Eifersucht verstehen und überwinden (für Partner & Betroffene)

Eifersucht verstehen und überwinden (für Partner & Betroffene)

Bist du selbst eifersüchtig? Oder leidest du unter der Eifersucht deines Partners oder deiner Partnerin? In beiden Fällen kennen die meisten von uns den Leidensdruck, der durch dieses Gefühl entsteht. Vor allem gehen mit diesem Gefühl auch Angst und Schuld einher. Ob Eifersucht nun krankhaft, unbegründet oder legitim ist: Alles zusammen hat nicht selten die Macht, eine Beziehung zu zerstören oder sie nachhaltig zu schädigen. Denn Vertrauen ist einer der wichtigsten Aspekte für eine gesunde und funktionierende Partnerschaft.

Was du gegen deine eigene Eifersucht oder die deines Partners bzw. deiner Partnerin tun kannst, verrate ich dir in diesem Blogpost.

Was ist Eifersucht überhaupt?

Ei·fer·sucht (Substantiv, feminin [die])

starke, übersteigerte Furcht, jemandes Liebe, Zuneigung mit einem oder mehreren anderen teilen zu müssen, an andere zu verlieren

– Google Wörterbuch

eifersucht und angst vor dem verlust des  partners
Angst vor dem Verlust des Partners an jemand anderen, Angst vor Ausschluss und Alleinsein, Ablehnung und Liebesentzug, Schuld und Scham: All das steht mit Eifersucht in Verbindung. Ein explosives Gemisch für jede Beziehung.

Diese Definition der Eifersucht hat sicher keinen hochwissenschaftlichen Anspruch, trifft aber den Kern der Sache. Eifersucht ist kein per se grundloser Kontrollwahn, sondern entsteht beim Betroffenen aus eben dieser Angst vor Liebesentzug, Verlust und Ablehnung. Auch die Angst vor dem Alleinsein steht oft mit Eifersucht in Verbindung. Hier geht es also um das Gefühl, nicht gut oder genug zu sein, nicht wertvoll für eine Partnerschaft, weil man seinem Wert nicht vertraut – und es auf den anderen projiziert. Im Kleinen ist Projektion eine normale, menschliche Strategie der Angstabwehr. Aber Eifersucht hat nur deshalb so hohes Bedrohungspotenzial, weil wir nach einer legitimen Grundlage für unsere Gefühle suchen und hier leider beim Partner: Denkt man selbst, jemand anderes wäre wertvoller für den eigenen Partner, heißt das nicht, dass der Partner das auch so sieht. Doch Angst als Feuer verbrennt nicht nur einen selbst, sondern auch andere. Um (sich selbst) zu verstehen, was und wieso du eifersüchtig bist, muss der Partner schuldig gesprochen wären – daran, dass er/sie dich nicht (genug) lieben würde. Das geschieht unbewusst und ist oft nicht einmal böse gemeint. Dennoch schürt kaum etwas anderes größeres Misstrauen in einer Partnerschaft als dieser bewusste/unbewusste Vorwurf.

Da Angst ein so mächtiges Gefühl ist, besonders, wenn man keinen gesunden Umgang mit dem Gefühl gelernt hat, kann Eifersucht in einer Beziehung wie Sprengstoff wirken und nicht selten wird sie zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Sie kommt aber auch außerhalb von Liebesbeziehungen vor: unter Geschwistern, Freunden, in der Sportmannschaft und sogar bei Tieren, hier zum Beispiel als Futterneid. Aber an keiner anderen Stelle hat sie ein so großes Zerstörungspotenzial wie dort, wo zwei Menschen ursprünglich freiwillig und aus Liebe zueinander gefunden haben. Hier erhält die Liebe schnell den Charakter des Besitzdenkens.

Bitte nicht falsch verstehen: Ein gewisses Maß an Eifersucht ist ganz natürlich und sogar gesund für eine Beziehung – immer vorausgesetzt, dass das Grundvertrauen da ist. Schließlich zeigt sie auch, dass der Partner immer noch als begehrenswert angesehen wird. Kleinere Konflikte können sogar dazu dienen, immer wieder über das Verhalten in der Beziehung zu reflektieren – und so das Miteinander zu verbessern, anstatt sich in der Sicherheit der Routine gehen zu lassen. Wird jedoch das gesunde Maß überschritten und die Eifersucht krankhaft, leidet das Vertrauensverhältnis in beiden Richtungen. Das ungute Gefühl, sich als überwacht, nicht vertrauenswürdig und unter Druck gesetzt zu empfinden, nicht mehr frei agieren zu können, kann dazu führen, dass tatsächlich die Suche nach einer anderen Person als Partner beginnt. Damit kann Eifersucht der Anfang vom Ende der Beziehung sein.

Wie äußert sich krankhafte Eifersucht?

ab wann ist eifersucht krankhaft
Wann ist Eifersucht begründet und ab wann wird sie krankhaft?

Das Spionieren im Handy des Anderen ist wohl der Klassiker unter den Taten eifersüchtiger Menschen genauso wie bohrende Fragen, mit wem man sich trifft oder auch wieso man später kommt oder keine Zeit hat, ohne den Anderen ausgeht oder weniger Zuwendung schenkt als vorher. Dahintersteht immer die Frage: Gibt es Nachrichten oder Anrufe, die darauf hinweisen, dass es eine andere Person gibt – um eine Grundlage für seine Gefühle zu finden?

Krankhafte Eifersucht ist in erster Linie durch solche Kontrollzwänge geprägt. Heimliches Nachlaufen, Social Media Stalking, Handykontrolle, das Ansetzen der besten Freundin als Spionin, das Googeln der vermeintlichen Konkurrenz – all dies sind Verhaltensweisen, die über das Normalmaß der Eifersucht hinausgehen. Oft tritt die Eifersucht auch in vermeintlich harmlosen Situationen zutage: Bei Gesprächen auf einer Party, beim Geschäftsessen, bei unbekannten Nummern auf dem Smartphone, die einen ganz harmlosen Hintergrund haben.

Statt sachlich und konstruktiv zu fragen und die harmlose Antwort zu akzeptieren, wird weiter gebohrt und gestichelt. Das Gefühl, es könnte doch mehr dahinter stecken, lässt den Betroffenen nicht mehr los. Beim Partner sollen Schuldgefühle ausgelöst werden und man selbst will seine unbändige Angst loswerden – gleichzeitig äußert sich immer wieder der Wunsch, kontrollieren zu können, was nicht kontrollierbar ist.

Woher kommt Eifersucht?

was eifersucht mit der angst vor ablehnung zu tun hat
Eifersucht findet sich oft bei Menschen mit entsprechenden Erfahrungswerten oder einem angeschlagenen Selbstwert.

Oft gibt es einen konkreten „Auslöser“ für einen Eifersuchtsanfall, gepaart mit Erfahrungswerten aus der eigenen Vergangenheit und/oder der Vergangenheit des Partners: Eine unbekannte Nummer auf dem Handydisplay, Blicke, zu lange Gespräche, die Geschäftsreise oder vermeintlich grundlose Überstunden, früher bereits betrogen worden zu sein oder das Wissen, dass der Partner früher in anderen Beziehungen untreu war.

Die Ursache ist jedoch an ganz anderer Stelle zu suchen: in der Vergangenheit der eifersüchtigen Person.

Häufig sind die Gründe für die Eifersucht sogar in der Kindheit zu suchen. Mangelnde Aufmerksamkeit durch die Eltern kann eine Ursache für Eifersucht sein, aber auch Geschwisterrivalitäten und das Gefühl, stets nachrangig behandelt worden zu sein. Durch Zeitmangel oder Desinteresse ist hier bereits ein Defizit an Zuwendung entstanden. Wer mit Geschwistern aufgewachsen ist und immer um die Gunst der eigenen Eltern buhlen musste, ist anfälliger für Eifersucht als Einzelkinder, die in stabilen und liebevollen Verhältnissen aufgewachsen sind. Auch wer in der Kindheit mitansehen musste, wie ein Elternteil den anderen betrogen hat, entwickelt oft ein gestörtes Vertrauen in seine eigenen Beziehungen.

Die Erfahrungen in den eigenen Liebesbeziehungen können ebenfalls eine große Rolle bei der Entwicklung von Eifersucht spielen. Tatsächliche Vertrauensbrüche durch Fremdgehen sowie eigene Untreue, aber auch die Abwertung der eigenen Person können zu weniger Vertrauen in sich selbst und in den Partner führen.

So kannst du deine eigene Eifersucht eindämmen

bist du eifersüchtig? so überwindest du deine eifersucht

Du hast erkannt, dass du immer wieder eifersüchtig bist – und dass diese Tatsache deine Beziehung belastet? Das ist bereits ein wichtiger Schritt. Mach dir klar: In Wirklichkeit zweifelst du mehr an dir selbst und deinem Wert als an deinem Partner und seinem Verhalten. Diesen Sachverhalt musst du erst einmal für dich akzeptieren lernen. Doch mit Übung kannst du deine Gefühle annehmen und mit Empathie, Mitgefühl für dich selbst, umwandeln. Das stärkt das Vertrauen in deinen Partner und vor allem in dich. Hilfreich ist es auch, den Partner mit ins Boot zu holen und um Hilfe dabei zu bitten, seine eigene Eifersucht in den Griff zu bekommen.

Im nächsten Schritt kannst du auf Ursachensuche gehen. Stelle dir folgende Fragen:

  • Hat dein Partner dich tatsächlich schon betrogen?
  • Gibt es Menschen im Leben deines Partners, die dir attraktiver erscheinen als du selbst?
  • Bist du in früheren Liebesbeziehungen schon einmal betrogen worden? Was glaubst bzw. weißt du, war der Grund?
  • Bist du bisher in all deinen Beziehungen eifersüchtig gewesen?
  • Hast du Geschwister oder bist du Einzelkind?
  • Bist du bei deinen Eltern Zeuge von Untreue geworden?
  • Haben deine Eltern dir (in deinen Augen) unzureichende Aufmerksamkeit geschenkt? Dafür aber den Geschwistern, anderen Kindern, Personen oder Aktivitäten?
  • Wurde dir in deiner Vergangenheit vermittelt, dass du nicht liebenswert oder gut genug wärst?
  • Haben sich Glaubenssätze in dir gebildet wie “Für mich gibt es keine echte Liebe.” oder “Niemand bleibt bei mir. Alle verlassen mich.”?

Möglicherweise trifft mehr als ein Punkt auf diese Liste zu. Wenn du das Thema identifiziert hast, das zu deiner Eifersucht führt, solltest du versuchen, es zu bearbeiten, um damit abzuschließen. Je nach Schweregrad helfen dir schon einige offene Gespräche ein Stück weiter– es kann aber auch eine Therapie sinnvoll sein.

Was du als Erstes lernen solltest: deine eigene Liebenswürdigkeit zu erkennen. Der Schlüssel zum Sieg über die Eifersucht ist die Selbstannahme, die vollkommen unabhängig von deinem Partner oder anderen Personen ist. Diese Unabhängigkeit ist generell wichtig: Was wäre, wenn dein geliebter Partner oder eine andere wichtige Person morgen nicht mehr da wäre? Du kannst einen Menschen schließlich auch auf andere Weise verlieren als nur an jemand anders.

Deine Eifersucht ist zudem kein „Beweis“ für Liebe. Mach dir klar, dass du jederzeit auf deinen eigenen Füßen stehen können solltest. Diese Eigenständigkeit hat nichts damit zu tun, dass du deinen Partner weniger schätzt oder keine Liebe bzw. keine Partnerschaft bräuchtest. Sie ist vielmehr die Basis für eine gesunde Liebesbeziehung.

Die Verhaltensmuster, die deinen Partner einengen oder seine Privatsphäre mit Füßen treten, gilt es abzulegen. Schließlich erwartest du auch den Respekt vor deiner eigenen Privatsphäre, selbst dann, wenn es nichts zu verbergen gibt. Es ist wichtig, dass du (wieder) lernst zu vertrauen. Werde dir bewusst, dass du nicht alles kontrollieren kannst und sich dahinter oft “nur” Zukunftsängste durch geprägte Ängste aus deiner Vergangenheit verstecken.

So verstehst du deinen eifersüchtigen Partner

ist dein partner eifersüchtig? wie du ihm helfen kannst
Gemeinsam ist es leichter: Aber keineswegs sollte die Angst des Anderen über das eigene Leben herrschen, nur der Harmonie willen.

Wenn dein Partner oder deine Partnerin immer wieder grundlos und/oder krankhaft eifersüchtig ist, leidet eurer Miteinander. Aber solange du keinen objektiv nachvollziehbaren Anlass zur Eifersucht gegeben hast, gibt es nichts, was du selbst tun oder ändern könntest – oder doch?

Um eine Verbesserung der Situation zu erzielen, kannst du aktiv das Gespräch suchen. Ergreife ruhig die Initiative und bringe das Thema „Eifersucht“ auf den Tisch. Ganz wichtig: Vermeide jegliche Vorwürfe, Anklagen und alles, wodurch dein Partner das Gefühl bekommen könnte, dass du ihm die Schuld zuweisen möchtest. Denn dadurch würden sich die ohnehin vorhandenen Selbstzweifel und Verlustängste noch verstärken.

Besser ist es, Fragen zu stellen:

  • Welche Situationen lösen die Eifersucht aus?
  • Bezieht sich die Eifersucht nur auf bestimmte Personen?
  • Was geht im Kopfkino des Eifersüchtigen vor?
  • Welche Erfahrungen in früheren Beziehungen „rechtfertigen“ die Eifersucht?
  • Gab es im Kindesalter Momente der Zurückweisung oder des Verlassenwerdens?
  • Haben die Eltern ein von Unsicherheit geprägtes Beziehungsmuster vorgelebt?

Du kannst durch das Stellen dieser Fragen zeigen, dass du ernsthaft an einer Klärung der Situation interessiert bist – und gleichzeitig ehrliches Interesse am Partner beweisen. Es kann bereits eine große Hilfe sein, dass dein Partner sich von dir ernst genommen fühlt. Darüber hinaus eröffnen ihm diese gedanklichen Anstöße die Möglichkeit zur Selbstreflexion über die Ursachen seiner Eifersucht. Wenn er dafür offen ist, kann er in Zukunft Situationen, die Eifersucht in ihm auslösen, anders bewerten.

Wenn du die Ursachen herausgefunden hast, entwickele mit ihm/ihr einen Plan, wie ihr es gemeinsam schafft, die Eifersucht zu reduzieren. Dieser Plan muss natürlich gesunde Strukturen haben. Ungesund wäre es beispielsweise, wenn du alles offenlegst oder dich nicht mehr frei in deinem Leben bewegen kannst. Ungesund ist es, wenn dich die Angst des Anderen beherrscht und du eine eigene Angst vor der Angst deines Partners (und dem, was er/sie wegen seiner/ihrer Angst macht) entwickeln würdest. Das ist der sichere Weg in eine Co-Abhängigkeit. Harmonie um jeden Preis aufrechtzuerhalten, aus der eigenen Angst vor Streit, Traurigkeit und Wut des Partners, Schweigen als Strafe oder andere Maßnahmen des Partners, um sich emotional auszudrücken, ist nicht hilfreich. Wir sind alle erwachsen und müssen besonders dann dringend lernen, mit schweren Gefühlen umzugehen, wenn wir diese bisher eher verdrängt haben. Das ist nicht nur machbar, sondern auch dienlich für den Rest des Lebens.

Eine wichtige Erkenntnis für dich selbst kann sein, dass die Eifersuchtsanfälle nicht aus bösem Willen erfolgen, sondern aus Verlustangst – selbst dann, wenn vermeintlich ein Machtspiel im Vordergrund steht. Denn auch die Ausübung von Macht resultiert allzu häufig aus einer zugrundeliegenden Unsicherheit.

Mache deinem Partner im Gespräch aber deutlich, dass du dich hin und wieder – wie jeder Mensch in einer gesunden, funktionierenden Beziehung – abgrenzen musst und Freiräume brauchst.

Der Umgang mit Grenzfällen

eifersucht und verlustangst

Der kleine Plausch mit der Kollegin oder eine kecke, aber freundschaftliche WhatsApp-Nachricht sind im Normalfall kein Grund zur Besorgnis, dass die Beziehung den Bach runter gehen könnte – auch wenn der Eifersüchtige es anders empfindet. Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, berechtigte von unberechtigter Eifersucht abzugrenzen: Was ist, wenn da doch mehr ist …?

Ein typisches Beispiel:

Abends beim Ausgehen trifft die Partnerin auf einen alten Schulfreund, den sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat – und beginnt ein stundenlanges Gespräch mit ihm. Alles um sie herum scheint vergessen, selbst der Partner, der einsam mit seinem Bierglas herumsteht und dem Treiben hilflos zuschaut. Bis er vor allen Anwesenden eine Szene macht – oder seiner Partnerin beim Heimgehen Vorwürfe. Während die Partnerin und der Schulfreund sich nach so langer Zeit verständlicherweise viel zu erzählen haben, startet beim eifersüchtigen Partner das Gedankenkarussell. Nicht ganz zu Unrecht, denn ihm fehlt wichtiges Hintergrundwissen, um die Situation einschätzen zu können: Waren die beiden vielleicht mal ein Paar? Und könnte wieder etwas daraus werden? Die Situation verschärft sich, wenn die Partnerin auf ihren Ex trifft und dem jetzigen Partner diese Tatsache bekannt ist.

In solchen Momenten ist von beiden Seiten viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Partnerin könnte zum Beispiel ihren Partner mit ins Gespräch holen, um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass er auf einmal unwichtig ist. Wenn sie ihn vorstellt und sagt: „Das ist mein Partner Michael, mit dem ich seit fünf Jahren durch dick und dünn gehe und ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann.“ – hat allerhöchstens der Ex-Freund noch einen Grund zur Eifersucht.

Was ich damit zeigen möchte: Kommunikation und gesunder Rückhalt sind allen Situationen ein wichtiges und nützliches Werkzeug, um mit schweren Gefühlen umzugehen und diese zu transformieren. Solange sie gewaltfrei bleibt, kann sie heilen und die Partnerschaft nähren. Sollte man selbst aber beim Partner nicht mehr weiterkommen, ist der Besuch bei einem fachkundigen Spezialisten wie zum Beispiel Paartherapeuten oder Psychologen sicher eine Überlegung wert – wenn man die Beziehung nicht aufgeben möchte.

Leseempfehlungen*:

Eifersucht: Vertrauen lernen – die Angst nicht geliebt zu werden, überwinden von Dr. Rolf Merkle

Ändere nicht deinen Partner, ändere dich selbst: Negative Beziehungsmuster erkennen und auflösen von Gabriela Friedrich

Das kleine Übungsheft: Eifersucht verstehen und überwinden von Yves-Alexandre Thalmann

Der Haustier-Effekt: Durch Tiere heilen

Der Haustier-Effekt: Durch Tiere heilen


Hund, Katze oder Pferd als Therapeut: Können Tiere wirklich heilen bzw. die Heilung von psychischen Erkrankungen maßgeblich unterstützen? Zumindest gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte und mittlerweile auch Studien, die das nahelegen. Im Englischen spricht man bereits vom „pet effect“. Vor allem bei Depressionen sollen Haustiere hilfreiche und liebevolle Begleiter sein, die den Betroffenen aus der Isolation befreien, ins Tun bringen und mit seinem Herzen verbinden.

Auch ich habe in meiner damaligen Angst- und Panikstörung den “pet effect” (Haustier-Effekt) erfahren, mit einer Katze. Die neuesten Überlegungen und Studien kommen also nicht von ungefähr.

Heilung durch Tiere: Was neueste Studien dazu sagen

Tiere sind gut für die Psyche
Tiere sind gut für die Psyche, nicht nur in Zeiten von Angstzuständen und anderen psychischen Herausforderungen.

Tiere: Ihnen werden nicht nur Qualitäten wie “ein guter Zuhörer” zu sein zugeordnet. Für viele Haustierbesitzer sind sie die besten Freunde und echte Familienmitglieder, die nicht weniger Bedeutung haben als Menschen. Die Wirkung von Tieren auf Menschen mit psychischen Herausforderungen wie Angst und Depressionen rückte unlängst immer stärker in den Fokus der Forschung und Wissenschaft.

Jüngst bestätigen Studien vor allem die heilsame Wirkung von Tieren auf die menschliche Psyche. Sobottka und sein Team im Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide untersuchten bei depressiven Patienten die Wirkung von hundegestützten Therapien im Vergleich zu herkömmlichen Therapiestunden. Seine Forschungsergebnisse zeigten, dass Therapiehunde die Suizidgefahr deutlich minimierten.

Auch die University of British Columbia nahm sich, wie einige weitere US-Unis, diesem Thema an. Bereits nach der ersten Therapiesitzung mit Hunden berichteten die Studierenden von verringertem Stress, mehr Energie und einem erhöhten Glücksgefühl. Selbst nach mehreren Therapiestunden hielten diese Effekte an.

Ich holte mir eine kleine Katze, gerade einmal vier Wochen alt und – wie sich herausstellte – krank, als ich mitten in meiner Angststörung mit Panikattacken war. Die Kleine half mir nicht nur, mich aus meinen sabotierenden Gedanken rund um die nächste Angst zu holen. Sie brauchte mich und gab mir zugleich unendlich viel Liebe. Vor allem zwang sie mich, rauszugehen, als ich mit ihr zum Tierarzt musste. Aber Tiere halten noch weitere positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche bereit:

Tiere und ihre Wirkung auf Angst und die Psyche

die positiven Auswirkungen von Tieren auf die menschliche Psyche
Was Tiere alles Positives für die menschliche Psyche bewirken können, hat die Forschung bislang nur in Bruchstücken zeigen können.

Nach wie vor konnten noch nicht alle direkten Auswirkungen von Tieren auf unsere psychische Gesundheit eingehend von der Forschung geklärt werden. Doch für viele brauchen wir gar keine Studien:

Wer Angst hat und sich Menschen gegenüber nur schwer öffnen kann, dem gelingt das möglicherweise gegenüber einem Tier. Schon leichte Berührungen können eine lange nicht mehr gespürte Erfahrung sein, die Spannungen im Körper abbaut, Stresshormone reduziert und die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin verstärkt. Die Beziehung zwischen dem Tier und dir ist vor allem gut für dein geschwächtes Vertrauen in deinen Körper und Geist, in die Liebe und die Welt, in Menschen und in dich. Denn: Die Fürsorge, die dir ein Tier abverlangt, kann deine Selbstwirksamkeit maßgeblich stärken.

Außerdem: Ein Tier urteilt nicht. Es kennt keine Gerüchte, keine menschlichen Wertmaßstäbe, denen wir uns allzu oft unterwerfen. Es erwartet weder Perfektion noch einen lupenreinen Lebenslauf, kein tolles Aussehen oder lange Gespräche, keine Glanzleistungen usw. Nachdem das erste Vertrauen aufgebaut ist, ermöglichen Tiere einen unbefangenen Körperkontakt. Vor allem Patienten mit Angststörungen können von dieser Vorurteilsfreiheit profitieren.

Hinzu kommt: Ein Tier lebt im Hier und Jetzt und zwingt uns auf sanfte Weise, dasselbe zu tun. Dadurch üben wir uns in Achtsamkeit, die uns von Ängsten vor der Zukunft und den Schatten der Vergangenheit ablenken kann.

Doch nicht nur bei Angst kann ein Tier eine heilsame Wirkung haben: Menschen, die an Depressionen leiden, ziehen sich häufig stark aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Der unkomplizierte, vorurteilsfreie Kontakt zu den Tieren, die bedingungslose Zuneigung zeigen, kann ein erster Schritt sein, um sich auch den Menschen wieder anzunähern. Nicht zuletzt vertreibt ein Haustier die Einsamkeit, denn es ist immer da. Aber auch Gassigänge, Besorgungen oder Tierarztbesuche bieten außerdem Anlass, die eigenen vier Wände zu verlassen und mit Menschen in Kontakt zu treten.

Das eigene Haustier: So heilsam kann es sein

ob Therapietier oder Haustier: Tiere helfen uns von innen heraus zu heilen
Mit dem Haustier gegen den stressigen Alltag und Sorgen im Privatleben, dem geschwächten Selbstwert oder ständigen Zweifeln: Geht das? Ja.

Den eigenen Hund oder die Katze zu versorgen, kann also eine heilsame Erfahrung sein. Auf der einen Seite steht das Gefühl des Gebrauchtwerdens und der Übernahme von Verantwortung. Schnell werden das Füttern der Katze oder der Hundespaziergang zur Routine. Das bringt wertvolle Struktur und Impulse in den Alltag, die Halt geben und für neue Sicherheit sorgen können.

Das Geliebtwerden spielt ebenfalls eine große Rolle. Stark menschenbezogene Tiere wie Hunde fordern den Kontakt aktiv ein. Sie begrüßen „ihren“ Menschen mit einem freudig-aufgeregten Schwanzwedeln. Aber auch schmusebedürftige Katzen brauchen ihre Streicheleinheiten. Wer vorher einsam in der Wohnung saß, bekommt mit dem Haustier einen loyalen Gefährten.

Für Hundeliebhaber: Spaziergänge mit dem eigenen Hund bieten gleich in mehrfacher Hinsicht positive Auswirkungen. Wer sich im Alltag nur zu wenigen Tätigkeiten aufraffen kann, muss spätestens jetzt ins Handeln kommen. Auch gegen den sozialen Rückzug im Rahmen einer Depression oder Angststörung sind Hundespaziergänge ein probates Mittel. Je nach Wohnlage und Uhrzeit begegnet man weiteren Hundebesitzern und nach mehreren Begegnungen entstehen Gespräche und vielleicht sogar neue Bekannte oder gar Freunde. Spaziergänge wirken sich außerdem zu jeder Jahreszeit positiv auf die allgemeine Gesundheit aus. Dazu braucht es zwar streng genommen keinen Hund, aber das Tier sorgt für Regelmäßigkeit in der Bewegung, die dem Körper und Geist guttun. Durch das Tageslicht wird zudem die Vitamin-D-Produktion angekurbelt: Denn ein Mangel an Vitamin D kann nicht nur das Immunsystem schwächen, sondern auch an der Entstehung von Stimmungstiefs, Angstzuständen und Depressionen beteiligt sein.

Ist ein eigenes Haustier nützlich für deine Genesung?

sich ein Haustier zulegen gegen Angst, Einsamkeit und Depressionen?
Tiere heilen uns, aber sie brauchen auch ein stabiles Umfeld und ein Zuhause. Deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man das dem Tier bieten kann.

Vor der Anschaffung eines eigenen Tieres sind ein paar Punkte zu bedenken. Denn vor allem bei stärkeren Depressionen oder anderen schweren Krankheiten muss die Versorgung des Haustiers sichergestellt sein.

Je besser das Tier ausgebildet ist, desto höher der Anschaffungspreis. Der liegt für einen fertigen Therapiehund normalerweise im fünfstelligen Bereich. Diese Therapiehunde sind aber vor allem für die tiergestützte Therapie in Institutionen ausgebildet. Ein privates Haustier hingegen ist für deutlich weniger Geld zu haben, sollte aber nachweislich gesund und wesensstark sein und bereits eine gute Grundausbildung genossen haben oder sie gewährleistet bekommen.

Diese Checkliste hilft bei dir der Frage, ob für dich ein eigenes Haustier für die Therapie in Frage kommt oder du gezielt nach tiergestützter Therapie suchen solltest:

  • Ist bereits Erfahrung mit Haustieren und dem Wunschtier (Katze, Hund, usw.) vorhanden?
  • Ist ausreichend Platz für eine Tierhaltung vorhanden?
  • Ist die Tierhaltung in der Wohnung oder im Haus erlaubt?
  • Reichen die finanziellen Mittel aus? Neben der Anschaffung sind auch Kosten für Futter und Tierarzt mit einzurechnen.
  • Kann das Tier langfristig bleiben und hier seinen Lebensplatz finden?
  • Liegt beim Patienten oder den Haushaltsmitgliedern eine Tierhaarallergie vor?
  • Handelt es sich um ein besonders verträgliches und menschenbezogenes Tier? Vorzugsweise mit guter Ausbildung?
  • Ist der Patient psychisch und/oder körperlich stabil genug, um die Versorgung des Tiers zu übernehmen?
  • Welches Tier passt zur Persönlichkeit des Patienten?
  • Gibt es jemanden, der sich im Notfall um die Tierversorgung kümmern kann? Zu bedenken sind auch Urlaube und andere Abwesenheiten.

Auch ohne eigenes Tier möglich: Tiergestützte Therapie

tiergestützte therapie gegen angst, panikattacken und depressionen?
Tiergestützte Therapien: eine sinnvolle Therapieform der Zukunft.

Wenn die Lebensumstände oder die finanzielle Lage keine Tierhaltung erlauben, kommt trotzdem eine tiergestützte Therapie in Frage. Viele Institutionen haben die tiergestützte Therapie schon als festen Bestandteil in ihr Angebot integriert. Ausgebildete Therapiehunde sind beispielsweise in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, aber auch in Seniorenheimen im Einsatz.

Zur Therapiearbeit zählt neben dem körperlichen Kontakt durch Schmuseeinheiten beispielsweise auch die Kommunikation mit dem Tier ausschließlich über Körpersprache ohne weitere Kommandos. Hierdurch erfahren die Patienten viel über ihre Körperwirkung. Denn schon kleine Änderungen verändern den Einfluss auf das Therapietier stark. So hilft es den Tieren vor allem, ihre eigenen Ängste zu überwinden, wenn die Betroffenen sich ihren gestellt haben und so mehr Selbstvertrauen dem Tier gegenüber zeigen. (1)

Je nach Krankheitsbild eignen sich bestimmte Tierarten besonders gut:

Katzen kommen vorzugsweise in Altersheimen und Patienten mit Demenz zum Einsatz. Sie sind vergleichsweise ruhig und haben ihren eigenen Rhythmus, was der oft verringerten Beweglichkeit der Heimbewohner entgegenkommt. Auch senken sie mit ihrem Schnurren den Blutdruck.

Lebhaftere Tiere wie Hunde oder Pferde fordern den Patienten von sich aus und locken ihn aus der Reserve. Daher sind sie die idealen Begleiter bei einer Depression.

Pferde flößen durch ihre Größe zunächst einen gewissen Respekt ein. Ist diese Barriere erst einmal gebrochen, steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie sind gutmütige und gelehrige Riesen, manchmal gepaart mit etwas Eigensinn. Der Umgang mit ihnen erfordert einen bewussten Umgang mit Stimme und Körpersprache. Sie besitzen ein feines Gespür für Unsicherheiten und sind in der Lage, ihr Gegenüber zu spiegeln und dadurch unmittelbares Feedback zu geben.

Hunde schaffen die Balance aus hoher Aktivität und viel Feingefühl gegenüber ängstlichen Patienten. Zu den bevorzugten Hunderassen als Therapiehund gehört der Australian Working Kelpie. Diese sensible Rasse gilt als äußerst verträglich und ist sehr menschenbezogen – die ideale Kombination für einen Therapiehund.

Quellen:
Tiergestützte Therapie psychisch Kranker. Doktor Hund heilt Depressionen.
14.08.2012. https://www.focus.de/wissen/natur/hunde/forschung/tid-26526/tiergestuetzte-therapie-bei-depressionen-gesund-mit-hund_aid_781646.html (Zugriff am 23.04.2019)

Feldman, Steven. For Better Mental Health, Experience The Pet Effect. 21.08.2017. https://www.mentalhealthamerica.net/blog/better-mental-health-experience-pet-effect (Zugriff am 23.04.2019)

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

“Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist”, sagte schon Voltaire. Doch einfach glücklich sein – wenn das so leicht wäre. Die Suche nach dem Glück ist für viele Menschen eine Lebensaufgabe. Für andere stellt sich die Frage: Darf ich denn überhaupt glücklich sein? Habe ich Glück verdient? Solche Gedanken können zu einer regelrechten Angst vor dem Glück führen.

Glück und glücklich sein: ein- und dasselbe?

Natürlich darfst du glücklich sein, so, wie jeder Mensch. Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Unglück oder das, was nur anderen geschieht. Während wir Glück oft mit etwas Zufälligem wie den Lottogewinn oder die große Liebe in Verbindung bringen, meint es eigentlich: Zufriedenheit. Zufrieden mit dem Leben, das wir führen, unter welchen Umständen auch immer. Dankbar sein für das, was man hat. Und das Leben leben, wie es kommt.

Glück kommt auch nicht automatisch durch ein bestimmtes Ereignis. Das wäre gegen die Naturgesetze: Denn das Leben an sich bewegt sich zwischen Polaritäten, guten und schlechten Zeiten, hell und dunkel, leicht und schwer, Yin und Yang. Es geht um Balance, das Gleichgewicht, und nicht um das ewige Hoch, wonach heute so viele streben.

Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sind oft trotzdem glücklich – auch wenn sie sich ihr Lebensglück zurückerkämpfen mussten. Andere Personen haben fast alles im Leben, was man sich wünschen kann, ohne größeren Sorgen – und doch fühlen sie sich unglücklich und wissen oft nicht einmal, warum. Vielleicht haben sie so viel in ihrem Leben erreicht, dass das Weiter – Schneller – Höher – Mehr ihnen Probleme bereitet: Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun könnten, um … für immer glücklich zu sein. Materielle Dinge vermögen nur für kurze Zeit Glück zu schaffen, das zeigten ausreichend Studien mit Lottogewinnern, von denen viele im Endeffekt unglücklicher waren als vorher – trotz ihres Reichtums. Und sehr oft auch depressiv/er. Genauso wie es auch in einer Partnerschaft immer zu Krisen oder kleinen Auseinandersetzungen kommen wird.

Das Leben und das Glück sind wie eine Sinuskurve. Es kommt in Wellen, und mal geht es hoch und dann wieder runter. Nur wenn wir es schaffen,

  • unseren Mut zu behalten
  • an uns und das Gute zu glauben
  • Lösungen für Herausforderungen zu suchen
  • uns in Akzeptanz zu üben
  • und trotz Rückschlägen weiter zu machen,

können wir dauerhaft zufrieden sein.

Ich habe dir viele Wege zusammengestellt, wie du aktiv an deinem Glücklichsein arbeiten kannst – nicht nur, um deiner Gesundheit Gutes zu tun!

21 Wege, um glücklicher zu sein: Das kannst du tun, um dein Glücksgefühl zu steigern

Manchmal will sich kein Glücksgefühl einstellen, obwohl die Rahmenbedingungen doch stimmen. Oder dir ist zum Heulen zumute, aber irgendwie muss es ja weitergehen. Für diese Situationen gibt es einige Rezepte, mit denen du Zufriedenheit aus dem Versteck lockst

1.Trage ein Lächeln auf den Lippen

Auch wenn dir nicht zum Lachen zumute ist, kannst du deinen Mund dazu zwingen: Ziehe die Mundwinkel nach oben. Automatisch gehen Glückssignale an dein Gehirn. Glückshormone werden ausgeschüttet. Fake it until you make it – das geht auch körperlich!

2. Höre deine Lieblingsmusik

Musik kann eine Zeitmaschine sein. Sie bringt glückliche Erinnerungen an besondere Menschen, Orte oder Erlebnisse zurück. Gönne dir diese kleine Reise und tauche ab in gute Zeiten und andere Welten. Lass deinen Geist wandern und träume einfach mal wieder.

3. Sing a Song

Singen ist gut für die Seele. Studien haben nachweisen können, dass Singen Angst reduziert. Außerdem wird beim Singen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beruhigend und anregend zugleich wirkt – und zu den Glückshormonen zählt. Es fördert deine Geborgenheit.

4. Treibe Sport

Auch wenn du nur wenige Minuten investieren kannst: Lege so oft wie möglich eine kleine Sporteinheit ein. Die Konzentration auf die Übungen und Bewegungen lenkt dich von unangenehmen Gedanken ab. Im Anschluss hast du nicht nur das gute Gefühl, etwas für dich getan zu haben. Ausdauersport kann depressiven Verstimmungen vorbeugen und auch ein Angsthemmer wird während des Sports ausgeschüttet – neben vielen Glückshormonen und der Senkung von Stresshormonen!

5. Bewege dich schwungvoll

Eine negative Haltung findet ihren Ausdruck oft im Gang: langsam und schlurfend. Steuere bewusst dagegen und lege ein paar schwungvolle Schritte in aufrechter Haltung ein. Netter Nebeneffekt: Du wirst von deinem Umfeld als positiver und dynamischer wahrgenommen. Wenn du diese Technik noch körperlich untermauern willst, dann nutze die Erkenntnisse von Amy Cuddy, die bei bestimmten Körperposen herausfand, dass sie sich auf die Selbstsicherheit, Angstfreiheit und Zufriedenheit auswirkte.

6. Geh an die frische Luft

Sauerstoff und Tageslicht beleben deinen Körper sofort – selbst an trüben Tagen entfalten sie ihre Kraft. Schon der Weg nach draußen sorgt für Ablenkung. Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und erdet dich.

7. Schlafe genug

Schlafmangel ist ein Energieräuber. Nur mit genügend Schlaf – für die meisten Menschen sieben bis neun Stunden – hast du dauerhaft Energie, um deine Tage erfolgreich zu bewältigen. Wenn dir das Einschlafen schwerfällt: Verkneife dir den abendlichen Snack und verzichte auf elektronische Geräte, bevor du ins Bett gehst. Schreibe lieber auf, welche Gedanken dich bewegen – so kannst du sie ablegen und dich entspannen, statt dich in den Schlaf zu grübeln.

8. Iss dich glücklich

Serotonin gilt als Glückshormon. Es wird zum Beispiel produziert, wenn wir dunkle Schokolade essen. Nüsse, Samen, Bananen und Pilze, aber auch Fisch, der reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ist, kurbeln die Serotoninproduktion an. Hingegen kann eine falsche Ernährung Angst und Depression auslösen.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

Kennst du Menschen mit einer positiven Grundeinstellung? Verbringe mehr Zeit mit ihnen und lerne, wie sie das machen. Es heißt, die fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben den größten Einfluss auf uns. Entscheide selbst, wer dich beeinflussen darf!

10. Lerne neue Freunde kennen

Positive soziale Kontakte tun dir gut. Mit neuen Menschen kommen neue Impulse und neue Ansichten in den Leben – für neue Perspektiven auf deine Zukunft.

11. Kontaktiere alte Freunde

Alte Erinnerungen an schöne Zeiten werden wach. Das Gefühl von ewiger Verbundenheit tut gut. Zudem lenkt es dich von dem Gedanken ab, dass das Leben schlecht wäre, wenn du dich bewusst daran erinnerst, dass es wirklich tolle Zeiten gab, die sich wiederaufleben lassen!

11. Renoviere oder räume deine Wohnung um

Der sprichwörtliche Tapetenwechsel hilft, Schwung ins Leben und eine neue Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hilft das körperliche Tun beim Abschalten.

12. Engagiere dich ehrenamtlich

Wenn du anderen Menschen hilfst, tust du auch dir selbst etwas Gutes: Du fühlst dich integriert und freust dich mit ihnen zusammen. Außerdem wird dir ihre Dankbarkeit ein wohliges Gefühl geben.

13. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben

Wenn du Groll gegen jemanden hegst, stellen sich automatisch negative Gefühle ein. Damit triffst du die falsche Person: dich selbst. Das Vergeben mag dir nicht leichtfallen, macht aber dein Leben um einiges leichter. Mehr dazu hier >>

14. Sei achtsam

Bist du gedanklich im Hier und Jetzt? Nimmst du die kleinen Wunder um dich herum wahr? Je bewusster und klarer deine Wahrnehmung ist, desto leichter kannst du Stress und vermeintlich schwierige Situationen meistern. Du bist in der Lage, deine Impulse besser zu kontrollieren und wirklich SELBST-bestimmt zu handeln. Dabei kann dir meine Mini-Serie zum Thema Achtsamkeit weiterhelfen >>

15. Schreib auf, was an deinem Leben gut ist

Negative Dinge werden stärker wahrgenommen als das, was positiv ist. Schreibe bewusst positive Erlebnisse und Gründe für Dankbarkeit auf. Führe ein Dankbarkeitstagebuch oder mache dir einfache Listen mit den besten Eigenschaften an dir. Du wirst sehen, dass in der Summe viel Gutes zusammenkommt, und vor allem, wie gut sich das anfühlt.

16. Erinnere dich an den dahinterliegenden Zweck deines Tuns

Manchmal musst du in den sauren Apfel beißen und Dinge tun, die dir widerstreben. Denke daran, wofür du es tust: Du ernährst eine Familie. Du bildest dich für eine bessere Zukunft weiter. Oder du sparst für den Urlaub. Und schon erscheinen vermeintlich sinnlose Tätigkeiten in einem neuen Licht. Getreu dem, was Viktor Frankl sagte: Wer ein WOZU hat, erträgt fast jedes WIE. Wenn es diesen Zweck jedoch nicht gibt, solltest du einen Schlussstrich ziehen.

17. Halte deinen inneren Kritiker in Schach

… aber das kann ich nicht! … Das macht man doch nicht! … und darf man auch nicht!

Der innere Kritiker macht uns klein und versucht, uns einzureden, dass wir Dinge nicht schaffen können oder nicht tun sollten. Erinnere dich daran, dass alle nur mit Wasser kochen und niemand perfekt sein muss. Habe Achtung vor dir selbst – und zwar zuerst. Befreie dich von negativen Gedanken und komme einfach ins Tun!

18. Erreiche deine Ziele

Mache konkrete Pläne mit Zeitvorgaben und halte sie schriftlich fest. Wenn du ein Ziel erreicht hast, macht dich das Setzen des Hakens stolz. Oder belohne dich doch einfach mal wieder!

19. Nimm professionelle Hilfe in Anspruch

Du fühlst dich immer wieder depressiv und merkst, dass du alleine nicht auf einen grünen Zweig kommst? In einer solchen Situation – aber auch schon lange vorher – ist es absolut legitim, dir von einem Profi helfen zu lassen. Je früher du dich engagierst, desto eher wirst du einen freien Therapieplatz bekommen. In der Zwischenzeit können dir Allgemeinärzte und Betroffene weiterhelfen – mit vielen Tipps und Tricks.

20. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen

Einer der größten Glücksräuber überhaupt ist das Mangeldenken. Mach dir klar, dass du nicht alles haben musst, was dir dein Umfeld, Social Media oder die Werbeindustrie einflüstert. Lebe stattdessen in deinem Tempo, mit den Menschen und Dingen, die dir persönlich wichtig sind. Und genieße die Fülle. Entdecke sie neu! Doch vergleiche dich nicht mit anderen und glaube den Gedanken, sie wären besser oder hätten mehr als du, einfach nicht! Das macht nur unglücklich. Zur Not: Lass das Handy doch mal aus. Sag Goodbye zu Social Media.

21. Umgib dich mit Tieren oder sorge für sie

Neueste Studien haben gezeigt, dass es Menschen mit depressiven Verstimmungen immens half, sich um ein Tier zu kümmern. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Es war ein kleines Kätzchen, das mir aus meiner Agoraphobie und Panikattacken herausholte.

Du siehst: Ein paar SOS-Maßnahmen wirken schnell und verbessern deine Laune sofort. Andere Glücksrezepte erfordern mehr Aufwand und Selbstreflexion. Durch dauerhafte Veränderungen in deinem Denken und Tun ist das Glücksgefühl, das du wahrnimmst, dafür nachhaltiger. Alle diese Methoden haben mit deinen eigenen bewussten Handlungen und Entscheidungen zu tun – und nur wenige davon ausschließlich mit anderen Menschen. Das bedeutet: Du hast dein Glück selbst in der Hand. Du allein kannst dich bewusst ein Stück glücklicher machen!

Liebe Grüße,
Janett

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

In vielen Unternehmen herrscht noch immer der Anspruch, ihre Mitarbeiter müssten täglich herausragende Ergebnisse liefern, besser sein statt nur “gut” und “genug”, Opfer im Privaten erbringen und konstant durch überdurchschnittliche Leistungen, Interesse und Engagement glänzen. Das zeichnet in ihren Augen eine “gute Arbeitseinstellung” aus. Mit dieser – so scheint es bei vielen Arbeitgebern – hätte ihr Personal Respekt und Zugehörigkeit verdient. Viele Arbeitnehmer klagen allein deshalb über Angst vor Leistung und dem Job, der Arbeit an sich, den Chef, den Kollegen – einhergehend mit Symptomen. Was wenig mit Arbeitsmoral zu tun hat, kann vielmehr ein Mix aus individuellen und firmenbezogenen Aspekten sein. Geschehen hier keine Korrekturen, greift der Körper/die Psyche zu natürlichen Abwehrmechanismen, um mögliche Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden.

In diesem Blogpost findest du mehr Hintergründe zu dieser Angst und einer einfachen Methode, mit dem du wieder neuen Sinn für dein Berufsleben schaffen kannst – oder feststellst, dass es Zeit für einen neuen Arbeitgeber ist.

Ursachen: Wie Angst vor Arbeit und Leistung im Job entstehen

Angst vor Arbeit zeigt sich gern in einer “miesen Arbeitseinstellung”, ist aber oft eine verschleppte Überforderung, Unterforderung oder Sinnentleerung. Hat der Arbeitnehmer keine Motivation mehr, zu arbeiten, leistet er weniger. Muss er dennoch übermäßig leisten, reagiert der Körper häufig mit Angstzuständen.

Angst vor Arbeit und Leistung entstehen nicht aus dem Nichts. Vieles muss im Vorfeld geschehen sein, damit ein Mensch plötzlich den Sinn in seinem Beruf oder Arbeiten an sich verliert. Oft geht es einher mit vielen Jahren des Beweisstellens, in denen der Arbeitnehmer mit einem starken sog. Leistungsmotiv etwas zu bewirken versucht: für sich, das Unternehmen, die Welt usw. Es kann auch sein, dass seit jeher das Underachiever-Syndrom vorliegt, in denen Menschen dazu erzogen wurden, nichts erreichen zu müssen (weil es ihnen a) ohnehin nichts brächte oder b) es von ihnen nicht abverlangt wurde). Ich gehe hier vom ersteren aus: Es bestand ein starker Drang danach, etwas zu leisten, weil man

  • etwas für sein Leben erreichen wollte (finanzielle Sicherheit/Stabilität bzw. Wohlstand, Lernen, Status, Persönlichkeitsentwicklung, Karriere) und bereit war, dafür vieles zu tun
  • etwas für die Welt tun wollte (Gutes tun, Menschen helfen, Lücken füllen, Ungerechtigkeit ausbalancieren usw.)
  • seinen Platz finden wollte (zu einer Gruppe Gleichgesinnter gehören wollte), das sog. Zugehörigkeitsmotiv
  • durch seine Leistungen an Bedeutung für andere/die Welt gewinnen wollte (Machtmotiv)

Und so ergaben sich die Motivationen: Man ging davon aus, indem man leistet, würde man erreichen/bekommen, was man sich gewünscht hatte. Doch damit Motivationen in uns entstehen können, die uns ins Handeln bringen, müssen wir uns sicher sein, dass das Gewünschte erreichbar ist. Sehen wir uns in unserem Handeln immer wieder scheitern oder kurz davor, erleben immer wieder die Angst, wir könnten versagen, erfahren Kritik oder gar kein Lob, ebbt unsere Motivation von Mal zu Mal ab. Man mag nicht mehr, kann nicht mehr, will nicht mehr. Es bildet sich eine Art innere Front gegen Leistungen jeder Art, gegen Arbeit an sich oder Aufgaben bestimmter Art.

Symptome, die mit Angst vor Arbeit und Leistung einhergehen können

wenn im Beruf zu arbeiten und zu leisten angst macht

Der Körper/die Psyche kündigt Überforderung, die schließlich in Angstzustände fließen kann, und durch konstanten Leistungsdruck (körperlicher, emotionaler und geistiger Art) begleitet wird, in erster Instanz durch “normale” Signale an:

  • Stress
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
  • unruhiges Wochenende mit einer tiefen Unlust am Sonntag beim Gedanken an den kommenden Montag/Arbeitstag
  • im Urlaub nicht abschalten können bzw. krank werden
  • trockene, unreine, fahl-aussehende Haut mit Juckreiz
  • Verdauungsprobleme
  • verringerte Immunabwehr
  • leichte bis mittlere Unlust am Morgen
  • innere Unruhe unter Menschen
  • latente Aggression, Impulsivität, Wutausbrüche (besonders wenn etwas nicht funktioniert bzw. nicht auf Anhieb klappt)
  • Muskelverspannungen (werden später gern zu Panikattacken)
  • unruhige Beine, Kribbeln in den Gliedmaßen
  • innere Unruhe auch während der Freizeit
  • innere Hektik (“Schnell-Schnell-Syndrom”, besonders bei Frauen)
  • Gefühle entweder extrem sensibel oder immer schwächer wahrnehmen (leicht in Tränen ausbrechen oder kaum mehr etwas spüren)
  • auf zwischenmenschliche Situationen nicht mehr eingehen wollen/können bzw. keine Ruhe für “Probleme” haben (Abwehr des emotionalen Leistungsdrucks)

um nur einige zu nennen. Das sind die häufigsten Begleiterscheinungen, die mir genannt werden.

Auch das Gefühl, man dürfe die Arbeit jetzt noch nicht beenden, obwohl es schon spät am Abend ist, oder man müsse noch in der Freizeit dieses und jenes für den Arbeitgeber tun, fällt darunter. Ständige Erreichbarkeit, E-Mail-Check am Wochenende oder in Gedanken stets im Büro oder in Gesprächen mit Kollegen zu sein gehören auch dazu. Das Gefühl, gebraucht zu werden und nicht ersetzbar zu sein, trifft auf den Drang, alles liegen zu lassen.

Deshalb sieht man das auch im Job/Beruf an der eigenen Leistung:

  • fehlendes Interesse
  • keine Verlässlichkeit mehr gewähren können/wollen
  • kein Pflichtbewusstsein mehr gewähren können/wollen
  • keine Teamfähigkeit mehr gewähren können/wollen (Ungeduld vor allem)
  • keinen Respekt mehr vor Autoritäten
  • keine Folgsamkeit mehr gewähren können/wollen
  • andere Werte als das Unternehmen entwickeln oder bereits haben
  • teilweise eine hohe Fehlerquote bei den Aufgaben
  • Aufgaben scheuen, die lange dauern, eine hohe Qualität oder Konzentration fordern
  • Konzentrationsschwierigkeiten, nur schwer sitzen bleiben können
  • häufiges Fehlen am Arbeitsplatz durch Krankheit

Alle diese Punkte können ambivalent gedeutet werden, entweder als Hinweis auf eine psychische Gefährdung oder als miese Arbeitsmoral.

Was hier passiert: Der innere Richter ermahnt zur Perfektion und Übermenschlichkeit, währen das Selbst um Gnade und Erlass bittet. Werden diese und ähnliche Symptome ignoriert, reagieren viele in nächster Instanz mit einer ausgeprägten Angst vor bzw. wegen Arbeit und Leistung im Job, gern begleitet durch diffuse Angst vor Kontakt mit Menschen (besonders die, die Ansprüche und Erwartungen an einen stellen aka Kunden, Kollegen und Vorgesetzte). So entstanden bei mir Agoraphobie mit Panikattacken. Andere wiederum entwickeln Depressionen bzw. Burnout oder erleben Angstzustände ohne Panikattacken. Wie der einzelne Körper reagiert, ist im Menschen selbst angelegt.

Der Selbsttest bzw. Eine einfache Methode, um sich zu durchschauen

Depressionen und Burnout können sich auch durch Angstzustände und Panikattacken zeigen

Hinter der anfangs nur leichten Angst verbirgt sich oft die Angst zu versagen – eine naheliegende Befürchtung, wenn unermüdliche Versuche, dem Arbeitgeber seinen Wert zu beweisen, im Vorfeld unternommen wurden. Diese Angst kann auch auftreten, wenn man es als Mitarbeiter mit (für einen selbst) sinnentleerten Aufgaben zu tun hat. Der Drive in Richtung Boreout ist ebenso häufig wie der in Richtung Burnout.

Doch liegt es wirklich NUR am Job? Ist es der einzelne Arbeitgeber und würde es dir besser bei einem anderen Unternehmen gehen? Liegt es an vielleicht ganz anderen Ursachen, z. B. daran, dass du unbewusst innerlich gekündigt hast? Bräuchtest du nur andere, interessantere Aufgaben? Oder fehlt es dir im Job an Anerkennung?

Beantworte aus dem Bauch heraus und ehrlich dir gegenüber (radikale Selbstprüfung!) folgende Fragen:

  • Welche Bedeutung hat Arbeit, Leistung für dich?
  • Welche Bedeutung hat “dieser Job” für dich? Gibt es in dem Unternehmen eine Abteilung, bei der du lieber arbeiten würdest?
  • Was müsste das Unternehmen tun, um dich zu motivieren?
  • Wie hast du dich früher selbst motiviert? (Strategien)
  • Und was genau hat dich motiviert, dort zu arbeiten? (Aufgabenbereich, Ziel/Motiv)
  • Wann hat dir die Arbeit das letzte Mal so richtig Freude bereitet? (Zeitpunkt und Arbeitsbereich bzw. Kollegium o. Ä. bestimmen)
  • Wann brach diese Freude weg? (Zeitpunkt bestimmen)
  • Wann und womit traten Unlust bzw. Gereiztheit, emotionale und geistige Überforderung/Unterforderung das erste Mal auf?
    War z. B. ein Kollege oder ein Arbeitsbereich Auslöser bzw. gibt es sich überschneidende Muster, wann immer du in Angst, Panik oder innere Abwehr, Unlust gerätst?
  • Wie reagiert dein Körper/Geist auf das, was im Job geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir geschenkt wird oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume)
  • Welche Bedürfnisse musst du hintenanstellen, um deinen Job gut zu machen?
  • Für die sehr Reflektierten: Wie reagiert dein Körper auf einzelne Aufgaben, nach dem Kontakt mit bestimmen Kollegen/Personen, morgens/mittags/nachmittags/andere Arbeitszeiten, bei Kontakt oder ohne Kontakt zu Kollegen/Vorgesetzte? Wie reagiert er, wenn Kollegen/Vorgesetzte im Urlaub sind? 
  • Wie reagiert er vor Personalgesprächen?
  • Wie reagiert er auf das, was NICHT geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir nicht geschenkt wird, oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume, Gehaltserhöhungen usw.)
  • Hast du noch Hoffnung, dass du in dem Unternehmen zufrieden werden kannst? Wenn ja, was kannst DU tun, um das zu fördern?
  • WILLST du noch hoffen oder ist deine Hoffnung langsam über die Zeit baden gegangen?
  • Halten dich deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber davon ab, dir einen neuen zu suchen? Wenn ja, welche genau sind das?
  • Wie siehst du dich durch deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber heute anders, und wie hast du dich früher gesehen? Sind deine geänderten Ansichten zu dir und deinen Fähigkeiten, Befähigungen, Talenten und Charaktereigenschaften geprägt durch diese Erfahrungen?
  • Was ist der Hauptgrund dafür, dir keinen anderen Arbeitgeber zu suchen?
  • Findet sich dieser Hauptgrund als Attribut auch in der Art und Weise, wie du dich als Arbeitnehmer behandelt fühlst? (z. B. nicht qualifiziert genug für andere in deiner Branche & nicht respektiert werden im Job)

Motive und Motivationen

Wenn es noch Motive gibt, aber keine Motivationen mehr, nach ihnen zu handeln, dann haben wir resigniert. Denn innerlich meinen oder wissen wir, dass es nichts brächte, uns zu engagieren oder tätig zu werden. Zu viele Hindernisse stehen zwischen der Arbeit/unserer Leistung und der Erreichbarkeit unseres Ziels. Können wir unser Ziel nicht mehr erreichen, z. B. nichts damit bewirken oder nicht das, was wir damit bewirken wollen, dann besteht auch keine Motivation mehr, diese eine Arbeit zu leisten.

Solltest du dich also fragen, wieso du keine Lust mehr auf deine Arbeit hast oder wieso du dich schlecht konzentrieren oder motivieren kannst, das könnte die Antwort sein: Die Tätigkeit ist für dich sinnentleert. In dir entstehen deshalb keine Impulse mehr, keine Motivationen, aktiv zu werden, denn dein Motiv oder Ziel ist in deinen Augen nicht (mehr) erreichbar. Es kann sein, dass du damit richtig liegst. Es kann aber auch sein, dass einige querschlagende Gedanken zu dieser Hürde führen oder du noch andere Motive hast, die du verdrängst oder die sich immer stärker melden.

Versagensangst zu haben und diese sich selbst gegenüber zu widerlegen ist eine Motivation. Dann würdest du arbeiten, um einer Firma aka dir zu zeigen: Ich schaffe das! Ich kann das! Ich bin gut. Glaubst du aber innerlich nicht wirklich daran, sondern denkst, du würdest es sowieso nicht schaffen oder es wäre an Arbeitspensum zu viel oder zu schwer, dann suchst du in der Firma nach genau dieser Bestätigung: Du kannst es nicht. Du reichst nicht.

Sich zu beweisen in seinem Wert (“Ich bin es wert! Ich habe diese Position/diesen Job verdient!”) verbinden wir mit einer Rückleistung: Was wir dafür bekommen (oder hoffen, zu bekommen), z. B. Ansehen, Status, Geld, Attraktivität, die in eine Partnerschaft führen würde usw. Dieses Ziel rührt oft aus Mangeldenken her (Ich bin es noch nicht wert. Noch habe ich es mir nicht verdient. Ich muss es mir noch verdienen!). Je mehr wir vor etwas fliehen wollen, desto mehr ziehen wir an, was wir schon haben oder – in diesem Fall – glauben, noch nicht zu haben. Wir müssten unser Denken ändern und in uns etablieren, dass wir wertvoll sind, statt andere als unseren Spiegel zu wollen, die uns zeigen: Das bin ich … (also wert)!

Geld und Existenzangst ist ein weiterer Grund, wieso wir unsere Arbeit nicht schätzen. Wenn uns nichts anderes übrigbleibt, als zu Ja und Amen zu sagen, ein für uns unbedeutenden Job zu machen, dann bleibt nur die Motivation: UM GELD ZU VERDIENEN. Vielen reicht dieser Grund. Anderen hingegen wäre es möglich, sich einen ähnlichen Job zu suchen, aber bei einem anderen Arbeitgeber mit besseren Konditionen. Wir nehmen diese Ursache Geld und Existenz leider viel zu oft als Ausrede, um nicht handeln zu müssen – auch weil wir zu faul sind, nach BEDEUTUNG für unser Leben in der Welt Ausschau zu halten.

Wieso wir uns trauen müssen, zu kündigen, wenn es nicht passt oder: Ein Job, den du liebst

Am Ende des Tages entscheidet, was Viktor Frankl einst als Buchtitel wählte: Wer ein “Wozu” hat, erträgt fast jedes “Wie”. Wer seinen Job nicht wechseln kann, dem bleibt nur übrig, sich jede noch so kleine, dankbare Sache in der momentan Situation zu suchen, an der man sich festhalten kann. Wenn etwas im Job Freude bringt, z. B. einige Kollegen oder der kurze Arbeitsweg, dann kann bereits das die Motivation, dort weiterzuarbeiten, nähren. Nach diesen kleinen Freuden muss man dringend suchen; man muss sie dringend finden – was mitunter heißt: zuzulassen, sie zu erkennen.

Wer hingegen Alternativen hätte, um die er sich lediglich nicht kümmern mag, weil sie anstrengend sind, mit Ablehnung verbunden oder mit erneuten Leistungsbeweisen, bei denen man versagen könnte, darf sich das ruhig vor Augen halten. Es ist für kaum jemanden der liebste Zeitvertreib, sich einen neuen Job zu suchen, die vielen Bewerbungsprozesse durchzuhalten, wenn man denn eingeladen wird. Man muss die Ablehnungen und Aufregungen vor Bewerbungsgesprächen ertragen lernen, denn sonst wird sich nichts ändern. Wenn sich nichts ändert, stagniert das Leben. Das kann krank machen, für Unruhe, Lustlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Fehler und schlaflose Nächte sorgen – weil man Herausforderungen scheut. Wer weiß, was der Impuls für die Jobsuche an Gutem bringt?

Wenn man es nicht versucht, wird man es nie erfahren – weil man zu beschäftigt damit ist, das Ungute ertragen zu lernen.

Vergebung: Dir selbst verzeihen als Schlüssel inneren Friedens

Vergebung: Dir selbst verzeihen als Schlüssel inneren Friedens

Wir alle machen Fehler, sagen oder tun Unbedachtes, was sich oft nicht mehr zurücknehmen und ungeschehen machen lässt. Seien es Beziehungen, die wir bereuen, eigene Handlungen oder Chancen, die wir nicht wahrnahmen: Auf so manche Zeiten und Ereignisse blicken wir mit Reue, Scham, Schuld oder gar Angst zurück, weil wir es nicht schafften, uns zu vergeben – was wir taten und was nicht, was andere uns taten und was sie uns verwehrten. Ich hadere mit dem Thema seit vielen Jahren. Wenn du so bist wie ich, hast du Mühe, dir und anderen zu verzeihen, und spürst in dir sicher den Drang nach Wiedergutmachung und/oder Gerechtigkeit.

Einige Gedanken zu diesem Thema und ein einfacher Weg, wie du dir gegenüber Vergebung üben kannst, beschreibe ich in diesem Blogpost.

Vergebungsarbeit: Was es heißt, zu verzeihen

Zu verzeihen bedeutet, Ereignisse und Nicht-Ereignisse (etwas, was wir uns gewünscht, aber nicht bekommen haben) mit all ihren Aspekten gut sein zu lassen. Dazu gehören auch deine Gefühle, Gedanken, Empfindungen und (verzerrte) Erinnerungen. Das bedeutet, alle Interpretationen unseres ungern vergebenden Egos zurückzunehmen und sich einzugestehen, dass wir am Ende des Tage alle nur eines sein: Menschen – mit einer eigenen Biografie, Erfahrungen und Gefühlen, die wir versuchen, so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Das meint Ängste, die uns schützen soll(t)en, Traurigkeit, die verborgen blieb in Schuld, und natürlich auch Schamgefühle.

Wir machen Fehler, lernen dazu oder aus ihnen. Wir können die Ereignisse immer nur so gut tun, wie es gerade als Ressource in uns angelegt ist. Denn: Was wir vermögen, spricht Bände über unser geistiges und emotionales Vermögen. Was wir in unserem Leben erfahren haben, ist ein Teil von uns, aber er muss uns nicht am Weitergehen hindern. Er muss nicht zur Blockade werden, die uns an einer unbeschwerten Zukunft hindert.

vergebungsarbeit
Jede Schuld und seelische Verletzung hinterlässt Spuren am Strand unseres Lebens.

Schuld und Scham sind viel häufiger Teil von verletzenden Erlebnissen, z. B. wenn wir wissen, dass wir einen Menschen verletzt haben – oder er uns durch Wut, Rückzug, Ablehnung oder offene Enttäuschung zumindest in dem Glauben ließ. Ich verzeihe mir, dass ich dich verletzt habe. Es ist wichtig, dass wir uns nicht in einem eigenen Gefängnis halten, uns nicht selbst bestrafen, weil wir einst einen Fehler gemacht haben. Sich zu vergeben bedeutet damit auch: Ich befreie mich von meinen Fehlern und hebe die Schuld, die ich mir bis heute zu zugewiesen habe, auf.

Hat dich jemand im Herzen verletzt? Dann wirst du sicher viele Anklagen in deinem Inneren haben, als hätte dir dieses Ereignis einen Stempel in deine Seele gedrückt. Besonders Angst vor erneuter Traurigkeit wird dann ein Thema für dich sein. Diese Vorwürfe der damaligen Person gegenüber bleiben bei dir und leiten, ja steuern unbemerkt deine Zukunft. Viele haben Schwierigkeiten, einem Menschen zu vergeben, je nach Schwere der Tat und Verletzung. Aber in meinen Augen ist es weniger wichtig, diesem einen Menschen gänzlich verzeihen zu können. Es ist viel unerlässlicher, dass man sich das verzeiht, was wir dem anderen vorwerfen:

  • Du hast mich nie geliebt.
  • Du hast nur mit mir gespielt.
  • Du hast mich hintergegangen, mein Vertrauen ausgenutzt.
  • Ich habe immer alles für dich getan und das war also der Dank!
  • Du hast immer nur an dich gedacht!
  • usw.

um nur einmal den Bereich Beziehung/Partnerschaft zu betrachten. Damit sind auch Interpretationen verbunden, die wir wiederum als Schuld auf uns zurückwerfen:

  • Ich habe nicht gereicht/war nicht gut genug.
  • Ich muss etwas falsch gemacht haben.
  • Andere sind besser/hübscher/fähiger als ich.
  • Ich habe wohl keine Nähe, Liebe, Zuwendung, Anerkennung und Erfolg verdient.

Unsere Erfahrungen spiegeln auch immer unsere Glaubensmuster wieder, die zu einem eigenständigen Lebensskript werden können, wenn wir nicht aufpassen. DASS wir solche anklagenden Gefühle haben, müssen wir uns genauso vergeben wie jede Wut und Traurigkeit über uns selbst, falls wir uns haben verletzen lassen:

  • Ich Idiot!
  • Wie konnte ich nur so dumm sein!
  • Ich hätte es besser wissen müssen!
  • Alle Signale deuteten darauf hin, aber ich wollte sie nicht ansehen.
  • Hätte ich nur auf X gehört, dann wäre das nie passiert.
  • usw.

Eigentlich sagt man sich die ganze Zeit mit diesen Anklagen, dass man nicht gut, nicht genug, nicht liebenswert, nicht würdevoll, nicht würdig, nicht klug, intelligent oder nicht schön, nicht attraktiv, unfähig usw. ist. Das nährt das kleine Selbst, das sich völlig hilflos in seinem Zelt verkrochen hat, um sich dort selbst zu bemitleiden. Es braucht Fürsorge und Aufmerksamkeit, Zuwendung wie ein kleines Kind. Was es nicht braucht, sind weitere Schläge wie “Ja, du blöde Kuh/du Arsch! Wieso zum Teufel hast du das gemacht? Jetzt heul’ nicht herum, genauso wolltest du das doch!” und was wir uns nicht alles an den Kopf werfen.

Zwei Wege/Rituale, wie du dir und anderen vergeben kannst

mit Ho'oponopono verzeihen lernen
Verzeihen auf Hawaiianisch: Ho’oponopono

Ein gutes Ritual, um sich eigene Fehler (denen dir selbst sowie anderen gegenüber) zu verzeihen, ist das hawaiianische Vergebensritual mit vier prägnanten Sätzen, die uns die Übermacht unserer Gefühle in den Griff bekommen lassen.

Ein zweiter Weg geht über das Schreiben. Nimm dir einen Stift und ausreichend Papier und schreibe alles auf, was dir einfällt, was du dir vergeben möchtest. Jeden Selbsthass, jede Form von Selbstzweifeln, alle Zweifel, die du anderen gegenüber hattest, weil einst jemand an dir zweifelte, jeden Fehler und jede Verletzung. Dabei kannst du – kein Muss! – eine Unterscheidung treffen zwischen ECHTER Verletzung und UNECHTER Verletzung, meint Kränkungen, Stolz und Ego, Übergangenwerden usw.

Vielen fällt es leichter, sich erst einmal alles von der Seele zu schreiben und so nach und nach loszulassen. Spüre vor allem dabei in dich hinein, was es mit dir macht, wenn du diese Entscheidungen triffst. Um dir zu verdeutlichen, was ich meine, habe ich im Folgenden einige Beispiele aufgelistet. Während du sie liest, spüre nach, wie dein Körper reagiert, wo er schwer oder leicht wird, ob dein Herz stolpert oder dein Magen grummelt, deine Muskeln angespannt sind usw. Das sind oft Anzeichen, die Sprache deines Körpers, die markiert, wo der geistige/emotionale Schmerz sitzt bzw. wo er im Körper eingeschlossen wurde. All die Redewendungen der deutschen Sprache wie “etwas nicht verdaut haben”, “den Kopf voll haben”, “rasend vor Wut”, “ein schweres Herz” usw. verdeutlichen dasselbe.

Ich verabschiede mich schon an dieser Stelle schon und wünsche dir viele kraftvolle Vergebungsmomente mit den nachfolgenden Sätzen.

Alles Liebe,
Janett Menzel

————————————————–

Hier die Beispiele:

Ich vergebe mir, dass ich mich aus Angst, noch mehr zu verlieren, neuen Erfahrungen verschlossen habe.

Ich vergebe mir, dass ich mich wegen negativer Erfahrungen in der Liebe mit ….. (Name) von der Liebe und der Möglichkeit, sie zu leben, abgewandt habe.

Ich vergebe mir, dass ich mir unterstellt habe, nicht liebenswert und gut genug zu sein.

Ich vergebe mir, dass ich anderen oft den Vortritt ließ und zu viel Rücksicht übte, nicht zeigte, was ich wirklich kann.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, es wäre besser, mich von anderen von meinen wahren Gefühlen abhalten zu halten.

Ich vergebe mir, dass ich zu lange bei anderen (oder einem bestimmten Menschen) verharrte, aus Angst, ihn zu verletzen, schuldig zu sein und allein zu sein.

Ich vergebe mir, dass ich stattdessen mich verletzte.

Ich vergebe mir, dass ich schüchtern, unsicher, ängstlich, zornig, unbeholfen, fehlbar und menschlich bin.

Ich vergebe mir, dass ich andere als wichtiger einstufte und mich nicht durchsetzte.

Ich vergebe mir, dass ich anderen erlaubte, meine Bedürfnisse zu ignorieren.

Ich vergebe mir, dass ich Beziehungen einging, in der Hoffnung, die Liebe und Aufmerksamkeit, Zuwendung und Bestätigung zu bekommen, die ich schon so lange suche und brauche.

Ich vergebe mir, dass ich Angst hatte, Fehler zu machen und nicht zu genügen, und deshalb nichts unternahm – und leer ausging.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, ich wäre noch nicht soweit, nicht erfahren genug, nicht herausragend genug, nicht fähig genug.

Ich vergebe mir, dass ich stets versuche, die/den Starke/n zu spielen, damit niemand merkt, dass ich unsicher bin.

Ich vergebe mir, dass ich mich von Meinungen anderer aufhalten ließ.

Ich vergebe mir, dass ich anderen die Schuld daran gab, dass ich mich von ihren Meinungen abhalten ließ.

Ich vergebe mir, dass ich ihnen die Schuld dafür gab, mich nicht zu mögen.

Ich vergebe mir, dass ich ihnen die Schuld dafür gab, dass ich sie nicht mochte – aus Angst, eine eigene, unliebsame Meinung zu haben.

Ich vergebe mir, dass ich versuchte, perfekt zu sein oder zu werden – jeden Tag ein Stück besser als am Tag zuvor, um meinen Selbstwert stabil zu halten.

Ich vergebe mir, was ich mir alles antat, um nicht zu erkennen, dass mein Selbstwert brüchig war.

Ich vergebe mir, dass ich mich so überforderte, mit Leistungen und gespieltem Interesse, nur um gemocht oder anerkannt zu werden.

Ich vergebe mir, dass ich viel zu selten gezeigt habe, wie ich WIRKLICH bin.

Ich vergebe mir, dass ich so lange in meinem vermeintlichen Schicksal herumgesessen habe, gewartet habe, auf die eine Chance, die alles zum Guten ändern würde.

Ich vergebe mir, dass ich nicht verstanden habe, dass ich Chance bin.

Ich vergebe mir, was ich alles aus Angst vor Ablehnung nicht tat.

Ich vergebe mir, dass ich mich vernachlässigte, weil mich andere vernachlässigten.

Ich vergebe mir, dass ich mich nur mochte, wenn mich andere mochten.

Ich vergebe mir, dass ich mich ausschloss, wenn mich andere ausschlossen.

Ich vergebe mir, dass ich vor meinen Gefühlen flüchtete, aus Angst, sie nicht unter Kontrolle zu haben und über mich die Kontrolle zu verlieren.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, andere würden mir Gefühle nicht zugestehen.

Ich vergebe mir, dass ich den Lebensweg anderer versuchte zu kopieren, anstatt mir meinen eigenen Weg zu zeichnen und ihn zu gehen.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, andere würden mir durch ihre Worte und Taten bewusst zeigen, was ich wert bin und wer ich bin.

Ich vergebe mir, dass ich Angst davor hatte, Menschen wegen ihres Verhaltens offen und ehrlich abzulehnen.

Ich vergebe mir, dass ich aufgab, wenn mir etwas zu schwer und unbequem erschien.

Ich vergebe mir, dass ich mir so wenig zutraute, aus Angst zu versagen.

Ich vergebe mir, dass ich andere für ihre Ängste und Schwächen verurteilt habe.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, niemanden zu brauchen.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, ‘da draußen’ gehöre ich nicht hin, dass ich kein Teil wäre – wo ich doch einer bin.

Ich vergebe mir, dass ich meinen Träumen nicht folge, aus Angst mich von meinem jetzigen Leben zu trennen oder zu scheitern.

Ich vergebe mir, dass ich mich meiner Weiblichkeit/Männlichkeit beraubte, aus Angst, nicht gewollt zu sein, zu viel zu sein oder nur für Sex zu “taugen”.

Ich vergebe mir, dass ich wichtige Teile meines Selbst abschnitt, weil diese jemand anderem nicht passen könnten.

Ich vergebe mir, dass ich versuchte, jemand anderes zu sein, als ich bin, um Teil sein zu dürfen – nicht allein sein zu müssen.

Ich vergebe mir, dass ich solange brauchte, um all das zu verstehen.