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Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Abrechnungsarten

Was ist Kostenerstattungsverfahren? Was ist eine Kassenzulassung?

Das SGB (Sozialgesetzbuch) regelt die Erstattung der Kosten.

Ein Kostenerstattungsverfahren bedeutet, dass die Krankenkasse zumindest anteilig Kosten übernimmt. Dazu benötigt man ein Gespräch mit der Krankenkasse über die dort übliche Vorgehensweise, einen Therapeuten mit entsprechender Anerkennung der Krankenkasse, einen Anamnesebericht mit Diagnose und Empfehlung über die Höhe der Behandlungsstunden, einen Vordruck des Therapeuten, mit dem man wiederum zum Hausarzt geht, um dort die Behandlung als empfehlenswert abzeichnen zu lassen. Danach wird all das von der Krankenkasse geprüft.

Eine Kassenzulassung bedeutet, dass alle Krankenkassen den Therapeuten zugelassen haben. Nach entsprechend erfolgreichen approbatorischen Sitzungen verfasst der Therapeut einen Anamnesebericht. Dieser enthält eine Diagnose und eine vorgeschlagene Therapie im Umfang einer festgelegten/als empfohlen angesehenden Stundenzahl. Dieser Bericht wird von der Krankenkasse geprüft.

Gesetzlichen Krankenversicherungen ist es beispielsweise nicht erlaubt, die Kosten psychotherapeutischer Behandlung durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie zu erstatten. Daraus folgt, dass du als gesetzlich versicherter Patient die Kosten selbst tragen müsstest. Daher ist es wichtig, dass du nach Therapeuten Ausschau hälst, die GKV bzw. Kostenerstattung in ihren Internetprofilen listen.

Solltest du eine Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen abgeschlossen haben, trägt diese in den meisten Fällen die Kosten. Man sollte ventuelle Einschränkungencvor Beginn einer Behandlung abklären, besonders Wartezeiten nach Beginn einer Mitgliedschaft und Maximierung der möglichen Kostenübernahme. Dasselbe gilt natürlich für alle Therapeuten, die nicht kassenzugelassen sind.

 

Was ist ein Therapeut, Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut?

…und wer darf was?

Therapeut

Der Begiff Therapeut ist in Deutschland nicht geschützt und die Verwendung bedarf kein abgeschlossenes Studium oder fachliche Kenntnisse. Lediglich die Begriffe Heilpraktiker, Musiktherapeut, Kunsttherapeut, Psychotherapeut sowie Ergo- und Physiotherapeut sind geschützt. Selbst studierte Diplom- bzw. Master Sozialpädagogen können mit einer Zusatzausbildung sowie staatlicher Prüfung eine Qualifikation zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten erlangen, und somit die nötige Approbation als Kinder- und Jugendpsychotherapeut.

Psychologe

Psychologen haben das Universitätsfach Psychologie mit einen Diplom- bzw. heute Master- Abschluss studiert. Insofern sie nach ihrem Studium eine Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz (mit entsprechender Prüfung, oder durch anderweitige Weiterbildung) als psychologische Psychotherapeuten erworben haben, dürfen auch sie, wie unten beschrieben, über gesetzliche Krankenkassen abrechnen.

Psychiater 

Ein Psychiater ist ein Facharzt für Psychiatrie, hat also eine entsprechende Ausbildung durchlaufen. Psychiater sind für die Diagnostik und Behandlung psychisch kranker Patienten zuständig und verschreiben Medikamente. In den seltensten Fällen aber bieten Psychiater Psychotherapie an.

Psychotherapeut

Der Titel „Psychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt und an eine mehrjährige, durch den Staat geregelte, Weiterbildung gebunden ist. Psychotherapeuten haben die sogenannte Approbation als staatlich anerkannte Zulassung zur Ausübung der Heilkunde und rechnen als psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte mit entsprechender Psychotherapie-Ausbildung, Ärzte mit Weiterbildung in Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten über gesetzliche Krankenkassen ab. Nur ärztliche Psychotherapeuten dürfen Psychopharmaka verschreiben, psychologische Psychotherapeuten hingegen nicht. Diese würden einen Patienten zu einem Psychiater überweisen. Aber auch ganz normale Hausärzte verschreiben Medikamente, zumeist in Absprache mit dem behandelnden Facharzt.

Heilpraktiker für Psychotherapie

Heilpraktiker haben u. U. durch Gesundheitsämter eine Zulassung auf Psychotherapie, aber dürfen im Gegensatz zu den o. g. Gruppen keine körperliche Behandlung durchführen, so wie Heilpraktiker ohne psychotherapeutische Beschränkung. Dies ist im HPG geregelt. Die Heilpraktikerausbildung ist in Deutschland nicht staatlich kontrolliert, sodass je nach Ausbildungsstätte die Inhalte variieren. Hier ist es für alle Betroffenen besonders wichtig, sich die Qualifikationen genauestens anzusehen.

 

Was muss/kann ich als Privatpatient tun?

Wenn du Privatpatient bist, und es gern bleiben möchtest bzw. sogar musst, dann wird dir jeder davon abraten, es deiner Versicherung mitzuteilen. Natürlich gibt es Ausnahmen in Deutschland, aber die Handhabe hat sich breit gemacht, dass psychische Störungen zum Ausschluss aus der Krankenkasse führen können. Da nur etwa alle 5 Jahre bzw. für 5 Jahre geltend entsprechende Erhebungen der Krankenkassen über die psychische Konstitution ihrer Mitglieder oder potenziellen Mitglieder stattfinden, ist es ratsam, gleich ein Onlinetherapietraining zu nutzen oder aber einen Therapeuten privat zu bezahlen. Diese Kosten wiederum können teils, wenn sie eine bestimmte Höhe des Bruttojahreseinkommens übersteigen (insofern man keine Selbstständigkeit ausübt) in der jährlichen Steuererklärung abgesetzt werden.

 

Arbeitsunfähig: Was nun?

1. Es ist keine Nennung im Lebenslauf nötig. Man darf es verschweigen.

2. Von der gesetzlichen Krankenkasse erhält man ab der sechsten Woche, anstatt des Arbeitslohns, Krankengeld, was ebenfalls in dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt ist. Es wird auch weitergezahlt, wenn man länger krankheitsbedingt ausfällt oder stationär behandelt wird. Die Höhe ist abhängig vom letzten Bruttogehalt und beläuft sich auf 70 Prozent Brutto und maximal 90 Prozent des Nettoarbeitentgelts. In die Berechnung fließen ebenfalls Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder das 13. Gehalt ein, insofern diese in den 12 Monaten vor der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wurden.

Vom Krankengeld werden Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung abgezogen. Die Krankenkasse übernimmt damit die Beiträge der Krankenversicherung und die Hälfte der zuvor genannten Versicherungen. Im Normalfall bedeutet das einen Abzug von 12,03 Prozent bei Krankengeldempfängern mit Kindern bzw. 12,28 Prozent bei kinderlosen Empfängern.

Quelle: betanet. Suchmaschine für Krankheit und Soziales. Abgerufen am 11.06.2015

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