Flow und Kreativität – Wie man mit Kreativität Grenzen überwindet

von | Okt 27, 2016 | 1 Kommentar

Ab heute neu im Blog: das Buch der Woche. Ich lese so viel, dass ich dachte, dass das eine oder andere Buch für euch von Interesse sein könnte. Davon werden viele mit den Themen Stress und natürlich auch der Überwindung zu tun haben. Andere wiederum, wie das in diesem Artikel beschriebene Buch, drehen sich frei um die Themen, die ein jedes Leben interessant oder mitunter anstrengend machen.

 

Mihaly Csíkszentmihályis:

„Flow und Kreativität: Wie Sie Ihre Grenzen überwinden und das Unmögliche schaffen“

Mihaly Csíkszentmihályi (sprich: Tschik Zent Mihaa Ji) gehört zu den weltweit anerkanntesten Glücksforschern. Er ist Professor der Psychologie und arbeitet an der Universität von Chicago. Er gehört vor allem zu den Vordenkern des populären FLOW-Prinzips in Verbindung mit Kreativität, das er 1975 beschrieb. Aufgrund seiner Forschungen erschienen bislang zahlreiche Sachbücher zu diesem Thema: Eines davon, Flow und Kreativität, beinhaltet die Persönlichkeitsmerkmale kreativer Menschen, die vom sogenannten FLOW-Erleben profitieren. Als FLOW bezeichnet man das

beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust. Flow kann bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) entstehen. (Wikipedia)

Diese Eigenschaften kreativer Menschen ermittelte er in einer Studie.

„Das Hauptanliegen dieses Buches war, zu beschreiben, wie Kreativität wirkt… Darüber hinaus wollte ich durch die Biographien dieser Männer und Frauen in Erfahrung bringen, wie wir alle unser Leben kreativer gestalten können. Wie können wir alle unseren Alltag bereichern und jeden Tag wie ein aufregendes, neues Wunder erleben?“, schreibt Csíkszentmihályi in  FLOW und Kreativität. (vgl. S.488)

csikszentmihalyi-flow-und-kreativitaetBevor du in dich gehen und überprüfen kannst, ob du zu den Kreativen (nach seiner Auffassung) zählst, die ihre Grenzen durch ihre Kreativität und während des FLOW-Erlebens überwinden und so das Unmögliche schaffen, ein Hinweis vorweg:

Ich finde Csíkszentmihályis Thesen so zutreffend, wenn ich an alle kreativen Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, denke. Doch leider gibt es viele Menschen, die vor Kreativität bersten, aber sie aus Angst der Meinung anderer Leute verstecken oder gänzlich verdrängt haben. Sie haben ihre Kreativität als Gefühlsausdruck, ihre Sensibilität für die Welt, vor langer Zeit abgelegt, um besser in die Gesellschaft der Norm zu passen. Dabei zeigen Csíkszentmihályis Funde, dass man als kreativer Mensch eben auch die dunklen Flecken der eigenen, aber vor allem menschlichen Persönlichkeit integriert. Seine Gedanken zum FLOW-Erleben durch Kreativität schließt Authentizität und Eigensinn von vornherein mit ein. Als ginge es gar nicht anders… Kreative müssen Hindernisse überwinden und brauchen eigene Strategien. Wie wunderbar: Adieu Fremdwerte!

Seiner Meinung nach haben kreative Köpfe folgende Eigenschaften – und das gleichzeitig:

 

Kreativität – Die 10 Merkmale kreativer Menschen

1. Kreative besitzen unheimlich viel Energie.

Dennoch können sie oft ruhig und/oder entspannt sein. Ihre Energie kommt von ihrem Willen und lebt ein Eigenleben, unabhängig von Terminen oder Zeit. Kreative entwickeln im Laufe ihres Lebens eine eigene Energiestrategie.

2. Kreative sind oft naiv und weltklug zugleich.

Sie besitzen eine gewisse Naivität und haben eine gegensätzliche Denkweise, d. h. sie sind der Entwicklung von Ideen fähig, während sie dennoch die Guten von den Schlechten unterscheiden können.

3. Kreative sind Verbindungsgenies.

Sie verbinden Disziplin und Spielerisches oder Unabhängigkeit mit Verantwortungsgefühl. Sie sind stur, haben Ausdauer und machen unermüdlich weiter, wider allen Reden und Konformitäten.

4. Sie spielen mit ihrer Vorstellungskraft und dem Sinn zur Realität

Sie befreien sich von dem Gegenwärtigen und nutzen ihr Schaffen als eine Fluchtmöglichkeit. Sie überschreiten Grenzen, in dem sie der Lebenswelt einen neuen Sinn verleihen.

5. Sie sind gleichzeitig extravertiert und introvertiert.

Kreative können beide Eigenschaften zugleich leben. Sie brauchen sowohl soziale Kontakte, als auch Einsamkeit. Sie leben Gegensätze, können weder nur das Eine noch ausschließlich das Andere. Sie sind damit näher an der Balance zwischen Yin und Yang als andere Menschen.

6. Sie vermischen Demut mit Stolz.

Sie sind eventuell scheu und bescheiden, aber das nur, weil sie gedanklich schon in neuen Projekten stecken und das Vergangene an Attraktivität verloren hat. Sie können außerdem besonders aggressiv werden, wenn es um den Erfolg ihres Produktes geht.

7. Sie haben keine typische Geschlechterrolle und sind eher androgyn.

Sie vereinen die Stärken beider Geschlechter.

8. Kreative sind rebellisch und unabhängig, gleichzeitig konservativ, konventionell und traditionell.

Sie sind risikobereit und brechen gern mit Traditionen und Regeln, konkurrieren mit üblichen Meinungen, da es ihnen an Mut nicht mangelt.

9. Sie sind sowohl extrem leidenschaftlich, als auch objektiv in ihrem Tun.

10. Sie sind sehr sensibel und dadurch häufig extremen Gefühlen ausgesetzt/ausgeliefert.

Das bringt eine niedrige Schmerzgrenze mit sich, sie regen sich schnell auf, sind leicht verletzlich und leiden oft unter Ängsten. Nicht arbeiten zu können, löst bei Kreativen das Gefühl der Leere und Verlorenheit aus. Kreative schaffen um des Prozesses willen, da die Freude daran alle Ängste und Unsicherheiten auslöscht.

 ~

Und? Bist du laut Mihály Csíkszentmihályis Studie kreativ? Kreativ zu sein, ob nun als eingefleischte Eigenschaft oder als Tätigkeit, bringt dich wieder näher an dich heran. Es sorgt dafür, dass du dich mit dir beschäftigst und dabei das FLOW-Erleben erfährst, in dem Angst oder Langeweile keine Rollen mehr spielen. Bei welcher Tätigkeit erlebst du FLOW? Und wie kannst du FLOW in dein Leben bringen, wenn  du deine Kreativität bislang untergraben hast?

Wie du deine Kreativität förderst

Persönliche Kreativität hat so gar nichts mit Talent oder Begabung und Übung zu tun. Kreativität an sich (ohne die äußere Bestätigung als gesellschaftlicher Erfolg) bedeutet nur: Da sind Gedanken in Form von Ideen, die aus dir raus wollen. Die meisten Begabten leiden darunter, dass sie zu viele Ideen haben oder nicht jede umsetzen können. Andersherum leiden viele darunter, dass ihnen diese Ideen fehlen oder aber sie nicht wissen, wie sie die wenigen Ideen umsetzen sollen/können. Es fehlt an Strategien. Mit dem letzten Fall befasst sich der Autor zum Schluss seines Buches und stellt dabei die Frage:

Wie lassen sich die Erkenntnisse der Charaktermerkmale kreativer Menschen auf das Alltagsleben aller übertragen?

Schritt 1: Erst einmal die Steine aus dem Weg schaffen. 

Csíkszentmihályi benennt vier Barrieren, die Menschen davon abhalten, ihre Kreativität zu leben oder wieder in den FLOW zu gelangen: 

  1. Überforderung und Erschöpfung durch den Alltag (Es bleibt wenig bis keine Zeit für sich oder Kreativsein.)
  2. Häufige Ablenkungen durch andere Umstände
  3. Faulheit und fehlende Disziplin
  4. Fehlende Klarheit und Kenntnis, wie man was mit seiner Kreativität anfangen soll

Schritt 2: Öffne dich für Neues. So setzt du deine kreativen Energien frei.

Csíkszentmihályi gibt unzählige Tipps, wie man kreativer werden kann. Einige davon sind:

  • Schaffe dir genug Freiraum für die nötige Energie, um kreativ sein zu können.
  • Fühle dich nicht bedroht oder verwundbar. Das hemmt deine kreative Energie.
  • Lass dein EGO aus dem Spiel. Sonst wirst du wenig Neues lernen, um deine Kreativität zu füttern oder zu erweitern.
  • Erforsche die Welt um dich herum, während du deine persönlichen Ziele losgelassen hast. Lass die Gedanken an Reichtum und Erfolg wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Wecke deine Neugier und dein Interesse an dem, was du noch nicht kennst. 
  • Staune wie ein Kind. Lass andere an deinem Staunen teilhaben.
  • Setze dir Ziele, die dich freuen. Jeden Tag.
  • Reflektiere dein Leben, solange bis du benennen kannst, was du daran liebst und was nicht. 
  • Mache dann mehr vom Guten und weniger vom Schlechten.

„Wer seine Persönlichkeit verändern will [Anm. von mir: kreativer werden will], muss lernen, seine Aufmerksamkeit in neue Bahnen zu lenken. Er muss lernen, andere Dinge wahrzunehmen und sie anders wahrzunehmen. Er muss lernen, auf neue Weise zu denken und zu fühlen.“ (vgl. S. 511)

Das Buch ist großartig für alle, die sich neu entdecken und die Hindernisse ihrer Kreativität entfernen wollen. Die Biographien der beschriebenen Menschen geben Bestätigung und Hoffnung für die, die sich in ihrer Kreativität einsam, unverstanden oder verkannt fühlen. Für sie ist FLOW und Kreativität ein absolutes Lesemuss.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Entdecken, Herauskitzeln, Neubeleben und Ausleben eurer Kreativität.

Liebe Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

Bloggerin psychische Gesundheit

Verfasst von Janett Menzel

Autorin und Mentorin für Personen mit herausfordernden Ängsten in ihrer psychischen Gesundheit, in Liebe & Beziehung, Job & Karriere. Potenzial- und Strategieentwicklung im Bereich: Hochbegabung bei Frauen, Angstzustände/Panikattacken, Beziehungsängste - erfolgreiche Beziehungen - erfolgreiche Kommunikation, Gehirnforschung, weibliche & männliche Energien, Entspannungstechniken aus aller Welt, Identitätsbildung & spätes Self-Parenting (Selbsterziehung), Auswirkungen der Emanzipation auf das Verständnis zwischen Mann-Frau

Kommentare

1 Kommentar

  1. Auch wenn ich ihn erst jetzt lese: Danke für diesen Artikel. Ich bin bei der Recherche für einen eigenen Blogartikel auf ihn gestoßen und finde ihn toll! Eine schöne Zusammenfassung (eines doch sehr dicken Buches) 🙂

    Liebe Grüße, Doro Kaiser.

    Antworten

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