Wir sind es gewohnt, bei den kleinsten Kleinigkeiten zu Medikamenten zu greifen. Sogar Ärzte verschreiben lieber eine Tablette, als sich an die Alternativen zu halten. Die Natur bietet uns Menschen – auch in Großstädten – dabei eine Fülle an pflanzlichen Alternativen. Eines meiner liebsten Wildkräuter ist Löwenzahn in all seinen Bestandteilen. Man findet ihn nicht nur sehr leicht, man kann ihn überraschenderweise vielfältig in der Küche, Naturkosmetik und gegen körperliche und psychische Beschwerden anwenden.

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Der botanische Name von Löwenzahn ist Taraxacum officinale. Im Volksmund wird er auch Pusteblume, Milchblume oder Pfaffendistel genannt. Löwenzahn ist das Wildkraut der Wahl bei vielen Beschwerden und Belastungen – besonders für die Verdauungsorgane, Leber und den Geist bei schlechten Stimmungen und Müdigkeit. Er wirkt entzündungshemmend und krampflösend.

Löwenzahn ist im Handel erhältlich als

  • Pulver
  • Tinktur
  • Essenz
  • Tee
  • Öl
  • Extrakt bzw. Saft
  • Tropfen
  • Samen zum Anpflanzen.

 

Physische und psychische Wirkung von Löwenzahn

Löwenzahn, auch bekannt als Pusteblume, blüht im April Mai und sollte vorher geerntet werdenLöwenzahn kann dem Körper bei

  • Blähungen,
  • Völlegefühl,
  • Verstopfung,
  • sonstige Verdauungsstörungen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Stoffwechselbeschwerden,
  • Leber- und Blutreinigung sowie
  • Hautunreinheiten und Hautausschlag

unterstützend helfen. Als Tee können die Blätter und Wurzeln das Immunsystem stärken und gegen Erkältungen helfen. Besonders die oberen Atemwege rege er an, sodass Schleim gut abgehustet werden könne.

Auf psychisch-seelischer Ebene wird ihm nachgesagt, dass er positiv auf die

  • Stimmung,
  • Lebendigkeit,
  • Konzentration,
  • gegen Leistungsschwäche, Ärger, Zorn, Wut, Frust, innere Unruhe, latente Aggressionen, Ziel- und Planlosigkeit sowie
  • angestaute Gefühle

wirke. Er wird besonders gegen ein verbittertes Gemüt empfohlen.

 

Verwendung von Löwenzahn und einige Rezepte

Löwenzahn lieber nicht an Wegen oder Straßen pflücken.Löwenzahn nur frisch aus dem Wald oder von Wiesen ernten! Wegen der hohen Schadstoffbelastung lieber nicht am Wegrand oder in der Nähe von Straßen pflücken. Wer Löwenzahn-Anfänger ist, sollte mit den Mengen etwas kleiner beginnen, um seinen Körper an den bitteren Geschmack zu gewöhnen. Wer es so gar nicht bitter-herb mag, der kann den Löwenzahn für ein paar Stunden in Salzwasser legen, sodass die Bitterstoffe entzogen werden. Aber das lässt den Löwenzahn natürlich etwas ungesünder zurück, da die Bitterstoffe die guten Stoffe sind. Mehr dazu weiter unten unter Löwenzahl: Die besondere Wirkung seiner Inhalts- und Vitalstoffe. Grundsätzlich wird empfohlen, Löwenzahn innerlich nur vier bis sechs Wochen anzuwenden.

Vom Löwenzahn verwendet man die Blüte, Blätter und Wurzel – sowohl im frischen als auch getrockneten Zustand. Seine jungen Blätter (5-8 cm) sind in entgiftenden Frühlingssalaten (Ich nehme maximal zehn Blätter pro Salat) zu empfehlen.

 

Verwendung frischer Löwenzahnblätter

Löwenzahnblätter können wir Tees verwendet werden oder im SalatAuch für Tees eignen sich frische Blätter, weil sie nach dem Winter schön detox wirken. Dafür reicht schon ein frisches Blatt, in Streifen schneiden oder zerkleinern und zehn Minuten ziehen lassen. Wer getrocknete Blätter verwenden möchte, nimmt zwei bis drei Teelöffel. Besonders beim Trinken des Tees während des Essens kann er helfen, besonders schwere oder fettige Speisen besser zu verdauen. Hier gilt: Nicht mehr als ein- bis zwei-, maximal dreimal pro Tag zu dir nehmen. Diese Angabe gilt für Tassen, nicht Becher.

Aber auch als frisch gepresster Saft ist er jeden Morgen bedingungslos zu empfehlen. Dem Saft wird nachgesagt, dass er am wirksamsten sei. Deshalb am besten frisch pressen und trinken.

 

Verwendung frischer Löwenzahnwurzeln

Die Wurzeln (für Tees, Säfte oder Tinkturen) sollten idealerweise noch im April (bevor die Blüten gelb werden) oder im Herbst (Oktober) geerntet werden. Sonst haben sie weniger Kraft. Man kann sie unter kaltem Wasser gesäubert und dann geschnitten unter normales Gemüse heben.

Aus nur 1,5 Gramm lässt sich auch ein wirksamer Teeaufguss herstellen. Für einen Liter soll man zwei bis drei gesäuberte Wurzeln verwenden. Dafür über Nacht in Wasser stehenlassen und am Morgen aufkochen, zehn Minuten ziehen lassen und die Kleinteile durch ein Sieb auffangen (und wegwerfen). Den Sud wie Tee trinken. Die Wurzeln eignen sich wie die Blätter gut für Säfte und Tinkturen. Diese Angabe gilt für Tassen, nicht Becher.

 

Verwendung frischer Löwenzahnblüten

Die Blüten sollten vor der Blütezeit (April-Juni sowie Spätsommer) entnommen werden. Dann isst man die Knospen wie Kapern.

Die aufgeblühten Blüten können in Tees verwendet werden. Dafür am besten gleich vormittags ernten, wenn die Blüten bereits aufgegangen sind, und schnell zum Lieblingsprodukt verarbeiten, bevor sie sich aus Gnatz wieder schließen.

 

Für einen Tee oder natürliches Gesichtswasser

Zwei Handvoll Blüten in 250 ml Wasser aufkochen, zehn Minuten ziehen lassen und absieben. Er schmeckt süßlich mit etwas herber Note. Erneut: Nicht mehr als zwei, drei Tassen täglich, keine Becher! Wer den Sud nicht trinken möchte, der kann den Tee auch abkühlen lassen und ihn als natürliches Gesichtswasser oder Erfrischungswasser verwenden. Besonders gut eignet es sich auch im Sommer für Hals und Dekolleté bei Hautunreinheiten. Für das Gesichtswasser verwende ich weniger Wasser (200 ml) und lasse ihn mehrere Stunden ziehen, bis das Wasser gelblich-grün ist. Am besten probiert man das auf einem Wattepad aus.

Es ist für ein paar Tage gekühlt im Kühlschrank haltbar. Die Blüten eignen sich auch gut für Sirups, Gelees und Marmeladen.

 

Weitere Verwertung des Löwenzahns

Blätter und Wurzeln können eingefroren werden. Man kann sie aber auch trocknen, so wie die Blüten. Beim Trocknen entweder ein Dörrgerät verwenden (meine Empfehlung) oder aber an schattigen und nicht stickigen Orten auf einem Blech oder anderen Behältnis legen. Keineswegs in die direkte Sonne stellen! Dann einfach klein schneiden und in einen Behälter füllen. So kann man den Löwenzahn das ganze Jahr über verwenden.

Ernte des Löwenzahns: Bei der Ernte sollten Menschen, die leicht zu Hautreizungen neigen, am besten Handschuhe tragen, damit der Kontakt mit dem Milchsaft in den Stängeln des Löwenzahns keine Probleme macht.

 

Rezept: Löwenzahn-Kaffee

Die Wurzeln lassen sich zudem rösten und als Kaffeeersatz verwenden. Dieses Rezept stammt von Claudia Ludwig. Sie berichtet, dass diese Sorte Muckefuck schon zu Kriegs- und Nachkriegszeiten als Kaffeeersatz genutzt wurde.

Und so geht’s:

Sammele 8-10 Löwenzahnwurzeln (bzw. Pflanzen). Entferne die Wurzeln von der Pflanze, reinige sie unter kaltem Wasser und schneide sie anschließend in kleine Stücke (0,3-0,5 cm). An einem schattigen und gut gelüfteten Ort trocknest du sie für 24 Stunden (bzw. bis trocken) oder benutzt ein Dörrgerät. Wenn man die Stücke anschneidet, merkt man, ob sie wirklich trocken sind. Ist das erreicht, werden die Wurzelstücke in einer Pfanne auf niedriger Temperatur erhitzt (ohne Fette) und so geröstet. Achtung, dass sie nicht anbrennen! Am besten mehrfach durchrühren. Wer es etwas süßer und nicht ganz so bitter möchte, kann gern einen halben Teelöffel Zucker hinzugeben. Die Wurzeln anschließend mahlen bzw. pulverisieren. Das geht in Hochleistungsmixern genauso gut wie mit einem Mixstab (dauert nur länger). Auch extra Mahlgeräte, wer eines hat, erleichtern den Prozess. Auch hier bitte nur in Maßen trinken, maximal dreimal pro Tag als Tasse, nicht Becher.

 

Wissenswerte Hinweise zur Verwertung

Bei der Frage nach dem Trocknen, Waschen und Mahlen der Wurzeln scheiden sich die Geister. Einige Quellen meinen, sie dürften in der Sonne getrocknet werden, aber keineswegs gewaschen, sondern nur geputzt. Andere wiederum sagen, dass sie keinesfalls in einer elektrischen Mühle gemahlen werden sollten, da ansonsten die Inhaltsstoffe zerstört würden. Sie raten zu einem Mörser. Wiederum andere sagen, sie sollten mit heißem Wasser nicht in Berührung kommen, obgleich man sie in Tee trinken kann, aber die Wirkstoffe würden durch die Erhitzung drastisch minimiert.

Ich persönlich wasche sie sehr gründlich und lasse die Wurzeln anschließend in einem Dörrgerät trocknen (38 Grad Celsius ohne Wasser). Danach mahle ich sie in einem Mörser. Die Blätter und Blüten verwende ich nur frisch.

 

Löwenzahl: Die besondere Wirkung seiner Inhalts- und Vitalstoffe

Bitter ist das neue GesundBitter ist das neue Gesund. Löwenzahn ist als traditionelle Heilpflanze vor allem bekannt für sein Taraxin, einen seltenen Bitterstoff. Zusammen mit anderen soll er deshalb entwässernd wirken sowie den Stoffwechsel und die Gallentätigkeit anregen (Bitte sieh dir auch die Nebenwirkungen an, um Ausnahmen zu erfahren.).

Außerdem schützt er die Leber und ist deshalb seit jeher blutreinigend. Aber auch die Nieren, Blase und Verdauungsorgane kurbelt er an und wirkt somit höchst entschlackend und harntreibend. Ihm wird auch nachgesagt, dass er gut für die Gelenke sei.

Im Löwenzahn stecken viele Mineralstoffe:

  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Natrium
  • Silicium
  • Schwefel

Auch viele Spurenelemente finden sich im Löwenzahn, darunter

  • Eisen
  • Kupfer
  • Mangan
  • Zink

Löwenzahn enthält außerdem viele Vitamine, darunter besonders Vitamin B1, B2, B6, C und D sowie einen hohen Gehalt an Vitamin A und K.

Sonstige Inhaltsstoffe sind:

  • Flavonoide (gut für die Stimmung, Anti-Wut und Anti-Lethargie)
  • Carotinoide (am bekanntesten: Beta Carotin).

Die Wurzel ist reich an Inulin: gut für die Knochen und wie ein Präbiotikum für den Darm, denn es hilft beim Aufbau einer gesunden Darmflora und förderlich bei der Gewichtsabnahme (Fettverdauung).

 

Nebenwirkungen von Löwenzahn

Löwenzahn sollte nur in Absprache mit dem Arzt oder gar nicht verwendet werden bei: Darmverschluss, Leberfunktionsschäden, Gallenverschluss, Entzündungen an der Galle und Gallensteinen sowie Gelenkentzündungen. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte unbedingt Löwenzahn meiden. Auch bei erhöhtem Blutdruck sollte man laut Quellen auf Löwenzahn verzichten, weil er ihn noch weiter anhebt.

 

Löwenzahn in der Küche: Meine Empfehlungen (mit Rezepten)

Rezepte Löwenzahn Salat und KräuterbutterDa ich extrem mit dem Darm zu tun habe und mein Körper sehr gut auf basische Ernährung reagiert, verwende ich Löwenzahn ab April in Salaten, zu Kartoffeln und in Kräuterbutter. Ich esse ihn nicht als Spinat, weil ich an die Minimierung der Wirkstoffe durch extreme Hitze glaube.

Rezept: Löwenzahn-Kräuterbutter mit Kümmel

Zutaten:

1 Stück Butter, 3 junge Löwenzahnblätter (5-8 cm lang), Petersilie, Schnittlauch, andere Kräuter (frisch oder getrocknet) nach Belieben, Kümmel (nach Belieben), Salz

Butter in einem Topf erhitzen. Vom Herd nehmen, wenn die Butter flüssig ist. Etwas abkühlen lassen, sodass die Butter nur noch lauwarm, aber noch immer flüssig ist. In der Zwischenzeit drei Löwenzahnblätter waschen, in Streifen schneiden, übrige Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch oder fertige, getrocknete Kräuter in die Butter geben. Kümmel nach Belieben hinzugeben. Mit Kräutersalz oder Meersalz, Kristallsalz oder Salz deiner Wahl abschmecken. In einen Behälter füllen und abkühlen lassen. (Wer frische Kräuter und Kümmel hinzufügt, wird feststellen, dass sie durch die Schwerkraft auf den Boden des Gefäßes sinken.)

 

Rezept: Kartoffeln mit Löwenzahnsalat

Zutaten:

5-8 junge Löwenzahnblätter (5-8 cm lang), 200 g Kartoffeln, 3-4 Radieschen, Blattsalat bzw. Wiesensalat oder Salatmischungen, zusätzliche Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch (nach Belieben), Salz

200 Gramm Kartoffeln kochen, je nach Vorliebe als Pellkartoffeln oder gleich geschält. Fünf bis acht Löwenzahnblätter waschen, in Streifen schneiden und unter den anderen Salat mischen. (Am besten schmeckt er zu Blattsalat, Salatmischungen und Wiesensalat.) Radieschen in Scheiben schneiden. Salat am Rand des Tellers anrichten. Kartoffeln in die Mitte platzieren. Klein geschnittene, zusätzliche Kräuter darüber streuen. Kräuterbutter auf die Kartoffeln geben und guten Appetit! Die Kartoffeln neutralisieren übrigens den bitteren Geschmack des Löwenzahns.

Löwenzahn-Produkte im Handel

Viele Zubereitungen von Löwenzahn können eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Ich schätze die Zeit in der Natur sowie die Herstellung der Produkte. Für mich ist es wie Meditation: Es macht mich einfach glücklich. Wer sich jedoch die Zeit sparen möchte oder fertige Produkte bevorzugt, dem habe ich eine Liste guter Produkte zusammengestellt. (Bitte unbedingt auf die Angaben der Hersteller zur Verwendung und Häufigkeit der Produkte achten.)

Pulver der Löwenzahnwurzel, auch in Bio-Qualität erhältlich

Fluid bzw. Tropfen (aus den Blättern und der Wurzel), enthält Alkohol (zur direkten Einnahme)

Löwenzahn Tinktur (Extraktionsverhältnis: 1:3 Alkoholgehalt: 25%), zur Einnahme in Wasser oder Fruchtsäfte

Saft (zum Direkttrinken): Löwenzahn Heilsaft

Extrakt (zur täglichen Einnahme): Löwenzahnwurzel als Extrakt in Kapseln (10:1 Extrakt)

Geschnitten (z. B. für Teeaufgüsse):
Löwenzahnwurzel im Beutel
Löwenzahnblätter (getrocknet), meine 2. Wahl
Löwenzahnblätter (getrocknet), meine 1. Wahl

Löwenzahnsamen zum Anpflanzen

Dörrgerät zum Selbertrocknen der Blätter, Wurzeln und Blüten: Es ist recht preiswert und anhaltend funktionstüchtig, ohne dass die Ebenen mit der Zeit kaputtgehen, im Vergleich zu vielen anderen Geräten.

Entsafter (um die für einige schwer verdaulichen Fasern zu umgehen, besonders bei Reizdarm-Kandidaten wie mir): Dieser ist im Übrigen mit rund 70 Euro noch preiswert im Vergleich zu seinen 200 Euro-und-aufwärts-Freunden. Aber ich empfehle ihn bedenkenlos. Er hält einfach, was er verspricht.

 

Quellen:

  • https://www.gartenjournal.net/loewenzahn-ernten
  • https://bewusst-leben-gestalten.de/2017/03/15/heilkraeuter-wissen-das-portraet-eines-loewenzahn/
  • https://www.zentrum-der-gesundheit.de/inulin-praebiotikum.html
  • https://www.phytodoc.de/heilpflanzen/loewenzahn
  • https://www.smarticular.net/kaffee-aus-loewenzahnwurzeln-regional-gesund-und-einfach-herzustellen/
  • https://www.health4life.ch/heilmittel/loewenzahn.html
  • https://baeren-apotheke-rheda.de/loewenzahn-unkraut-oder-arzneipflanze/
  • https://liebeisstleben.com/2015/10/22/heilwirkung-tinktur-loewenzahn-die-alternative-im-kampf-gegen-krebs/
  • https://www.cancertutor.com/dandelionroot/

 

Disclaimer: Dieser Artikel dient zur Information, was man alles mit Löwenzahn machen kann. Er ersetzt keinen Gang zum Arzt und dient nicht der Selbstmedikation bei Beschwerden mit Krankheitswert. Was bei mir gut funktioniert, muss nicht bei dir funktionieren. Alle Angaben ohne Gewähr. 

 

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