Will er/sie nur Sex oder hat er/sie echte Beziehungsangst? Daran erkennst du es

Will er/sie nur Sex oder hat er/sie echte Beziehungsangst? Daran erkennst du es

Ein ausschließlich rein sexuelles Interesse, als lang andauernde Affäre oder Casual Sex, muss nicht zwingend ein Zeichen für Beziehungsangst und Bindungsangst sein, aber kann darauf hindeuten. Deshalb werde ich im Zuge meiner Arbeit von meinen Klientinnen und Klienten oft gefragt, woran man denn erkennt, wann jemand nur Sex möchte oder sich sogar mit einer vermeintlichen Bindungsangst herausredet (vorzüglich aufgrund negativer Beziehungserfahrungen, die so schwerschwiegend wären, dass man einfach nicht aus seiner Haut könne).

In diesem Beitrag fasse ich allen, die sich den Kopf darüber zerbrechen und unter einer solchen Situation leiden, die wichtigsten Signale für ein rein sexuelles Interesse, ohne dass er/sie den Wunsch nach einer Partnerschaft mit dir hat, zusammen. Im Anschluss gebe ich dir außerdem einen präzisen Einblick, ab wann nur Sex auf Beziehungsängste und komplizierte Bindungsstile hinweist sowie ein paar Wege, wie du diese Situation als Betroffene/r meistern kannst.

Nur Sex wollen oder Angst vor Liebe und ernster Beziehung?

wann er nur sex will und wann er angst hat vor einer ernsten beziehung
Will er/sie nur Sex oder steht da wirklich eine Angst vor Liebe und Beziehung im Weg zum Glück?

Vorweg möchte ich eins sagen: Im Kontrast zu dem, was viele denken, trifft ein rein sexuelles Interesse heute nicht mehr nur auf Männer zu, die dann die Bösen sind und Frauen nur ausnutzen wollen, wenn sie Lust haben und vögeln wollen. Es ist auch nicht der Fall, dass Beziehungsängste oder negativ wirkende Beziehungsstile (dazu unten mehr) Frauen nicht träfen. Im Gegenteil: Ich beobachte in meiner Arbeit immer öfter diese Fälle.

Folgendes möchte ich allen, die gerade auf der Suche nach mehr Einblicken und Impulsen sind, mitgeben, bevor wir uns den Signalen widmen:

  1. Männliche Beziehungsängstliche bewegen sich immer mehr zwischen 25-35 Jahren und ab 45+. (Es sind die ersten Beziehungserfahrungen oder aber die prägenden wie eine Ehe, die Ängste zu schüren scheinen.) Bei Frauen zieht es sich hingegen durch alle Altersstufen.
  2. Ob es nun an Tinder & Co. des Digitalen liegt und der damit fortschreitenden Einsamkeit oder an der Emanzipation/dem Feminismus und den sich ändernden Rollenbildern und Erwartungen an die Liebe/das Leben: Immer mehr Frauen wollen vorwiegend oder nur Aufmerksamkeit und suchen kurzzeitige Bedürfnisbefriedigung, weil sie sich keine tiefgreifende Partnerschaft vorstellen können, während immer mehr Männer aus Einsamkeit oder geringen Kontaktmöglichkeiten heraus eher zu einer Beziehung tendieren.
  3. Je mehr man abgewiesen wurde, desto mehr greift Wut um. Das zeigt sich vor allem durch aktuelle Bewegungen wie Pick up-Artists, Fucker und Player (nicht meine Begriffe!!! Ich zitiere nur.). Sie haben schon per se das Bedürfnis, aufgrund einer Verletzung oder einem hohen Ego, sich übervorteilt und ermächtigt genug zu fühlen, was tiefe, ehrliche und verletzliche Gefühle wie Liebe in einer Beziehung ausschließt. Denn da geht es automatisch wieder in Richtung Verlustangst.
  4. Dieselben Tendenzen gibt es auch bei Frauen, nur dass wir hier keine Begrifflichkeiten haben, weil wir noch mittendrin sind und Frauen und ihre Rechte gerade sehr in den Himmel gehoben werden (in einigen Aspekten zurecht, aber leider nicht immer, denn auch unter Frauen gibt es schwarze oder unsensible, egoistische Schafe).
  5. Aber: Bei Beziehungsangst geht es nicht nur darum, verletzt zu werden. Viele entscheiden sich wegen der Angst, selbst jemanden zu verletzen und schuldig zu sein oder sich zu schämen, gegen eine Beziehung. Zum Beispiel wissen sie, dass sie nur schwer treu sein können oder einige Wünsche des Anderen nicht erfüllen können/möchten. Das hat mit mangelndem Liebesgefühl dann wenig zu tun, sondern mit Persönlichkeitsstrukturen und eigenen Zielsetzungen. Niemand ist gern der Böse.
  6. Nicht selten, so traurig es auch ist, wird Beziehungsangst oder die Angst, sich zu binden, als Ausrede benutzt, um potenzielle Partner (hier vorwiegend Frauen) hinzuhalten. Es endet dann oft in On-Off-Beziehungen, in denen der vermeintliche ängstliche Teil die Vorsicht der Frau dann nutzt. Hier wird Verlustangst und Hoffnung ausgespielt. Falls dich das trifft. Lies dir bitte die unten stehenden Signale und Abgrenzungen zur Beziehungsangst besonders gut durch.
  7. Es gibt nicht nur Verlustangst als Ursache für Beziehungsangst, weshalb sich jemand für eine rein sexuelle Beziehung entscheidet. Es kann auch sein: Angst vor Liebe im Allgemeinen, keine guten Vorbilder für eine gelingende und gesunde Partnerschaft in der Vergangenheit, Angst vor Trennung (sich selbst zu trennen, den anderen nicht allein lassen zu dürfen, aber es wollen/mitunter müssen, Angst vor Nähe (emotional bei Männern, sexuell oft bei Frauen), Selbstwertängste (nicht genug oder gut sein, negative Glaubenssätze “Für mich gibt es keine Liebe.”, auf lange Sicht eine Partnerschaft nicht aufrechterhalten zu können), Angst vor Selbstverlust (und im Umkehrschluss sich hintenanstellen müssen oder etwas Schlimmes geschehe), Angst vor spezifischen Ereignissen wie Untreue, psychischer und emotionaler Missbrauch (besonders bei stark egoistischen/narzisstischen Beziehungserfahrungen).
  8. Damit ist auch klar: Es gibt Menschen, die weder etwas von Monogamie halten noch dafür gemacht sind, so, wie es Menschen gibt, die nichts von dem Konzept der Ehe halten oder keine Kinder möchten. Das kann man verteufeln oder akzeptieren. Das hat auch seine angstbasierten Ursachen, ja, aber deutet nicht zwingend auf Beziehungsangst hin. Jemand kann sich keine Kinder wünschen und dennoch eine Partnerin suchen oder nicht heiraten oder zusammenziehen wollen und trotzdem in einer Partnerschaft leben.

Signale, dass er/sie nur Sex möchte

Daran erkennst du, dass er/sie nur Sex von dir möchte

An einem rein sexuellen Interesse muss erst einmal nichts falsch sein. Doch viele tendieren zu dem Rückschluss, dass sie nicht gut, genug oder xyz wären, weshalb jemand keine Beziehung mit ihnen möchte. Da bemerken wir “nur” die unterschiedlichen Vorstellungen beider Menschen.

Und: Wir alle kennen Situationen, in denen zwischen Menschen die Funken sprühen. Nicht selten ist es doch eben diese Chemie, die uns dazu veranlasst, dass wir länger durchhalten, als wir eigentlich wollen/sollten, oder uns magisch zu jemanden hingezogen fühlen, obwohl alle Umstände gegen eine exklusive Beziehung sprechen. Wer sich damit abfinden kann, wunderbar. Wer sich aber mehr wünscht als nur Sex, nämlich Perspektive auf eine Partnerschaft, der muss sich zwangsläufig entscheiden: entweder hop oder top.

Was aber vielen passiert, ist, dass sie in einen Wartemodus geraten oder sich beginnen, zu sehr zu bemühen, sich zu beweisen oder gar Vorwürfe zu verteilen. Nun ist es leider so, dass nicht jeder seine reinen sexuellen Motive offen auf den Tisch legt. Für solche Situationen gibt es daher eine Handvoll Signale/Hinweise, die in Mehrfachkombination zeigen, woran du bist:

Zweckkommunikation und Zeiten langer Stille: Er/Sie meldet sich nur wegen Sex und redet ansonsten kaum oder gar nicht mit dir? Oder läuft jedes Gespräch, dass er/sie initiiert, auf ein Treffen für Sex hinaus? Dann geht es auch nur um Sex.

Pimp my ego Oder: Er/Sie meldet sich nur, wenn er/sie allein, gelangweilt oder schlecht drauf ist: Nicht nur die Libido veranlasst viele, Kontakt aufzunehmen, auch Zeiten, in denen man sich einsam, gelangweilt, ohne Anerkennung und Aufmerksamkeit wiederfindet oder Abwechslung zum Leben braucht. Sex ist dafür ein Mittel, weil durch Hormone wie Oxytocin und Endorphine die Laune angehoben wird. Letzten Endes aber vermag Sex, deshalb ist er auch so gesund laut Wissenschaft, tatsächlich geistig und körperlich gesund zu halten, verbunden statt ausgeschlossen, angenommen statt abgelehnt. Es ist eine Form des sozialen Kontakts und dieser tut gut.

Du kennst ihn/sie sexuell, jeden Zentimeters seines/ihres Körpers, aber darüber hinaus nichts? Auch umgekehrt ist diese häufige Verhaltensweise ein Zeichen für ein rein sexuelles Interesse, nicht aber zwingend für Beziehungsangst.

Dich nicht kennenlernen wollen: Er/Sie hat kein Interesse an dir als Mensch und Mann/Frau, stellt dir keine Fragen zu deinem Leben, Beruf, deiner Familie, deinen Freunden, Interessen und deiner Vergangenheit? Er/Sie will nichts über deine Gefühle oder Eigenarten wissen oder wie du deinen Kaffee trinkst, welche Küche du am liebsten magst oder worauf du allergisch reagierst? Auch das ist ein eindeutiges Zeichen für “nur Sex”. Denn dabei geht es dem/derjenigen nur um sich und dass er/sie bekommt, was er/sie will. Interesse aber ist eine Form des Gebens. Es zeigt Wertschätzung an der Person.

Er/Sie lässt dich nicht an seinem/ihrem Leben teilhaben: Umgekehrt funktioniert es leider genauso. Wenn dir die Person keine Fragen zu sich beantwortet, jedem normalen Gespräch aus dem Weg geht oder durch sexuelle Handlungen vereitelt zum Beispiel. Auch wenn Treffen zu normalen Zeiten für sie/ihn so gar nicht gehen, darfst du Abstand nehmen, wenn du auf der Suche nach Liebe bist. Klassiker sind: nachts anrufen oder schreiben, weil er/sie vorbeikommen will, ausschließlich Mo-Do zeitlich verfügbar sein, weil das Wochenende für enge Menschen reserviert ist usw.

Er/Sie ignoriert deine Bedürfnisse und Bedürftigkeit: Du hast schon mehrfach angesprochen, dass dir bestimmte Sachen wehtun und du andere Vorstellungen hast? Er/Sie hat vielleicht kurz gesagt, dass das in Ordnung ist oder es ganz neutral und akzeptierend angenommen (Ich weiß ja, wie du bist/was du dir wünschst. Deshalb mag ich dich ja so sehr!), aber danach fühlt es sich so an, als hätte es das Gespräch nie gegeben? Er/Sie verfällt in die alte Spirale? Wer jemanden wirklich mag, der achtet auf seine/ihre Grenzen und vermeidet es, ihn/sie zu verletzen. Punkt.

Zeitlich begrenzte Zweisamkeit und keine anderweitigen Unternehmungen: Auch wenn Sex die einzige Unternehmung ist, die vom Anderen zugelassen wird, kann man sich sicher sein, dass es auch die einzige Unternehmung ist, die gewollt ist. Leider. Meistens auch noch zu Zeiten, die er/sie bestimmt. Hast du keine Zeit, Pech für dich, denn dann siehst du ihn/sie nicht? Eine Beziehung oder eine, die es werden soll, besteht aus mehr als Sex und Intimität und diese Zeiten gehören dem Vertrauensaufbau, Kennenlernen und gemeinsam und zusammen sein, präsent und voll auf den anderen eingelassen. Nicht nur körperlich. Vor allem, wenn der/diejenige nach dem Sex gleich aufsteht oder aber nach Hause, dich aus dem Bett scheucht oder wenig Sinn für Kuscheln etc. hat, weist es auf rein sexuelles Interesse hin. (Einwurf: Mitunter gibt es hier kleine, feine Unterschiede zu Beziehungsangst, die aber individueller Natur sind. Ich zum Beispiel kann morgens nicht ewig im Bett kuscheln, weil ich Tiere habe, die essen brauchen. Einige empfanden das als Abweisung, wobei es sich nur um mein Bedürfnis handelte, sie versorgt zu wissen. Solche Situationen, insofern lebensbedingt und nicht charakterabhängig, bitte ich zu unterscheiden.)

Warten im Bett auf bessere Zeiten: Viele bemerken die Ausreden entweder nicht oder aber haben Angst, zu früh aufzugeben. Dabei ist es eine Hinhaltetaktik.

Hinhalten und viele Ausreden: Wer immer wieder dasselbe sagt und nichts anders macht, der darf auch kein anderes Ergebnis erwarten. Und braucht dasselbe auch nicht vom Gegenüber fordern. Viele halten dich nur hin, weil sie instinktiv schon wissen, dass du den Schlussstrich ziehst. Sie sind quasi darauf vorbereitet, dass das Ende kommt (während Beziehungsängstliche es fürchten), und haben sich deshalb nicht auf dich eingelassen. Aber bis dahin versprechen sie dir alles Mögliche, bringen Kuchen und Kekse oder andere Geschenke mit, damit du weiterhin in deiner Rolle bleibst. Außerdem: Wut zeigt Traurigkeit und somit echtes Interesse an. Nur Gleichgültigkeit seiner/ihrer Entscheidung gegenüber würde ihn/sie treffen. Bist du aber emotional und wünschst dir mehr, zeigt es seinen/ihren Wert und ist eine willkommene Bestätigung. Ein Kompliment, was viele mögen und suchen (so traurig es auch ist).

Ghosting, Gaslighting & Benching: Wer einfach von heute auf morgen verschwindet (Ghosting), der – so die Psychologie – hat Angst, dich zu verletzen, wenn er/sie dir sagt, dass es gefühlsmäßig nicht ausreicht. Und wer zu wenige oder keine Gefühle hat, macht sich auch keine Gedanken um deinen Gemütszustand. Es verschwinden auch nur die, meint die Forschung, die kein tiefes Interesse haben. Beim Gaslighting hingegen bekommst du die Schuld für alles, was ihn/sie daran hindert/abhält, eine Beziehung mit dir zu wollen, was dir den Verstand und das Vertrauen in dich und die Liebe rauben kann. (Hier beginnt auch die Beziehungsangst. Die genaue Unterscheidung zwischen Absicht und Angst aber spürt man genau. Frage dich: Fühlst du dich manipuliert? Wenn ja, ist es nicht Angst.) Benching hingehen ist das Warteabteil, in das du gesetzt wirst, bis ein potenziell besserer Partner für ihn/sie um die Ecke kommt. Deshalb wird nicht viel investiert, weil der/diejenige oft nicht allein sein kann/will und sich deshalb zufriedengibt. So böse es klingt: Es sind viele heutzutage so und auf dem ersten Blick erscheint es leichter für sie. Getreu dem Motto: Lieber irgendwen als niemanden. Während viele Frauen sich aber einreden, der eine (Schwierige) wäre es, sind sie selbst oft versteckte Benchler. (Verzeih! Ich möchte, dass es dir gutgeht.) Denn würde jemand um die Ecke kommen, der sie tatsächlich besser behandelt (als der, weswegen du diesen Artikel liest), wärst du vielleicht ganz schnell weg (zum Glück). Doch ganz ohne Liebe und Verbindlichkeit zu leben, ist eben schwer – für die einen mehr als für die anderen. Als Leseempfehlung macht sich mein Buch “Über die Kunst, allein zu sein” gut >>

Er/Sie weicht Entscheidungen, Urlauben, Kennenlerntreffen mit Freunden und Familie usw. aus: Hier geht es in Richtung Perspektive und gemeinsame Zukunft. Wer dich nicht soweit in sein Leben integriert, dass die Verbindung zwischen euch offenkundig, exklusiv und ernst gemeint ist, der will so eine Beziehung auch nicht. Sie lässt zu viel Verantwortung über die eigene Person hinaus erkennen.

Er/Sie handelt nur (kurz), wenn du drohst, dich zu verabschieden: Du hast schon einmal angekündigt, dass du dich trennst, weil er/sie nur an dir vorbeilebt? Lass mich raten: Genau dann hat er/sie sich verändert und war plötzlich zuckersüß oder lieb, offen für Veränderungen und Unternehmungen und und und. Aber dann schlich sich wieder das Übliche ein und aus war die gute Zeit – und kurz.

Einer der größten Unterschiede zwischen (aktiven) Beziehungsängstlichen und Nur-Sex-Interessierten ist kontraintuitiv: (Aktive) Beziehungsängstliche tendieren dazu, dich ziehen zu lassen, wenn sie durch deine Ansprüche an ihre Grenzen geraten, während Sexinteressierte zu Jägern werden, wenn der Sex droht, ihnen verloren zu gehen. Sie sind nur dann aktiv, wenn sie es müssen. Das kommt auch einem Gewinn, einem Sieg gleich, für den es sich zu kämpfen lohnt. Bei (aktiven) Beziehungsängstlichen hingegen ist diese Aktivität mehr ein Zwang, ihre Liebenswürdigkeit/Person/ihren Wert für dich beweisen zu müssen. Er macht sie mürbe, weshalb sie Nein sagen und dich gehen lassen.

Wann deutet sexuelles Interesse auf Beziehungsangst hin? Schmale Linien

1. Viele mit Angst vor Beziehungen nehmen sich Sex als Mittel der Kompensation: lieber ein bisschen Nähe als gar keine. Sex ist dann ein Weg, seine Gefühle auszudrücken und welche gezeigt zu bekommen, oft sehr innig und hingebungsvoll, liebevoll und zärtlich. Gleichzeitig fühlen sie sich geliebt durch Sex. Nichtsdestotrotz hapert es am Ende des Tages doch am Umgang mit den Gefühlen anderer (wenn sie sie zeigen/ausdrücken) und den eigenen. Hier ist Emotionsregulierung gefragt: Entweder du erlernst als Partner*in zum Beispiel eine Kommunikationstechnik wie die der Gewaltfreien Kommunikation, die dir erlaubt, es anders – für ihn/sie angstfreier – auszudrücken. Oder du lernst, deine Gefühle weniger zu zeigen und mehr auszusprechen, um ihn/sie nicht zu überrennen. Es ist der Ausdruck deiner Gefühle, der dann im anderen Angst auslösen kann. Bespricht man aber seine Gefühle und die, die auftreten durch sein/ihr Verhalten, wird es für den anderen leichter. Ist dein Gegenüber nicht willens, sich mit dir zu unterhalten/dich anzuhören, dann ist es nur sexuelles Interesse. Beziehungsängstliche haben zumeist NULL (meint: 0!!!) Probleme damit, ihre Ängste zu kommunizieren und sei es auch noch so fragmentarisch. Sie wissen, was los ist.

2. Angst ist bei Beziehungen nur ein Folgegefühl, getriggert durch ein anderes: Traurigkeit, Schuld, Scham, Ekel, Wut, Überraschung. Angst ist hier nicht dabei, wie du siehst. Zu sagen, man hätte Angst, sich auf jemanden einzulassen, ist dann das Eine (und daher auch oft gelogen oder aber nicht der wahre Grund für den inneren Rückzug oder die Abwehr). Woran man Beziehungsangst wirklich erkennt, ist, dass oft eine Art Schnitt im Moment, ein plötzlicher Abbruch des Gesprächs, der Intimität oder des Treffens/Anrufs stattfindet. Angst passiert zwar im Hirn, aber wird ausgeübt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Sie wird selten nur ausgesprochen, sondern vom Körper ausagiert. Du siehst die Angst also, sei es durch Körperempfindungen des Anderen (Zittern, nervöse Hände und Beine, Weggucken und -drehen), Fluchtimpulsen oder Kampfimpulse (wie Wut). Es gilt bei Angst: Totstellen, Flucht oder Kampf. Nichts mit entspanntem Hinsetzen und plaudern über die Angst. Das markiert den Unterschied zwischen angeblich Ängstlichen und wirklich Ängstlichen.

Wann ist Angst vor Liebe und Beziehungen krankhaft

3. Bedrängnis durch Kleinigkeiten statt große Forderungen: Nur-Sex-Interessierte ignorieren so ungefähr alles, was sie ignorieren können. Das funktioniert bei Beziehungsängstlichen (ab sofort mit BÄ abgekürzt) nicht. Uns nerven schon störende Kleinigkeiten. Wir nehmen jede als Zeichen, dass wir recht hatten mit unserer Vermutung und Angst. Wir fühlen uns bedrängt dadurch, uns ändern zu müssen, oder wieder dieselbe Niederlage zu erleiden. Von der Farbe deiner Gardinen, deiner Haushaltsführung, Denkweise bis hin zur Art, wie du mit deinen Kollegen umgehst nehmen wir alles als Indiz, dass du für uns nicht passend bist. Das machen Nur-Sex-Interessierte nicht, weil es sie nicht interessiert.

4. Abwerten der Verbindung (vor dir, sich selbst und Bekannten/Freunden/Familie) ist ebenso ein Klassiker. Bagatellisieren ist ein häufiger Mechanismus zur Abwehr von Angst (siehe auch Verena Kast: Vom Sinn der Angst). Dann sind wir “nur Freunde mit benefits” oder es geht auch gar nicht so tief emotional, so wirklich ist da nichts zwischen uns, das bildest du dir alles nur ein. Eine richtige Beziehung? Geht doch gar nicht mit uns/dir. Überhaupt zu verlauten (weil vorher entschieden), dass du und er/sie in einer offiziellen, exklusiven und ernsten Beziehung seid, ist fast unmöglich bei BÄ. Denn es wird immer Keile geben, die BÄ dazwischen treiben, um die Verbindung zu entwerten, damit der Druck nicht zu groß für sie wird: Plötzlicher Verlust der Lust auf Sexualität ist zum Beispiel ein Klassiker. Der Druck, den BÄ bei Beziehungen (im Allgemeinen übrigens) empfinden, ist immer Auslöser. Ventil ist zum Beispiel Rückzug, Alkohol/Tabak/Drogen, Aggressionen usw.

5. Ein beliebtes Vor-Ventil bei BÄ ist übrigens, sich mit jemandem zu treffen/daten/(sexuell) zusammenzutun, an dem sie von vornherein nur mäßig interessiert sind. Sie können sich so in den/diejenige/n nicht verlieben. Das geschieht unbewusst/unterbewusst, damit sie später sagen können, sie seien nicht verliebt (was auch stimmt). Damit sind sie nicht gezwungen, mit dieser Liebe in eine für sie bedrohliche Beziehung zu gehen. Ich persönlich glaube, man kann sich in jeden Menschen verlieben, wenn man sich nur genug Zeit gibt und aufeinander einlässt. Aber oft suchen sich BÄ unbewusst gezielt Personen, die etwas Abstoßendes oder ein No Go haben. Das können bei Männern die Kinder der Frau sein oder bei Frauen die Freunde des Mannes. Es ist die emotionale/rationale Reißleine für den Notfall. (Mit Sex hat dieser Punkt nichts zu tun.)

6. Narzisstische Persönlichkeitsstrukturen: Heutzutage, ich muss darauf hinweisen, ist nicht jeder Mensch, nur weil er sich im Blick behält oder unter Ängsten leidet, ein Narzisst, Psychopath, Soziopath oder bindungsunfähig, weil er Beziehungen aus Angst scheut.

Ich zum Beispiel hatte Angst vor Beziehungen, weil ich immer zu viel gegeben habe, betrogen wurde oder sich Verhaltensmuster bei meinen Partnern und mir ins Destruktive verselbstständigten. Nicht aber, weil ich narzisstisch veranlagt war. Einen Narzissten (waschecht und klinisch) erkennt man an seiner absoluten Empathielosigkeit. Es vergnügt ihn, wenn du leidest. Er ist beeindruckt, wenn du ihn anhimmelst, aber nicht von dir beeindruckt, sondern von sich selbst. Für einen Narzissten bist du ein gefügiger Spiegel seiner/ihrer Großartigkeit. Im Inneren ist der Narzisst zutiefst verletzlich, weswegen er auch zutiefst verletzen kann. Er weiß eben, wie das Spiel gespielt wird, und straft, tadelt und lässt dich am kleinen Finger verhungern.

Aber: Wer an eine Person geraten ist, die sich eher wie eine Prinzessin, Königin oder ein König verhält, die es auf ihre Weise oder auf keine wollen, der darf nur behaupten, jemanden mit stark egoistischen oder leicht narzisstischen Zügen getroffen zu haben. Auf der BIG 5-Skala stünden diese im Aspekt des Neurotizismus hoch oben. Sie sind in Wahrheit “nur” emotional labil, gehemmt oder schüchtern, aber fürchten diese Gefühlszustände so sehr, dass sie sie von vornherein wegdrücken. Deshalb ein Klassiker bei BÄ: Verachtung und Wut. Wer von seinem BÄ verachtet oder verspottet wird, sollte auf Herz und Nieren prüfen, ob es aus Unsicherheit geschieht (was oft der Fall ist). Auch aggressives Verhalten, zum Beispiel im Angesicht von Kritik, ist ein Hinweis auf Verletzlichkeit und Verletzung. Aber die richtige, klinische narzisstische Persönlichkeitsstörung ist etwas völlig anderes. Narzissten würden dich auslachen oder mit der Ruhe selbst in der Luft zerreißen, bis du weinst. Sie empfinden gefühlt nämlich keine Angst und zeigen auch keine Gefühle wie Angst. In ihrem Sinne sind sie ja die Größten. Angst und Schuld oder Scham sind Gefühle, die man spüren müsste. Narzissten haben dieses Empfinden (zu ihrem Wohl) abgeschaltet und dafür Methoden entwickelt, sie zu umgehen.

Dennoch: Wer starke narzisstische Strukturen in seinem Gegenüber erkennt oder vermutet, der darf sich sicher sein, dass hier eine Angst in der tiefsten Tiefe herrscht, weswegen ein sofortiger Rückzug zwingend nötig ist. Mehr zu Narzissten und ihrer Angst in diesem Artikel >>

eifersucht und angst vor dem verlust des partners

7. Suchtgefährdete oder süchtige Persönlichkeitsstrukturen: Nicht nur Alkohol oder Drogen können süchtig machen, auch Sex ist ein Sucht- und Betäubungsmittel, besonders wenn Pornografie als Vorlage für das (angstfreie) Spüren von Gefühlen herangezogen wird. Dann kommt “Liebe” und “Annahme”, sich gut fühlen und verbunden, woanders her. Das jeweilige Suchtmittel dient dann wiederum als Kompensation. Es soll einem geben, was man vermisst und nicht von (einem bestimmten) Menschen erhält.

Als Kind, das Alkoholismus (wenn auch nur aus der Distanz) in seiner Familie erleben musste, kann ich sagen: Es gibt sehr viele Kinder, die später wegen der Sucht eines Familienangehörigen zu Beziehungsängsten und unsicheren, vermeidenden oder ängstlichen Beziehungsstilen neigen. Süchtige haben keine Hand für gesunde Strukturen und können auch keine gesunde Beziehung führen oder gesund und offen lieben. Stattdessen wird etwas anderes vorgelebt.

Wer aber häufig z. B. zum Alkohol greift, kann auch Sex als Sucht empfinden/entwickeln oder ihn “zu sehr mögen”. Alkohol wäre dann u. a. ein Enthemmer und erleichtert den Umgang mit Druck, Verantwortung und Gefühlen. Auch für den Akt. Diese Verbindung findet sich oft. Wer sich als hoffnungsloser Fall in einer Partnerschaft empfindet/empfinden gelernt hat, würde wenigstens Sex nutzen, um sich irgendwie liebenswert und wertvoll zu fühlen/fühlen zu dürfen – und damit Sex auch anpeilen (wenn er sich im Bett als “wertvoll” empfunden gelernt hat). Denn bei allen anderen Unternehmungen würde die Angst, zu versagen oder nicht auszureichen, wieder hochfahren. Doch oft geht es bei BÄ so weit, dass sie wegen des Alkohols/der Drogen meinen, keine Liebe oder Beziehung zu brauchen. Sie haben ja ihr Suchtmittel, das sie in ihren Augen sicher hält.

8. Das nächste Mal wird schlimmer, aber NICHT anders. Negative Beziehungserfahrungen, Angst vor Liebe, Nähe, Verlust, Kontrollverlust, Angst, sich zu trennen: All das zeigt sich mit spezifischen Anzeichen im Verhalten, nicht aber durch nur Sex. Im Gegenteil: Das Wenigste, was man sehen wird, ist nur Sex. Man wird Stille und nur sachte Annäherungen, kurze (sehr kurze), aber schöne Stunden und Gespräche finden (oft auch ohne Sex), dann wieder Rückzüge, Zweifel des Anderen, pampige Antworten, aggressives Verhalten bei zu viel Bedrängnis (empfunden auf seiner/ihrer Seite) usw. Da gibt es kein Nettgespiele, um Sex zu haben.

BÄ probieren auch nichts aus. Sie meinen schon alles im Vorfeld zu wissen, was passieren könnte, nämlich etwas Negatives. Nur-Sex-Interessierte hingegen lassen sich auf Situationen ein, für Sex. Bekommen sie ihn nicht, werden sie pampig oder abweisend. Aber sie sind erst einmal präsent. BÄ sind das vielleicht online oder in Messengerdiensten, wo das geschriebene Wort als Schutzmauer dient, aber kein persönliches Treffen fokussiert wird.

9. Spezifische Bindungsstile

Man unterscheidet den sicheren, unsicheren, ängstlichen und (ängstlich-)vermeidenden Beziehungsstil. Der letztere kam er kürzlich hinzu und macht noch einen Schritt weiter ins Extrem. Unsichere Stile z. B. würden mitunter dazu tendieren, keinen Sex oder nur sehr geringe Intimität zuzulassen. Entweder sie nehmen an, sie würden nur sexuell ausgenutzt oder aber sie vermeiden Intimität aus Unsicherheit. Sie sind offen für Beziehungen und Liebe, aber warten ab, bis sie sich sicher genug fühlen. Ängstliche und vermeidende hingegen würden Sex nutzen, um überhaupt eine Form der Bindung einzugehen, während sie echte Beziehungen aber scheuen. Vermeidende können Sex zudem meiden, wenn ihnen das schon zu weit geht. Ängstlich bedeutet, etwas an Beziehungen oder Liebe ist angstbesetzt, wie z. B. Verantwortung oder immer auch auf den anderen Rücksicht nehmen zu müssen. Vermeidend ist so ungefähr die schlimmste Form, die man sich vorstellen kann, weil dort alles negativ behaftet ist. Diese Form lässt sich sehr schwer umpolen und trifft oft Menschen, die entweder missbraucht oder schwer verletzt worden sind. Sie würden Sex auch als Strafe gegenüber dem anderen/präferierten Geschlecht nutzen oder als einzige Form der Bindung. Mehr dazu in meinem Buch “Du liebst mich oder doch nicht?”>>

10. Noch ein Hinweis

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Sex und Angst, der oft übersehen wird: Nämlich der Glaube, dass er/sie dir nichts anderes bieten kann außer Sex. Er/Sie empfindet sich selbst als nicht gut oder genug für eine Partnerschaft, hat sich selbst bereits oft genug in Beziehungen scheitern sehen und kein Vertrauen mehr in die eigenen Beziehungsfähigkeiten. Das ist nicht selten, sondern sehr, sehr, sehr häufig. Und wie die selbsterfüllende Prophezeiung läuft es dann meist auch: Es geht schief.

Was kannst du nun tun, um diese Situation zu meistern, wenn du mehr willst?

Zum einen ist Gehen ein Weg, oft der Beste, um ganz ehrlich zu sein. Wer sich Leid ersparen möchte, und das sollte so sein, muss sich für sich entscheiden. Sonst entscheidet man sich für das Leid. Neue, andere Menschen kennenlernen und so verstehen, dass es mehr gibt als diesen einen, der nur Sex konnte/wollte, ist die bessere Wahl.

Zweite Option: Bleiben und sehen, was passiert, während man die Augen offenhält und sich nicht zu sehr emotional an den/diejenige/n bindet. Je mehr man der Hoffnung verfällt, daraus könne doch noch eine Beziehung werden, desto frustrierter wird man mit der Zeit. Ist man aber in dem Zustand, dass es einen nicht weiter schert, falls nichts daraus wird, dann tut es auch nicht weh. Man kann den sexuellen Kontakt genießen und Punkt, während man aber weiterhin zu anderen Menschen Kontakt sucht/hat und dort nach Glück Ausschau hält.

Drittens: Bei sich schauen, wieso man sich zu jemanden hingezogen fühlt, der nur an Sex interessiert ist oder aber gar Beziehungsangst hat. Ich möchte hier auf eins hinweisen: Nur weil man so jemanden trifft, heißt das nicht, dass man anfangen muss, wild zu spekulieren und tiefe Bedeutungen zu suchen. Man kann sich nicht aussuchen, wen man kennenlernt, aber bei wem man Gefühle zulässt und bleibt schon. Dennoch, falls du merkst, dass das durchaus was mit dir zu tun hat oder du oft an emotional nicht verfügbare Menschen gerätst, dann kannst du eine Innenschau vornehmen. Dafür würde sich meine Masterclass zum Thema Beziehungsängste eignen. Sie thematisiert deine Ängste und die deines potenziellen/gewollten Partners und zeigt Wege auf, um behutsam damit umzugehen (Kommunikationsstrategien, No Go’s, Gesprächsvorschläge usw.), ohne ihn/sie zu verscheuchen. Es handelt sich hierbei um Vertrauensarbeit-Methoden, aber benennt auch klar und deutlich die Grenzen, die dir durch seine/ihre Angst vorgegeben werden. Mehr Informationen dazu hier >>

Was kann ich tun, wenn mein Partner keine Beziehung will
Meine Masterclass zum Thema Beziehungsängste enthält ein bewährtes 7-Schritte-System und als Geschenk freie Coachingminuten. Ich freue mich, dir weiterhelfen zu können!

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen! Hinterlasse gern einen Kommentar oder teile diesen Beitrag!

Liebe Grüße
Janett

Trennung von der Dualseele: Warum Loslassen wichtig ist

Trennung von der Dualseele: Warum Loslassen wichtig ist

Der perfekte Partner, der wie ein Puzzleteil zu einem passt: Wer wünscht sich das nicht? Doch hat man seine Dualseele gefunden, bedeutet das nicht, dass man für immer zusammenbleiben wird. So ideal zwei Dualseelen sich ergänzen können, so sehr können sie einander auch verletzen. Dualseelenliebe kann unheimlich schwer sein, denn nicht immer sind beide Partner bereit für das gemeinsame Glück. Der Weg dorthin ist von Hindernissen gepflastert und nicht selten muss man vorerst wieder auseinandergehen. Das ist sogar wichtig, um später noch einmal zusammenfinden zu können – dann unter besseren Vorzeichen. Was bedeutet es, sich von seinem Seelenpartner zu trennen?

Dualseelenliebe: Was ist das eigentlich?

aber bleiben sie auch für den rest des lebens zusammen?
Dualseelen: vorherbestimmte Partner.

Dualseelen entstammen ein und derselben Ur-Seele. Sie wurde vor langer Zeit in zwei Teile gespalten, die jeder für sich auf die Welt kamen. Ihr ganzes Leben lang und über alle Inkarnationen hinweg zieht es die getrennten Dualseelen wieder zueinander hin. Sie sehnen sich danach, mit ihrem Partner vereint zu werden. Viele Menschen spüren eine solche Sehnsucht in sich, noch bevor sie überhaupt wissen, dass es diesen anderen Part gibt, der untrennbar zu ihnen gehört. Wenn sie ihm jedoch begegnen, empfinden sie eine innige Verbindung, die stärker ist als alles, was sie zuvor erlebt haben. Sie haben das Gefühl, erst diese andere Person könne sie und ihr Leben vollständig machen. Aus einer solchen Begegnung entstehen leidenschaftliche Beziehungen.

Im Idealfall sind beide Partner im perfekten Einklang und erleben eine intensive, authentische und liebevolle Beziehung – aber ein solches Traumpaar sind sie nicht von Anfang an. Das große Glück wird erst ganz zum Schluss erreicht: nämlich dann, wenn beide ihre Lernaufgaben gemeistert haben. Zwar können die Seelen auch vorher schon zusammenfinden, dann jedoch gibt es häufig Probleme. Viele Dualseelenpartnerschaften zeichnen sich durch starke Gefühle und Leidenschaft, aber auch durch Streit und Krisen aus. Die Liebe wird zu einem harten Kampf, der mit viel Leid verbunden ist.

Warum ist Dualseelenliebe so schwer?

dualseelenliebe ist schwierig - aber warum?
Die Liebe zwischen Dualseelenpartner ist oft mit großem Schmerz, Angst und vielen Krisen verbunden.

Ein Grund, warum Dualseelenliebe so kompliziert ist, besteht darin, dass sie die Schattenseiten eines jeden Partners zum Vorschein bringt. Noch dazu unterscheiden sich die Seelen sehr voneinander: Ein Part ist meist ein Gefühls-, der andere ein Verstandesmensch. Ersterer möchte in Emotionen schwelgen und sucht Nähe, während Letzterer sich überfordert fühlt und abblockt. Der emotionale Partner investiert stark in die Beziehung und ist bereit, sich dafür aufzuopfern, wohingegen der andere eher auf sich selbst achtet und sich vor zu viel Innigkeit schützen möchte. Die enorme Kraft der Dualseelen-Verbindung macht ihm Angst.

Diese Dynamik lässt ein Ungleichgewicht entstehen, das zu Leid, Angst und Verletzungen führt. In einem solchen Fall ist es besser, sich zu trennen. Erst wenn jeder Partner auch die ihm fehlenden Eigenschaften erlangt hat und in sich selbst ein Ganzes bildet, können die Seelen erneut zusammenfinden und die große Liebe leben, die für sie vorgesehen ist. 

Wann und warum ist eine Trennung wichtig?

Wenn zwischen euch ständig Streit herrscht, ihr von einer Krise in die nächste rutscht oder gemeinsam mehr schlimme als schöne Momente erlebt, ist eine Trennung notwendig – auch wenn ihr euch lieben. Zieht ein Partner sich vom anderen zurück und bricht den Kontakt ab, dann ist Klammern ebenfalls die falsche Lösung. Jetzt ist es wichtig, die Dualseele loszulassen

Jeder Einzelne muss nun erst einmal seine Lernaufgabe erfüllen und zu sich selbst finden. Das Verhalten, welches in der Beziehung störend war, muss überwunden werden – das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Es kann viele Jahre dauern. Während beide Seelen getrennt sind, arbeiten sie an sich, lernen und wachsen an ihren Aufgaben. In dieser Zeit stehen andere Dinge im Vordergrund und auch andere Partnerschaften können jetzt gut und richtig sein. 

Die Trennung bedeutet nicht das Ende der Dualseelenliebe 

Einander loszulassen, bringt die beiden Seelen ihrem gemeinsamen Glück einen großen Schritt näher. Nur so ist es möglich, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt wiederbegegnen und ihre Liebe endlich in Harmonie leben können. Dass diese erneute Begegnung stattfinden wird, ist sicher – denn nichts kann Dualseelen endgültig entzweien. Sie bleiben verbunden und gehören zusammen, egal, was geschieht.

Da der entscheidende Entwicklungsprozess jedoch nicht innerhalb der Beziehung stattfinden kann, ist es notwendig, getrennte Wege zu gehen. Nur indem man loslässt, gibt man der Liebe die Chance, irgendwann zu einer erfüllenden, glücklichen Partnerschaft zu werden. Finden beide Dualseelen später wieder zusammen, sind sie noch immer zwei verschiedene Persönlichkeiten – doch nun sind sie weiser, haben mehr Verständnis füreinander und ergänzen sich perfekt.

Loslassen erfordert Mut und Kraft 

loslassen der dualseele
Liebeskummer hoch 10: Wieso die Trennung von der Dualseele so unendlich viel schmerzhafter ist

Sind andere Trennungen schmerzhaft, dann sind Dualseelentrennungen fast unerträglich. Sie bringen extreme Trauer und Verlustgefühle mit sich. Man fühlt sich einander so nah, dass man glaubt, ein Teil von einem würde fehlen. Um den Schmerz zu überwinden, gilt es, positiv nach vorn zu schauen. Tue Dinge, die dir Freude bereiten, sprich mit Menschen, die dich unterstützen, und verliere nicht die Hoffnung: Die Zeit heilt alle Wunden – auch diese. Es wird leichter.

Viele tappen jetzt in eine Falle: Sie hoffen insgeheim, den Seelenpartner bald zurückzugewinnen. Der Versuch, sich weiterzuentwickeln, geschieht mit dem Hintergedanken, sich irgendwann wieder mit der Dualseele zu vereinen. Doch diese Motivation hindert dich daran, wirklich loszulassen. Bedenke: Es kann viel Zeit vergehen, bevor ihr beide einander wiederfindet. Möglicherweise geschieht das auch erst im nächsten Leben. Darauf zu warten, ist also nicht sinnvoll.

Die Dualseele loszulassen, heißt, sich selbst zu finden 

extreme Trauer nach Trennung von Dualseele ist normal

In erster Linie geht es nun darum, zu wachsen. Kümmere dich um dich, dann wird sich vieles von selbst ergeben. Wenn du Kraft und Lebenslust in dir findest, erkennst, was dir guttut, was dir Freude schenkt, woran du arbeiten möchtest und welche Aufgaben du im Leben erfüllst und zu erfüllen hast, kommst du mit dir ins Reine. Nimm dir dafür Zeit und sei offen für alle Erfahrungen, die du auf deiner Reise machst. So tankst du Selbstvertrauen und wirst immer mehr du selbst. Das ist die Voraussetzung für ein glückliches Leben – und schließlich auch für eine erfüllende Dualseelenliebe.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Lisanne Heine.

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

 

Ich war nie der Überzeugung, dass Männer die “Schlimmen” wären. Ich habe zu oft zusehen müssen, wie Frauen Männern, die mir am Herzen lagen, das Leben zur Hölle machten – und die Männer zu verliebt oder gutgläubig waren, weswegen sie nichts dagegen taten. Nun, wie angekündigt, nach dem Erscheinen des Posts über Männertypen, von denen Frau besser die Finger lassen, hier der Post für Männer über Frauen, von denen sie lieber die Finger lassen mit 12 Red Flags, Warnzeichen und Signale, dass diese Frau nichts für dich ist oder es zumindest nicht gut mit dir meint. 

Auch hier gibt es wegen des Themas etwas mehr Polemik und Polarisierungen, als meine LeserInnen allgemeinhin von mir gewöhnt sind. Doch nach wie vor denke ich, dass auch solche Begegnungen am besten mit Humor genommen werden.

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

Red Flag 1: Sie erlaubt dir kein Privatleben

sie verbietet mir Freunde und FreizeitSie will stets wissen, wo du bist, wem du telefonierst oder dich triffst. Sie ruft dich an, wenn du dich um 15 Minuten verspätest, ohne dich gemeldet zu haben. In ihren Worten schwingt ein Unterton, der Schuldgefühle auslöst und dich zu einem kleinen Kind degradiert, das gemaßregelt wird. Du hast etwas Verbotenes getan, ohne dass dir das bewusst war. Wenn du sie nicht verlieren möchtest, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen, wie eure “Beziehung” in ihrem Kopf auszusehen hat: Was du wann und wie und vor allem OB zu tun hast, obliegt ihr. Du musst dich fügen, sonst droht Verlust. Natürlich wirst du hin oder wieder versuchen, auszuscheren, dir deine Freiräume gewähren wollen, ohne dass du dich rechtfertigen musst. Und du bist im Recht: Du musst gar nichts. Entweder die Beziehung baut auf Vertrauen und gegenseitiges Wohlwollen oder es ist misslich. Dieser Typ Frau droht häufig mit Trennungen oder du erlebst Diskussionen und Schweigen als Strafe, Seitenhiebe aus dem Nichts, bei denen du dachtest, das Thema wäre bereits gegessen. Sie will deine völlige emotionale Abhängigkeit. Sie vergisst keinen deiner vermeintlichen Fehler. Sie nutzt sie gegen dich, um sich nicht schlecht zu fühlen. Denn wenn du derjenige bist, der “falsch” ist, dann ist sie es nicht.

Einem meiner engsten Freunde geschah das einst. Zum Schluss schaffte er es, sich aufzubäumen und durchzusetzen, weil er ihr Bild einer Beziehung und gemeinsamen Zukunft nicht mehr aushalten konnte. Sie fühlte sich stets ausgeschlossen, auch wenn er sie nicht ausgrenzte. Er durfte rein gar nichts mehr ohne sie tun oder tun wollen. Und fühlte sich eingekerkert wie ein Schwerverbrecher, wenn er auch nur an seine Freunde und Hobbys dachte. Während sie die völlige Verschmelzung wollte, die Auflösung jeder Individualität, versuchte sie nur zu vermeiden, sich ein eigenständiges, unabhängiges und selbstverantwortliches Leben aufzubauen.

 

Red Flag 2: Status ist ihr wichtiger als Charakter

status ist ihr wichtiger sie liebt mich nicht wirklichIch kannte einst einem Mann, bei dem es nie länger als drei Minuten dauerte, bis eine Frau von Stand ihn erblickte. Er selbst war so jemand, der offensichtlich alles hatte, was man sich so wünschen könnte: Geld, beruflicher Erfolg, teure Markenanzüge, gutes Aussehen, Selbstbewusstsein ins Gesicht geschrieben. Ein wahres Alpha-Tier. Die jeweiligen Frauen sahen ihn und erkannten ihn. Er war ihr Beuteschema. Sein Charakter war – darauf würde ich bis heute wetten – nie wirklich ausschlaggebend. Was zählte, war, was er zu geben hatte und ausstrahlte. Er würde die Familie ernähren können, immer verantwortlich sein für den Zusammenhalt, für die Unterhaltung, das Funktionieren, stärker als jedes Familienmitglied und emotional nicht bedürftig. Er würde nichts brauchen und nichts wollen, sondern sich eingliedern und sich um die Rollen kümmern, die ihm zugeschrieben wurden. Von eigenen Bedürfnissen abgeschnitten, würde er der Frau an seiner Seite alle Wünsche von den Lippen ablesen, ihr ein wunderbares Leben ermöglichen und dazu noch Reichtum und Freiheit. Dafür bleibt sie – komme, was wolle. Dafür dürfte so ein Typ Mann gern fremdgehen, solange er sie nicht verlässt.

Dieser Typ Frau würde unendlich lang kämpfen, dass sie Teil hat an dem, was er schuf und täglich schafft. Denn sonst würde wenig für sie übrig bleiben, weil es ihr an einem eigenen Leben mangelt. Sie definiert sich über ihre Partner und dem, was sie besitzen. Besitz ist das, was sie verlangt. Besitzt man dann weniger oder will seinen eigenen Rahmen sprengen, sinkt man sofortig im Wert, außer ihre Sicherheit ist gewährt, außer sie darf dabei sein und wird nicht verlassen. Ihr tut es am meisten weh, wenn sie mit Schweigen gestraft und mit Ehrlichkeit konfrontiert wird. Standing (Standhaftigkeit) ist das Brecheisen ihres Stolzes. Denn sie funktioniert über Gefallen: Wenn sie nicht gefällt, beginnt sie, sich Sorgen zu machen und zu ändern. Deshalb sind viele dieser Frauen auch der Überzeugung, dass sie etwas Besseres wären oder verdient hätten. Mit “normalen” Männern geben sie sich selten zufrieden.

 

Red Flag 3: Sie ist nicht stark, wenn du schwach bist

Es gibt Zeiten im Leben, in denen alles hart auf hart kommt. Im Beruf geht es bergab, das Geld wird knapper oder du möchtest, dass sich etwas ändert und sorgst für Ungewissheit, was deiner Partnerin Angst macht. Die Gesundheit lässt zu wünschen übrig oder du hattest einen Unfall, bist aus heiterem Himmel seit geraumer Zeit erkrankt, brauchst Ruhepausen und Rückzug, Hilfe, Verständnis und jemanden, der für dich da ist. Und plötzlich stellst du fest, dass ausgerechnet die eine Person, von der du emotionale und psychische Unterstützung erwartest hättest, Nein sagt, lethargisch oder wie gelähmt ist. Sie kann weder für dich einspringen noch bemüht sie sich. Sie weigert sich, flüchtet aus der Wohnung oder in ihre Welten, geht ihren gewohnten Rollen und Funktionen nach, aber beharrt auf das Gewohnte – und damit auch auf Unflexibilität und Unsensibilität.

Nach Fritz Riemann würde dieser Typ Frau zu den Hysterischen gehören. Nicht im normalen Verständnis des Wortes “hysterisch” übrigens, sondern als Reaktionsmuster auf Veränderungen und der damit verbundenen Unsicherheit, sich neu anpassen und wandeln zu müssen. Überhaupt eine funktionierende Rolle für sich gefunden zu haben, einem Mann, bei dem sie “passt”, ist in ihren Augen wertvoll. Diese Identität bedeutet Stabilität. Alles Ausufernde oder Ändernde bereitet ihr Angst und lässt sie “unpassend” werden. Ich schätze aus eigenen Erfahrungen diesen Typ so ein, dass er bereits nach weniger Zeit zusammenbrechen, ausbrechen und flüchten würde. Hier sind also keine Fälle gemeint, die durch mangelnde Kommunikation (Ich kann nicht mehr, wir brauchen eine Lösung.) und langer Zeit (Aufopferung oder Dulden über Jahre hinweg), in der man in einer Herausforderung verharrt, ohne etwas gegen sie zu unternehmen, als Partnerin schlichtweg nicht mehr (zusehen) kann. Sie empfindet ihren Partner schneller (< 3 Monate) unwürdig oder unpassend, weil er nicht oder nur noch wenig geben kann. In den meisten Fällen bleibt der Mann der Schuldige, der “nichts mehr auf die Reihe bekam”.

 

Red Flag 4: “Du liebst mich doch gar nicht! Wenn du mich lieben würdest, dann…”

Frauen, von denen man solche Sätze hört, projizieren meistens ihre eigenen Ängste auf dich oder aber ihr zwei hattet von vornherein dieselben Herausforderungen. Misstrauen Liebe und Beziehungen gegenüber, miese Beziehungserfahrungen und viele Zweifel, ob man für eine neue Beziehung bereit ist, mit der Person, die man getroffen hat, zeigen sich recht schnell. Meistens ist es der Mann, der sich zurückzieht und die Frau, die dann in sich zusammenbricht, dir hinterherläuft oder ins Diskutieren gerät. Nach anfänglichem Verständnis, Dulden und Hingabe, werden irgendwann unweigerlich Vorwürfe folgen, wieso du sie nicht so liebst, wie sie es verdient hätte.

Diese Frauen können sich in meinen Augen leichter ändern als andere, außer ihre Angst hat einen Nutzen, der traumatische Erfahrungen verdeckt lassen soll. Das ist deshalb von allen der harmloseste Typ, weil sich zwei Menschen treffen, die in der Tiefe ein- und dasselbe Bedürfnis haben und sich gleichzeitig davor fürchten. Aber der eine ist der aktive Beziehungsängstliche, während die Frau meist die passive ist. Sie will oder kann aus eigenen Gründen ihre Angst vor einer tiefen Partnerschaft nicht ausdrücken, weshalb sie das den Mann “erledigen lässt”. So kann man seine eigene Angst vor sich verheimlichen und sich um den Anderen kümmern, sich über seine Angst kennenlernen und sie in der Tiefe erfahren. Es vermeidet nicht ganz die Auseinandersetzung mit seinen eigenen Herausforderungen. Viele merken ohnehin irgendwann, dass es wohl etwas mit ihnen zu tun haben muss, wenn sie stets denselben Typ Partner anziehen.

 

Red Flag 5: Du spielst den Ersatzvater oder Ernährer, weil der Eigentliche nicht verfügbar ist

sie will mich nur als ersatzvater und ernährerDa der ehemalige Partner nicht mehr da ist, fehlt der Vater für ihr Kind/ihre Kinder und ein Mann, der sich am Haushalt, an der Familie, am Geldverdienen und Wohlfühlen beteiligt. Sie glaubt, es allein nicht zu schaffen, fühlt sich überfordert und erwartet Unterstützung vom ihrem Partner – auch in der Kennenlernphase deutet sich das bereits offensichtlich an. Mann wird zum Ersatz für einen, der nicht mehr da ist. Von ihm wird oftmals viel Verständnis für ihre Lage gefordert, während sie allerdings kaum Verständnis zeigt.

In einer ungeplanten Umfrage auf einer Berliner Singlebörse nannten die Männer diesen Typ exzentrisch, eigenwillig und knallhart, beizeiten auch egoistisch und narzisstisch. Sie fühlten sich ausgenutzt und waren nur dann wertvoll als Mensch und Mann, wenn es dem Typ Frau “in den Kram passte” (Zitat). Hatte der Mann einen unsicheren Job oder lebte ein unstetes Leben bzw. war arbeitssuchend, lagen die Karten von vornherein schlecht. Anrechte hatten sie keine, auch wenn das Kind bereits eine Verbindung zu dem Mann aufgebaut hatte. Dafür aber hatten sie sehr klischeehafte Rollen zu erfüllen, was den meisten misslang. Für alles Andere, was sie sich noch von der Frau gewünscht hätten, reichten sie offenbar nicht.

 

Red Flag 6: Sie will nur Sex, aber erlaubt keine emotionale Nähe

Ja, unter Frauen verbreitet sich das mehr und mehr. In meiner ungeplanten Umfrage fand ich einige Männer, die das regelrecht schockierte. Darunter waren sowohl solche, die selbst nur nach sexuellen Abenteuern suchten, als auch welche, die eben genau das nicht mehr wollten. Dieser Typ Frau ist ziemlich direkt, wenn es darum geht, jemanden fürs Bett zu finden/zu haben. Mann braucht da keine tiefen Gewässer zu suchen. Es geht um kurzfristige und oft einseitige, harte und emotional kalte Anerkennung. Sie nehmen sich, was sie wollen, um sich kurz gewollt zu fühlen. Danach sind sie schnell wieder weg. Kommunikation, Nähe, Kuscheln oder Kennenlernen steht nicht im Programm. Im Bett lassen sie sich auch eher bedienen, als Anteil zu nehmen. Sie wollen eben bekommen und nicht geben – von Teilen ganz zu schweigen.

 

Red Flag 7: Niemand weiß von dir

sie stellt mich ihren freunden und familie nicht vorIhr knutscht wild, wenn keiner guckt. Sie ist so anders und süß, wenn ihr allein seid. Aber in der Öffentlichkeit verwandelt sie sich in ihren bösen Zwilling. Sie möchte weder, dass du ihre Freunde und Familie kennenlernst, noch, dass du zu viel Zugriff auf ihr Leben hast. Sie möchte alles von dir wissen oder stellt gar keine Fragen. In jedem Fall ist die Beziehung für sie keine, die je öffentlich werden soll. Die Gründe kennt nur sie. Falls du sie fragst, mag sie dir beschwichtigend sagen, dass es nicht an dir liegt, sondern an ihr. Aber außer, dass sie sich noch nicht sicher wäre und die Zeit noch nicht passend, kommen selten tiefergehenden Erklärungen. Einige rechtfertigen sich auch mit miesen Beziehungserfahrungen. Aber falls doch Gründe genannt werden, sind sie in deinen Augen sicher fragwürdig. Je nach Dauer dieses Zustandes kann man zwischen anfänglicher Unsicherheit bzgl. der Zukunftstragfähigkeit und absichtlicher Distanz wild interpretieren. Im Endeffekt ist entscheidend, dass es beide ehrlich und offen wollen, bevor mindestens einer leidet. Entscheidend ist auch, wie lange man einen Menschen in seinem Leben möchte, der sich offensichtlich nicht binden will und nicht zu einem stehen würde.

Aus meinem eigenen Umfeld kannte ich jemanden, der nur solche Frauen anzog. Sie ließen sich von ihm verwöhnen, er schenkte ihnen Gefühle und Anerkennung, sie genossen, dass er sie in den Mittelpunkt stellte. Aber sie gaben nie etwas zurück. Wenn er ihnen seine Beziehungsambitionen zeigte oder offen ansprach, blieb er als derjenige zurück, der sich erdreistet hatte, Gefühle zu haben und einzufordern. Irgendwie war er immer in der Position, dass er zu geben hatte. Nur zurückfordern durfte er nie. Er sprengte das Beziehungsmuster erst, als er aufhörte, Frauen, die von vornherein verlangten, zu “bedienen”. Er bewies sich nicht mehr. Frauen, die keine Anerkennung und Interesse an ihm zeigten, sondern die er erst wochenlang von sich überzeugen musste, ließ er gleich links liegen.

 

Red Flag 8: Sie kann nicht sagen, ob sie in vier Monaten mit dir in den Urlaub fahren würde

Am Anfang einer Beziehung oder nach drei Dates sollte man so eine Frage ohnehin nicht beantworten müssen. Aber nach einer Weile, wenn es legitim wird, dass man auch Urlaube gemeinsam verbringt, schon. Kann die Frau dann aber noch immer nicht, nur widerwillig oder zögerlich eine Antwort darauf geben, ist das ein Zeichen für Bindungsprobleme. Sie will den Moment genießen, aber keine Versprechen machen. Sie will, dass sie sich kaum bewegen muss für das Gute, das man in einer Partnerschaft erhält. Sie hasst Leistungen aller Art, den Beziehungsalltag und Geben-Müssen, jedenfalls bei dir.

Bei einigen ist es eine vergangene Beziehung, die noch quer liegt und unverarbeitet ist. Sie können sich noch nicht auf etwas Neues einlassen und müssten erst in die neue Beziehung hineinwachsen. Bei anderen aber ist es ein klares Zeichen von “Gib mir alles, aber verlange nichts. Erst recht keine Gefühle.”. Sie will weder zum Gefühle-Haben gezwungen werden noch sie stets zeigen und demonstrieren. Sie will nicht in der Position sein, in ihren Schattenseiten, die sie bislang von dir verbarg, erkannt zu werden. Sie will nicht so tun, als wäre alles Hoffnung verheißend. Erst recht nicht will sie dir Versprechen geben, die sie nicht vorhat, zu halten. Intuitiv weiß sie es bereits. Nur dies auszusprechen, könnte dazu führen, dass sie niemanden mehr hätte, der sie will. Es gibt leider Frauen wie Männer, die sich lieben lassen können, aber nicht zurücklieben wollen.

 

Red Flag 9: Sie will gar keinen Sex

sie will keinen Sex mit mir aber beziehungHier meine ich keine Frauen, die körperlich bedingt keine Lust auf Sex haben. Bei einigen Frauen sind es hormonelle Hintergründe. Dieser hier gemeinte Typ aber will sich entweder nicht fallen lassen oder sich dir nicht hingeben, will keine Gefühle spüren oder fürchtet, mit dir verschmelzen zu müssen. Sie verbinden damit etwas. Sex macht ihnen zum Beispiel Angst. Viele empfinden Scham wegen ihres Körpers. Andere empfinden Ekel und verbinden mit Sexualität, zu einem Objekt zu werden.

Von einigen Frauen weiß ich, dass sie mit vorherigen Männern schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht hatten. Ihre Ex-Partner haben sich entweder beim Sex nur um sich selbst gekümmert und ließen die Befriedigung der Frau völlig aus den Augen, ohne sich zu reflektieren. Oder sie erwarteten Sex als Gegenleistung dafür, dass sie mit der Frau zusammenblieben – aber im Droh-und-Trennungs-Modus: “Schlaf mit mir, wann immer ich es will, sonst bist du nichts wert in meinen Augen.” (Ja, das ist leider Realität statt Klischee.) Tiefe Verbundenheit und ein erfüllendes Sexualleben bedingen sich zwar nicht. Doch da viele Männer, laut Statistik, Beziehungen vorwiegend wegen einer regelmäßigen Sexualität eingehen (Frauen übrigens auch!), kann dieser Typ Frau schmerzen, wenn er sich entzieht. Von seiner Partnerin begehrt zu werden und seinem Partner bedingungslos vertrauen, kann Mann hier weniger erwarten. Was einen Versuch wert ist, sind Gespräche und Vertrauensarbeit, die sehr fruchtbar sein können. Bleiben die Erfolge aber aus, muss Mann damit umgehen können bzw. andere dankbare Seiten an der Partnerin/Beziehung schätzen.

 

Red Flag 10: Sie redet viel, aber hört nie zu

Du bist die Projektionsfläche ihres Bedürfnisses, geliebt und gewollt zu werden. Sie nimmt sich, was sie braucht. Solange sie es will, solange es ihr Spaß macht. Umgekehrt, wenn du deine Bedürfnisse anmeldest, wird es schwierig. Spätestens dann, wenn du sie unterbrichst oder auch Erlebnisse und Gefühle aus deinem Leben teilen möchtest, bagatellisiert sie deine Worte und Erfahrungen, versucht dich mit etwas Besserem oder Schlimmeren aus ihrem Leben zu übertrumpfen oder wird schlagartig bockig und still. Sie steht im Mittelpunkt oder sie ist nicht da und du hast niemanden, der gern bei dir ist. Aber das hat eben seinen Preis.

 

Red Flag 11: Sie will geheiratet werden

sie will nur geheiratet werden abr liebt mich gar nichtWohl jede Frau war einmal ein verträumtes Mädchen, dass sich in einem schönen Brautkleid, umringt von Rosen und Tauben, an der Seite eines gut aussehenden und gestandenen, liebevollen und fürsorglichen Mannes vor dem Traualtar stehen sah. Sie wollen die Hochzeit, das einmalige Ereignis mehr als das, was diese Heirat besiegelte: eine Ehe, die ein lebenslanger Bund werden soll. Jeder, der einmal verheiratet war und sich dann scheiden ließ, wird bezeugen können, dass Ehen auch Opfer abverlangen und ihre Tiefen haben. Ich bin zwar kein Freund des Sprichwortes, dass Beziehungen immer harte Arbeit wären. Aber ich glaube zutiefst daran, dass niemand perfekt ist und im Laufe seines Lebens dazulernen kann, wenn er dafür offen ist. Sich aufeinander einzustellen, Freiräume zu lassen, dem anderen Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen, sich selbst um sich kümmern zu lernen und zu pflegen, das eigene Glück nicht vom Partner abhängig zu machen, sind beispielsweise Lektionen einer Ehe. Menschen, die sich diesem Gedanken aber gar nicht erst öffnen, sondern in ihrem Kopf bereits “genügen”, sind welche, die meinen, durch eine Heirat nichts mehr tun zu müssen, keine Angst mehr haben zu müssen. Bis zum Moment der Eheschließung beweisen sie sich und sind die treuesten, liebenswertesten und gütigsten Frauen. Wurden sie aber erst einmal geheiratet, ist ihr Ziel erreicht. Dass die schönen Erinnerungen an den einen Tag der Hochzeit aber schnell verblassen und danach noch viele Jahre der Ehe übrig sind, übersehen sie oft.

 

Red Flag 12: Sie sucht einen Vater und keinen Partner

Als Mädchen waren sie Papas kleine Prinzessinnen, denen alles vergeben wurde und die nie eigens aktiv oder verantwortlich gemacht wurden, die man vor dem bösen Leben beschützte und selbstlos liebte bis in den Tod, ja, die sogar wichtiger waren als ihre Mütter. Oder sie hätten sich das gewünscht, aber der Vater war abwesend, verstorben oder dafür verschlossen. Sie suchen bis heute danach, wollen keine erwachsenen Frauen werden, die die volle Wucht der erwachsenen Verantwortung und Pflicht tragen können sollten – für sich und ihr Leben, für ihren Partner und ihre Kinder. Mit ihnen ist eine Beziehung auf Augenhöhe selten möglich, weil sie dem Mann mehr Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl abverlangen, als sie je bereit wären, selbst zu geben. Sie wollen Mädchen bleiben, bewundert werden und immer genügen.

 

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

 

Ich erlebe seit Beginn meiner Singlezeit Männer, und mit ihnen verbunden Geschichten, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich meine nicht nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen darf, die natürlich sind und menschlich, die man bald schon lieben oder ignorieren lernt. Ich meine Männer, die es ganz offensichtlich sehr gut mit sich meinen und sehr schlecht mit Frauen. Unehrliche, verletzte, manipulative und sogar kindische Männer, von denen dir selbst dein bester männlicher Freund dringend abraten würde. Männer, die sich für undurchschaubar halten.

Da ich den weltbesten Meister hatte: Hier meine gesammelten 12 Red Flags bei MännernWarnzeichen und Signale, bei denen du lieber das Weite suchen solltest – von ungesund narzisstischen bis hin zu höchst beziehungsunfähigen Männern – einmal schön aus teils küchenpsychologischer und teils ernstzunehmender Sicht betrachtet. Denn solche Erfahrungen nimmt man am besten mit einer Menge Humor.

(Und ja. Ähnliche Red Flags gibt es auch bei Frauen.)

 

10 Signale, das Weite zu suchen: Von diesem Typ Mann lässt du lieber die Finger

Erste rote Flagge: Er sagt dir, was du tun sollst

männer von denen du die finger lässt wenn du nicht verletzt werden möchtest vorschriften machenTrink diesen Wein und mach das so, lass das lieber bleiben, denn das ist wirklich nicht schön oder klug. Mit einem falschen Lächeln zum passenden Augenaufschlag und einer besonders ernstzunehmenden, erwachsenen Stimme lässt dieser Typ Mann den Vater heraushängen, während er dir erste Übergriffe zeigt. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Im besten Fall wird es eine kurze, aber stürmische Liaison, im schlimmsten Fall eine emotional unterdrückende Beziehung, in der die Dinge so zu laufen haben, wie es ihm sein Weltbild diktiert. Sagst du Nein, gehst du lieber gleich mit deinen Freundinnen was trinken. Denn er wird schmollen und dich mit Schweigen strafen, bis du seiner Meinung bist. Oder er wird so sehr diskutieren, dass sogar wir Frauen vor Neid erblassen würden. (Daran sieht man aber sehr schön, wie schwer es Männer mitunter haben, wenn wir Frauen sie um Kopf und Kragen diskutieren.)

 

Zweite rote Flagge: Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön

Lügner sind ohnehin schwer zu ertragen. Aber notorische Lügner, die sich das Leben oder ihren Eigensinn freihalten wollen und das durch Lügen versuchen, hat niemand verdient. Einmal so richtig eingegroovt, sind Lügner kaum mehr aufzuhalten, weil sie diese Verhaltensweise mit der Zeit ausbauen und perfektionieren. Sie verheimlichen eine ihrer Seiten mit dem bewussten Ziel, den Anderen im Dunkeln zu lassen und ihn auszuschließen, statt offen und ehrlich zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen – und ggf. die Konsequenzen zu tragen. Aber dieser Typ hat wirkliche Angst vor Trennung und dem Gefühl der Wertlosigkeit. Isolation, Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit als Strafe zeigen ihm deutlich, wieso er einst beschloss, zu lügen. Seine Lebensweise und er selbst können in seinen Augen nicht liebenswert sein. Das hat ihm auch die Vergangenheit gezeigt. Meistens stimmt das sogar, besonders wenn es sich um häufige Untreue oder mehrere Beziehungen gleichzeitig handelt. Ein Teufelskreis, den man als Frau, auch wenn man schwer verliebt ist, ohne seine Hilfe und sein Wollen nicht gebrochen bekommt. Lieber weitergehen.

 

Dritte rote Flagge: Er beschließt, dass und wann du mit ihm schläfst

narzisstische männer selbstverliebt und verletzend emotional brutalMeine besten Geschichten, mit denen ich ein ganzes Buch füllen könnte, fallen in diesen Sektor: Besonders beliebt bei diesem Typ Mann sind Clubs, Tanzbars und Singlebörsen, wo die Auswahl an Frauen besonders hoch ist. So kann er leicht weitergehen, wenn es ihm nicht passt oder er dir nicht. Wahrscheinlich hast du ihn dort auch kennengelernt. Motto: Ist es abends und redet sie länger als 60 Minuten mit mir, stehen die Chancen gut, dass ich nach spätestens einer weiteren Stunde in ihrem Bett liege. Wenn es richtig dumm läuft, für fünf Minuten. Sie beschließen gern, dass sie mit zu dir gehen. Wann und dass du mit ihnen zu schlafen hast, obliegt ihnen, besonders morgens, wenn sie aufgewacht sind und dich mit einer Matratze verwechseln, ganz ohne “Guten Morgen!” und einen Kuss in den Nacken. Mein absoluter Favorit unter all meinen Erfahrungen: “Janett, du zerstörst den ganzen Moment. Das kannst du doch jetzt nicht machen.” Ich konnte, drehte mich um und ging. Zwei Tage später meldete er sich bei mir und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken.

Und weiter geht’s…

 

Vierte rote Flagge: Er darf Spaß haben, du nicht

Männer, die sich das Recht herausnehmen, ein erfülltes Leben mit Freunden und schönen Abenden, viel Spaß und Lachen, Reisen und Abenteuern oder extrem viel Sport zu haben, erlauben es mitunter ihrer Partnerin nicht. Sie mögen nur ihre eigenen Freiräume. Ihnen gefällt der Gedanke, dass du Zuhause gelangweilt auf dem Sofa sitzt, dich vor Sehnsucht zermürbst und auf eine Nachricht wartest. Sie mögen ihre Frauen am liebsten hörig und versuchen das durch viel Distanz zu erreichen – in der Hoffnung, dass sie dich aufgrund ihres Rarmachens so richtig traurig und willig gemacht haben. Kommt er dann wieder an, wird Frau so froh darüber sein, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen wird und alles verzeiht. Ansprüche zu stellen gefällt diesem Mann nur gut, wenn sie von ihm selbst kommen. “Gezicke” gibt ihm aber das Gefühl, dass du ihn einschränken möchtest. Es ist für ihn ein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt, nicht etwa mit ihm und seinem einseitigen, unverbindlichen Verhalten.

 

Fünfte rote Flagge: Er will alles von dir wissen

Geschichte die du dir erzählst geschichte ändern schicksal abwenden“Den Namen deiner ersten Freundin, mit der du in den Urlaub fährst, kenne ich ja, aber wie heißt die 2. Freundin?” fragte mich einst jemand, mit dem ich mich zweimal getroffen hatte. Hätte ich gewusst, dass ich ihn kennenlernen würde, hätte ich trotzdem meinen Jahresurlaub gebucht. Aber ihm schmeckte es nicht, dass er in Spanien keine Kontrolle über mich haben würde und so stellte er mir auf Facebook nach. Entweder Vertrauen ist da oder nicht. Jemand, der dir von vornherein misstraut, weil er in etwas völlig Menschliches böse Absichten und gezielten Hinterhalt unterstellt und Beweise einfordert, um dir vertrauen zu können, ist offensichtlich verletzt. Da stimmt etwas gewaltig nicht: vielleicht aus einer unverarbeiteten Beziehung, vielleicht etwas Charakterliches. Doch dieser Typ Mann wird sich immer rückversichern wollen und dir kaum Luft zum Atmen lassen. So einen Tick Urvertrauen muss schon vorhanden sein, wenn man sich verlieben möchte und zurückgeliebt werden will. Immerhin soll die Beziehung ja angenehm für beide Seiten werden.

 

Sechste rote Flagge: Du bist für sein Glück verantwortlich

Ist er unglücklich, musst du es beheben. Höchstwahrscheinlich gibt er dir sogar die Schuld daran oder du bist im Mindesten dafür verantwortlich, dass du seine Laune besserst. Ist das nicht erreicht, dreht die Welt sich nicht weiter. Dann sind auch Termine oder Verabredungen, die du hast, unwichtig. Er schafft es, sich wie ein kleines Kind aufzuführen, der ganz dringend von einer Ersatzmutter getüdelt werden möchte. Dass jeder einmal schwach ist oder einen miesen Tag hat, sich nur eine warme Umarmung oder ein wenig Zärtlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen wünscht, ist normal. Aber dieser Typ Mann holt seine schlechte Laune oder schwierige Themen just dann heraus, wenn du dich von ihm entfernst: weil du verabredest bist, arbeiten musst oder einfach nur mal deine Ruhe haben willst. In seinen Tiefen ist er meist einsam und wünscht sich jemanden, dringend, der für ihn da ist, wenn es sonst niemand ist. Er fühlt sich oft wenig liebenswürdig, weswegen er heftige Probleme in sein Leben zieht. Diese wiederum ermöglichen ihm, dass er sich um die Leere im Inneren weniger kümmern muss, aber dafür Mitleid und Aufmerksamkeit von dir bekommt. Dieser Mann ist ein wahres Sorgenkind und wird dich nach kurzer Zeit völlig einnehmen, dein Leben übernehmen, während du – Überraschung! – nicht schwach sein darfst. Versuch einmal dasselbe bei ihm, halte ihn vom Leben ab, gib ihm die Verantwortung für dein Glück und dreh den Spieß um: Du wirst sehen, was ich meine.

 

Siebte rote Flagge: Du bist sein Vorzeige-Spielzeug

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstBei ihm wirst du immer den richtigen Nagellack tragen und stets mit Negligee an der Tür stehen müssen. Es gibt diese Männer, denen Charakter und Individualität nicht in ihr Konzept einer Frau passt. Auch sie mögen ihre Frauen so, wie sie sie gern hätten – eben bitte ohne Ecken und Kanten. Idealerweise lässt du ihnen alles durchgehen, was sie versaubeuteln. Es zählt allein, dass du an ihrer Seite glänzt und sie durch deinen Glanz schöner und beneidenswerter machst. Sie bügeln ihr Image und ihren Selbstwert mit dir auf. Oft sind sie sehr eitel und gebildet oder bilden sich viel auf ihre offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Erfolge ein. In jedem Fall brauchen sie etwas, was sie aufwertet: dich. Und das war es auch schon mit der Motivation. Sonntagnachmittage in Schlabberpulli und mit fettigen Haaren sieht er eher ungern.

 

Achte rote Flagge: Er entscheidet, wie die Beziehung aussieht und ob ihr eine führt

“Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich so bin und X nicht will!” ist ein sehr beliebter Spruch von ihnen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und halten das für natürlich und legitim. Sie geben dir weder einen Grund dafür noch erlauben sie dir die Nähe, ihn zu erfragen, damit du ihr Verhalten verstehen könntest. Sie antworten ewig nicht auf Nachrichten. Sie müssen vor allem stets lange nachdenken, bevor sie sich einlassen. Diesem Typ Mann, das muss man wissen, ist Liebe und Beziehung ohnehin ein Graus und Mysterium, kaum und schwer zu fassen und noch weniger kontrollierbar. In diesen Typ fallen die meisten Beziehungsängstlichen. Sie wollen zwar eine liebevolle Beziehung. Aber eine zu haben, lässt ihnen das Gefühl da, sie wären gefangen und eingezwängt. Tief in ihrem Inneren leiden sie wie Hund, außer sie schützen sich mit Verachtung und Missachtung. Beide sind jedoch nur da, um sich von den eigenen Ursachen ablenken zu können. Sie haben auch nichts mit dir zu tun. Sei dir dessen gewiss.

 

Neunte rote Flagge: Er will Teil deines Lebens sein, aber lässt dich nicht in seines

Eheberatung Paartherapie Therapeut Chancen Beziehung retten1Er will alle deine Freunde und am Wochenende am besten noch deine Eltern kennenlernen, wohnt nach drei Tagen schon fast bei dir und bestimmt deinen gesamten Tagesablauf. Anfangs freust du dich, endlich einen Mann kennengelernt zu haben, der keine Probleme mit Nähe hat. Bis du feststellst, dass sein Problem Distanz ist: Jede Entfernung macht ihn kirre. Ohne dich kann und will er nicht mehr sein. Hintergrund: Er glaubt, ohne eine Partnerin nichts zu sein. Bist du einmal nicht mit ihm zusammen und hast dich durchgesetzt, wird er dich das spüren lassen. Er wird dir auch weniger seine Freunde und Familie vorstellen. Es geht ihm eher darum, dass er jemanden findet, der ihn lässt. Derjenigen zu vertrauen und sie an sich und sein Leben heranzulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Kein sehr guter Start in eine erfüllte Beziehung.

 

Zehnte rote Flagge: Er spricht zu schnell und zu oft von großer Liebe und lebenslangem Bund

“Du bist die Frau meines Lebens!” Er will und wird dich nie wieder gehen lassen. “Auf dich habe ich mein ganzes Leben gewartet!” Bis du so bist, wie du wirklich bist und nicht so, wie er dachte, dass du es wärst. Bis du Kritik übst, weil er doch versprochen hatte, einkaufen zu gehen, damit du es nach dem langen Meeting nicht mehr machen muss. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dieser Typ Mann war einfach nur froh, jemanden gefunden zu haben, der passen könnte, der oberflächlich seine Bedingungen erfüllt. Er wird nicht viele kennenlernen, die ihm passend erscheinen. Deshalb trifft es ihn auch stark, wenn seine Illusionen zerbrechen und er feststellt, dass er sich getäuscht hat. Er wird dir seine Enttäuschung (über dich) auch offen zeigen. Er dachte doch immerhin, dass sich das Unpassende schon noch geben würde. Er würde das schon machen, dich so zum Drehen und Biegen bringen, dass es für ihn passt. Was dieser Typ Mann will, ist irgendwen, den er steuern kann, keinen Menschen aus Fleisch und Blut.

 

Elfte rote Flagge: Es ist nicht so schlimm, wenn du nicht in ihn verliebt bist

ständig müde erschöpfungssyndrom fatigue syndromHauptsache ist doch, dass du mit ihm zusammen bist. Das allein reicht ihm aus, um sich wohlzufühlen. Ein Mann, der eine Beziehung möchte, weil er sich ohne schlecht fühlt. Und wieder ein Typ, der nur irgendwen, der oberflächlich passt, sucht. Ein Mann, bei dem du Funktionen und Rollen übernehmen wirst/musst, statt du selbst sein zu dürfen: eine gute Mutter, eine, die nicht so emotional ist, eine, die keine Karriere machen will, die intelligent ist, aber genügsam, wenig fordert und viel gibt usw. Aber hörst du einmal auf, zu funktionieren, und hast deinen eigenen Kopf, wird auch diese Blase platzen und er ziemlich enttäuscht sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn du dann nicht mit erhobenem Haupt dastehst und zu dir und deinen Einstellungen, geht das Gespräch definitiv nach hinten los. Was ich an dem Typ Mann aber mochte, war, dass man mit ihm sprechen konnte, wenn es hart auf hart kam. In meinen Fällen nützte das zwar wenig, weil sie keine andere Meinung zuließen und wenig von Kompromissen hielten. Aber immerhin könnten ihn eine Vielzahl solcher Erfahrungen dazu bringen, in einer einsamen Minute länger darüber nachzudenken, wieso er immer dieselben Frauen als Partnerinnen in sein Leben zieht (und ziehen möchte).

 

Zwölfte rote Flagge: Seine sexuelle Befriedigung steht weit über deiner

Kurz und emotional schmerzhaft. Ich meine hier übrigens absichtliches Desinteresse an der sexuellen Befriedigung der Frau. Es gibt Männer, die wenig mit Frauen anfangen können, die Sex lieben und ihn gern haben, die verschmelzen, sich ausprobieren und sich und ihrem Partner spüren und erforschen wollen. Sie empfinden den Sex eher als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung statt als Form der Verbundenheit oder tiefe Intimität, die Partnerschaften erfüllen und über viel Schweres hinwegtragen kann. Doch dieser Typ ist eher so: Wenn du den Sex genießen möchtest, auch etwas davon haben möchtest, Fantasien oder Vorlieben hast, wird ihm unheimlich, weil er dann für dich da sein muss. Das scheint unvereinbar für ihn zu sein, weil er eher das Objektive an Frauen sieht, statt euch als zwei Menschen, die sich mögen und sich deshalb körperlich und intim nahe sein wollen.

Wie gesagt, es gibt auch Frauentypen, die ich kennenlernen durfte, bei denen sich mir alle Haare sträubten. Jeder meiner männlichen Freunde hatte mal so eine Dame in seinem Leben, bei der wirklich alle rot sahen. Aber dazu im nächsten Blogpost.

Für diesen Moment wünsche ich dir viel aufrichtige Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Im Namen der Liebe? Wenn Männer Frauen in der Beziehung unterdrücken

Im Namen der Liebe? Wenn Männer Frauen in der Beziehung unterdrücken

 

Ich wuchs in einer Familie auf, in der Männer Frauen unterdrückten, angefangen bei ihren Müttern und Ehefrauen, über ihre Töchter bis hin zu ihren Enkelinnen. Meine männlichen Ahnen hatten große Herausforderungen mit ihrem Selbstwert, emotionaler Sicherheit, Selbstbewusstsein, mit der Autonomie und Unabhängigkeit anderer und mit Beziehungen an sich. Sie fürchteten das Alleinsein, nicht genug zu sein und verlassen zu werden. Um sich der Angst und Ohnmacht zu entziehen, begannen sie, alles bis ins kleinste Detail zu bestimmen. Die Partnerschaft und Familie hatte nach ihren Erwartungen gelebt zu werden. Scherte jemand aus oder fügte sich nicht freiwillig, geriet er in Zwang und wurde beschuldigt, bestraft und verstoßen. Ihre aggressive Herrschsucht und irrationalen Verbote, die Uneinsichtigkeit und ihr Glaube, sie würden nichts falsch machen, dass sie das Recht hätten, anderen ihre Freiheiten zu verbieten, sie bis in die soziale Isolation zu treiben, trug sich durch viele Generationen.

 

Anzeichen emotionaler und psychischer Gewalt bzw. Unterdrückung

Anzeichen emotionaler und psychischer Gewalt bzw. UnterdrückungDas Thema emotionale Unterdrückung wird oft mit ausschließlicher und einseitiger emotionaler Abhängigkeit gleichgesetzt. Das gibt dem großen Ganzen einen wertenden Touch der Selbstschuld und lenkt von der Tatsache ab, dass zu einer solchen Situation nebst dem Opfer auch ein Täter gehört. Es ist nicht ein- und dasselbe Terrain, aber bleibt wenig beachtet – vielleicht, weil es so wehtut und viele Frauen über ihre Grenzen hinaus schweigen und dulden – im Namen der “Liebe”.

Meine Mutter war die erste aller Frauen meiner Familie, die ausbrach. Doch dass die Frauen meiner Familie (und ich) vom selben Blut der Täter stammten, führt bis heute dazu, dass uns Menschen ächten. In ihren Augen gehören wir zu diesem “Abschaum”, haben nie etwas dagegen unternommen und egal, welche Zeiten früher herrschten, wir ließen es zu. Wir werden und wurden ebenso schuldig gesprochen.

 

Die wichtigsten Anzeichen und Signale emotionaler Unterdrückung:

  1. schweigen und sozialer Rückzug anzeichen emotionaler und psychischer Unterdrückung GewaltSchweigen und sozialer Rückzug sind zwei der ersten Signale, dass eine Frau in einer Beziehung emotional unterdrückt wird bzw. unter emotionaler und psychischer Gewalt durch ihren Partner leidet. 
  2. Vielleicht hätte ihnen ohnehin niemand geglaubt, denn nach außen sind emotional und psychisch gewalttätige, unterdrückende Männer oft sehr charmant, einfühlsam, liebens- und vertrauenswürdig. Sie mimen die besten Familienväter, guten Kumpels und verlässlichen Arbeitnehmer. Sie zeigen sich von ihrer besten Seite – genau die, die ihnen erlaubte, ihre Partnerin für sich zu gewinnen.
  3. Haben sie die Frau “sicher”, schleichen sich langsam ihre ureigenen Ängste, Zweifel, überzogenen Sorgen, Ansprüche und Vorwürfe über das Verhalten der Frau ein. Sie würden im Haushalt nicht ihren Erwartungen gerecht werden, würden nur zu wenig oder unbefriedigenden Sex wollen, zu wenig Zeit mit ihnen verbringen, sie ja in Wahrheit gar nicht lieben, sie irgendwann verlassen, ihnen nicht zurückgeben, was sie brauchen, sich von Freunden und Verwandten beeinflussen lassen, respektlos im Umgang mit seinen Bedürfnissen sein, nicht rechtzeitig oder schnell genug auf SMS, E-Mails oder Anrufe reagieren, was ein Zeichen ihrer Untreue oder Nicht-Vertrauenswürdigkeit wäre. Es sind subtile bis klar formulierte, gezielte Angriffe mit versteckten Drohungen, die die Frau dazu bringen sollen, sich den Ansprüchen und Erwartungen des Mannes anzupassen – ohne Widerrede.
  4. Die Partner übernehmen schnell viele Entscheidungen; die Frau gerät aufgrund eigener Herausforderungen mit ihrem Selbstwert in die emotionale Abhängigkeit. Gezielte Schuld und Scham lösen immer mehr Verlustängste in der Frau aus, die zu glauben beginnt, dass es tatsächlich an ihr liegen könnte.
  5. Wagt die Frau das Verhalten des Mannes dennoch infrage zu stellen, wird ihr die Schuld gegeben. Mit dem Mann sei “alles richtig”. Nur die Frau würde “alles falsch machen”. Es lege an ihr, dass er so eifersüchtig und ängstlich wäre und er sie so behandeln müsse, damit sie es “endlich” versteht, sie ihn endlich wertschätzt und sieht, was er alles für sie tut. Wie der Mann reagiert, so die meisten Partner, liegt in den Händen der Frau. In ihrem Verhalten zeige sich sein Wert und dieser würde eins zu eins spiegeln, ob sie es wert ist, geliebt und entsprechend gut behandelt zu werden. Selbst Männer, die physisch gewalttätig sind, so erlebte ich es in meiner Familie auch, geben ihren Opfern zu verstehen, dass sie Schuld daran wären, dass ihnen Gewalt zuteil wurde.
  6. Denn die Frau bestimme darüber, ob es dem Partner gutgeht oder nicht. Wenn es ihm schlecht geht, trage sie auch die Verantwortung dafür, seine Stimmung wiedergutzumachen. Sie sei die Schuldige und hätte alle Konsequenzen zu tragen. Davon kann es einige geben: Ständige Vorwürfe und Erinnerungen an ihre vermeintlichen Fehler, Seitenhiebe aus dem Nichts wegen lang vergangener Ereignisse, Bestimmungen und Verbote, vorgegebene Zeitpläne und Handlungen, Androhungen von Konflikten und Auseinandersetzungen, Zerwürfnissen, Trennungen, braches Schweigen und Strafen, weil sie nicht so war, wie er es brauchte – um sich nicht klein, schlecht, machtlos, wertlos, schamvoll, schuldig und ängstlich zu fühlen.
  7. Bald dreht sich die Welt der Frau nur noch um den Mann. Sie hat es sich aus Gründen der Harmonie und Sicherheit selbst verboten, eigenständig zu denken/fühlen/handeln. Sie hat kaum mehr ein eigenes Leben mit ihren Wünschen und Werten. Jede Handlung wird mehr oder minder daran gemessen, ob es dem Partner gefallen oder missfallen könnte. Sie vernachlässigt Freundschaften, ist im Beruf nur noch semi-anwesend und ist häufig wie ausgeknockt durch Krankheiten, die sich langsam manifestieren, weil der Körper auf die psychische und emotionale Belastung reagiert. Sie ist nur noch damit beschäftigt, die Beziehung “zu reparieren” und mit eigener Kraft “aufrechtzuerhalten”.
  8. Fremdbestimmung und soziale Isolation stehen an letzter Stelle. Niemand soll von den Vorgängen erfahren; niemand darf von der Reaktion des Mannes auf seine eigenen Ohnmachts- und Minderwertigkeitsgefühle sowie Ängste wissen. Er schämt und verachtet sich selbst dafür und fürchtet gleichermaßen, dass er verachtet und ausgeschlossen, ja sogar bestraft wird. Da die Frau an dieser Stelle meist “soweit ist”, emotional abhängig, den Ansprüchen des Mannes gefügig und ihm deshalb gänzlich unterwürfig und unterlegen zu sein, bleibt das Geheimnis gewahrt. (Notfalls auch durch körperliche Gewalt.)

 

Zwischen Konsequenzen und Verachtung: Was das Schweigen unterdrückter Frauen mit sich bringt

emotionale unterdrückung psychische gewalt ferngesteuerte frauen in beziehungen emotional abhängig vom partnerHeute applaudieren wir Frauen, die sich aus solchen Verhältnissen herausschälen, sich ihres Werts bewusst werden und für sich kämpfen. Doch wer die Kraft dazu nicht hat, ist nicht nur enttäuscht von sich selbst. Jene Frauen leiden unter einem massiven Druck: erkannt und bloßgestellt zu werden – in ihrer Situation, Abhängigkeit und Schwäche entdeckt zu werden. Es wäre, als würde eine Gewitterwolke über ihren Köpfen hängen, die entweder nach viel Blitz und Donner eine Trennung regnen ließe oder soziale Ächtung á la “Warum hast du niemals etwas gesagt? Spinnst du, mit so einem Idioten zusammenzubleiben? Bist du dir denn gar nichts wert?”.

Ich selbst begann eine Odyssee im Alter von 18 Jahren, die bis heute andauert, um endlich zu erfahren, was wirklich geschah. Meine Mutter wollte nie, dass ich es erfuhr. Sie wollte weder darüber sprechen noch jemals wieder daran denken. Es war ihr peinlich und tat ihr zutiefst weh. Es war ein Zeichen von Schwäche und gleichzeitig ein Eingeständnis. Dass auch (männliche) Außenstehende nichts dagegen tun konnten, trug kaum dazu bei, dass die gefühlte Mitschuld und Co-Abhängigkeit relativiert werden konnte.

Gleichzeitig sind die Höhen der Partnerschaft, z. B. wenn sich der emotional unterdrückende Partner entschuldigt, Geschenke und Liebesbeweise austeilt, viele schöne Worte von sich gibt, wieder “liebevoll” ist und sich normal verhält, der Frau eine gewisse Autonomie erlaubt, hoffnungsweckend:

  • Ich wusste doch, dass er nicht durch und durch schlecht ist. Es geht nur manchmal mit ihm durch. Jetzt ist es ja wieder gut.
  • Vielleicht, wenn ich nur noch ein wenig länger durchhalte, ihm noch ein wenig Zeit gebe, wird es ja doch noch besser werden.
  • Vielleicht, wenn es ihm nur besser ginge, er in seinem Job, seinem Umfeld oder in seiner Familie mehr X und Y hätte, würde er ausgeglichener und zufriedener sein.
  • Ich will nicht so schnell aufgeben. 

 

“So schlimm ist es/er gar nicht!”: Verstrickungen & Täter-Opfer-Spaltungen

symbiotische erstrickungen Täter-Opfer-SpaltungenDie Situation lässt viele Frauen daran zweifeln, was wahr ist und was nicht, ob ihre Einschätzung der Umstände “richtig” ist oder ob sie überzogen denken, ob ihr Partner Recht haben könnte oder ob den Frauen wirklich Unrecht geschieht. In der Psychologie wird das z. B. mit Opfer-Täter-Modellen untersucht.

Der Psychologe und Autor Prof. Dr. Franz Ruppert nennt es die “Täter-Opfer-Spaltung”. Abgeleitet verstehe ich es so, dass diese traumatische Erfahrung verdrängt werden muss (Trauma = z. B. Angst, verlassen zu werden, Erfahrung seiner Wut/Manipulationsstrategien, vom Partner beschämt und/oder schuldig gesprochen zu werden), um in der Beziehung zu überleben bzw. in den kritischen Momenten der Beziehung. Bleiben die Erfahrungen unverarbeitet, spaltet das Gehirn diese ab, um die Lage emotional “sicher” zu machen. Sie werden verdrängt und damit wird auch das Opfersein in die Abgründe unseres Geistes verbannt, auch wenn es dort wie ein schlafender Hund weiterlebt. Diese Verbannung wiederum zwingt die Frau dazu, sich sog. Trauma-Überlebensstrategien zuzulegen:

  • Verleugnung der Erfahrung und emotionalen Belastung
  • Verdrängung der psychischen, emotionalen bzw. körperlichen Schmerzen
  • stark bleiben wollen, durchhalten und weitermachen wollen
  • seine eigene Schwäche abwehren und nicht zugeben (Man schämt sich wegen seiner selbst und dessen, was man glaubt, können zu müssen, aber nicht kann.)
  • starke Schuldgefühle
  • den Partner nicht als Täter sehen, ihn sogar in Schutz nehmen
  • Rechtfertigungen gegenüber dem Täter: “Ich habe es nicht anders verdient.”, “Ich kann verstehen, dass er…”, “Nein, das hat er ja nur gemacht/getan, weil…” (als wäre die Unterdrückung/die emotionale und psychische Gewalt gerechtfertigt und “verdient”, eine legitime Strafe dafür, dass man Bedürfnisse hat bzw. bedürftig ist.)
  • sich weiter an den Partner binden (die emotionale Bindung aufrechterhalten/verstärken)
  • sich mit den Bedürfnissen des Partners identifizieren
  • den Partner weiterhin versuchen, mit Harmonie, Fürsorge und Liebesbeweisen zu befriedigen, um seinen Groll (bereits im Vorfeld) zu minimieren, Konflikte um jeden Preis vermeiden
  • heftige Wut, die sich weiter steigern wird (Laut Ruppert kann es soweit gehen, dass sie an “Unschuldigen” ausgelassen/abgearbeitet wird.)
  • ungesunde Wahrnehmung von Liebe, Beziehung, Autonomie, Symbiose
  • hohe Ängstlichkeit und Gefügigkeit/Gehorsam/Unterwürfigkeit
  • schädliche Verhaltensweisen, zum Beispiel nicht handeln zu können, handlungsunfähig sein/bleiben, wie gelähmt sein
  • “Jammern”, aber nicht handeln, nicht die eigentlichen Ursachen benennen
  • psychische Störungen als Konsequenz (Angststörungen, Depressionen, Erkrankungen des Körpers, Autoimmunkrankheiten, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Suizidalität)
  • Resignation, die Realität nicht wahrhaben wollen
  • Empfindungs- und Gefühllosigkeit sich selbst und anderen gegenüber
  • andere, Nichtbeteiligte, schaden.

 

Was rät man Opfern, um sich daraus zu befreien?

emotionale und psychische unterdrückung bis hin zur gewalt in partnerschaft und eheAllem voran rät Prof. Dr. Ruppert dazu, es nicht im Alleingang zu machen, sondern sich professionelle Hilfe zu suchen. In einem therapeutischen Kontext könne man seine traumatischen Erfahrungen sicher bewältigen. Am Anfang aber stünde, dass man sich seines Traumas und Opferseins bewusst würde. Den Partner zu erziehen, sich zu rächen oder ihn zu “vernichten”, würde nichts bringen, sondern den Kreislauf nur noch dramatisieren – bis hin zur Selbstzerstörung. Auch Vergebung bzw. die Übernahme von Schuld und Scham des Partners würde erfolglos bleiben. Sich mit dem Mann zu versöhnen, stünde damit auch ohne Erfolgsaussichten. Er rät stattdessen, den Schmerz über das Erlebte, mit allen dazugehörigen Gefühlen, zuzulassen und anzuerkennen und mit sich zu fühlen. Insofern es möglich sei, könne man auch versuchen, vom Partner eine Wiedergutmachung einzufordern.

Dazu müsste derjenige aber erst einmal seine Täterschaft anerkennen. Da Ruppert davon ausgeht, dass alle Täter einst Opfer waren, müssten sie sich erlauben, ihr eigenes Opfersein (die Traumatisierung des Partners) eingestehen. Der Partner selbst muss also für sich anerkennen, dass er einst Opfer war und erst dann könne er den Schaden, den er der Frau zugefügt hat, erkennen. Die dann übernommene Verantwortung könnte ermöglichen, dass er sich seine Schuld und Taten eingesteht, seine Ängste und Scham zulässt. Dies würde wiederum ermöglichen, dass er Mitleid für seine Partnerin fühlen lernen kann, um so Wiedergutmachung zu leisten – falls noch möglich.

Doch um der Täter-Opfer-Spaltung zu entgehen, müsste man zuerst das schädliche Konstrukt verlassen – seine eigene Gefangenschaft aufgeben. Die gesunden Anteile dürfen gestärkt werden, damit man wieder zu einem entsprechend gesunden Bezug zu sich und seinem Leben finden kann. Eigenständigkeit und Unabhängigkeit müssten genauso wie Selbstabgrenzung wieder an Bedeutung gewinnen. Dazu würden auch die Achtung vor sich selbst und Konfliktfähigkeit nötig sein, um Grenzüberschreitungen zu realisieren, sich wieder zu fühlen und auch langfristig aufrechtzuerhalten.

 

Transgenerationale und symbiotische Traumata als eventuelle Ursachen

transgenerationale und symbiotische verstrickungen als ursache für emotionale abhängigkeitDoch wie kommt es, dass sich Frauen “so etwas gefallen lassen”, in solch destruktiven, gefährlichen Beziehungen bleiben? Wieso fällt es ihnen so schwer, die Partnerschaft zu verlassen? Wieso unternehmen sie nichts gegen ihre alltäglichen Erlebnisse, setzen sich nicht durch oder suchen sich Hilfe? Wieso wollen sie nicht – ganz freiwillig – einen Mann verlieren, der schlecht für sie und ihr Leben ist? Wieso halten sie an Schmerz und Unterdrückung fest? Wen versuchen sie in Wahrheit zu erreichen? Was gibt ihnen diese Form der Abhängigkeit, Symbiose und Trennung von der Außenwelt?

Diese Fragen stelle ich mir seit mehr als 20 Jahren. Mir fehlt bis heute die Antwort. Deshalb möchte ich gern eine mir plausible von Prof. Dr. Franz Ruppert, gleichfalls führender, deutscher Experte zum Thema Traumata, anbieten. Er beschäftigt sich seit langer Zeit mit den Ursachen, Auswirkungen und Auflösungsmaßnahmen emotionaler Verstrickungen, die zu sogenannten Symbiosetraumata führen kann.

 

Symbiotische Verstrickungen durch frühere Erfahrungen mit Bezugspersonen

Viele Frauen, die solche oder ähnliche Umstände erfahren, hatten von vornherein eine eigene Herausforderung mit Schuld und Identität. Vielleicht wurden sie unterbrochen, während sie heranwuchsen, weil ein Elternteil/eine Bezugsperson ständig an ihnen herumnörgelte, sie nicht so sein ließ, wie sie wirklich waren, sie sie nicht die Welt spielerisch erproben ließ oder stark tadelte/bestrafte, wenn sie einen Fehler machte. Im Kindsein für das Kindsein bestraft zu werden, mit Auflagen und Verboten, die für das Kind heftige Einschränkungen der Freiheit mit sich brachten, erfährt das Kind eine Wahrheit, die da lauten könnte: “Nur wenn du alles so machst, wie ich es dir sage, habe ich dich lieb.” Dahinter verbergen sich Verlassensängste und ein unbeständiger Selbstwert, der von außen und Reaktionen anderer bestimmt wird. Solche Erfahrungen werden nicht selten zum Nährboden für die spätere emotionale Verstrickung.

Auch hier können frühere Traumata als Ursache genannt werden, die entweder durch einen Wiedererkennungseffekt (Partner ähnelt in seinen Verhaltensweisen einer Bezugsperson, übrigens auch einer weiblichen!) oder etwas von früher soll wiedergutgemacht werden: “Früher habe ich es nicht geschafft, X emotional zu erreichen oder mich so liebevoll/brav zu zeigen, wie ich war. Deshalb mache ich es heute besser.”

Dieses Thema ist sehr umfangreich, weshalb Prof. Dr. Franz Ruppert ein eigens Buch dazu geschrieben hat: “Trauma, Angst, Liebe”. Mehr zu diesem Thema, auf YouTube, erneut als Vortrag von Prof. Dr. Ruppert >>

 

Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden: Nachkriegsgenerationen

Meine männlichen, verstorbenen Ahnen waren Teil der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Auf ihre eigene Art litten sie alle unter ihren Vätern, sei es, dass sie abwesend oder im Krieg gefallen waren, unbekannt blieben, substanzsüchtig wurden oder keine Anerkennung erhielten. Dementsprechend waren sie entweder uneheliche “Bastarde”, ohne männliche Vorbilder oder mit selbst abhängigen, selbstzerstörerischen oder unterdrückenden Vaterbildern aufgewachsen. Sie litten unter Ohnmachts- und Hilflosigkeits-, Verlust- und Verlassensgefühlen. Sie suchten händeringend nach festen Strukturen, die ihnen Halt gaben. Sie waren bereit, alles zu nutzen und nutzbar zu machen, um ihrem Leben einen Rahmen zu geben, der erhalten bleibt. Komme, was wolle.

Darin verstrickten sich alle Beteiligten und Familienmitglieder. Es ziehen sich in meiner Familie seit jeher Vater-Sohn und Mutter-Kind-Konflikte durch sowie Gefühle des Getrenntseins, mangelnde Liebe wegen eines steten Kampfes um die Existenz/um das (finanzielle) Überleben, unterdrückte Gefühle der Angst, Wut und Trauer bis hin Ohnmachtserfahrungen, die mit Substanzen (Alkohol, Drogen, Zigaretten, aber auch Herrschsucht, Aktionismus, Aggressionen, Gewalt) kompensiert werden soll(t)en. “Wie das Leben zu sein hat”, wurde stets fremdbestimmt. Es wurde meinen männlichen Ahnen vorgegeben und sie gaben es entsprechend weiter. Sie hatten sich zu fügen, waren sie ja selbst Opfer (des Krieges) und der Traumata ihrer Bezugspersonen geworden. Also hatten auch andere ihre Herausforderungen damit zu tragen. Das bedeuten transgenerationale Traumata (in Bezug zu Krieg). Sie waren gefangen in ihren eigenen Welten.

Einen sehr spannenden Beitrag zu transgenerationalen Traumata, nicht nur kriegsbezogen, kann man auf YouTube sehen: “Generationsübergreifende Traumafolgen”

 

Quellen:
(1) Ruppert, Franz: Symbiose und Autonomie. Symbiosetrauma und Liebe jenseits von Verstrickungen. Verlag: Klett-Cotta. 5. Auflage, 2017.
(2) Wolfe, David. 4 Signs Your Relationship Is Bad For Your Mental Health. URL: https://www.davidwolfe.com/4-signs-relationship-bad-mental-health/ (Abgerufen am 1.03.2018)
(3) Ruppert, Franz: Trauma – Angst – Liebe. YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=WU344Ld3dOU&t=1s (Abgerufen am 11.02.2018)
(4) Ruppert, Franz: Das Trauma des Krieges. YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=Tlq9o6e1Ov0 (Abgerufen am 01.03.2018)
(5) Ruppert, Franz: Täter-Opfer-Spaltung. www.franz-ruppert.de. Vortragsnotizen vom 24.09.2013. URL: https://www.franz-ruppert.de/index.php/de/downloads/send/17-gehaltene-vortrge-deutsch/201-taeter-opfer-spaltung-stuttgart-2013 (Abgerufen am 28.02.2018)