Was tun gegen Erythrophobie, der Angst vor dem Erröten bzw. Rotwerden?

Was tun gegen Erythrophobie, der Angst vor dem Erröten bzw. Rotwerden?

 

Das Blut schießt uns ins Gesicht, die Haut färbt sich rosa, rot, dunkelrot. Eigentlich ist das eine Besonderheit von uns Menschen. Der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain schrieb: „Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das erröten kann. Oder sollte.“ Doch es gibt auch Menschen, die unter ihrem Erröten – medizinisch Blush genannt – leiden. So stark, dass sie eine panische Angst vor dem Erröten/Rotwerden entwickeln: Erythrophobie genannt.

Noch diskutieren die Wissenschaftler, ob die Erythrophobie in erster Linie zu den sozialen Ängsten gehört, also ein seelisches Leiden darstellt, oder ob sich auch ein körperliches Problem dahinter verbirgt. Fakt ist jedoch: Beim Erröten steigt der Blutdruck, die Blutgefäße dehnen sich aus, das Blutvolumen der Haut nimmt zu. Da sich im Gesicht, der Hals- und Dekolleté-Region besonders viele Blutgefäße befinden, ist das Erröten dort besonders zu sehen (siehe auch Wiki).

 

Erythrophobie: Die panische Angst vor dem Erröten

Angst vor dem Erröten Rotwerden ErythrophobieDoch nicht das Erröten an sich ist das Problem für Erythrophobie-Patienten, sondern ihre Erwartungsangst davor. Sie glauben, dass sie sich mit ihrem hochroten Kopf vor anderen blamieren, dass diese sie für unsicher halten, sie negativ bewerten und sogar ablehnen könnten.

Eine Expertin für Erythrophobie ist Dr. Samia Härtling vom Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden. Sie sagt: „Soziales Erröten tritt immer dann auf, wenn wir ungewollt Aufmerksamkeit bekommen, wenn wir plötzlich im Mittelpunkt stehen.“ Sie berichtet von einem Patienten, der immer dann, wenn er einen Karrieresprung machen und eine Führungsposition übernehmen sollte, diese absagte aus Angst, vor den Kollegen sprechen zu müssen und dabei puterrot anzulaufen.

So wie diesem Mann geht es Hunderttausenden anderen Menschen. Experten schätzen, dass drei bis acht Prozent an einer sozialen Phobie leiden, zu der auch die Erythrophobie gehört. Wie bei allen Angststörungen versuchen Betroffene, Situationen zu vermeiden, die ihnen Angst machen. Oft ziehen sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Letztlich kann die Erythrophobie zur sozialen Isolation, zu Vereinsamung bis hin zu Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit und Frührente führen. Oder Betroffene versuchen, das Erröten irgendwie zu kaschieren. Sie verhüllen sich in auffällige Schals, tragen dick Make-up auf oder versuchen, die Röte mit grünen Stiften zu überdecken. Manche gehen regelmäßig ins Solarium, hoffen, dass unter der Bräune das rot Werden nicht zu sehen ist. Oder sie ziehen sich im Sommer bewusst einen Sonnenbrand zu, auf den die Röte dann geschoben wird.

 

Hilft eine Operation?

Da beim Erröten das Nervensystem des Menschen betroffen ist, wird mit einer Operation versucht, das Problem aus der Welt zu schaffen. Bei der operativen Sympathektomie werden Nervenstränge des sympathischen Nervensystems in einem minimal-invasiven Eingriff durchtrennt (siehe auch dieses Video). Doch die OP ist wegen ihrer Nebenwirkungen umstritten. So kann zwar das Erröten danach ausbleiben, dafür aber starkes Schwitzen einsetzen.

Samia Härtling und viele andere Therapeuten behandeln ihre Erythrophobie-Patienten mit Psychotherapie, genauer gesagt der Verhaltenstherapie. Dabei werden die Patienten im Beisein des Therapeuten mit Situationen konfrontiert, die ihnen Angst machen. Nach und nach meistern sie diese immer besser, spüren, dass ihnen nichts passiert, sie von anderen nicht ausgelacht, oftmals gar nicht beachtet werden. Rund ein Jahr lang kann so eine Therapie dauern, bis die Erythrophobie überwunden ist. Schnellere Erfolge können Patienten angeblich mit der Hypnosetherapie erzielen. Dabei nimmt der Therapeut im tiefen Entspannungszustand, Trance genannt, Verbindung zum Unterbewusstsein des Patienten auf und erarbeitet mit ihm Problemlösungen.

 

Betroffene tauschen sich aus

Carsten Dieme, ehemaliger Erythrophobie-Patient, hat 2000 die Internetseite www.erythrophobie.de ins Leben gerufen. Dort kommen Betroffene zu Wort, tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Sie beschreiben, ob ihnen Medikamente geholfen haben, sie berichten von homöopathischen Behandlungen, Psychotherapie oder der Operation.

All diese Erfahrungen hat Dieme in dem Buch „Angst vor dem Erröten? Erythrophobie: Hintergründe, Auswege und Erfolgsberichte Betroffener“ veröffentlicht (Stillwasser-Verlag, 16,40 Euro).

Eine von ihnen, die es geschafft hat, ist Alex. Sie rät: Nehmt euch selbst nicht mehr so wichtig! Den meisten Leuten ist es egal, wie rot wir werden, denn sie sind sowieso nur mit sich selbst beschäftigt. Ist es nicht wichtiger, WAS wir zu sagen haben, als wie wir dabei aussehen?

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex (nicht) zurückgewinnt

 

Wir sind besonders bei Trennungen selten derselben Meinung. Während sich der eine Partner trennen will, steht der andere oft vor vollendeten Tatsachen, ist plötzlich wieder Single und allein. Liebeskummer wegen einer Trennung stellt einen der größten und schmerzhaftesten Kontrollverluste dar. Verlassen zu werden gehört eben zu den schlimmsten Ereignissen im Leben. Gerade deshalb geistert bei den meisten unentwegt die Frage im Kopf herum: Kommt er wieder zu mir zurück? 

Ein Blogpost darüber, wie und ob man seinen Ex wieder zurückgewinnt und wie es definitiv nicht funktioniert.

 

Kommt er wieder zu mir zurück? Zwischen Hoffnung, Liebeskummer und Strategie

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntIch werde von Leserinnen und Klientinnen häufig gefragt, ob und wie man seinen Ex am besten zurückgewinnt„Kommt er von allein wieder zu mir zurück?“

  • „Oder soll ich ihm Zeit geben und abwarten?“
  • „Soll ich anrufen?“
  • „Soll ich mit seinen Freunden sprechen?“
  • „Hat er vielleicht eine Neue/einen Neuen?“
  • „Bin ich schuld?“
  • „Was geht in ihm vor?“

Die Trennung bringt ein riesiges Spektrum an Gefühlen mit sich: Einige beklagen beim Partner Verlust- und Beziehungsängste; andere schieben sich die volle Verantwortung zu oder leben in Schuld und Scham darüber, was ihnen widerfahren ist. Sie leiden unter tiefem Liebeskummer, wollen ihren Freund oder Mann um jeden Preis zurückgewinnen. Verzweifelt suchen sie nach Gründen, analysieren und interpretieren, in der Hoffnung, die Entscheidung des geliebten Menschen zu verstehen. Während viele dadurch versuchen, loszulassen und die Trennung zu akzeptieren, wähnen sich andere in der Hoffnung, dass es noch nicht aus ist. Sie glauben, wenn sie IHREN Fehler fänden, dass sie ihn wiedergutmachen könnten. Sie sprechen mit den gemeinsamen Freunden oder der Familie; sie holen sich Rat bei Kartenlegern oder Astrologen. Sie lenken sich mit Übergangspartnern, Sport oder sonstigem von der Trennung ab, um ihre Angst, nicht gut genug zu sein, nicht spüren zu müssen.

 

Was im Ex-Partner vor sich geht

So gut wie nie sind Trennungen 100 Prozent einvernehmlich und auf beiden Seiten ein tiefer Wunsch. Ob der Ex wieder zurückkommen wird oder nicht, kann jedoch keiner zweifelsfrei beantworten - meistens nicht einmal die, die sich getrennt haben. Meine Erfahrung zeigt mir, dass abgestorbene Gefühle zudem selten der Grund für eine Trennung sind. Wie so oft spielen Ängste, die sich aus dem Unterbewusstsein ins Bewusste schieben, eine große Rolle bei der Entscheidung. Sie zwangen den Partner zum Rückzug. Ängste aber sind eine Aufforderung, der man sich nur bewusst und mit Entschiedenheit verweigern kann. Beziehungsängste und folgende Trennungen sind nun einmal ähnlich wie Panik: Sie drücken sich durch einen heftigen Fluchtreflex aus.

Kommt er wieder zu mir zurück? Wie man seinen Ex zurückgewinntDer normale Fluchtreflex bei Auseinandersetzungen oder Nähe-Distanz-Problematiken bedeutet aber auch: Erst, wenn sich diejenigen zurückgezogen hatten, ebbt ihre Angst langsam ab. Die Stresshormone sinken wieder. Viele erkennen dann, was sie taten und welche Konsequenzen das für ihr Leben haben wird/kann. Aus meiner Erfahrung sprechen wir hier von drei bis zehn Tagen.

Spätestens dann sehen sie nicht nur die vermeintlich guten Ergebnisse der Trennung. Ihnen fallen auch und erst recht die negativen auf: Dass auch sie Menschen sind, die ungern allein sein wollen. Dass auch sie Gefühle haben, die sich überschlagen und mit denen sie nur schwer umzugehen wissen. Dass auch sie sich nach Liebe und Zuwendung sehnen, aber auch Angst vor zu viel Nähe haben oder davor, etwas zu verpassen (Zukunftsangst, Angst vor Selbstverlust). Sie wünschen sich Geborgenheit und Sicherheit, aber wissen um die Verantwortung, die eine Beziehung mit sich bringt. Sie wollen die Bedürfnisse anderer erfüllen, aber fürchten, sich selbst dabei zu verlieren. Sie selbst wollen auch keinen Liebeskummer.

Die Motivation zu einer Trennung kann so individuell, unterschiedlich und vor allem zweischneidig sein, so dass Menschen, die sich trennen, oft selbst nicht genau wissen, ob es die richtige Entscheidung war. Deshalb ist der berühmte Spruch „Abwarten und Tee trinken“ kein schlechter Rat.

Eines steht außerdem fest: Es gibt sehr, sehr sichere Vorgehensweisen, wie man seinen Ex nicht zurückgewinnt. In ihnen stecken  gleichfalls Wege, wie es klappen kann, deinen Ex zurückzugewinnen:

 

Tipps: Wie man seinen Ex zurückgewinnt - und wie definitiv nicht

No-Go 1: Ihn vom Gegenteil überzeugen wollen - koste es, was es wolle

Ihn zu bedrängen, ihm Vorwürfe zu machen, mit den eigenen Emotionen zu überschwemmen oder Schuldgefühle auszulösen, damit er wieder zu dir zurückkommt, wird nach hinten losgehen. Es drängt ihn in eine Ecke, aus der er raus wollte. Es bedrängt seine eigenen Gefühle, die er sortieren muss. Es erstickt ihn in den Momenten, in denen er frei atmen will, um wieder zu sich zu kommen. Erst, wenn er wieder ganz bei sich angekommen ist und seine Gefühle gespürt hat, kann er auch wieder zu dir zurück kommen wollen. Wenn er aber mit deinen Emotionen oder gar Schuld und Scham überrannt wird, wird seine Angst nur steigen.

Viele raten daher zu einer Kontaktsperre - soll heißen: Du meldest dich nicht. Wegen nichts. Alles, was es zu besprechen gäbe, muss warten. Sollten natürlich Kinder mit im Spiel sein, dürfen sie weder zwischen die Fronten geraten, noch zum Beziehung-retten und Freund-erobern missbraucht werden. In Fällen von gemeinsamen Kindern bringt Kontaktsperre aber nichts. So eine Kontaktsperre sollte nur bewirken, dass er sich nicht noch weiter bedrängt fühlt und von dir isoliert. Sie darf keine Strafe sein, die erneut Schuld auslösen würde. Denn dann käme er nur zu dir zurück, weil er glaubt, er müsste.

Am besten ist es für dich (und ihn), sich deiner eigenen Angst genau bewusst zu werden und dort in dir nach einer guten Strategie zu suchen.

  • Wie kannst du mit deiner Angst am besten umgehen? (Ideal ist es, sich auch zu fragen, wie man sie noch verschlimmern würde. Das ist ein Trick aus dem Coaching.)
  • Wie kannst du dich in der Wartezeit am besten ablenken, statt gegen seine Entscheidung zu kämpfen? (Mehr dazu unter Punkt 5.)
  • In welchen Trennungsgründen siehst du einen Funken Wahrheit oder Relevanz für dein Leben?
  • Wie sah dein Leben vor der Beziehung aus? Woran hattest du Spaß? Womit hast du deine Freizeit verbracht?
  • Wie fühlte es sich an, DU zu sein?
  • Was an und in dir kam in der Beziehung zu kurz?
  • Was könntest du jetzt neu aufleben lassen?

Sei für dich da und liebe dich, besonders JETZT, auch wenn du das Gefühl haben solltest, dass du nicht liebenswert seiest. Richte deinen Blick nach innen und nicht nach außen zu ihm.

 

No-Go 2: Mit seinen/gemeinsamen Freunden sprechen oder andere für sich und die Nicht-Trennung gewinnen

Betroffene brauchen schnell HilfeIn einer langjährigen Beziehung teilt man oft Freunde oder seine wurden auch zu deinen. Es schickt sich weder, mit ihnen über die Entscheidung ihres Freundes zu sprechen, noch sie zu bitten, für dich mit ihm zu reden. Er braucht jetzt seine Freunde für sich und seinen emotionalen Tumult. Wende dich stattdessen an deine Freunde und Familie und suche dort nach Trost und emotionaler Unterstützung.

Für viele gemeinsame Freunde stellt es auch eine „zwischen den Stühlen“-Situation dar. Sie wissen nicht, trotz großem Einfühlungsvermögen und Verständnis, wie sie sich am besten verhalten sollten. Aber zwangsweise ist es besser, für alle Seiten, seine Entscheidung nicht zu ihrer Angelegenheit zu machen.

Dasselbe gilt natürlich auch für seine Eltern oder andere Familienmitglieder und Bezugspersonen.

 

No-Go 3: Eifersucht und Übergangspartner

Wenn wir verletzt worden sind, neigen wir dazu, in der Hektik der Angst nach Mitteln zu suchen, die unser Leid reduzieren. Wir wollen uns stark und überlegen geben, keinen Schmerz zeigen und aber zurückschlagen, eben weil es dem Freund oder Ehemann wehtun soll. Viele Frauen suchen sich deshalb Spielfreunde und Übergangsmänner. Mit ihnen gehen sie ganz bewusst an einem Freitagabend chic und gut riechend aus, sodass der Partner es sieht, oder sie posten auf Facebook & Co. entsprechende Bilder und Statusmitteilungen, die sagen sollen: Mir geht es fantastisch (ohne dich)!

Was nach einer guten Idee aussieht, ist aber in Wahrheit ein großer Fallstrick. Denn, wenn du deinen Ex zurückgewinnen willst, solltest du ihm nicht zu sehr demonstrieren, wie und dass er unglaublich leicht zu ersetzen sei. (Dass es oft noch viel zu früh für jemand anderen ist, wird dir im Übrigen ganz allein auffallen, spätestens beim ersten Körperkontakt mit dem anderen.)

Zwar hat die Psychologie bewiesen, dass Eifersucht eine der wirksamsten Strategien ist, um den Partner vom Fremdgehen abzuhalten. Aber deinem Ex das Gefühl zu geben, dass er ohnehin wertlos sei oder du schon bei jemand anderem im Bett liegst, wird deine Liebe zu ihm nicht unterstreichen. Ganz im Gegenteil. Es wird seine Entscheidung noch bekräftigen.

 

No-Go 4: Freunde bleiben

Nach einer Trennung muss es Grenzen geben. Abstand ist gut, um sich mit der neuen Situation zu vereinbaren. Es erlaubt zudem beiden Seiten, sich und die Partnerschaft zu reflektieren und die Beziehung und das, was weniger guttat, zu sehen, wie sie war. Je weniger du daran erinnert wirst, dass es ihn (nicht mehr) gibt und er (momentan) nicht mit dir zusammensein will, desto leichter gelingt es, wieder zu dir zu finden. Das ist von entscheidender Bedeutung.

Deinem Ex wird auffallen, wenn du wieder ins Leben zurückfindest. Er wird sehen, dass er nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens ist. Er wird bemerken, dass in dir Fähigkeiten schlummern, die er bislang noch nicht kannte. Dadurch wirst du wieder attraktiv für ihn. Besonders, wenn du glaubst, dass dein Ex unter Beziehungsängsten leidet, wird er auf dieses neue DU anspringen. Doch wenn ihr Freunde bliebet, würde deine Konzentration nur auf ihn und wann du ihn wiedersiehst liegen. Es rückt dich weg von dir. Deshalb zwinge dich dazu, für dich da zu sein. Der Rest wird sich von ganz allein geben.

 

No-Go 5: Mit der Realität diskutieren und seine Entscheidung als falsch abtun

Weder bringt es etwas, wenn du mit ihm diskutierst, noch wird es dir helfen, wenn du mit dir und der Realität diskutierst. Bleib stattdessen ruhig (so schwer es dir auch fallen mag). Verhalte dich so, wie du dich sonst auch verhalten hast.

Im Umgang mit dem Ex solltest du jedoch noch zurückhaltender werden als vorher. Wenn er dir schreibt oder dich anruft, mit dir spricht oder andere Signale gibt, halte dich kurz und neutral in der Stimmlage. Äußere dich nicht zu seiner Entscheidung. Lass keine schnippischen Bemerkungen fallen, sondern demonstriere ihm, dass du ihn und seine Gefühle respektierst und seine Entscheidung akzeptieren kannst. (Etwas Anderes bleibt dir im Moment nicht übrig. Gegen den Willen eines Menschen anzukämpfen, der dir mehrmals gesagt hat, dass er es ernst mit der Trennung meint, kann zwar ein Zeichen deiner Liebe sein. Doch seine Reaktionen auf diese ersten Versuche werden dir demonstriert haben, ob er will, dass du kämpfst - oder eben nicht. Richte deinen Blick auf das, was er dir sagt und zeigt, statt auf deine Angst.)

Je gefasster (als Reaktion auf seine Trennung, nicht im Sinne von Eiseskälte oder harter Abweisung) du dich ihm gegenüber benimmst, desto weniger projizierst du deine Gefühle auf ihn. Je weniger er von deinen leidvollen Gefühlen bemerkt, desto weniger fühlt er sich bedrängt und umso mehr wird er seine verletzten Gefühle wahrnehmen. Je mehr er seine Emotionen wahrnimmt, desto näher kommt er an sich und die wahren Gründe seiner Trennung. Dazu gehört auch immer Angst.

 

To-Do: Genieße sämtliche Strategienratgeber mit Vorsicht!

Sei stark! Zieh dich toll an! Nimm ab! Nimm zu! Kauf dir neue High Heels! Geh mit anderen aus! Suche dir einen anderen Mann als Übergang! Sag, dass du kaum Zeit hast! Sei anders, als du in Wahrheit bist! usw.

Diese und ähnliche Tipps findet man quer über das Internet in käuflichen Ratgebern. Ich finde, man sollte die etwas mit Vorsicht genießen. Hier ist es genauso, wie überall sonst bei Manipulationen: Sie können funktionieren oder nach hinten losgehen. Doch je mehr du dich verstellst oder als Catwoman präsentierst, der nichts und niemand etwas anhaben kann, desto eher wird es dein Ex merken - nicht unbedingt zum Positiven. Unauthentizität und Unsicherheit wirken irritierend oder gar abstoßend, besonders bei Ex-Partnern, die wir in- und auswendig kennen.

Selbst wenn er auf dein manipulierendes neues Ich anspringen sollte, wird er schnell feststellen, dass es nur gespielt war, um ihn zurückzuerobern. Wenn du dich wirklich ändern möchtest, dann wegen dir und langfristig. So kann sich dein Ex neu in dich verlieben und sehen, dass du dich verändern kannst und verändert hast - euch zuliebe, aber vorwiegend wegen dir. Alle anderen kurzfristigen und „Bitte liebe mich!“-Strategien werden spätestens dann auffallen, wenn du deine Maske wieder ablegst.

Liebe Grüße,
Janett

 

Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

Intuition: Wie intuitive Menschen sind (und was Empathie damit zu tun hat)

 

Intuition galt früher als ein überlebenswichtiger Mechanismus, um zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Viele kennen Intuition durch das berühmte Bauchgefühl. Aus unerklärlichen Gründen wissen wir instinktiv und intuitiv, dass wir X machen oder lassen sollten - in Form von Geistesblitzen und Vorahnungen. Intuition ist damit die Fähigkeit, ohne über etwas eingehend nachzudenken oder Zusammenhänge durch äußere Anhaltspunkte zu erkennen, einfach „zu wissen“. Intuition lässt sich deshalb leicht mit Empathie verwechseln. Doch während Empathie die kognitive und emotionale Fähigkeit darstellt, wie ein menschlicher Schwamm die Energien (und damit auch Gefühle, Gedanken und Meinungen anderer Personen) aufzusaugen und selbst zu fühlen, ist Intuition die praktische, oftmals ausagierte Empathie. Sie bedeutet auch die Fähigkeit, instinktiv nicht nur andere Emotionen, sondern zusätzlich Situationen zu erfassen. Intuitiv-empathische Menschen stellen eine (wenn nicht die wichtigste) Kategorie der Empathen dar.

Da ich in den vergangenen Monaten/Jahren viel über Empathie und Hochsensibilität geschrieben habe, möchte ich im Folgenden gern die Eigenschaften intuitiv-empathischer Menschen darlegen, um die Themen zu ergänzen/abzugrenzen. Ich bin mir wie immer sicher, dass sich Dutzende darin wiederfinden werden - und so mehr zu ihrem Selbstverständnis beitragen können.

 

Intuition: Was es ist und was Empathie damit zu tun hat

intuition intuitive menschenIntuition ist nötig, um Empathie umsichtig empfinden zu können. Sie ist ein wichtiger Grundstein unseres Einfühlungsvermögens und unserer emotionalen Intelligenz. Einige sagen sogar, Intuition sei gleichzusetzen mit emotionaler Intelligenz. Andere sagen, Empathie sei die Grundlage jeder Intuition. (Es erscheint mir hier wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei.) Dennoch ist es in meinen Augen irreführend, zu sagen, dass jeder Empath automatisch ein stark intuitiver Mensch sei.

In letzter Zeit (vorwiegend im amerikanischen Raum) wird jedoch oft von den intuitiven Empathen oder Intuitiven gesprochen: Gemeint sind Menschen, die schnell und konkret fassbar fühlen, was andere fühlen - sei es offen sichtbare oder verborgene Gefühle. Es handelt sich nicht nur um Launen, Unwichtiges oder unausgeprochenes Gezanke. Menschen, die intuitiv-empathisch sind, können die Tiefe der anderen Psyche mit ihren Belastungen, Ausmaßen und Konsequenzen spüren, auch solche, die sie lieber nicht fühlen wollen oder die der andere absichtlich verdrängt (oder projiziert). Sie kennen vor allem den Unterschied zwischen fremden und eigenen Emotionen und können den Ursprung der anderen Emotionen instinktiv benennen. Empathen auf der anderen Seite fühlen diese und können sie leicht im Körper identifizieren.

Wir alle unterdrücken die einen oder anderen Gefühle. Menschen vergraben die Wucht der negativen Erlebnisse tief in sich, als Mechanismus der Angstbewältigung. Manche merken deshalb nicht einmal, dass es ihre Gefühle sind und dass sie sie verdrängen. Es sind aber just diese verdrängten Emotionen und Interpretationen vergangener Erlebnisse, die uns krank machen oder in die Isolation schicken. Sie manifestieren sich in unserem Körper. (Wir kennen das von Angst- und Panikstörungen, Depressionen usw.)

Intuitive aber sehen just diese, auch wenn der andere sich dieser Gefühle gar nicht bewusst ist. Bei intuitiven Empathen ist aber auch die Fähigkeit gemeint, Situationen, Märkte und Zusammenhänge - ähnlich wie Gefühle und Gedanken - intuitiv-instinktiv zu erfassen und zu wissen(, weil zu fühlen), was zu tun ist/gebraucht wird/hindert/befreit.

 

Offizielle Definitionen von Intuition

Intuition bezeichnet im Wesentlichen diese Eigenschaften:

  1. intuitive menschen können erlebnisse vorhersehenspontanes Handeln aus dem Bauch heraus, keine Erklärungen für sein Handeln haben/finden
  2. Geistesblitze und kreative Eingebungen
  3. schnelle Einsicht in Informationen sowie Zusammenhänge und das Erfassen aller Komponenten mit nachfolgender, beinahe selbstverständlicher „Erkenntnis“
  4. die Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer in Sekundenschnelle zu „erspüren“
  5. Einfühlungsvermögen und tiefgreifender Verstand
  6. unbewusste Muster, wie wir die Dinge und Menschen wahrnehmen und interpretieren (und beides zusammenbringen)
  7. der Ursprung jeder Kreativität

 

Intuition und Wissenschaft

Der Myers-Briggs-Typenindikator unterscheidet hauptsächlich vier intuitive Typen, als Rahmen dient natürlich erneut die Differenzierung zwischen extrovertierten Intuitiven und introvertierten Intuitiven. Auch bei Intuitiven zeichnet sich ab, wer von Natur aus eher in sich, sensibler oder zurückgezogener lebt und wer den Austausch mit anderen braucht und sucht, aber dennoch eine stark ausgeprägte Intuition besitzt.

Carl Gustav Jung (Freuds Schüler) wiederum formulierte Persönlichkeitstypen, von denen einer der „intuitive Typus“ ist. Er unterschied zwischen der abstrakten und konkreten Intuition, wobei die erstere die berühmten Eingebungen darstellen und die letztere „das, was geschehen könnte“, auf ideeller Ebene. Er hielt Intuition im Übrigen für eine der vier Grundpfeiler, überhaupt mental zukünftige Ereignisse „berechnen“ zu können. Ich sage bewusst berechnen, da Intuition zwar erstaunlich nach Hellsehen riecht, aber man so gar nicht esoterisch, spirituell oder „psychic“ drauf sein muss, um „sie zu haben“. Für Jung aber bedeutete Intuition die Fähigkeit, ein gutes Gespür für sich und für andere zu haben, sowie äußere (materielle) Umstände und Bedürfnisse erspüren zu können.

 

Wie sind intuitive Empathen bzw. intuitiv starke Menschen?

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunDoch intuitive Menschen teilen noch weitere, bislang eher unbekannte Eigenschaften, die leicht mit der reinen Empathie, Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität verwechselt werden können:

  1. Intuitive tasten Situationen vollständig ab. Bevor sie nicht jede Ecke gedanklich und emotional ergründet haben, alle Perspektiven berücksichtigt und in ihrer Gesamtheit verstanden haben, sind sie nicht zu EINER Meinung bereit. Eben weil sie diese Vorgehensweise haben, können sie zanken und meckern und diskutieren und hören erst auf, wenn sie a) den anderen davon überzeugt haben, dass es mehr als seine Meinung gibt oder b) ihre Prüfung der Situation/des Themas/der Person vollzogen haben und zu einem schlüssigen Ergebnis gekommen sind.
  2. Dementsprechend sind sie perfekte Zukunftsdenker. In ihrem Abtasten der Situationen (neuer Job versus alter, potenzielle Partner, Geldinvestitionen, Chancen zwischenmenschlicher Verbindungen, Risiken innerhalb Gesprächen usw.) prüfen sie und „lesen“ so wahrscheinliche oder mögliche Ausgänge ab. All das addieren sie zu Möglichkeiten und Schwächen, Stärken und Risiken, die wiederum ihre Entscheidungen oder Handlungsempfehlungen begründen.
  3. So planen sie auch ihre Zukunft. Sie betrachten alle Optionen und setzen sich entsprechend Ziele für die kommenden Jahre. Indem sie so vorgehen, sind sie aber auch Menschen, die höchst anpassungsfähig und flexibel sind. Sie sind eben bereits im Voraus auf alles/vieles vorbereitet. Sie haben die Umgebung/Situation/Person eingehend studiert. Sie sind große Träumer, Denker, Entwickler und leben oft in der Zukunft, um ihr eigenes großes Bild von der Welt/dem Leben zu erfüllen.
  4. Sie vertrauen dem, was sie spüren und denken, nicht etwa dem, was sie spüren und denken sollen. Dementsprechend sind sie antiautoritär und mögen fremde, diktierte Regeln und Verhaltensvorschriften oder soziale, wirtschaftliche, unternehmerische Werte weniger als die, die sie für „stimmig“ erachten. Wenn jemand sagt, XYZ müsse so und nicht anders umgesetzt werden oder „man“ würde das eben so machen, führt das bei Intuitiven nur zur Eröffnung von Diskussionen und Ablehnung. Sie wollen genau wissen, wieso derjenige das so sieht. Fehlen aber Argumente, spürt der Intuitive Machtmissbrauch oder egoistische, narzisstische  Tendenzen, hat man es als Anderer nicht gerade leicht. Sie vertrauen Autoritäten und Führungskräften nicht per se, nur weil diese eine entsprechende Position innehaben. Sie sehen sie nicht als unfehlbar, nur weil sie in der Führungsetage sitzen oder einen bestimmten Status erreicht haben.
  5. Damit ist auch klar, dass Intuitive sehr gute Analytiker sind, und beizeiten so ziemlich alles interpretieren und überanalysieren. Das liegt daran, dass sie sich - wenn sie eine Entscheidung treffen müssen - von ihrem Ego-Blickwinkel distanzieren und so alles betrachten, was es zu betrachten gilt. So garantieren sie größtmögliche Sicherheit für das (beste) Handeln.
  6. Das wiederum begründet, dass sie kleinste Veränderungen in Situationen/Personen wahrnehmen und gedanklich in die Vergangenheit und Zukunft „reisen“, um die Ursachen und Lösungen zu finden. Sie merken sich entsprechend viel und können oft ganze Sätze im Nachhinein zitieren oder sagen, wie eine Situation minütlich ablief.
  7. Andersartige Gedanken ziehen sie an. Sie mögen deshalb auch das Unkonventionelle, das Übernatürliche, Unerklärliche, Abnormale. Sie studieren gern „solche“ nicht-normalen Welten und können sich ganz hineinfallen lassen, denn das „Normale“ ist ihnen viel zu langweilig. Haben sie eine Sache verstanden und erspürt, beginnt bei vielen die Langeweile.
  8. Daher liegt es nahe, dass sie unzählige, scheinbar unvereinbare Interessen haben. Vor allem lieben sie es, diese scheinbar unvereinbaren Umständen miteinander zu verknüpfen. Ähnlich wie bei Hochbegabten, haben sie die Fähigkeiten, Muster aus verschiedenen Theorien und Disziplinen zu verbinden. Sie erkennen Querverbindungen und Zusammenhänge.
  9. intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererSie erkennen, wie erneut auch bei den anderen Gruppen, unauthentische Menschen auf einen Blick. Sie sind Lügendetektoren. Sie erkennen, wer wahrhaftig ist und wer nur seine Interessen befriedigt sehen will. Sie verabscheuen Fremdbedürfnisse, wenn die Gruppeninteressen verletzt würden. Sie sind soziale Verfechter. Sie sind soziale Fürsorger. Sie gehen gegen jedwede einseitige und manipulative Verhaltensweise anderer mit intuitiver und eiskalter Weise vor. Bei solchen Menschen spüren sie nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Sie sind ja ohnehin von den Gefühlen und Gedanken des anderen „beeinflusst“; nicht nur von positiven. Bei negativen aber spielen sie sie gegen den anderen aus - zum Wohle aller.
  10. Sie hassen, wie Hochsensible, Hochbegabte und Empathen, oberflächliche Gespräche. Je qualitativ hochwertiger die Gespräche sind, desto eher sind sie in ihrem Element. Alles andere langweilt sie zutiefst. Fluchtreflexe bei prestige-status-ego-bezogenen Menschen sind sehr häufig.
  11. Sie haben damit einen hohen Gerechtigkeitssinn. Auch Selbstgerechtigkeit spielt bei ihnen eine wichtige Rolle. Deshalb findet man sie eher selten in traditionellen Strukturen. Sie sind kreativ, freiberuflich, selbstständig, Single oder leben in einer weniger konventionellen Beziehung oder mindestens in einer, die nicht den offiziellen Regeln folgt. Sie haben ihre eigenen Wege und versuchen sie - einmal erkannt, dass es ihnen damit besser geht - auch aufs Ganze auszuleben. Was X, die Familie, die Welt oder der Kunde will, spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch wenn sie einmal oberflächlich den Angepassten mimen, bedeutet es doch, dass sie hintenrum ihre Wege gehen oder aber planen, wie sie den offiziellen wieder verlassen.
  12. SINN ist ohnehin einer der wichtigsten Pfeiler ihres Leben. Ohne Sinn in allem, was sie tun und nicht tun, tun sie wenig. Dafür benutzen sie hauptsächlich ihre Erfahrung und Wahrnehmung als Straße.
  13. Sie hören eben auf ihre innere Stimme. Für Intuitive spricht sie die innere Wahrheit, die einzige Erkenntnis, die sie brauchen, um ihrer Philosophie folgen zu können.
  14. Viele Menschen nutzen Intuitive, um Zugang zu diesen Fähigkeiten zu haben. Auch das AUS-Nutzen ist leicht möglich, denn Intuitiven wird schnell Vertrauen geschenkt und umgekehrt sind sie schnell in jemandem „drin“. Sie sind gute Zuhörer und Helfer und haben oft Vorschläge und Interpretationen parat. Es dauert nie lang, bis sie Zugang zu anderen bekommen, außer dieser Jemand ist unauthentisch/manipulativ. Dann halten sie sich zurück.

 

Media-Tipps: Dokumentationen zu Intuition/Empathie

Interessierten empfehle ich die ARD-alpha Doku-Serie (bestehend aus 13 Folgen) mit dem Titel „Auf den Spuren der Intuition“:

Folge 1: Intuition entdecken
Folge 2: Was steht der Intuition im Weg?
Folge 3: Die Quellen der Intuition
Folge 4: Wie finden wir zur Intuition?
Folge 5: Empathie als Grundlage der Intuition
Folge 6: Intuition im Miteinander
Folge 7: Der inneren Stimme lauschen
Folge 8: Intuition in der Pädagogik
Folge 9: Intuition in der Arbeitswelt
Folge 10: Intuition als Grundlage der Kreativität
Folge 11: Intuition in den Grenzbereichen der Wahrnehmung
Folge 12: Mit Intuition zur ganzheitlichen Sicht
Folge 13: Mit Intuition die Zukunft gestalten

 

Quellen:

[1] Seite „Intuition“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. April 2017, 07:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Intuition&oldid=164982379 (Abgerufen: 7. August 2017)
[2] April Klazema: Intuitive Empath Traits: What you Need to Know. In: Udemy-Blog. 18. Juni 2014. URL: https://blog.udemy.com/intuitive-empath/ (Abgerufen: 7. August 2017)
[3] A conscious rethink: 4 signs you’re an intuitive empath (not just an empath). URL: https://www.aconsciousrethink.com/3854/4-signs-youre-intuitive-empath-not-just-empath/ (Abgerufen: 8. August 2017)

 

Keine Angst vor Männern, der Liebe und Beziehungen

Keine Angst vor Männern, der Liebe und Beziehungen

 

So wunderschön die Liebe auch sein kann: Sie bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich - besonders, wenn es in der Vergangenheit Ereignisse gab, die einem genug Anlass dazu geben, Angst vor Männern oder Angst vor Liebe an sich zu haben. Aber liegt es tatsächlich an der Liebe und romantischen Beziehungen oder sind es die Männer im Allgemeinen?

 

Was hinter der Angst vor Männern und der Liebe wirklich steckt

Angst vor Männern und der LiebeBei Frauen kann sich die Angst vor Männern und der Liebe unterschiedlich äußern:

Entweder sie sehnen sich nach Liebe (Zuwendung, Bestätigung, Anerkennung) und tun alles, um sie zu bekommen, nur um dann festzustellen, dass sie sie - einmal erhalten und das Herz erwärmt - doch nicht brauchen oder nicht von diesem Mann möchten. Sie glauben schnell, dass sie nicht zueinanderpassen und sind so schnell weg, wie sie da waren. Oder sie spüren die Angst, wenn die erste Nähe stattfindet. Mit jeder Enge in der Brust oder Panik vor der ersten Intimität wollen sie die Flucht ergreifen:

Ich habe Frauen kennengelernt, die krank wurden, weil ihr Körper die Angst durch die geistige und emotionale Überforderung abfangen musste. Einige hatten Panikattacken; andere Frauen verspürten nach kurzer Zeit keine Lust mehr Sex. Vereinzelte Frauen hatten anfangs keine Schwierigkeiten mit Männer, bis sie in eine Beziehung gerieten und emotional abhängig (gemacht) wurden. Mit jedem Tag der Partnerschaft wuchs ihre Angst, dass sie selbst nichts wert waren ohne den Partner. Sie wurden rasend eifersüchtig oder depressiv, ängstlich bis phobisch und immer unzufriedener. Denn eigentlich wollten sie weder abhängig sein noch abhängig machen.

 

Hintergründe & Ursachen: Woher kommt die Angst vor Männern?

(Einige Frauen haben traumatische Erfahrungen mit Männern gemacht. Diese spreche ich im Folgenden nicht an. Es ist in solchen schwerwiegenden Fällen ratsamer, sich dem Thema in einer Therapie zu widmen.)

Doch es liegt nie an den Männern oder der Liebe an sich. Es liegt auch nicht an ihnen als Frau per se. Hinter der Angst vor Männern und der Liebe verbergen sich Muster aus alten Zeiten: Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, die erlernt wurden, die entweder Angst abwehren sollten oder Angst verursachten. Es sind alte Ängste. Sie stammen nicht selten aus der Kindheit, Jugend oder den ersten Erfahrungen mit der (ersten, großen oder erwachsenen) Liebe.

Viele Frauen haben keine anhaltenden, echten Gefühle der Liebe - gleich, wie sie sich selbst verhielten oder nicht verhielten - gelernt. Sie bringen deshalb in späteren Jahren Liebe nicht in Verbindung mit Freiheit, Glücksgefühl, Geborgenheit oder Zufriedenheit. Sie verbinden sie unbewusst oder bewusst mit Abhängigkeit, Angst, Unterdrückung, Aufopferung, Trennung oder anderweitigem Verlust. Ihre frühen Erfahrungen mit Liebesgefühlen wurden oft schon in ihrer Kindheit von ihren Bezugspersonen unterbrochen, abgewiesen oder an Bedingungen geknüpft.

Bei „normaler“ Angst vor Männern und der Liebe finden wir diese zwei Extreme:

Extrem 1) Fremde Bedürfnisse und Ansprüche an sie waren wichtiger als ihre eigenen. Sie waren in der einschneidenden Lebensphase aufgefordert, sich entsprechend zu verhalten und mehr Rücksicht und Fürsorge für die Mutter, den Vater oder die Geschwister aufzubringen, als sie selbst erhielten oder sich geben wollten. Sie waren überfordert und konnten die emotionalen Leistungen gar nicht erfüllen, bemühten sich aber, um Liebe und Zuwendung zu erhalten. Sie lernten so, dass sie vor allem geben MUSSTEN, um zumindest etwas Liebe zu erhalten.

Oder Manipulationen (Ich liebe dich nur, wenn…) formten ihr Bild davon, wie Liebe aussieht und funktioniert, um sicher und beständig zu bleiben. Das früher Gelernte formte somit das heutige mangelnde Vertrauen in sich selbst versus Männer, Partner, Beziehungen und Liebesgefühle. Um der Angst aus dem Weg zu gehen, leisten sie oft. Sie sind aufopfernd, depressiv, ängstlich oder emotional abhängig.

Extrem 2) Es gab gar keine Forderungen in der Kindheit, Jugend oder in den ersten Liebeserfahrungen. Es fehlte eventuell sogar Liebe von Seiten der Eltern, sei es, weil sie emotional oder lokal abwesend waren. Sie waren so vogelfrei, dass sie zwar machen konnten, was sie wollten, aber dadurch keine (eigene oder fremde) Autorität, Struktur, Grenzen, Umgang mit Nähe und Konflikten oder Kompetenzen kennenlernten.

Mit den ersten (Grenz)Erfahrungen im Umgang mit Männern lernten sie aber schnell, dass andere in einem Rahmen leben, in den auch sie sich pressen müssen, um Liebe in ihrer vermeintlichen Harmonie und Bedingungslosigkeit erleben zu dürfen. Ähnliche Auswirkungen wie beim ersten Extrem zeigen sich hier: Sie werden später oft aufopfernd und depressiv, ängstlich oder emotional abhängig. Sie neigen zu emotionalem Burnout oder ständiger innerer Hektik, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Oder sie verharren in einer inneren Starre, die sie jedes Mal bei Kontakt zu Liebe zurückschrecken lässt und zur Flucht animiert.

Was sich hinter der Angst vor Männern und der Angst vor Liebe verbirgt

Dahinter verbergen sich diese Ängste:

 

Angst vor Trennung und davor, nicht zu genügen

Angst vor Männern und Angst vor TrennungTrennungsangst hat zwei Extreme: die Angst davor, dass man verlassen wird oder davor, sich selbst zu trennen. Hinter diesem Thema versteckt sich auch die Angst, wieder alleine zu sein oder jemanden alleine zu lassen. Aus der eigenen Erfahrung heraus wissen die Frauen, wie es sich anfühlt, verlassen oder missachtet zu werden, wenn sie den Anforderungen anderer nicht genügten. Jemandem dieses Gefühl zu geben, belastet sie. Daher fällt es ihnen oft schwer, offen Kritik zu äußern, dem Mann die eigenen Gefühle zuzumuten, eigene Bedürfnisse anzusprechen und einzufordern, sich Freiräume zu nehmen - oder sei es auch darum, Geschirr an die Wand zu werfen, als Ausdruck ihres emotionalen Zustands.

Sie haben häufig Schwierigkeiten mit Konflikten und Durchsetzung, weil sie damit Verletzung in Verbindung bringen. Sie haben ebenso Angst vor Wutausbrüchen - ihren eigenen und denen anderer. Auf der einen Seite fühlt sich die Kritik des Partners an, als hätten sie versagt. Auf der anderen Seite trauen sie sich nicht, jemandem - meist trotz aller emotionaler Zumutungen des Partners - zu sagen, dass er nicht genügt. Vielen heimlichen Geliebten in Affären geht es so. Viele müssen im Laufe ihres Lebens anhand schwieriger Beziehungskonstellationen lernen, dass es okay ist, nicht zu genügen. Sie dürfen wählen, so wie andere wählen dürfen. Was nicht passt, muss nicht passend gemacht werden. Man darf sich trennen. Was jemand anderes denkt, denkt jemand anderes. Doch kein Partner - und das ist die Lernaufgabe - bestimmt über den Wert der Frau.

 

Angst vor Selbstverlust und davor, überrannt zu werden

Angst vor Nähe und SelbstverlustTrennungsangst kann aber auch bedeuten, dass man sich von sich selbst trennt - oder meint, es zu müssen. Das wiederum nennt sich Angst vor Selbstverlust. „Für die Liebe muss man (sich) opfern.“ Doch was in Romeo & Julia so herzzerreißend schön war, ist ziemlicher Mist im realen Leben. Sich zu opfern, sein Leben in Teilen (Freundschaften, Familie, Beruf/Karriere, Leidenschaften, Zukunftsträume, Bedürfnisse, Grenzen) aufzugeben, entfernt Menschen von sich selbst. Das macht Angst. Natürlich.

Eben weil einige diese Erfahrungen gemacht haben, wissen sie um die Konsequenzen: Bei mir waren es Panikattacken, bei anderen sind es Depressionen. Wiederum andere entwickeln psychosomatische Beschwerden, wenn sie sich der Wucht der Anforderungen nicht zutrauen - oder nicht noch mehr Be-Last-ung tragen können. Viele sind einst blind und vertrauensvoll in den Selbstverlust gestürzt und ahnten nichts Böses, was sich als Trugschluss und große Enttäuschung entpuppte. Liebeskummer ist in ihren Köpfen vorprogrammiert, der bereits früher seine Spuren hinterließ.

Diese Angst soll dementsprechend davor schützen, sich gänzlich zu verlieren - im Dunst anderer Bedürfnisse zu verrennen. Sie ermahnt, dass man zurück zu seiner ersten Natur findet.

 

Angst vor Nähe

Angst vor Männern und der LiebeKommt ein Mann dieser Frau zu nahe, entsteht ein Gefühl der Enge und Einschränkung, als würde man keinen Fluchtweg mehr sehen. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Aus der vormals als weit empfundenen Freiheit wird urplötzlich ein dunkles, enges Verließ, in dem man festgehalten wird. Liebe wird schnell zu einem Gefängnis und streicht alle Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Selbstwirksamkeit mit einem Wisch weg.

Frauen mit Angst vor Nähe meinen, Anforderungen erfüllen zu müssen, die mit ihren Wünschen und Vorstellungen kollidieren, um in der Beziehung bleiben zu dürfen. Man findet diese Angst oft, wenn Liebe und Beziehung überstürzt werden. Viele dieser Frauen brauchen es einfach langsam. Das meine ich nicht sexuell, sondern hinsichtlich der Entwicklung und Wahrnehmung ihrer eigenen, wahren Gefühle. Sie leben mitunter mehr in der aufgedruckten, stempelartigen Gefühlswelt anderer und nehmen fremde Emotionen eher wahr als ihre eigenen. Sie sind auf die Beachtung und Befriedigung fremder Gefühle und Bedürfnisse konditioniert.

Zu nahe an ihre Gefühle heranzukommen, äußert sich bei einigen beim Sex. Frauen mit dieser Angst können sich nur schwer fallenlassen, öffnen sich nur wenig und haben eine Barriere, die sie von der Echtheit ihrer Gefühle abspaltet. Es fällt ihnen schwer, anderen ihre Gefühle anzuvertrauen. Viele von ihnen haben gelernt, dass ihre Gefühlsausdrücke negativ interpretiert werden oder ungewollt sind. Sie fühlen sich als Sexobjekt oder als eine Art Puppe, die ihren Zweck in der Beziehung erfüllen soll (gesellschaftlicher Status, Mutterrolle, Geldgeberin, Wunscherfüllerin, „Freundin von-Syndrom“ usw.). Aufgrund früherer Erfahrungen missverstehen sie sich als Erweiterung des Mannes oder können spüren, dass sie nur X für den Mann sind, weshalb diese Angst in ihnen auftaucht. Andere wiederum schämen sich für ihre Gefühle und dass sie welche haben. Sie haben gelernt, dass sie bei Gefühlsausdruck mit Ablehnung oder Spott behandelt werden, weshalb sie sich schämen, wenn sie ihre Gefühle der Freude, Gelassenheit, Hingabe, Begierde, Befriedigung zeigen.

Viele müssen sich erst einmal überwinden, präsent zu sein, sich trauen, zu wollen, teilzuhaben und zu teilen, um wieder Kontakt zu sich und authentischer Liebe zu finden.

 

Angst vor Liebe und vor Glück

Angst vor Liebe und Angst vor GlückWer eine Menge mieser Erfahrungen gemacht hat, wird nicht selten zum Besserwisser und meint in jedem Menschen, Mann und Frau, jemanden zu erkennen, den man „schon mal hatte“. „Das kenne ich schon! Danke, nicht noch einmal! Damit bin ich durch!“

Wieder neu an die Liebe und die Individualität der Menschen glauben zu lernen, ist nicht für jeden so leicht. Aber es ist möglich, wenn man sich auf die positiven Charaktereigenschaften des neuen Menschen konzentriert, statt auf die negativen eines Verflossenen.

Und auch wenn viele Männer heute versuchen, dem Stereotypen des harten/charmanten/erfolgreichen Kerls oder … (Platz für deine Gedanken) … zu entsprechen, so gleicht doch dem keiner dem anderen. Auch Männer (alle!) haben Ängste. Sie sind menschlich.

 

Angst vor der Zukunft

Eng verbunden mit all den benannten Ängsten ist die Angst vor der Zukunft. Sie konzentriert sich im Wesentlichen auf die Angst vor dem Ungewissen, dem Neuen und Unbekannten. Was, wenn er fremdgeht? Was, wenn ich nach zwei Jahren doch keine Familie mehr will? Was, wenn wir nicht zusammenpassen? Was, wenn wir unsere Unterschiede nicht ausbügeln können?

Oft tauchen sehr verheerende und Hiobsbotschaft-ähnliche Antworten auf:

„Dann hast du deine Freiheit oder XYZ aufgegeben…
dann ist nichts mehr so, wie es früher war…
dann muss ich wieder von vorn anfangen…
dann habe ich meine besten Jahre verschenkt…
dann kann ich nicht mehr tun (und lassen), was ich möchte…
dann…
dann…
dann…

lasse ich es doch lieber gleich sein und nichts Böses kann geschehen.“

Frauen können diese Angst sehr oft durch erlebte Sicherheit, Geduld und Verständnis des Partners, langsame Schritte und die Gewöhnung (sowie Freude) an der zukünftigen Situation auflösen. Sie wachsen langsam hinein, statt wie in ihrer Angst, ins Dunkle reingeschubst zu werden, ohne den Weg zurück zu finden. Sie dürfen sich auch daran erinnern, dass jedes vermeintlich noch so große „Problem“ eine Lösung birgt, die nur gesucht und umgesetzt werden braucht. Sicher aber sind sie immer. Und sollte doch alles grundsätzlich schlecht und unzufrieden ablaufen, dürfen sie ruhig gehen und ihr Glück woanders suchen. Doch so mancher Versuch hat Schönes und Wertvolles gebracht, wenn man sich einmal getraut hat. Der Preis ist wie so häufig Vertrauen und Zuversicht.

 

Angst vor sich selbst und der eigenen Größe

das böse Mädchen in dir und in mirDoch wer Angst vor der eigenen Größe hat, scheut das Unbekannte an sich. Frauen mit dieser Angst fürchten sich vor allem vor den Reaktionen anderer auf ihre Tiefen und Höhen. Sie möchten weder verletzen noch ihre Glaubensmuster einstürzen sehen. Sie brauchen ihre aufgebauten Sicherheiten, auch wenn einiges Komfortzonen-Material ist. Sie haben zudem oft Angst vor plötzlichen Kehrtwenden. (Wenn ich rundum glücklich wäre, würde bestimmt etwas Böses geschehen, um das wieder auszugleichen.)

Einige von ihnen haben auch gelernt, dass sie nicht rundum glücklich sein dürfen. Dies rührt wieder aus ihrer Kindheit oder Jugendzeit, in der ihnen ihr Glück madig gemacht wurde. Oft zeigen sich solche Signale in Neid/Eifersucht anderer auf ihre Talente und Fähigkeiten, Erfolge oder Lebensbereiche. Viele kennen fremde Schadenfreude oder aber Menschen, die ihnen ihre großartigen Ideen mit Angst ausreden wollten/ausgeredet haben. (Also ich weiß nicht. Mach das lieber nicht. Bleib lieber bei XYZ, dann geht auch nichts schief. Wenn du meinst, das unbedingt machen zu müssen, meinetwegen, aber…Androhung einer Konsequenz...) Solche Worte spiegeln immer wider, dass jemand enttäuscht sein würde, sie schüren Angst und so das Gefühl, man müsse klein bleiben oder dürfe sich nicht vom Leben wünschen und nehmen, wonach man sich zutiefst sehnt.

 

Handlungsempfehlungen bei Angst vor Männern und Angst vor Liebe

Die folgenden Methoden entstammen meiner Praxis. Am besten ist es, man probiert sich einmal durch und schaut, welche am wirksamsten für sich und seinen individuellen Fall sind.

Menschlich sein lassen: Idealbilder auflösen

Wir bilden uns oft ein, dass jemand, den wir toll finden, größer ist als wir. Wir idealisieren denjenigen, sprechen ihm Ängste und Schwächen ab und verstärken stattdessen unsere eigenen. So fühlen wir uns klein, wertloser oder dessen Kontakt und Zuwendung nicht würdig. In Wahrheit ist er mehr und gleichzeitig weniger als du. Er ist ein Mensch mit einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsträumen für verschiedene Lebensbereiche. Es hilft, wenn wir dieses Bild auflösen und uns an den wahren Menschen erinnern. Die Abbildung zeigt, was ich meine: die verschiedenen Facetten eines Menschen.

Dasselbe können auch Frauen tun, die an ihrem Selbstwert zweifeln. Jeder Mensch hat viele Facetten. Im Coaching sprechen wir auch vom Inneren Team. Mit dem kann man arbeiten, hat man erst einmal erkannt, was Richard David Precht mit „Wer bin ich - und wenn ja, wie viele“ ausdrückte:

Oft spricht vor allem das kleine Mädchen aus Frauen, ihr inneres Kind, und lenkt in der Liebe ein. Bei anderen ist es eine strenge Bezugsperson oder die dämliche und neidische Freundin von früher, die ihnen Liebe verwehren und Angst machen wollte. Die Stimmen zu identifizieren aber ist der Schlüssel. Sich dann daran zu erinnern, dass man heute eine erwachsene Frau ist und die Vergangenheit vorbei, bringt dich einen Schritt weiter.

 

Erinnerungen schaffen: Ein Video für Mut aufnehmen

Wer sich in einigen Momenten stark und fähig fühlt, aber in anderen wiederum schwach und unwürdig, dem könnte es helfen, sich starke Sätze auszudenken, die Mut zusprechen. Nimm diese mit deinem Handy auf (entweder als Tonaufnahme oder idealer als Video). Das nächste Mal, wenn du ins Straucheln gerätst, kannst du dir deine Sätze in Erinnerung rufen, indem du dir das Mut-Video ansiehst oder deine mutmachende Stimme anhörst. Es ist gut, wenn du selbst die Person bist, die dir den Mut zuspricht. Die eigene Stimme beruhigt und heilt.

 

Angst entmystifizieren: Gib deiner Angst ein Gesicht

(Bitte diese Übung nur machen, wenn du dich stabil fühlst oder in therapeutischer Begleitung bist.)

In der Schreibtherapie habe ich gern diese Übungen angeboten: Wenn du Angst hast, stelle dir vor, sie sei eine Person. Beschreibe sie so detailliert, wie es dir möglich ist.

  • Welches Gesicht hat deine Angst vor Männern?
  • Ist sie weiblich oder männlich?
  • Klingt sie ruhig, einschüchternd oder schrill?
  • Trägt sie einen Anzug und Krawatte oder Jeans und T-Shirt?
  • Sitzt sie trinkend auf dem Sofa oder mit einer bildhübschen Frau im Café?

Wann immer die Angst erneut auftaucht, erinnere dich an diese Person oder Gestalt und sprich mit ihr Klartext. Schicke sie aus dem Zimmer, aus deinem Kopf, verbanne sie für diesen Tag oder die Nacht, aber halte sie im Zaum. Wer so seiner Angst begegnet, erkennt, dass es sich nicht um eine fremde, übermächtige Angst handelt, sondern um sein ureigenes Gefühl. Doch du bist nicht dein Gefühl. Du bist nicht Angst. Sie abzuspalten, indem man sie separat wahrnimmt, kann helfen, sich neutral zu betrachten.

 

Hormone verursachen Angst: Diese 4 natürlichen Heilmittel helfen

Hormone verursachen Angst: Diese 4 natürlichen Heilmittel helfen

Nicht immer sind schwere Zeiten oder labile Gemütszustände die Ursachen für Angst. Dass auch die Hormone Cortisol, Östrogen und Insulin Angstzustände verursachen können, wird in der Medizin und Psychologie noch immer weitestgehend ignoriert. Wer vermehrt, sei es durch Stress oder unerklärliche Gründe, zu diffuser Angst, eventuell begleitet mit Panikattacken, neigt, der sollte die gewaltige Wirkung seiner Hormone nicht unterschätzen.

 

So verursachen Hormone Angst

Alisa Vitti, eine US-amerikanische Ernährungswissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet Hormone, unterscheidet drei hormonell bedingte Ängste:

Cortisolbedingte Angst

hormonell bedingte angst und angstzuständeCortisol ist ein Stresshormon, welches dafür sorgt, dass wir morgens aus dem Bett kommen oder innerlich unruhig und gestresst auf vermeintlich gefährliche Situationen reagieren. Während bei Depressionen häufig ein geringer Cortisolwert ausschlaggebend ist, ist das Niveau an Cortisol bei Angst stark erhöht. Kann das Cortisol nicht abgebaut werden bzw. bleibt es aufgrund von Stress und anderen Belastungen über einen längeren Zeitraum stark erhöht, ist Angst eine ganz natürliche Folge. Normalerweise steigt unser Cortisolwert zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr automatisch an, weswegen Experten dazu raten, in dieser Zeit keinen Kaffee zu trinken. Auch direkt vor dem Schlafengehen ist Cortisol in erhöhter Konzentration schlecht für unsere Schlafgewohnheiten. Ist Cortisol zu wenig vorhanden, so erleben wir Erschöpfungszustände, bis hin zu einer Nebennierenschwäche oder Burnout. Ist Cortisol nicht im Gleichgewicht, fühlen wir uns deshalb häufig ausgelaugt, ängstlich und depressiv.

Wir müssen unseren Körper also dringend dabei unterstützen, dass Cortisol abgebaut wird. Das können wir fördern, indem wir bewusste Entspannungszustände und Sport nutzen.

Insulinbedingte Angst

Über die Bedeutung und Wichtigkeit von Insulin hatte ich bereits im Artikel Sport und seine körperlichen und psychischen Auswirkungen geschrieben. Insulin regelt den Abbau von Zucker im Körper. Deshalb ist hier entscheidend, was wir essen, denn was wir essen, entscheidet darüber, wie wir uns fühlen. Nehmen wir beispielsweise zu viel Zucker zu uns bzw. Lebensmittel, die im Körper in Zucker umgewandelt werden (Weißbrot, Pasta, Kartoffeln, Süßigkeiten und Industriezucker, zuckerhaltiger Alkohol), muss unser Körper sehr viel arbeiten, um den Zucker wieder abzubauen. Eine enorme Menge an Insulin ist dafür nötig. Übertreiben wir es mit einer stark zuckerhaltigen Ernährung, kann diese Überproduktion des Insulins eine Unterzuckerung auslösen (Hypoglykämie). Dies wiederum führt zu Symptomen wie Zittern, Müdigkeit, innere Unruhe und Angst. Der vom Körper als gefährlich eingestufte geringe Blutzuckerwert verursacht ebenso einen Anstieg an Cortisol. Und dieser wiederum dramatisiert die Symptome weiter.

Östrogenbedingte Angst

Ist Östrogen auf einem optimalen Niveau, hat es einen beruhigenden Effekt auf das Gehirn. Doch ist es zu niedrig oder zu hoch (zum Beispiel während der Menstruation und Menopause) bzw. besteht ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron (Sexualhormon), kann es erhebliche Angstzustände auslösen.

Während bei Stress, Schlafstörungen, Ängsten, Panikattacken und depressiven Verstimmungen häufig zu Medikamenten gegriffen wird, die das Serotonin- und Dopaminniveau steuern, lassen sich auch natürliche Heilmittel verwenden. Denn Medikamente wie Antidepressiva abzusetzen, braucht Kraft. Sie können ebenfalls Beschwerden mit dem Darm auslösen und somit weitere Symptome.

 

Natürliche Heilmittel für ausgeglichene Hormone und weniger Angst

Zimtzimt hilft gegen angst

Zimt ist besonders wirksam zur Stabilisierung des Blutzuckers, da es sich auf die Verdauung nach einer Mahlzeit auswirkt. Deshalb ist es ratsam, Zimt überall in Gerichten zu verwenden (auf dem Müsli, in Marmeladen, im Kaffee) oder aber als Zusatz im Tee zu trinken. Auch als Nahrungsergänzungsmittel (Zimtextrakt) kann Zimt zu sich genommen werden.

Ashwagandha

Ashwagandha ist eine Pflanze, die auch als Schlafbeere bekannt ist. Sie kommt in Indien, Pakistan und Afghanistan vor und spielt eine besondere Rolle in der Ayurveda-Medizin. Sie ist für ihre betäubende und schlaffördernde Wirkung bekannt. Sie unterstützt das Nervensystem, sorgt für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei Erschöpfungszuständen und Überforderung hilft sie Menschen wieder zu neuer Lebenskraft. Ihre betäubende Wirkung ist besonders bei Angst, Stress und Panik hilfreich: Sie verringert Angstzustände und beruhigt die Nerven bei Stress. Sie ist ebenfalls höchst wirksam bei Schwindelanfällen. Sie wirkt außerdem gegen Schlafprobleme, Impotenz, Entzündungen aller Art und als Aphrodisiakum.

Indisches BasilikumHoly Basil hilft gegen hormonell bedingte Angst

Indisches Basilikum, auch heiliges Basilikum (Holy Basil) genannt, ist ein Adaptogen, ein biologisch aktiver Pflanzenstoff. Dieser bewirkt eine ausgleichende Anpassung bei geistigen und körperlichen Stressreaktionen. Die körpereigene Fähigkeit, Stress abzuwehren, wird stabilisiert. Daher wirkt indisches Basilikum beruhigend und ausgleichend. Am besten genießt man ihn als Tee.

Haferstroh

Haferstroh ist in Deutschland weniger bekannt. Doch dieses Ergänzungsmittel stabilisiert den Cortisolwert und unterstützt den Abbau weiterer Stresshormone wie Adrenalin. Es existiert als Tinktur und in Pulverform und wird idealerweise als Zusatz in Tees zu sich genommen.

In Verbindung mit einer ausgeglichenen und gesunden Ernährung, die den Wasser-, Vitamin- und Mineralhaushalt unterstützt, können solche natürlichen Heilmittel wunderbar helfen, die Hormone zu stabilisieren und so Stress und Ängste abzubauen.

Liebe Grüße,
Janett

 

Quelle:
[1] Alisa Vitti: Why hormones are at the root of your anxiety + 4 natural ways to heal. mindbodygreen, 7. September 2016. Abgerufen am 5. Juni 2017

 

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