Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

“Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist”, sagte schon Voltaire. Doch einfach glücklich sein – wenn das so leicht wäre. Die Suche nach dem Glück ist für viele Menschen eine Lebensaufgabe. Für andere stellt sich die Frage: Darf ich denn überhaupt glücklich sein? Habe ich Glück verdient? Solche Gedanken können zu einer regelrechten Angst vor dem Glück führen.

Glück und glücklich sein: ein- und dasselbe?

Natürlich darfst du glücklich sein, so, wie jeder Mensch. Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Unglück oder das, was nur anderen geschieht. Während wir Glück oft mit etwas Zufälligem wie den Lottogewinn oder die große Liebe in Verbindung bringen, meint es eigentlich: Zufriedenheit. Zufrieden mit dem Leben, das wir führen, unter welchen Umständen auch immer. Dankbar sein für das, was man hat. Und das Leben leben, wie es kommt.

Glück kommt auch nicht automatisch durch ein bestimmtes Ereignis. Das wäre gegen die Naturgesetze: Denn das Leben an sich bewegt sich zwischen Polaritäten, guten und schlechten Zeiten, hell und dunkel, leicht und schwer, Yin und Yang. Es geht um Balance, das Gleichgewicht, und nicht um das ewige Hoch, wonach heute so viele streben.

Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sind oft trotzdem glücklich – auch wenn sie sich ihr Lebensglück zurückerkämpfen mussten. Andere Personen haben fast alles im Leben, was man sich wünschen kann, ohne größeren Sorgen – und doch fühlen sie sich unglücklich und wissen oft nicht einmal, warum. Vielleicht haben sie so viel in ihrem Leben erreicht, dass das Weiter – Schneller – Höher – Mehr ihnen Probleme bereitet: Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun könnten, um … für immer glücklich zu sein. Materielle Dinge vermögen nur für kurze Zeit Glück zu schaffen, das zeigten ausreichend Studien mit Lottogewinnern, von denen viele im Endeffekt unglücklicher waren als vorher – trotz ihres Reichtums. Und sehr oft auch depressiv/er. Genauso wie es auch in einer Partnerschaft immer zu Krisen oder kleinen Auseinandersetzungen kommen wird.

Das Leben und das Glück sind wie eine Sinuskurve. Es kommt in Wellen, und mal geht es hoch und dann wieder runter. Nur wenn wir es schaffen,

  • unseren Mut zu behalten
  • an uns und das Gute zu glauben
  • Lösungen für Herausforderungen zu suchen
  • uns in Akzeptanz zu üben
  • und trotz Rückschlägen weiter zu machen,

können wir dauerhaft zufrieden sein.

Ich habe dir viele Wege zusammengestellt, wie du aktiv an deinem Glücklichsein arbeiten kannst – nicht nur, um deiner Gesundheit Gutes zu tun!

21 Wege, um glücklicher zu sein: Das kannst du tun, um dein Glücksgefühl zu steigern

Manchmal will sich kein Glücksgefühl einstellen, obwohl die Rahmenbedingungen doch stimmen. Oder dir ist zum Heulen zumute, aber irgendwie muss es ja weitergehen. Für diese Situationen gibt es einige Rezepte, mit denen du Zufriedenheit aus dem Versteck lockst

1.Trage ein Lächeln auf den Lippen

Auch wenn dir nicht zum Lachen zumute ist, kannst du deinen Mund dazu zwingen: Ziehe die Mundwinkel nach oben. Automatisch gehen Glückssignale an dein Gehirn. Glückshormone werden ausgeschüttet. Fake it until you make it – das geht auch körperlich!

2. Höre deine Lieblingsmusik

Musik kann eine Zeitmaschine sein. Sie bringt glückliche Erinnerungen an besondere Menschen, Orte oder Erlebnisse zurück. Gönne dir diese kleine Reise und tauche ab in gute Zeiten und andere Welten. Lass deinen Geist wandern und träume einfach mal wieder.

3. Sing a Song

Singen ist gut für die Seele. Studien haben nachweisen können, dass Singen Angst reduziert. Außerdem wird beim Singen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beruhigend und anregend zugleich wirkt – und zu den Glückshormonen zählt. Es fördert deine Geborgenheit.

4. Treibe Sport

Auch wenn du nur wenige Minuten investieren kannst: Lege so oft wie möglich eine kleine Sporteinheit ein. Die Konzentration auf die Übungen und Bewegungen lenkt dich von unangenehmen Gedanken ab. Im Anschluss hast du nicht nur das gute Gefühl, etwas für dich getan zu haben. Ausdauersport kann depressiven Verstimmungen vorbeugen und auch ein Angsthemmer wird während des Sports ausgeschüttet – neben vielen Glückshormonen und der Senkung von Stresshormonen!

5. Bewege dich schwungvoll

Eine negative Haltung findet ihren Ausdruck oft im Gang: langsam und schlurfend. Steuere bewusst dagegen und lege ein paar schwungvolle Schritte in aufrechter Haltung ein. Netter Nebeneffekt: Du wirst von deinem Umfeld als positiver und dynamischer wahrgenommen. Wenn du diese Technik noch körperlich untermauern willst, dann nutze die Erkenntnisse von Amy Cuddy, die bei bestimmten Körperposen herausfand, dass sie sich auf die Selbstsicherheit, Angstfreiheit und Zufriedenheit auswirkte.

6. Geh an die frische Luft

Sauerstoff und Tageslicht beleben deinen Körper sofort – selbst an trüben Tagen entfalten sie ihre Kraft. Schon der Weg nach draußen sorgt für Ablenkung. Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und erdet dich.

7. Schlafe genug

Schlafmangel ist ein Energieräuber. Nur mit genügend Schlaf – für die meisten Menschen sieben bis neun Stunden – hast du dauerhaft Energie, um deine Tage erfolgreich zu bewältigen. Wenn dir das Einschlafen schwerfällt: Verkneife dir den abendlichen Snack und verzichte auf elektronische Geräte, bevor du ins Bett gehst. Schreibe lieber auf, welche Gedanken dich bewegen – so kannst du sie ablegen und dich entspannen, statt dich in den Schlaf zu grübeln.

8. Iss dich glücklich

Serotonin gilt als Glückshormon. Es wird zum Beispiel produziert, wenn wir dunkle Schokolade essen. Nüsse, Samen, Bananen und Pilze, aber auch Fisch, der reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ist, kurbeln die Serotoninproduktion an. Hingegen kann eine falsche Ernährung Angst und Depression auslösen.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

Kennst du Menschen mit einer positiven Grundeinstellung? Verbringe mehr Zeit mit ihnen und lerne, wie sie das machen. Es heißt, die fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben den größten Einfluss auf uns. Entscheide selbst, wer dich beeinflussen darf!

10. Lerne neue Freunde kennen

Positive soziale Kontakte tun dir gut. Mit neuen Menschen kommen neue Impulse und neue Ansichten in den Leben – für neue Perspektiven auf deine Zukunft.

11. Kontaktiere alte Freunde

Alte Erinnerungen an schöne Zeiten werden wach. Das Gefühl von ewiger Verbundenheit tut gut. Zudem lenkt es dich von dem Gedanken ab, dass das Leben schlecht wäre, wenn du dich bewusst daran erinnerst, dass es wirklich tolle Zeiten gab, die sich wiederaufleben lassen!

11. Renoviere oder räume deine Wohnung um

Der sprichwörtliche Tapetenwechsel hilft, Schwung ins Leben und eine neue Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hilft das körperliche Tun beim Abschalten.

12. Engagiere dich ehrenamtlich

Wenn du anderen Menschen hilfst, tust du auch dir selbst etwas Gutes: Du fühlst dich integriert und freust dich mit ihnen zusammen. Außerdem wird dir ihre Dankbarkeit ein wohliges Gefühl geben.

13. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben

Wenn du Groll gegen jemanden hegst, stellen sich automatisch negative Gefühle ein. Damit triffst du die falsche Person: dich selbst. Das Vergeben mag dir nicht leichtfallen, macht aber dein Leben um einiges leichter. Mehr dazu hier >>

14. Sei achtsam

Bist du gedanklich im Hier und Jetzt? Nimmst du die kleinen Wunder um dich herum wahr? Je bewusster und klarer deine Wahrnehmung ist, desto leichter kannst du Stress und vermeintlich schwierige Situationen meistern. Du bist in der Lage, deine Impulse besser zu kontrollieren und wirklich SELBST-bestimmt zu handeln. Dabei kann dir meine Mini-Serie zum Thema Achtsamkeit weiterhelfen >>

15. Schreib auf, was an deinem Leben gut ist

Negative Dinge werden stärker wahrgenommen als das, was positiv ist. Schreibe bewusst positive Erlebnisse und Gründe für Dankbarkeit auf. Führe ein Dankbarkeitstagebuch oder mache dir einfache Listen mit den besten Eigenschaften an dir. Du wirst sehen, dass in der Summe viel Gutes zusammenkommt, und vor allem, wie gut sich das anfühlt.

16. Erinnere dich an den dahinterliegenden Zweck deines Tuns

Manchmal musst du in den sauren Apfel beißen und Dinge tun, die dir widerstreben. Denke daran, wofür du es tust: Du ernährst eine Familie. Du bildest dich für eine bessere Zukunft weiter. Oder du sparst für den Urlaub. Und schon erscheinen vermeintlich sinnlose Tätigkeiten in einem neuen Licht. Getreu dem, was Viktor Frankl sagte: Wer ein WOZU hat, erträgt fast jedes WIE. Wenn es diesen Zweck jedoch nicht gibt, solltest du einen Schlussstrich ziehen.

17. Halte deinen inneren Kritiker in Schach

… aber das kann ich nicht! … Das macht man doch nicht! … und darf man auch nicht!

Der innere Kritiker macht uns klein und versucht, uns einzureden, dass wir Dinge nicht schaffen können oder nicht tun sollten. Erinnere dich daran, dass alle nur mit Wasser kochen und niemand perfekt sein muss. Habe Achtung vor dir selbst – und zwar zuerst. Befreie dich von negativen Gedanken und komme einfach ins Tun!

18. Erreiche deine Ziele

Mache konkrete Pläne mit Zeitvorgaben und halte sie schriftlich fest. Wenn du ein Ziel erreicht hast, macht dich das Setzen des Hakens stolz. Oder belohne dich doch einfach mal wieder!

19. Nimm professionelle Hilfe in Anspruch

Du fühlst dich immer wieder depressiv und merkst, dass du alleine nicht auf einen grünen Zweig kommst? In einer solchen Situation – aber auch schon lange vorher – ist es absolut legitim, dir von einem Profi helfen zu lassen. Je früher du dich engagierst, desto eher wirst du einen freien Therapieplatz bekommen. In der Zwischenzeit können dir Allgemeinärzte und Betroffene weiterhelfen – mit vielen Tipps und Tricks.

20. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen

Einer der größten Glücksräuber überhaupt ist das Mangeldenken. Mach dir klar, dass du nicht alles haben musst, was dir dein Umfeld, Social Media oder die Werbeindustrie einflüstert. Lebe stattdessen in deinem Tempo, mit den Menschen und Dingen, die dir persönlich wichtig sind. Und genieße die Fülle. Entdecke sie neu! Doch vergleiche dich nicht mit anderen und glaube den Gedanken, sie wären besser oder hätten mehr als du, einfach nicht! Das macht nur unglücklich. Zur Not: Lass das Handy doch mal aus. Sag Goodbye zu Social Media.

21. Umgib dich mit Tieren oder sorge für sie

Neueste Studien haben gezeigt, dass es Menschen mit depressiven Verstimmungen immens half, sich um ein Tier zu kümmern. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Es war ein kleines Kätzchen, das mir aus meiner Agoraphobie und Panikattacken herausholte.

Du siehst: Ein paar SOS-Maßnahmen wirken schnell und verbessern deine Laune sofort. Andere Glücksrezepte erfordern mehr Aufwand und Selbstreflexion. Durch dauerhafte Veränderungen in deinem Denken und Tun ist das Glücksgefühl, das du wahrnimmst, dafür nachhaltiger. Alle diese Methoden haben mit deinen eigenen bewussten Handlungen und Entscheidungen zu tun – und nur wenige davon ausschließlich mit anderen Menschen. Das bedeutet: Du hast dein Glück selbst in der Hand. Du allein kannst dich bewusst ein Stück glücklicher machen!

Liebe Grüße,
Janett

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

In vielen Unternehmen herrscht noch immer der Anspruch, ihre Mitarbeiter müssten täglich herausragende Ergebnisse liefern, besser sein statt nur “gut” und “genug”, Opfer im Privaten erbringen und konstant durch überdurchschnittliche Leistungen, Interesse und Engagement glänzen. Das zeichnet in ihren Augen eine “gute Arbeitseinstellung” aus. Mit dieser – so scheint es bei vielen Arbeitgebern – hätte ihr Personal Respekt und Zugehörigkeit verdient. Viele Arbeitnehmer klagen allein deshalb über Angst vor Leistung und dem Job, der Arbeit an sich, den Chef, den Kollegen – einhergehend mit Symptomen. Was wenig mit Arbeitsmoral zu tun hat, kann vielmehr ein Mix aus individuellen und firmenbezogenen Aspekten sein. Geschehen hier keine Korrekturen, greift der Körper/die Psyche zu natürlichen Abwehrmechanismen, um mögliche Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden.

In diesem Blogpost findest du mehr Hintergründe zu dieser Angst und einer einfachen Methode, mit dem du wieder neuen Sinn für dein Berufsleben schaffen kannst – oder feststellst, dass es Zeit für einen neuen Arbeitgeber ist.

Ursachen: Wie Angst vor Arbeit und Leistung im Job entstehen

Angst vor Arbeit zeigt sich gern in einer “miesen Arbeitseinstellung”, ist aber oft eine verschleppte Überforderung, Unterforderung oder Sinnentleerung. Hat der Arbeitnehmer keine Motivation mehr, zu arbeiten, leistet er weniger. Muss er dennoch übermäßig leisten, reagiert der Körper häufig mit Angstzuständen.

Angst vor Arbeit und Leistung entstehen nicht aus dem Nichts. Vieles muss im Vorfeld geschehen sein, damit ein Mensch plötzlich den Sinn in seinem Beruf oder Arbeiten an sich verliert. Oft geht es einher mit vielen Jahren des Beweisstellens, in denen der Arbeitnehmer mit einem starken sog. Leistungsmotiv etwas zu bewirken versucht: für sich, das Unternehmen, die Welt usw. Es kann auch sein, dass seit jeher das Underachiever-Syndrom vorliegt, in denen Menschen dazu erzogen wurden, nichts erreichen zu müssen (weil es ihnen a) ohnehin nichts brächte oder b) es von ihnen nicht abverlangt wurde). Ich gehe hier vom ersteren aus: Es bestand ein starker Drang danach, etwas zu leisten, weil man

  • etwas für sein Leben erreichen wollte (finanzielle Sicherheit/Stabilität bzw. Wohlstand, Lernen, Status, Persönlichkeitsentwicklung, Karriere) und bereit war, dafür vieles zu tun
  • etwas für die Welt tun wollte (Gutes tun, Menschen helfen, Lücken füllen, Ungerechtigkeit ausbalancieren usw.)
  • seinen Platz finden wollte (zu einer Gruppe Gleichgesinnter gehören wollte), das sog. Zugehörigkeitsmotiv
  • durch seine Leistungen an Bedeutung für andere/die Welt gewinnen wollte (Machtmotiv)

Und so ergaben sich die Motivationen: Man ging davon aus, indem man leistet, würde man erreichen/bekommen, was man sich gewünscht hatte. Doch damit Motivationen in uns entstehen können, die uns ins Handeln bringen, müssen wir uns sicher sein, dass das Gewünschte erreichbar ist. Sehen wir uns in unserem Handeln immer wieder scheitern oder kurz davor, erleben immer wieder die Angst, wir könnten versagen, erfahren Kritik oder gar kein Lob, ebbt unsere Motivation von Mal zu Mal ab. Man mag nicht mehr, kann nicht mehr, will nicht mehr. Es bildet sich eine Art innere Front gegen Leistungen jeder Art, gegen Arbeit an sich oder Aufgaben bestimmter Art.

Symptome, die mit Angst vor Arbeit und Leistung einhergehen können

wenn im Beruf zu arbeiten und zu leisten angst macht

Der Körper/die Psyche kündigt Überforderung, die schließlich in Angstzustände fließen kann, und durch konstanten Leistungsdruck (körperlicher, emotionaler und geistiger Art) begleitet wird, in erster Instanz durch “normale” Signale an:

  • Stress
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
  • unruhiges Wochenende mit einer tiefen Unlust am Sonntag beim Gedanken an den kommenden Montag/Arbeitstag
  • im Urlaub nicht abschalten können bzw. krank werden
  • trockene, unreine, fahl-aussehende Haut mit Juckreiz
  • Verdauungsprobleme
  • verringerte Immunabwehr
  • leichte bis mittlere Unlust am Morgen
  • innere Unruhe unter Menschen
  • latente Aggression, Impulsivität, Wutausbrüche (besonders wenn etwas nicht funktioniert bzw. nicht auf Anhieb klappt)
  • Muskelverspannungen (werden später gern zu Panikattacken)
  • unruhige Beine, Kribbeln in den Gliedmaßen
  • innere Unruhe auch während der Freizeit
  • innere Hektik (“Schnell-Schnell-Syndrom”, besonders bei Frauen)
  • Gefühle entweder extrem sensibel oder immer schwächer wahrnehmen (leicht in Tränen ausbrechen oder kaum mehr etwas spüren)
  • auf zwischenmenschliche Situationen nicht mehr eingehen wollen/können bzw. keine Ruhe für “Probleme” haben (Abwehr des emotionalen Leistungsdrucks)

um nur einige zu nennen. Das sind die häufigsten Begleiterscheinungen, die mir genannt werden.

Auch das Gefühl, man dürfe die Arbeit jetzt noch nicht beenden, obwohl es schon spät am Abend ist, oder man müsse noch in der Freizeit dieses und jenes für den Arbeitgeber tun, fällt darunter. Ständige Erreichbarkeit, E-Mail-Check am Wochenende oder in Gedanken stets im Büro oder in Gesprächen mit Kollegen zu sein gehören auch dazu. Das Gefühl, gebraucht zu werden und nicht ersetzbar zu sein, trifft auf den Drang, alles liegen zu lassen.

Deshalb sieht man das auch im Job/Beruf an der eigenen Leistung:

  • fehlendes Interesse
  • keine Verlässlichkeit mehr gewähren können/wollen
  • kein Pflichtbewusstsein mehr gewähren können/wollen
  • keine Teamfähigkeit mehr gewähren können/wollen (Ungeduld vor allem)
  • keinen Respekt mehr vor Autoritäten
  • keine Folgsamkeit mehr gewähren können/wollen
  • andere Werte als das Unternehmen entwickeln oder bereits haben
  • teilweise eine hohe Fehlerquote bei den Aufgaben
  • Aufgaben scheuen, die lange dauern, eine hohe Qualität oder Konzentration fordern
  • Konzentrationsschwierigkeiten, nur schwer sitzen bleiben können
  • häufiges Fehlen am Arbeitsplatz durch Krankheit

Alle diese Punkte können ambivalent gedeutet werden, entweder als Hinweis auf eine psychische Gefährdung oder als miese Arbeitsmoral.

Was hier passiert: Der innere Richter ermahnt zur Perfektion und Übermenschlichkeit, währen das Selbst um Gnade und Erlass bittet. Werden diese und ähnliche Symptome ignoriert, reagieren viele in nächster Instanz mit einer ausgeprägten Angst vor bzw. wegen Arbeit und Leistung im Job, gern begleitet durch diffuse Angst vor Kontakt mit Menschen (besonders die, die Ansprüche und Erwartungen an einen stellen aka Kunden, Kollegen und Vorgesetzte). So entstanden bei mir Agoraphobie mit Panikattacken. Andere wiederum entwickeln Depressionen bzw. Burnout oder erleben Angstzustände ohne Panikattacken. Wie der einzelne Körper reagiert, ist im Menschen selbst angelegt.

Der Selbsttest bzw. Eine einfache Methode, um sich zu durchschauen

Depressionen und Burnout können sich auch durch Angstzustände und Panikattacken zeigen

Hinter der anfangs nur leichten Angst verbirgt sich oft die Angst zu versagen – eine naheliegende Befürchtung, wenn unermüdliche Versuche, dem Arbeitgeber seinen Wert zu beweisen, im Vorfeld unternommen wurden. Diese Angst kann auch auftreten, wenn man es als Mitarbeiter mit (für einen selbst) sinnentleerten Aufgaben zu tun hat. Der Drive in Richtung Boreout ist ebenso häufig wie der in Richtung Burnout.

Doch liegt es wirklich NUR am Job? Ist es der einzelne Arbeitgeber und würde es dir besser bei einem anderen Unternehmen gehen? Liegt es an vielleicht ganz anderen Ursachen, z. B. daran, dass du unbewusst innerlich gekündigt hast? Bräuchtest du nur andere, interessantere Aufgaben? Oder fehlt es dir im Job an Anerkennung?

Beantworte aus dem Bauch heraus und ehrlich dir gegenüber (radikale Selbstprüfung!) folgende Fragen:

  • Welche Bedeutung hat Arbeit, Leistung für dich?
  • Welche Bedeutung hat “dieser Job” für dich? Gibt es in dem Unternehmen eine Abteilung, bei der du lieber arbeiten würdest?
  • Was müsste das Unternehmen tun, um dich zu motivieren?
  • Wie hast du dich früher selbst motiviert? (Strategien)
  • Und was genau hat dich motiviert, dort zu arbeiten? (Aufgabenbereich, Ziel/Motiv)
  • Wann hat dir die Arbeit das letzte Mal so richtig Freude bereitet? (Zeitpunkt und Arbeitsbereich bzw. Kollegium o. Ä. bestimmen)
  • Wann brach diese Freude weg? (Zeitpunkt bestimmen)
  • Wann und womit traten Unlust bzw. Gereiztheit, emotionale und geistige Überforderung/Unterforderung das erste Mal auf?
    War z. B. ein Kollege oder ein Arbeitsbereich Auslöser bzw. gibt es sich überschneidende Muster, wann immer du in Angst, Panik oder innere Abwehr, Unlust gerätst?
  • Wie reagiert dein Körper/Geist auf das, was im Job geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir geschenkt wird oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume)
  • Welche Bedürfnisse musst du hintenanstellen, um deinen Job gut zu machen?
  • Für die sehr Reflektierten: Wie reagiert dein Körper auf einzelne Aufgaben, nach dem Kontakt mit bestimmen Kollegen/Personen, morgens/mittags/nachmittags/andere Arbeitszeiten, bei Kontakt oder ohne Kontakt zu Kollegen/Vorgesetzte? Wie reagiert er, wenn Kollegen/Vorgesetzte im Urlaub sind? 
  • Wie reagiert er vor Personalgesprächen?
  • Wie reagiert er auf das, was NICHT geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir nicht geschenkt wird, oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume, Gehaltserhöhungen usw.)
  • Hast du noch Hoffnung, dass du in dem Unternehmen zufrieden werden kannst? Wenn ja, was kannst DU tun, um das zu fördern?
  • WILLST du noch hoffen oder ist deine Hoffnung langsam über die Zeit baden gegangen?
  • Halten dich deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber davon ab, dir einen neuen zu suchen? Wenn ja, welche genau sind das?
  • Wie siehst du dich durch deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber heute anders, und wie hast du dich früher gesehen? Sind deine geänderten Ansichten zu dir und deinen Fähigkeiten, Befähigungen, Talenten und Charaktereigenschaften geprägt durch diese Erfahrungen?
  • Was ist der Hauptgrund dafür, dir keinen anderen Arbeitgeber zu suchen?
  • Findet sich dieser Hauptgrund als Attribut auch in der Art und Weise, wie du dich als Arbeitnehmer behandelt fühlst? (z. B. nicht qualifiziert genug für andere in deiner Branche & nicht respektiert werden im Job)

Motive und Motivationen

Wenn es noch Motive gibt, aber keine Motivationen mehr, nach ihnen zu handeln, dann haben wir resigniert. Denn innerlich meinen oder wissen wir, dass es nichts brächte, uns zu engagieren oder tätig zu werden. Zu viele Hindernisse stehen zwischen der Arbeit/unserer Leistung und der Erreichbarkeit unseres Ziels. Können wir unser Ziel nicht mehr erreichen, z. B. nichts damit bewirken oder nicht das, was wir damit bewirken wollen, dann besteht auch keine Motivation mehr, diese eine Arbeit zu leisten.

Solltest du dich also fragen, wieso du keine Lust mehr auf deine Arbeit hast oder wieso du dich schlecht konzentrieren oder motivieren kannst, das könnte die Antwort sein: Die Tätigkeit ist für dich sinnentleert. In dir entstehen deshalb keine Impulse mehr, keine Motivationen, aktiv zu werden, denn dein Motiv oder Ziel ist in deinen Augen nicht (mehr) erreichbar. Es kann sein, dass du damit richtig liegst. Es kann aber auch sein, dass einige querschlagende Gedanken zu dieser Hürde führen oder du noch andere Motive hast, die du verdrängst oder die sich immer stärker melden.

Versagensangst zu haben und diese sich selbst gegenüber zu widerlegen ist eine Motivation. Dann würdest du arbeiten, um einer Firma aka dir zu zeigen: Ich schaffe das! Ich kann das! Ich bin gut. Glaubst du aber innerlich nicht wirklich daran, sondern denkst, du würdest es sowieso nicht schaffen oder es wäre an Arbeitspensum zu viel oder zu schwer, dann suchst du in der Firma nach genau dieser Bestätigung: Du kannst es nicht. Du reichst nicht.

Sich zu beweisen in seinem Wert (“Ich bin es wert! Ich habe diese Position/diesen Job verdient!”) verbinden wir mit einer Rückleistung: Was wir dafür bekommen (oder hoffen, zu bekommen), z. B. Ansehen, Status, Geld, Attraktivität, die in eine Partnerschaft führen würde usw. Dieses Ziel rührt oft aus Mangeldenken her (Ich bin es noch nicht wert. Noch habe ich es mir nicht verdient. Ich muss es mir noch verdienen!). Je mehr wir vor etwas fliehen wollen, desto mehr ziehen wir an, was wir schon haben oder – in diesem Fall – glauben, noch nicht zu haben. Wir müssten unser Denken ändern und in uns etablieren, dass wir wertvoll sind, statt andere als unseren Spiegel zu wollen, die uns zeigen: Das bin ich … (also wert)!

Geld und Existenzangst ist ein weiterer Grund, wieso wir unsere Arbeit nicht schätzen. Wenn uns nichts anderes übrigbleibt, als zu Ja und Amen zu sagen, ein für uns unbedeutenden Job zu machen, dann bleibt nur die Motivation: UM GELD ZU VERDIENEN. Vielen reicht dieser Grund. Anderen hingegen wäre es möglich, sich einen ähnlichen Job zu suchen, aber bei einem anderen Arbeitgeber mit besseren Konditionen. Wir nehmen diese Ursache Geld und Existenz leider viel zu oft als Ausrede, um nicht handeln zu müssen – auch weil wir zu faul sind, nach BEDEUTUNG für unser Leben in der Welt Ausschau zu halten.

Wieso wir uns trauen müssen, zu kündigen, wenn es nicht passt oder: Ein Job, den du liebst

Am Ende des Tages entscheidet, was Viktor Frankl einst als Buchtitel wählte: Wer ein “Wozu” hat, erträgt fast jedes “Wie”. Wer seinen Job nicht wechseln kann, dem bleibt nur übrig, sich jede noch so kleine, dankbare Sache in der momentan Situation zu suchen, an der man sich festhalten kann. Wenn etwas im Job Freude bringt, z. B. einige Kollegen oder der kurze Arbeitsweg, dann kann bereits das die Motivation, dort weiterzuarbeiten, nähren. Nach diesen kleinen Freuden muss man dringend suchen; man muss sie dringend finden – was mitunter heißt: zuzulassen, sie zu erkennen.

Wer hingegen Alternativen hätte, um die er sich lediglich nicht kümmern mag, weil sie anstrengend sind, mit Ablehnung verbunden oder mit erneuten Leistungsbeweisen, bei denen man versagen könnte, darf sich das ruhig vor Augen halten. Es ist für kaum jemanden der liebste Zeitvertreib, sich einen neuen Job zu suchen, die vielen Bewerbungsprozesse durchzuhalten, wenn man denn eingeladen wird. Man muss die Ablehnungen und Aufregungen vor Bewerbungsgesprächen ertragen lernen, denn sonst wird sich nichts ändern. Wenn sich nichts ändert, stagniert das Leben. Das kann krank machen, für Unruhe, Lustlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Fehler und schlaflose Nächte sorgen – weil man Herausforderungen scheut. Wer weiß, was der Impuls für die Jobsuche an Gutem bringt?

Wenn man es nicht versucht, wird man es nie erfahren – weil man zu beschäftigt damit ist, das Ungute ertragen zu lernen.

Vergebung: Dir selbst verzeihen als Schlüssel inneren Friedens

Vergebung: Dir selbst verzeihen als Schlüssel inneren Friedens

Wir alle machen Fehler, sagen oder tun Unbedachtes, was sich oft nicht mehr zurücknehmen und ungeschehen machen lässt. Seien es Beziehungen, die wir bereuen, eigene Handlungen oder Chancen, die wir nicht wahrnahmen: Auf so manche Zeiten und Ereignisse blicken wir mit Reue, Scham, Schuld oder gar Angst zurück, weil wir es nicht schafften, uns zu vergeben – was wir taten und was nicht, was andere uns taten und was sie uns verwehrten. Ich hadere mit dem Thema seit vielen Jahren. Wenn du so bist wie ich, hast du Mühe, dir und anderen zu verzeihen, und spürst in dir sicher den Drang nach Wiedergutmachung und/oder Gerechtigkeit.

Einige Gedanken zu diesem Thema und ein einfacher Weg, wie du dir gegenüber Vergebung üben kannst, beschreibe ich in diesem Blogpost.

Vergebungsarbeit: Was es heißt, zu verzeihen

Zu verzeihen bedeutet, Ereignisse und Nicht-Ereignisse (etwas, was wir uns gewünscht, aber nicht bekommen haben) mit all ihren Aspekten gut sein zu lassen. Dazu gehören auch deine Gefühle, Gedanken, Empfindungen und (verzerrte) Erinnerungen. Das bedeutet, alle Interpretationen unseres ungern vergebenden Egos zurückzunehmen und sich einzugestehen, dass wir am Ende des Tage alle nur eines sein: Menschen – mit einer eigenen Biografie, Erfahrungen und Gefühlen, die wir versuchen, so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Das meint Ängste, die uns schützen soll(t)en, Traurigkeit, die verborgen blieb in Schuld, und natürlich auch Schamgefühle.

Wir machen Fehler, lernen dazu oder aus ihnen. Wir können die Ereignisse immer nur so gut tun, wie es gerade als Ressource in uns angelegt ist. Denn: Was wir vermögen, spricht Bände über unser geistiges und emotionales Vermögen. Was wir in unserem Leben erfahren haben, ist ein Teil von uns, aber er muss uns nicht am Weitergehen hindern. Er muss nicht zur Blockade werden, die uns an einer unbeschwerten Zukunft hindert.

vergebungsarbeit
Jede Schuld und seelische Verletzung hinterlässt Spuren am Strand unseres Lebens.

Schuld und Scham sind viel häufiger Teil von verletzenden Erlebnissen, z. B. wenn wir wissen, dass wir einen Menschen verletzt haben – oder er uns durch Wut, Rückzug, Ablehnung oder offene Enttäuschung zumindest in dem Glauben ließ. Ich verzeihe mir, dass ich dich verletzt habe. Es ist wichtig, dass wir uns nicht in einem eigenen Gefängnis halten, uns nicht selbst bestrafen, weil wir einst einen Fehler gemacht haben. Sich zu vergeben bedeutet damit auch: Ich befreie mich von meinen Fehlern und hebe die Schuld, die ich mir bis heute zu zugewiesen habe, auf.

Hat dich jemand im Herzen verletzt? Dann wirst du sicher viele Anklagen in deinem Inneren haben, als hätte dir dieses Ereignis einen Stempel in deine Seele gedrückt. Besonders Angst vor erneuter Traurigkeit wird dann ein Thema für dich sein. Diese Vorwürfe der damaligen Person gegenüber bleiben bei dir und leiten, ja steuern unbemerkt deine Zukunft. Viele haben Schwierigkeiten, einem Menschen zu vergeben, je nach Schwere der Tat und Verletzung. Aber in meinen Augen ist es weniger wichtig, diesem einen Menschen gänzlich verzeihen zu können. Es ist viel unerlässlicher, dass man sich das verzeiht, was wir dem anderen vorwerfen:

  • Du hast mich nie geliebt.
  • Du hast nur mit mir gespielt.
  • Du hast mich hintergegangen, mein Vertrauen ausgenutzt.
  • Ich habe immer alles für dich getan und das war also der Dank!
  • Du hast immer nur an dich gedacht!
  • usw.

um nur einmal den Bereich Beziehung/Partnerschaft zu betrachten. Damit sind auch Interpretationen verbunden, die wir wiederum als Schuld auf uns zurückwerfen:

  • Ich habe nicht gereicht/war nicht gut genug.
  • Ich muss etwas falsch gemacht haben.
  • Andere sind besser/hübscher/fähiger als ich.
  • Ich habe wohl keine Nähe, Liebe, Zuwendung, Anerkennung und Erfolg verdient.

Unsere Erfahrungen spiegeln auch immer unsere Glaubensmuster wieder, die zu einem eigenständigen Lebensskript werden können, wenn wir nicht aufpassen. DASS wir solche anklagenden Gefühle haben, müssen wir uns genauso vergeben wie jede Wut und Traurigkeit über uns selbst, falls wir uns haben verletzen lassen:

  • Ich Idiot!
  • Wie konnte ich nur so dumm sein!
  • Ich hätte es besser wissen müssen!
  • Alle Signale deuteten darauf hin, aber ich wollte sie nicht ansehen.
  • Hätte ich nur auf X gehört, dann wäre das nie passiert.
  • usw.

Eigentlich sagt man sich die ganze Zeit mit diesen Anklagen, dass man nicht gut, nicht genug, nicht liebenswert, nicht würdevoll, nicht würdig, nicht klug, intelligent oder nicht schön, nicht attraktiv, unfähig usw. ist. Das nährt das kleine Selbst, das sich völlig hilflos in seinem Zelt verkrochen hat, um sich dort selbst zu bemitleiden. Es braucht Fürsorge und Aufmerksamkeit, Zuwendung wie ein kleines Kind. Was es nicht braucht, sind weitere Schläge wie “Ja, du blöde Kuh/du Arsch! Wieso zum Teufel hast du das gemacht? Jetzt heul’ nicht herum, genauso wolltest du das doch!” und was wir uns nicht alles an den Kopf werfen.

Zwei Wege/Rituale, wie du dir und anderen vergeben kannst

mit Ho'oponopono verzeihen lernen
Verzeihen auf Hawaiianisch: Ho’oponopono

Ein gutes Ritual, um sich eigene Fehler (denen dir selbst sowie anderen gegenüber) zu verzeihen, ist das hawaiianische Vergebensritual mit vier prägnanten Sätzen, die uns die Übermacht unserer Gefühle in den Griff bekommen lassen.

Ein zweiter Weg geht über das Schreiben. Nimm dir einen Stift und ausreichend Papier und schreibe alles auf, was dir einfällt, was du dir vergeben möchtest. Jeden Selbsthass, jede Form von Selbstzweifeln, alle Zweifel, die du anderen gegenüber hattest, weil einst jemand an dir zweifelte, jeden Fehler und jede Verletzung. Dabei kannst du – kein Muss! – eine Unterscheidung treffen zwischen ECHTER Verletzung und UNECHTER Verletzung, meint Kränkungen, Stolz und Ego, Übergangenwerden usw.

Vielen fällt es leichter, sich erst einmal alles von der Seele zu schreiben und so nach und nach loszulassen. Spüre vor allem dabei in dich hinein, was es mit dir macht, wenn du diese Entscheidungen triffst. Um dir zu verdeutlichen, was ich meine, habe ich im Folgenden einige Beispiele aufgelistet. Während du sie liest, spüre nach, wie dein Körper reagiert, wo er schwer oder leicht wird, ob dein Herz stolpert oder dein Magen grummelt, deine Muskeln angespannt sind usw. Das sind oft Anzeichen, die Sprache deines Körpers, die markiert, wo der geistige/emotionale Schmerz sitzt bzw. wo er im Körper eingeschlossen wurde. All die Redewendungen der deutschen Sprache wie “etwas nicht verdaut haben”, “den Kopf voll haben”, “rasend vor Wut”, “ein schweres Herz” usw. verdeutlichen dasselbe.

Ich verabschiede mich schon an dieser Stelle schon und wünsche dir viele kraftvolle Vergebungsmomente mit den nachfolgenden Sätzen.

Alles Liebe,
Janett Menzel

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Hier die Beispiele:

Ich vergebe mir, dass ich mich aus Angst, noch mehr zu verlieren, neuen Erfahrungen verschlossen habe.

Ich vergebe mir, dass ich mich wegen negativer Erfahrungen in der Liebe mit ….. (Name) von der Liebe und der Möglichkeit, sie zu leben, abgewandt habe.

Ich vergebe mir, dass ich mir unterstellt habe, nicht liebenswert und gut genug zu sein.

Ich vergebe mir, dass ich anderen oft den Vortritt ließ und zu viel Rücksicht übte, nicht zeigte, was ich wirklich kann.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, es wäre besser, mich von anderen von meinen wahren Gefühlen abhalten zu halten.

Ich vergebe mir, dass ich zu lange bei anderen (oder einem bestimmten Menschen) verharrte, aus Angst, ihn zu verletzen, schuldig zu sein und allein zu sein.

Ich vergebe mir, dass ich stattdessen mich verletzte.

Ich vergebe mir, dass ich schüchtern, unsicher, ängstlich, zornig, unbeholfen, fehlbar und menschlich bin.

Ich vergebe mir, dass ich andere als wichtiger einstufte und mich nicht durchsetzte.

Ich vergebe mir, dass ich anderen erlaubte, meine Bedürfnisse zu ignorieren.

Ich vergebe mir, dass ich Beziehungen einging, in der Hoffnung, die Liebe und Aufmerksamkeit, Zuwendung und Bestätigung zu bekommen, die ich schon so lange suche und brauche.

Ich vergebe mir, dass ich Angst hatte, Fehler zu machen und nicht zu genügen, und deshalb nichts unternahm – und leer ausging.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, ich wäre noch nicht soweit, nicht erfahren genug, nicht herausragend genug, nicht fähig genug.

Ich vergebe mir, dass ich stets versuche, die/den Starke/n zu spielen, damit niemand merkt, dass ich unsicher bin.

Ich vergebe mir, dass ich mich von Meinungen anderer aufhalten ließ.

Ich vergebe mir, dass ich anderen die Schuld daran gab, dass ich mich von ihren Meinungen abhalten ließ.

Ich vergebe mir, dass ich ihnen die Schuld dafür gab, mich nicht zu mögen.

Ich vergebe mir, dass ich ihnen die Schuld dafür gab, dass ich sie nicht mochte – aus Angst, eine eigene, unliebsame Meinung zu haben.

Ich vergebe mir, dass ich versuchte, perfekt zu sein oder zu werden – jeden Tag ein Stück besser als am Tag zuvor, um meinen Selbstwert stabil zu halten.

Ich vergebe mir, was ich mir alles antat, um nicht zu erkennen, dass mein Selbstwert brüchig war.

Ich vergebe mir, dass ich mich so überforderte, mit Leistungen und gespieltem Interesse, nur um gemocht oder anerkannt zu werden.

Ich vergebe mir, dass ich viel zu selten gezeigt habe, wie ich WIRKLICH bin.

Ich vergebe mir, dass ich so lange in meinem vermeintlichen Schicksal herumgesessen habe, gewartet habe, auf die eine Chance, die alles zum Guten ändern würde.

Ich vergebe mir, dass ich nicht verstanden habe, dass ich Chance bin.

Ich vergebe mir, was ich alles aus Angst vor Ablehnung nicht tat.

Ich vergebe mir, dass ich mich vernachlässigte, weil mich andere vernachlässigten.

Ich vergebe mir, dass ich mich nur mochte, wenn mich andere mochten.

Ich vergebe mir, dass ich mich ausschloss, wenn mich andere ausschlossen.

Ich vergebe mir, dass ich vor meinen Gefühlen flüchtete, aus Angst, sie nicht unter Kontrolle zu haben und über mich die Kontrolle zu verlieren.

Ich vergebe mir, dass ich dachte, andere würden mir Gefühle nicht zugestehen.

Ich vergebe mir, dass ich den Lebensweg anderer versuchte zu kopieren, anstatt mir meinen eigenen Weg zu zeichnen und ihn zu gehen.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, andere würden mir durch ihre Worte und Taten bewusst zeigen, was ich wert bin und wer ich bin.

Ich vergebe mir, dass ich Angst davor hatte, Menschen wegen ihres Verhaltens offen und ehrlich abzulehnen.

Ich vergebe mir, dass ich aufgab, wenn mir etwas zu schwer und unbequem erschien.

Ich vergebe mir, dass ich mir so wenig zutraute, aus Angst zu versagen.

Ich vergebe mir, dass ich andere für ihre Ängste und Schwächen verurteilt habe.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, niemanden zu brauchen.

Ich vergebe mir, dass ich glaubte, ‘da draußen’ gehöre ich nicht hin, dass ich kein Teil wäre – wo ich doch einer bin.

Ich vergebe mir, dass ich meinen Träumen nicht folge, aus Angst mich von meinem jetzigen Leben zu trennen oder zu scheitern.

Ich vergebe mir, dass ich mich meiner Weiblichkeit/Männlichkeit beraubte, aus Angst, nicht gewollt zu sein, zu viel zu sein oder nur für Sex zu “taugen”.

Ich vergebe mir, dass ich wichtige Teile meines Selbst abschnitt, weil diese jemand anderem nicht passen könnten.

Ich vergebe mir, dass ich versuchte, jemand anderes zu sein, als ich bin, um Teil sein zu dürfen – nicht allein sein zu müssen.

Ich vergebe mir, dass ich solange brauchte, um all das zu verstehen.

So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder den Partner

So gelingt Weihnachten allein ohne liebe Familienmitglieder oder den Partner

 

Einsamkeit ist besonders zu Weihnachten ein großes Thema für viele. Auch für mich: Wer mir schon länger als LeserIn treu ist, weiß, dass es aus meiner engen Familie nur noch meine Mutter gibt, die aber jedes Weihnachten in Norwegen arbeitet, weswegen ich das Fest über allein bin. Der Rest meiner engsten Angehörigen ist verstorben. Mir gelang es drei Jahrzehnte nicht, die Festtage zu genießen, ohne meine Großmutter, meinen Onkel, meine Tante, meinen Großvater – oder ohne Partner. Ich fühlte mich einsam und grauenhaft.

Heute sieht die Lage emotional anders aus, aber ich spüre doch ihre Abwesenheit. Genau deshalb habe ich mir ein kleines Ritual des Loslassens, voller Dankbarkeit und Annahme überlegt, zu dem ich dich einlade, falls deine Lebenssituation ähnlich aussieht.

 

Wieso es so schwerfällt, besonders an Weihnachten und Feiertagen allein zu sein

so überstehst du weihnachten obwohl du allein bistSchon in meinen Kindheitstagen – vor mehr als 25-30 Jahren – zerriss es mir und meiner Mutter das Herz, Weihnachten allein zu verbringen, ohne unsere Familienmitglieder und liebsten Freunde. Weihnachten war für uns eine Zeit der seelischen Lähmung und Leere, die wir beide nicht aufwiegen konnten. Es symbolisierte nicht nur, dass wir aufgrund des Todes und vieler offener Streitigkeiten allein zurückgeblieben waren. Es zeigte uns auch, dass wir uns allein nicht zu füllen vermochten, es nicht schafften, mit den Verlusten gesund umzugehen.

Weihnachten war aber auch die Zeit der Vergleiche, wenn wir sahen, wie andere ihr Weihnachtsfest verbrachten – mit viel Liebe und Freude am Beieinandersein, dem Kochen (oder den Essgelagen), dem Zusammenführen von Familienmitgliedern, die man sonst das ganze Jahr über nicht sah.

Wir hätten uns gern mit unseren Familienmitgliedern gestritten. Wir hätten gern trotz des übervollen Magens noch zwei Stück Kuchen hinterhergeschoben, nur um meine Oma glücklich zu machen. All das, worüber sich Menschen mit einer 3+-Familie aufregen, hätten wir begrüßt. Was man nicht hat, vermisst man eben. Wir lenkten uns stattdessen ab und versuchten, nicht zu bemerken, dass uns liebe Familienmitglieder oder ein stabiles Umfeld besonders zu Feiertagen fehlte.

Heute – mit über 36 Jahren – merke ich Weihnachten ohne sie zwar, aber es kommt nur noch in Sekundenlänge vor, dass mir auffällt, dass ich sie noch immer vermisse und immer vermissen werde. So schnell, wie das Gefühl da ist, schwindet es auch wieder. Doch auch wenn Einsamkeit in ihrer Tiefe kein lähmendes Thema mehr ist, ist mein Verhältnis zu Weihnachten nach wie vor ungesund. Ich wage es unbewusst nur bedingt, glücklich zu sein. Ich merke das Kind in mir, wie es flüstert: “Aber sie sind alle tot, außer deiner Mutter, die nicht hier ist, und deine Freunde sind verreist.” Trotzdem geht es mir passabel und ich nutze seit Jahren das Weihnachtsfest, um in mich zu kehren und Neues für das kommende Jahr zu bedenken, Altes aus meiner Wohnung auszumisten und die Tage in einer “My way or no way”-Manier zu verbringen – ohne Geschenke, Weihnachtsbaum, geräumige Deko und blinkenden Lichtern.

Es tut nur dann weh, wenn ich daran denke. Und auch das habe ich satt und mir deshalb für dieses Weihnachtsfest ein Ritual ausgedacht. Vielleicht ist es auch etwas für dich.

 

Das Weihnachten allein-Ritual

sich bewusst dem Jetzt öffnen und so alten Schmerz loslassenIch finde ja, wenn man sich bewusst dem Schmerz, der in einem lebt, öffnet, kann Erstaunliches passieren. Das ist empirisch wahrscheinlich und deshalb könnte mein kleines Ritual gut funktionieren, wenn man es bewusst und mit Dankbarkeit umsetzt. (Ich schmunzele übrigens, während ich das schreibe. Ich möchte dich gern davon wegbringen, dass alles immer nur schlimm und todtraurig sein muss, wenn man allein ist, auch wenn das Weihnachtsfest allein zu verbringen, ganz sicher niemand verdient hat.)

Aber eins steht fest: Es wird immer Wege geben, die man noch nicht kennt und noch nicht probiert hat. Unter diesen wird es mindestens einen geben, der Heilung und inneren Frieden zu bringen vermag.

Für mein Ritual benötigst du:

  • Tannenzweige als Strauß bindbar bzw. Weihnachtsbaum (samt Ständer etc.) – echt oder unecht
  • Bastelutensilien (Papier, Pappe, Schere, Klebestift, schönes Kordel- oder Schleifenband)
  • kleine Boxen (Größe einer Ringschachtel) oder Minibriefumschläge (Anleitung) und kleinformatiges Papier wie Memozettel
  • Fotos der Menschen, die du vermisst – die nicht anwesend sein können
  • optional: Bastel- und Dekorationszeug wie Perlen, Sterne, Farben
  • optional: transparente Weihnachtskugeln zum Befüllen*

Du ahnst es sicher: Wir basteln Fotodekoration und andere Anhänger für einen Weihnachtsstrauß, Tannenzweig-Arrangement oder den Christbaum. Dort platzierst du dann deine Deko und kannst so erleben, dass all deine Lieben, die, die du am meisten vermisst, bei dir sind – im Herzen, im Geiste – als Teil deines Lebens und deiner Seele. Statt zu trauern, sie zu verdrängen und zu hoffen, dass keine bösen Erinnerungen hochkommen, die dich in die Einsamkeit stürzen, statt dich abzulenken und dich aus dem Moment, dem Jetzt herauszureißen, holen wir die Situation ganz nah an uns heran und öffnen uns ihr.

Und so wird es gemacht (nur beispielhaft, lass deiner Kreativität gern ihren Lauf):

 

Einfacher Papp-Foto-Anhänger

Zum Vergrößern anklicken

Male den Kreis-Umriss, z. B. einer Tasse, um das Gesicht der Person auf dem Foto (oder in der Größe deiner Wahl) und schneide es aus. Male einen Kreis in derselben Größe auf ein Stück Pappe oder etwas Festem, sodass dein Weihnachtsbaum-Anhänger Stabilität bekommt.

Schmiere das Pappstück mit Kleber wie Prittstift oder der festeren Variante einer Heißklebepistole ein, befestige eine schöne Kordel in der Länge deiner Wahl mit den offenen Enden in den Kreis hineinzeigend und klebe dann das Foto darüber.

 

Foto-Weihnachtsbaumkugeln

Christbaumschmuck mit Fotos von den lieben Familienmitgliedern oder Freunden, Partnern und KindernIm Handel erhältlich sind transparente Weihnachtsbaumkugeln (z. B. bei Amazon*), meist in 5 mm, 8 mm oder 10 mm Durchmesser, die man in zwei Hälften teilen und mit allerlei Tünnüff befüllen kann. Wir platzieren die Fotos unserer Liebsten in die Kugeln. Dazu müssen wir wieder die Fotos akkurat zuschneiden und das circa 1-2 mm kleiner, damit das Foto hineinpasst.

Ratsam ist es deshalb, sich im Vorfeld (vor der Bestellung/des Kaufs der Kugeln) die Größe der zu verwendenden Fotos anzusehen und abzuschätzen, ob sie ausreichen. Sonst würden sie in der Kugel umfallen, denn die Befestigung darin mit Kleber etc. ist mühsam. Lieber vorher ausmessen und dann eine gute Größe wählen.

An diesen Kugeln befinden sich oft einfache Ösen aus Plastik. Natürlich kannst du durch die Ösen deine eigenen Bänder oder Kordeln ziehen, um sie zu verschönern. Zur Verschönerung der Kugel ist es dienlich, wenn du nebst dem Fotos z. B. etwas Kunstschnee (alternativ Kosmetik-Watte), Glitzersterne (oder selbstgebastelte), Tannennadeln usw. hineinlegst. Lass deiner Fantasie ihren Lauf.

 

Gedanken-Geschenkboxen, -briefe und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum

Weihnachten trotz verstorbener oder fehlender lieber Menschen und VerwandteEine heilsame Art, seine Gedanken, Erinnerungen und Emotionen wegen geliebter und schmerzhaft vermisster Menschen frei zu lassen, ist das Schreiben von Briefen und Gebeten, kleiner Notizen oder dankbarer Worte. Das geht auch dann, wenn der Empfänger deiner Botschaft bereits verstorben ist oder er/sie deine Worte nie lesen wird, weil ihr keinen Kontakt mehr habt. In der Schreibtherapie geht es nur um das Freilassen, das Lösen der emotionalen Blockaden. Zu Weihnachten kann man solche Worte in Mini-Umschläge verpacken, und z. B. wie ich im Bild es tat, den Namen auf die Briefumschläge schreiben, die dann am Weihnachtsbaum landen.

weihnachten trotz trauer über den tod oder verlust eines geliebten menschen feiernDu kannst auch kleine Geschenkboxen an den Weihnachtsbaum hängen und dort hinein einige Worte auf einem Zettel tun. Aber natürlich gehen auch große, symbolische Geschenke unter dem Christbaum, die deine Dankbarkeit für diese Menschen darstellen.

Ein kleiner Tipp jedoch: Konzentriere dich beim Schreiben deiner Worte auf das Gute, was dir ihre Anwesenheit brachte, was du ihnen (falls sie noch leben) für ihr Leben Gutes wünschst, oder (falls sie bereits verstorben sind) was sie dir bedeutet haben – dass du in Gedanken bei ihnen bist und sie in deinem Herzen weiterleben. So schwer es auch fallen mag: Je weniger Selbstmitleid und Ärger/Wut, desto besser. Keine Schuld verteilen, weder an dich noch an den Empfänger deiner Worte. Dein Weihnachtsritual soll rein sein von all den vergangenen Belastungen. Es soll dir mit dem Start der Rauhnächte am 25. Dezember Klarheit und Befreiung, Ermächtigung und Reinigung schenken – und nicht dich beschweren und in eine erneute Trauerphase stürzen.

Bei diesen kleinen Vorschlägen sind die Menschen, die man am meisten vermisst, wieder Teil des Weihnachtsfestes. Deine Gedanken und Gefühle freigelassen zu haben, auf kreative Weise geborgen und ausgedrückt zu haben, wird dir das Gefühl geben, schwere Emotionen akzeptiert und gelöst zu haben. Die Abwesenheit deiner lieben Menschen bleibt zwar existent, aber in wertschätzenden Worten kann man sie ehren und lieben, egal, wo sie sind.

Ich freue mich auf deine Gedanken zu meinen Ideen! Schreibe sie mir gern wie immer in die Kommentare.

Der Blog geht damit bis zum 06. Januar 2019 in die Winterpause. 
Ich wünsche all meinen LeserInnen ein wunderschönes, besinnliches und angstfreies Weihnachtsfest, gefolgt von einem gesunden Start ins neue Jahr! 

Mit Liebe und Dank für eure Treue in diesem Jahr,

Janett Menzel Angst Blog

 

Fühlst du dich manchmal allein oder gar einsam?

Wenn du Strategien und wertvolle Einsichten in dich und dein Alleinsein erlernen möchtest, lege ich dir meinen Ratgeber “Über die Kunst, allein zu sein” wärmstens ans Herz. Ich tauche tief ein in das Gefühl und liefere dir neben einem umfangreichen Test 55 Ideen gegen Langeweile und innere Leere – hin zu Selbsterkenntnis – aus dem Gefühl der Einsamkeit hinaus und ins Gefühl der Selbstermächtigung hinein. Mehr dazu >>

Mel Robbins “5-Sekunden-Regel” gegen Aufschieberitis & Prokrastination

Mel Robbins “5-Sekunden-Regel” gegen Aufschieberitis & Prokrastination

 

Wer kennt das nicht? Man liegt bequem auf dem Sofa und müsste/möchte eigentlich gerne Sport machen oder mal wieder etwas Gesundes kochen, wie versprochen die Eltern anrufen, aufräumen oder die Wäsche machen. Aber der innere Schweinehund hat einen fest im Griff und will kuscheln. Aufschieberitis, in Fachkreisen Prokrastination genannt, erwischt jeden einmal – ganz sicher in der dunklen Jahreszeit, wenn Couchen so viel schöner ist als Aktives. Das kannte auch die amerikanische Speakerin und Autorin Mel Robbins und entwickelte aus ihren eigenen Erfahrungen heraus eine simple Methode gegen Null-Bock-Stimmung und Stimmungstiefs.

 

Wie die 5-Sekunden-Regel gegen Prokrastination und den inneren Schweinehund entstand

Wie kam es überhaupt zur 5-Sekunden-Regel?

endlich morgens aus dem Bett kommen? mit Mel Robbins 5 Sekunden Regel könnte es klappenMel Robbins sorgte mit ihrem Buch „The 5 Second Rule“ für viel Furore sorgte. Im deutschsprachigen Raum erschien das Buch unter dem Titel Die 5 Sekunden Regel: Wenn du bis 5 zählen kannst, kannst du auch dein Leben verändern. (Mit ErinnerDich-Armband für einen bewussten Alltag)”.*

Die darin beschriebene Strategie entwickelte sie selbst, ohne wissenschaftliche Studien und Hintergründe, als ihr Leben am Boden war und sie mit ihrem Mann kurz vor dem finanziellen Ruin stand – hochverschuldet und hoffnungslos. Sie litt unter depressiven Verstimmungen und hatte Mühe, die Tage auch nur annähernd selbstbewusst und angstfrei, motiviert und mit Vertrauen anzugehen. Was sich bereits frühmorgens mit dem Aufstehen zeigte.

Sie erzählt in ihren Interviews und Büchern erschütternde Episoden aus dieser Zeit ihres Lebens – zum Beispiel, wie sie jeden Morgen die Snooze-Taste ihres Weckers drückte, weil sie einfach keine Kraft hatte, aufzustehen. Ihr fehlte auf der anderen Seite auch der Sinn, aufzustehen und einen weiteren, angstvollen Tag zu verbringen. So vergingen Monate.

Dann sollte der eine Tag kommen, an dem sie dieses Verhalten durchbrach. Einfach so. Und sie schaffte es mit einer Methode, die sie aus der Raumfahrt kannte: das Herunterzählen bis zum Start des Raumschiffs.

 

So funktioniert die 5-Sekunden-Regel

Am besagten Morgen klingelte also wieder der Wecker. Doch statt die Snooze-Taste zu drücken, dachte sie an Raketenstarts und beschloss, dass sie – wie eine Rakete – ebenso aufstehen würde.

Sie sagte sich:

5-4-3-2-1: GO!

und stand auf.

Danach benutzte sie diese Methode jeden Morgen und verwendete sie auch bei anderen Herausforderungen, um Prokrastination, Lustlosigkeit, Angst vor schwierigen Aufgaben und selbst lästige Gewohnheiten endgültig hinter sich zu lassen. Ihre einfache Strategie steigerte nicht nur ihre Produktivität. Als Konsequenz erhöhte sich auch ihre Selbstwirksamkeit und somit auch ihre Selbstwirksamkeit.

Nachdem sie ihr Buch geschrieben und veröffentlicht hatte, stellte sie fest, dass auch andere Menschen von ihrer Methode profitierten. Die Resonanz auf ihre Methode war, um genau zu sein, so gewaltig, dass ihr selbst Menschen mit Depressionen schrieben, weil ihre Methode ihnen geholfen hatte – weshalb sie jeder einmal ausprobieren und für sich prüfen kann. Vielleicht funktioniert sie auch für dich.

Wer sich dabei helfen möchte, dem kann ich ihr Buch nur empfehlen: Die 5 Sekunden Regel: Wenn du bis 5 zählen kannst, kannst du auch dein Leben verändern (Mit ErinnerDich-Armband für einen bewussten Alltag).

Passend dazu veröffentlichte sie (momentan nur in englischer Sprache verfügbar) ein Motivations-Tagebuch für den besten Start in den Tag oder wie Mel Robbins es nennt: The 5 Second Journal: The Best Daily Journal and Fastest Way to Slow Down, Power Up, and Get Sh*t Done

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg!