Ich bin in einer Facebook Gruppe namens „An empath“. Zu Weihnachten stellte dort ein Mitglied die Frage: „Wie würdest du einen Empathen in ein bis zwei Sätzen beschreiben?“ Alle machten mit und es kamen die besten Beschreibungen der Empathie als Charaktereigenschaft und Phänomen heraus, aber auch sehr emotionale Antworten. Denn die negativen Seiten der Empathie, mit denen viele Empathen zu kämpfen haben, wurden ebenso ans Tageslicht gefördert. Mit dieser Zusammenfassung kann man Empathie gut verstehen lernen.

Ich finde die Antworten so aussagekräftig, dass ich gern einige davon teilen möchte. Wer sich mehr für Empathie interessiert und sich mitunter fragt, wieso er die Gefühle der anderen Menschen (ob nun anwesend oder nicht) fühlt, sie aufsaugt, wie ein Schwamm und wieso man als Empath besonders anfällig ist für Zweifel, Ängste und Stimmungsschwankungen, dem empfehle ich meinen langen Artikel zu diesem Thema: Empathie: Wenn du Stress & Angst von anderen aufsaugst (mit Test).

 

Was Empathie bedeutet: So beschreiben Empathen Empathie

Am prägnantesten fand ich diese Aussagen über Empathie:

„Empathen haben die sehr eigene Gabe, den dunkelsten Teil der Menschheit zu erkennen. Wenn ein Empath sein emotionales Schicksal akzeptieren lernt, ist er in der Lage, den paranormalen Teil und das physische und psychische Leid zu sehen.“ Mit paranormal sind hier keine Aliens gemeint, sondern das, was andere an Schwingungen nicht wahrnehmen würden, weil sie es nicht sehen. Gemeint ist hier die Gabe, zwischen den Zeilen zu hören und zu lesen, die starke Intuition für fremde Gefühle zu haben, ohne zu wissen, welche Ursachen sie haben.

„Empathen können in alles Lebendige hineinhören.“ Sie können Verbindung zu jedem Leben aufnehmen, sich einfühlen und in das Leben hineinspüren, sozusagen. Sie haben die Fähigkeit, nicht nur die Gefühle anderer Lebewesen zu erkennen und im bewussten Zustand auch nachfühlen zu können. Sie fühlen sie so, als wären die Emotionen ihre eigenen. Daher fällt es auch vielen Empathen schwer, sich von fremden Gefühlen oder Menschen an sich abzugrenzen. Deshalb ertragen es Empathen nur wenige Zeit, unter vielen Personen, in Menschenmassen oder in emotional aufwühlenden Situationen zu sein. Hier ist nicht nur das Negative gemeint: Wie ein anderes Mitglied schrieb, würden Empathen genauso positive Gefühle und Gedanken (!) sehr viel stärker wahrnehmen. Auch positive Gefühle wie Freude können einen auslaugen.

„Empathen sind Magneten.“ Im Internet kursieren ewig viele Artikel darüber, wieso Empathen häufig an die nicht so freundlichen Kollegen der Menschheit geraten. Es gibt Diskussionen darüber, dass es starke Anziehungsmuster gebe, zum Beispiel dieses: „Empath - Narzisst“. Tatsächlich berichten viele Empathen, dass sich Narzissten besonders zu ihnen hingezogen fühlen bzw. Empathen mind. einmal auf einen stark narzisstischen Menschen hineinfallen. (Narzissten im mittlerweile gebräuchlichen, nicht klinisch kranken Sinn, sind Menschen, die sich stark in den Mittelpunkt stellen, anderen gegenüber auffallend verletzend, rücksichtslos und manipulativ sind, sie ausnutzen und für ihre Zwecke ungeniert und gewissenlos gebrauchen. >> Mehr dazu im Artikel Narzissten & Energieräuber: Über ihre Angst und verlorene Identität). Aber Empathen sind magnetisch wegen ihrer positiven und fürsorglichen Energie, können mit dem Leid anderer Menschen sehr, sehr schwer umgehen und würden daher einiges tun, um es zu verringern. Sie sind somit auch sehr anziehend für Menschen, die sich traurig, klein, wertlos oder hilfebedürftig fühlen.

„Empathische Menschen haben die Gabe, jemanden von seinem körperlichen und emotionalen Schmerz zu heilen.“ Empathie ist bekannt dafür, besonders in sozial engagierten Berufen aufzutauchen. Dort, wo sich Menschen um die Bedürfnisse anderer kümmern, tummeln sich viele empathisch Begabte, die mit ihren Fähigkeiten anderen helfen, emotional und körperlich zu heilen. Sie können sich so sehr einfühlen, dass sie deshalb das starke Bedürfnis haben, dass es anderen gutgeht. Mit ihrer Hilfe haben kranke oder hilfebedürftige Menschen jemand Kümmernden um sich, der sie wahrnimmt und so sein lässt wie sie sind. Empathen sind daher selten egoistisch. Jemanden in seinem Schmerz allein zu lassen, ist ihnen fremd. So etwas würden sie nur tun, wenn derjenige ihnen schadet oder sie Abgrenzung für ihr eigenes Wohl brauchen. Aber dafür muss es empathischen Menschen in ihrer eigenen Situation schon sehr schlecht gehen.

„Empathie bedeutet, sich so sehr in jemanden hineinversetzen zu können, dass man sein eigenes Leben vergisst zu leben.“ Empathisch zu sein bedeutet in seiner extremen Ausprägung tatsächlich, dass man sich im Leben eines Anderen verlieren kann. Man beginnt, andere Ziele zu verfolgen, fremde Werte zu verteidigen und zu leben, fremde Bedürfnisse höher zu stellen. Seine eigenen Ziele, Werte und Bedürfnisse stellt man hinten an. Es geschieht einigen, dass sie erst nach der Trennung von einem Menschen erkennen, dass sie nicht ihr Leben gelebt haben, sondern das eines anderen Menschen. Wie gesagt: Empathen haben Schwierigkeiten, sich abzugrenzen. Sie übernehmen nicht nur Gefühle, sondern auch Gedanken von Personen. Oder um es mit den Worten eines Mitglieds zu sagen:

„Ein Empath ist jemand, der hochsensitiv, verbunden, frustriert, liebevoll, fürsorglich und gebend ist…jemand, der dringend Gleichgewicht lernen muss.“

„Sie fühlen alles. Sie wissen alles.“ Ich fand den zweiten Satz sehr schön, denn er zeigt auch einen etwas gewöhnungsbedürftigen Aspekt der Empathie: Empathisch zu sein heißt leider auch, dass man den Dreck anderer Menschen erkennt und ihn spiegelt. Man sieht hinter die Fassade und spiegelt das Wahre in einem Menschen. Theorien gehen davon aus, dass dieser sogenannte empathische Spiegeleffekt nicht nur Unauthentizität in einem Gegenüber aufdeckt oder aus einem Empathen einen menschlichen Lügendetektor macht. Menschen mit der Gabe Empathie würden diese dem anderen Menschen auch zurückspiegeln. Empathen sind deshalb nicht immer die besten Freunde aller Menschen. Sehr oft können es Menschen auch so gar nicht leiden, erkannt zu werden. Sie meiden dann die Gesellschaft empathisch begabter Personen, um sich nicht in dem Licht zu sehen, das der Empath entdeckt hat. „Ein Empath zu sein, macht dich zu einem Ziel. Es macht dich zu einem Krieger“, schrieb ein anderes Mitglied.

„Empathen sind die missverstandensten Menschen von allen.“ Eben weil Empathen ihren eigenen Kampf kämpfen, um zurechtzukommen und trotzdem Mensch zu bleiben (mit eigenen Zielen), eben weil sie Schwierigkeiten haben können, die durch die Empathie verursacht werden, isolieren sie sich sehr oft. Sie sind nicht selten einsam und ernten für ihre Empathie und die Konsequenzen so manch abwertenden Blick oder Interpretation.

 

das sagen empathen über empathie wie es sich anfühlt ein empath zu sein

Wie es sich anfühlt, ein Empath zu sein

Es tauchen besonders oft sehr ambivalente Gefühlswelten in Verbindung mit Empathie auf. Einige der typischen Gefühle der empathischen Menschen möchte ich hier nennen:

  • traurig
  • folgend
  • scharfsichtig
  • tief wissend
  • lebendig
  • nach Ganzheit strebend
  • sensitiv
  • bewusst
  • intuitiv
  • menschlich
  • liebenswert
  • sanft
  • aufweckend
  • reich (innerlich)
  • schmerzlich
  • weltschmerzerfüllt
  • hingebungsvoll

Empathie ist also nicht immer ein Kinderspiel. Sie macht einen Menschen aber durchaus reicher: an Erfahrungen und an wahrer Nähe und Liebe zu anderen Menschen. Und zu sich selbst.

 

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