Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

“Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist”, sagte schon Voltaire. Doch einfach glücklich sein – wenn das so leicht wäre. Die Suche nach dem Glück ist für viele Menschen eine Lebensaufgabe. Für andere stellt sich die Frage: Darf ich denn überhaupt glücklich sein? Habe ich Glück verdient? Solche Gedanken können zu einer regelrechten Angst vor dem Glück führen.

Glück und glücklich sein: ein- und dasselbe?

Natürlich darfst du glücklich sein, so, wie jeder Mensch. Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Unglück oder das, was nur anderen geschieht. Während wir Glück oft mit etwas Zufälligem wie den Lottogewinn oder die große Liebe in Verbindung bringen, meint es eigentlich: Zufriedenheit. Zufrieden mit dem Leben, das wir führen, unter welchen Umständen auch immer. Dankbar sein für das, was man hat. Und das Leben leben, wie es kommt.

Glück kommt auch nicht automatisch durch ein bestimmtes Ereignis. Das wäre gegen die Naturgesetze: Denn das Leben an sich bewegt sich zwischen Polaritäten, guten und schlechten Zeiten, hell und dunkel, leicht und schwer, Yin und Yang. Es geht um Balance, das Gleichgewicht, und nicht um das ewige Hoch, wonach heute so viele streben.

Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sind oft trotzdem glücklich – auch wenn sie sich ihr Lebensglück zurückerkämpfen mussten. Andere Personen haben fast alles im Leben, was man sich wünschen kann, ohne größeren Sorgen – und doch fühlen sie sich unglücklich und wissen oft nicht einmal, warum. Vielleicht haben sie so viel in ihrem Leben erreicht, dass das Weiter – Schneller – Höher – Mehr ihnen Probleme bereitet: Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun könnten, um … für immer glücklich zu sein. Materielle Dinge vermögen nur für kurze Zeit Glück zu schaffen, das zeigten ausreichend Studien mit Lottogewinnern, von denen viele im Endeffekt unglücklicher waren als vorher – trotz ihres Reichtums. Und sehr oft auch depressiv/er. Genauso wie es auch in einer Partnerschaft immer zu Krisen oder kleinen Auseinandersetzungen kommen wird.

Das Leben und das Glück sind wie eine Sinuskurve. Es kommt in Wellen, und mal geht es hoch und dann wieder runter. Nur wenn wir es schaffen,

  • unseren Mut zu behalten
  • an uns und das Gute zu glauben
  • Lösungen für Herausforderungen zu suchen
  • uns in Akzeptanz zu üben
  • und trotz Rückschlägen weiter zu machen,

können wir dauerhaft zufrieden sein.

Ich habe dir viele Wege zusammengestellt, wie du aktiv an deinem Glücklichsein arbeiten kannst – nicht nur, um deiner Gesundheit Gutes zu tun!

21 Wege, um glücklicher zu sein: Das kannst du tun, um dein Glücksgefühl zu steigern

Manchmal will sich kein Glücksgefühl einstellen, obwohl die Rahmenbedingungen doch stimmen. Oder dir ist zum Heulen zumute, aber irgendwie muss es ja weitergehen. Für diese Situationen gibt es einige Rezepte, mit denen du Zufriedenheit aus dem Versteck lockst

1.Trage ein Lächeln auf den Lippen

Auch wenn dir nicht zum Lachen zumute ist, kannst du deinen Mund dazu zwingen: Ziehe die Mundwinkel nach oben. Automatisch gehen Glückssignale an dein Gehirn. Glückshormone werden ausgeschüttet. Fake it until you make it – das geht auch körperlich!

2. Höre deine Lieblingsmusik

Musik kann eine Zeitmaschine sein. Sie bringt glückliche Erinnerungen an besondere Menschen, Orte oder Erlebnisse zurück. Gönne dir diese kleine Reise und tauche ab in gute Zeiten und andere Welten. Lass deinen Geist wandern und träume einfach mal wieder.

3. Sing a Song

Singen ist gut für die Seele. Studien haben nachweisen können, dass Singen Angst reduziert. Außerdem wird beim Singen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beruhigend und anregend zugleich wirkt – und zu den Glückshormonen zählt. Es fördert deine Geborgenheit.

4. Treibe Sport

Auch wenn du nur wenige Minuten investieren kannst: Lege so oft wie möglich eine kleine Sporteinheit ein. Die Konzentration auf die Übungen und Bewegungen lenkt dich von unangenehmen Gedanken ab. Im Anschluss hast du nicht nur das gute Gefühl, etwas für dich getan zu haben. Ausdauersport kann depressiven Verstimmungen vorbeugen und auch ein Angsthemmer wird während des Sports ausgeschüttet – neben vielen Glückshormonen und der Senkung von Stresshormonen!

5. Bewege dich schwungvoll

Eine negative Haltung findet ihren Ausdruck oft im Gang: langsam und schlurfend. Steuere bewusst dagegen und lege ein paar schwungvolle Schritte in aufrechter Haltung ein. Netter Nebeneffekt: Du wirst von deinem Umfeld als positiver und dynamischer wahrgenommen. Wenn du diese Technik noch körperlich untermauern willst, dann nutze die Erkenntnisse von Amy Cuddy, die bei bestimmten Körperposen herausfand, dass sie sich auf die Selbstsicherheit, Angstfreiheit und Zufriedenheit auswirkte.

6. Geh an die frische Luft

Sauerstoff und Tageslicht beleben deinen Körper sofort – selbst an trüben Tagen entfalten sie ihre Kraft. Schon der Weg nach draußen sorgt für Ablenkung. Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und erdet dich.

7. Schlafe genug

Schlafmangel ist ein Energieräuber. Nur mit genügend Schlaf – für die meisten Menschen sieben bis neun Stunden – hast du dauerhaft Energie, um deine Tage erfolgreich zu bewältigen. Wenn dir das Einschlafen schwerfällt: Verkneife dir den abendlichen Snack und verzichte auf elektronische Geräte, bevor du ins Bett gehst. Schreibe lieber auf, welche Gedanken dich bewegen – so kannst du sie ablegen und dich entspannen, statt dich in den Schlaf zu grübeln.

8. Iss dich glücklich

Serotonin gilt als Glückshormon. Es wird zum Beispiel produziert, wenn wir dunkle Schokolade essen. Nüsse, Samen, Bananen und Pilze, aber auch Fisch, der reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ist, kurbeln die Serotoninproduktion an. Hingegen kann eine falsche Ernährung Angst und Depression auslösen.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

Kennst du Menschen mit einer positiven Grundeinstellung? Verbringe mehr Zeit mit ihnen und lerne, wie sie das machen. Es heißt, die fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben den größten Einfluss auf uns. Entscheide selbst, wer dich beeinflussen darf!

10. Lerne neue Freunde kennen

Positive soziale Kontakte tun dir gut. Mit neuen Menschen kommen neue Impulse und neue Ansichten in den Leben – für neue Perspektiven auf deine Zukunft.

11. Kontaktiere alte Freunde

Alte Erinnerungen an schöne Zeiten werden wach. Das Gefühl von ewiger Verbundenheit tut gut. Zudem lenkt es dich von dem Gedanken ab, dass das Leben schlecht wäre, wenn du dich bewusst daran erinnerst, dass es wirklich tolle Zeiten gab, die sich wiederaufleben lassen!

11. Renoviere oder räume deine Wohnung um

Der sprichwörtliche Tapetenwechsel hilft, Schwung ins Leben und eine neue Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hilft das körperliche Tun beim Abschalten.

12. Engagiere dich ehrenamtlich

Wenn du anderen Menschen hilfst, tust du auch dir selbst etwas Gutes: Du fühlst dich integriert und freust dich mit ihnen zusammen. Außerdem wird dir ihre Dankbarkeit ein wohliges Gefühl geben.

13. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben

Wenn du Groll gegen jemanden hegst, stellen sich automatisch negative Gefühle ein. Damit triffst du die falsche Person: dich selbst. Das Vergeben mag dir nicht leichtfallen, macht aber dein Leben um einiges leichter. Mehr dazu hier >>

14. Sei achtsam

Bist du gedanklich im Hier und Jetzt? Nimmst du die kleinen Wunder um dich herum wahr? Je bewusster und klarer deine Wahrnehmung ist, desto leichter kannst du Stress und vermeintlich schwierige Situationen meistern. Du bist in der Lage, deine Impulse besser zu kontrollieren und wirklich SELBST-bestimmt zu handeln. Dabei kann dir meine Mini-Serie zum Thema Achtsamkeit weiterhelfen >>

15. Schreib auf, was an deinem Leben gut ist

Negative Dinge werden stärker wahrgenommen als das, was positiv ist. Schreibe bewusst positive Erlebnisse und Gründe für Dankbarkeit auf. Führe ein Dankbarkeitstagebuch oder mache dir einfache Listen mit den besten Eigenschaften an dir. Du wirst sehen, dass in der Summe viel Gutes zusammenkommt, und vor allem, wie gut sich das anfühlt.

16. Erinnere dich an den dahinterliegenden Zweck deines Tuns

Manchmal musst du in den sauren Apfel beißen und Dinge tun, die dir widerstreben. Denke daran, wofür du es tust: Du ernährst eine Familie. Du bildest dich für eine bessere Zukunft weiter. Oder du sparst für den Urlaub. Und schon erscheinen vermeintlich sinnlose Tätigkeiten in einem neuen Licht. Getreu dem, was Viktor Frankl sagte: Wer ein WOZU hat, erträgt fast jedes WIE. Wenn es diesen Zweck jedoch nicht gibt, solltest du einen Schlussstrich ziehen.

17. Halte deinen inneren Kritiker in Schach

… aber das kann ich nicht! … Das macht man doch nicht! … und darf man auch nicht!

Der innere Kritiker macht uns klein und versucht, uns einzureden, dass wir Dinge nicht schaffen können oder nicht tun sollten. Erinnere dich daran, dass alle nur mit Wasser kochen und niemand perfekt sein muss. Habe Achtung vor dir selbst – und zwar zuerst. Befreie dich von negativen Gedanken und komme einfach ins Tun!

18. Erreiche deine Ziele

Mache konkrete Pläne mit Zeitvorgaben und halte sie schriftlich fest. Wenn du ein Ziel erreicht hast, macht dich das Setzen des Hakens stolz. Oder belohne dich doch einfach mal wieder!

19. Nimm professionelle Hilfe in Anspruch

Du fühlst dich immer wieder depressiv und merkst, dass du alleine nicht auf einen grünen Zweig kommst? In einer solchen Situation – aber auch schon lange vorher – ist es absolut legitim, dir von einem Profi helfen zu lassen. Je früher du dich engagierst, desto eher wirst du einen freien Therapieplatz bekommen. In der Zwischenzeit können dir Allgemeinärzte und Betroffene weiterhelfen – mit vielen Tipps und Tricks.

20. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen

Einer der größten Glücksräuber überhaupt ist das Mangeldenken. Mach dir klar, dass du nicht alles haben musst, was dir dein Umfeld, Social Media oder die Werbeindustrie einflüstert. Lebe stattdessen in deinem Tempo, mit den Menschen und Dingen, die dir persönlich wichtig sind. Und genieße die Fülle. Entdecke sie neu! Doch vergleiche dich nicht mit anderen und glaube den Gedanken, sie wären besser oder hätten mehr als du, einfach nicht! Das macht nur unglücklich. Zur Not: Lass das Handy doch mal aus. Sag Goodbye zu Social Media.

21. Umgib dich mit Tieren oder sorge für sie

Neueste Studien haben gezeigt, dass es Menschen mit depressiven Verstimmungen immens half, sich um ein Tier zu kümmern. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Es war ein kleines Kätzchen, das mir aus meiner Agoraphobie und Panikattacken herausholte.

Du siehst: Ein paar SOS-Maßnahmen wirken schnell und verbessern deine Laune sofort. Andere Glücksrezepte erfordern mehr Aufwand und Selbstreflexion. Durch dauerhafte Veränderungen in deinem Denken und Tun ist das Glücksgefühl, das du wahrnimmst, dafür nachhaltiger. Alle diese Methoden haben mit deinen eigenen bewussten Handlungen und Entscheidungen zu tun – und nur wenige davon ausschließlich mit anderen Menschen. Das bedeutet: Du hast dein Glück selbst in der Hand. Du allein kannst dich bewusst ein Stück glücklicher machen!

Liebe Grüße,
Janett

Angst im Nacken: Muskelverspannungen, Angstzustände & Panikattacken

Angst im Nacken: Muskelverspannungen, Angstzustände & Panikattacken

Viele Betroffene von Angstzuständen mit und ohne Panikattacken klagen über schmerzhafte Muskelverspannungen – besonders im Bereich des Nackens, der Halswirbelsäule und Schultern. Und fragen sich zurecht: Können Angststörungen diese Schmerzen auslösen? Vor allem: Kann man Panikattacken durch Nacken- und Schulterverspannungen bekommen?

Muskelverspannungen durch Angstzustände & Panikattacken?

verspannter Nacken und Schultern können Angst vor der nächsten Panikattacke auslösen

Ich bin keine Medizinerin, aber hatte mehrfach Angstzustände mit Panikattacken und weiß deshalb: Ja, das funktioniert beides sehr gut. Ich hatte monatelang, sogar noch über meine Panikstörung hinaus, Angst, durch meine Muskelverspannungen im Hals- und Nackenbereich eine Panikattacke zu bekommen. Und anfangs war diese Angst dermaßen präsent, dass ich teilweise nur beim Bewegen meines Halses eine Panikattacke hatte. Selbst wenn diese ausblieb, war es eine Angstattacke – nur eben ohne Panik-Fluchtreaktion.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich besonders beim Fahrradfahren (also draußen = Horror!) stets im wahrsten Sinne des Wortes “Angst im Nacken” hatte. Angst äußert sich ja im gesamten Körper als Stressreaktion. Es knackte im Bereich rund um meinen Hals herum unentwegt, wann immer ich ihn bewegte. Es fühlte sich an, als würde jemand konstant versuchen, mir meinen Kopf wieder zurechzubiegen – oder abzureißen. Egal wie, dass ich meine offensichtlichen Blockaden in den Muskelgruppen nicht wegrenken konnte, machte mir noch mehr Angst – und rief die Angst vor der nächsten Panikattacke auf den Plan.

Als ich einmal noch mitten in meiner Panikstörung im Flugzeug saß, waren diese Beschwerden so vehement, dass ich fast zwei Stunden lang weinend ausharren musste.

Falls dich diese Beschwerden auch betreffen, möchte ich dir deshalb aus heutiger Sicht einige Aspekte mitgeben, die dir helfen könnten, Abhilfe zu schaffen.

Was bei Muskelbeschwerden im Hals-/Schulterbereich und Angst- bzw. Panikattacken helfen kann

Der Ganz zum Arzt oder Physiotherapeuten kann genauso wie Sport zu Hause oder das Vermeiden von langem Sitzen gegen angstauslösende Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich helfen.

Viele – wenn nicht sogar fast alle – Betroffenen von Angst- und Panikstörungen sind ans Haus bzw. ihre Wohnung gebunden. Vielleicht rennt man mal in die Küche oder steht vom Sofa auf, um ins Bad zu gehen, saugt ab oder wischt den Boden. Aber summa summarum sind die Wege, die man zurücklegt, doch eher gering. Auch die wenigen Male, die man sich nach draußen traut, werden selten ausreichen, um die empfohlenen Bewegungseinheiten von 2,5 Stunden/Woche als Erwachsener zu erreichen (Empfehlung laut WHO). Alles darunter fällt in den Bereich der mangelnden Bewegung und eben diese begünstigt u. a. Muskelverspannungen.

Je mehr ich saß, desto schlimmer wurden meine.

Es ist unerlässlich, selbst wenn man sich kaum nach draußen bewegen kann, so viel Sport zu Hause zu machen, wie möglich. Die entsprechenden Muskeln müssen gestärkt werden. Und es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, von zu Hause aus Sport als Liveklassen oder aufgezeichnete Klassen mitzumachen (Gymondo, YouTuber und ihre Klassen … Ich nutze Yogaia.)*. Denn Sport wirkt bei Angst und Panik kleine Wunder.

Ich habe viel Yoga gegen meine Beschwerden gemacht (besonders Sonnengrüße), aber auch einzelne Bewegungen halfen mir (“in den Himmel gucken” bzw. in diesem Falle “an die Decke”, auf die Terrasse/den Balkon zu gehen, und dort nach oben zu schauen).

“Nimm eine andere Position ein, als die sitzende, in der die Schultern und der Kopf hängen. Allein diese Sitzhaltung erinnert an einen traurigen Menschen (gekrümmte, nach vorn zeigende Schultern und gesenkter Kopf). Sie begünstigt Angst und Traurigkeit”, sagte mir einst ein Kollege, der im Bereich Psychotherapie tätig ist.

Selbst beim Fahrradfahren wäre es besser, kein Mountainbike, wo der Nacken eingeknickt ist beim Fahren, sondern ein City Bike zu verwenden, wo er gerade gehalten werden kann, stellte ich früher fest. Sitzen zu Hause ist aber in jedem Fall kontraproduktiv.

Was ich auch noch verwendete, waren Wärmesalben aus der Apotheke und Pferdebalsam (der erst kühlt und dann wärmt), wenn alle Stricke rissen. Ich bin mir unsicher, ob man diese immer bedenkenlos anwenden kann, aber möchte es der Vollständigkeit halber mit erwähnen. Bitte besprich dich in diesem Falle mit einem Arzt deines Vertrauens.

Eine meiner Freundinnen ist Physiotherapeutin. Ich hatte mich früher oft mit ihr darüber unterhalten und weiß daher, dass Physiotherapie eine gutes Behandlungsfeld gegen diese Beschwerden darstellt. Wer den Weg dorthin über sich bringt, wird zielführende Übungen an die Hand bekommen, die zusätzlich helfen, die Angst zu vermindern, und gleichzeitig gegen die Muskelverspannungen wirken.

Dieser kurze Blogpost entstand aufgrund einer eingesandten Frage von einer meiner Leserinnen. Danke für diese Anregung!

*Wegen aktueller Rechtssprechungen muss ich diese als Werbung kennzeichnen, bezahlter oder unbezahlter Natur, da sich Geschäftsbeziehungen durch meine Nennung anbahnen könnten. In diesem Falle: unbezahlte Werbung.


So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder den Partner

So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder den Partner

 

Einsamkeit ist besonders zu Weihnachten ein großes Thema für viele. Auch für mich: Wer mir schon länger als LeserIn treu ist, weiß, dass es aus meiner engen Familie nur noch meine Mutter gibt, die aber jedes Weihnachten in Norwegen arbeitet, weswegen ich das Fest über allein bin. Der Rest meiner engsten Angehörigen ist verstorben. Mir gelang es drei Jahrzehnte nicht, die Festtage zu genießen, ohne meine Großmutter, meinen Onkel, meine Tante, meinen Großvater – oder ohne Partner. Ich fühlte mich einsam und grauenhaft.

Heute sieht die Lage emotional anders aus, aber ich spüre doch ihre Abwesenheit. Genau deshalb habe ich mir ein kleines Ritual des Loslassens, voller Dankbarkeit und Annahme überlegt, zu dem ich dich einlade, falls deine Lebenssituation ähnlich aussieht.

 

Wieso es so schwerfällt, besonders an Weihnachten und Feiertagen allein zu sein

so überstehst du weihnachten obwohl du allein bistSchon in meinen Kindheitstagen – vor mehr als 25-30 Jahren – zerriss es mir und meiner Mutter das Herz, Weihnachten allein zu verbringen, ohne unsere Familienmitglieder und liebsten Freunde. Weihnachten war für uns eine Zeit der seelischen Lähmung und Leere, die wir beide nicht aufwiegen konnten. Es symbolisierte nicht nur, dass wir aufgrund des Todes und vieler offener Streitigkeiten allein zurückgeblieben waren. Es zeigte uns auch, dass wir uns allein nicht zu füllen vermochten, es nicht schafften, mit den Verlusten gesund umzugehen.

Weihnachten war aber auch die Zeit der Vergleiche, wenn wir sahen, wie andere ihr Weihnachtsfest verbrachten – mit viel Liebe und Freude am Beieinandersein, dem Kochen (oder den Essgelagen), dem Zusammenführen von Familienmitgliedern, die man sonst das ganze Jahr über nicht sah.

Wir hätten uns gern mit unseren Familienmitgliedern gestritten. Wir hätten gern trotz des übervollen Magens noch zwei Stück Kuchen hinterhergeschoben, nur um meine Oma glücklich zu machen. All das, worüber sich Menschen mit einer 3+-Familie aufregen, hätten wir begrüßt. Was man nicht hat, vermisst man eben. Wir lenkten uns stattdessen ab und versuchten, nicht zu bemerken, dass uns liebe Familienmitglieder oder ein stabiles Umfeld besonders zu Feiertagen fehlte.

Heute – mit über 36 Jahren – merke ich Weihnachten ohne sie zwar, aber es kommt nur noch in Sekundenlänge vor, dass mir auffällt, dass ich sie noch immer vermisse und immer vermissen werde. So schnell, wie das Gefühl da ist, schwindet es auch wieder. Doch auch wenn Einsamkeit in ihrer Tiefe kein lähmendes Thema mehr ist, ist mein Verhältnis zu Weihnachten nach wie vor ungesund. Ich wage es unbewusst nur bedingt, glücklich zu sein. Ich merke das Kind in mir, wie es flüstert: “Aber sie sind alle tot, außer deiner Mutter, die nicht hier ist, und deine Freunde sind verreist.” Trotzdem geht es mir passabel und ich nutze seit Jahren das Weihnachtsfest, um in mich zu kehren und Neues für das kommende Jahr zu bedenken, Altes aus meiner Wohnung auszumisten und die Tage in einer “My way or no way”-Manier zu verbringen – ohne Geschenke, Weihnachtsbaum, geräumige Deko und blinkenden Lichtern.

Es tut nur dann weh, wenn ich daran denke. Und auch das habe ich satt und mir deshalb für dieses Weihnachtsfest ein Ritual ausgedacht. Vielleicht ist es auch etwas für dich.

 

Das Weihnachten allein-Ritual

sich bewusst dem Jetzt öffnen und so alten Schmerz loslassenIch finde ja, wenn man sich bewusst dem Schmerz, der in einem lebt, öffnet, kann Erstaunliches passieren. Das ist empirisch wahrscheinlich und deshalb könnte mein kleines Ritual gut funktionieren, wenn man es bewusst und mit Dankbarkeit umsetzt. (Ich schmunzele übrigens, während ich das schreibe. Ich möchte dich gern davon wegbringen, dass alles immer nur schlimm und todtraurig sein muss, wenn man allein ist, auch wenn das Weihnachtsfest allein zu verbringen, ganz sicher niemand verdient hat.)

Aber eins steht fest: Es wird immer Wege geben, die man noch nicht kennt und noch nicht probiert hat. Unter diesen wird es mindestens einen geben, der Heilung und inneren Frieden zu bringen vermag.

Für mein Ritual benötigst du:

  • Tannenzweige als Strauß bindbar bzw. Weihnachtsbaum (samt Ständer etc.) – echt oder unecht
  • Bastelutensilien (Papier, Pappe, Schere, Klebestift, schönes Kordel- oder Schleifenband)
  • kleine Boxen (Größe einer Ringschachtel) oder Minibriefumschläge (Anleitung) und kleinformatiges Papier wie Memozettel
  • Fotos der Menschen, die du vermisst – die nicht anwesend sein können
  • optional: Bastel- und Dekorationszeug wie Perlen, Sterne, Farben
  • optional: transparente Weihnachtskugeln zum Befüllen*

Du ahnst es sicher: Wir basteln Fotodekoration und andere Anhänger für einen Weihnachtsstrauß, Tannenzweig-Arrangement oder den Christbaum. Dort platzierst du dann deine Deko und kannst so erleben, dass all deine Lieben, die, die du am meisten vermisst, bei dir sind – im Herzen, im Geiste – als Teil deines Lebens und deiner Seele. Statt zu trauern, sie zu verdrängen und zu hoffen, dass keine bösen Erinnerungen hochkommen, die dich in die Einsamkeit stürzen, statt dich abzulenken und dich aus dem Moment, dem Jetzt herauszureißen, holen wir die Situation ganz nah an uns heran und öffnen uns ihr.

Und so wird es gemacht (nur beispielhaft, lass deiner Kreativität gern ihren Lauf):

 

Einfacher Papp-Foto-Anhänger

Zum Vergrößern anklicken

Male den Kreis-Umriss, z. B. einer Tasse, um das Gesicht der Person auf dem Foto (oder in der Größe deiner Wahl) und schneide es aus. Male einen Kreis in derselben Größe auf ein Stück Pappe oder etwas Festem, sodass dein Weihnachtsbaum-Anhänger Stabilität bekommt.

Schmiere das Pappstück mit Kleber wie Prittstift oder der festeren Variante einer Heißklebepistole ein, befestige eine schöne Kordel in der Länge deiner Wahl mit den offenen Enden in den Kreis hineinzeigend und klebe dann das Foto darüber.

 

Foto-Weihnachtsbaumkugeln

Christbaumschmuck mit Fotos von den lieben Familienmitgliedern oder Freunden, Partnern und KindernIm Handel erhältlich sind transparente Weihnachtsbaumkugeln (z. B. bei Amazon*), meist in 5 mm, 8 mm oder 10 mm Durchmesser, die man in zwei Hälften teilen und mit allerlei Tünnüff befüllen kann. Wir platzieren die Fotos unserer Liebsten in die Kugeln. Dazu müssen wir wieder die Fotos akkurat zuschneiden und das circa 1-2 mm kleiner, damit das Foto hineinpasst.

Ratsam ist es deshalb, sich im Vorfeld (vor der Bestellung/des Kaufs der Kugeln) die Größe der zu verwendenden Fotos anzusehen und abzuschätzen, ob sie ausreichen. Sonst würden sie in der Kugel umfallen, denn die Befestigung darin mit Kleber etc. ist mühsam. Lieber vorher ausmessen und dann eine gute Größe wählen.

An diesen Kugeln befinden sich oft einfache Ösen aus Plastik. Natürlich kannst du durch die Ösen deine eigenen Bänder oder Kordeln ziehen, um sie zu verschönern. Zur Verschönerung der Kugel ist es dienlich, wenn du nebst dem Fotos z. B. etwas Kunstschnee (alternativ Kosmetik-Watte), Glitzersterne (oder selbstgebastelte), Tannennadeln usw. hineinlegst. Lass deiner Fantasie ihren Lauf.

 

Gedanken-Geschenkboxen, -briefe und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum

Weihnachten trotz verstorbener oder fehlender lieber Menschen und VerwandteEine heilsame Art, seine Gedanken, Erinnerungen und Emotionen wegen geliebter und schmerzhaft vermisster Menschen frei zu lassen, ist das Schreiben von Briefen und Gebeten, kleiner Notizen oder dankbarer Worte. Das geht auch dann, wenn der Empfänger deiner Botschaft bereits verstorben ist oder er/sie deine Worte nie lesen wird, weil ihr keinen Kontakt mehr habt. In der Schreibtherapie geht es nur um das Freilassen, das Lösen der emotionalen Blockaden. Zu Weihnachten kann man solche Worte in Mini-Umschläge verpacken, und z. B. wie ich im Bild es tat, den Namen auf die Briefumschläge schreiben, die dann am Weihnachtsbaum landen.

weihnachten trotz trauer über den tod oder verlust eines geliebten menschen feiernDu kannst auch kleine Geschenkboxen an den Weihnachtsbaum hängen und dort hinein einige Worte auf einem Zettel tun. Aber natürlich gehen auch große, symbolische Geschenke unter dem Christbaum, die deine Dankbarkeit für diese Menschen darstellen.

Ein kleiner Tipp jedoch: Konzentriere dich beim Schreiben deiner Worte auf das Gute, was dir ihre Anwesenheit brachte, was du ihnen (falls sie noch leben) für ihr Leben Gutes wünschst, oder (falls sie bereits verstorben sind) was sie dir bedeutet haben – dass du in Gedanken bei ihnen bist und sie in deinem Herzen weiterleben. So schwer es auch fallen mag: Je weniger Selbstmitleid und Ärger/Wut, desto besser. Keine Schuld verteilen, weder an dich noch an den Empfänger deiner Worte. Dein Weihnachtsritual soll rein sein von all den vergangenen Belastungen. Es soll dir mit dem Start der Rauhnächte am 25. Dezember Klarheit und Befreiung, Ermächtigung und Reinigung schenken – und nicht dich beschweren und in eine erneute Trauerphase stürzen.

Bei diesen kleinen Vorschlägen sind die Menschen, die man am meisten vermisst, wieder Teil des Weihnachtsfestes. Deine Gedanken und Gefühle freigelassen zu haben, auf kreative Weise geborgen und ausgedrückt zu haben, wird dir das Gefühl geben, schwere Emotionen akzeptiert und gelöst zu haben. Die Abwesenheit deiner lieben Menschen bleibt zwar existent, aber in wertschätzenden Worten kann man sie ehren und lieben, egal, wo sie sind.

Ich freue mich auf deine Gedanken zu meinen Ideen! Schreibe sie mir gern wie immer in die Kommentare.

Der Blog geht damit bis zum 06. Januar 2019 in die Winterpause. 
Ich wünsche all meinen LeserInnen ein wunderschönes, besinnliches und angstfreies Weihnachtsfest, gefolgt von einem gesunden Start ins neue Jahr! 

Mit Liebe und Dank für eure Treue in diesem Jahr,

Janett Menzel Angst Blog

 

Fühlst du dich manchmal allein oder gar einsam?

Wenn du Strategien und wertvolle Einsichten in dich und dein Alleinsein erlernen möchtest, lege ich dir meinen Ratgeber “Über die Kunst, allein zu sein” wärmstens ans Herz. Ich tauche tief ein in das Gefühl und liefere dir neben einem umfangreichen Test 55 Ideen gegen Langeweile und innere Leere – hin zu Selbsterkenntnis – aus dem Gefühl der Einsamkeit hinaus und ins Gefühl der Selbstermächtigung hinein. Mehr dazu >>

Mel Robbins “5-Sekunden-Regel” gegen Aufschieberitis & Prokrastination

Mel Robbins “5-Sekunden-Regel” gegen Aufschieberitis & Prokrastination

 

Wer kennt das nicht? Man liegt bequem auf dem Sofa und müsste/möchte eigentlich gerne Sport machen oder mal wieder etwas Gesundes kochen, wie versprochen die Eltern anrufen, aufräumen oder die Wäsche machen. Aber der innere Schweinehund hat einen fest im Griff und will kuscheln. Aufschieberitis, in Fachkreisen Prokrastination genannt, erwischt jeden einmal – ganz sicher in der dunklen Jahreszeit, wenn Couchen so viel schöner ist als Aktives. Das kannte auch die amerikanische Speakerin und Autorin Mel Robbins und entwickelte aus ihren eigenen Erfahrungen heraus eine simple Methode gegen Null-Bock-Stimmung und Stimmungstiefs.

 

Wie die 5-Sekunden-Regel gegen Prokrastination und den inneren Schweinehund entstand

Wie kam es überhaupt zur 5-Sekunden-Regel?

endlich morgens aus dem Bett kommen? mit Mel Robbins 5 Sekunden Regel könnte es klappenMel Robbins sorgte mit ihrem Buch „The 5 Second Rule“ für viel Furore sorgte. Im deutschsprachigen Raum erschien das Buch unter dem Titel Die 5 Sekunden Regel: Wenn du bis 5 zählen kannst, kannst du auch dein Leben verändern. (Mit ErinnerDich-Armband für einen bewussten Alltag)”.*

Die darin beschriebene Strategie entwickelte sie selbst, ohne wissenschaftliche Studien und Hintergründe, als ihr Leben am Boden war und sie mit ihrem Mann kurz vor dem finanziellen Ruin stand – hochverschuldet und hoffnungslos. Sie litt unter depressiven Verstimmungen und hatte Mühe, die Tage auch nur annähernd selbstbewusst und angstfrei, motiviert und mit Vertrauen anzugehen. Was sich bereits frühmorgens mit dem Aufstehen zeigte.

Sie erzählt in ihren Interviews und Büchern erschütternde Episoden aus dieser Zeit ihres Lebens – zum Beispiel, wie sie jeden Morgen die Snooze-Taste ihres Weckers drückte, weil sie einfach keine Kraft hatte, aufzustehen. Ihr fehlte auf der anderen Seite auch der Sinn, aufzustehen und einen weiteren, angstvollen Tag zu verbringen. So vergingen Monate.

Dann sollte der eine Tag kommen, an dem sie dieses Verhalten durchbrach. Einfach so. Und sie schaffte es mit einer Methode, die sie aus der Raumfahrt kannte: das Herunterzählen bis zum Start des Raumschiffs.

 

So funktioniert die 5-Sekunden-Regel

Am besagten Morgen klingelte also wieder der Wecker. Doch statt die Snooze-Taste zu drücken, dachte sie an Raketenstarts und beschloss, dass sie – wie eine Rakete – ebenso aufstehen würde.

Sie sagte sich:

5-4-3-2-1: GO!

und stand auf.

Danach benutzte sie diese Methode jeden Morgen und verwendete sie auch bei anderen Herausforderungen, um Prokrastination, Lustlosigkeit, Angst vor schwierigen Aufgaben und selbst lästige Gewohnheiten endgültig hinter sich zu lassen. Ihre einfache Strategie steigerte nicht nur ihre Produktivität. Als Konsequenz erhöhte sich auch ihre Selbstwirksamkeit und somit auch ihre Selbstwirksamkeit.

Nachdem sie ihr Buch geschrieben und veröffentlicht hatte, stellte sie fest, dass auch andere Menschen von ihrer Methode profitierten. Die Resonanz auf ihre Methode war, um genau zu sein, so gewaltig, dass ihr selbst Menschen mit Depressionen schrieben, weil ihre Methode ihnen geholfen hatte – weshalb sie jeder einmal ausprobieren und für sich prüfen kann. Vielleicht funktioniert sie auch für dich.

Wer sich dabei helfen möchte, dem kann ich ihr Buch nur empfehlen: Die 5 Sekunden Regel: Wenn du bis 5 zählen kannst, kannst du auch dein Leben verändern (Mit ErinnerDich-Armband für einen bewussten Alltag).

Passend dazu veröffentlichte sie (momentan nur in englischer Sprache verfügbar) ein Motivations-Tagebuch für den besten Start in den Tag oder wie Mel Robbins es nennt: The 5 Second Journal: The Best Daily Journal and Fastest Way to Slow Down, Power Up, and Get Sh*t Done

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg!

 

Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

 

Wir hören viel zu selten ganzheitlich auf unseren Körper aka System Körper – Geist – (Herz) – Seele – viele sogar erst dann, wenn sie psychisch und/oder körperlich krank sind. Mir halfen körpertherapeutische Interventionen und das Wissen um die anderen Ebenen zu allen Zeiten. Schließlich ist es mein Körper, der Stress jeder Art ertragen muss und der Angst hatte (um mich und wegen mir), als ich Agoraphobie und Panikattacken hatte. Für mich war es sinnig, mich zuerst auf der „äußersten“ Ebene zu unterstützen, bevor ich mich an die inneren Schichten machte. Was ich gelernt habe: Wenn wirklich so gar nichts zu helfen scheint, kann Körperarbeit ein gutes Fundament für die weitere Auseinandersetzung mit belastenden Gefühlen herstellen.

Sie hat bei einigen einen sehr guten Ruf; bei anderen wiederum dient sie nur unterstützend. Im schlimmsten Fall wird sie belächelt. Bilde dir deine eigene Meinung. Dieser Artikel möchte dich dabei unterstützen.

Wieso wir auf unseren Körper hören sollten: Über Körperbewusstsein und Körperintelligenz

In der westlichen Welt meinen die Menschen, ihr Körper wäre nur zum Funktionieren und zur Aufrechterhaltung des Lebens da. Er hätte keine weitere Funktion und Bedeutung, sondern wäre lediglich das Zuhause der einzelnen Organe und des Gehirns, maximal auch der Seele. Wieso also auf ihn hören, auf das, was er zu sagen hat, was er uns mitteilen möchte? könnte man fragen. Dass der Körper sehr wohl mehr Anteil an unserer Zufriedenheit oder Unzufriedenheit hat, als wir zu glauben wissen, wird uns spätestens dann klar, wenn wir krankwerden. Noch bewusster wird es uns, wenn die Krankheit dazu führt, dass wir unseren Körper nicht mehr unter Kontrolle haben. Wenn er nicht mehr funktioniert und unser gewohntes Leben eben nicht mehr so läuft wie bisher, bekommen wir einen gehörigen Schreck.

Wer Panikattacken kennt, weiß, was ich meine: das Gefühl, dass unser Körper nicht mehr uns gehört. Als hätte er ein Eigenleben entwickelt, ohne, dass wir es bemerkt hätten, macht er plötzlich sein eigenes Ding. Wir wurden nicht gefragt, wir konnten nicht ablehnen, nicht mit ihm darüber sprechen. Wie auch bei einer heftigen Grippe oder Nahrungsunverträglichkeiten, die für miese Stimmung und Verdauungsstörungen verantwortlich sind. Es ist einfach da: die hoffentlich kurzweilige Veränderung, die uns mitten ins Gesicht geworfen wird und gegen die wir nichts ausrichten können. Auch depressive Zustände, heftige Magen-Darm-Verstimmungen, hohes Fieber, schmerzvolle Muskelverspannungen lassen erahnen, wie sehr unser Körper wirklich auf unseren Lebensstil und unsere gewohnten Stressreaktionsmuster reagiert.

Botschaften: Wie der Körper, der Geist, das Herz und die Seele untereinander miteinander kommunizieren

Abb. 1 – Viele sprechen auch von Körper – Geist – Herz – Seele.

Die gesamte Bioenergetik und viele andere Lehren beschäftigen sich ausschließlich mit der Verbindung zwischen Geist, (Seele) und Körper. Auch spirituelle Lehren wie der Schamanismus wissen um die einzelnen Ebenen. In all diesen Lehren funktioniert der Körper als Erhalter und als erste, grundlegende Instanz.Dabei verläuft die Kommunikation zwischen den Ebenen, wie in Abb. 1 dargestellt ist.

Im Schamanismus sagt man: Was die Seele nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Geist weiter. Was der Geist nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Körper weiter. Und was geschieht, wenn der Körper eine zu große Last von den anderen beiden Ebenen gereicht bekommt? Genau, irgendwann kommt auch er an seinen maximalen Belastungspunkt, der je nach Person früher oder später erreicht wird.

In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus: (1) Ego (“Ich”), (2) Muskeln, (3) Gefühle, (4) der Kern, Liebe, das Herz. Die „Ich“-Ebene markiert unser Ego, das auch positive Wirkungen wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Selbstbeherrschung ermögliche, so der Bioenergetiker Alexander Lowen. Er geht davon aus, dass bestimmte Aspekte für einen gesunden und zufriedenen Menschen erfüllt sein müssen, um zum Beispiel ein liebevoller und herzlicher Mensch zu sein.

Abb. 2 Grafik nach Alexander Lowen (2015) – In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus.

Ein Mensch, der nur aus dem Herzen agiert, kann auch seinen Körper gesundhalten. Nur dann würde er positive Gefühle in der nächsten Ebene auslösen, ohne durch erlerntes Verhalten und Denken aus der Kindheit und wichtigen Beziehungen zu handeln. Das führe zu einer ausgeglichenen und lockeren Haltung durch entspannte Muskeln und wiederum zu einem harmonischen und zielgerichteten Handeln. Es gäbe auf muskulärer Ebene ebenso wenige Blockaden wie auf der vorherigen, emotionalen Ebene. Das wiederum mache es möglich, dass unsere „Ich“-Ebene ausgeglichen sei, ohne jede Abwehrhaltung.

Die (und viele andere) Konzepte zeigen uns: Unser Körper ist nicht abgespalten vom Geist und nicht abgespalten vom Herzen, der Seele, dem höheren Ich oder welche Begriffe du gern dafür verwendest. Ganz im Gegenteil. Es ist ein sich bedingendes Konstrukt.

Diese Grundlage wird gestützt durch aktuelle Erkenntnisse. Wir alle kennen die Sprüche: „Was sagt dein Bauch dazu? Was sagt dein Herz?“ Es sind schon lange keine Binsenweisheiten mehr, sondern handfeste, wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass die bisherigen Erkenntnisse der Medizin und Wissenschaft noch lange nicht am Ende angekommen sind. Wir dürfen realisieren, dass bis zur letzten Entdeckung nur eines zählt: Was uns unser Körper sagt, wenn wir ihn sprechen lassen und gewillt sind, ihm zuzuhören. Denn, wenn er ein eigenes Bewusstsein hat, hat er auch eigenständige Nachrichten und eine eigene Weisheit.

 

Gegen unsere Körperweisheit: Wie wir den Kontakt verlieren und wie wir ihn wieder aufnehmen können

Aber es ist so leicht, die Stimme in uns zu ignorieren, verdrängen oder absichtlich verstummen zu lassen. Wodurch verlieren wir den Kontakt zu unserem Körper mit all seinen Ebenen?

  • beruflicher Stress (Termindruck, Ängste um den Job, Wettbewerbsängste usw.)
  • emotionaler Stress (Beziehungen aller Art)
  • existentieller Stress (häuslicher Natur, Armut an Essen und Trinken, Finanzen, stark angeschlagene Gesundheit, die liebsten Menschen betreffend)
  • körperlicher Stress (Lärm, fehlende Luft und Licht, fehlende Fürsorgemöglichkeiten und Kontakte sowie menschliche Nähe und Sexualität)
  • allgemeine Hektik im Alltag
  • geistige, emotionale und körperliche Überforderung
  • geistige, emotionale und körperliche Unterforderung
  • Eigenerwartungen und Perfektionsansprüche (z. B. auch Versagensängste)
  • tiefergehende Ängste (Alleinsein – Einsamkeit, Beziehungsangst, Phobien, Panikattacken)
  • depressive Episoden
  • andere therapiewürdige Herausforderungen

Bei jeder Herausforderung haben wir mehrere Wege, die wir wählen können. Wir kennen es vorrangig, uns physisch, emotional und geistig heilen zu lassen oder selbst zu unterstützen. Wir sprechen mit lieben Menschen über unsere Probleme, gehen zum Physiotherapeuten oder ins Fitness- oder Yogastudio, denken darüber nach und schmieden einen Plan B. Doch einige Herausforderungen auf gesamtheitlicher Ebene bedingen sich untereinander und/oder gegenseitig, weshalb die verursachende Ebene gefunden und geheilt werden muss. In der Medizin/Psychotherapie nennt man es psychosomatisch (kommt vom Geist) bzw. somatoform (kommt nicht eindeutig oder definitiv nicht vom Körper). Woher dann?

Jede Entscheidung und Frage sowie jeder Aspekt unseres Lebens müsste wenigstens fünffach begutachtet werden:

  • Vom Körper als Ganzes
  • Vom Bauch als Einzelnes
  • Vom Gehirn als Einzelnes
  • Vom Herzen als Einzelnes
  • Von der Seele als Ganzes

Ich habe das lange ausprobiert und festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, sich immer auf diese Ebenen zu konzentrieren, die in der Kommunikation mit mir so leicht hörbar sein müssen, dass ich sie sofort wahrnehme. Hinzu kommt, dass ihre Signalstärke ausgeprägt sein muss, um sie überhaupt „anzapfen“ zu können. Bei vielen – auch bei mir – waren einige Kanäle einfach „verstopft“ oder „geschlossen“. Ich stellte auch fest, dass es eine riesige Portion Vertrauen braucht, um ihnen zu glauben, dass sie uns nicht belügen. Wer nicht auf seine Bauch-Intuition vertraut (Bauch-Hirn), der wird sich stärker kognitiv (Gehirn) fokussieren und dort seine Entscheidungen fällen. Auch sich mit seinem Herzen zu verbinden und seiner Intelligenz (Herz-Hirn) zu vertrauen, ist für viele nur in Sachen Liebe selbstverständlich. In allen anderen Fällen erscheint diese Entscheidungsgrundlage irrational und naiv. Viele nutzen eher ihr Gehirn im Kopf, um sich im Leben sicher zu orientieren und sicher zu bleiben.

die ursache der krankheit liegt oft auf einer anderen ebene

Ich selbst schaffte es soweit, dass ich aufgrund meiner vielen Nahrungsunverträglichkeiten meinen Bauch über die Wahl einer Mahlzeit entscheiden lassen konnte, wenn ich zum Beispiel mit Freunden in einem Restaurant oder beim Einkaufen im Supermarkt war. In Zeiten von Angst mein Herz entscheiden zu lassen, war mir fast unmöglich. Meinen Bauch in solchen Zeiten sprechen und entscheiden zu lassen, gelang mir ebenfalls nur sehr selten. Doch mein Kopf hatte mir durch einige Panikstörungen schon genug „Ungnade“ erwiesen, weshalb ich mich stärker auf die anderen Ebenen konzentrieren wollte. Ich empfand es als leichter, zukünftig die wichtigen Ebenen sprechen zu lassen, statt alles an meinem Körper auszulassen. Mein Körper konnte auch in Zeiten von Stress kaum mehr Belastungen ab. Jedes noch so kleine Vorkommnis schien ihn oder Ebenen darüber lahm zu legen. Oder aber ich bemerkte, dass ich urplötzlich auf einer anderen Ebene blockiert war. Als würden die Ebenen untereinander verschlüsselte Botschaften hin und her funken, ohne dass ich die Kodierung und den Schlüssel kannte, um sie zu übersetzen.

Mein Bauch war durch die vergangenen Jahre wohl am besten trainiert; ich hatte die meisten meiner beruflichen Entscheidungen mit meinem Bauch gefällt, ohne je rationale Argumente zu haben. Sie stellten sich allesamt als positiv heraus. Mein Gehirn war übermäßig stark trainiert. Da bedurfte es keiner weiteren Übung. Aber mein Herz und mein Körper als Ganzes hatte stark gelitten, von meiner Seele war kaum etwas zu spüren gewesen – erst als ich wieder mit dem Schreiben begann, weil ich „musste“. Es war der mir einzige leicht verfügbare Kanal, um meine Emotionen „herauszulassen“, da mir auch meine Wut Angst und Panikattacken beschert hatte. Wie sich später zeigte, war Schreiben ein Wunsch meiner Seele – meines Gesamtsystems sozusagen.

Ich erstellte leichte Übungen für die Ebenen, um sie langsam auf ihre „Arbeit“ und „Aufgabe“ vorzubereiten – mit dem Ziel, jede zu erleichtern und sprechen zu lassen.

Ich lade dich im Folgenden ein, mit den einzelnen Ebenen in Kommunikation zu treten. Zur größten und höchsten Ebene, der Seele, komme ich später.

Vorweg: Notiere dir bei jeder Übung deine Eindrücke. Am Ende dieser ersten Übungen wirst du für dich erkannt haben, wie die einzelnen Ebenen wie und wo im Körper mit dir sprechen. Deshalb ist es sinnvoll, dass du dir zu ihnen ausführliche Notizen machst, um jederzeit nachschlagen zu können.

  • Wie schwer war es, den Zugang herzustellen?
  • Woran hast du erkannt, dass der Zugang offen war, dein Weichen gestellt? Wie äußerte sich die Ebene?
  • Woran kannst du ihre Sprache in Zukunft erkennen?
  • Welche Gefühle dominierten?
  • Wo im Körper machten sich die Gefühle am stärksten bemerkbar?
  • Welche Aspekte stachen dir besonders ins Auge?
  • Hat eine Ebene besonders stark gesprochen und eine andere weniger?

 

Der Körper als Ganzes

Den Körper als Ganzes wahrzunehmen, funktioniert am besten, wenn man sich zuerst den einzelnen Körperteilen widmet, um dann die Konzentration auf den gesamten Körper zu lenken. Dafür eignen sich alle Entspannungstechniken sowie Atemtechniken und Körperreisen. Es fühlt sich dann so an, als wäre der gesamte Körper schwer und „voll“ mit Entspannung, leichter Müdigkeit oder mit einem Zustand tiefer Erdung.

Ich selbst nutze autogenes Training und affirmationslose, beatmende Körperreisen sowie Yoga Nidra (kein Yoga, sondern eine yogische Entspannungstechnik). Zusätzlich verwende ich chakrabasierte Stimmmeditationen (auch „Vokale tönen“ genannt), die sowohl Schwingungen in einzelnen Körperregionen bewirken, als auch Atemtechniken vereinen. Am einfachsten ist es, wenn du alles einmal ausprobierst und schaust, was bei dir am besten wirkt bzw. worauf du dich am ehesten einlassen kannst.

Hast du Lust, weiterzulesen und einzelne Übungen für den Körper, aber auch für Geist, dein Herz und deine Seele zu erfahren und auszuprobieren?