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Janett Menzel

Ein paar Worte zu meiner Person und Aufgabe

Früher war ich eine gut funktionierende und allseits bereite Leistungsmaschine. Ich wollte durch mein berufliches und privates Wirken Zuwendung und Aufmerksamkeit, so wie jeder. Ich war überwiegend brav, gefolgsam und hatte kaum eigene Werte. Noch weniger war mir bewusst, was ich wirklich von meinem Leben wollte. Was ich fühlte, behielt ich meistens für mich. Wie viele wusste ich nur grob, was ich nicht wollte. Und so verbrachte ich viele Jahre damit, in Potsdam/Berlin zu studieren und Top-Leistungen zu erbringen, in die Arbeitswelt einzutauchen und dort noch bessere Leistungen zu erzielen. Ich ging wegen meiner damaligen Fernbeziehung auch schnell in die Online-Selbstständigkeit, weil sich Mecklenburg-Vorpommern nicht so gut für ideelle und kreative Arbeiten eignete. Alles lief oberflächlich gut und reibungslos…bis 2008:

Da hatte ich zum ersten Mal eine Panikattacke. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mitten auf der Fußgängerzone der Berliner Torstraße nach einem langen Arbeitstag zusammenbrach. Ich konnte weder atmen noch mich auf die Beine heben. Mein Kopf fühlte sich an, als stünde er kurz vorm Platzen. Während die Autos auf der vierspurigen Straßen an mir vorbeirauschten, knallte mir die Berliner Sommerhitze entgegen. Ich konnte nicht schlucken, mein Hals war dicht wie Zement. Mein Herz raste wie eine Achterbahn auf und ab und ich hatte Todesangst. Ich rief meinen damaligen Freund an und mit ihm am Telefon schaffte ich es irgendwie nach Hause - ein Weg von fast einer Stunde. Ich nahm mir zwei Wochen frei, er kurvte mich von Berlin zu ihm nach Mecklenburg-Vorpommern. Nach und nach verschwanden die Symptome genauso schnell, wie sie gekommen waren.

Was ich nicht wusste: das war eine typische Agoraphobie-Panikattacke. Und es sollte nicht die letzte sein. In den kommenden Jahren hatte ich drei weitere solcher “Attacken”. Die zweite Episode dauerte sieben Wochen. Ich zog mich wieder völlig zurück, verlor meine beste Freundin daran, aber die Symptome verschwanden. Die dritte Episode dauerte nur kurz: einen Tag lang, aber fühlte sich schlimmer an, als alles, was ich zuvor erlebt hatte. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mein Körper nicht mehr mir gehörte. Diese Episode sollte wohl eine Warnung sein, für die vierte und letzte. Sie dauerte vom 19. Mai 2013 bis weit in den Oktober/November desselben Jahres. Dieses Mal zog ich mich nicht zurück.

Auf dem Weg zur Heilung

Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt festangestellt in einem großen Bildungsträger Deutschlands. Ich mochte und konnte die Arbeit (aber war unterfordert!), ich wurde gefördert (aber es reichte mir nicht!), ich kam gut zurecht (bildete ich mir ein!). Leider hatte ich extrem viele Schwierigkeiten mit einigen Kollegen, die mir gefühlt die Hölle tagein tagaus in mein Leben brachten. Meine Agoraphobie mit Panik konnte ich verheimlichen, weil ich im Home Office arbeitete. Mir war aber klar, dass ich dringend Hilfe brauchte.

Ich begann eine Therapie, nicht nur, weil ich nicht mehr selbstständig leben konnte, sondern auch, weil ich vor dem 19. Mai eine Reise nach Ibiza für den September 2017 gebucht hatte, die ich auf keinen Fall absagen wollte. Ich gab in den Monaten bis dahin mein Bestes, konfrontierte mich mit meiner Angst, weinte alte Trauer heraus, schob meine Aggression in Sport und versuchte, mit all der Wut in mir irgendwie umzugehen. Ich war wütend auf Menschen und wie scheiße sie manchmal sein können, auf mich und was ich alles falsch gemacht haben musste, um so etwas zu verdienen. Das große Ganze verstand ich nicht.

Dann kam der besagte Urlaub: Ich wusste nicht, wie es ihn überstehen sollte. Auf dem Weg zum Flughafen saß ich im Taxi und weinte vor Angst still in mich hinein. Meine Mutter hielt mir noch im Flugzeug vier Stunden lang die Hand, weil ich nicht zurechtkam. Alles, was ich mir sagte, dass nichts schlimm sei und ich keine Angst haben bräuchte, half nicht. Ich fühlte mich verflucht und verdammt und bestraft. In dem Urlaub “verlor” ich meinen damalig besten Freund, der auch dabei war, an meine neue Realität. Aber ehe ich verstand, was für eine “neue Realität” sich da ihren Weg bahnte - durch diesen riesigen und unerträglichen Schmerz - sollten noch zwei Jahre vergehen.

Von “Ich bin so, wie ihr mich wollt” zur Bloggerin, Schreibtherapeutin und Stimme

Janett Menzel intuitives Coaching Berlin2Ich überwand in den folgenden Monaten alle Symptome und konnte weitestgehend wieder frei leben. Aber es störte, dass ich in meinen beruflichen Aufgaben, die mein Herz nicht wollte, nicht aufging. Mein Kopf und mein Herz begannen, sich immer stärker gegen alles, was nicht in meinem Leben sein sollte, aufzulehnen. Meine damalige Beziehung in Berlin nagte ebenso stark an mir. Die beiden großen Bereiche meines Leben waren wie Panik: zu eng. Ich wollte nur noch fliehen, auch wenn mich mein Körper von Panikattacken und Agoraphobie mittlerweile verschonte.

Ich startete als Kompromiss an meinen Körper diese Website, im März 2015, und begann, alles, was ich seither gelernt hatte, nach draußen zu bringen, in der Hoffnung, dass ich so Erleichterung fand und für mein System “das Richtige” tat. Bevor ich mich versah, war mein Blog derart gewachsen, und ich mit ihm, dass ich kaum mehr an etwas anderes denken konnte, als “hier” tätig zu sein. Ich begriff vor allem, dass die Leidenschaft meiner Jugendzeit, Schreiben, mir nicht nur half, sondern mich und andere zugleich heilte.

Ich ließ mich im Mai 2015 - als zweiten Kompromiss - zur Schreibtherapeutin ausbilden. Meine heutigen Briefe, Geschichten, Gedichte und Stoßgebete, die Menschen an das Wesentliche erinnern und zum Schreiben ermutigen sollen, findest du auf meiner Schreibtherapie-Seite.

Gleichzeitig ließ ich mich zur Entspannungsleiterin für autogenes Training ausbilden und vertonte viele Audios, die Menschen helfen sollten, mittels autogenem Training ihre Ängste, Panik und Selbstzweifel sowie Lebensprobleme aller Art loszulassen. Trainyourmind war geboren: ein Ort für diese Trainings und Meditationen, erschwinglich für Jedermann. Zusätzlich veröffentlichte ich sie auf Amazon, Spotify und allen anderen gängigen Plattformen wie iTunes & Co. und freute mich über das viele positive Feedback.

Doch all das sollte nicht reichen…

Als ich mich traute: Mein Leben und Wirken als Autorin, intuitiver Coach und Social Entrepreneurin

Im November 2016 verließ ich schließlich meinen Arbeitgeber - einer der wohl schwierigsten Schritte meines kurzen Lebens. Ich mochte das Unternehmen, aber dieses Etwas in mir hatte nicht aufgehört, lauthals Nein zu sagen. So begann ich 2017 die zweite Runde in meiner hauptberuflichen Selbstständigkeit. Heute arbeite ich als Bloggerin, Autorin und Consultant, Mentorin und Coach. Das wird nicht alles gewesen sein, wenn ich irgendwann mal nicht mehr bin. Denn ich habe gelernt: Stempel stehen mir nicht. Zwang gefällt mir nicht. Arbeit ohne Herz ist nicht mein Weg. Das wird dir sicher bekannt vorkommen.

Eine Business Coaching-Ausbildung hatte ich bereits 2010 absolviert. Sie war wohl das erste Anzeichen dafür, dass mein beruflicher Weg ein anderer sein sollte, als der, den ich noch Jahre später versuchte, zu gehen. Doch zu Beginn des Jahres 2017 verließ ich auch den Bereich “Business” und wandte mich immer mehr dem holistischen, ganzheitlichen Bereich zu. Heute arbeite ich deshalb als Intuitiver Coach/Mentorin und integriere mein gesamtes Wissen, statt nur einen Bereich des Lebens zu fokussieren.

Ich veröffentlichte Ende 2016/Anfang 2017 meine ersten Bücher zum Thema Einsamkeit und Heimliche Liebesbeziehungen - entstanden aus eigenen Erfahrungen und vielerlei Anfragen meiner LeserInnen. Ich begann außerdem, Kindergeschichten gegen Angst zu verfassen, weil Ängste schon in der Kindheit geboren werden. Meine ersten Geschichten erscheinen 2018.

Zusätzlich fing ich im März 2017 an, freie Therapeuten, Energetiker und Coaches mit Texten, meiner Reichweite und SEO-Kenntnissen zu unterstützen, die wundervolle Arbeit leisten, aber Mühe haben, im Netz sichtbar zu werden - heute fatal, weil alles pathologisiert wird und kaum rechtzeitig Therapieplätze zur Verfügung stehen.

2018 werde ich mich schließlich dem Thema Körperpsychotherapie widmen, um Menschen zu helfen, ihr System zu erkennen und zu schließen: Wie ein Stromkreislauf, ist auch unser Körper-Herz-Seele-Kreislauf ein System aus Energie. Wenn etwas nicht mehr blinkt, hakt es irgendwo und lässt auch den Rest nicht mehr funktionieren.

Ich hoffe, dich ein Stück auf diesem Weg begleiten zu dürfen und dass dich meine Geschichte und Worte inspirieren. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest, Twitter und Google+. Wer bereit ist, sich dem ehrlichen Weg zu öffnen - seinem! - und zurück will zu sich und seiner Aufgabe, der sei herzlich willkommen in meinen Welten.

Möge ich dir helfen können, dich und deinen Weg etwas leichter zu verstehen und zu finden!

Alles Gute und Beste,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

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