

Red Flag 12: Sie sucht einen Vater und keinen Partner

Als Mädchen waren sie Papas kleine Prinzessinnen, denen alles vergeben wurde und die nie eigens aktiv oder verantwortlich gemacht wurden, die man vor dem bösen Leben beschützte und selbstlos liebte bis in den Tod, ja, die sogar wichtiger waren als ihre Mütter. Oder sie hätten sich das gewünscht, aber der Vater war abwesend, verstorben oder dafür verschlossen. Sie suchen bis heute danach, wollen keine erwachsenen Frauen werden, die die volle Wucht der erwachsenen Verantwortung und Pflicht tragen können sollten – für sich und ihr Leben, für ihren Partner und ihre Kinder. Mit ihnen ist eine Beziehung auf Augenhöhe selten möglich, weil sie dem Mann mehr Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl abverlangen, als sie je bereit wären, selbst zu geben. Sie wollen Mädchen bleiben, bewundert werden und immer genügen.

 

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

 

Ich erlebe seit Beginn meiner Singlezeit Männer, und mit ihnen verbunden Geschichten, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich meine nicht nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen darf, die natürlich sind und menschlich, die man bald schon lieben oder ignorieren lernt. Ich meine Männer, die es ganz offensichtlich sehr gut mit sich meinen und sehr schlecht mit Frauen. Unehrliche, verletzte, manipulative und sogar kindische Männer, von denen dir selbst dein bester männlicher Freund dringend abraten würde. Männer, die sich für undurchschaubar halten.

Da ich den weltbesten Meister hatte: Hier meine gesammelten 12 Red Flags bei MännernWarnzeichen und Signale, bei denen du lieber das Weite suchen solltest – von ungesund narzisstischen bis hin zu höchst beziehungsunfähigen Männern – einmal schön aus teils küchenpsychologischer und teils ernstzunehmender Sicht betrachtet. Denn solche Erfahrungen nimmt man am besten mit einer Menge Humor.

(Und ja. Ähnliche Red Flags gibt es auch bei Frauen.)

 

10 Signale, das Weite zu suchen: Von diesem Typ Mann lässt du lieber die Finger

Erste rote Flagge: Er sagt dir, was du tun sollst

männer von denen du die finger lässt wenn du nicht verletzt werden möchtest vorschriften machenTrink diesen Wein und mach das so, lass das lieber bleiben, denn das ist wirklich nicht schön oder klug. Mit einem falschen Lächeln zum passenden Augenaufschlag und einer besonders ernstzunehmenden, erwachsenen Stimme lässt dieser Typ Mann den Vater heraushängen, während er dir erste Übergriffe zeigt. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Im besten Fall wird es eine kurze, aber stürmische Liaison, im schlimmsten Fall eine emotional unterdrückende Beziehung, in der die Dinge so zu laufen haben, wie es ihm sein Weltbild diktiert. Sagst du Nein, gehst du lieber gleich mit deinen Freundinnen was trinken. Denn er wird schmollen und dich mit Schweigen strafen, bis du seiner Meinung bist. Oder er wird so sehr diskutieren, dass sogar wir Frauen vor Neid erblassen würden. (Daran sieht man aber sehr schön, wie schwer es Männer mitunter haben, wenn wir Frauen sie um Kopf und Kragen diskutieren.)

 

Zweite rote Flagge: Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön

Lügner sind ohnehin schwer zu ertragen. Aber notorische Lügner, die sich das Leben oder ihren Eigensinn freihalten wollen und das durch Lügen versuchen, hat niemand verdient. Einmal so richtig eingegroovt, sind Lügner kaum mehr aufzuhalten, weil sie diese Verhaltensweise mit der Zeit ausbauen und perfektionieren. Sie verheimlichen eine ihrer Seiten mit dem bewussten Ziel, den Anderen im Dunkeln zu lassen und ihn auszuschließen, statt offen und ehrlich zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen – und ggf. die Konsequenzen zu tragen. Aber dieser Typ hat wirkliche Angst vor Trennung und dem Gefühl der Wertlosigkeit. Isolation, Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit als Strafe zeigen ihm deutlich, wieso er einst beschloss, zu lügen. Seine Lebensweise und er selbst können in seinen Augen nicht liebenswert sein. Das hat ihm auch die Vergangenheit gezeigt. Meistens stimmt das sogar, besonders wenn es sich um häufige Untreue oder mehrere Beziehungen gleichzeitig handelt. Ein Teufelskreis, den man als Frau, auch wenn man schwer verliebt ist, ohne seine Hilfe und sein Wollen nicht gebrochen bekommt. Lieber weitergehen.

 

Dritte rote Flagge: Er beschließt, dass und wann du mit ihm schläfst

narzisstische männer selbstverliebt und verletzend emotional brutalMeine besten Geschichten, mit denen ich ein ganzes Buch füllen könnte, fallen in diesen Sektor: Besonders beliebt bei diesem Typ Mann sind Clubs, Tanzbars und Singlebörsen, wo die Auswahl an Frauen besonders hoch ist. So kann er leicht weitergehen, wenn es ihm nicht passt oder er dir nicht. Wahrscheinlich hast du ihn dort auch kennengelernt. Motto: Ist es abends und redet sie länger als 60 Minuten mit mir, stehen die Chancen gut, dass ich nach spätestens einer weiteren Stunde in ihrem Bett liege. Wenn es richtig dumm läuft, für fünf Minuten. Sie beschließen gern, dass sie mit zu dir gehen. Wann und dass du mit ihnen zu schlafen hast, obliegt ihnen, besonders morgens, wenn sie aufgewacht sind und dich mit einer Matratze verwechseln, ganz ohne “Guten Morgen!” und einen Kuss in den Nacken. Mein absoluter Favorit unter all meinen Erfahrungen: “Janett, du zerstörst den ganzen Moment. Das kannst du doch jetzt nicht machen.” Ich konnte, drehte mich um und ging. Zwei Tage später meldete er sich bei mir und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken.

Und weiter geht’s…

 

Vierte rote Flagge: Er darf Spaß haben, du nicht

Männer, die sich das Recht herausnehmen, ein erfülltes Leben mit Freunden und schönen Abenden, viel Spaß und Lachen, Reisen und Abenteuern oder extrem viel Sport zu haben, erlauben es mitunter ihrer Partnerin nicht. Sie mögen nur ihre eigenen Freiräume. Ihnen gefällt der Gedanke, dass du Zuhause gelangweilt auf dem Sofa sitzt, dich vor Sehnsucht zermürbst und auf eine Nachricht wartest. Sie mögen ihre Frauen am liebsten hörig und versuchen das durch viel Distanz zu erreichen – in der Hoffnung, dass sie dich aufgrund ihres Rarmachens so richtig traurig und willig gemacht haben. Kommt er dann wieder an, wird Frau so froh darüber sein, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen wird und alles verzeiht. Ansprüche zu stellen gefällt diesem Mann nur gut, wenn sie von ihm selbst kommen. “Gezicke” gibt ihm aber das Gefühl, dass du ihn einschränken möchtest. Es ist für ihn ein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt, nicht etwa mit ihm und seinem einseitigen, unverbindlichen Verhalten.

 

Fünfte rote Flagge: Er will alles von dir wissen

Geschichte die du dir erzählst geschichte ändern schicksal abwenden“Den Namen deiner ersten Freundin, mit der du in den Urlaub fährst, kenne ich ja, aber wie heißt die 2. Freundin?” fragte mich einst jemand, mit dem ich mich zweimal getroffen hatte. Hätte ich gewusst, dass ich ihn kennenlernen würde, hätte ich trotzdem meinen Jahresurlaub gebucht. Aber ihm schmeckte es nicht, dass er in Spanien keine Kontrolle über mich haben würde und so stellte er mir auf Facebook nach. Entweder Vertrauen ist da oder nicht. Jemand, der dir von vornherein misstraut, weil er in etwas völlig Menschliches böse Absichten und gezielten Hinterhalt unterstellt und Beweise einfordert, um dir vertrauen zu können, ist offensichtlich verletzt. Da stimmt etwas gewaltig nicht: vielleicht aus einer unverarbeiteten Beziehung, vielleicht etwas Charakterliches. Doch dieser Typ Mann wird sich immer rückversichern wollen und dir kaum Luft zum Atmen lassen. So einen Tick Urvertrauen muss schon vorhanden sein, wenn man sich verlieben möchte und zurückgeliebt werden will. Immerhin soll die Beziehung ja angenehm für beide Seiten werden.

 

Sechste rote Flagge: Du bist für sein Glück verantwortlich

Ist er unglücklich, musst du es beheben. Höchstwahrscheinlich gibt er dir sogar die Schuld daran oder du bist im Mindesten dafür verantwortlich, dass du seine Laune besserst. Ist das nicht erreicht, dreht die Welt sich nicht weiter. Dann sind auch Termine oder Verabredungen, die du hast, unwichtig. Er schafft es, sich wie ein kleines Kind aufzuführen, der ganz dringend von einer Ersatzmutter getüdelt werden möchte. Dass jeder einmal schwach ist oder einen miesen Tag hat, sich nur eine warme Umarmung oder ein wenig Zärtlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen wünscht, ist normal. Aber dieser Typ Mann holt seine schlechte Laune oder schwierige Themen just dann heraus, wenn du dich von ihm entfernst: weil du verabredest bist, arbeiten musst oder einfach nur mal deine Ruhe haben willst. In seinen Tiefen ist er meist einsam und wünscht sich jemanden, dringend, der für ihn da ist, wenn es sonst niemand ist. Er fühlt sich oft wenig liebenswürdig, weswegen er heftige Probleme in sein Leben zieht. Diese wiederum ermöglichen ihm, dass er sich um die Leere im Inneren weniger kümmern muss, aber dafür Mitleid und Aufmerksamkeit von dir bekommt. Dieser Mann ist ein wahres Sorgenkind und wird dich nach kurzer Zeit völlig einnehmen, dein Leben übernehmen, während du – Überraschung! – nicht schwach sein darfst. Versuch einmal dasselbe bei ihm, halte ihn vom Leben ab, gib ihm die Verantwortung für dein Glück und dreh den Spieß um: Du wirst sehen, was ich meine.

 

Siebte rote Flagge: Du bist sein Vorzeige-Spielzeug

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstBei ihm wirst du immer den richtigen Nagellack tragen und stets mit Negligee an der Tür stehen müssen. Es gibt diese Männer, denen Charakter und Individualität nicht in ihr Konzept einer Frau passt. Auch sie mögen ihre Frauen so, wie sie sie gern hätten – eben bitte ohne Ecken und Kanten. Idealerweise lässt du ihnen alles durchgehen, was sie versaubeuteln. Es zählt allein, dass du an ihrer Seite glänzt und sie durch deinen Glanz schöner und beneidenswerter machst. Sie bügeln ihr Image und ihren Selbstwert mit dir auf. Oft sind sie sehr eitel und gebildet oder bilden sich viel auf ihre offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Erfolge ein. In jedem Fall brauchen sie etwas, was sie aufwertet: dich. Und das war es auch schon mit der Motivation. Sonntagnachmittage in Schlabberpulli und mit fettigen Haaren sieht er eher ungern.

 

Achte rote Flagge: Er entscheidet, wie die Beziehung aussieht und ob ihr eine führt

“Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich so bin und X nicht will!” ist ein sehr beliebter Spruch von ihnen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und halten das für natürlich und legitim. Sie geben dir weder einen Grund dafür noch erlauben sie dir die Nähe, ihn zu erfragen, damit du ihr Verhalten verstehen könntest. Sie antworten ewig nicht auf Nachrichten. Sie müssen vor allem stets lange nachdenken, bevor sie sich einlassen. Diesem Typ Mann, das muss man wissen, ist Liebe und Beziehung ohnehin ein Graus und Mysterium, kaum und schwer zu fassen und noch weniger kontrollierbar. In diesen Typ fallen die meisten Beziehungsängstlichen. Sie wollen zwar eine liebevolle Beziehung. Aber eine zu haben, lässt ihnen das Gefühl da, sie wären gefangen und eingezwängt. Tief in ihrem Inneren leiden sie wie Hund, außer sie schützen sich mit Verachtung und Missachtung. Beide sind jedoch nur da, um sich von den eigenen Ursachen ablenken zu können. Sie haben auch nichts mit dir zu tun. Sei dir dessen gewiss.

 

Neunte rote Flagge: Er will Teil deines Lebens sein, aber lässt dich nicht in seines

Eheberatung Paartherapie Therapeut Chancen Beziehung retten1Er will alle deine Freunde und am Wochenende am besten noch deine Eltern kennenlernen, wohnt nach drei Tagen schon fast bei dir und bestimmt deinen gesamten Tagesablauf. Anfangs freust du dich, endlich einen Mann kennengelernt zu haben, der keine Probleme mit Nähe hat. Bis du feststellst, dass sein Problem Distanz ist: Jede Entfernung macht ihn kirre. Ohne dich kann und will er nicht mehr sein. Hintergrund: Er glaubt, ohne eine Partnerin nichts zu sein. Bist du einmal nicht mit ihm zusammen und hast dich durchgesetzt, wird er dich das spüren lassen. Er wird dir auch weniger seine Freunde und Familie vorstellen. Es geht ihm eher darum, dass er jemanden findet, der ihn lässt. Derjenigen zu vertrauen und sie an sich und sein Leben heranzulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Kein sehr guter Start in eine erfüllte Beziehung.

 

Zehnte rote Flagge: Er spricht zu schnell und zu oft von großer Liebe und lebenslangem Bund

“Du bist die Frau meines Lebens!” Er will und wird dich nie wieder gehen lassen. “Auf dich habe ich mein ganzes Leben gewartet!” Bis du so bist, wie du wirklich bist und nicht so, wie er dachte, dass du es wärst. Bis du Kritik übst, weil er doch versprochen hatte, einkaufen zu gehen, damit du es nach dem langen Meeting nicht mehr machen muss. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dieser Typ Mann war einfach nur froh, jemanden gefunden zu haben, der passen könnte, der oberflächlich seine Bedingungen erfüllt. Er wird nicht viele kennenlernen, die ihm passend erscheinen. Deshalb trifft es ihn auch stark, wenn seine Illusionen zerbrechen und er feststellt, dass er sich getäuscht hat. Er wird dir seine Enttäuschung (über dich) auch offen zeigen. Er dachte doch immerhin, dass sich das Unpassende schon noch geben würde. Er würde das schon machen, dich so zum Drehen und Biegen bringen, dass es für ihn passt. Was dieser Typ Mann will, ist irgendwen, den er steuern kann, keinen Menschen aus Fleisch und Blut.

 

Elfte rote Flagge: Es ist nicht so schlimm, wenn du nicht in ihn verliebt bist

ständig müde erschöpfungssyndrom fatigue syndromHauptsache ist doch, dass du mit ihm zusammen bist. Das allein reicht ihm aus, um sich wohlzufühlen. Ein Mann, der eine Beziehung möchte, weil er sich ohne schlecht fühlt. Und wieder ein Typ, der nur irgendwen, der oberflächlich passt, sucht. Ein Mann, bei dem du Funktionen und Rollen übernehmen wirst/musst, statt du selbst sein zu dürfen: eine gute Mutter, eine, die nicht so emotional ist, eine, die keine Karriere machen will, die intelligent ist, aber genügsam, wenig fordert und viel gibt usw. Aber hörst du einmal auf, zu funktionieren, und hast deinen eigenen Kopf, wird auch diese Blase platzen und er ziemlich enttäuscht sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn du dann nicht mit erhobenem Haupt dastehst und zu dir und deinen Einstellungen, geht das Gespräch definitiv nach hinten los. Was ich an dem Typ Mann aber mochte, war, dass man mit ihm sprechen konnte, wenn es hart auf hart kam. In meinen Fällen nützte das zwar wenig, weil sie keine andere Meinung zuließen und wenig von Kompromissen hielten. Aber immerhin könnten ihn eine Vielzahl solcher Erfahrungen dazu bringen, in einer einsamen Minute länger darüber nachzudenken, wieso er immer dieselben Frauen als Partnerinnen in sein Leben zieht (und ziehen möchte).

 

Zwölfte rote Flagge: Seine sexuelle Befriedigung steht weit über deiner

Kurz und emotional schmerzhaft. Ich meine hier übrigens absichtliches Desinteresse an der sexuellen Befriedigung der Frau. Es gibt Männer, die wenig mit Frauen anfangen können, die Sex lieben und ihn gern haben, die verschmelzen, sich ausprobieren und sich und ihrem Partner spüren und erforschen wollen. Sie empfinden den Sex eher als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung statt als Form der Verbundenheit oder tiefe Intimität, die Partnerschaften erfüllen und über viel Schweres hinwegtragen kann. Doch dieser Typ ist eher so: Wenn du den Sex genießen möchtest, auch etwas davon haben möchtest, Fantasien oder Vorlieben hast, wird ihm unheimlich, weil er dann für dich da sein muss. Das scheint unvereinbar für ihn zu sein, weil er eher das Objektive an Frauen sieht, statt euch als zwei Menschen, die sich mögen und sich deshalb körperlich und intim nahe sein wollen.

Wie gesagt, es gibt auch Frauentypen, die ich kennenlernen durfte, bei denen sich mir alle Haare sträubten. Jeder meiner männlichen Freunde hatte mal so eine Dame in seinem Leben, bei der wirklich alle rot sahen. Aber dazu im nächsten Blogpost.

Für diesen Moment wünsche ich dir viel aufrichtige Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

 

Ich bin ein sehr großer Fan von Dr. Anoeda Judith. Sie ist eine weltbekannte Psychologin und befasst sich neben spirituellen Aspekten des Lebens vorwiegend mit psychosomatischen. Unter anderem sprach sie kürzlich über die fünf Charaktertypen, ihre Herausforderungen und Lernaufgaben – ergo, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen und gesund und zufrieden zu leben.

Ihr Vortrag ist ursprünglich in englischer Sprache auf YouTube erschienen (Link siehe Quelle unten). Ich habe die Typen noch um einige Informationen erweitert.

 

Die fünf Charaktertypen: Was ihre Schutzmechanismen prägte

Judith sagt, die Typen würden in fünf Kindheitsstadien entstehen, je nachdem, in welchem Stadium man verletzt wurde. Die nachstehenden Charaktertypen beschützen allesamt ihr inneres Kind, das Kind, das sie einst waren. Jedes Kind legt sich seine Schutzmechanismen zu, um in seinem Umfeld zurechtzukommen. Später im Leben, versuchen wir diese früheren Ängste, Unsicherheiten und traumatischen Wunden nicht erneut aufreißen zu lassen. So fühlen wir uns sicher – ähnlich sicher, wie wir uns durch die Mechanismen in unserer Kindheit fühlten. Sie sind tief in uns vergraben und bilden unser ganz eigenes psychologisches Schutzschild. Das wiederum bestimmt darüber, wie wir fühlen, handeln und denken. Doch sich aus den alten Schmerzen zu befreien und sich neu zu erkennen, kann diese Wunden heilen. So werden wir gesünder und vor allem entspannter, je mehr Vertrauen wir in uns, die Welt und unser Leben haben.

 

Was die Charaktertypen für ihr großes Lebensglück lernen dürfen

Jedem dieser Typen fallen somit Lernaufgaben in den Schoß, die noch bis in hohe Alter “erledigt” werden können, um sich schlussendlich rundum zufrieden und befreit zu fühlen – ohne eingekerkerte Angst, Trauer, Schuld und Scham. Doch wir weisen mehrere Verwundungen aus unserer Kindheit auf. Deshalb ist es nicht erstaunlich, wenn du dich in zwei oder gar drei Typen wiederfindest.

 

Der Kreative/Spirituelle (Schizoide)

intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererDieser Charaktertyp formt sich in den ersten Jahren, wenn sich das Kind ungewollt, ungeliebt, missachtet und nicht akzeptiert fühlt, besonders von der Mutter. Diese Gefühle münden in einer Bodenlosigkeit, Ohnmacht, in fehlendem Urvertrauen in sich und die Welt und einer latenten oder offenen Opfereinstellung. Sie kann sich in Unlust auf soziale Aktivitäten, fehlendem Glauben und Vertrauen in jeden Menschen äußern. Die Welt ist in herausfordernden Situationen der Feind. Alle und alles ist gegen sie, meinen viele in extremen Momenten.

Sie wünschen sich, dass die Welt ein sicherer Ort für sie ist, dass sie sich frei und leicht entfalten können, ohne Gegenwehr und Aversionen anderer. Sie planen deshalb oft im Voraus alle ihre Schritte. Sie erhoffen sich so eine maximale Sicherheit, nur für den Fall, dass sich ihre Vermutung, etwas könne schiefgehen, doch bewahrheitet. Viele lösen aber durch ihre Erwartungsangst bereits unnötige Sorgen, Trauer und Angst aus. Auch Schuldgefühle sind nicht selten.

Ihr Schutzmechanismus: Dieser Typus hat wenig Kontakt zu seinem Körper und ist daher für das Spirituelle sehr offen. Sie sind sehr intelligent, abstrakt, wissenschaftlich oder kreativ. Viele von ihnen sind hochbegabt. Der Kreative/Spirituelle hat als jedoch Aufgabe, in seinen Körper zurückzufinden. Aber viele empfinden ihren Körper als “zu eng”, weil der Geist so viel größer ist. Sie haben das Gefühl, dass sie im Bewusstsein ihres Körpers eingeschränkt wären, weshalb sie lieber in geistigen und spirituellen Gefilden unterwegs sind. Sie fragen sich oft, ob sie überhaupt das Recht haben, auf dieser Welt zu sein. Sie sind typische Kopfmenschen, typische Geistliche, Weltverbesserer und Perfektionisten, typische Künstler und im gereiften Zustand zum Beispiel Spirituelle, Esoteriker, Meditierende oder Yogis. Sie suchen nach ihrem Sinn. Sinnlosigkeit aber lähmt ihr Dasein, lässt sie krank werden oder melancholisch und lethargisch. Probleme durch andere versuchen sie mit ihrem Geist oder einer gedanklichen Flucht zu lösen, weil sie gelernt haben, dass ihr Kopf ihnen erlaubt, in andere Welten vorzudringen, in denen sie einen Platz haben. Dort gibt es eine Lösung. Sie suchen mit ihrem Geist nach einem Nutzen für alles Geschehene und besonders nach ihrem Nutzen. Sie misstrauen sehr oft Beziehungen und viele vermeiden intensive Nähe – aus Angst vor Inbeschlagnahme oder Selbstverlust. Sie dürfen Achtsamkeit lernen, Erdung, Körperbewusstsein und -wahrnehmung, Vertrauen in sich und in Gefühle sowie Sicherheit in ihrem Körper. Sie profitieren mehr als alle anderen Typen von Achtsamkeitstraining und Stressmanagementtechniken, Kontakt mit der Natur und alternativen/energetischen Behandlungsmethoden.

 

Der Liebende (Orale)

so machst du einen mann in dich verliebtDieser Typus bildet sich heraus, wenn ein Kind keine Anerkennung und Wertschätzung, Zuwendung und Liebe erhält und seine Grundbedürfnisse unerfüllt bleiben, sich die Bezugspersonen nicht genug kümmern oder das Kind viel zu wenig von dem, was es braucht, bekommt. Das resultiert wiederum in einer großen Bedürftigkeit und Abhängigkeit. Weil sich das Kind dessen bewusst ist, achtet es besonders daraus, was die Anderen brauchen. Sie sind von jeher sehr auf die Erfüllung fremder Bedürfnisse bedacht, in der Hoffnung, ein kleines Stück des Kuchens abzubekommen.

Sie brauchen Beziehungen deshalb wie die Luft zum Atmen, neigen zu Süchten wie Rauchen oder oralen Befriedigungen wie Essen oder auch Alkohol. Es ist für sie ein Ersatz für Kontakt und zugleich eine Möglichkeit, die fehlende Verbindung zu sich selbst und anderen, einschließlich der unerfüllten Bedürfnisse ihrer Kindheit aufzuwerten. Daher werden sie auch Orale genannt, weil der Atem – das wissen wir bereits von Ruediger Dahlke und anderen Experten – eben genau dafür steht: Kontakt und Verbindung. Doch sie scheitern sehr oft in Beziehungen. Entweder sie verlangen zu viel Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld und beklagen stets, was sie alles nicht bekommen. Oder aber sie geben und geben und geben und wagen es nicht, zu fordern und zu nehmen. In beiden Fällen leben sie in der Vergangenheit und versuchen das damals Erlebte aufzuarbeiten/wiedergutzumachen, um sich wenigstens heute wertvoll und geliebt zu fühlen.

Die Oralen geben viel Energie an andere und gehören zu den “Gebenden und Fürsorgenden”. Sie sind oft Lehrer, Pädagogen, im sozialen Bereich tätig oder von Herzen her Mutter bzw. Vater, ohne etwas anderes zu brauchen. Sie fürchten die Trennung und würden eher einen Verlust ihres Selbst in Kauf nehmen.

Die Liebenden/Oralen leben wegen ihrer fürsorgenden Ader ohne starke eigene Grenzen. Sie sind gutgläubig, liebenswürdig, liebevoll und wollen für alle nur das Beste. Sie sind Kümmerer und “Muttis” oder Chefs mit Herz oder beste Freunde. Sie sind Vertrauenspersonen und werden von der Welt auch so behandelt: offen für die Probleme und Bedürfnisse eines Jeden. Sie sind wegen ihrer Herzlichkeit aber leicht ausnutzbar und werden nicht selten betrogen. Im Allgemeinen sind sie zu wenig auf sich konzentriert und zu sehr auf andere. Da sie aus der Kindheit glauben, sie hätten nicht genug gegeben, haben sie ergo in ihrem Empfinden nicht genug bekommen. Sie suchen in Wahrheit nach Menschen, die ihnen wegen ihrer Selbst Liebe und Ehrlichkeit schenken. Doch sie scheitern oft an der Realität, werden benutzt oder manipuliert. Wenn sie bereits die Schattenseite ihrer Fürsorge gelernt haben, werden viele sehr clever und legen ihre Naivität ab. Dann gehören sie zu den Menschen, die “den Braten” schnell riechen, Lügen und Ungereimtheiten oder Gefahren schnell erkennen. Sie sind sehr intuitiv und nicht selten höchst empathisch. Sie dürfen Selbstfürsorge und eigene Grenzen, Selbstwert und Selbstabgrenzung lernen.

 

Der Beständige/Durchhaltende (Masochist)

Dieser Charaktertypus entsteht, wenn ein Kind versucht, sich von den Bezugspersonen und deren Bedürfnissen abzunabeln, aber unterbrochen oder gar aufgehalten wird. Dann hinterlässt das beim Kind den Eindruck, dass es keine eigene Persönlichkeit haben soll/darf, ohne Konflikte und Disharmonie auszulösen, ohne verlassen zu werden, ohne im übertragenen Sinn “zu sterben”. Für ein Kind ist es sehr oft ein emotionaler Tod. Diesen Typus finden wir demnach oft bei kontrollierenden, zwanghaften und abhängigen Eltern, die Feindlichkeit und Strafe nutzen, um ihr Kind entsprechend ihrer Wünsche “zu formen”.

Erwachsene mit diesem Charaktertyp leben in ihrem Leben oft entlang der Bedürfnisse anderer, versuchen vieles, um sie zu erfüllen und befriedigen und sind oft damit beschäftigt, den Anderen glücklich zu machen. Emotionale Abhängigkeit in Beziehungen, Job und Familie finden wir genauso wie Menschen, die co-abhängig sind und zum Beispiel Substanzabhängigkeit dulden, aus Angst vor Trennung. Sie werden eben deshalb auch masochistisch genannt. Denn sie verletzen sich selbst dort, wo andere nur den Kopf schütteln und das Weite suchen würden. Doch sie sind sich ihrer Kraft und ihrer Selbstwirksamkeit nicht bewusst, weil sie es schlichtweg nicht gelernt haben bzw. lernen sollten – jedenfalls nicht, wenn sie keine Konsequenzen erfahren wollten.

Der Beständige/Durchhaltende ist wegen seiner Loyalität eher im Hintergrund zu finden, was sie zu fantastischen Hintermännern und -frauen macht. Diese Menschen bitten oder fordern wenig; sie sind da, wenn sie gebraucht werden, funktionieren scheinbar immer, beschweren sich nicht und tragen oft und bereitwillig Verantwortung (auch fremde). Sie wollen wenig auffallen, zeigen sich ungern und gehören eher zu den leisen, introvertierten Menschen. Sie sind solide, geerdet und sehr verlässlich, aber sie sind selten wirklich glücklich. Sie dürfen lernen, ihre Bedürfnisse und Bedürftigkeit auszudrücken und andere auf ihre verletzliche Seite hinzuweisen. Ihnen fehlt diese Lebendigkeit, weil sie sich wegen dem Durchhalten nur schwer spüren. Sie mussten sich ihre eigene Art der “Betäubung”, wie Judith es nennt, suchen und haben deshalb eine derart starke, aber unsichtbare Abgrenzung, dass sie leicht melancholisch oder mitunter auch depressiv werden können – meistens, ohne es zu zeigen. Sie verbergen ihre wahren Bedürfnisse und Schmerzen. Sie leben im Leisten und Müssen und sehen in den seltensten Fällen ihre Optionen. Sie dürfen daher lernen, dass sie ebenso alles dürfen und nichts müssen, andere ebenso auf sie zu achten haben und sie ebenso Liebe und Halt benötigen, um sich wohlzufühlen.

 

Der Herausforderer (Zweifler)

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunWenn ein Kind betrogen, emotional/körperlich/seelisch missbraucht wird, formt sich dieser Typus heraus. Im Extrem kann das bis zu psychopathischen Grundzügen führen. Denn dieser Typus hat es sich zur Aufgabe gemacht – komme, was wolle – nie wieder von anderen fremdbestimmt oder ausgenutzt zu werden. Sie suchen und sehnen sich nach Macht und nach Menschen, die es ihnen rechtmachen – gleich, ob sie damit andere verletzen. Hauptsache, sie werden nicht verletzt. Sie fühlen sich andernfalls ausgeliefert und ohnmächtig, völlig verängstigt und erleiden den alten Schmerz von damals neu.

Welche Form von “Missbrauch” es auch war, der sie ausgesetzt waren: Es hat sie traumatisiert. Sie tragen in sich eine tief schmerzhafte Wunde, die sie sehr aggressiv und beizeiten höchst feinselig werden lässt, wenn sich ihnen jemand in die Quere stellt. Bitte nicht verwechseln mit einem hin und wieder misslungenem Tonfall oder einer Wut, endlich akzeptiert zu werden, wie man ist. Hier sind die Menschen gemeint, die auf stets ihr Ding durchziehen, bewusst egoistisch sind (aus Angst), immer ihren Zielen Vorrang geben und dabei keinerlei Rücksicht oder Mitgefühl an sich heranlassen. Einige von ihnen überspielen diesen angstbesetzten Machtdrang mit einer freundlichen Maske, doch sie behalten ihr Ziel dahinter stets im Blick. Im Allgemeinen fühlen sie sich sehr einsam, schnell ausgegrenzt und angegriffen. Sie nutzen ihre “Macht” deshalb gern, um dieses Gefühl zu schmälern. In Wahrheit sind sie einfach tief verletzt und tun auf diese Art ihr Bestes, um nie wieder dasselbe zu erleben wie früher. Sie wenden auch ihre eigene, unverdaute Wut häufig gegen andere oder unterstellen ihnen, was sie selbst in sich tragen.

Der Herausforderer/Zweifler hat in der Kindheit sein Bedürfnis nach Willenserfüllung und Macht gespürt und versucht, auszuleben. Sie wissen, wie es sich anfühlt, sie selbst zu sein und kennen ihre Identität. Aber sie wurden auf eine Art von Bezugspersonen oder ihrem Umfeld betrogen oder ausgenutzt. Statt sich zu fügen, werden sie starrsinnig und unbeugsam, durchsetzungs- und willensstark. Sie sind später gute Anführer, Geschäftsführer oder finden sich in hohen Positionen wieder, in denen sie über Macht verfügen. Sie mögen ebenso starke Machtstrukturen, z. B. in politischen und gesellschaftlichen Belangen. Man findet sie auch oft in juristischen Gebieten wieder. Wenn man jemanden braucht, der sich für einen stark macht, sind sie ideal. Aber, so Judith, werden sie selbst angegriffen oder finden sich in Herausforderungen wieder, werden sie schnell wütend und hitzköpfig, stur und unnahbar, aggressiv und kampfbereit. Sie dulden nur selten Widerrede. Sich mit ihnen abzulegen, nun ja, braucht schon Selbstvertrauen und guten Mut. Sie dürfen lernen, dass Flexibilität, innere Ruhe trotz Gegenwehr sowie Sich-Zurücklehnen auch positive Seiten haben kann. Sich dem Leben anzuvertrauen und hinzugeben, ist genauso wichtig für sie, wie das Ablegen der Angst vor fremden Bedürfnissen, Inbeschlagnahme, Liebe und liebevoller Führung. Ob sie nun lernen, dem Universum, einem Gott oder bestimmten Menschen zu vertrauen: Sie dürfen sich dem Leben öffnen und erkennen, dass es sicher ist, auch ohne stets mit dem Kopf durch die Wand gehen zu müssen. Gewinnen und Kontrollieren muss nicht im Mittelpunkt stehen. Auch Loslassen hat seinen Wert und seine Vorteile.

 

Der Strebende/Begierige (Unbeugsame)

du bist so schön wie rose glaube an dich und deinen wertDieser Typus bildet sich aus, wenn sich das Kind vom Elternteil des gegensätzlichen Geschlechts abgelehnt fühlt (Junge von der Mutter, Mädchen vom Vater). Das führt dazu, dass es verstärkt im Kopf lebt, sich emotional abschottet und glaubt, immer perfekt sein zu müssen. Es sehnt sich im Stillen nach bedingungsloser Liebe. Unbeugsame Typen verlieren nicht selten die Verbindung zu ihrem wahren Selbst, nur um sie später als Erwachsene wieder zu suchen beginnen.

Sie fühlen sich falsch, nicht genug, leiden deshalb oft unter Schuldgefühlen und Scham, Angst vor Nähe und Trennung. Dahinter verbirgt sich eine unermessliche Traurigkeit, weil sie zu glauben lernten, nicht okay, nicht liebenswürdig, nicht schön, nicht genug zu seien. Sie haben gelernt, dass sie anders sein müssten, um geliebt zu werden.

Sie streben deshalb nach Perfektion, leisten und leisten und landen nicht selten in einem Burnout oder erleben heftige Angst- und Panikattacken, weil sich ihr Herz nach dem Ablegen ihrer Maske sehnt. Die Maske, die sie in der Öffentlichkeit tragen, wiegt schwer. Zwar können sie sie oft und lange aufrechterhalten. Aber es kommt bei den meisten in den späteren Jahren der innere Drang, einfach nur so sein zu dürfen, wie sie sind. Entweder sie bahnen sich dann mit viel Antiautorität und Durchsetzungsvermögen den Weg. Oder sie versuchen es mit Gefälligkeit, Leistung und Gehorsam gegenüber “Obrigkeiten” aller Art, von Partnern, Chef, Kollegen und Freunden bis hin zum Ursprung: den Bezugspersonen.

Der Strebende/Begierige sucht nach einer Möglichkeit, seinen Wert zu beweisen, sei es durch Popularität, Liebenswürdigkeit, Reichtum, Schönheit oder Können. Diese Menschen brauchen die resultierende Anerkennung, weil sie an bedingte Liebe gewöhnt sind. In ihrer Kindheit erhielten sie das Gefühl und Signal, dass sie nur geliebt würden, wenn… (irgendeine Bedingung, z. B. gute Noten, gut im Sport, dünn, gutaussehend, beliebt, brav, klug/alleswissend, immer der/die Beste in irgendetwas etc.). Sie wollen noch immer alles richtig machen. Sie sind, in dem, was sie tun, meist sehr gut organisiert, gut strukturiert, ein Halt für andere. Auch äußerlich versuchen sie, so gut aussehend wie möglich zu sein. Sie glauben leider, dass sie weder schlechte Seiten noch Macken oder gar Gefühle und Bedürfnisse haben dürften. Doch hinter der auferlegten Saubermann-, Gutmensch-, Erfolgsmensch- und XYZ-Fassade verstecken sie sich. Sie haben eine Leistungs-Maske, die sie überall aufrechterhalten, besonders in Beziehungen. Dieser Typus darf lernen, dass er nichts muss und nichts braucht, um geliebt zu werden, er bereits gut genug ist, so wie er ist. Er darf erkennen, dass die Bereiche, in denen er “leistet” nur von früher übernommen wurden, sie aber nicht seine Identität sind. Dieser Typus hat es oft sehr schwer, denn mitunter braucht es eine Weile, bis er verstanden hat, dass er so sein darf, wie er ist, und dennoch geliebt und liebenswürdig ist, dass er tun und lassen darf, was er möchte und dennoch geachtet und wertgeschätzt wird sowie, dass er Fehler machen darf, ohne mit Liebesentzug bestraft zu werden.

 

Quelle: (1) Anodea Judith Describes the 5 Character Types

 

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

 

Das Kleine Mädchen Muss beruht auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen mit meinem inneren Kind, dem man nicht immer alles erlauben und schon gar nicht alles glauben muss. So zickig, wie sie auch sein kann: Sie meint es nur gut mit der erwachsenen Janett, auch wenn sie oftmals vergisst, dass wir keine Kinder mehr sind. Die Regeln der “Großen”, die sie in Schönschrift stets auf einer Papierrolle bei sich trägt, gelten heute einfach nicht mehr. Aber erklär’ das mal einer 12jährigen, die stets versucht, brav und gehorsam zu sein, um ihre Ziele zu erreichen! 


Neulich datete ich wieder einmal einen Mann. Paul sah gut aus, schien intelligent und nett und war ein paar Jahre älter als ich. Und wie viele Singles in Berlin hatte auch er es recht eilig im Finden der Liebe: Treffen nach fünf oberflächlichen Nachrichten, Knutschen am ersten Abend und diese eine bestimmte Biersorte, die ich seiner Meinung unbedingt! trinken musste – aber nicht trank, was ihm genauso wenig schmeckte wie mir Bier.

Schon bei diesem ersten Anflug von Übergriffigkeit wurde ich vorsichtig. Mein kleines Mädchen Muss aber hatte sich schon in der Vorbereitung auf das Fest unseres Lebens komplett in die Farbe der Liebe gekleidet und sich für Beziehung, Zusammenziehen, Hochzeit, Kinder bereitgemacht. Endlich ein erfülltes Leben!, wie sie fand. Dass ich ihr da einen Strich durch die Rechnung machen würde! In ihren Augen war es ein Verbrechen, einen solchen Mann abzuweisen. Sie verzehrte sich nach Liebe und Aufmerksamkeit, doch vergaß beizeiten gern, sich den jeweiligen Mann etwas genauer anzusehen, bevor wir uns auf ihn einließen.

An jenem Abend, es war gegen 22:30 Uhr, verstand sie die Welt nicht mehr. Und erwartete Antworten. Wir sollten eine der schwierigsten Diskussionen führen, die ich je mit meinem inneren Kind hatte austragen müssen. Wir standen im Wohnzimmer, sie bockig und ich genervt. “Ich kann nicht mit einem Mann zusammensein, der mir diktiert, was ich zu fühlen und zu wollen habe! Und das schon beim ersten Treffen! Also HALLO?” erklärte ich ihr.

“Was ist das denn für ein Grund, bitte?” totterte sie und erinnerte mich an all die dummen “Regeln”, die man als Kind so lernt und leider selten wieder vergisst. So auch sie. “Regel Nummero 68: Du musst immer lieb, brav und nett sein. Nur dann mögen dich Menschen. Regel Nummero 68a: Was nicht für dich passt, musst du halt passend machen.” An ihrem ernsten Blick konnte ich ablesen, dass sie so schnell nicht aufgeben würde. Sie rückte ihre Besserwisser-Brille zurecht, während ihre Stirn in Zorn vor sich hinknitterte.

“Das ist ein sehr guter Grund! Ich suche nämlich einen Partner und keinen Vater.”

Wütend stapfte sie auf den Boden. “Ich will nicht mehr allein sein!”

“Liebe hat aber nichts mit Gehorsam zu tun. Sie ist kein Weg aus der Angst vor’m Alleinsein oder der Einsamkeit, Angst, nicht genug zu sein und Angst vor Trennung und Verlust… Soll ich weitermachen?”

Sie seufzte tief. “Weißt du, was ich glaube, was der Paul gedacht hat? Er wollte nur, dass du einen schönen Abend hast!” schnödelte sie weiter. “Männer sind da doch ganz einfach gestrickt: Sie wollen die Frau erobern, sie beeindrucken, mit ihrem Wissen, ihrem Aussehen”, belehrte sie mich, während ihr langer, wohlgeflochtener Zopf im Takt ihrer Argumentation wippte. “Und auch mit ihrer sensiblen Seite, ihrem Erfolg und kulinarischen Erfahrungen!” Sie legte bedächtig ihr Patschehändchen auf meine Schulter. Sie verfolgte ganz offensichtlich einen Plan, wie sie mich doch noch dazu bekam, dass ich Paul voller Freude anrief, obwohl wir nicht zusammenpassten.

“Bier für drei Euro fünfzig in ‘ner Weddinger Kneipe? Das ist doch nicht kulinarisch!” Und er hätte es noch nicht einmal bezahlt, dachte ich mir im Stillen. Ich vergaß, dass sie alle meine Gedanken hören konnte. Sie war eben Teil von mir – so wie so manches Bier zu manchem Mann gehörte.

“Das hätte er bestimmt, wenn du nicht auf deinen blöden Weißwein bestanden hättest!” prustete sie.

(Immerhin schmeckte der vertraut.)

“Oder nimm diesen ersten! Ähm…wie hieß er denn noch gleich?” Sie klappte ihre Regelrolle auf. Sie hatte darauf einen dieser gelben Memozettel geklebt und die wenigen Namen der Männer, die ich seit meinem Partnersuchstart im Juni kennengelernt hatte, notiert. Ich lugte verwundert über den Rand der Rolle.

“Meinst du den, der eigens nach ein paar Stunden beschloss, dass ich mit ihm schlafen würde?”

“Ja! Genau…” Sie hielt kurz inne. “…aber er war SEHR freundlich!” Ich nickte nur stumm und versuchte ihr mit einem lächelnden Blick zu sagen, dass ich diese Diskussion ganz sicher gewinnen würde, wenn ihre Argumente weiterhin so dünn blieben.

“Oder Nick!” Ich hätte es ahnen müssen. “Er wollte, dass du zu ihm fährst, aber nein! Du musstest ja lieber mit deinen Freundinnen tanzen gehen!” Natürlich holte sie die eine Keule heraus, die mich am ehesten treffen würde. Und natürlich heißt er nicht Nick. Einige Mädels aus der Schule nannten ihn nur so, weil er früher so aussah wie Nick Carter. Ich war ihm vor einigen Wochen auf einer Singlebörse “über den Weg gelaufen” und musste mich unweigerlich daran erinnern, wie schwer ich von der 7. bis zur 11. Klasse in ihn verknallt gewesen war. Das letzte Jahr war er nicht einmal mehr auf der Schule gewesen, aber er wurde trotzdem schmerzlich vermisst. “DEN mochte ICH!”

“Genau. DU mochtest ihn. Das kleine 12jährige Mädchen, das noch nicht einmal einen BH trug, als sie von einem der begehrtesten Jungen der ganzen Schule gemocht wurde! In deinem Kopf stehst du noch immer im Bus zur Schule und klammerst dich an die Haltestange – aus Angst, umzukippen, weil er hinter dir steht!”

Sie schaute mich verblüfft an. “Ja, so war das. Worauf willst du hinaus?”

“Dass ich keine 12 mehr bin und er keine 14. Jeder hat sein Leben. Wir sind erwachsen.” Als wir für einige Tage sporadischen Kontakt hatten, wurde schnell klar, dass es ihm stresstechnisch nicht so gut ging. Mir ging es selbst sehr verhalten zu der Zeit. “Du erinnerst dich an meine Schlafprobleme? Ich hatte einfach keine Kraft.”

“Aber du hättest doch trotzdem hinfahren können! Du bist doch nur nicht zu ihm, weil du Angst hattest, dich in ihn zu verlieben! Von wegen ‘keine Kraft’!”

Wie kommt man da wieder heraus?, fragte ich mich. Ich musste mich an all die Männer erinnern, die ähnliche Diskussionen mit mir geführt hatten und partout nicht verstehen wollten, dass Liebe nicht immer in eine Beziehung führt und eine Beziehung eben mitunter auch keine Liebe macht. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt war, für die Liebe muss man Platz im Leben schaffen. Aber nicht immer war das so einfach, besonders beim Thema Jugendliebe oder gar Fernbeziehungen.

“Angst muss nicht immer falsch sein. Manchmal ist sie auch sehr nützlich.” Ich prüfte kurz, ob das in Bezug zu Nick auch stimmte oder nur eine Ausrede war, die in meinem Kopf gut klang. “Wie dem auch sei…” Ich schüttelte der Einfachheit halber den Rest der Zweifel ab, während mein kleines Mädchen Muss mich angestrengt musterte.

Ich fuhr fort: “Nick mal kurz beiseite! Was die anderen Männer angeht: Wer sich wie ein kleines Mädchen benimmt und auf Teufel heraus von irgendwem geliebt werden will und alles tut, was der potenzielle Partner will, der wird auch wie ein kleines Mädchen behandelt. In unserem Fall heißt das, Süße: Wir kriegen Männer ab, die uns sagen, was wir trinken, essen, denken, fühlen, wollen und tun sollen. Man sollte weder seine Gesundheit noch sein Wohlbefinden für eine Beziehung opfern, nur aus Angst vor’m Alleinsein.”

“Du bist echt die Einzige auf der Welt, die es schafft, eine Einladung oder ein Bier zu einem Thema der Unterdrückung zu machen. Und DU nennst MICH verrückt!” Sie stapfte wieder auf die Dielen, die unter ihren kleinen Füßen bejahend quietschten.

Ich spitzte die Lippen, um etwas mehr Zeit zu gewinnen. “Touché”, grinste ich ihr schließlich breit ins Gesicht, und gab mich mit der Schwäche geschlagen, mitunter schneller das Handtuch zu werfen als andere.

Sie schnaubte enttäuscht und wurde urplötzlich traurig. “Andere haben wenigstens jemanden, auch wenn sie nicht verliebt sind oder es nicht optimal passt.”

“Und ich wünsche ihnen viel Glück dabei. Aber das ist nicht unser Weg.” Ich musste kurz ein- und ausatmen. “Ich glaube eben nicht, dass eine Beziehung ein Ersatz für einen Lebensplan ist.” Immerhin hatte ich zu genüge lernen dürfen, dass Partnerschaften einen weder vor den Unannehmlichkeiten des Lebens noch vor einen selbst retteten. Am Ende war man doch nur mit sich zu Gange, im Guten wie im Schlechten. Wer nicht mit seinen Gefühlen, besonders den fiesen und stechenden, umgehen konnte, der würde auch vor den Tiefs in einer Partnerschaft nicht gefeit sein. Davon war ich überzeugt. Das war mein 11. Gebot. Gäbe es das als Bildspruch, würde es in A0-Format über meinem Bett hängen. Wenn ich mir all die Paare ansah, die aus lauter Angst vor einem Neubeginn oder ihren Gefühle und dem, was NACH einer Trennung kommen könnte, lieber an ihrer kaputten Beziehung festhielten, wollte ich instinktiv immer zum Telefonhörer greifen und meiner Mutter gratulieren, dass sie mir so einen Unsinn nicht beigebracht hatte.

“Manches auf dieser Welt kann man einfach nicht erzwingen. Und Liebe gehört definitiv dazu. Schreib das doch bitte mit zu deinen Regeln…unter Nummer…ähmmm…” Ich versuchte mich an die letzte Regel zu erinnern, aber meine Kleine hatte so endlos viele.

“Regel Nummero 100: Du musst immer wollen, was andere wollen!” Sie starrte eine Weile auf diese Regel.

“Merkste selbst, oder?” lächelte ich vorsichtig, um sie nicht weiter zu enttäuschen.

Sie seufzte, streckte mir ihre kleine, zarte Hand offen hin und signalisierte damit, dass ich ihr einen Stift reichen möge. Ich tat wie verlangt, aber musste unentwegt grinsen, so wie Nick es früher immer getan hatte, wenn er sich über jemanden amüsierte – im niedlichen Stil – mit erhobenem Kopf und einem verschmitzten Blinken in den Augen. Sie holte noch einmal Luft, bevor sie den Stift ansetzte und die Regel durchstrich. Dann schaute sie mich mit großen Fragezeichen im Gesicht an. Sie wollte eine neue Regel. Sofort.

“Wie wäre es mit ‘Ich darf darauf vertrauen, dass zur rechten Zeit der richtige Mensch in mein Leben tritt.’?'”

“Echt jetzt?” wütete sie. Ich nickte nur und verschränkte bestimmt die Arme vor der Brust. Sie musterte mich ein paar Sekunden lang und schrieb schließlich gehorsam meine Worte auf. Doch eine letzte Frage brannte ihr noch unter den Fingernägeln:

“Und wie geht’s nun weiter?”

Ich wusste, dass mein kleines Mädchen Muss einen Plan wollte, eine Garantie, und die am liebsten mit Unterschrift und Blutzeichen. Doch für Liebe gibt es nun einmal keine Garantie. Und wie mein Ex Sven immer so schön und richtig zu sagen pflegte: ‘Man kann sich eben nicht aussuchen, wen man kennenlernt.’

“Was machen wir denn jetzt?” wiederholte sie ihre Frage etwas drängender.

Ich dachte kurz nach und seufzte. “Weinchen?” grinste ich sie schließlich an und tätschelte ihr auf dem Weg in die Küche beruhigend die Schulter.

©Janett Menzel

Fotos: New York Zoos and Aquarium

Hier geht’s zur ersten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: Der innere Kritiker (Nr. 1)
Hier geht’s zur zweiten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: “Du brauchst einen Mann!” (Nr. 2)