Was mit uns geschieht, wenn wir keinen Respekt vor uns und unserem Leben haben

respekt uns selbst gegenüber wie respektlos wir uns behandeln lassen und selbst behandelnWer auf den Nerven, Gefühlen und Bedürfnissen, der Gesundheit und Freiheit anderer Menschen herumturnt, weil er sich mehr Respekt zuschreibt und anderen verweigert, ist beiderseitig respektlos - vor allem sich selbst gegenüber. Anderen nicht das Vertrauen zu schenken, mit all seinen Bedürfnissen angenommen und respektiert zu werden, und deshalb so einen Zirkus zu veranstalten, um Anerkennung zu erhalten, zeigt es bereits. Menschen mit ungesund narzisstischen Verhaltensweisen gehen oft davon aus, dass sie auf ihre wahre Art in voller Ehrlichkeit nie im Leben den Respekt erhalten würden, den sie brauchen, um stets im Mittelpunkt zu stehen und Aufmerksamkeit zu erhalten. Ansonsten wären sie (in ihren Augen) niemand und niemand ist gleichbedeutend mit nichts. Eine respektlose Art, sich und sein Leben zu betrachten. Aber auch sie haben gelernt, dass das wahr wäre. Ebenso sich der Erfahrung zu verweigern, Stärke in anderen, Verbundenheit zu jemandem und annehmende Vereinigung auf tiefster Ebene zu erleben, Wertschätzung und Annahme anderer Fähigkeiten und Eigenschaften zu spüren, ist respektlos sich selbst gegenüber. Respektlos wird es auch, wenn du jemanden mehr Respekt entgegenbringst als dir.

Immerhin sprichst du dir alles ab, was du geleistet hast, an guten Eigenschaften hast, was du an Kompetenzen besitzt, an Erfahrungen und an Leben. Wenn dich derjenige absichtlich verletzt und du glaubst, er wäre wichtiger als du oder er hätte das Recht, dich schlecht zu behandeln, weil du nicht gut, nicht genug gewesen wärst: Dann bist du respektlos dir gegenüber. Dann schuldest du dir deinen nötigen Respekt, nicht demjenigen. Das ist eine Lektion, die wir so in den seltensten Fällen übermittelt bekommen haben. Was wir uns für unsere Zukunft wünschen, was wir können und was nicht, unsere Grenzen und Begrenztheit, unsere Werte und Ideale: All das verdient Respekt, nicht nur von anderen, sondern vorwiegend von uns selbst. Je mehr wir anderen unseren Respekt für uns und unser Leben (also in allen Lebensbereichen) zeigen und auch mit Nachdruck kenntlich machen, desto weniger Grenzüberschreitungen anderer würde es geben. Wir wären schnurstracks raus aus den Opfer-Täter-Systemen und selbst Schuld, Scham oder Ängste aller Art hätten nur noch wenige Konsequenzen.

 

Vom Schatten ins Licht: Abschied vom ewig lieben und braven Kind im Körper eines Erwachsenen

vom Schatten ins Licht Respekt dir gegenüber beschließenUns trotz allem ernst und wichtig zu nehmen, so haben wir ja gelernt, dürfen wir angeblich erst, wenn wir jemand sind, jemand, der etwas erreicht hat. Der Haken an unseren Schattenseiten ist, dass wir gern die Schuld oder Verantwortung von uns wegschieben, zum Beispiel, indem wir uns “brav” wie kleine Kinder anpassen und andere nicht beschämen oder bekümmern. Es regiert Angst vor den Konsequenzen. Sich wichtig und ernst zu nehmen, mit allem, was man ist, kommt zwar gerade wieder in Mode. Aber die meisten hadern noch gewaltig damit, sich “aus dem Fenster zu lehnen”, “etwas auf sich zu halten” und “zu glauben, dass man jemand sei” - ohne die Erlaubnis und das Nicken eines Gegenübers. Puh puh, denn da rollen bei den meisten die Augen und was man weitläufig ins Gesicht geworfen bekommt, ist alles von Zorn bis hin zu offener oder stiller Verachtung.

Doch auch Menschen, die absichtlich verletzen, weitermachen zu lassen statt ihnen mit deiner eigenen Meinung (über dich und deinen Wert) entgegenzutreten, dich zu ducken und beugsam zu bleiben, ist respektlos dir gegenüber. Denn so verwehrst du ihnen eine wichtige Lernerfahrung. Es ist ein wenig, als würdest du ihr Karma unterbrechen - und deins gleich mit. Denn du verbietest dir selbst, zu lernen, dass du Respekt verdienst und andere dich frei von körperlicher, psychischer, emotionaler und verbaler Gewalt zu behandeln haben.

Einige Beispiele:

  • Wenn du dich niedermachst, nur weil du fünf Kilos zu viel auf den Rippen hast, glaubst du, mit den Zusatzkilos weniger wert zu sein und weniger liebenswürdig. Das ist respektlos dir und deinem Körper gegenüber.
  • Wenn du Toxine in Nahrung und giftige Substanzen zu dir nimmst, zum Beispiel als Kompensation gegen Einsamkeit oder als Unterdrückung der im Schatten verbannten Gefühle, bist du dir und deinem Leben gegenüber respektlos.
  • Wenn du deinem Partner/deiner Partnerin erlaubst, sich selbst in Bedürfnissen und Wünschen wichtiger zu nehmen, glaubst du, dass deine Bedürfnisse und Wünsche unwichtiger seien. Dann verhältst du dich u. a. gegenüber deiner Liebenswürdigkeit und deinem Herzen gegenüber respektlos.
  • Wenn du deinen herrschsüchtigen Vorgesetzten erlaubst, dich zu erniedrigen oder nicht ernst zu nehmen, nicht zu wertschätzen, glaubst du, dass das so richtig wäre. Wenn du extra Schichten oder Überstunden “im Sinne des Unternehmens” schieben musst oder deine Fachkompetenz vergessen musst, um zu gefallen, bist du dir, deiner Zeit und deiner Leistung, deiner Fähigkeiten gegenüber respektlos.
  • Wenn du deinen Eltern oder Familienmitgliedern erlaubst, für dich Entscheidungen über deine Zukunft zu fällen, glaubst du, dass du keine Rechte hättest, dein Leben nicht dir gehören würde oder du ihnen etwas schuldig wärst. Was für eine Macht man da aus seinen Händen gibt! Es ist dir gegenüber respektlos, dir dein Mitbestimmungsrecht nehmen zu lassen - und überhaupt, es abzugeben oder anderen Verantwortung zu überlassen.

Prinzipiell übernimmst du all die Gedanken anderer, die schön bequem sind, und machst dir dein Leben schwerer, als es sein müsste. Es könnte wundervoll und erfüllt sein, wenn du dich nur für dich zu deinen Gunsten erheben würdest. Aber die Abhängigkeiten, oder? Wäre da nicht die Angst vor Trennung oder Konflikten, die dich leiden ließen.

Doch ein gesunder Respekt sollte in meinen Augen vor allen Lebewesen und ihren Gefühlen bestehen, unabhängig von einer Meinung oder vielen Meinungen. Sogar Einstein galt als Spinner, bis er seinen Durchbruch erlangte. Viele der größten Köpfe hatten jahrelang mit Ablehnung und Gelächter zu kämpfen und litten unter Angst. Einigen der größten Schriftsteller der Menschheit wurde geraten, mit dem Schreiben aufzuhören. Wenn wir uns nur einmal ansehen, was sich die heute respektabelsten Personen der Zeitgeschichte anhören mussten, bevor ihre Leistungen Anerkennung fanden … !

Respekt bedeutet in Wahrheit Augenhöhe. Und die ist vor allem und erst einmal gegenseitig.

Respekt dir selbst gegenüber im Schatten unseres Selbst verdrängte projizierte abgelehnte SchattenseitenIch habe während meiner Angst- und Panikzeit eine unbezahlbare Erkenntnis gewonnen: Die, die dich abhängig machen wollen, sind in Wahrheit die, die abhängig von dir sind und deine Abhängigkeit brauchen. Sonst würde die Verbindung nicht mehr existieren. Du musst vermeintlich freiwillig eine Co-Abhängigkeit eingehen, die nur dann funktioniert, wenn du dich kleinmachst. Um sich selbst nicht die Schuld geben zu müssen, arbeiten sie mit manipulativen (eigentlich auch nur ängstlichen) Mechanismen, um dich zu halten. Es sind sozusagen ihre eigenen Schattenseiten, die sie dir nicht zeigen: dass sie dich brauchen, dass sie deine Leistung, Liebe, Anwesenheit wertschätzen und dass sie ohne dich an Bedeutung verlieren würden. Sie ziehen dich mit vielen Schuld- und Schamgefühlen, geschürten Ängsten und schlechter Behandlung in ihre Schattenwelt hinein. Stell dir nur einmal vor, wie es ihnen ginge, ohne dich. Wenn du dich aufbäumen und Nein sagen würdest, sie durch Standhaftigkeit auffordern würdest, deine Bedürfnisse anzuhören und wahrzunehmen - dass du welche hast, die du ernst nimmst und gewahrt sehen möchtest - könnte etwas Erstaunliches geschehen: Sie wären aufgefordert, dich als Mensch zu sehen und dir als Zeichen ihrer Wertschätzung Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit zu schenken. Das Minimum einer jeden gesunden Verbindung.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Angst vor Konflikten, sträflichem Schweigen, Ablehnung usw. vielen Menschen als willkommene, nützliche Blockade dient, um sich nicht wegen seiner selbst erheben zu müssen. Wo dein Glaube und dein Vertrauen in dich und andere so minimal gelebt wird, kann nur minimaler Glaube und Vertrauen in dich zurückkommen. Aber hier macht Angst eben das, was sie am besten kann: Sie zeigt dir a) welches Problem es zu beheben gibt, damit du frei sein kannst und b) wo es am meisten in dir und deinen Fähigkeiten hapert, um dein Ziel zu erreichen.

Es bleibt auf dem Weg zu Erwachsensein niemandem erspart, Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit zu lernen. Sonst würde man ewig Kind im Körper eines Erwachsenen bleiben und würde nie in sein volles Potenzial kommen. 

In diesem Sinne, so aufreibend es auch sein kann, diese Lektionen zu verinnerlichen (Ich bin selbst noch mittendrin!):

Respektiere dich mit allem, was du erlebt, gefühlt, erarbeitet und gelernt hast! Sei stolz auf dich und zeige dir selbst die Wertschätzung, die du bei anderen vermisst. So machst du einen ersten, entscheidenden Schritt in eine respektable und respektvolle Zukunft.

Mit den besten Grüßen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

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