Mit dieser Übung verarbeitest du Leid, Angst & Kummer am schnellsten

Mit dieser Übung verarbeitest du Leid, Angst & Kummer am schnellsten

Hast du dir etwas zu vergeben? Hängst du dich gern an Perfektionismus auf oder leidest unter innerer Hektik, Lähmung, Blockaden? Hast du jemandem zu verzeihen? Willst du dich von Zwängen befreien? Schiebst du Dinge vor dir her, wie zum Beispiel eine Angst zu überwinden oder überfällige Arzttermine, einem potenziellen Partner neu zu vertrauen, Veränderungen herbeizurufen oder endlich den einen Schritt in Richtung Lebenstraum zu wagen, von dem du schon so lange träumst? Die nachfolgende Selbstcoaching-Übung ist so simpel und gleichzeitig so brutal, dass sie wirklich schmerzen könnte. Sie ist eine Übung von vielen in “Ein Gefühl namens Dieter”, meinem neuesten Nicht-Onlinekurs, die an die Materie gehen. Und das sage ich nicht nur so daher.

Mach die Ei-Übung und lerne, dir

  • a) zu vergeben
  • b) die Ruhe zu bewahren und
  • c) endlich für dich zu handeln.

Wieso wir so ungern Altes loslassen, verarbeiten und es stattdessen lieber verdrängen

Nimm endlich dein Leben in die Hand tu es jetztEwig grübeln, uns wieder die Schuld geben, wieder dem anderen dasselbe wie immer vorhalten, wieder nichts tun und uns später ärgern, wieder nicht auf den Tisch zu hauen, sondern still bleiben, wieder lieber Angst als Grund nehmen, um etwas nicht zu tun, statt für uns und unser Wohlergehen einzustehen. Das tun wir deshalb, weil die Zukunft und der Ausgang einzelner Situationen so ungewiss sind, weil wir lieber ewig ertragen, statt einmal zu handeln – mit dem 1. Schritt. Wir verharren leider so in Situationen, die uns selten guttun. Wir werden selbst zur Stagnation, zur Blockade.

Wir tun uns damit bewusst oder unbewusst „Sachen“ an, die wir in Wirklichkeit – wenn die Ausmaße der Destruktion sichtbar würden – nie tun würden. Aber da wir „nur“ Gefühlsreaktionen wahrnehmen, keine Schränke kaputt geschlagen oder Fenster zerstört haben, keine Autos demoliert haben und uns nicht das Herz haben „zerreißen“ lassen (im wahrsten Sinne) oder uns kein Bein ausgerissen haben (in Wahrheit), nehmen wir nur sprachliche Metaphern und Symbole für unsere Gefühle wahr:

  • Wir sind kaputt.
  • Etwas hat uns kaputtgemacht.
  • Unser Herz wurde gebrochen.
  • Etwas hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen.
  • Wir sind gelähmt vor Schmerz und Kummer.
  • Wir vermissen jemanden so sehr, dass wir das Gefühl haben, nicht komplett zu sein.
  • Wir haben uns so sehr bemüht, uns geopfert, uns ein Bein ausgerissen.
  • Uns läuft die Galle über.
  • Etwas geht uns an die Nieren.
  • Wir tragen ein schweres Kreuz.
  • u. v. m.

Das alles sind Beispiele für unsere bildgewaltige Sprache Deutsch. Aber sie visualisieren nichts, sie beschreiben lediglich ein Gefühl. In Wahrheit fühlen wir uns nur so, als ob … uns etwas angetan wurde. Jemand handelte nicht zu unserem Wohl und wir leiden darunter, teilweise jahrelang. Doch SEHEN – mit eigenen Augen –, was in uns wie ist, können wir nicht. Und deshalb fällt es so viel leichter, etwas einfach nicht zu tun. Würden wir das Ausmaß unserer Nichttaten sehen und in seiner Wucht wahrnehmen, wäre das anders. Dann würden wir handeln. AUSFÜHREN – mit eigenen Händen –, um unserem Leid ein Ende zu setzen.

Ein Ei zeigt dir, was du dir antust, wenn du nicht für dich handelst

Bei der Ei-Übung – ein bekanntes Coaching-Tool, das so und ähnlich für viele Zwecke des Reifens und Erwachens verwendet wird – wird dir etwas Neues abgerungen: Du darfst dir dabei anschauen, was du mit dir machst. Es zeigt dir, was geschieht, wenn du etwas Lebendiges (dich und deine Gefühle, dein Leben) einfach so geschehen lässt. Die Ei-Übung ist auch dann wunderbar, wenn du endlich

  • den Termin machen willst, den du schon ewig vor dir herschiebst
  • jemanden anrufen willst, bei dem du dich zu lange nicht mehr gemeldet hast
  • dich entschuldigen möchtest
  • etwas in Angriff nehmen möchtest, z. B. Bewerbungen für eine neue Stelle schreiben, einem Verein beitreten oder dich auf einer Datingplattform anmelden
  • endlich mal wieder ins Fitnessstudio gehen möchtest
  • deine Ernährung umstellen willst
  • ein gutes Buch lesen willst
  • allein etwas unternehmen willst
  • deine Wohnung auf Vordermann bringen
  • oder ein Gehaltsgespräch mit deinem Vorgesetzten führen willst
  • usw.

Die Ei-Übung wird dir zeigen, wie schwer es dir in der Wirklichkeit fallen würde, Kaputtes, Unverarbeitetes und Unerledigtes hinzunehmen, vor dir herzuschieben und dich nicht weiter darum zu kümmern – nur weil Verdrängung leichter erscheint. Sie funktioniert wie ein Timer. Wie oft geschieht uns etwas, das wir nicht verarbeiten, was weiter in uns schwelt, aber trotzdem tragen wir keine Sorge für die Beseitigung des Schmerzes, der liebevollen Fürsorge für unser Inneres. Auch wer schon Fehler anderen gegenüber gemacht hat (also wir alle), wird wissen, wie schwer es fällt, ihn zuzugeben oder zu korrigieren. In uns selbst und uns selbst gegenüber: Da sind wir meistens ignorant und steinhart. Wir lassen die Gefühle einfach liegen, denken immer einmal wieder über Monate, Jahre und Jahrzehnte darüber nach und dann … tun wir lange nichts. Wir warten ab.

Und so funktioniert die Ei-Übung

Du benötigst für diese Übung – Überraschung! – mindestens ein Ei: klein, mittelgroß, groß, Bio oder nicht Bio ist egal. Begib dich an einen Ort, an dem du eine abwischbare Fläche hast, zum Beispiel der Küchenboden mit Laminat/Linoleum, die Arbeitsfläche deiner Küche, das Fensterbrett, ein Regalbrett.

Nimm das Ei und wirf es auf diese Fläche. Höre es klatschen und sieh, wie es zerbricht, wie die Schale aufplatzt und sich das Innere auf der Fläche ergießt. Nun verlasse diesen Raum, ohne irgendetwas zu tun. Lass das kaputte Ei dort, wo es ist. Erst einmal wird nichts mit dem Ei geschehen. So wie mit deinen verletzten oder aufkommenden Gefühlen nichts geschieht, wenn du keine Sorge dafür trägst. 

Warte einen Tag, oder wenn du es durchhältst (und das ist gar nicht so leicht), mehrere Tage. Sieh, was mit dem Ei geschieht. Es wird verfaulen, stinken und bald schon wirst du dich fragen, ob du Besuch in deine Wohnung einladen solltest oder ob du morgen früh ein paar neue Maden-Freunde in deiner Küche begrüßen kannst. Du wirst den Drang, dieses faulende Ei wegzuwischen, um dich über die klare, saubere Fläche zu freuen und Erleichterung zu verspüren, kaum unterdrücken können.

Doch die Kür bei dieser Strategie ist, mit dem verfaulenden Ei genauso umzugehen wie mit deinen verletzten Gefühlen, die du ignorierst oder verdrängst. Unweigerlich wird der Punkt kommen, an dem du nicht mehr anders kannst, als einen Lappen zu nehmen und alles wieder schön zu putzen. Wenn du an diesem Punkt bist: Denke daran, dass das faulende Ei deine Wunden darstellt, um die du dich genauso kümmern solltest wie um das Ei in deiner Küche. Übernimm die Verantwortung für deine Gefühle und für alles, was in dir vor sich hinrottet. Auch in dir darf alles klar und sauber sein.

Wenn du diese Übung durchhältst, wird sich ein Raum der Zeit öffnen. Wenn du dich dann entschließt, es wegzuwischen, verarbeitest du symbolisch das Gefühl, das du transformieren willst. Du beschließt in diesem Moment des Säuberns, dass nun SCHLUSS ist mit dem, was dich lähmt. Du überwindest und reinigst dich, während du dich selbst angehalten – ja gezwungen hast – endlich zu tun, was schon so lange überfällig war.

Ein Gefühl namens Dieter

Ein Gefühl namens Dieter Bewältigung von schwierigen Gefühlen und Lebenssituationen Janett MenzelLust auf mehr? Meine Nicht-Onlinekurse, die ich Kapitel des Lebens nenne, aktualisiere ich monatlich mit vielen neuen Impulsen zum einmaligen Preis. Somit ist es ein nicht endendes Buch, ein Almanach an Strategien und Techniken für die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens, untermalt mit Audios, Arbeitsblättern, Entspannungstechniken und Trick 17-Methoden zur Überwindung (selbst) auferlegter Hürden.

Hier geht’s zu Ein Gefühl namens Dieter >> (Weiterleitung)

Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

 

Meiner Meinung nach sind die Ursachen für Stress, Panik- und Angststörungen unterdrückte, unausgesprochene Gefühle. Es ist die eigene Entfremdung von seinen Gefühlen wie unerwiderte Liebe, Ärger, Wut, Trauer, Angst und Freude in Verbindung mit den eigenen, aber verneinten Bedürfnissen, die zu Überhitzungen im Geiste führen. Das schließt Panik- und Angstzustände ein. Aus Angst vor Ablehnung, Schuld, Scham, Strafe, Liebesentzug oder wegen einer Selbstunsicherheit oder handfesten Selbstzweifeln halten viele ihre Gefühle und Bedürfnisse zurück oder verneinen und verdrängen sie. Man wird folgsam und passt sich an, was noch mehr Angst und Stress schürt.

Eine meiner liebsten Methoden dagegen ist die Stimmarbeit, die Arbeit mit unseren Sinnen.

 

Angst und Panik: Nutzen und Recht

rückzug ist der grund für angst und panikAngst, Panik und Stress macht sich breit, wenn man über eine gewisse Zeit Gefühle verdrängt. Da unsere Gefühle irgendwohin müssen, idealerweise “raus”, wir uns unseren Gefühlsausdruck und Selbstverwirklichung aber verbieten, bunkern wir sie in unseren Körpern und füllen ein Fass mit Angst, Traurigkeit über unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche, angeblicher, eigener Bedeutungslosigkeit und Wut. In normalen Stresssituationen erscheinen diese Gefühle weniger prekär, jedoch finden wir auch dort einen Kampf zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir sollen. Wenn unsere Gefühle sich immer mehr anhäufen, solange bis das Fass voll ist, entlädt sich unser Geist. Bei Angst- und Panikattacken signalisiert der Körper, dass gerade das “interne” Fass überläuft, ein Gefühl oder ein Bedürfnis ausgesprochen werden müsste, wir diesen Impuls aber aus Rücksicht oder Sicherheitsdenken verneinen, verdrängen und dann plötzlich: Explosion.

In meinen Augen ist Angst und Panik ein Signal dafür, dass wir bereits verletzt sind, wenn nicht sogar “klein fühlen”, mit unserer wahren Natur konfrontiert werden (die, die wir uns verschweigen: wir sind nicht ganz so unabhängig, unverletzbar oder erwachsen) oder aber uns zugunsten eines anderen klein machen sollen. Das weiß unser Kopf und unser Herz ebenfalls.

Kurzum: Angst, Panik und Stress hat in meinen Augen den Nutzen der Distanz, des eigenen Rückzugs aus Situationen, die schlecht für einen Menschen sind, aufgrund der Rechte, die man freiwillig nicht wahrnimmt und freiwillig verdrängt. Rückzug vor allem aber auch von Verhaltensweisen, die für einen schlecht sind, die wir aber trotzdem in unserem Alltag wiederfinden. Laut Literatur trifft das zumeist Frauen bzw. Menschen, die allgemeinhin eher gehorsam, brav und anpassungsfähig sind. Das klingt hart, ich weiß. Aber selbst ich habe mir eingestehen müssen, dass ich zu den Menschen respektive Frauen gehörte, die eher JA statt NEIN sagen (sollen und es deshalb auch machen), die ihre Gefühle eher zurückhalten (sollen und es deshalb tun), die aufgrund der entstehenden Wut auf sich selbst und andere, diese legitimen Gefühle irgendwo im eigenen Körper bunkern (müssen), um ja keinen Ärger zu machen oder zu unbequem zu werden oder gar “unerzogen” zu sein. Die Angst vor dem Ärger und dem Konflikt bekommt je nach Situation, sei es familiär, existentiell bzw. beruflich, partnerschaftlich seine eigene Dimension und – Tragweite. Lange Rede, kurzer Sinn:

 

Die Methode gegen Angst, Panikattacken und akuten Stress: Summen

summen mit der stimme gegen angst stress panikattacken stimmarbeit klangtherapie körperarbeitWenn die eigene Stimme (im übertragenen, als auch wörtlichen Sinne) verstummt bzw. zu leise ist, um gehört zu werden, man sich nicht traut, sie zu erheben, müssen andere Wege des aus-Drucks gefunden werden. Denn aus Druck der Gefühle, die verdrängt werden, entsteht Stress, Angst und Panik. Gedankenkarusselle, Grübeln, Selbstächtung/Schuld, Zweifel, Sich-Selbst-Kleinhalten. Hey, aber ich bin doch etwas wert! sagt diese leise Stimme der Panik, die die anderen (fremden) Stimmen übertönen möchte, aber uns und den Körper braucht, damit wir etwas gegen die Umstände, die Angst/Panik auslösten, tun. Deine Angst/Panik braucht Dich! DICH. Stress ist das erste Signal dafür.

In meinen eigenen Zeiten der Panik erfand ich eine Methode, die ich auch noch heute in belastenden oder nervigen Phasen anwende. Diese Methode ermöglicht es mir,

  • a) meine Stimme nutzen
  • b) mich auszudrücken und
  • c) mich aus dem Grübeln herauszuholen.

 

Und so geht’s

Anwendungsgebiete:

– immer, wenn Grübeleien über ärgerliche oder angsteinflößende Situationen/Menschen im Kopf beginnen bzw. nur noch schwer zu stoppen sind,

– bei Stress, Belastungen, Angst oder anrollender Panik,

– man draußen ist und zu viel Lärm, Menschen und sonstiges (Reizüberflutung) aushalten muss.

Vorgehen

Wähle Dir ein Kinderlied aus frühen Tagen oder aber Dein aktuelles Lieblingslied, was in Verbindung mit einer POSITIVEN Situation steht. Bei dem Gedanken an das gewählte Lied musst Du Dich automatisch wohl- und geborgen fühlen. Hast Du Dich für ein Lied entschieden, beginnst Du bei jedem einsetzenden Grübelkonzert Dein eigenes, in dem Du dieses Lied summst. Du kannst leise oder lauter summen, je nachdem, wo Du bist und wie viel “Lärm” Du Dich traust zu machen.

Abwandlungen

Es gibt Menschen, und solche kennst Du sicher auch, die pfeifend, singend, laut telefonierend durch die Straßen schlendern oder im Bus neben Dir sitzen. Das ist das eine Extrem. Das andere Extrem bist Du, nämlich Menschen, die still daneben stehen, sich genervt fühlen, mit ihren Gefühlen über diese “Belästigung” schwer zurechtkommen oder aber einfach nur, weil sie es nicht fassen können :-), diesen Menschen anstarren, in der Hoffnung, dass er es von allein merkt.

Und dazwischen ist das Summen. Es ist steuerbar. Du entscheidest, ob es jeder merkt oder niemand.

Man kann sowohl leise summen, als auch laut. Man kann mit seiner Stimme summen, als auch mit seinem Atem. Probiere alle diese Summmöglichkeiten mal aus:

  1. Summen und Deine Stimme ist hörbar
  2. mit dem Atem summen, du erweckst nur das Gefühl, Du würdest summen, aber in Wirklichkeit benutzt Du nur die Stimmbänder, die Du zum Klingen/Vibrieren bringst.
  3. leise summen.

Variante 1 ist also überall anwendbar, wo man laut sein kann, z. B. Zuhause, an der frischen Luft, unterwegs.

Variante 2 überall dort, wo man eher weniger auffallen möchte, z. B. im Supermarkt, im Meeting, in Warteschlangen.

Variante 3 an Orten, an dem es leichte Hintergrundgeräusche gibt, z. B. im Bus, Bahn, Tram, Zug.

 

Der Hintergrund: Wozu summen?

Summen, also die Aktivierung Deiner Stimme, aktiviert Dich. Es setzt Dich in den Mittelpunkt, statt anderer Menschen oder Fahrten in die Stadt oder Geräuschkulissen oder gefährlich erscheinende Körperreaktionen wie Herzstolpern und -rasen, schweißnasse Hände, Muskelverspannungen, weiche Knie, Enge in der Brust, Schluckbeschwerden usw. Es hält Deine Konzentration über die Länge des gesummten Liedes bei Dir, statt durch Grübelkarusselle wieder von Dir abgelenkt zu werden.

Es stärkt zudem Dein Selbstvertrauen, denn die Benutzung deiner eigenen Stimme ist ein wesentliches Element bei der Selbstheilung. Du hörst Dich, Du merkst: Es gibt mich. Ich bin. Es aktiviert außerdem Deine Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit: Ich kann mich ausdrücken. Ich entscheide, wann ich spreche und wie.

Es aktiviert zu guter Letzt eine korrekte Atmung. Bei der typischen Angst- und Panikatmung versucht der Betroffene so viel Luft wie möglich einzuatmen, während das Ausatmen des Kohlendioxids verkürzt wird. Folge: Wir behalten mehr Kohlendioxid in uns, ringen um Luft. Das erschwert die Symptome ungemein. Wenn wir aber summen oder singen oder sprechen, dann müssen wir ausatmen. Es geht gar nichts anders.

 

Bonusmethode “Ent-sinn-ung”

entsinnung als methode gegen angst und panikattackenAls Zusatz habe ich oft die Methode der Ent-sinn-ung genutzt (Das ist mein Name dafür.): Augen schließen, Ohren zuhalten, aber Hauptsache immer nur einen Hauptsinn öffnen.

Bei Panik hat man eine niedrige Reizschwelle bzw. die Anfälligkeit einer schnellen und heftigen Reizüberflutung ist hoch. Durch Entsinnung lässt sich das mindern. Wenn Du also summend zum Briefkasten oder der U-Bahn gehst, summend in der Schlange im Supermarkt stehst, schließ Deine Augen und sperre alle visuellen Reize, die sonst mit in Deinem Fass landen, aus. Die Konzentration liegt nur auf den akustischen Signalen. Wenn Du dann Deine Augen wieder öffnest, konzentriere Dich ausschließlich auf die Akkustik, auf deine Ohren und nimm sie vorwiegender wahr, als das Visuelle. Umgekehrt funktioniert Entsinnung auch. Halte Dir die Ohren zu (oder tu so, als hättest Du Ohrenschmerzen und verschließe Deine Ohrmuscheln mit Deinen Händen). Senke am besten den Kopf, wenn Du das tust und schotte Dich kurz visuell von deinem Umfeld ab, um Deinen Sehsinn zu fokussieren. Wenn Du den Kopf wieder hebst, sperre alle Geräusche, die noch teilweise da sein werden, aus der Konzentration aus. Nimm nur das Visuelle wahr. Wenn Du dann die Ohren “wieder aufmachst”, fokussiere nur das, was Du siehst.

Jeder kann selbst für sich probieren, was wirksamer ist. Grundsätzlich lässt sich mittels eines leichten Tests, der dem Lerncoaching entstammt, herausfinden, auf welche Sinne man stärker anspringt, also welcher Lernkanal für Dich am geeignetsten wäre.

 

Der Sinne-Test

Schließ Deine Augen und stell Dir vor, Du bist am Meer. Es ist ein wunderbarer Tag, Du fühlst Dich wohl. Was nimmst du zuerst wahr?

Den Sand unter Deinen Füßen? Den Wind auf Deiner Haut? Das Salz auf Deiner Zunge? Siehst Du zuerst das Meer und die Wellen? Oder hörst Du sie als Erstes?

  • Wenn Du fühlst, ist das ein Hinweis auf Haptik als dominanter Kanal.
  • Wenn Du hörst, ist es Dein akustischer Kanal, der ausgeprägter bei Dir ist.
  • Wenn Du siehst, zählst Du zu den visuellen Menschen.
  • Wenn Du riechst, steht das Olfaktorische im Vordergrund.
  • Wenn Du schmeckst, ist es das sogenannte Gustatorische, was bei Dir eher wirkt.

Man kann  sich also den ersten und zweiten Sinn, der am stärksten ausgeprägt ist, suchen und diese beiden entweder aussperren, wenn man in Paniksituationen gerät oder aber bewusst einen der beiden aktivieren, fokussieren, während der andere ausgesperrt wird. Du kannst auch einmal schauen, ob es nicht einer der beiden stärksten Sinne ist, der Dich in Stress-, Angst- und Paniksituationen “triggert”. Sollte dies so sein, dann empfehle ich erst recht die Methode der Ent-sinn-ung in Verbindung mit Summen. Notfalls auch Ohropax.

LG,
Janett

Janett

 

 

Noch mehr Strategien aus 5 Jahren Anti-Angst- und Panik-Suche findest du hier:

ideen, um angst und panik aufzulösen

Ausschlusserklärung: Alle Inhalte und Techniken sind gewissenhaft recherchiert bzw. erprobt. Dennoch ersetzt jede hier beschriebene Strategie gegen Stress, Angst und Panik keine professionelle Psychotherapie. Für jeglichen Personenschaden wird keine Haftung übernommen.

Brief an mein inneres Kind oder Eine Erinnerung an dich, falls du vergessen hast, wer du bist

Brief an mein inneres Kind oder Eine Erinnerung an dich, falls du vergessen hast, wer du bist

Was uns im erwachsenen Leben an Schwierigkeiten und Herausforderungen begegnet – emotional und psychisch – findet seinen Ursprung zu oft in der Kindheit. Dort haben wir gelernt, wie Leben vermeintlich geht, wofür wir hier sind und wie unsere Rollen aussehen, was wir sollen und was nicht, wie die Welt tickt und wie wir Teil davon werden (oder bleiben). Nur selten aber decken sich diese Lernerfahrungen mit dem, was wir sein wollen und können. Denn unsere Kindheit ist auch gesät mit Verletzungen, vorrangig die unserer Eltern und Großeltern, die an uns weitergegeben wurden. Wir konnten sie als Kind nicht prüfen, aber im erwachsenen Leben können wir es sehr wohl – mithilfe unseres inneren Kindes. Ist unser inneres Kind verletzt, sorgt es für destruktive Beziehungen und Missstände, die wir vermeintlich nicht loslassen können, wenn wir älter sind. Hier helfen Erinnerungen an unser wahres Selbst, nachdem wir Missliches, was unser inneres Kind glaubt, aufdecken und ausgleichen. Briefe sind ein hervorragendes Instrument, um seinem inneren Kind zu begegnen: Es ist ein bewährtes Mittel der Schreibtherapie, seinem inneren Mädchen/Jungen einen Brief aus der Sicht des Erwachsenen zu schreiben – um ihm den Weg zu weisen, zu korrigieren, zu bestärken und schlussendlich zu heilen.

Hier ist – als Anregung oder Vorlage – mein Brief. Es ist der Zweite. (Den Link zum Ersten findest du am Ende dieses Briefes.)

Brief an dein/mein/unser inneres Kind

inneres kind
Briefe als Instrument, um seinem inneren Kind zu begegnen und es zu heilen: ein bewährtes Mittel der Schreibtherapie

Liebling,

ich habe einige Bitten an dich.

Du darfst immer traurig sein, wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist, aber erinnere dich daran, dass jedes Gefühl – Traurigkeit, Schuld, Scham, Angst, Ekel usw. – eine Entscheidung ist. Du entscheidest, ob du ihm Raum gibst oder nicht. Du entscheidest, ob du dich fürchtest oder nicht. Du weißt, dass du deine Gefühle steuern kannst. Dein Denken ist ein mächtiges Instrument und Gefühle sind deine Freunde. Sie kommen aus der Kindheit und zeigen dir, was du gelernt hast. Was du aber früher gelernt hast, kann heute schon hinfällig sein und morgen schädlich. Viel wichtiger: Was du gelernt hast, kannst du jederzeit wieder verlernen.

Bitte erinnere dich, wie alt du bist, was du bereits in deinem Leben gemeistert hast, worauf du stolz sein kannst und welche Fähigkeiten dich besonders machen. Solltest du auch nichts von dem, was dich ausmacht, nutzen – weder für dich noch für die Welt: Es ist nie zu spät, dein Leben zu verändern. Nimm dir ruhig die Zeit, die du brauchst.

Trennungen aller Art wiegen schwer für jeden Menschen. Du bist nicht allein damit. Wenn dich jemand verlässt, sei traurig, weil es schmerzt, aber erinnere dich daran, dass du ebenso dankbar sein könntest, einen Menschen weniger in deinem Leben zu haben, der nicht zu dir gehören will. Gib das Kämpfen auf. Es geht darum, jene zu finden, die bei dir sein wollen, weil sie zu dir passen und du zu ihnen.

Deshalb: Wenn dich jemand verletzt, prüfe sorgfältig, ob es dein Ego ist, das weint, oder dein Herz. Dein Kopf und Herz sind mit Grund voneinander entfernt. Beide haben ihre Aufgaben, aber nicht immer haben beide recht. Es kann so aussehen, als würdest du bitter leiden, während es nur eine Kränkung deines Egos ist. Es kann sein, dass du meinst, etwas würde dir nichts anhaben, dir nichts ausmachen, während dein Herz leise bricht. Kenne den Unterschied. Kenne dich.

Wenn du abgelehnt wirst – und das wird nicht selten geschehen – bleib dennoch positiv und dankbar. Vertraue den Menschen in ihren Ansichten über dich und sich und euer beider Wohl. Wenn sie dich nicht wollen, so ist es ihre Entscheidung. Respektiere sie. Sie ist richtig, weil sie sich richtig für denjenigen anfühlt. Selbst wenn sie sich für dich falsch anfühlt, so könnte sie doch richtig für dich sein. Manchmal wollen wir erst recht das, was wir nicht haben können. Und viel zu oft wünschen wir uns, was uns nicht guttäte. Es nützt dir wenig, dich täglich für einen Hauch gelogene Sympathie aufopfern und zermürben zu müssen. Es ist ein täglicher Kampf, der dich zeichnen wird. Du kannst ihn jetzt aufgeben und doch dankbar sein für die schönen Zeiten und nützlichen Lehren.

inneres kind brief

Lerne ebenso, Menschen zu verlassen oder dich aus destruktiven Situationen zu schälen, ganz egal, wie sehr es jemandem wehtun würde. Dein Leben ist dafür da, gelebt zu werden, in maximaler Freude und mit bestem Gewissen und Wissen. Es ist nicht Pflicht des Lebens, unnötig zu leiden, wenn du dieses Leid vermeiden könntest. Es ist eine Erlaubnis, zu gehen, wann immer du in einer Verbindung keinen gegenseitigen, erfüllten und liebevollen Nutzen erkennen kannst.

Der Tod wird früh genug kommen. Verlust ist unvermeidbar. Sei deshalb Zeit deines Lebens gut zu dir, deinem Körper, deiner Seele und anderen Menschen. Töte weder dich noch andere im Kleinen wie mit Worten, Rache oder Vermeidung, Schweigen, Distanz, Reaktivität oder Angst, Verachtung oder Aufopferung. Alleinsein will gelernt sein und Konflikte gemeistert. Du bist genauso wichtig wie andere. Andere sind genauso wichtig wie du. Wer dir hier widerspricht, gehört nicht in dein Leben.

Jeder Mensch, der dich verletzt, ist dennoch ein wertvoller Lehrer für dich. Hasse ihn nicht. Was dich verletzt, sagt etwas über deine Verletzungen, die, die du so sehr zu lindern versuchst – oder gekonnt verdrängst. Sei nicht tätig, Verletzungen zu vermeiden, die Kontrolle zu behalten oder das Leben gar zu manipulieren. Das alles sind bloße Gedanken, die aus alten Wunden entspringen. Doch alt ist, was alt ist. Jetzt ist jetzt. Je häufiger du mit dem Schlimmen in Kontakt kommst, desto eher wirst du lernen, ruhig zu bleiben, dir und deinem Leben zu vertrauen und so deine Ängste überwinden.

Ängste sind okay, weißt du? Wir alle haben welche. Sie sind da, um dir etwas zu zeigen:

1.) Was du glaubst, nicht zu dürfen oder nicht zu sollen?
2.) Wo es hakt, wo du eingreifen musst, wo es eine Korrektur geben muss?
3.) Was erlaubt dir deine Angst, nicht tun zu müssen?

Ängste sind nicht da, um dich zu quälen. Sie sind nicht da, um dich deines Glücks zu berauben oder zu benachteiligen. Sie sind da, um verstanden und akzeptiert zu werden. Je schneller du deine Ängste kennenlernst, desto näher rückst du an dich selbst heran.

Seien die Verletzungen von Menschen noch so eindeutig: Bleib ruhig und atme. Besinne dich auf ihre Lektionen. Was sie können, kannst auch du. Manchmal lernt es sich am besten von seinem vermeintlich größten Feind, zum Beispiel, wie du nicht bist oder nicht sein willst, wo du nicht hingehörst oder nicht hingehören willst. Es gibt Menschen, die ein Leben lang nach den Antworten auf diese Fragen suchen. Nimm die Gelegenheiten, wie sie kommen, und packe ihre Lektionen am Schopfe. Das erspart dir wertvolle Zeit.

Wer versucht, deine Schwachstellen zu finden, um sie gegen dich auszuspielen, hat ebenso Schwachstellen, die er zu verstecken versucht. Hinter jeder Schwäche steckt eine Stärke, so wie hinter jeder Stärke eine Schwäche steckt. Es ist die Balance, die zählt.

nicht wissen wohin mit meinem leben

Mitunter sind Angriffe anderer auf dich nicht mehr als der Spiegel ihrer Angst. Finde heraus, was sich dahinter verbirgt, dann übe dich in Verständnis und Vergebung. Doch du bist ein Mensch, keine Fußmatte. Erinnere dich daran und wenn nötig, auch die anderen, die diese Erinnerung brauchen. Mitunter werden/wurden sie selbst so behandelt und kennen keine anderen, gesunden Wege. Man könnte auch sagen: Sprich die Sprache deines Gegenübers. Sei sanft zu dir und denen, die Sanftheit verstehen. Sei bereit, sanft hart zu jenen zu sein, die nichts als Härte üben, indem du ihnen deinen Grenzen aufzeigst. Die größten Verletzungen, Missverständnisse und Kommunikationsfallen entstammen dem Schweigen, der Unkenntnis und Uneinsichtigkeit.

So bleibe offen Menschen gegenüber, die Charaktereigenschaften haben, die dir fremd sind. Sie wuchsen anders auf als du. Aber sie sind Menschen, so, wie du. Was kannst du von ihnen lernen? Was können sie, was du nicht kannst? Was kannst du ihnen beibringen? Was kannst du, was sie nicht können? Welches gemeinsame Ziel habt ihr? Welche Handlungen würden es euch erleichtern, euer Ziel zu erreichen?

Fehler zu machen, heißt nicht, ein Fehler zu sein. Selbst die härteste Kritik ist nichts weiter als Feedback. Bleib ruhig und frage stattdessen, was du neben dem Fehler gut gemacht hast. Das lenkt aller Aufmerksamkeit ab – besonders deine.

Du wirst dein Leben lang lernen und an dir arbeiten dürfen. Nenne es Persönlichkeitsentwicklung oder Potenzialentfaltung. Niemand kommt perfekt auf diese Welt. Du bist kein Fertigprodukt, sondern durchläufst deine eigene Evolution in deinem eigenen Tempo. Keinen einzigen Tag bist du auf dieser Welt, um zu sein, wie es andere von dir erwarten. Es ist das Miteinander, das zählt, das gegenseitige Füreinander. Und das beginnt mit der Fürsorge für dich selbst.

Es gibt Menschen, die das nicht akzeptieren. Übe dich in Konfrontation. Es hat noch niemandem geschadet, für sich einzustehen. Es stärkt dein Bewusstsein für das, was du brauchst: dich und wer du bist, wer du sein willst. Dein Potenzial ist seit Geburt her in dir angelegt.

Vielleicht werden Zeiten kommen, in denen du nicht weißt, wie es weitergehen soll, in denen dir alles sinnlos erscheint und leer. Fehlt dir ein Sinn, fehlt dir in Wahrheit ein Ziel. Es muss dein Ziel sein, erreicht mit deinen Mitteln, minus dem, was andere wollen. Nur so steht unter dem Strich ein Ergebnis, das dir gefallen wird. So überstehst du alle Hindernisse und Zweifel.

Du hast immer das Recht, jemanden nicht zu mögen, so wie jeder andere das Recht hat, dich nicht zu mögen. Dich zu mögen, ist das oberste Ziel – für dich. Du wirst es nicht erreichen, wenn du dir nur dann gefällst, wenn du anderen gefällst, du dich nur dann magst, wenn andere dich mögen.

Prüfe deshalb deine eigenen Gedanken und Ansichten über die Welt. Nicht jeder deiner Gedanken ist wahr, so, wie alle, die von außen kommen, sowohl richtig als auch falsch sein können. Erinnere dich daran, dass jeder seine Einstellungen braucht. Sie geben Halt und versprechen Ordnung. Je flexibler du bleibst und je weniger Glauben du dem schenkst, was du denkst, desto eher wirst du zu dem, was du sein kannst: dein größtmögliches Ich.

inneres kind

Denn du wirst niemals besser sein, als das, was du von dir glaubst. Glaube daran, dass alles möglich ist und alles kann möglich werden. Beschränke dich nicht selbst, nur weil dir deine Gedanken dazu raten.

Hinterlasse der Welt etwas, was dir am Herzen liegt. Teile. Gebe. Inspiriere. Sprich über deine Niederlagen. Zeige, wie du sie überwunden hast. Liebe. Verletzlichkeit ist Teil des menschlichen Seins. Niemand kommt um sie herum. Sie zu leugnen, ist eine der größten Lügen.

Deshalb bewerte Menschen nicht auf den ersten Blick. Du kannst niemals wissen, was jemand gerade durchmacht, welche Kämpfe er auszustehen hat, welche Ängste. So mancher lächelt und sagt, alles wäre wunderbar, während er in Wahrheit verzweifelt. Wir haben alle unsere Sorgen, aber nicht jeder zeigt sie.

Schlussendlich ist hier meine letzte Bitte: Bevor du fällst, falle lieber auf! Auch sein Leben nicht in die Hand zu nehmen, ist eine aktive Entscheidung. Sie lautet: „Ich nehme mein Leben nicht in die Hand, sondern lasse es liegen und mache nichts damit.“ Suche dir Hilfe dafür, wenn du welche brauchst. Gehe einen ersten Schritt und probiere etwas Neues, wenn dich das Alte nicht mehr nährt. Aber handele. Sei dir hier am nächsten und kümmere dich gut um dich. Wenn du das tust, wird sich das Leben dankbar zeigen. Das ist ein Versprechen!

In Liebe,
dein erwachsenes Ich

© Janett Menzel

Zum Weiterlesen

“Über die Kunst, allein zu sein” (Janett Menzel, 2016)
“101 Wege aus der Angst” (Janett Menzel, 2018)
“Mein neues Leben ohne Angst” (Janett Menzel, 2020)
“Hör auf! Deine Angst” (Janett Menzel, 2018)

Hier geht’s zum ersten Brief an mein inneres Kind

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stress, Stress, Stress: Wir wissen mittlerweile alle, dass er krank machen kann und deshalb bewältigt und abgebaut werden muss. Die Wissenschaft weist auch immer wieder darauf hin, dass ein erhöhter Stress über eine lange Zeit schnell in psychische Belastungsstörungen wie Angstzustände oder Depressionen übergehen kann. Doch selbst “nur” Schlafstörungen oder das Gefühl der ständigen inneren Hektik deuten bereits an, dass wir tätig werden sollten, um den Körper und die Psyche zu entlasten. Die Stresshormone müssen abgebaut werden. Nur, wie? Denn meist bleibt im Stress einfach keine Zeit.

Ich habe den befreundeten Autor des Buches “Stress, der moderne Säbelzahntiger!”, Ron B. Charles, zu einem Interview über Stressbewältigung eingeladen, um uns die Kniffe und Tricks zu verraten.

Stressbewältigung: Stressoren, Auswirkung auf Geist & Psyche und Angstzustände

Stress und Auswirkungen

Dass ein Buch über Stressabbau zur Nummer 1 bei beispielsweise Amazon & Co. werden kann, zeigt mir, dass wir nach wie vor mit diesem Thema hadern. Wir haben lange To Do-Listen mit Aufgaben, die wir abarbeiten müssen, und Pflichten, denen wir nachgehen müssen. Wir kommen uns viele Erledigungen nicht einfach herum, auch wenn wir sie nicht mögen oder keine Kraft dafür haben. Sei es im Job, in der Familie, im Liebesleben oder in der Freizeit: Alles kann das Potenzial entwickeln, uns kurzfristig oder langfristig zu stressen. Stress beschreibt dabei die automatisch einsetzende innere Anspannung durch etwas oder jemanden. Wir vergessen währenddessen jede Achtsamkeit und Ruhe, jedes Vertrauen und jeden noch so guten Vorsatz. Wir übersehen unser Bedürfnis nach Pausen, nach wohltuenden Ausgleich, nach nährenden Freizeitaktivitäten und Menschen, die uns guttun. Wir greifen in Stressphasen vermehrt zu fettigem und zuckerhaltigen Lebensmitteln, weil sie unseren Blutdruck heben und uns für eine kurze Zeit vermeintlich mehr Kraft verleihen. Wir belohnen uns damit, faul auf der Couch zu liegen statt Sport zu treiben – obwohl wir wissen, dass das Zweite besser wäre. Dabei würde dieser unsere Stresshormone leichter abbauen, die durch unseren Lebensstil oder -wandel ankurbelt worden sind.

Leider hat Stress den Nachteil, dass er müde und ausgelaugt macht. Uns fehlt die Kraft, noch etwas für uns zu tun. Im ständigen Für-andere-da-sein, im Leisten und Wirken, um entweder über die Runden zu kommen oder das gewünschte Leben aufrechtzuerhalten, vergessen wir oft zuerst unsere Gesundheit. Leider nicht nur physisch, sondern oftmals auch geistig. Die renommierte Therapeutin und Autorin Verena Kast beschrieb in ihrem Klassiker “Über den Sinn der Angst” einst, dass Stress nichts anderes sei als Angst:

  • Angst, Fehler zu machen oder zu versagen
  • Angst, nicht dazuzugehören oder ausgeschlossen zu werden
  • Angst, andere zu verletzen oder zu enttäuschen
  • Angst, nicht gut oder nicht genug zu sein
  • u. v. m.

Die Forschung hat gezeigt, dass Stress/Angst auf allen Ebenen horrende Auswirkungen haben kann, wenn wir nicht – besonders in Stressphasen – dafür Sorge tragen, dass unser Körper ihn wieder abbauen kann:

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen
  • Nacken-, Rücken- und/oder Gelenkschmerzen
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Nachtschweiß, Müdigkeit, viel Schlaf brauchen)
  • Magen-Darm-Befindlichkeiten wie z. B. Durchfall, Verstopfung, Reizdarm- oder Reizmagensyndrom, Sodbrennen
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen und -stolpern, Atembeschwerden, Enge in der Brust
  • Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit
  • Antriebslosigkeit, Lethargie
  • Ängste
  • usw.

Viele meiner LeserInnen und ich eingeschlossen, haben festgestellt, wie schnell Stress zu anhaltenden Angstzuständen mit/ohne Panikattacken führen kann (weswegen ich viel über Stressängste schreibe). Denn jeder Mensch hat seine ganz eigenen Stressfaktoren (Reize, die Stress auslösen), sogenannte Stressoren, auch wenn es allgemeinere gibt, die jeden erwischen können. Dabei sind Stressoren entweder innere oder im Außen auftretende Faktoren, die in deinem Körper/Geist individuell Stress bewirken:

  • Leistungsstressoren (z. B. viele Arbeitsaufgaben)
  • physikalische Stressoren (z. B. Lärm, Hitze, grelles Licht, Enge)
  • soziale Stressoren (z. B. für einen Menschen schwierige zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen)
  • körperliche Stressoren (z. B. Allergien, Krankheiten, Verletzungen)

Jeder Stressor hat die Macht, dich zu einer Anpassung, zur Flexibilität oder gar Duldung zu zwingen. Doch die Zahl der Abhängigkeiten im Leben ist groß. Was bleibt also? In meinen Augen ist es eine veränderte Haltung zu allem, was Stress bewirkt. Wie gehst du mit Stress um? Welcher Stressor belastet dich am meisten? Und wie kannst du die Auswirkungen auf deinen Körper & Geist verringern? Fragen wir doch jemanden, der sich damit auskennt.

Interview mit Ron B. Charles über sein Buch “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden”

Interview mit Ron B. Charles
Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.

Wieso hast du dich dazu entschieden, ein Buch über Stress zu schreiben? Gab es persönliche Erfahrungen oder findest du, dass das Thema noch nicht ausführlich genug besprochen wurde?

Das Problem “Stress” ist für viele Menschen nicht wirklich gelöst, daher empfand ich es sinnvoll, ein Buch über dieses Thema zu schreiben, welches dabei unterstützt, für sich selbst einen Leitfaden, wie man mit Stress umgehen kann, zu entwickeln. Stress ist allgegenwärtig und wird viel zu häufig schon als „völlig normal“ und „das gehört einfach dazu“ betrachtet. Natürlich hatte ich selbst auch schon allerlei stressige Situationen in meinem Leben und gelegentlich komme ich auch wieder in solche Situationen. Man kann sich aber darin üben, besser mit stressigen Zeiten umzugehen und anders zu agieren, um Stress weitestgehend zu vermeiden.

Du beschreibst viele Auswirkungen von Stress auf körperlicher Ebene. Unter anderem besprichst du auch positiven und negativen Stress. Woran erkenne ich, ob Stress positiv oder negativ ist?

Stress kann bekanntermaßen verheerende Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus haben und wirkt sich auch bei jedem unterschiedlich aus. Es gibt jedoch diese eine Grenze zwischen Eustress, der gut für uns ist, und Disstress, der uns schadet. Welcher Stress für dich positiv oder negativ ist, bedarf aber einer genaueren Analyse deiner Aktivitäten und Reaktionen auf die Ereignisse in deinem Leben. Mein Buch hilft dabei, diesen Unterschied für selbst zu verdeutlichen, indem es auf einzelne Lebensbereiche genauer eingeht. Stressempfinden ist sehr individuell und unterschiedlich. Dies für den Leser zu ermitteln, ist eines der Ziele des Buches.

Oft passiert es (ich kenne es zumindest von mir), dass nicht das Umfeld oder einzelne Lebensereignisse stressen, sondern man sich selbst Stress macht: durch eigene Gedanken oder Gefühls- und Verhaltensweisen. Wie siehst du das?

Ereignisse, sofern nicht vorhersehbar, können einen durchaus in Stresssituationen hineinkatapultieren. Richtig ist, dass unsere eigenen Gefühls- und Verhaltensweisen, wie du es beschreibst, maßgeblich darüber entscheiden, wie wir mit diesen Ereignissen umgehen bzw. wie sehr uns diese in Stress versetzen. Ich empfehle deshalb eine intensivere Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Gefühlswelten, um zu verstehen, weshalb man reagiert, wie man reagiert. Dafür gibt es hilfreiche Anleitungen und Tipps sowie Selbsttests in meinem Buch, um Stress, den modernen Säbelzahntiger, mit dem wir uns verbünden sollen, nachdem wir ihn verstanden, zu bezwingen.

Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden
Ron B. Charles über Stressabbau, Techniken und Umgang mit stressigen Zeiten

Bei Stress heißt es oft, man solle Sport machen oder Yoga oder eine Entspannungstechnik erlernen. Vielleicht geht es anderen auch so wie mir: Ich habe keine Lust, noch Sport zu machen oder mich zu bewegen, Neues zu lernen oder überhaupt irgendwie aktiv zu werden, wenn ich viel Stress hatte – auch wenn ich weiß, wie kontraproduktiv das ist. Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Ist es überhaupt schlimm, wenn man nach Stress einmal nichts macht?

Nein, das ist nicht schlimm. Tatsächlich kann es sogar das einzig Richtige sein, nach einer stressigen Phase erst einmal nichts zu machen. Und auch das Nichtstun, kann man perfektionieren. So kann die richtige Meditationstechnik eben dazu führen, dass man den Geist leert, eine wirklich erholsame Aktivität. Bewusstes Nichtstun ist also sehr wichtig. Keinen Sport oder keine Bewegung zu betreiben, halte ich nicht nur in Bezug auf Stress für einen grob fahrlässigen Umgang mit dem Zuhause, indem wir wohnen dürfen – unserem Körper. Bewegung und Sport in sein Leben zu integrieren sowie Entspannungsübungen zu erlernen, bedeutet letztendlich, viel stressresistenter zu werden, als man es jemals war. Man beugt damit vor, kommt weniger bis gar nicht mehr an seine stressempfindlichen Grenzen und wird dadurch insgesamt leistungsfähiger.

Ich bin mal ehrlich: Ich bezweifele ja, dass man Stress ganz aus seinem Leben streichen kann. Hast du einen goldenen Rat für meine LeserInnen, wenn sie einen stressigen Tag oder gar eine stressige Zeit erleben?

Und dieser Zweifel ist durchaus berechtigt. Denn Stress lässt sich nicht aus unserem Leben streichen. Lediglich, wie wir damit umgehen und was wir tun, um stressresistenter zu werden, kann Stress auf ein Maß bringen, bei dem wir uns sogar wohl mit diesem fühlen. Und das ist der goldene Rat: Lerne einen neuen Umgang damit, wandele deine Gedanken dazu.

Was machst du persönlich bei Stress?

Ich wende alle Tipps, die im Buch gegeben werden, selbst an, und komme daher nur sehr selten in gefühlt stressige Situationen. Und wenn doch, beruhige ich meinen Geist und mache mir klar, dass ich noch 10 x mehr davon ausgehalten habe, bevor ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. 6 x die Woche für 45 Minuten Sport und eine gute Organisation meiner Termine, hilft mir den Stress zu bewältigen. Ich kann also guten Gewissens sagen, dass der Stress in meinem Leben weitestgehend reduziert ist. Genau dieses Gefühl wünsche ich all meinen Lesern. Mein Buch kann ihnen dabei helfen, wie ich an genau diesen Punkt zu gelangen.

Vielen Dank, Ron!

Mehr Informationen findest du in seinem Bestseller “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden: Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.”

So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder Partner

So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder Partner

Einsamkeit ist besonders zu Weihnachten ein großes Thema für viele. Auch für mich: Wer mir schon länger als LeserIn treu ist, weiß, dass es aus meiner engen Familie nur noch meine Mutter gibt, die aber jedes Weihnachten in Norwegen arbeitet, weswegen ich das Fest über allein bin. Der Rest meiner engsten Angehörigen ist verstorben. Mir gelang es drei Jahrzehnte nicht, die Festtage zu genießen, ohne meine Großmutter, meinen Onkel, meine Tante, meinen Großvater – oder ohne Partner. Ich fühlte mich einsam und grauenhaft.

Heute sieht die Lage emotional anders aus, aber ich spüre doch ihre Abwesenheit. Genau deshalb habe ich mir ein kleines Ritual des Loslassens, voller Dankbarkeit und Annahme überlegt, zu dem ich dich einlade, falls deine Lebenssituation ähnlich aussieht.

Wieso es so schwerfällt, besonders an Weihnachten und Feiertagen allein zu sein

so überstehst du weihnachten obwohl du allein bistSchon in meinen Kindheitstagen – vor mehr als 25-30 Jahren – zerriss es mir und meiner Mutter das Herz, Weihnachten allein zu verbringen, ohne unsere Familienmitglieder und liebsten Freunde. Weihnachten war für uns eine Zeit der seelischen Lähmung und Leere, die wir beide nicht aufwiegen konnten. Es symbolisierte nicht nur, dass wir aufgrund des Todes und vieler offener Streitigkeiten allein zurückgeblieben waren. Es zeigte uns auch, dass wir uns allein nicht zu füllen vermochten, es nicht schafften, mit den Verlusten gesund umzugehen.

Weihnachten war aber auch die Zeit der Vergleiche, wenn wir sahen, wie andere ihr Weihnachtsfest verbrachten – mit viel Liebe und Freude am Beieinandersein, dem Kochen (oder den Essgelagen), dem Zusammenführen von Familienmitgliedern, die man sonst das ganze Jahr über nicht sah.

Wir hätten uns gern mit unseren Familienmitgliedern gestritten. Wir hätten gern trotz des übervollen Magens noch zwei Stück Kuchen hinterhergeschoben, nur um meine Oma glücklich zu machen. All das, worüber sich Menschen mit einer 3+-Familie aufregen, hätten wir begrüßt. Was man nicht hat, vermisst man eben. Wir lenkten uns stattdessen ab und versuchten, nicht zu bemerken, dass uns liebe Familienmitglieder oder ein stabiles Umfeld besonders zu Feiertagen fehlte.

Heute – mit über 36 Jahren – merke ich Weihnachten ohne sie zwar, aber es kommt nur noch in Sekundenlänge vor, dass mir auffällt, dass ich sie noch immer vermisse und immer vermissen werde. So schnell, wie das Gefühl da ist, schwindet es auch wieder. Doch auch wenn Einsamkeit in ihrer Tiefe kein lähmendes Thema mehr ist, ist mein Verhältnis zu Weihnachten nach wie vor ungesund. Ich wage es unbewusst nur bedingt, glücklich zu sein. Ich merke das Kind in mir, wie es flüstert: “Aber sie sind alle tot, außer deiner Mutter, die nicht hier ist, und deine Freunde sind verreist.” Trotzdem geht es mir passabel und ich nutze seit Jahren das Weihnachtsfest, um in mich zu kehren und Neues für das kommende Jahr zu bedenken, Altes aus meiner Wohnung auszumisten und die Tage in einer “My way or no way”-Manier zu verbringen – ohne Geschenke, Weihnachtsbaum, geräumige Deko und blinkenden Lichtern.

Es tut nur dann weh, wenn ich daran denke. Und auch das habe ich satt und mir deshalb für dieses Weihnachtsfest ein Ritual ausgedacht. Vielleicht ist es auch etwas für dich.

Das Weihnachten allein-Ritual

sich bewusst dem Jetzt öffnen und so alten Schmerz loslassenIch finde ja, wenn man sich bewusst dem Schmerz, der in einem lebt, öffnet, kann Erstaunliches passieren. Das ist empirisch wahrscheinlich und deshalb könnte mein kleines Ritual gut funktionieren, wenn man es bewusst und mit Dankbarkeit umsetzt. (Ich schmunzele übrigens, während ich das schreibe. Ich möchte dich gern davon wegbringen, dass alles immer nur schlimm und todtraurig sein muss, wenn man allein ist, auch wenn das Weihnachtsfest allein zu verbringen, ganz sicher niemand verdient hat.)

Aber eins steht fest: Es wird immer Wege geben, die man noch nicht kennt und noch nicht probiert hat. Unter diesen wird es mindestens einen geben, der Heilung und inneren Frieden zu bringen vermag.

Für mein Ritual benötigst du:

  • Tannenzweige als Strauß bindbar bzw. Weihnachtsbaum (samt Ständer etc.) – echt oder unecht
  • Bastelutensilien (Papier, Pappe, Schere, Klebestift, schönes Kordel- oder Schleifenband)
  • kleine Boxen (Größe einer Ringschachtel) oder Minibriefumschläge (Anleitung) und kleinformatiges Papier wie Memozettel
  • Fotos der Menschen, die du vermisst – die nicht anwesend sein können
  • optional: Bastel- und Dekorationszeug wie Perlen, Sterne, Farben
  • optional: transparente Weihnachtskugeln zum Befüllen*

Du ahnst es sicher: Wir basteln Fotodekoration und andere Anhänger für einen Weihnachtsstrauß, Tannenzweig-Arrangement oder den Christbaum. Dort platzierst du dann deine Deko und kannst so erleben, dass all deine Lieben, die, die du am meisten vermisst, bei dir sind – im Herzen, im Geiste – als Teil deines Lebens und deiner Seele. Statt zu trauern, sie zu verdrängen und zu hoffen, dass keine bösen Erinnerungen hochkommen, die dich in die Einsamkeit stürzen, statt dich abzulenken und dich aus dem Moment, dem Jetzt herauszureißen, holen wir die Situation ganz nah an uns heran und öffnen uns ihr.

Und so wird es gemacht (nur beispielhaft, lass deiner Kreativität gern ihren Lauf):

Einfacher Papp-Foto-Anhänger

Zum Vergrößern anklicken

Male den Kreis-Umriss, z. B. einer Tasse, um das Gesicht der Person auf dem Foto (oder in der Größe deiner Wahl) und schneide es aus. Male einen Kreis in derselben Größe auf ein Stück Pappe oder etwas Festem, sodass dein Weihnachtsbaum-Anhänger Stabilität bekommt.

Schmiere das Pappstück mit Kleber wie Prittstift oder der festeren Variante einer Heißklebepistole ein, befestige eine schöne Kordel in der Länge deiner Wahl mit den offenen Enden in den Kreis hineinzeigend und klebe dann das Foto darüber.

Foto-Weihnachtsbaumkugeln

Christbaumschmuck mit Fotos von den lieben Familienmitgliedern oder Freunden, Partnern und KindernIm Handel erhältlich sind transparente Weihnachtsbaumkugeln (z. B. bei Amazon*), meist in 5 mm, 8 mm oder 10 mm Durchmesser, die man in zwei Hälften teilen und mit allerlei Tünnüff befüllen kann. Wir platzieren die Fotos unserer Liebsten in die Kugeln. Dazu müssen wir wieder die Fotos akkurat zuschneiden und das circa 1-2 mm kleiner, damit das Foto hineinpasst.

Ratsam ist es deshalb, sich im Vorfeld (vor der Bestellung/des Kaufs der Kugeln) die Größe der zu verwendenden Fotos anzusehen und abzuschätzen, ob sie ausreichen. Sonst würden sie in der Kugel umfallen, denn die Befestigung darin mit Kleber etc. ist mühsam. Lieber vorher ausmessen und dann eine gute Größe wählen.

An diesen Kugeln befinden sich oft einfache Ösen aus Plastik. Natürlich kannst du durch die Ösen deine eigenen Bänder oder Kordeln ziehen, um sie zu verschönern. Zur Verschönerung der Kugel ist es dienlich, wenn du nebst dem Fotos z. B. etwas Kunstschnee (alternativ Kosmetik-Watte), Glitzersterne (oder selbstgebastelte), Tannennadeln usw. hineinlegst. Lass deiner Fantasie ihren Lauf.

Gedanken-Geschenkboxen, -briefe und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum

Weihnachten trotz verstorbener oder fehlender lieber Menschen und VerwandteEine heilsame Art, seine Gedanken, Erinnerungen und Emotionen wegen geliebter und schmerzhaft vermisster Menschen frei zu lassen, ist das Schreiben von Briefen und Gebeten, kleiner Notizen oder dankbarer Worte. Das geht auch dann, wenn der Empfänger deiner Botschaft bereits verstorben ist oder er/sie deine Worte nie lesen wird, weil ihr keinen Kontakt mehr habt. In der Schreibtherapie geht es nur um das Freilassen, das Lösen der emotionalen Blockaden. Zu Weihnachten kann man solche Worte in Mini-Umschläge verpacken, und z. B. wie ich im Bild es tat, den Namen auf die Briefumschläge schreiben, die dann am Weihnachtsbaum landen.

weihnachten trotz trauer über den tod oder verlust eines geliebten menschen feiernDu kannst auch kleine Geschenkboxen an den Weihnachtsbaum hängen und dort hinein einige Worte auf einem Zettel tun. Aber natürlich gehen auch große, symbolische Geschenke unter dem Christbaum, die deine Dankbarkeit für diese Menschen darstellen.

Ein kleiner Tipp jedoch: Konzentriere dich beim Schreiben deiner Worte auf das Gute, was dir ihre Anwesenheit brachte, was du ihnen (falls sie noch leben) für ihr Leben Gutes wünschst, oder (falls sie bereits verstorben sind) was sie dir bedeutet haben – dass du in Gedanken bei ihnen bist und sie in deinem Herzen weiterleben. So schwer es auch fallen mag: Je weniger Selbstmitleid und Ärger/Wut, desto besser. Keine Schuld verteilen, weder an dich noch an den Empfänger deiner Worte. Dein Weihnachtsritual soll rein sein von all den vergangenen Belastungen. Es soll dir mit dem Start der Rauhnächte am 25. Dezember Klarheit und Befreiung, Ermächtigung und Reinigung schenken – und nicht dich beschweren und in eine erneute Trauerphase stürzen.

Bei diesen kleinen Vorschlägen sind die Menschen, die man am meisten vermisst, wieder Teil des Weihnachtsfestes. Deine Gedanken und Gefühle freigelassen zu haben, auf kreative Weise geborgen und ausgedrückt zu haben, wird dir das Gefühl geben, schwere Emotionen akzeptiert und gelöst zu haben. Die Abwesenheit deiner lieben Menschen bleibt zwar existent, aber in wertschätzenden Worten kann man sie ehren und lieben, egal, wo sie sind.

Ich freue mich auf deine Gedanken zu meinen Ideen! Schreibe sie mir gern wie immer in die Kommentare.

Janett Menzel Angst Blog

Fühlst du dich manchmal allein oder gar einsam?

Wenn du Strategien und wertvolle Einsichten in dich und dein Alleinsein erlernen möchtest, lege ich dir meinen Ratgeber “Über die Kunst, allein zu sein” wärmstens ans Herz. Ich tauche tief ein in das Gefühl und liefere dir neben einem umfangreichen Test 55 Ideen gegen Langeweile und innere Leere – hin zu Selbsterkenntnis – aus dem Gefühl der Einsamkeit hinaus und ins Gefühl der Selbstermächtigung hinein. Mehr dazu >>