Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Nichts ist schlimmer, als gekränkt, verletzt oder ignoriert zu werden. Das verletzt unser Ego und überschreitet unsere Grenzen, die so hart erkämpft und errichtet wurden. Grenzüberschreitungen sind nicht nur im Job normal geworden. Viele wollen sich hocharbeiten, müssen oder wollen sich beweisen und zeigen, wer wir sind und was sie können. Zu viel wurde investiert, geopfert oder erscheint als Mangel, der behoben werden muss. Hinzu kommen die großen Emotionen wie Neid, Eifersucht, Geiz, Habgier, Böswilligkeit und gar Schlimmeres. Dem sind wir ebenfalls ausgesetzt. Auch im Privatleben sind Grenzüberschreitungen, die Wunden in uns hinterlassen, normal: Hier ein unbedachtes Wort eines Freundes, da die schlechte Laune des Partners, ein wenig Bockigkeit der Kinder, die sich austesten wollen, Diskussionen mit den Eltern, weil sie eine andere Meinung oder Richtung haben… Das alles lässt sich im Rahmen ertragen und wegstecken, wenn es nicht zu heftig und zu oft geschieht.

Doch welche Handlungen und Reaktionen anderer Personen sollten wir keineswegs dulden? Wo sind die Grenzen erreicht und wie können wir uns täglich dazu ermuntern, sie zu wahren, und notfalls auch durchzusetzen?

Überschreitungen deiner Grenzen – Eingriffe in deine Kraft

9 Grenzen, die du dringend wahren und durchsetzen solltest

1) Negative Energien anderer Personen sollten wir abwehren. Häufig sind es ja die kleinen Verstimmungen, die einem richtig zu schaffen machen, eben wie schlechte Launen oder schnippische Worte anderer. Häufig sind die nicht einmal böse gemeint, sondern platzen einfach aus der Person heraus. Aber: Wir bekommen sie ab. Und viele verinnerlichen diese auch. So kann sogar Angst, Traurigkeit, Wut/Ärger u. v. m. von uns aufgenommen werden. Man erkennt das daran, dass wir uns plötzlich in den anderen hineinversetzen können, mit demjenigen fühlen, versuchen, ihn zu schützen oder zu beruhigen. Aber auch anders herum kann es funktionieren: Wenn beispielsweise jemand absichtlich, unbedacht etwas sagt, was uns verletzt, kann das in uns bleiben, zum Beispiel als Ablehnung oder Schuldgefühl. Deshalb sollten wir uns immer daran erinnern, dass es derjenige ist, der gerade eine Schwierigkeit mit sich herumschleppt. Wir nicht.

2) Getuschel und Gerüchteküchen sind voll negativer Energie. Auch hier mischen wir uns in die Leben anderer, in die negativen Gefühle der Tuschler und Gerüchteverteiler. Indem wir Interesse zeigen und Anteil nehmen, teilen wir ihren Neid, ihre Wut und tragen beides so mit. Wir erlauben auch, dass das Gefühl der Abwertung mitgetragen wird. Sphären, in die man hineingezogen wird, die man vermeiden kann.

Empathie und sich abgrenzen

3) Die Meinungen anderer Personen über unsere Ziele oder Meinungen sind nicht wichtig. Natürlich gibt es Menschen, die es gut mit uns meinen und lediglich auf Bedacht spielen, weil sie fürchten,  dass wir verletzt oder enttäuscht werden könnten. Es gibt jedoch auch diejenigen, die unsere Ziele nur aus eigener Angst heraus als Fehlentscheidung oder zweifelhafte Ideen hinstellen. Beim Erfolg anderer Menschen schwingt oft das Gefühl der Leistung, des Wertes mit, wodurch wir uns zu Vergleichen hinziehen lassen. Wer mit einem geringeren Selbstwert hadert, könnte leicht denken, er wäre nicht gut oder nicht genug. Es hinterlässt auch das Gefühl, dass wir im Wettbewerb stünden, uns noch mehr anstrengen müssten, um uns zu beweisen. So motivierend diese Richtung auch sein kann, so destruktiv kann sie werden, wenn wir uns in dem, was andere wollen und tun, verzetteln, statt uns auf Eigenes zu konzentrieren. Wie viel schöner wäre es, wenn wir uns offen und ehrlich für den Anderen freuen, vielleicht einige wissenswerte Vorgänge von ihm lernen würden, uns aber um uns und unseren Weg, unser Ziel kümmern? So nehmen wir teil und schüren kein weiteres Leid, nehmen uns an und erweitern unser Bewusstsein für das Gute und das Gelingen.

4) Wenn Personen uns sagen, was machbar ist und was nicht, so ist es ihre Idee, ihre Meinung oder ihre Einschränkung im Denken. Alle glaubten, die Erde sei eine Scheibe, bis einer einmal herumfuhr und eben nicht ins Weltall plumste. Und er bewies, dass alle falsch lagen. Es gibt etliche Beispiele dafür, die dasselbe zeigen: von der Erfindung der Glühbirne, des Automobils bis hin zu den großen Errungenschaften der Menschheit. Schauen wir nur auf die noch existenten Weltwunder, bei denen nach wie vor Forscher rätseln, wie die alten Kulturen sie erschaffen konnten – mit ihren minimalen Mitteln. Alles ist möglich, wenn man daran glaubt. Oft stehen uns nur eigene, fremde und anerzogene Ängste im Weg. Besonders die Ängste, die entstehen könnten, wenn wir auf dem besten Weg zu unseren Zielen sind. Mögliche Kritik, Neid, Getuschel, Ablehnung, Misserfolg, falsche Entscheidungen etc.: Das alles sind mögliche Barrieren, die mit Erfolg daherkommen können. Sei bereit. Für alles.

5) Sei keine Müllhalde für das Zeug anderer Personen. Auch wenn wir es nur gut meinen, so lässt sich die Sorgenmutter-Funktion ebenso gut ausnutzen. Alles hat und muss eine Grenzen haben, wenn es anfängt, uns einzuschränken oder zu große Opfer fordert. Hier ist auch zu bedenken, dass viele Personen absichtlich ihre Sorgen und Probleme bei anderen abladen: im wahrsten Sinne des Wortes. So stehen sie im Mittelpunkt, bekommen wertvolle Aufmerksamkeit und fühlen sich angenommen. In meinem Online Buch “Ein Gefühl namens Dieter” gehe ich vermehrt darauf ein.

Wenn das im Rahmen bleibt, zum Beispiel bei guten Freunden oder Familienmitgliedern, dieses Geschenk des Mitgefühls gegenseitig ist und man sich ebenfalls aussprechen kann, wunderbar. Aber Obacht ist bei Personen geboten, die einen bei eigenen Sorgen abwürgen oder hängenlassen. Da ist eine Grenze zu ziehen: Es tut mir leid, dass du Sorgen hast, aber ich bin gerade so sehr mit meinem eigenen Leben belastet und beschäftigt. Ich wünsche dir viel Glück. (Und das darf man auch ruhig ehrlich meinen.)

6) Übernimm’ selbst Verantwortung, statt es andere machen zu lassen. Sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, ist grundsätzlich die beste Idee. So muss man sich im Nachhinein nichts anhören, schürt weder Schuld noch Scham, keine Konflikte, die genauso schwer wiegen können, wie fehlende Verantwortung sich selbst gegenüber. Auch wenn es immer mal nötig ist, sich etwas im Selbstmitleid zu baden, sich seinen traurigen und ängstlichen Gefühlen bewusst zu werden, so sollte und muss irgendwann dieses Gefühl dem Positiven weichen: einen Plan machen, mit jemandem besprechen, wenn es leichter fällt, kleine Ziele setzen, loslegen und sich an kleinen Erfolgen freuen. Diese wiederum aufschreiben, damit man sie schwarz auf weiß sieht, wenn auch mal kleine Rückschläge kommen, kann ein Weg sein. Jeder darf seinen Weg entscheiden.

7) Verwechsele deinen Charakter nicht mit der Denkweise anderer. Wir lernen von unseren Bezugspersonen, wie den Eltern, Lehrern in der Schule, Freunden, Partnern usw. Wir nehmen damit viele ihrer Erfahrungen an, vertrauen ihren Lebensweisen, wenn sie erfolgreich waren (oder besonders erfreulich oder wenig verletzend). So verbuddeln wir unser inneres Potenzial und müllen uns mit Fremd-Ansichten zu. Auch mit fremder Angst. So bildet sich unsere zweite Natur; unsere erste geht den Bach herunter. “Fass’ nicht auf die heiße Herdplatte, sonst verbrennst du dich!” ist eine kluge Angst, die schützen soll. Aber “Mach das lieber nicht! Sonst bekommst du Ärger!” ist konfliktängstlich und verhindert, wie viele andere Ängste, nötiges Wachstum. Wenn man Bock auf etwas hat, etwas ausprobieren möchte, herumexperimentieren will, dann los! So lernt man seine eigenen Handlungen vertrauensvoll zu sehen, Fehler zu erkennen und leichter zu vermeiden. Eigene Erfahrungen sind ohnehin 1000fach mehr wert, als die anderer Personen. Die haben eine andere Vergangenheit, andere Werte, andere Gefühle. Trau dich, anders zu sein!

8) Versuche es dir zuerst rechtzumachen, statt immer nur andere glücklich zu machen. Wer nicht genug Kraft hat, für sich, für sein Leben, wird auch keine für andere haben. Je mehr man für andere tut, desto besser mag es einem vielleicht gehen, wenn man ohnehin keine Lust verspürt, sich um sein eigenes Leben zu kümmern. Das kann hin und wieder richtig dufte sein, sich nicht im eigenen Teufelskreis zu drehen. Aber auf Dauer, hier ist wieder die richtige Mischung gefragt, sollte man sich aus fremden Leben herausziehen, lernen, zuzusehen und den anderen in der Bewältigung ihrer Angelegenheiten trauen. Sie sind erwachsen. Sie schaffen das auch ohne einen. Und wir schaffen es ohne sie.

9) Behalte all deine Kraft für dich; lass dich nicht herunterziehen.

Liebe Grüße,
Janett

Janett

Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

 

Wir hören viel zu selten ganzheitlich auf unseren Körper aka System Körper – Geist – (Herz) – Seele – viele sogar erst dann, wenn sie psychisch und/oder körperlich krank sind. Mir halfen körpertherapeutische Interventionen und das Wissen um die anderen Ebenen zu allen Zeiten. Schließlich ist es mein Körper, der Stress jeder Art ertragen muss und der Angst hatte (um mich und wegen mir), als ich Agoraphobie und Panikattacken hatte. Für mich war es sinnig, mich zuerst auf der „äußersten“ Ebene zu unterstützen, bevor ich mich an die inneren Schichten machte. Was ich gelernt habe: Wenn wirklich so gar nichts zu helfen scheint, kann Körperarbeit ein gutes Fundament für die weitere Auseinandersetzung mit belastenden Gefühlen herstellen.

Sie hat bei einigen einen sehr guten Ruf; bei anderen wiederum dient sie nur unterstützend. Im schlimmsten Fall wird sie belächelt. Bilde dir deine eigene Meinung. Dieser Artikel möchte dich dabei unterstützen.

Wieso wir auf unseren Körper hören sollten: Über Körperbewusstsein und Körperintelligenz

In der westlichen Welt meinen die Menschen, ihr Körper wäre nur zum Funktionieren und zur Aufrechterhaltung des Lebens da. Er hätte keine weitere Funktion und Bedeutung, sondern wäre lediglich das Zuhause der einzelnen Organe und des Gehirns, maximal auch der Seele. Wieso also auf ihn hören, auf das, was er zu sagen hat, was er uns mitteilen möchte? könnte man fragen. Dass der Körper sehr wohl mehr Anteil an unserer Zufriedenheit oder Unzufriedenheit hat, als wir zu glauben wissen, wird uns spätestens dann klar, wenn wir krankwerden. Noch bewusster wird es uns, wenn die Krankheit dazu führt, dass wir unseren Körper nicht mehr unter Kontrolle haben. Wenn er nicht mehr funktioniert und unser gewohntes Leben eben nicht mehr so läuft wie bisher, bekommen wir einen gehörigen Schreck.

Wer Panikattacken kennt, weiß, was ich meine: das Gefühl, dass unser Körper nicht mehr uns gehört. Als hätte er ein Eigenleben entwickelt, ohne, dass wir es bemerkt hätten, macht er plötzlich sein eigenes Ding. Wir wurden nicht gefragt, wir konnten nicht ablehnen, nicht mit ihm darüber sprechen. Wie auch bei einer heftigen Grippe oder Nahrungsunverträglichkeiten, die für miese Stimmung und Verdauungsstörungen verantwortlich sind. Es ist einfach da: die hoffentlich kurzweilige Veränderung, die uns mitten ins Gesicht geworfen wird und gegen die wir nichts ausrichten können. Auch depressive Zustände, heftige Magen-Darm-Verstimmungen, hohes Fieber, schmerzvolle Muskelverspannungen lassen erahnen, wie sehr unser Körper wirklich auf unseren Lebensstil und unsere gewohnten Stressreaktionsmuster reagiert.

Botschaften: Wie der Körper, der Geist, das Herz und die Seele untereinander miteinander kommunizieren

Abb. 1 – Viele sprechen auch von Körper – Geist – Herz – Seele.

Die gesamte Bioenergetik und viele andere Lehren beschäftigen sich ausschließlich mit der Verbindung zwischen Geist, (Seele) und Körper. Auch spirituelle Lehren wie der Schamanismus wissen um die einzelnen Ebenen. In all diesen Lehren funktioniert der Körper als Erhalter und als erste, grundlegende Instanz.Dabei verläuft die Kommunikation zwischen den Ebenen, wie in Abb. 1 dargestellt ist.

Im Schamanismus sagt man: Was die Seele nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Geist weiter. Was der Geist nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Körper weiter. Und was geschieht, wenn der Körper eine zu große Last von den anderen beiden Ebenen gereicht bekommt? Genau, irgendwann kommt auch er an seinen maximalen Belastungspunkt, der je nach Person früher oder später erreicht wird.

In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus: (1) Ego (“Ich”), (2) Muskeln, (3) Gefühle, (4) der Kern, Liebe, das Herz. Die „Ich“-Ebene markiert unser Ego, das auch positive Wirkungen wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Selbstbeherrschung ermögliche, so der Bioenergetiker Alexander Lowen. Er geht davon aus, dass bestimmte Aspekte für einen gesunden und zufriedenen Menschen erfüllt sein müssen, um zum Beispiel ein liebevoller und herzlicher Mensch zu sein.

Abb. 2 Grafik nach Alexander Lowen (2015) – In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus.

Ein Mensch, der nur aus dem Herzen agiert, kann auch seinen Körper gesundhalten. Nur dann würde er positive Gefühle in der nächsten Ebene auslösen, ohne durch erlerntes Verhalten und Denken aus der Kindheit und wichtigen Beziehungen zu handeln. Das führe zu einer ausgeglichenen und lockeren Haltung durch entspannte Muskeln und wiederum zu einem harmonischen und zielgerichteten Handeln. Es gäbe auf muskulärer Ebene ebenso wenige Blockaden wie auf der vorherigen, emotionalen Ebene. Das wiederum mache es möglich, dass unsere „Ich“-Ebene ausgeglichen sei, ohne jede Abwehrhaltung.

Die (und viele andere) Konzepte zeigen uns: Unser Körper ist nicht abgespalten vom Geist und nicht abgespalten vom Herzen, der Seele, dem höheren Ich oder welche Begriffe du gern dafür verwendest. Ganz im Gegenteil. Es ist ein sich bedingendes Konstrukt.

Diese Grundlage wird gestützt durch aktuelle Erkenntnisse. Wir alle kennen die Sprüche: „Was sagt dein Bauch dazu? Was sagt dein Herz?“ Es sind schon lange keine Binsenweisheiten mehr, sondern handfeste, wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass die bisherigen Erkenntnisse der Medizin und Wissenschaft noch lange nicht am Ende angekommen sind. Wir dürfen realisieren, dass bis zur letzten Entdeckung nur eines zählt: Was uns unser Körper sagt, wenn wir ihn sprechen lassen und gewillt sind, ihm zuzuhören. Denn, wenn er ein eigenes Bewusstsein hat, hat er auch eigenständige Nachrichten und eine eigene Weisheit.

 

Gegen unsere Körperweisheit: Wie wir den Kontakt verlieren und wie wir ihn wieder aufnehmen können

Aber es ist so leicht, die Stimme in uns zu ignorieren, verdrängen oder absichtlich verstummen zu lassen. Wodurch verlieren wir den Kontakt zu unserem Körper mit all seinen Ebenen?

  • beruflicher Stress (Termindruck, Ängste um den Job, Wettbewerbsängste usw.)
  • emotionaler Stress (Beziehungen aller Art)
  • existentieller Stress (häuslicher Natur, Armut an Essen und Trinken, Finanzen, stark angeschlagene Gesundheit, die liebsten Menschen betreffend)
  • körperlicher Stress (Lärm, fehlende Luft und Licht, fehlende Fürsorgemöglichkeiten und Kontakte sowie menschliche Nähe und Sexualität)
  • allgemeine Hektik im Alltag
  • geistige, emotionale und körperliche Überforderung
  • geistige, emotionale und körperliche Unterforderung
  • Eigenerwartungen und Perfektionsansprüche (z. B. auch Versagensängste)
  • tiefergehende Ängste (Alleinsein – Einsamkeit, Beziehungsangst, Phobien, Panikattacken)
  • depressive Episoden
  • andere therapiewürdige Herausforderungen

Bei jeder Herausforderung haben wir mehrere Wege, die wir wählen können. Wir kennen es vorrangig, uns physisch, emotional und geistig heilen zu lassen oder selbst zu unterstützen. Wir sprechen mit lieben Menschen über unsere Probleme, gehen zum Physiotherapeuten oder ins Fitness- oder Yogastudio, denken darüber nach und schmieden einen Plan B. Doch einige Herausforderungen auf gesamtheitlicher Ebene bedingen sich untereinander und/oder gegenseitig, weshalb die verursachende Ebene gefunden und geheilt werden muss. In der Medizin/Psychotherapie nennt man es psychosomatisch (kommt vom Geist) bzw. somatoform (kommt nicht eindeutig oder definitiv nicht vom Körper). Woher dann?

Jede Entscheidung und Frage sowie jeder Aspekt unseres Lebens müsste wenigstens fünffach begutachtet werden:

  • Vom Körper als Ganzes
  • Vom Bauch als Einzelnes
  • Vom Gehirn als Einzelnes
  • Vom Herzen als Einzelnes
  • Von der Seele als Ganzes

Ich habe das lange ausprobiert und festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, sich immer auf diese Ebenen zu konzentrieren, die in der Kommunikation mit mir so leicht hörbar sein müssen, dass ich sie sofort wahrnehme. Hinzu kommt, dass ihre Signalstärke ausgeprägt sein muss, um sie überhaupt „anzapfen“ zu können. Bei vielen – auch bei mir – waren einige Kanäle einfach „verstopft“ oder „geschlossen“. Ich stellte auch fest, dass es eine riesige Portion Vertrauen braucht, um ihnen zu glauben, dass sie uns nicht belügen. Wer nicht auf seine Bauch-Intuition vertraut (Bauch-Hirn), der wird sich stärker kognitiv (Gehirn) fokussieren und dort seine Entscheidungen fällen. Auch sich mit seinem Herzen zu verbinden und seiner Intelligenz (Herz-Hirn) zu vertrauen, ist für viele nur in Sachen Liebe selbstverständlich. In allen anderen Fällen erscheint diese Entscheidungsgrundlage irrational und naiv. Viele nutzen eher ihr Gehirn im Kopf, um sich im Leben sicher zu orientieren und sicher zu bleiben.

die ursache der krankheit liegt oft auf einer anderen ebene

Ich selbst schaffte es soweit, dass ich aufgrund meiner vielen Nahrungsunverträglichkeiten meinen Bauch über die Wahl einer Mahlzeit entscheiden lassen konnte, wenn ich zum Beispiel mit Freunden in einem Restaurant oder beim Einkaufen im Supermarkt war. In Zeiten von Angst mein Herz entscheiden zu lassen, war mir fast unmöglich. Meinen Bauch in solchen Zeiten sprechen und entscheiden zu lassen, gelang mir ebenfalls nur sehr selten. Doch mein Kopf hatte mir durch einige Panikstörungen schon genug „Ungnade“ erwiesen, weshalb ich mich stärker auf die anderen Ebenen konzentrieren wollte. Ich empfand es als leichter, zukünftig die wichtigen Ebenen sprechen zu lassen, statt alles an meinem Körper auszulassen. Mein Körper konnte auch in Zeiten von Stress kaum mehr Belastungen ab. Jedes noch so kleine Vorkommnis schien ihn oder Ebenen darüber lahm zu legen. Oder aber ich bemerkte, dass ich urplötzlich auf einer anderen Ebene blockiert war. Als würden die Ebenen untereinander verschlüsselte Botschaften hin und her funken, ohne dass ich die Kodierung und den Schlüssel kannte, um sie zu übersetzen.

Mein Bauch war durch die vergangenen Jahre wohl am besten trainiert; ich hatte die meisten meiner beruflichen Entscheidungen mit meinem Bauch gefällt, ohne je rationale Argumente zu haben. Sie stellten sich allesamt als positiv heraus. Mein Gehirn war übermäßig stark trainiert. Da bedurfte es keiner weiteren Übung. Aber mein Herz und mein Körper als Ganzes hatte stark gelitten, von meiner Seele war kaum etwas zu spüren gewesen – erst als ich wieder mit dem Schreiben begann, weil ich „musste“. Es war der mir einzige leicht verfügbare Kanal, um meine Emotionen „herauszulassen“, da mir auch meine Wut Angst und Panikattacken beschert hatte. Wie sich später zeigte, war Schreiben ein Wunsch meiner Seele – meines Gesamtsystems sozusagen.

Ich erstellte leichte Übungen für die Ebenen, um sie langsam auf ihre „Arbeit“ und „Aufgabe“ vorzubereiten – mit dem Ziel, jede zu erleichtern und sprechen zu lassen.

Ich lade dich im Folgenden ein, mit den einzelnen Ebenen in Kommunikation zu treten. Zur größten und höchsten Ebene, der Seele, komme ich später.

Vorweg: Notiere dir bei jeder Übung deine Eindrücke. Am Ende dieser ersten Übungen wirst du für dich erkannt haben, wie die einzelnen Ebenen wie und wo im Körper mit dir sprechen. Deshalb ist es sinnvoll, dass du dir zu ihnen ausführliche Notizen machst, um jederzeit nachschlagen zu können.

  • Wie schwer war es, den Zugang herzustellen?
  • Woran hast du erkannt, dass der Zugang offen war, dein Weichen gestellt? Wie äußerte sich die Ebene?
  • Woran kannst du ihre Sprache in Zukunft erkennen?
  • Welche Gefühle dominierten?
  • Wo im Körper machten sich die Gefühle am stärksten bemerkbar?
  • Welche Aspekte stachen dir besonders ins Auge?
  • Hat eine Ebene besonders stark gesprochen und eine andere weniger?

 

Der Körper als Ganzes

Den Körper als Ganzes wahrzunehmen, funktioniert am besten, wenn man sich zuerst den einzelnen Körperteilen widmet, um dann die Konzentration auf den gesamten Körper zu lenken. Dafür eignen sich alle Entspannungstechniken sowie Atemtechniken und Körperreisen. Es fühlt sich dann so an, als wäre der gesamte Körper schwer und „voll“ mit Entspannung, leichter Müdigkeit oder mit einem Zustand tiefer Erdung.

Ich selbst nutze autogenes Training und affirmationslose, beatmende Körperreisen sowie Yoga Nidra (kein Yoga, sondern eine yogische Entspannungstechnik). Zusätzlich verwende ich chakrabasierte Stimmmeditationen (auch „Vokale tönen“ genannt), die sowohl Schwingungen in einzelnen Körperregionen bewirken, als auch Atemtechniken vereinen. Am einfachsten ist es, wenn du alles einmal ausprobierst und schaust, was bei dir am besten wirkt bzw. worauf du dich am ehesten einlassen kannst.

Hast du Lust, weiterzulesen und einzelne Übungen für den Körper, aber auch für Geist, dein Herz und deine Seele zu erfahren und auszuprobieren?

 

Angst vor Lautstärke: Was wir von lauten Menschen lernen können

Angst vor Lautstärke: Was wir von lauten Menschen lernen können

 

Die Angst vor lauten Geräuschen bzw. erheblicher Lautstärke ist angeboren. Als Introvertierte, Hochsensible, Intuitive und Empathin weiß ich, wie schwierig deshalb laute, sich in den Mittelpunkt drängende Menschen sein können. Sie zehren an den Nerven. Vor allem aber machen sie uns wütend. Sie werden eine Last, die wir in Zeiten, in denen wir uns nach Ruhe und Stille sehnen, kaum ertragen können. Während wir in Verbindung zu uns sein möchten, lenken sie uns ab und unseren Blick – erzwungen – auf sie. Wir wollen nichts von ihnen mitbekommen, wollen nicht hören, mit wem sie telefonieren, was sie heute erlebt haben. Nicht selten sind es völlig unwichtige, im Vergleich zu unserem Leben, vermeintlich sinnlose Gesprächsthemen, die sie uns in Bussen, Bahnen, Zügen, Flugzeugen und Öffis aufdrängen. Wir können nicht fliehen. Immerhin müssen auch wir an unser Ziel. Bei einigen lösen laute Geräusche und Menschen sogar Angst- und Panikattacken aus. Je sensibler die Seele durch Stress oder Konstitution ist, zum Beispiel durch Hochsensibilität oder Hochempathie, desto heikler kann es für die psychische Gesundheit werden.

 

Die Psyche & Lautstärke: Durch laute Geräusche und laute Menschen getroffen

lärm und wie er der psyche schaden kannÜberreizung durch Lautstärke, wie zum Beispiel Baulärm, hellhörige Wohnungen, (Großraum)Büros, Geräusche des Partners/der Familie oder fremde, laute Menschen: Mehrere Studien zeigen, dass Lautstärke in jeder Form die Psyche nachhaltig schädigen kann. Die Folgen können u. a. Konzentrationsmangel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Migräne, Lernschwierigkeiten, Schlafstörungen bis hin zu psychischen Erkrankungen wie Angstzustände und Panikattacken sein.

Sozialer, emotionaler oder psychischer Stress (egal, durch was hervorgerufen) bedeutet, dass der Körper Stresshormone ausschüttet, die er auch wieder abbauen muss, damit wir gesund bleiben. Bleibt die Lärmbelästigung aber anhaltend, wird es schwer, denn der Körper schüttet schneller aus, als er abbauen kann. Einmal mehr ist Resilienz ist gefragt, wenn wir dem Körper helfen wollen. Wir müssen Wege finden, um entstehenden Stress durch Lautstärke oder Lärm auch wieder verringern zu können. Hochsensible, empathische oder allgemein gestresste Menschen können besonders von einem neuen Umgang mit Stress durch Lautstärke oder laute Menschen profitieren.

Auch die charakterliche Konstitution – Introversion versus Extraversion – zeigt unsere Befangenheit und Bedürftigkeit. Doch während extravertierte Menschen es selten merken, dass sie introvertierte oder hochsensible Nerven belasten, werden Introvertierte erneut auf ihre Gefühle zurückgeworfen. Unsere in uns, durch sie ausgelösten, Folgegefühle belästigen uns. Selbst böse Blicke, um diesen Menschen zu signalisieren, dass wir uns in die Ecke gedrängt fühlen, bringen selten etwas. Die Wut, die sie in uns auslösen, verbleibt auch in uns. Insofern wir nicht offen sprechen und unserer Verletzung durch sie Luft machen, sind wir mitten in ihrem Leben, ihrer Agenda, ihren Bedürfnissen, ihrer Persönlichkeit. Ohne es zu wollen. Und wir geraten mehr und mehr in den Hintergrund: mit unseren Bedürfnissen, unseren Gefühlen und unserer Natur. So geht es nicht nur Introvertierten. Auch Menschen, die wenig Zeit für Selbstfürsorge hatten/haben, und solche, die stark gestresst oder eingebunden sind in zehrende Themen, erleben diese Belastung.

 

Wie man mit der Angst vor lauten Geräuschen und Menschen umgehen kann

rücksichtslose laute Menschen und solche, die sich in den mittelpunkt drängenNeben der Nutzung von allen Entspannungstechniken und Sport, Meditation oder Yoga, um seine Belastbarkeit zu stärken bzw. sich nach der Lautstärke-Belastung wieder zu fangen, bleibt nicht viel.

Ich denke seit langer Zeit darüber nach, wie man aufdringliche Lautstärke bzw. laute Menschen meistern kann. Jedes einzelne Mal gerate ich an den Punkt, an dem es nichts gibt, was ich im Außen tun könnte, außer es anzusprechen und sie darauf zu verweisen, Rücksicht auf die anderen Anwesenden und ihre Bedürfnisse zu nehmen. Das wäre ein Weg. Doch gehen den nur wenige. Auch ich nur selten. Es bringt Konfrontation und eventuelle Auseinandersetzungen mit sich. Das Herz schlägt Purzelbäume und die Knie zittern. Die Wut ist dennoch da, denn immerhin ermutigt sie uns zur Selbstbehauptung.

Doch gerade hochsensible, gestresste, empathische oder intuitive Menschen vermeiden oft ehrliche und offene Konfrontationen. Alles, was sie wollen, ist Ruhe und Harmonie. Sie trennen sich von ihrer Seele oder ihrem Herzen, wenn sie andere auf ihre Fehler oder ihr verletzendes Verhalten aufmerksam machen. Sie wollen weder „die oder der Böse“ sein noch sind sie interessiert daran, die Gefühle eines anderen zu verletzen. Insofern aber der Mut nicht aufgebracht wird, aus welchen Gründen auch immer, bleibt nur eins: herausfinden, was uns diese Situation sagen und zeigen möchte. Worauf könnten bzw. wollen uns extravertierte oder laute, in unseren Augen rücksichtslose, Menschen hinweisen?

Vorab-Vorschläge für den Umgang sind:

  1. es (laut) ansprechen und sie darauf hinweisen
  2. akzeptieren, dass sie anders sind als du und du anders als sie
  3. ihnen vergeben und erkennen, dass sie um der Aufmerksamkeit wegen in Kauf nehmen, die Gefühle anderer zu verletzen, sie zu belästigen und somit – zumindest bei einigen – auch Antisympathie schüren
  4. den Sinn ihres Verhaltens einmal anders wahrnehmen, nämlich, dass sie weder Ablehnung noch Kritik fürchten und im Interesse ihres Wohlbefindens und ihrer Persönlichkeit, ihres Lebens, tun, was sie möchten (und dich das nervt)

Als aufmerksamer Mensch, und wenn du ein wenig so bist, wie ich, wird dir vielleicht aufgefallen sein, dass dieses Verhalten in dir Wut auslöst. EIGENTLICH willst du sie zum Schweigen bringen. Doch dieser Wunsch hat eine Kehrseite: Du willst sie zum Schweigen bringen, weil es deine Weltsicht ist, dass man sich wie sie nicht verhält,

  • sonst bist du oder jemand verletzt,
  • sonst bist du oder jemand wütend,
  • sonst wird du oder jemand gestört, dessen Bedürfnisse wichtiger sind als die eines anderen,
  • sonst wird die Harmonie zwischen euch gestört,
  • sonst kann sich jemand nicht von seinem stressigen oder belastenden Tag erholen,
  • sonst erzwingst du oder jemand Interesse und Aufmerksamkeit,
  • sonst unterbrichst du oder jemand ein Bedürfnis und wird zu einem „Problem“

Kommt dir einer dieser Aspekte bekannt vor? Kennst du jemanden, der das in deinem Verhalten unterband? Wünschst du dir, dass das jemand Bestimmtes in der Vergangenheit bei dir unterbunden hätte?

 

Was wir von lauten Menschen lernen können

angst und wut wegen lauter menschen abstellenSchauen wir uns die Situation noch tiefer an: Jemand oder eine Gruppe im öffentlichen Raum verursacht in uns Betroffenheit, Unruhe und Ärger, sogar Angst und Panik. Hervorgerufen wird das durch ein bestimmtes Verhalten: Lautstärke, Gespräche, eine Handlung (ohne Kopfhörer Musik hören z. B., sehr viel Raum einnehmen, stark aufdringliches Parfüm oder forcierte Blicke, Desinteresse/Rücksichtslosigkeit, Annahme, andere würden ihre Art dulden oder begrüßen, Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer). Diese Menschen ziehen automatisch durch ihr Verhalten unsere und andere Aufmerksamkeit auf sich und stellen sich – zumindest bei einigen Menschen – dadurch in den Mittelpunkt. Einige Menschen aber können laute, aufdringliche Menschen gut ignorieren/ausblenden. Sie bleiben dennoch im Kontakt zu sich selbst.

Die, die laute Menschen aber als nervig empfinden, nehmen sie nur deshalb wahr, weil die Wahrnehmung anderer als Verhaltensmerkmal Teil ihrer Persönlichkeit ist. Selbst bei völlig Fremden, die sie ignorieren könnten.

Doch für die, die es gewohnt sind, dass schlichtweg jeder ihre Aufmerksamkeit bekommt, löst es verständlicherweise Wut und tiefe Betroffenheit, geschädigte Nerven und eine Menge psychische Belastung aus, die Ich-Zeiten und Wiederverbindung mit sich immens stören. Denn laute Menschen scheinen zu sagen: „Ob dir das gefällt oder nicht, spielt in diesem Moment keine Rolle für mich. Wie du damit umgehst, spielt keine Rolle. Für mich ist es gleichgültig, was du jetzt darüber denkst. Es wird an meinem Verhalten nichts ändern. Männer sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Frauen sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Kinder sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Mein Augenmerk liegt auf mir und dem, was ich bin, will, fühle, welche Menschen es in meinem Leben gibt, was ich kann, was ich nicht kann, wie ich der Welt begegne. Ob es dir oder jemand anderem passt oder du es ablehnst, wie ich mich in der Welt bewege, wie ich ihr begegne, spielt keine Rolle für mich. Du wunderst dich darüber, dass ich so bin, wie ich bin und wie ich mich verhalte. Ich wundere mich darüber, dass du nicht so bist, wie ich und wie ich mich verhalte. Du magst anders sein als ich, gerade etwas Anderes brauchen, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ich mache dennoch das, was ich für richtig erachte.“

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber nebst der Wut, die in mir in solchen Situationen stets hochstieg, geschah vor allem eins in mir: Ich empfand es deshalb als rücksichtslos, weil es für mich – so habe ich es gelernt – eine Anmaßung, eine Dreistigkeit, darstellte, so zu sein und so zu denken. Ich erntete (in meinen jungen Jahren) viel Ablehnung und Konflikte mit einem ähnlichen Verhalten. Es sorgte für Ausgrenzung in Schulzeiten und für Disharmonie Zuhause. Daraus schlussfolgerte ich: Laut zu sein und andere während ihrer Bedürfnisse wegen meiner eigenen zu unterbrechen oder zu stören, ist ab sofort tabu. Zudem lernte ich, dass es anderen so viel bessergeht, wenn ich still bleibe und sie machen lasse – was es auch sein mag. Ich lernte gleichermaßen, meine Bedürfnisse zurückzustellen oder ganz für mich zu behalten.

Neben Wut, lösten laute Menschen auch diese Reaktion in mir aus: Allein die Tatsache, dass sie offen und ungeniert ihre Bedürfnisse und Persönlichkeit, ihr Leben, zur Schau stellten, ohne sich über die Reaktion und Gefühle anderer Gedanken zu machen, sich der anderen bewusst zu werden, empfand ich als Last. Hinzu kam meine eigene Unfähigkeit, mit ihnen und ihrem Verhalten umzugehen. Denn das machte mich außerdem wütend. Grundsätzlich war ich selten erfreut, wenn mich jemand bedrängte, mir meine Zeit stahl, meinen Fokus unterbrach oder gegen meine Werte ging. Besonders dann, wenn derjenige nicht davon abließ, mich von seiner Weltsicht oder seinen Bedürfnissen überzeugen zu wollen, sie mir aufzwang, nur um zu bekommen, was er wollte, kein Nein akzeptierte, nur sich und seine Ziele im Kopf hatte.

Doch dieses Gedankengut bringt nur wenig und ändert nichts am eigenen Unwohl, wenn laute Menschen in unserem Umfeld sind.

Ich schaute mir meine inneren Anweisungen an. Vielleicht lösen diese Sätze auch etwas in dir aus? Mach den Test: Wurdest du zum Leisesein erzogen? (pdf)

 

Reflexionsfragen zur eigenen Betroffenheit durch Lautstärke bzw. laute Menschen

So stark, wie ein Bedürfnis nach Stille und Ruhe auch sein kann: Erstens muss man sich fragen, woher es kommt. Welche Lebensweise oder welche Situation im Leben stärkt das Bedürfnis? Wann tauchte dieses Bedürfnis zum ersten Mal auf (der früheste Zeitpunkt, an den man sich erinnern kann)? Ist es ein wiederkehrendes oder immer präsentes Bedürfnis bzw. ist man zum ersten Mal damit konfrontiert? Welche anderen Bedürfnisse, die das Bedürfnis nach Ruhe/Stille auslösen, sind nicht erfüllt? Zu den einzelnen Fragen:

 

Welche Lebensweise oder welche Situation im Leben stärkt das Bedürfnis nach Ruhe/Stille?

Ob es ein besonders nervenzehrender, lauter, überfüllter, fremdgesteuerter, einseitiger Job oder es eine solche Beziehung ist, ob du zu wenige soziale Kontakte hast, unter deinem Singledasein leidest oder eher der Mülleimer für anderer Leute Agenda, Leben und Sorgen bist: Etwas im Leben führt dich dazu, dass Ruhe und Stille von deinem System Körper-Geist-Herz-Seele als nützlich und nötig empfunden wird. Dieses Etwas zu eliminieren oder sich dort zu sich und seinen Bedürfnissen zu bekennen, kann das Ruhe/Stille-Bedürfnis abklingen lassen.

 

Wann tauchte dieses Bedürfnis zum ersten Mal auf (der früheste Zeitpunkt, an den man sich erinnern kann)? Ist es ein wiederkehrendes oder immer präsentes Bedürfnis bzw. ist man zum ersten Mal damit konfrontiert?

Wenn etwas bereits da war, man es von früher kennt, zum Beispiel aus der Kindheit in bestimmten Situationen oder aus dem Studium/der Ausbildung, als man stark gestresst war oder von harten Arbeitstagen, an denen man über seine körperlich-geistigen Grenzen gegangen war, schließt auf Folgendes: Es ist ein vom System etabliertes Reaktionsmuster auf Stress. Dieser kann emotionaler, psychischer oder körperlicher Natur sein.

Kennst du jedoch dieses Bedürfnis noch nicht und ist es jetzt erstmals aufgetaucht, so ist es wahrscheinlich, dass es ein Weg deines Systems ist, um auf etwas relativ Neues, Junges in deinem Leben zu reagieren, das an dir zehrt. Es kann eine Schwierigkeit deines Geistes sein, sich an das Neue anzupassen. Es kann aber auch aufzeigen, wie du mit Stress oder den Tiefen des Lebens umgehst (mit welcher Reaktion).

War dieses Bedürfnis jedoch schon immer vorhanden, so ist es Charakter- bzw. Konstitutionsfrage. Dann kann es durchaus Hochempathie, Hochsensibilität bzw. -sensitivität oder -begabung sein. Besonders im letzten Fall spult sich ein Schema ab: Das normale Leben, das einfache und selbstbezogene, vereinte, menschliche Leben mit all seinen Facetten vom Saubermachen bis sozialem Kontakt wird als trennend und unwichtig empfunden. Doch hier greift die Psychologie herein und sagt: Wenn etwas zählt, dann dass man sein Leben (aus)lebt. Lebt man jedoch im Geiste, so wie Hochbegabte, dann gibt es Gedanken und Projekte, die wichtiger erscheinen als so mancher Lebensaspekt. Mit Leben ist alles gemeint: laute und stille Freude, laute und leise Bedürfnisse, Nachgeben, Durchsetzung und Konfrontationen, Harmonie und Disharmonie usw.

Diesen Ansatzpunkt kann man auch verwenden, wenn man sich zu keiner dieser Kategorien zählt. Wo (in welchem Lebensbereich) gibt es ein Ungleichgewicht im Selbstausdruck, im Äußern deiner Bedürfnisse, im Erfüllen deiner Bedürfnisse?

 

Welche anderen Bedürfnisse, die das Bedürfnis nach Ruhe/Stille auslösen, sind nicht erfüllt?

Partnerschaft, soziale Kontakte (Freunde, Feiern, Treffen, vertrauensvolle Gespräche bzw. Ansprechpartner), Selbstausdruck in Hobbies und Leidenschaften, passendes Umfeld (lokal in Bezug zum Wohnort als auch der Familien-, Bekannten-, Freundes- und Kollegenkreis): All diese Bereiche geben uns etwas. Sollten sie jedenfalls. Sonst ist es verständlich, wenn wir uns nicht wohlfühlen und lieber unsere Ruhe erfahren möchten. Doch was sie uns geben (sollten), hat selten etwas mit Ruhe zu tun: Es ist wahrscheinlicher, dass es der Ausdruck und das Fühlen von Respekt, Teilhabe bzw. Mitgestaltungsraum, Zugehörigkeit, Ansehen, Anerkennung, Wahrgenommenwerden/ Aufmerksamkeit oder Zeit ist, um nur einige zu nennen. Sind diese nicht erfüllt, tendieren viele dazu, sich zurückzuziehen, weil sich ihre Art der Offensive als unwirksam herausstellte. Schaut man sich dann Menschen an, mit denen man alternativ und ersatzweise ein „Problem“ hat, weil sie zu laut sind oder rücksichtslos erscheinen, fällt eins auf: Sie machen es dennoch. Sie ziehen sich nicht zurück. Im Gegenteil: Sie suchen weiter und bleiben weiterhin, was sie sind. Sie kümmern sich weder um andere und was sie denken. Noch schränken sie ihre Stimme ein. Es ist deren Art der Offensive, um sich ein Bedürfnis zu erfüllen. Auch ihr Bedürfnis wird sich unter den eben genannten als Ausdruck finden.

 

Jetzt könnte es etwas wehtun

das Einzige, was stört, sind die Anderen und was sie von mir denkenWir haben also mindestens zwei „Sorten“ Mensch mit verschiedenen Ausdrucksformen ihrer Bedürfnisse. Während die einen „so“ sind, sind die anderen anders. Wir haben zudem mindestens zwei „Sorten“ Mensch mit verschiedenen Herangehensweisen ans Leben, an unerfüllte Wünsche oder Ziele sowie Umgangsweisen mit anderen. Beides lässt sich weder als gut noch schlecht bezeichnen. Im Gegenteil: Beide könnten voneinander lernen.

Erinnern wir uns erneut, was ich eingangs schrieb:

„Ob dir das gefällt oder nicht, spielt in diesem Moment keine Rolle für mich. Wie du damit umgehst, spielt keine Rolle. Für mich ist es gleichgültig, was du jetzt darüber denkst. Es wird an meinem Verhalten nichts ändern. Männer sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Frauen sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Kinder sind mir egal, die mein Verhalten störend finden könnten. Mein Augenmerk liegt auf mir und dem, was ich bin, will, fühle, welche Menschen es in meinem Leben gibt, was ich kann, was ich nicht kann, wie ich der Welt begegne. Ob es dir oder jemand anderem passt oder du es ablehnst, wie ich mich in der Welt bewege, wie ich ihr begegne, spielt keine Rolle für mich. Du wunderst dich darüber, dass ich so bin, wie ich bin und wie ich mich verhalte. Ich wundere mich darüber, dass du nicht so bist, wie ich und wie ich mich verhalte. Du magst anders sein als ich, gerade etwas Anderes brauchen, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ich mache dennoch das, was ich für richtig erachte.“

Welche dieser Fragen treffen dich am meisten?

  • Warum nehmen sich andere wichtiger als (m)ich?
  • Wieso achten andere nicht auf mich und meine Bedürfnisse?
  • Wieso ist es ihnen gleichgültig, was ich fühle, denke und brauche?
  • Wieso darf ich mich nicht danebenbenehmen, während andere es doch auch dürfen?
  • Wieso bin nicht ich laut und aufdringlich, wenn mir danach ist?
  • Wieso trage ich das, was mir Spaß und Freude bereite, nicht nach außen?
  • Wieso nerve ich Menschen nicht auch einmal mit meinen Bedürfnissen und setze mich durch?

Wir können jeder Herausforderung auf unterschiedlichste Weise begegnen. Wir können uns reflektieren und unser Denken, unsere Interpretationen ändern. Vielleicht lernen wir so, das, was uns als Kind verboten war, als Erwachsener wieder zurück zu integrieren. Wut allein, ohne sie auch auszudrücken, bringt allerdings wenig. Sie würde sich nur gegen uns selbst richten und so den Stress erhöhen. Die resultierenden Stressshormone blieben in unserem Körper und könnten dort ihren Schaden anrichten. Wenn wir in einer lauten Umgebung sind, müssen wir also Wege finden, sei es auch durch Kündigung, Umzug oder Ausdruck der empfundenen Belästigung.

 

Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

Die Liebe und Beziehungsangst der Hochsensiblen und Empathen

 

Jeder Empath wird heute als übermäßig sensibel beschrieben; nicht jeder Hochsensible ist zugleich Empath. Während Hochsensible sich mit Stichworten wie Überreizung und äußere Stimuli (Licht, Lautstärke, Menschenmassen, fremde sowie schädliche Energien in der Nahrung, der Luft und durch Substanzen) auseinandersetzen müssen, sind Empathen weitestgehend durch fremde Energien belastet. Sie fühlen, was du fühlst – im Guten und Schlechten. Empathen und hochsensible Menschen besitzen deshalb eine besondere Art der Beziehungsangst.

 

Was sie in Beziehungen lernen dürfen & was bei ihnen Bindungsangst auslöst

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstEmpathen und hochsensible Menschen kommen, so sagen es Experten wie die US-amerikanische Psychologin, Autorin und Empathin Judith Orloff, ohne Training nur schwer mit extremen Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen zurecht. Empathie, weitläufig bekannt als Mitgefühl, wird in der wahren Empathieforschung jedoch als Mitleid betitelt. Das erforderliche Training von Empathen könne aus dem beschwerlichen Mitleid wieder „nur“ Mitgefühl werden lassen.

Da beide Gruppierungen durch Überstimulation ausgelöst werden, ist das einzig relevante Thema, das es zu lernen gilt, Selbstabgrenzung und Akzeptanz der eigenen Begrenztheit. Beide reagieren vor allem stark auf Nähe – die mit positiven und negativen körperlichen Empfindungen einhergeht, nicht nur aufgrund seelischer und mentaler Belange. Im Gegenteil: Sowohl Euphorie und Freude als auch Traurigkeit und körperliche Schmerzen werden übermäßig stark wahrgenommen. Während Hochsensible sich mit dem eigenen System auseinandersetzen müssen, um die für sie richtige Dosis an äußeren Stimuli kennenzulernen, müssen Empathen ihre Abgrenzung von fremden Gefühlen und Bedürfnissen erfahren lernen. Das bedeutet vor allem, dass sie ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennenlernen, akzeptieren und von anderen unterscheiden lernen müssen.

Besonders in Liebesdingen nehmen beide Gruppen eine entsprechend höhere Intensität der Liebesgefühle und natürlich auch des Liebesleids wahr. Sowohl in positiven Ereignissen wie dem Verlieben an sich, als auch in negativen wie bei Streitigkeiten oder unerwiderten Gefühlen, sind sie beide stark emotional angesprochen, identifizieren sich schneller und stärker mit ihrem Gegenüber und können sogar körperliche und mentale „Nebenwirkungen“ zeigen. Diese reichen von heftigen Schlafstörungen, Minderwertigkeitsgefühlen und Sorge um die Zukunft bis hin zu Magen-Darm-Störungen (schlechte Bauchgefühle), Muskelverspannungen (bei Angst), unregelmäßiger Herzfrequenz (Herzstolpern), Hautreizungen u. v. m.

 

Mehr gefühlte Liebe für Empathen und Hochsensible

Liebesgefühle des partners wie ihre eigenen fühlen hochsensibel empathenBeide Gruppen aber haben das Potenzial, sich auf die Empfindungen des Anderen einzustellen und als Empath sogar so zu fühlen, wie der Partner es wahrnimmt. Sie können Angst und Sorgen riechen, Liebesgefühle des Anderen wie ihre eigenen aufnehmen und selbst Zweifel des Partners mit den eigenen verwechseln. Nur Menschen, die in ihren Gaben geübt sind, sich ihrer Grenzen und Begrenztheit bewusst sind und entsprechend Selbstabgrenzungs- sowie Bewältigungsstrategien besitzen, können leicht zwischen dem, was der Partner ist/braucht/will und dem, was sie sind/brauchen/wollen, unterscheiden. Sie nehmen es in dem Moment wahr oder, wie viele, die noch etwas ungeübter sind, erst Tage später.

Ihre Vorsicht bei Nähe rührt hauptsächlich von ihrer Angst, überwältigt zu werden, da Zeiten der Nähe zwar stark gewünscht und als angenehm empfunden werden, aber auch eine richtige Dosis benötigen und von Zeiten der Distanz wieder unterbrochen werden müssen. Wieso ist das so? Beide Gruppen nähren und laden sich in Zeiten der Distanz wieder auf. Sie fühlen sich schnell ausgelaugt, wenn sie lange oder intensive Zeiten mit anderen Menschen verbracht haben. Auch der Beruf kann sie energetisch aussaugen, was zu noch mehr Wunsch nach Ruhe und Alleinsein führt. Sie benötigen ihre Zeit mit sich in der Stille oder Natur, mit ihren Hobbys und Tieren ihren Freunden oder dem Beruf, um ihre eigenen Gedanken zu hören und ihre Gefühle wieder zu spüren. Viele von ihnen hört man deshalb sagen: Ich kann mich nicht mehr spüren. Ich habe das Gefühl, dass es keine Grenze mehr zwischen uns gibt. Ich habe das Gefühl, dass ich kein eigener Mensch mehr bin. Sie fürchten den Selbstverlust nicht etwa, weil sie die Liebe fürchten, sondern, weil sie ihre Empfindsamkeit und Emotionalität als Anker und Leuchtturm zugleich brauchen. Deshalb fällt es nicht wenigen schwer, wenn sie sich verlieben. Nicht nur spielen die Hormone verrückt und man ist die ganze Zeit in Gedanken bei dem neuen Partner. Auch fehlende Grenzen in der ersten Verliebtheitsphase und die häufige Zweisamkeit kann sie aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Die Trennungsangst der Empathen und Hochsensiblen: Die Angst, sich zu trennen oder verlassen zu werden

trennungsangst selbstverlust bei empathen hochsensibleGleichfalls haben sie eine stark ausgeprägte Trennungsangst, die zweischneidig ist. Sie sind auf der einen Seite sowohl ängstlich gegenüber eigenen Trennungen. Sie wollen niemanden verletzen und sorgen sich stark darum, dass der Andere seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt. Das verleitet viele dazu, zu glauben, dass sie sie nicht befriedigen könnten und nicht gut genug für den Partner zu sein. Weshalb sie eine Trennung im Kopf in Erwägung ziehen. Auch ihr bedrängtes Ich kann sie in Trennungsgedanken leiten. Werden diese aber untergraben, will die Person den Partner nicht verletzen, werden also die eigenen Selbstabgrenzungsmechanismen nicht genutzt, sondern der Drang unterbunden, führt es zu Aggressionen. Die müssen sich irgendwie entladen, sei es durch Wutausbrüche, plötzliche Trennungen oder kurzweilige, eiskalte Rückzüge, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

Auf der anderen Seite fürchten sie die Trennung des Anderen. Denn beide Gruppen haben übermäßig hohe Selbstzweifel und sind es seit Kindheitstagen gewohnt, für ihre Sensibilität und Einfühlungsvermögen getadelt oder belächelt zu werden. Sie gelten generell als schwächlich oder nicht belastbar. Viele brauchten eine Weile, um ihre Charaktereigenschaften zu akzeptieren und kennenzulernen.

Obwohl die beiden Themen Empathie und Hochsensibilität seit einigen Jahren in vielerlei Munde sind, gibt es noch immer genug Hochsensible und Empathen, die ihre Gabe und Herausforderungen nicht kennen. Besonders, wenn ein nicht-hochsensibler Partner auf einen Hochsensiblen trifft oder ein nicht-hochempathischer Partner auf einen Empathen, kann es zu außerordentlichen Anpassungsschwierigkeiten in der Verliebtheitsphase kommen, die nicht selten zu Trennungen führen.

 

Unterschiedliche Empfindungswelten

einsamkeit eines anderen spürenIch habe in meiner Praxis viele Gespräche mit Menschen geführt, die mit sich am Hadern waren, wie sie ihre Gaben „abstellen“ können, um sich stärker auf ihre Partner einlassen zu können. Sie wollten es und spürten, dass sie gut füreinander waren, aber hatten extreme Mühen, sich auf die andersartige, meist zu schnelle (Tempo) und zu heftige (Intensität) Lebenswelt (weniger-mehr) einzustellen. Sie wollten es und wünschten es sich, aber ihr Körper und/oder ihr Herz hielten stets dagegen. Man kann sich das wie zwei verschiedene Kulturen vorstellen: Der Hochsommer in Australien beginnt, wenn bei uns in Mitteleuropa der Sommer gerade beendet ist und ist um einiges intensiver als in unseren Kreisen. Dennoch sagen Australier und Europäer zu beidem „Sommer“. So ähnlich ist es auch bei Hochsensiblen/Empathen und Nicht-Hochsensiblen/Nicht-Empathen: Die Australier lieben ihre normalen 40 Grad Celsius und viele im Bundesstaat Victoria (Melbourne) ziehen extra nach New South Wales zurück (Sidney, Canberra), weil es dort im Winter wärmer ist. Die Sonne ist im Winter in Melbourne gegen 12-13 Uhr ungefähr so intensiv wie bei uns im Spätsommer. Wir saßen teilweise im T-Shirt beim Mittagessen. Umgekehrt mögen nur wenige Deutsche oder Mitteleuropäer die sehr starken Temperaturen im Hochsommer um Weihnachten herum in Sidney, wenn die australischen Gemüter gerade so richtig ins Wallen kommen. Unterschiedliche Empfindungen für ein- und dieselbe „Sache“.

Diese Unterschiede in der Wahrnehmung von Liebe und Beziehung gibt es nicht nur zwischen Empathen/Hochsensiblen und solchen, die es nicht sind. Es gibt sie immer und grundsätzlich zwischen allen Menschen, nur dass sie bei diesen Gruppen und ihren Partnern besonders stark ins Gewicht fallen und entsprechend stärkere Ängste auslösen können. PartnerInnen müssen hier schlichtweg mit ihrem Gegenüber reden und sich der Überstimulation bewusst sein. Das ist auch nichts, was sich abstellen ließe oder durch Vorwürfe ändern könnte – es ist keine Frage der freien Wahl oder der Willensstärke. Es ist ein eingebranntes Muster und in den meisten Fällen ein sehr hilfreiches und gutes.

 

Im Treibsand des Partners und seiner Gefühle

sich in den gefühlen des partners verlieren hochsensibel empathHinzukommt aber eine Ausprägung, die man interpretieren kann, wie man möchte: Beide Gruppen, je nach Grad der Empathie, können sich durch ihre Sensibilität in den Anderen hineinversetzen und sich so wie ein Kompass durch die Gefühlswelt hindurch navigieren – und verrennen. Sie merken oft erst im Nachhinein oder bei Distanz (gestern Abend zusammen, alles wunderschön – heute sieht man sich nicht und alles erscheint trübe und schwerfällig), dass etwas unstimmig ist oder die Bedürfnisse an eine Beziehung sich unterscheiden. Sie stellen häufig und sofort ihre Fähigkeiten und Tauglichkeit mit Blick auf den Anderen infrage.

Wenn man sie auf die Unterschiede in der Wahrnehmung anspricht, wissen sie oft nur durch lange Zeiten der Reflexion, zu benennen, was in ihnen vor sich geht. Viele können es aber dennoch nicht oder es fällt ihnen erheblich schwerer als Nicht-Empathen und Nicht-Hochsensiblen, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Bei zu viel Nähe ringt nur ein Flucht-Mechanismus mit einem Nicht-verletzen-Wollen-Mechanismus. Man kann sich das wie einen EKG-Monitor vorstellen, der die Herzfrequenz anzeigt. Sie benötigen einen konstanten und gleichbleibenden Herzschlag und „Ton“ in sich, um sich wohlzufühlen. Gerät der Ton aber in ungeahnte Höhen und zu schnellem Tempo, setzt Beunruhigung ein und der Drang, dies augenblicklich zu ändern. Viele haben deshalb ganz natürliche Abwehrmechanismen, zum Beispiel zappeln sie viel herum, wippen mit ihren Beinen oder renken stets ihren Nacken wieder ein. Sie laufen hin und her oder wirken abwesend, zittern oder greifen zu Kompensationen wie Getränke, Essen, Tabak und Alkohol, um den Takt wieder in den normalen Frequenzbereich zu bringen.

 

“Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen.”

Ausbruch aus Gefängnis namens Angst Eifersucht Gier Geld Macht Trauer Schuld SchamSie hassen es, aufzuspringen und Nein zu sagen, aber es bleibt ihnen (und anderen) nicht immer erspart. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation, in der ich mit einem Mann, den ich gerade erst kennengelernt hatte, morgens im Bett aufwachte. Er umarmte mich innig und wollte nur die Bettwärme und meine Abwesenheit fühlen. Er wollte mir zeigen, dass er sich wohlfühlte und sich freute, morgens mit mir aufzuwachen. Meine Reaktion aber war eine innere Explosion: Ich fühlte mich derart eingeengt und bedrängt. Ich spürte seine Bedürfnisse wie eine Walze über mich herüberrollen. Ich konnte hinter seiner Zufriedenheit über die Situation die Schmerzen über sein bisheriges Alleinsein wahrnehmen. Ich konnte nicht atmen und mich auch nicht beruhigen. Nicht etwa, weil ich seine Nähe fürchtete, sondern weil ich morgens grundsätzlich direkt aus dem Bett aufstehe, mir die Nase putze, ins Bad gehe, meinen Tieren ihr Frühstück gebe und dann meinen Kaffee trinke. Mein System erlaubt mir kein Kuscheln über länger als zehn Minuten. Interessanterweise hatte ich solche und ähnliche Erfahrungen nicht mit Hochsensiblen/Empathen.

Je mehr Menschen wie ich aber versuchen, gegen ihren inneren Kompass zu handeln, weil sie den Partner mögen und behalten, ihn gut behandeln möchten und respektieren, desto mehr gehen wir absichtlich über unsere Fähigkeiten hinaus und überschreiten unsere mentalen und körperlichen Grenzen selbst. Bei vielen schürt das leider Wut und Angst. Spätestens, wenn sie wieder allein sind, bemerken sie ihre Überreizung und die Konsequenzen, ihr Ausgelaugtsein, ihr fehlendes Gefühl für sich selbst, ihre Gedankenkreisel im Kopf, die Anstauung fremder Gefühle in ihrem Körper oder Gedanken in ihrem Kopf. Sie vermissen sich sozusagen und als würde die Stimme ihrer Intuition, Empathie und Hochsensibilität brüllen: „Ja, ganz toll. Das machen wir auch nie wieder!“ geraten sie sofort in Bedrängnis, sich zwischen sich selbst und ihrem Partner zu entscheiden.

Ein Blick in internationale Foren und Facebookgruppen mit Empathen und Hochsensiblen zeigt mir täglich mehr als deutlich, wie viele von ihnen sich freiwillig gegen Nähe entscheiden, nur um nicht in diese Entscheidungsnot zu geraten. Es fühlt sich für sie an, als müssten sie sich zwischen ihrem Leid und deinem Leid entscheiden. Eine Wahl, die ihnen nicht nur wehtut, sondern auch schwerfällt, weil ihr System nicht auf Schmerz-Zufügen ausgerichtet ist, sondern auf Minimierung des Schmerzes. Deshalb finden sich viele Empathen und Hochsensible in Berufen wieder, die ihnen Freiheiten schenken – frei von Hektik, frei von Menschen oder frei von unvernünftigen und nichtigen Unternehmensansprüchen, die niemandem dienen, außer dem Unternehmen. Ungerechtigkeit und Wettbewerbsgehasche, Ellenbogenhierarchien und Obrigkeitsgehorsam sind ihnen genauso zuwider wie Hochbegabten.

 

Offene Gespräche für mehr Verständnis

Als Partner eines Empathen oder Hochsensiblen (oder beidem) bleibt einem nur das offene Gespräch und klare Grenzen und Regeln, die beide miteinander ausmachen und befürworten. Je stärker die Grenzen sind, desto wohler fühlen sie sich. Umgekehrt haben die Partner die Erkenntnis, dass es nicht an ihnen liegt, sie nicht „nicht genug“ seien, sondern nur unterschiedlich in der Wahrnehmung und Empfindung. Das ist eine große Entlastung und vermag einen völlig anderen Blick auf die Zukunft der Beziehung mit deinem Herzenspartner.

Auch wenn du entdeckt haben solltest, dass du Empathin und/oder Hochsensible bist, kannst du für dich und ihn realisieren, dass es dir an Selbstabgrenzung und Selbstwahrnehmung fehlt. Sie in eine gesunde und ausgeglichene Waage zu bringen, ist das oberste Ziel – dann kann auch die Beziehung zu deinem Herzenspartner eine positive Wendung nehmen.

Dies war ein Ausschnitt aus meinem Buch “Du liebst mich, oder doch nicht?“, erschienen 2017 als Taschenbuch und E-Book. Erhältlich bei mir oder Amazon.

 

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

Die wichtigsten Gründe für Burnout, Angst und Panikattacken

 

Es wird oft von Stress gesprochen, wenn wir uns auf die Suche nach Auslösern für Angst, Burnout und Panikattacken machen. Doch woher dieser Stress rührt, meint die eine wahre Ursache, die zu innerer Hektik, Getriebensein und Enge führt, bleibt oft unbeachtet. Da ich mich ja selbst mit diesen Themen auseinandersetzen musste, möchte ich im Folgenden gern die wichtigsten Ursachen verdeutlichen.

Sie sind greifbar und erlauben dir, dich einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

 

Die wichtigsten Gründe/Auslöser für Burnout, Angst & Panikattacken

Zu viel drinnen – zu wenig draußen

zu viel drinnen sein nicht draußen sein panikattacken anschluss verlieren isolation angstWir sitzen ja alle viel zu viel und überhaupt sei Sitzen das neue Rauchen. Dennoch verbirgt sich hinter dem Sitzen vor allem eine Gefahr, die ich verheerender finde: Das mehr in den Räumen sein als im Kontakt mit der Natur, an der Frischluft, dem Leben da draußen, dem Teilhaben am Anderen, Kontakt zu Menschen. Dadurch sperren wir uns ein, es nährt Enge in der Brust, es nährt Einsamkeit und das Gefühl, getrennt zu sein, ausgeschlossen und unbeachtet, unwichtig und ohne nährende Kontakte. Es ist einer der wichtigsten Auslöser für Agoraphobie und Panikattacken (wie auch das gegenteilige Extrem, nämlich kein wirkliches, gefühltes “Zuhause” zu haben, keinen Halt in einem geschützten Raum zu haben oder zu spüren). Wir alle brauchen sichere Rückzugsorte, die bestenfalls lärmfrei, giftfrei und ohne emotionale Störquellen beschaffen sind. Wer in seinen Räumen (und auch als Symbol seines Inneren) keine Sicherheit spürt, “nur noch weg will”, der hat seine Grundlage für Panikattacken – bis hin zu Depressionen, in denen man –  metaphorisch gesprochen – am besten gar nichts mehr spürt, weil man sonst nur Leere oder tiefe Trauer fände, handeln müsste, ausbrechen müsste.

Im umgekehrten Fall ist das Außen, draußen sein, mit sich und der Welt, den Geräuschen, ein Ausgleich, der nötig wird, wenn man das Außen zu lange vernachlässigt hat. Agoraphobie, soziale Ängste, Panikattacken und Burnout zum Beispiel werden nicht besser, wenn man drinnen und mit sich allein bleibt. Im Gegenteil: Es ist das neue Lernen des Außen und des Umgangs damit, die Konfrontation und Gewöhnung, ein neues Vertrauen zu lernen, das die Symptome bessert.

 

Deine Aufmerksamkeit ist fehlgeleitet und führt daher zu einem Ungleichgewicht

Deine Energie richtet sich auf andere, zu sehr auf andere. Die Aufmerksamkeit, die du deinen Lieben, Mitmenschen, Kollegen und Freunden schenkst ist im Verhältnis zu der, die du dir schenkst, aus dem Gleichgewicht geraten. Auch ist es möglich, dass du zu sehr den Fokus auf das Leben der Anderen richtest, ihren Situationen und Herausforderungen, Bedürfnisse und Ängste. Du möchtest sie zufriedenstellen, sie beruhigen, da sein, es ihnen rechtmachen, für Harmonie sorgen oder was auch immer deine Motivation ist. Doch der Preis dafür ist – je verstärkter du das machst – irgendwann zu hoch. Damit geht der Blick auf dich und dein Leben, deine Gefühle und Bedürfnisse zwangsweise verloren. Je mehr du dich in deinem Leben von dir entfernst, desto mehr wird das Überlebenssystem in dir anspringen, auf AN stehen bleiben, rebellieren und dich durch Angst und Panikattacken warnen – im Notfall sogar in eine Starre bringen (Angststörung, Panikstörung, Depression, Burnout), damit du mit anderen kaum mehr Kontakt haben kannst (darfst) und dich nur noch dir widmen kannst.

 

Zu viel Input, zu wenig Output

zu viel input zu wenig output reize außen panikattacken angstGegenüber einem meiner Kollegen nannte ich das einmal “zu viel von zu wenig”-Syndrom. Damit meine ich diese Lebensweise: Tun wir zu viel von dem, was uns zu wenig zurückgibt, uns Energie nimmt, aber nicht schenkt, landen wir täglich in einem Mangelverhältnis und hantieren nur noch mit dem Wenigen, das uns übrigbleibt.

Stellen wir uns unser Leben und unsere Energie als ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas vor: Je mehr wir an Flüssigkeit brauchen, ohne sie wieder aufzufüllen, desto schneller kommen wir in einen sehr niedrigen Bereich, in dem kaum mehr Ressourcen (also Flüssigkeit) zur Verfügung steht. Haben wir nichts gegen das Leerende gegenzuhalten, was das Glas wieder auffüllt, wird es kritisch für die Aufrechterhaltung unseres Lebens. Je mehr wir also etwas tun, was wir nicht wollen, was uns keinen Sinn stiftet, uns verletzt, aussaugt und ängstigt, desto mehr ziehen wir genau das in unser Leben. Gegenzuhalten bedeutet also etwas ins Leben zu holen (und zwar schnell), was uns wieder füllt. Keineswegs meint das, dass wir losrennen und uns einen anderen Menschen suchen, der uns wieder “heilmacht” mit seiner Energie, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Das eine mit demselben zu vergelten, schädigt nur einen weiteren Menschen.

Gemeint sind Werte, die in Aktivitäten, mit den Lieben und Freunden oder neuen Menschen ausgelebt werden können: Das kann vom Kontaktherstellen zur männlichen und/oder weiblichen Seite, der bedingungslosen Liebe von Kindern oder Tieren, dem Kontakt zu seinem Körper durch Sport oder Bewegung bis hin zum Nähren des Geistes durch neue, spannende Themen (Literaturwelten, Weiterbildung, eigene Spiritualität usw.), der Verbindung zu seiner kreativen Seite oder andere, nährende Möglichkeiten reichen. Hauptsache, es erfüllt dich und erlaubt dir, dass du dich wieder fühlen kannst.

 

Unterbrochenwerden

Wer in seinem eigenen Leben zu einem Springer wird, also stets, wenn andere rufen, springen (muss/will/glaubt zu müssen), wird nicht nur in seinem Zeiterleben unterbrochen, wodurch er das Gefühl bekommt, er hätte für sich keine ausreichende Zeit zur Regenerierung oder um in seinem Tempo zu denken, arbeiten, fühlen. Er wird auch in seinen Bedürfnissen unterbrochen, die nötig sind, um im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Das kann zum Beispiel Auszeiten angehen (nur schnell in die Badewanne, bevor… oder ganz schnell einkaufen, bevor… oder nach der Arbeit ganz schnell die Kinder abholen, ohne den Arbeitstag hinter sich lassen zu können). Es kann aber auch die eigenen Leidenschaften betreffen, die in den Hintergrund gerückt werden (müssen/sollen), eben obwohl sie einen nähren und wertvolle Energie zur Regenerierung spenden.

Es müssen zwingend – wenn wir ohne Angst, Depressionen und Panik leben wollen, eigene werte- und sinnstiftende Zeiten in Ruhe ausgelebt werden können. Sollte das schwierig sein, muss man sich auf die Suche nach Unterstützung machen, gegebenenfalls Aktivitäten/Bitten verneinen, den Job wechseln, jemanden für die Kinder oder den Haushalt engagieren, sich aufteilen mit der Betreuung der Kinder oder andere Lösungsstrategien. Aber ein “Es geht nicht!” gibt es nicht. Das steht für deinen Körper nicht zur Debatte, wenn sich Angst und Panikattacken breitgemacht haben.

 

Unterdrückte oder offensichtliche Einsamkeit

wie du deine angst allein zu sein überwinden kannstVon der Flucht vor Leere durch Arbeit, Alkohol, Sport, Sex oder andere Kompensationen bis zur inneren Verneinung/Abwehr einer nötigen Veränderung (lieber eine angenehme, erwartete Rolle spielen, Flucht vor sich und seinen Herausforderungen aus Angst vor den Konsequenzen): Einsamkeit zeigt sich auf vielfältige Weise und ist in meinen Augen die Ursache für alle psychischen Belastungen. Häufig wird sie durch den Verlust von geliebten Menschen hervorgerufen (Tod, Umzug, Auszug der Kinder). Aber auch fehlende Werte in seinem täglichen Leben oder verlorengegangene Werte führen oft zu einem Gefühl des Überwältigtseins durch das leere Nichts. Keine Zuwendung, keine Teilhabe, keine Wertschätzung, nicht gebraucht werden, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit: Selbst in Partnerschaften oder im Beruf sind wir nicht vor Einsamkeit gefeit.

Was hilft, ist entweder das Aussöhnen mit den Umständen, durch Vergebung und Neuverbindung mit dem, was einst Halt und Sinn verlieh. Oder man stellt sich der Herausforderung und löst das “Problem”, in dem man sich (aus dem Umstand) löst. Lösen heißt auch, die Angst vor Einsamkeit oder vor Verletzungen loszulassen. Viele geraten in die Einsamkeit durch Isolation, weil sie meinten, diese würde sie vor Verletzungen schützen. Aber auch Passivität, also das Warten darauf, dass von allein etwas geschieht, ohne dass man etwas tun muss, man gefunden würde oder das Glück vor der Tür stünde, kann einsam machen. Sich nicht zu trauen, ist selten ein funktionierender Weg aus der Einsamkeit. Ob man seine Einsamkeit für sicher hält, erkennt man leicht daran, ob man bei Gelegenheiten, die einem gefallen würden/könnten, dann doch einen Rückzieher macht und vermeintliche Gründe sucht, wieso etwas “nicht geht”.

Wir waren alle einmal da. Auch ich. Als Autorin des Buches “Über die Kunst, allein zu sein” empfehle ich dir in diesem Fall mein Buch zu lesen.

Mit den besten Wünschen,
Janett Menzel

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Solltest du unter Angstzustände und Panikattacken leiden

Das war ein Auszug aus meinem neuesten E-Book. Weitere Strategien gegen Angstzustände findest du in “Hör auf! Deine Angst. Eine Reise zu den Ursprüngen deiner Angst und Panikattacken” (für eine limitierte Zeit zum reduzierten Preis):

Erfahrungen Betroffener Angststörungen und Panikattacken