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In einer derartig belastenden Dauersituation wie dem Referendariat für Lehramt liegt es nahe, dass der Körper irgendwann zu härteren Bandagen als „bloß Stressgefühle“ greift, um sich zu schützen: Das ist auch der Grund, weshalb Referendare für Lehramt ständig Angst im Referendariat haben. Angst, Panik und depressive Verstimmungen sind allesamt Signale des Körpers, um dich in deiner Existenz vor weiterem, negativem Stress zu schützen. Was das Gehirn nicht weiß: Du kannst dir nur mit Konsequenzen aussuchen, ob du diesen Unterrichtsentwurf erst in zwei Tagen schreibst oder ob du den Text, der dir auf die letzte Sekunde geschickt wurde, nicht liest. Dein Ego entscheidet das jedoch für dich.

Leider ist die fehlende Kenntnis über bestimmte, wirksame Methoden gegen Stress-Ängste oft der Grund für den Abbruch vieler Referendare. Dabei wäre es nur nötig, geeignete Strategien für den Umgang mit Stress und Angst zu kennen und in den Alltag zu integrieren. Das sollte natürlich auch in der Zukunft geschehen, nicht nur bis zum 2. Staatsexamen im März/April. Die berufliche als auch private Zukunft wird immer wieder Zeiten mit erhöhtem Stress bringen. Mit Stress angemessen und achtsam umzugehen und sich neu kennenzulernen, ist daher unerlässlich. Dieser Artikel liefert dir einige Antworten, wie du das ermöglichen kannst, um die ständige Angst im Referendariat zu überwinden und psychisch stabil zu bleiben.

Wieso du ständig Angst im Referendariat hast: Gehirn & Ego

 Dein Gehirn weiß zwar, dass es Unmengen von Ansprüchen gerecht werden muss, will das aber nicht - nicht auf die dir gewohnte Art und Weise. Denn man kann sich nur aussuchen, wie man auf den Stress reagiert. Deinem Ego aber ist es wichtig, vor den Studienseminarleiter/-innen, Fachleiter/-innen und Schulleiter/-innen sowie Begleitern/Mentoren und Schülern/Eltern zu brillieren, nicht zu versagen. Mit allen Mitteln (wie ich annehme). Jeder Referendar hat seine eigenen, individuellen Gründe dafür. Doch der menschliche Überlebens- und Lebenserhaltungsinstinkt hält davon wenig.

Das Kontrolliert- und Beobachtetwerden, die häufige und unerwartete bzw. als unangemessen empfundene Kritik, das Gefühl, plötzlich wieder ein kleines Kind zu sein, dass „erzogen“ werden soll/muss, gepaart mit dem sklavereiähnlichen Zeit- und Termindruck, lösen, nach anfänglichen, kleinen Stressreaktionen, sehr schnell Angst und Panik als Überlebensinstinkt aus.

wenn du ständig angst im referendariat hast, musst du stressoren ausschalten lernen. das ist möglich.Gegen Stress und Angst nutzt du alte, dir bekannte und damals als wirksam gelernte Stressreaktionsmechanismen. Vielleicht tust du noch mehr, schläfst noch weniger, verbirgst deine Tränen, isolierst dich aus deinem Freundeskreis oder vernachlässigst deine Familie und/oder Beziehung. Einige vergessen zu essen oder nehmen vermehrt Alkohol und Tabak als Weg, um die negativen Stressgefühle zu dämpfen. Andere wiederum versuchen tagtäglich zu funktionieren und werden zu wahren Schauspielern, indem sie so tun, als würden sie dem System zustimmen, während sie eigentlich im Inneren nur noch Abwehr und Ablehnung empfinden.

Fakt: Angst entsteht, je mehr du etwas oder jemanden und die deshalb folgende Angst abwehrst. Mit deiner Angst zu arbeiten, ist der Weg hinaus. 

Deine damaligen, als wirksam empfundenen Stressabwehrtaktiken wie Diplomatie, Leistung entgegen deinen Ressourcen, Lächeln und Ja sagen, Funktionieren als falsche Loyalität bis zum Umfallen usw. funktionierten damals vielleicht gut. Doch heute kann das anders sein. Unterschätze dein Gehirn nicht: Es weiß, dass du heute erwachsen bist. Es hat sich deine Erfolge und Misserfolge, deine Ziele und Gründe dafür sehr genau gemerkt. Es hat sich vor allem eingeprägt, wie du drohende Misserfolge (wegen den folgenden Gefühlen und Emotionen wie Angst, Scham, Ekel, Traurigkeit usw.) verhinderst.

 

Einige Referendare können diesen Stress scheinbar leichter oder besser abwehren, andere wiederum leiden unter anhaltenden psychischen Problemen, die an Angststörungen, Depressionen (Burn-out) und Panikstörungen erinnern - oder zu einer werden. Das liegt daran, dass Erstere andere, für diese stressige Situation besser geeignete Stressbewältigungstechniken nutzen - größtenteils unbewusst.

Angst ist also Stress. Aus lang anhaltendem Stress erwächst zwangsläufig Angst. Ich möchte an dieser Stelle die renommierte und wunderbare Psychoanalytikerin Verena Kast zitieren:

Angst ist für uns ein sehr vertrautes Gefühl, ob wir dazu stehen oder nicht. Es scheint ja ein ausgesprochenes Ideal zu sein, dass der Mensch möglichst angstfrei zu sein hat. Deshalb wohl haben wir auch so viele Ausdrücke für Angst, die die Angst auch ein stückweit bemänteln. So sagen wir etwa, dass wir angespannt sind, verwirrt sind, nervös sind, oder man spricht von Stress. (Vom Sinn der Angst, Herder Verlag, 2014: S. 9)

Stress ist mit seinen Symptomen jedoch nur Schritt 1 auf dem Weg zu härteren Mitteln deines Körpers: Angst und Panik sowie Depressionen sind der letzte Schritt, der letzte Hebel deines Körpers, um dich zum Umdenken zu bewegen.

Natürlich wollen die Leitern während deines Refs nur die Stärken sehen, nicht aber deine Angst. Wenn du tief in dich hineinhörst, wirst du ebenfalls eine Stimme finden, die dasselbe von dir verlangt: Hab keine Angst. Zeig sie nicht. Reiß dich zusammen. Deine Angst zu zeigen und sie zu betiteln ist für viele Leiter ein eben solches Schwächegeständnis. So sortieren sie aus (obwohl Deutschland Lehrer braucht): Die Resilienten kommen in den guten Pott, die Unfähigen in den Kropf. Doch deine Angst nicht zu zeigen, sie zu verstecken, ist das Schlechteste, was du tun kannst.

Ich möchte dir daher im Folgenden Wege zeigen, wie du deine Angst kontrollierbar und doch akzeptierbar kannst.

Heftige Reaktionen deines Körpers auf die Situation im Referendariat werden vom Körper durch diese allgemein bekannten „Symptome“ angedeutet:

  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen (beim Einschlafen und Durchschlafen)
  • Blockaden (Schreibblockaden, Kreativitätsblockaden)
  • Rückzug und verminderte soziale Kontakte
  • häufiges Weinen nach der Schule, wenn du Zuhause bist
  • morgendliches Herzrasen nach dem Aufstehen
  • Verdauungstörungen, verminderter Appetit
  • Drang, dein gestresstes ICH zu betäuben (durch Alkohol, Kaffee, Tabak, Zucker, Fernsehen etc.)
  • Vernachlässigung deiner Lieblingsbeschäftigungen
  • mangelnde Fähigkeit, dich zu freuen
  • Sexunlust
  • Unfähigkeit, dich zu entspannen oder „runterzukommen“
  • schnelle Reizbarkeit und Wutausbrüche
  • Grübeleien
  • stete Sorge/Angst vor dem Ungewissen (was kommen und/oder geschehen wird, wenn…)
  • usw.

Wenn du diese bei dir findest, ist es Zeit, deine Situation neu zu überdenken und für dich und deine Gesundheit im Referendariat einzugreifen. Doch auch um diese erst gar nicht aufkommen zu lassen, können dir einige meiner folgenden Strategien bzw. Einsichten helfen.

 

So wird aus etwas Stress ständige Angst im Referendariat

Müdigkeit, Erschöpfung und ständige Angst im ReferendariatPsychische Stressreaktionen sind zum Beispiel Ärger, Angst, Leistungsdruck, aber auch Freude und positive Überraschungen. Leider unterscheidet der Körper nicht zwischen positivem und negativem Stress. Was Stress triggert, sogenannte Stressoren, triggert demnach auch mittel- und langfristig Angst. Das hängt mit den Stresshormonen Kortisol (auch Cortisol), Kortison, Noradrenalin und Adrenalin zusammen. Wenn du einen Schreck bekommst, wird zuerst das sogenannte CRH (Corticotropin-Releasinghormon) ausgeschüttet, gefolgt von Kortisol und Kortison. Außerdem wird Nor- und Adrenalin innerhalb weniger Sekunden ausgeschüttet.

Die letzten beiden Hormone sind Nervenbotenstoffe und dienen der Energielieferung bei angsteinflößenden Situationen. Bei stressigen oder ängstlichen Situationen wird leider zuviel von beiden ausgeschüttet, um dich schnell zu mobilisieren und so der vermeintlichen Gefahr schnell entfliehen zu können. Die Bereitstellung der Energie liegt aber auf der körperlichen, nicht der geistigen Ebene, d. h. du kannst ungeahnte körperliche Kräfte mobilisieren, nicht aber besser oder schneller denken. Ganz im Gegenteil sogar: Die beiden Hormone blockieren dein Denken absichtlich.

 

Somit haben wir die Erklärung für Rede- und Prüfungsängste, aber auch alle anderen Situationen, in denen einen Bewertung stattfindet, die mit Stress und/oder Ängsten zu tun hat. Eigentlich baut sich Stress/Angst schnell auf und auch wieder ab, d. h. der Hormonspiegel sinkt ähnlich schnell wie er auch anstieg. Doch  bei bei langanhaltendem Stress und Angst kann nicht abgebaute Angst den Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Bleiben die Hormone dauerhaft zu hoch, so können selbst die kleinsten Stress- und Angstumstände, die sonst keinerlei Angst auslösten, nun heftige Angstattacken und Panikattacken herbeiführen.

Genau das ist der Grund, weshalb es ratsam ist, vor und in Stress- und Angstsituationen BEWEGUNG einzuleiten oder zu SCHREIBEN.

 

Mach mal Platz, liebes Gehirn

 Die Ursache, weshalb immer und überall Sport und Schreiben als befreiend und beruhigend genannt wird, ist die, dass dein Gehirn bei beiden Tätigkeiten gezwungen ist, Platz zu schaffen. Es muss sozusagen die ungebetenen Gäste auf den besten „Plätzen“ hinauswerfen, um die Ressourcen für Bewegung und Psychohygiene frei zu machen. Studien zeigen, dass Schreiben selbst kurz vor Prüfungen, als auch in Panikattacken, kurzfristig zu Angstverminderung und damit zu Leistungssteigerung führt.

Als wirksame Methoden für Bewegung kann ich daher empfehlen:

  • Progressive Muskelrelaxation (Ein sehr gutes YouTube-Video mit Anleitung findest du hier.)
  • kurzfristige, schnelle körperliche Bewegungen (auf den Boden stapfen, Luftboxen, Arme um den Körper schlenkern lassen, auf der Stelle laufen, Sit-ups, Liegestütze, high intensive training)

Wenn deine Klasse allgemein unruhig ist und nur schwer auf den Stühlen sitzen bleiben kann, kannst du körperarbeitsorientierte Bewegungen UND gleichzeitige Verminderung deiner Angst kombinieren. Die Schüler/-innen werden danach ruhiger und konzentrierter arbeiten können und du bist gelassener und entspannter, angstfreier.

Fakt: Im Unterricht als Lehrer/-in bzw. Referendar/-in zu stehen statt zu sitzen, lässt dich angstfreier sein.

unzufriedene-maenner-in-beziehungen-gefangenInsofern es möglich ist, möchte ich dir das Angebot machen, immer drei bis sieben Minuten Bewegung zu Beginn der Unterrichtsstunde einzubauen. Die Schüler/-innen sitzen den ganzen Tag, haben kaum Bewegung und ihr Körper drängt darauf, dass sie ihre Energien ausbalancieren. Es entlastet das Gehirn, wenn du sie in Bewegung setzt. Und nein, das deutsche Stillsitzen-Prinzip ist nicht gut, es ist  neurowissenschaftlich betrachtet Mist. Lass sie hüpfen, ihre Arme hin- und herschlenkern, luftboxen (mit genug Abstand zu MItschüler/-innen), im Klassenzimmer im Kreis herumgehen, tief ein- und ausatmen (Stoßatmung), die Arme hinter den Rücken und über den Kopf dehnen, sodass Schulter- und Nackenbereich sowie Rückenmuskulatur ordentlich gedehnt werden. Dieselben Übungen rate ich auch dir, um kurze körperliche Entlastung in deinen stressigen Alltag einzubauen.

Als wirksame Methoden für Schreiben zeigt meine Erfahrung als Schreibtherapeutin, dass folgende am besten geeignet sind:

  • Führe tagebuchähnliche Notizen (handschriftlich!) vorher und/oder nachher, abends oder morgens auf dem Weg zur Schule:
    • „Ich habe Angst, dass ich die Schüler/-innen in der Stunde wieder nicht ruhig bekomme.“
    • „Ich habe echte Panik, dass ich wieder so stark von den Fach-, Studienseminar- und Schulleitern, Mentoren/Begleitern etc. in der Nachbesprechung kritisiert werde.“
    • „Ich kann die sowieso nicht leiden. Oder haben sie vielleicht recht?“ Völlig egal, was dir in den Sinn kommt: Raus damit und das auf Papier.
  • Abends bzw. vor Stresssituationen mind. drei Aspekte deines Tages/jetzigen Lebens, für die du dankbar bist, aufschreiben (handschriftlich!!!)
  • Grundsätzlich ist es am produktivsten und stärksten entlastend, wenn am Abend bereits darüber nachgedacht wird (mit Entscheidung), was am kommenden Tag be- und abgearbeitet wird. Daran sollte sich dann auch gehalten werden. Eine kleine, festlegende Liste mit drei bis vier (!!!) Zielen für den kommenden Tag hilft dabei, lästige Gedanken abzuschalten.
  • Es empfiehlt sich vor allem, um deine Motivation und deine realistische Zukunft im Blick zu behalten, dich aus der gezwungenen und opferbedächtigen Situation mental zu befreien, wenn du täglich drei bis vier (!!!) Ziele für Grund, dein Ref zu bestehen, aufschreibst. Dazu kann man sich auch Gedanken darüber machen, wieso man den Beruf Lehrer gewählt hatte. Das beides in Verbindung hält Motivation und Tatkraft aufrecht.

Alle diese Methoden aus der Schreibtherapie eignen sich auch als erste Aufwärmübungen vor wichtigen Inhalten im Unterricht oder Klausuren. Es löst die Angst der Schüler/-innen und zeigt ihnen, dass dir ihr Wohl am Herzen liegt.

 

Dein inneres Kind hat ständig Angst im Referendariat, nicht du

das kind in uns hat ständige angst im referendariatWann Angst bei einem Menschen auftritt, ist immer abhängig von der jeweiligen Konstitution der Person, d. h. es spielt eine Rolle, wie du aufgewachsen bist, was du in deiner Kindheit als Schutzmechanismen gelernt hast, wie deine Bezugspersonen dir gegenüber waren und wie du daraus entstehend dein Leben aufgebaut hast. Es ist von Wichtigkeit, wie du heute lebst, wie stark deine sozialen Kontakte sind, wie wichtig oder unwichtig es ist, dass du ausgerechnet den Beruf Lehrer lernen willst, wie hoch deine Lösungskompetenz ist und vor allem, wie du mit Stress umgehst.

Angst wird oft ausgelöst, wenn wir in unberechenbare, ungewisse und ablehnende Situationen geraten. Sie wird ausgelöst, wenn unser Gehirn an frühere Situationen erinnert wird, die wir nicht mit unserem gewohnten Verhalten in Konflikten lösen können. Heute bist du - wie so viele Menschen - froh darüber, dass deine Kindheit aufgrund der negativen Aspekten vorbei ist und du dir nichts mehr sagen lassen musst. Deine Schüler/-innen warten sehnlichst auf diesen Moment in ihrem Leben. Wenn du sie verstehen lernen willst, lerne, dich zu verstehen, wie es dir damals ging. 

Ein Beispiel: Wenn du so aufgewachsen bist, dass du dich nur an die äußeren Umstände angepasst hat, weil du musstest, wenig Freiheiten hattest (aber deine Wünsche und Bedürfnisse durchaus wahrgenommen hast und sie kanntest), und dennoch tatest, was andere von dir wollten, dann könnte der rebellische Anteil in dir ständig Angst im Referendariat auslösen. Dieser rebellische Anteil ist das wütende Kind in dir, ähnlich einem Schüler, der nicht versteht, wieso er dieses Thema, das du so gewissenhaft vorbereitet hast, lernen und wissen soll. Ähnlich wie sture und unzugängliche, störende Schüler und Schülerinnen, hört der Anteil deines Kindes einfach weg, wenn der elterliche Teil in dir sagt: „Aber du musst das jetzt machen, sonst…!“

Mit denselben Lernerfahrungen in Bezug auf dein Verhalten, könnte dir dieselbe Situation im Referendariat leichter fallen als anderen. Voraussetzung hierfür ist, dass du diese bis heute nicht hinterfragst oder eigene Gedanken zu deinem Leben entwickelt hast. Wenn du diese aber hast (was wahrscheinlich ist), dann klaffen genau diese gegen die aufgezwungenen und nach Anpassung bettelnden Umstände.

Das angepasste Kind in dir weiß: Ich habe keine Wahl, sonst drohen Konsequenzen. („Ich brauche Liebe und Harmonie, sonst ist mein Umfeld nicht zum Überleben gemacht. Damit gehe ich ebenso unter. Und ich bin abhängig vom Frieden, nur so bekomme ich, was ich brauche: Anerkennung.“)

angst-vor-der-angst-ueberwindenDas Erwachsenen-Ich weiß: Völlig egal, ich stehe das durch. Ich bin erwachsen und weiß meine Angst zu handhaben. Das sind die logischen Gedanken, die aufpoppen. („Ich habe bislang alles geschafft, was ich schaffen wollte. Ich habe viele Erfolge aufzuweisen. Sie (die Leiter/-innen) meinen die Kritik nur gut. Die meisten verfolgen ein positives Ziel. Vielleicht habe ich sie falsch verstanden oder sie haben es nicht zielgerichtet genug ausgedrückt. Sie hatten es genauso schwer. Einige mögen absichtlich willkürlich handeln oder ihre Macht missbrauchen. Aber ich weiß, dass ich darüberstehen kann und darf. Ich vertraue mir. Was ich heute nicht weiß, kann ich morgen dazulernen. Die Schüler/-innen wollen genauso wenig lernen wie einige der Schüler/-innen, die ich aus meiner eigenen Schulzeit kenne.“)

Das freie Kind in dir weiß: Ich bin kein Kind mehr. („Ich habe mein Studium erfolgreich abgeschlossen. Ich habe einiges in meinem Leben bewältigt. Ich dachte, wir wären durch mit dem „Du musst, du sollst, du darfst nicht!“. Ich darf heute alles. Ich bin wertvoll. Wieso seht ihr das nicht? Also was fällt euch eigentlich ein? Ich gebe mir hier so viel Mühe und ackere mich dumm und dämlich und ihr? Verhaltet euch so einseitig und undankbar, seid negativ, willkürlich, eigensinnig und kümmert euch nur um euch. Statt uns zu fördern oder mal in Ruhe zu lassen, haut ihr nur noch drauf.“)

Sich vor Augen zu halten, dass hier nicht der Erwachsene, sondern entweder das freie oder angepasste Kind (oft auch beide gleichzeitig) in dir rebelliert, kann viel erleichtern und für mehr Kritikfähigkeit sorgen. Denn das erwachsene Ich in dir weiß auch, dass es andere, bessere Wege gibt, mit Stress und Angst umzugehen. Es weiß, dass diese Situation neutral zu bewerten ist - und vorübergehen wird. Das Kind-Ich will nicht noch mehr Anpassung. Es leidet entweder wie ein Opfer einer Gewalttat (auch verbale Gewalt ist emotional schädlich) oder es reagiert mit heftigen Wut- und Panikausbrüchen.

 

Statt Psychopharmaka: Natürliche Mittel gegen Stress & Angst im Referendariat

antidepressiva-absetzen-wieEs ist aufgrund dummer und unüberlegter Beschlüsse Deutschlands schwer bis schädlich, sich wegen psychischer Probleme krankschreiben und/oder Psychopharmaka verschreiben zu lassen. Sonst droht der Ausschluss vom Beamtentum und es folgen erhebliche Lohn- und Anstellungseinbußen.

Es gibt zum Glück genug andere Gründe, weshalb du lieber andere, natürliche Mittel gegen Angst und Stress zurückgreifen solltest. Erstens sind Psychopharmaka nur gegen die Symptome. Sie machen aber nichts gegen deine Reaktionen auf Angst oder Stress und ändern auch nicht die Existenz der stressigen Situationen, die deine berufliche Zukunft als Lehrer/-in bereithalten wird. Sie unterdrücken lediglich neuronale Impulse und leiten sie um oder animieren die Ausschüttung von Glückshormonen anstatt Stresshormonen. Setzt du sie wieder ab, kommt auch deine Angst zurück.

Die heftigsten Symptome von Stress und nicht abgebauter Angst (hoher Blutdruck und Kreislauf- sowie Temperaturempfindlichkeit, Herzrasen, verspannte bzw. verkrampfte Muskulatur, geringes Lust- und Freudeempfinden, verminderte Verdauung) können auf einfache Weise ausgeschaltet werden. Es nutzt daher mehr, wenn du bereits jetzt mitten im Ref an deinen Reaktionen auf Stress arbeitest und dir homöopathische und natürliche Mittel als Unterstützung wählst. Diese sind:

1. Neurodoron® Tabetten von Weleda (in allen Apotheken erhältlich bzw. bestellbar)

Eine Mineralkomposition. Neurodoron® stärkt die Nerven bei Stress und Erschöpfung und stabilisiert das seelische und körperliche Gleichgewicht. Sie werden meist als Erstes von naturheilkundlich orientierten Ärzten verschrieben, wenn man Angst- und Paniksymptome aufweist. Man lutscht sie; sie sind geschmacksneutral. Es empfiehlt sich aufgrund des Preises gleich die 200 Stück-Packung für rund 20 Euro (und damit versandkostenfrei) zu kaufen. Die 80 Tabletten-Packung ist vergleichsweise mit rund 12-13 Euro + anfallendem Versand überteuert und schnell aufgebraucht.

Man nimmt 2-4x am Tag eine Tablette, in akuten Situationen bis zu zwei Wochen lang. Neurodoron® ist eine natürliche Hilfe an, die das Nerven- und Sinnessystem stabilisiert und so hilft, bei stressbedingten Angst- und Unruhezuständen, Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen wieder bei sich anzukommen. Diese  Neurodoron Tabletten in 200er Form sind u. a. am preisgünstigsten in der Onlineapotheke DocMorris erhältlich.

2. Chlorophyll, Antioxidantien und Vitamine gegen freie Radikale

mittel gegen angst und stress GerstengrassaftStress, aber auch zusätzlich belastende Lebensweisen wie Rauchen, Alkohol, kein Sport, viel Zucker, Kaffee usw. geben freien Radikalen das Go, Zellen ihre Energie zu rauben. Stattdessen brauchen diese aber Unterstützung, um die belastende Situation mit voller Wucht abprallen zu lassen und genug Energie zur Verfügung zu haben, um sich zu entspannen (auch dazu braucht man Kraftressourcen) und Schädliches abzuwehren.

Wer es schnell und effektiv mag, der sollte auf Gerstengrassaft zurückgreifen. Dort ist alles enthalten, was gegen freie Radikale wirkt. Gerstengrassaft strotzt nur so vor Vitamin C, Vitamin B12 (!!!), Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin sowie Pyridoxin. Besonders reich enthält es Mineralstoffe. Es finden sich Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium (!!!), Natrium, Phosphor, Zink (!!!), Schwefel und Kupfer in hohen Konzentrationen darin.

3. Entgiftung des Darms 

Während Gerstengrassaft aufbaut, entgiftet Bentonit, eine besonders gute Heilerde, den Darm. Der Darm registriert jeden Stress und funkt diesen an dein Gehirn zurück. Bentonit bindet negative Stoffe und sorgt für eine Ausleitung über den Stuhlgang. Daher empfiehlt es sich, Bentonit morgens und abends einzunehmen. So verhindert man zudem, dass der Magen-Darm übersäuert und durch den Stress Magen-Darm- und allgemeine Probleme hinsichtlich Nahrungsverträglichkeiten verursacht werden. Diese sind nicht immer nur platt Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen.

Eine Übersäuerung (allein durch Stress) kann sich bereits in Blähungen, plötzlichen Nahrungsunverträglichkeiten, verstärkten Allergien, Einschlafproblemen und häufiger Müdigkeit mit Erschöpfungssymptomen bemerkbar machen. Bentonit bindet die negativen Stoffe, während es die positiven erkennt und belässt. Es ist in Kapselform erhältlich und am preisgünstigsten bei Amazon erwerbbar, da der Versand entfällt. (Die Pulverform kann ich nicht empfehlen.)

4. Einfache Ernährung

Ich zähle im Folgenden einfache Nahrungsmittel auf, die wissenschaftlich bewiesen zur Glücksnahrung zählen:

  • Nüsse, besonders Walnüsse und Cashewnüsse (!!!) sowie Mandeln
  • Weintrauben und Weintraubensaft (Ja, auch ein Glas Wein tut es, aber wer ein zweites trinkt, der hebt die entspannende Wirkung vom ersten wieder auf.)
  • rohe Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, Lauch
  • getrocḱnete Bananen (Die traditionelle chinesische Medizin rät sogar dazu, sie vor dem Schlafengehen zu essen. Sie enthalten sehr viel Magnesium und beruhigen den Geist. Frische Bananen enthalten genauso viel bzw. wenig Magnesium wie Avocados und Him- bzw. Brombeeren. Die Beeren hingegen enthalten wiederum sehr viel Flavonoide, die sich auch in Rotkohl und Äpfeln sowie Cranberries in hoher Dosis finden. Sie unterstützen den Körper im Kampf gegen freie Radikale, wirken antibakteriell und antiviral und fördern so die körpereigene Abwehr.)
  • Kamille und Roiboos-Tees (idealerweise doppelt dosiert, also am besten mind. zwei Teebeutel auf eine Tasse, um schnell Ruhe einzuleiten)
  • Zitrusfrüchte und frisch gepresste Säfte (nicht abends)
  • saftig rote Tomaten
  • Obst und Gemüse in frischer, nicht zerkochter Qualität
  • warme Mahlzeiten (mind. eine am Tag)

5. Mineralkomposita 

sundheitliche-strategien-und-wege-aus-der-angst-vor-der-angstEs gibt neben Neurodoron eine Komposition, die ich bis heute nehme: Schindeles Mineralien™. Sie sind ein Gesteinsmehl mit vielen Mineralstoffen und Spurenelementen, die in Zeiten hoher Stressbelastung und entsprechender Auswirkung auf den Körper gegenwirken. Die Notwendigkeit dieser Stoffe für die Erhaltung der Gesundheit wurde von der Wissenschaft vielfach nachgewiesen: Es handelt sich um Kieselsäure, Silizium, Magnesium (!!!), Eisen (!!!), Calzium, Kalium, Mangan, Natrium, Zink (!!!), Kupfer, Barium, Chrom, Nickel, Kobalt, Vanadium, Titan, Bor und Molybän.

Was durch die tägliche Einnahme des empfohlenen einen Löffels geschieht: Du wirst einen enormen Energieschub verspüren und Freude, die jedenfalls mir extrem positiv auffiel. Du wirst besser und tiefer schlafen und vor allem eine bessere Verträglichkeit von Stress spüren. Allein der hohe Eisen- und Zinkgehalt in dem Gesteinspulver sorgt dafür, dass Stress besser ausgehalten wird und Müdigkeit, Erschöpfung und depressive Verstimmungen verschwinden. (Achtung bei der Eisenspeicherkrankheit: Nicht nehmen.)

In Fällen von Schwangerschaft gilt es, sich vor Einnahme der natürlichen Mittel gegen Angst mit einem Arzt zu besprechen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel weiterhelfen und freue mich über deinen Kommentar, Like oder Share. Solltest du individuell Unterstützung in Form einer Beratung oder eines Coachings benötigen, melde dich gern.

Mit den besten Grüßen,
Janett Menzel

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