Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Nichts ist schlimmer, als gekränkt, verletzt oder ignoriert zu werden. Das verletzt unser Ego und überschreitet unsere Grenzen, die so hart erkämpft und errichtet wurden. Grenzüberschreitungen sind nicht nur im Job normal geworden. Viele wollen sich hocharbeiten, müssen oder wollen sich beweisen und zeigen, wer wir sind und was sie können. Zu viel wurde investiert, geopfert oder erscheint als Mangel, der behoben werden muss. Hinzu kommen die großen Emotionen wie Neid, Eifersucht, Geiz, Habgier, Böswilligkeit und gar Schlimmeres. Dem sind wir ebenfalls ausgesetzt. Auch im Privatleben sind Grenzüberschreitungen, die Wunden in uns hinterlassen, normal: Hier ein unbedachtes Wort eines Freundes, da die schlechte Laune des Partners, ein wenig Bockigkeit der Kinder, die sich austesten wollen, Diskussionen mit den Eltern, weil sie eine andere Meinung oder Richtung haben… Das alles lässt sich im Rahmen ertragen und wegstecken, wenn es nicht zu heftig und zu oft geschieht.

Doch welche Handlungen und Reaktionen anderer Personen sollten wir keineswegs dulden? Wo sind die Grenzen erreicht und wie können wir uns täglich dazu ermuntern, sie zu wahren, und notfalls auch durchzusetzen?

Überschreitungen deiner Grenzen – Eingriffe in deine Kraft

9 Grenzen, die du dringend wahren und durchsetzen solltest

1) Negative Energien anderer Personen sollten wir abwehren. Häufig sind es ja die kleinen Verstimmungen, die einem richtig zu schaffen machen, eben wie schlechte Launen oder schnippische Worte anderer. Häufig sind die nicht einmal böse gemeint, sondern platzen einfach aus der Person heraus. Aber: Wir bekommen sie ab. Und viele verinnerlichen diese auch. So kann sogar Angst, Traurigkeit, Wut/Ärger u. v. m. von uns aufgenommen werden. Man erkennt das daran, dass wir uns plötzlich in den anderen hineinversetzen können, mit demjenigen fühlen, versuchen, ihn zu schützen oder zu beruhigen. Aber auch anders herum kann es funktionieren: Wenn beispielsweise jemand absichtlich, unbedacht etwas sagt, was uns verletzt, kann das in uns bleiben, zum Beispiel als Ablehnung oder Schuldgefühl. Deshalb sollten wir uns immer daran erinnern, dass es derjenige ist, der gerade eine Schwierigkeit mit sich herumschleppt. Wir nicht.

2) Getuschel und Gerüchteküchen sind voll negativer Energie. Auch hier mischen wir uns in die Leben anderer, in die negativen Gefühle der Tuschler und Gerüchteverteiler. Indem wir Interesse zeigen und Anteil nehmen, teilen wir ihren Neid, ihre Wut und tragen beides so mit. Wir erlauben auch, dass das Gefühl der Abwertung mitgetragen wird. Sphären, in die man hineingezogen wird, die man vermeiden kann.

Empathie und sich abgrenzen

3) Die Meinungen anderer Personen über unsere Ziele oder Meinungen sind nicht wichtig. Natürlich gibt es Menschen, die es gut mit uns meinen und lediglich auf Bedacht spielen, weil sie fürchten,  dass wir verletzt oder enttäuscht werden könnten. Es gibt jedoch auch diejenigen, die unsere Ziele nur aus eigener Angst heraus als Fehlentscheidung oder zweifelhafte Ideen hinstellen. Beim Erfolg anderer Menschen schwingt oft das Gefühl der Leistung, des Wertes mit, wodurch wir uns zu Vergleichen hinziehen lassen. Wer mit einem geringeren Selbstwert hadert, könnte leicht denken, er wäre nicht gut oder nicht genug. Es hinterlässt auch das Gefühl, dass wir im Wettbewerb stünden, uns noch mehr anstrengen müssten, um uns zu beweisen. So motivierend diese Richtung auch sein kann, so destruktiv kann sie werden, wenn wir uns in dem, was andere wollen und tun, verzetteln, statt uns auf Eigenes zu konzentrieren. Wie viel schöner wäre es, wenn wir uns offen und ehrlich für den Anderen freuen, vielleicht einige wissenswerte Vorgänge von ihm lernen würden, uns aber um uns und unseren Weg, unser Ziel kümmern? So nehmen wir teil und schüren kein weiteres Leid, nehmen uns an und erweitern unser Bewusstsein für das Gute und das Gelingen.

4) Wenn Personen uns sagen, was machbar ist und was nicht, so ist es ihre Idee, ihre Meinung oder ihre Einschränkung im Denken. Alle glaubten, die Erde sei eine Scheibe, bis einer einmal herumfuhr und eben nicht ins Weltall plumste. Und er bewies, dass alle falsch lagen. Es gibt etliche Beispiele dafür, die dasselbe zeigen: von der Erfindung der Glühbirne, des Automobils bis hin zu den großen Errungenschaften der Menschheit. Schauen wir nur auf die noch existenten Weltwunder, bei denen nach wie vor Forscher rätseln, wie die alten Kulturen sie erschaffen konnten – mit ihren minimalen Mitteln. Alles ist möglich, wenn man daran glaubt. Oft stehen uns nur eigene, fremde und anerzogene Ängste im Weg. Besonders die Ängste, die entstehen könnten, wenn wir auf dem besten Weg zu unseren Zielen sind. Mögliche Kritik, Neid, Getuschel, Ablehnung, Misserfolg, falsche Entscheidungen etc.: Das alles sind mögliche Barrieren, die mit Erfolg daherkommen können. Sei bereit. Für alles.

5) Sei keine Müllhalde für das Zeug anderer Personen. Auch wenn wir es nur gut meinen, so lässt sich die Sorgenmutter-Funktion ebenso gut ausnutzen. Alles hat und muss eine Grenzen haben, wenn es anfängt, uns einzuschränken oder zu große Opfer fordert. Hier ist auch zu bedenken, dass viele Personen absichtlich ihre Sorgen und Probleme bei anderen abladen: im wahrsten Sinne des Wortes. So stehen sie im Mittelpunkt, bekommen wertvolle Aufmerksamkeit und fühlen sich angenommen. In meinem Online Buch “Ein Gefühl namens Dieter” gehe ich vermehrt darauf ein.

Wenn das im Rahmen bleibt, zum Beispiel bei guten Freunden oder Familienmitgliedern, dieses Geschenk des Mitgefühls gegenseitig ist und man sich ebenfalls aussprechen kann, wunderbar. Aber Obacht ist bei Personen geboten, die einen bei eigenen Sorgen abwürgen oder hängenlassen. Da ist eine Grenze zu ziehen: Es tut mir leid, dass du Sorgen hast, aber ich bin gerade so sehr mit meinem eigenen Leben belastet und beschäftigt. Ich wünsche dir viel Glück. (Und das darf man auch ruhig ehrlich meinen.)

6) Übernimm’ selbst Verantwortung, statt es andere machen zu lassen. Sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, ist grundsätzlich die beste Idee. So muss man sich im Nachhinein nichts anhören, schürt weder Schuld noch Scham, keine Konflikte, die genauso schwer wiegen können, wie fehlende Verantwortung sich selbst gegenüber. Auch wenn es immer mal nötig ist, sich etwas im Selbstmitleid zu baden, sich seinen traurigen und ängstlichen Gefühlen bewusst zu werden, so sollte und muss irgendwann dieses Gefühl dem Positiven weichen: einen Plan machen, mit jemandem besprechen, wenn es leichter fällt, kleine Ziele setzen, loslegen und sich an kleinen Erfolgen freuen. Diese wiederum aufschreiben, damit man sie schwarz auf weiß sieht, wenn auch mal kleine Rückschläge kommen, kann ein Weg sein. Jeder darf seinen Weg entscheiden.

7) Verwechsele deinen Charakter nicht mit der Denkweise anderer. Wir lernen von unseren Bezugspersonen, wie den Eltern, Lehrern in der Schule, Freunden, Partnern usw. Wir nehmen damit viele ihrer Erfahrungen an, vertrauen ihren Lebensweisen, wenn sie erfolgreich waren (oder besonders erfreulich oder wenig verletzend). So verbuddeln wir unser inneres Potenzial und müllen uns mit Fremd-Ansichten zu. Auch mit fremder Angst. So bildet sich unsere zweite Natur; unsere erste geht den Bach herunter. “Fass’ nicht auf die heiße Herdplatte, sonst verbrennst du dich!” ist eine kluge Angst, die schützen soll. Aber “Mach das lieber nicht! Sonst bekommst du Ärger!” ist konfliktängstlich und verhindert, wie viele andere Ängste, nötiges Wachstum. Wenn man Bock auf etwas hat, etwas ausprobieren möchte, herumexperimentieren will, dann los! So lernt man seine eigenen Handlungen vertrauensvoll zu sehen, Fehler zu erkennen und leichter zu vermeiden. Eigene Erfahrungen sind ohnehin 1000fach mehr wert, als die anderer Personen. Die haben eine andere Vergangenheit, andere Werte, andere Gefühle. Trau dich, anders zu sein!

8) Versuche es dir zuerst rechtzumachen, statt immer nur andere glücklich zu machen. Wer nicht genug Kraft hat, für sich, für sein Leben, wird auch keine für andere haben. Je mehr man für andere tut, desto besser mag es einem vielleicht gehen, wenn man ohnehin keine Lust verspürt, sich um sein eigenes Leben zu kümmern. Das kann hin und wieder richtig dufte sein, sich nicht im eigenen Teufelskreis zu drehen. Aber auf Dauer, hier ist wieder die richtige Mischung gefragt, sollte man sich aus fremden Leben herausziehen, lernen, zuzusehen und den anderen in der Bewältigung ihrer Angelegenheiten trauen. Sie sind erwachsen. Sie schaffen das auch ohne einen. Und wir schaffen es ohne sie.

9) Behalte all deine Kraft für dich; lass dich nicht herunterziehen.

Liebe Grüße,
Janett

Janett

Welche Beziehungsstile gibt es und wie formen sie Bindungs- und Beziehungsangst?

Welche Beziehungsstile gibt es und wie formen sie Bindungs- und Beziehungsangst?

„Die Tugend nistet, wie der Rabe, mit Vorliebe in Ruinen“, sagte einst Anatole France.

Sigmund Freud war es, der feststellte, dass ein Jeder in seinen Bindungen Erlebnisse seiner Vergangenheit wiederholt. So entwickelte sich die Bindungstheorie, die auf Beobachtungen von Kleinkindern beruhen: wie sich ein Kind entwickelt und was geschehen muss, damit es keine Sicherheit in sich und andere Menschen oder Prozesse, um diese Sicherheit herzustellen, ausbildet. Man geht davon aus, dass Beziehungsangst auf der Basis des Bindungsstils in einem sehr frühen Alter geprägt wird. Er kann sich durchaus im Erwachsenenalter ändern, aber das bedarf einer gewissen Reflexion, Arbeit und Wille. Der Bindungsstil zeigt vor allem, wie ein Mensch bei Nähe und Distanz agiert, ob er gut mit anderen auskommt, wie er sie behandelt, ob er eifersüchtig und neidisch oder aber ein Teamplayer ist.

Die vier Bindungsstile und was sie über dich oder deinen Partner und seine Angst verraten (und wie seine Angst entstand)

Viele Menschen, die entweder selbst bindungsängstlich sind oder aber einen Partner/eine Partnerin mit Beziehungsängsten haben, fragen sich, wie diese Ängste entstanden und was genau dahintersteckt. Sie verhalten sich entweder emotional nicht verfügbar, bevorzugen freie, offene oder nicht verbindliche Beziehungen oder sind gefangen in On-Off-Beziehungen. Viele aber wagen es auch gar nicht, eine tiefere Beziehung einzugehen – von Partnerschaft ist nicht zu reden. Allein der Gedanke an Verbindlichkeiten auf emotionaler Ebene lässt sie erschaudern.

Im Folgenden erfährst du die vier Bindungsstile und was sie genau bedeuten.

Diese vier Bindungsstile gibt es – und drei davon bilden Angst gegenüber Beziehungen und Liebe:

  • den sicheren Stil
  • den ängstlich-ambivalenten Stil
  • den gleichgültig-vermeidenden Stil
  • den ängstlich-vermeidenden Stil

Sokol und Carter machen in ihrem empfehlenswerten Buch “die 50 Prozent aller Menschen, die bindungsangstfrei sind und auf bindungsängstliche treffen”, an diesen Bindungsstilen fest:

Der sichere Bindungsstil

50 Prozent aller Menschen wird ein sicherer Bindungsstil nachgesagt. Es verbleiben somit 50 Prozent, die keinen sicheren Umgang mit Bindungen erlernt haben und potenziell auf bindungssichere Menschen treffen könnten. Menschen mit einem sicheren Stil haben weder große Ängste, dass sie verlassen werden könnten, noch haben sie Befürchtungen bei und wegen Liebesgefühlen. Sie besitzen grundsätzlich ein gutes Gefühl sich selbst gegenüber und haben Selbstbewusstsein. Sie wissen sich abzugrenzen, weil sie feste Grenzen gesetzt haben und sich trauen, diese notfalls zu verteidigen. Sie können lieben und sich lieben lassen.

Der ängstlich-ambivalente Stil

Zehn Prozent der Weltbevölkerung hätten einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil entwickelt. [i] Sie fürchten am meisten die Ablehnung. Obwohl sie sich eine enge Liebesbeziehung wünschen, haben sie von ihren Bezugspersonen gelernt, dass nur deren Bedürfnisse zählen. Auch emotionale Abhängigkeiten, die diese Personen aufrechterhalten wollten, stießen oft auf den Wunsch, ein eigenes Ich auszuprägen, was aber wegen der Wichtigkeit fremder Bedürfnisse untersagt worden war. Es herrschte sicher eine starke emotionale Unbeständigkeit gepaart mit Abwesenheiten oder Nichtverfügbarkeiten. Vielleicht waren die Personen zu sehr mit sich und dem eigenen Leben beschäftigt, häufig nicht von Zuhause oder abwechselnd gefühlvoll und gefühllos. Menschen mit diesem Bindungsstil lernten Bindungen als unsicher kennen. Sie hatten Mühe, Zuwendung und Aufmerksamkeit zu bekommen, was sich auch im Erwachsenenleben wiederspiegelt. Sie versuchen vielleicht durch Besonderheiten/ Auffälligkeiten im Aussehen oder ihren Eigenschaften Zuwendung von einer Person zu ergattern. Sie beweisen sich durch Leistung im Beruf oder durch Geld. Doch da sie Berg- und Talfahrten hinsichtlich Aufmerksamkeit gewöhnt sind, glauben sie nicht an anhaltende Liebe. Sie haben ihren eigenen Wert in ganzer Größe und Liebenswürdigkeit (noch) nicht entdeckt und wissen sich nur selten zu schätzen. Sie verrennen sich leicht in Beziehungen, in denen sie sich und ihren Wert beweisen und stets untermauern müssen. Es kommt ihnen unglaubwürdig vor, wenn sie einmal nichts leisten müssen, sondern wegen sich selbst geliebt werden – einfach so.

Der gleichgültig-vermeidende Bindungsstil

Der gleichgültig-vermeidende Bindungsstil soll auf 25 Prozent der Bevölkerung zutreffen. Sie haben Angst vor Nähe und viele Ausreden, wieso sie keine bräuchten und wieso auch emotionale Unterstützung und Halt für sie unwichtig sei. Ihnen ist es lieber, sich einzureden, dass sie niemanden bräuchten, sondern viel zu sehr mit ihrem Leben beschäftigt seien. Sie können besonders Menschen, die durchaus Bedürfnisse haben, schwer ertragen. Denn Bedürfnisse zu haben, wirkt in ihren Augen schwach und hinderlich. So sehen sie auch die Menschen. Nur wenn man einen Nutzen für gleichgültig-vermeidende Menschen hat, sind Bedürfnisse in Ordnung, insofern es die des Gleichgültig-vermeidenden sind. Ihnen wurden wahrscheinlich Gefühle und körperliche Nähe in ihrer Kindheit verweigert und – weil man sie nicht „braucht“ – abgesprochen. Häufig sollen Jungen betroffen sein, die nicht weinen dürfen, sondern hart sein müssen, sich durchbeißen und große Leistungen erbringen müssen, um das Idealbild eines „echten Mannes“ zu erfüllen. Hier wären auch ungesund narzisstische Menschen und Recycler anzusiedeln. [ii] Einige von ihnen zeigen deshalb keinerlei Reaktionen auf Gefühle und Empathie, sozialen und emotionalen Stress; andere wiederum erleben heftige psychosomatische Beschwerden. Als würde ihr  Herz/Geist die Verantwortung auf die körperliche Ebene weiterreichen, zeigen sie Symptome [iii] wie Hautreizungen, Nahrungsunverträglichkeiten oder Panikattacken. So verteidigt sich ein Teil von ihnen gegen jedes Gefühl und Bedürfnis, das früher unbeantwortet blieb – was sie nicht haben „sollten“ und heute deshalb besser nicht haben wollen. Sie wehren auch deine Gefühle nur aus Schutz ab.

Der ängstlich-vermeidende Bindungsstil

Der letzte Bindungsstil wird ängstlich-vermeidend genannt und beträfe 15 Prozent [iv] der Bevölkerung. Diese sind angepasst, distanziert, fühlen sich verloren, wirken perfekt und brav, haben große Angst vor Nähe und dem Verlassenwerden, sind sehr misstrauisch gegenüber anderen Menschen und vor allem gegenüber ihren eigenen Liebesgefühlen. Sie haben Schwierigkeiten, positive Gefühle zu entwickeln aufrechtzuerhalten. Sie geben sich zuerst die Schuld daran. Sie fühlen sich im Prinzip als schlecht, aber erhoffen doch, dass sie jemandem genug gefallen werden, auch wenn sie den Rückzug derer fürchten. Sie sind manchmal zorniger Natur, wenn sie enttäuscht werden (und wenn es um Personen geht, die sie enttäuscht haben). Im Grunde sind sie sehr loyal, weil sie wissen, wie schmerzhaft es ist, im Stich gelassen zu werden. Sie suchen Halt und ein Ventil gegen ihre Einsamkeit und Angst, ihr geringes Selbstwertgefühl und die innere Leere. Ihnen ist Lob eher unheimlich, weil sie aus Schutz die Verantwortung für fremde Fehler übernehmen. Das ist ihre Form der Kontrolle, um niemanden zu verlieren, von dem sie sich abhängig fühlen. Sie können gleichzeitig sehr gefühlskalt sein und Mühe haben, eine echte emotionale Verbindung zu ihrem Partner aufzubauen. Sie gehören außerdem zu den „wartenden“, gefügigen und „bewusst flexiblen“ Menschen, die selten jemanden unterbrechen oder stören würden, aus Angst, anzuecken und verlassen zu werden. Sie erfüllen lieber Bedürfnisse aus dieser Angst heraus, als es nicht zu tun und sich ihrer Angst zu stellen. Auch wäre es wieder ein Nähebedürfnis, wenn sie es doch täten. In Wahrheit suchen und brauchen sie jedoch eine stabile Nähe und beständige Zuwendung. Doch sie würden es sich (und anderen) nur selten eingestehen. Sie leben in ihren eigenen Welten und wirken daher häufig abwesend. Deshalb geht man in der Psychologie davon aus, dass sie Bezugspersonen hatten, von denen sie stark vernachlässigt wurden. Auch Depressionen, andere Störungen sowie emotionaler und körperlicher Missbrauch können die Ursachen für diesen Bindungsstil sein. In jedem Fall haben sie dem Betroffenen als Kind große Angst vor Nähe und Verlust gemacht. Einige Menschen dieses Beziehungstypens sind deshalb nicht selten feindselig eingestellt oder passiv-aggressiv.

[i] (Aron, 2015)
[ii] (Aron, 2015)
[iii] (Aron, 2015)
[iv] (Aron, 2015)

Das war ein Auszug aus meinem Buch Du liebst mich, oder doch nicht? Wie Frauen mit beziehungsängstlichen Partnern wirklich umgehen sollten. Erhältlich als E-Book und als Taschenbuch.

Wenn du wissen möchtest, wie du deinen bindungsängstlichen Partner helfen kannst, seine Angst zu mildern (auch damit du selbst zufriedener wirst), könnte mein Onlinekurs zu Beziehungsangst interessant für dich sein >>

was kann ich tun, wenn mein partner beziehungsangst hat
Brief an mein inneres Kind oder Eine Erinnerung an dich, falls du vergessen hast, wer du bist

Brief an mein inneres Kind oder Eine Erinnerung an dich, falls du vergessen hast, wer du bist

Was uns im erwachsenen Leben an Schwierigkeiten und Herausforderungen begegnet – emotional und psychisch – findet seinen Ursprung zu oft in der Kindheit. Dort haben wir gelernt, wie Leben vermeintlich geht, wofür wir hier sind und wie unsere Rollen aussehen, was wir sollen und was nicht, wie die Welt tickt und wie wir Teil davon werden (oder bleiben). Nur selten aber decken sich diese Lernerfahrungen mit dem, was wir sein wollen und können. Denn unsere Kindheit ist auch gesät mit Verletzungen, vorrangig die unserer Eltern und Großeltern, die an uns weitergegeben wurden. Wir konnten sie als Kind nicht prüfen, aber im erwachsenen Leben können wir es sehr wohl – mithilfe unseres inneren Kindes. Ist unser inneres Kind verletzt, sorgt es für destruktive Beziehungen und Missstände, die wir vermeintlich nicht loslassen können, wenn wir älter sind. Hier helfen Erinnerungen an unser wahres Selbst, nachdem wir Missliches, was unser inneres Kind glaubt, aufdecken und ausgleichen. Briefe sind ein hervorragendes Instrument, um seinem inneren Kind zu begegnen: Es ist ein bewährtes Mittel der Schreibtherapie, seinem inneren Mädchen/Jungen einen Brief aus der Sicht des Erwachsenen zu schreiben – um ihm den Weg zu weisen, zu korrigieren, zu bestärken und schlussendlich zu heilen.

Hier ist – als Anregung oder Vorlage – mein Brief. Es ist der Zweite. (Den Link zum Ersten findest du am Ende dieses Briefes.)

Brief an dein/mein/unser inneres Kind

inneres kind
Briefe als Instrument, um seinem inneren Kind zu begegnen und es zu heilen: ein bewährtes Mittel der Schreibtherapie

Liebling,

ich habe einige Bitten an dich.

Du darfst immer traurig sein, wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist, aber erinnere dich daran, dass jedes Gefühl – Traurigkeit, Schuld, Scham, Angst, Ekel usw. – eine Entscheidung ist. Du entscheidest, ob du ihm Raum gibst oder nicht. Du entscheidest, ob du dich fürchtest oder nicht. Du weißt, dass du deine Gefühle steuern kannst. Dein Denken ist ein mächtiges Instrument und Gefühle sind deine Freunde. Sie kommen aus der Kindheit und zeigen dir, was du gelernt hast. Was du aber früher gelernt hast, kann heute schon hinfällig sein und morgen schädlich. Viel wichtiger: Was du gelernt hast, kannst du jederzeit wieder verlernen.

Bitte erinnere dich, wie alt du bist, was du bereits in deinem Leben gemeistert hast, worauf du stolz sein kannst und welche Fähigkeiten dich besonders machen. Solltest du auch nichts von dem, was dich ausmacht, nutzen – weder für dich noch für die Welt: Es ist nie zu spät, dein Leben zu verändern. Nimm dir ruhig die Zeit, die du brauchst.

Trennungen aller Art wiegen schwer für jeden Menschen. Du bist nicht allein damit. Wenn dich jemand verlässt, sei traurig, weil es schmerzt, aber erinnere dich daran, dass du ebenso dankbar sein könntest, einen Menschen weniger in deinem Leben zu haben, der nicht zu dir gehören will. Gib das Kämpfen auf. Es geht darum, jene zu finden, die bei dir sein wollen, weil sie zu dir passen und du zu ihnen.

Deshalb: Wenn dich jemand verletzt, prüfe sorgfältig, ob es dein Ego ist, das weint, oder dein Herz. Dein Kopf und Herz sind mit Grund voneinander entfernt. Beide haben ihre Aufgaben, aber nicht immer haben beide recht. Es kann so aussehen, als würdest du bitter leiden, während es nur eine Kränkung deines Egos ist. Es kann sein, dass du meinst, etwas würde dir nichts anhaben, dir nichts ausmachen, während dein Herz leise bricht. Kenne den Unterschied. Kenne dich.

Wenn du abgelehnt wirst – und das wird nicht selten geschehen – bleib dennoch positiv und dankbar. Vertraue den Menschen in ihren Ansichten über dich und sich und euer beider Wohl. Wenn sie dich nicht wollen, so ist es ihre Entscheidung. Respektiere sie. Sie ist richtig, weil sie sich richtig für denjenigen anfühlt. Selbst wenn sie sich für dich falsch anfühlt, so könnte sie doch richtig für dich sein. Manchmal wollen wir erst recht das, was wir nicht haben können. Und viel zu oft wünschen wir uns, was uns nicht guttäte. Es nützt dir wenig, dich täglich für einen Hauch gelogene Sympathie aufopfern und zermürben zu müssen. Es ist ein täglicher Kampf, der dich zeichnen wird. Du kannst ihn jetzt aufgeben und doch dankbar sein für die schönen Zeiten und nützlichen Lehren.

inneres kind brief

Lerne ebenso, Menschen zu verlassen oder dich aus destruktiven Situationen zu schälen, ganz egal, wie sehr es jemandem wehtun würde. Dein Leben ist dafür da, gelebt zu werden, in maximaler Freude und mit bestem Gewissen und Wissen. Es ist nicht Pflicht des Lebens, unnötig zu leiden, wenn du dieses Leid vermeiden könntest. Es ist eine Erlaubnis, zu gehen, wann immer du in einer Verbindung keinen gegenseitigen, erfüllten und liebevollen Nutzen erkennen kannst.

Der Tod wird früh genug kommen. Verlust ist unvermeidbar. Sei deshalb Zeit deines Lebens gut zu dir, deinem Körper, deiner Seele und anderen Menschen. Töte weder dich noch andere im Kleinen wie mit Worten, Rache oder Vermeidung, Schweigen, Distanz, Reaktivität oder Angst, Verachtung oder Aufopferung. Alleinsein will gelernt sein und Konflikte gemeistert. Du bist genauso wichtig wie andere. Andere sind genauso wichtig wie du. Wer dir hier widerspricht, gehört nicht in dein Leben.

Jeder Mensch, der dich verletzt, ist dennoch ein wertvoller Lehrer für dich. Hasse ihn nicht. Was dich verletzt, sagt etwas über deine Verletzungen, die, die du so sehr zu lindern versuchst – oder gekonnt verdrängst. Sei nicht tätig, Verletzungen zu vermeiden, die Kontrolle zu behalten oder das Leben gar zu manipulieren. Das alles sind bloße Gedanken, die aus alten Wunden entspringen. Doch alt ist, was alt ist. Jetzt ist jetzt. Je häufiger du mit dem Schlimmen in Kontakt kommst, desto eher wirst du lernen, ruhig zu bleiben, dir und deinem Leben zu vertrauen und so deine Ängste überwinden.

Ängste sind okay, weißt du? Wir alle haben welche. Sie sind da, um dir etwas zu zeigen:

1.) Was du glaubst, nicht zu dürfen oder nicht zu sollen?
2.) Wo es hakt, wo du eingreifen musst, wo es eine Korrektur geben muss?
3.) Was erlaubt dir deine Angst, nicht tun zu müssen?

Ängste sind nicht da, um dich zu quälen. Sie sind nicht da, um dich deines Glücks zu berauben oder zu benachteiligen. Sie sind da, um verstanden und akzeptiert zu werden. Je schneller du deine Ängste kennenlernst, desto näher rückst du an dich selbst heran.

Seien die Verletzungen von Menschen noch so eindeutig: Bleib ruhig und atme. Besinne dich auf ihre Lektionen. Was sie können, kannst auch du. Manchmal lernt es sich am besten von seinem vermeintlich größten Feind, zum Beispiel, wie du nicht bist oder nicht sein willst, wo du nicht hingehörst oder nicht hingehören willst. Es gibt Menschen, die ein Leben lang nach den Antworten auf diese Fragen suchen. Nimm die Gelegenheiten, wie sie kommen, und packe ihre Lektionen am Schopfe. Das erspart dir wertvolle Zeit.

Wer versucht, deine Schwachstellen zu finden, um sie gegen dich auszuspielen, hat ebenso Schwachstellen, die er zu verstecken versucht. Hinter jeder Schwäche steckt eine Stärke, so wie hinter jeder Stärke eine Schwäche steckt. Es ist die Balance, die zählt.

nicht wissen wohin mit meinem leben

Mitunter sind Angriffe anderer auf dich nicht mehr als der Spiegel ihrer Angst. Finde heraus, was sich dahinter verbirgt, dann übe dich in Verständnis und Vergebung. Doch du bist ein Mensch, keine Fußmatte. Erinnere dich daran und wenn nötig, auch die anderen, die diese Erinnerung brauchen. Mitunter werden/wurden sie selbst so behandelt und kennen keine anderen, gesunden Wege. Man könnte auch sagen: Sprich die Sprache deines Gegenübers. Sei sanft zu dir und denen, die Sanftheit verstehen. Sei bereit, sanft hart zu jenen zu sein, die nichts als Härte üben, indem du ihnen deinen Grenzen aufzeigst. Die größten Verletzungen, Missverständnisse und Kommunikationsfallen entstammen dem Schweigen, der Unkenntnis und Uneinsichtigkeit.

So bleibe offen Menschen gegenüber, die Charaktereigenschaften haben, die dir fremd sind. Sie wuchsen anders auf als du. Aber sie sind Menschen, so, wie du. Was kannst du von ihnen lernen? Was können sie, was du nicht kannst? Was kannst du ihnen beibringen? Was kannst du, was sie nicht können? Welches gemeinsame Ziel habt ihr? Welche Handlungen würden es euch erleichtern, euer Ziel zu erreichen?

Fehler zu machen, heißt nicht, ein Fehler zu sein. Selbst die härteste Kritik ist nichts weiter als Feedback. Bleib ruhig und frage stattdessen, was du neben dem Fehler gut gemacht hast. Das lenkt aller Aufmerksamkeit ab – besonders deine.

Du wirst dein Leben lang lernen und an dir arbeiten dürfen. Nenne es Persönlichkeitsentwicklung oder Potenzialentfaltung. Niemand kommt perfekt auf diese Welt. Du bist kein Fertigprodukt, sondern durchläufst deine eigene Evolution in deinem eigenen Tempo. Keinen einzigen Tag bist du auf dieser Welt, um zu sein, wie es andere von dir erwarten. Es ist das Miteinander, das zählt, das gegenseitige Füreinander. Und das beginnt mit der Fürsorge für dich selbst.

Es gibt Menschen, die das nicht akzeptieren. Übe dich in Konfrontation. Es hat noch niemandem geschadet, für sich einzustehen. Es stärkt dein Bewusstsein für das, was du brauchst: dich und wer du bist, wer du sein willst. Dein Potenzial ist seit Geburt her in dir angelegt.

Vielleicht werden Zeiten kommen, in denen du nicht weißt, wie es weitergehen soll, in denen dir alles sinnlos erscheint und leer. Fehlt dir ein Sinn, fehlt dir in Wahrheit ein Ziel. Es muss dein Ziel sein, erreicht mit deinen Mitteln, minus dem, was andere wollen. Nur so steht unter dem Strich ein Ergebnis, das dir gefallen wird. So überstehst du alle Hindernisse und Zweifel.

Du hast immer das Recht, jemanden nicht zu mögen, so wie jeder andere das Recht hat, dich nicht zu mögen. Dich zu mögen, ist das oberste Ziel – für dich. Du wirst es nicht erreichen, wenn du dir nur dann gefällst, wenn du anderen gefällst, du dich nur dann magst, wenn andere dich mögen.

Prüfe deshalb deine eigenen Gedanken und Ansichten über die Welt. Nicht jeder deiner Gedanken ist wahr, so, wie alle, die von außen kommen, sowohl richtig als auch falsch sein können. Erinnere dich daran, dass jeder seine Einstellungen braucht. Sie geben Halt und versprechen Ordnung. Je flexibler du bleibst und je weniger Glauben du dem schenkst, was du denkst, desto eher wirst du zu dem, was du sein kannst: dein größtmögliches Ich.

inneres kind

Denn du wirst niemals besser sein, als das, was du von dir glaubst. Glaube daran, dass alles möglich ist und alles kann möglich werden. Beschränke dich nicht selbst, nur weil dir deine Gedanken dazu raten.

Hinterlasse der Welt etwas, was dir am Herzen liegt. Teile. Gebe. Inspiriere. Sprich über deine Niederlagen. Zeige, wie du sie überwunden hast. Liebe. Verletzlichkeit ist Teil des menschlichen Seins. Niemand kommt um sie herum. Sie zu leugnen, ist eine der größten Lügen.

Deshalb bewerte Menschen nicht auf den ersten Blick. Du kannst niemals wissen, was jemand gerade durchmacht, welche Kämpfe er auszustehen hat, welche Ängste. So mancher lächelt und sagt, alles wäre wunderbar, während er in Wahrheit verzweifelt. Wir haben alle unsere Sorgen, aber nicht jeder zeigt sie.

Schlussendlich ist hier meine letzte Bitte: Bevor du fällst, falle lieber auf! Auch sein Leben nicht in die Hand zu nehmen, ist eine aktive Entscheidung. Sie lautet: „Ich nehme mein Leben nicht in die Hand, sondern lasse es liegen und mache nichts damit.“ Suche dir Hilfe dafür, wenn du welche brauchst. Gehe einen ersten Schritt und probiere etwas Neues, wenn dich das Alte nicht mehr nährt. Aber handele. Sei dir hier am nächsten und kümmere dich gut um dich. Wenn du das tust, wird sich das Leben dankbar zeigen. Das ist ein Versprechen!

In Liebe,
dein erwachsenes Ich

© Janett Menzel

Zum Weiterlesen

“Über die Kunst, allein zu sein” (Janett Menzel, 2016)
“101 Wege aus der Angst” (Janett Menzel, 2018)
“Mein neues Leben ohne Angst” (Janett Menzel, 2020)
“Hör auf! Deine Angst” (Janett Menzel, 2018)

Hier geht’s zum ersten Brief an mein inneres Kind

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stress, Stress, Stress: Wir wissen mittlerweile alle, dass er krank machen kann und deshalb bewältigt und abgebaut werden muss. Die Wissenschaft weist auch immer wieder darauf hin, dass ein erhöhter Stress über eine lange Zeit schnell in psychische Belastungsstörungen wie Angstzustände oder Depressionen übergehen kann. Doch selbst “nur” Schlafstörungen oder das Gefühl der ständigen inneren Hektik deuten bereits an, dass wir tätig werden sollten, um den Körper und die Psyche zu entlasten. Die Stresshormone müssen abgebaut werden. Nur, wie? Denn meist bleibt im Stress einfach keine Zeit.

Ich habe den befreundeten Autor des Buches “Stress, der moderne Säbelzahntiger!”, Ron B. Charles, zu einem Interview über Stressbewältigung eingeladen, um uns die Kniffe und Tricks zu verraten.

Stressbewältigung: Stressoren, Auswirkung auf Geist & Psyche und Angstzustände

Stress und Auswirkungen

Dass ein Buch über Stressabbau zur Nummer 1 bei beispielsweise Amazon & Co. werden kann, zeigt mir, dass wir nach wie vor mit diesem Thema hadern. Wir haben lange To Do-Listen mit Aufgaben, die wir abarbeiten müssen, und Pflichten, denen wir nachgehen müssen. Wir kommen uns viele Erledigungen nicht einfach herum, auch wenn wir sie nicht mögen oder keine Kraft dafür haben. Sei es im Job, in der Familie, im Liebesleben oder in der Freizeit: Alles kann das Potenzial entwickeln, uns kurzfristig oder langfristig zu stressen. Stress beschreibt dabei die automatisch einsetzende innere Anspannung durch etwas oder jemanden. Wir vergessen währenddessen jede Achtsamkeit und Ruhe, jedes Vertrauen und jeden noch so guten Vorsatz. Wir übersehen unser Bedürfnis nach Pausen, nach wohltuenden Ausgleich, nach nährenden Freizeitaktivitäten und Menschen, die uns guttun. Wir greifen in Stressphasen vermehrt zu fettigem und zuckerhaltigen Lebensmitteln, weil sie unseren Blutdruck heben und uns für eine kurze Zeit vermeintlich mehr Kraft verleihen. Wir belohnen uns damit, faul auf der Couch zu liegen statt Sport zu treiben – obwohl wir wissen, dass das Zweite besser wäre. Dabei würde dieser unsere Stresshormone leichter abbauen, die durch unseren Lebensstil oder -wandel ankurbelt worden sind.

Leider hat Stress den Nachteil, dass er müde und ausgelaugt macht. Uns fehlt die Kraft, noch etwas für uns zu tun. Im ständigen Für-andere-da-sein, im Leisten und Wirken, um entweder über die Runden zu kommen oder das gewünschte Leben aufrechtzuerhalten, vergessen wir oft zuerst unsere Gesundheit. Leider nicht nur physisch, sondern oftmals auch geistig. Die renommierte Therapeutin und Autorin Verena Kast beschrieb in ihrem Klassiker “Über den Sinn der Angst” einst, dass Stress nichts anderes sei als Angst:

  • Angst, Fehler zu machen oder zu versagen
  • Angst, nicht dazuzugehören oder ausgeschlossen zu werden
  • Angst, andere zu verletzen oder zu enttäuschen
  • Angst, nicht gut oder nicht genug zu sein
  • u. v. m.

Die Forschung hat gezeigt, dass Stress/Angst auf allen Ebenen horrende Auswirkungen haben kann, wenn wir nicht – besonders in Stressphasen – dafür Sorge tragen, dass unser Körper ihn wieder abbauen kann:

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen
  • Nacken-, Rücken- und/oder Gelenkschmerzen
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Nachtschweiß, Müdigkeit, viel Schlaf brauchen)
  • Magen-Darm-Befindlichkeiten wie z. B. Durchfall, Verstopfung, Reizdarm- oder Reizmagensyndrom, Sodbrennen
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen und -stolpern, Atembeschwerden, Enge in der Brust
  • Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit
  • Antriebslosigkeit, Lethargie
  • Ängste
  • usw.

Viele meiner LeserInnen und ich eingeschlossen, haben festgestellt, wie schnell Stress zu anhaltenden Angstzuständen mit/ohne Panikattacken führen kann (weswegen ich viel über Stressängste schreibe). Denn jeder Mensch hat seine ganz eigenen Stressfaktoren (Reize, die Stress auslösen), sogenannte Stressoren, auch wenn es allgemeinere gibt, die jeden erwischen können. Dabei sind Stressoren entweder innere oder im Außen auftretende Faktoren, die in deinem Körper/Geist individuell Stress bewirken:

  • Leistungsstressoren (z. B. viele Arbeitsaufgaben)
  • physikalische Stressoren (z. B. Lärm, Hitze, grelles Licht, Enge)
  • soziale Stressoren (z. B. für einen Menschen schwierige zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen)
  • körperliche Stressoren (z. B. Allergien, Krankheiten, Verletzungen)

Jeder Stressor hat die Macht, dich zu einer Anpassung, zur Flexibilität oder gar Duldung zu zwingen. Doch die Zahl der Abhängigkeiten im Leben ist groß. Was bleibt also? In meinen Augen ist es eine veränderte Haltung zu allem, was Stress bewirkt. Wie gehst du mit Stress um? Welcher Stressor belastet dich am meisten? Und wie kannst du die Auswirkungen auf deinen Körper & Geist verringern? Fragen wir doch jemanden, der sich damit auskennt.

Interview mit Ron B. Charles über sein Buch “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden”

Interview mit Ron B. Charles
Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.

Wieso hast du dich dazu entschieden, ein Buch über Stress zu schreiben? Gab es persönliche Erfahrungen oder findest du, dass das Thema noch nicht ausführlich genug besprochen wurde?

Das Problem “Stress” ist für viele Menschen nicht wirklich gelöst, daher empfand ich es sinnvoll, ein Buch über dieses Thema zu schreiben, welches dabei unterstützt, für sich selbst einen Leitfaden, wie man mit Stress umgehen kann, zu entwickeln. Stress ist allgegenwärtig und wird viel zu häufig schon als „völlig normal“ und „das gehört einfach dazu“ betrachtet. Natürlich hatte ich selbst auch schon allerlei stressige Situationen in meinem Leben und gelegentlich komme ich auch wieder in solche Situationen. Man kann sich aber darin üben, besser mit stressigen Zeiten umzugehen und anders zu agieren, um Stress weitestgehend zu vermeiden.

Du beschreibst viele Auswirkungen von Stress auf körperlicher Ebene. Unter anderem besprichst du auch positiven und negativen Stress. Woran erkenne ich, ob Stress positiv oder negativ ist?

Stress kann bekanntermaßen verheerende Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus haben und wirkt sich auch bei jedem unterschiedlich aus. Es gibt jedoch diese eine Grenze zwischen Eustress, der gut für uns ist, und Disstress, der uns schadet. Welcher Stress für dich positiv oder negativ ist, bedarf aber einer genaueren Analyse deiner Aktivitäten und Reaktionen auf die Ereignisse in deinem Leben. Mein Buch hilft dabei, diesen Unterschied für selbst zu verdeutlichen, indem es auf einzelne Lebensbereiche genauer eingeht. Stressempfinden ist sehr individuell und unterschiedlich. Dies für den Leser zu ermitteln, ist eines der Ziele des Buches.

Oft passiert es (ich kenne es zumindest von mir), dass nicht das Umfeld oder einzelne Lebensereignisse stressen, sondern man sich selbst Stress macht: durch eigene Gedanken oder Gefühls- und Verhaltensweisen. Wie siehst du das?

Ereignisse, sofern nicht vorhersehbar, können einen durchaus in Stresssituationen hineinkatapultieren. Richtig ist, dass unsere eigenen Gefühls- und Verhaltensweisen, wie du es beschreibst, maßgeblich darüber entscheiden, wie wir mit diesen Ereignissen umgehen bzw. wie sehr uns diese in Stress versetzen. Ich empfehle deshalb eine intensivere Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Gefühlswelten, um zu verstehen, weshalb man reagiert, wie man reagiert. Dafür gibt es hilfreiche Anleitungen und Tipps sowie Selbsttests in meinem Buch, um Stress, den modernen Säbelzahntiger, mit dem wir uns verbünden sollen, nachdem wir ihn verstanden, zu bezwingen.

Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden
Ron B. Charles über Stressabbau, Techniken und Umgang mit stressigen Zeiten

Bei Stress heißt es oft, man solle Sport machen oder Yoga oder eine Entspannungstechnik erlernen. Vielleicht geht es anderen auch so wie mir: Ich habe keine Lust, noch Sport zu machen oder mich zu bewegen, Neues zu lernen oder überhaupt irgendwie aktiv zu werden, wenn ich viel Stress hatte – auch wenn ich weiß, wie kontraproduktiv das ist. Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Ist es überhaupt schlimm, wenn man nach Stress einmal nichts macht?

Nein, das ist nicht schlimm. Tatsächlich kann es sogar das einzig Richtige sein, nach einer stressigen Phase erst einmal nichts zu machen. Und auch das Nichtstun, kann man perfektionieren. So kann die richtige Meditationstechnik eben dazu führen, dass man den Geist leert, eine wirklich erholsame Aktivität. Bewusstes Nichtstun ist also sehr wichtig. Keinen Sport oder keine Bewegung zu betreiben, halte ich nicht nur in Bezug auf Stress für einen grob fahrlässigen Umgang mit dem Zuhause, indem wir wohnen dürfen – unserem Körper. Bewegung und Sport in sein Leben zu integrieren sowie Entspannungsübungen zu erlernen, bedeutet letztendlich, viel stressresistenter zu werden, als man es jemals war. Man beugt damit vor, kommt weniger bis gar nicht mehr an seine stressempfindlichen Grenzen und wird dadurch insgesamt leistungsfähiger.

Ich bin mal ehrlich: Ich bezweifele ja, dass man Stress ganz aus seinem Leben streichen kann. Hast du einen goldenen Rat für meine LeserInnen, wenn sie einen stressigen Tag oder gar eine stressige Zeit erleben?

Und dieser Zweifel ist durchaus berechtigt. Denn Stress lässt sich nicht aus unserem Leben streichen. Lediglich, wie wir damit umgehen und was wir tun, um stressresistenter zu werden, kann Stress auf ein Maß bringen, bei dem wir uns sogar wohl mit diesem fühlen. Und das ist der goldene Rat: Lerne einen neuen Umgang damit, wandele deine Gedanken dazu.

Was machst du persönlich bei Stress?

Ich wende alle Tipps, die im Buch gegeben werden, selbst an, und komme daher nur sehr selten in gefühlt stressige Situationen. Und wenn doch, beruhige ich meinen Geist und mache mir klar, dass ich noch 10 x mehr davon ausgehalten habe, bevor ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. 6 x die Woche für 45 Minuten Sport und eine gute Organisation meiner Termine, hilft mir den Stress zu bewältigen. Ich kann also guten Gewissens sagen, dass der Stress in meinem Leben weitestgehend reduziert ist. Genau dieses Gefühl wünsche ich all meinen Lesern. Mein Buch kann ihnen dabei helfen, wie ich an genau diesen Punkt zu gelangen.

Vielen Dank, Ron!

Mehr Informationen findest du in seinem Bestseller “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden: Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.”

Die dunkle Schwester: der Schatten einer jeden Frau & was er mit dir macht, wenn du ihn unterdrückst

Die dunkle Schwester: der Schatten einer jeden Frau & was er mit dir macht, wenn du ihn unterdrückst

Jede Frau verbirgt eine dunkle Schwester in sich (so, wie jeder Mann einen dunklen Bruder hat), die all die ungewollten, verdrängten und verheimlichten Eigenschaften darstellt, die im offiziellen Leben nicht ausgelebt werden. Wenn du dich fragst, wieso du deine “schlechten” Angewohnheiten nicht loswirst, nicht abnimmst, keine Lust auf Sport hast, dich nicht verstellen kannst, es sich so auslaugt, dich anzupassen, du vermeintlich grundlos wütend oder traurig wirst (hier ist nicht Depression gemeint), manchmal wie ausgewechselt bist oder dich dein soziales Umfeld “nicht wiedererkennt”, weil du Stimmungsschwankungen hast oder keine Lust, zu tun, was du tun müsstest, aber nicht willst, dich nicht zu etwas aufraffen kannst usw., dann wisse: Es ist die dunkle Seite deiner Persönlichkeit. Es ist dein Schatten, das Gegenteil des Hellen, was du jedem zeigst, weil du weißt, “Das wird gemocht.” und “Das wird gern gesehen.”, “So bekommst du, was du brauchst.” (wenigstens in Teilen bzw. so verlierst du am wenigsten).

Wenn du besonders darunter leidest, etwas Lästiges nicht loszuwerden, dich nicht disziplinieren kannst oder eine scheinbar höhere Macht, dein innerer Schweinehund, stärker ist als du, dann lies diesen Blogpost.

Wie die dunkle Schwester in dir entstand und wieso sie machmal so viel Macht über dich hat

wenn anpassung nicht mehr gelingt

Ich werfe zu Beginn einige Begriffe in den Raum, die dir zeigen sollen, wie die dunklen Seiten, die dunkle Schwester, dein Schatten entstanden ist:

Erziehung – Schule – aufgezwungene Werte und Standards anderer – erwartete Anpassung – So-Sein-Müssen – Zugehörigkeit/Teilsein-Dürfen – emotionale und psychische Leistungen – Gefühle wie Wut, Trauer und Angst nicht zeigen dürfen/sollen – Erwartungen anderer – Druck, zu genügen – idealerweise keine Bedürfnisse oder Sehnsüchte haben – nicht schwierig, kompliziert oder anstrengend bzw. bedürftig sein – gesellschaftliche Erwartungen an dein Äußeres als Frau erfüllen müssen (oder glauben, es erfüllen zu müssen) – schwierige Männer in Liebesbeziehungen, passive Männer und Beziehungen, die auf deinen Schultern lasten bzw. solche, die du als übergriffig empfindest – schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen (du und deine Mutter) – überhohe Verantwortung und Pflichten – innere Hektik & Unruhe – überstarke Rationalität – Schwierigkeiten, sich zurückzulehnen, sich zu vertrauen, der Welt zu vertrauen, Entscheidungen gegen andere zu treffen, seine weibliche Seite auszuleben, Nein zu sagen, unvernünftig oder zickig zu sein, sich zu nehmen, was man will, das Leben in allen Zügen auszukosten, ein Leben zu leben, das andere nicht verstehen (nichts Solides, nichts Bodenständiges, sondern Eigenes), Schwierigkeiten, sich zu trennen oder Streit/Konflikte auszuhalten …

Das ist nur eine kleine Liste der Gründe, wie die dunkle Schwester in dir entstanden ist. Je mehr man als Frau davon in seinem Leben hat, desto stärker werden auch die Schattenseiten sich entwickeln. Sie drücken sich aus, indem sie dir aufs Gemüt drücken oder dich davon abhalten, “so zu sein, wie andere dich wollen würden”.

Die helle Schwester (der gute Zwilling) hat das gelernt und ist bestrebt, so zu sein. Die dunkle Schwester hingegen, der böse Zwilling, sucht nach Gleichgewicht und sieht genau, wenn etwas aus der Balance fällt. Sie schafft wieder Ordnung in dir drinnen – jedenfalls versucht sie das. Denn immer nur machen, tun, ertragen, schweigen, lächeln und dienen ist für keine Seele wohltuend. Im Gegenteil. Es verrät sie und jedes Herz. Es macht krank und belastet so die Psyche und den Körper.

Die dunkle Schwester ist häufig gierig: Sie hat einen drängenden Hunger nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, endlosem, leidenschaftlichen Sex, Essen und Trinken, das die Sinne anregt, tiefen Gefühlen und Erfüllung, grenzenloser Freude und Spaß, nach überschwänglichen Erlebnissen und oft grenzenlosem Selbstausdruck (in welchen Bereichen auch immer). Sie will sich hingeben und empfangen oder geben und kontrollieren – je nachdem, was auf der ausgelebten Seite der angepassten Frau überwiegt. Sie will geliebt werden ohne jede Bedingung, will nichts dafür tun müssen, weder am Anfang noch mittendrin, will Verständnis für all ihre Ecken und Kanten.

Da man aber selten so lebt, sondern sich um Anpassung bemüht und darum, sich zu “benehmen”, nicht so anstrengend und fordernd, sondern eine Hilfe, lieb, sanft usw. zu sein, rutschen die wahren Bedürfnisse immer tiefer ins Dunkle ab.

Die dunkle Schwester verkörpert somit auch all die Wut, die man nie geäußert, sondern heruntergeschluckt hat. Sie trägt die Traurigkeit, Scham und Schuld, die zu schwer zu tragen war. Je mehr wir unser wahres Ich verdrängen, desto stärker wird sie – wenn wir versuchen, lieb, brav, angepasst, hübsch und „so zu sein“, wie man uns will oder wie wir denken, sein zu müssen, um gewollt, liebenswert, angesehen und akzeptiert zu werden.

macht der schattenseiten wie sie entstehen

Die dunkle Schwester ist gegen Motive (das, was dich bewegt, etwas zu tun oder zu unterlassen) wie Zugehörigkeit auf Teufel komm raus oder emotionale/psychische Leistung des Friedens oder der Liebe wegen. Sie verabscheut Co-Abhängigkeit und für andere bequeme Lebensweisen. Sie will im Mittelpunkt ihrer Abenteuer stehen und sich entdecken, auf einer Reise, die sie selbst bestimmt. Sie will ihr Ego leben und nur freiwillig korrigieren. Sie will wachsen und in Einklang bringen, zwischen Weiß und Schwarz alle Farben entdecken. Sie will Energieaustausch statt Langeweile, Blumensträuße und Kino statt Dreckwäsche und Feierabendbier. Sie will Anerkennung für ihre Eigenheiten – und sprechen wir das Kind ruhig beim Namen: Sie will Bewunderung für alles, was sie kann, Nachsicht für all das, was sie nicht kann, und Verständnis, für alles, was sie nicht können will. Die dunkle Schwester ist definitiv der narzisstische Teil einer jeden Frau, die Egomanin und Diva.

Sie ist die, die brüllt, meckert, die Augen rollt, lacht, weint, das Telefon einfach auflegt, lügt, betrügt, abhaut, um 23 Uhr Nudeln kocht, die Bude 2 Wochen lang nicht saugt, nicht sofort zurückschreibt, neidet, eifersüchtig ist, schwarz fährt, stiehlt oder Rache will, wenn ihr die „offizielle“ Version deines Selbst zu bunt/schädlich für dich geworden ist. Sie ist der innere Schweinehund, nicht der innere Kritiker, sie ist die miese Laune statt des ewigen Sonnenscheins, die unermüdliche Kämpferin und härteste Richterin über Ungerechtigkeit und Schmerz, die du freiwillig erträgst – aus Angst, anzuecken, bedürftig, kompliziert oder lästig zu erscheinen. Sie ist die heimliche Königin deines Reichs, wenn du andere regieren lässt – aus Angst, Fehler zu machen oder ausgeschlossen zu werden, Menschen oder Ansehen zu verlieren, die vermeintliche Sicherheit, die dich gefangen hält.

Sie versteht das Versteckspiel nicht: wieso du dich verstellen, klein machen und halten lässt. Sie geht für Balance weit über „deine offiziellen“ Grenzen.

Wie du Freundschaft mit deiner dunklen Schwester schließt

sich mögen trotz schlechter angewohnheiten

Würden wir Frauen unsere dunkle Schwester nur mehr ausleben, bräuchte sie nicht so hart durchzugreifen. Sie will nur da sein dürfen. Wir würden so viel weniger leiden. Also frage dich: Darf sie endlich da sein? Zwei Tipps haben sich in der Praxis meiner Klientinnen bewährt, weshalb ich sie in Mentorings immer erwähne:

Übung 1

Es hilft, das Reich des braven Mädchens wenigstens mal gedanklich zu verlassen und eine Liste mit allem, es die dunkle Schwester will, zu erstellen:

  • nicht sexy/schlank sein oder immer gut aussehen
  • mit dem netten Kollegen ausgehen, obwohl er verheiratet ist
  • xyz nicht den Gefallen tun, um den er gebeten hat
  • nicht geben, ohne zu bekommen
  • mit Schoki und Chips vor dem Fernseher hocken
  • aufgebrezelt tanzen gehen usw.

Das nimmt schon eine Menge Luft raus. Ein kleiner Schritt in Richtung „du selbst“.

Übung 2

Viele Frauen erzielen gute Ergebnisse damit, die dunkle Seite in sich täglich da sein zu lassen (auch wenn es das brave Mädchen in sie zwingt, anders zu sein). Aber durch diese Erlaubnisse fällt es den Frauen leichter, sich im Gegenzug als Kompromiss zu maßregeln oder Sachen zu machen, die sie nicht wollen. Es reichen schon kleine Erlaubnisse aus. |

Mehr in meinem neuen Buch

Panikattacken sind meiner Meinung nach der Versuch des Gehirns,
den Schrei der dunklen Schwester zu unterdrücken.

Ratgeber Selbsthilfe für Frauen mit Angst
Janett Menzel: Mein neues Leben ohne Angst (TRIAS Verlag, 2020)