Nicht immer sind schwere Zeiten oder labile Gemütszustände die Ursachen für Angst. Dass auch die Hormone Cortisol, Östrogen und Insulin Angstzustände verursachen können, wird in der Medizin und Psychologie noch immer weitestgehend ignoriert. Wer vermehrt, sei es durch Stress oder unerklärliche Gründe, zu diffuser Angst, eventuell begleitet mit Panikattacken, neigt, der sollte die gewaltige Wirkung seiner Hormone nicht unterschätzen.

 

So verursachen Hormone Angst

Alisa Vitti, eine US-amerikanische Ernährungswissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet Hormone, unterscheidet drei hormonell bedingte Ängste:

Cortisolbedingte Angst

hormonell bedingte angst und angstzuständeCortisol ist ein Stresshormon, welches dafür sorgt, dass wir morgens aus dem Bett kommen oder innerlich unruhig und gestresst auf vermeintlich gefährliche Situationen reagieren. Während bei Depressionen häufig ein geringer Cortisolwert ausschlaggebend ist, ist das Niveau an Cortisol bei Angst stark erhöht. Kann das Cortisol nicht abgebaut werden bzw. bleibt es aufgrund von Stress und anderen Belastungen über einen längeren Zeitraum stark erhöht, ist Angst eine ganz natürliche Folge. Normalerweise steigt unser Cortisolwert zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr automatisch an, weswegen Experten dazu raten, in dieser Zeit keinen Kaffee zu trinken. Auch direkt vor dem Schlafengehen ist Cortisol in erhöhter Konzentration schlecht für unsere Schlafgewohnheiten. Ist Cortisol zu wenig vorhanden, so erleben wir Erschöpfungszustände, bis hin zu einer Nebennierenschwäche oder Burnout. Ist Cortisol nicht im Gleichgewicht, fühlen wir uns deshalb häufig ausgelaugt, ängstlich und depressiv.

Wir müssen unseren Körper also dringend dabei unterstützen, dass Cortisol abgebaut wird. Das können wir fördern, indem wir bewusste Entspannungszustände und Sport nutzen.

Insulinbedingte Angst

Über die Bedeutung und Wichtigkeit von Insulin hatte ich bereits im Artikel Sport und seine körperlichen und psychischen Auswirkungen geschrieben. Insulin regelt den Abbau von Zucker im Körper. Deshalb ist hier entscheidend, was wir essen, denn was wir essen, entscheidet darüber, wie wir uns fühlen. Nehmen wir beispielsweise zu viel Zucker zu uns bzw. Lebensmittel, die im Körper in Zucker umgewandelt werden (Weißbrot, Pasta, Kartoffeln, Süßigkeiten und Industriezucker, zuckerhaltiger Alkohol), muss unser Körper sehr viel arbeiten, um den Zucker wieder abzubauen. Eine enorme Menge an Insulin ist dafür nötig. Übertreiben wir es mit einer stark zuckerhaltigen Ernährung, kann diese Überproduktion des Insulins eine Unterzuckerung auslösen (Hypoglykämie). Dies wiederum führt zu Symptomen wie Zittern, Müdigkeit, innere Unruhe und Angst. Der vom Körper als gefährlich eingestufte geringe Blutzuckerwert verursacht ebenso einen Anstieg an Cortisol. Und dieser wiederum dramatisiert die Symptome weiter.

Östrogenbedingte Angst

Ist Östrogen auf einem optimalen Niveau, hat es einen beruhigenden Effekt auf das Gehirn. Doch ist es zu niedrig oder zu hoch (zum Beispiel während der Menstruation und Menopause) bzw. besteht ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron (Sexualhormon), kann es erhebliche Angstzustände auslösen.

Während bei Stress, Schlafstörungen, Ängsten, Panikattacken und depressiven Verstimmungen häufig zu Medikamenten gegriffen wird, die das Serotonin- und Dopaminniveau steuern, lassen sich auch natürliche Heilmittel verwenden. Denn Medikamente wie Antidepressiva abzusetzen, braucht Kraft. Sie können ebenfalls Beschwerden mit dem Darm auslösen und somit weitere Symptome.

 

Natürliche Heilmittel für ausgeglichene Hormone und weniger Angst

Zimtzimt hilft gegen angst

Zimt ist besonders wirksam zur Stabilisierung des Blutzuckers, da es sich auf die Verdauung nach einer Mahlzeit auswirkt. Deshalb ist es ratsam, Zimt überall in Gerichten zu verwenden (auf dem Müsli, in Marmeladen, im Kaffee) oder aber als Zusatz im Tee zu trinken. Auch als Nahrungsergänzungsmittel (Zimtextrakt) kann Zimt zu sich genommen werden.

Ashwagandha

Ashwagandha ist eine Pflanze, die auch als Schlafbeere bekannt ist. Sie kommt in Indien, Pakistan und Afghanistan vor und spielt eine besondere Rolle in der Ayurveda-Medizin. Sie ist für ihre betäubende und schlaffördernde Wirkung bekannt. Sie unterstützt das Nervensystem, sorgt für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei Erschöpfungszuständen und Überforderung hilft sie Menschen wieder zu neuer Lebenskraft. Ihre betäubende Wirkung ist besonders bei Angst, Stress und Panik hilfreich: Sie verringert Angstzustände und beruhigt die Nerven bei Stress. Sie ist ebenfalls höchst wirksam bei Schwindelanfällen. Sie wirkt außerdem gegen Schlafprobleme, Impotenz, Entzündungen aller Art und als Aphrodisiakum.

Indisches BasilikumHoly Basil hilft gegen hormonell bedingte Angst

Indisches Basilikum, auch heiliges Basilikum (Holy Basil) genannt, ist ein Adaptogen, ein biologisch aktiver Pflanzenstoff. Dieser bewirkt eine ausgleichende Anpassung bei geistigen und körperlichen Stressreaktionen. Die körpereigene Fähigkeit, Stress abzuwehren, wird stabilisiert. Daher wirkt indisches Basilikum beruhigend und ausgleichend. Am besten genießt man ihn als Tee.

Haferstroh

Haferstroh ist in Deutschland weniger bekannt. Doch dieses Ergänzungsmittel stabilisiert den Cortisolwert und unterstützt den Abbau weiterer Stresshormone wie Adrenalin. Es existiert als Tinktur und in Pulverform und wird idealerweise als Zusatz in Tees zu sich genommen.

In Verbindung mit einer ausgeglichenen und gesunden Ernährung, die den Wasser-, Vitamin- und Mineralhaushalt unterstützt, können solche natürlichen Heilmittel wunderbar helfen, die Hormone zu stabilisieren und so Stress und Ängste abzubauen.

Liebe Grüße,
Janett

 

Quelle:
[1] Alisa Vitti: Why hormones are at the root of your anxiety + 4 natural ways to heal. mindbodygreen, 7. September 2016. Abgerufen am 5. Juni 2017

 

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