Was du wissen musst, bevor du jemandem vorwirfst, dich nicht zu lieben

Was du wissen musst, bevor du jemandem vorwirfst, dich nicht zu lieben

 

„Güte in den Worten erzeugt Vertrauen.
Güte im Denken erzeugt Tiefe.
Güte beim Verschenken erzeugt Liebe.“

Laotse

Frauen fragen sich oft - anhand des Verhaltens ihres Herzenspartners - ob er sie liebt. Ausgehend von dem Gefühl, dass er sie nicht lieben würde, weil sie sich nicht geliebt fühlenDies ist ein Auszug aus meinen Buch “Du liebst mich, oder doch nicht? Wie Frauen mit beziehungsängstlichen Partner wirklich umgehen sollten - ohne Manipulieren und Leiden”.

 

Er liebt mich, er liebt mich nicht

Ausbruch aus dem Gefängnis angstDas ist das Essentielle: Sie fühlen nicht, dass sie geliebt werden. Das zeigt vor allem, dass sie Geliebtwerden anders erfahren haben, als sie es in ihrer Beziehung wahrnehmen. Sie nehmen einen Unterschied im Umgang und im Spüren wahr. Es kommt ihnen merkwürdig vor, schürt ihre Unsicherheit und macht nicht selten Angst. Nichtsdestotrotz ist deine Wahrnehmung eben nur deine Wahrnehmung. Es kann trotz des Gefühls, dass er dich nicht lieben würde, so sein, dass er dich durchaus liebt. Ich möchte keine Grundsatzdiskussion á la „Männer lieben so, Frauen eben anders“ führen. In der Wahrnehmung und Gewohnheit, wie liebevolle Zuwendung wirklich aussieht (und auszusehen hat), liegt ein wichtiger Schlüssel.

Versuchen wir, das, was wir Liebe und Geliebtwerden nennen, zu definieren, kommen wir aber schnell ins Grübeln. Denn nur selten sind wir uns dessen bewusst: Für viele Frauen war es stets selbstverständlich, was und wie Liebe ist, und nie musste es hinterfragt werden. Dass andere Menschen eine andere Form der Zuwendung kennen- und lieben gelernt haben, ist genauso schwer nachvollziehbar, wie die Art der Zuwendung, die andere ausleben und geben. Die Frage müsste also nicht lauten: Liebt er mich? Sie müsste eher heißen: Liebt er anders als ich? Und wenn ja, wie sieht seine Liebe aus? Ist sie kälter oder wärmer als meine? Ist sie empfindsam oder hart? Ist sie distanziert oder nah? Und hier schließt sich eine weitere Frage an: Kann ich diese Art der Liebe lieben lernen?

 

Was ist für dich Liebe - Was ist für ihn Liebe?

Viele Beziehungscoaches und sogar Psychologen werfen Beziehungsängstlichen vor, ihre Art, zu lieben, sei per se falsch. Dabei gehen sie natürlich nur von ihrer Wahrnehmung der ihnen vertrauten Liebe aus. Sie gehen von ihren Erfahrungen aus, von ihren Gefühlen, von ihren Definitionen. Oder von deinen. Ich möchte als selbst Betroffene dieses Argument nicht deshalb ablehnen, um mich zu schützen. Ich möchte vielmehr darauf hinweisen, dass es keine eine Art, zu lieben, gibt.

Denn wer sollte das definieren können?

Wir wuchsen alle unterschiedlich auf. Alles, was wir für uns entscheiden können, ist, ob wir mit der anderen Art der Liebe umgehen lernen können und wollen. Sich das zu beantworten, befähigt zumindest zu einer Entscheidung, hinter der man stehen kann. Man kann gleichfalls in Gesprächen darauf hinweisen und zielt nicht selbstverständlich darauf ab, der Herzenspartner müsse sich ändern. Plötzlich wären alle Vorwürfe dahin. Es würde sich ein respektvoller Raum öffnen, der Austausch ermöglicht und Akzeptanz bietet. Dein Herzenspartner könnte sonst ebenso sagen, dass ihm deine Art zu lieben missfällt und du dich ändern müsstest.

 

Wie du herausfindest, ob er dich liebt

Seelenverwandschaft liebeDie Lösung lautet natürlich nicht, dass sich einer von euch ändert oder ihr euch trennen müsst. Die bessere Variante ist, dass ihr euch beide in eurer Art, zu lieben, akzeptiert und annähert. Dazu ist es wichtig für den jeweils anderen, zu wissen, wie der Einzelne Liebe und Geliebtwerden definiert:

  • Was enthält sie?
  • Was enthält sie nicht?
  • Wann ist Liebe keine Liebe mehr?
  • Wann verletzt sie?
  • Wie fühlt es sich für euch beide an, wenn ihr geliebt werdet?
  • Welche Handlungen lassen euch dieses Gefühl verspüren?
  • Und vor allem: welche nicht?

Erneut kommen wir auf offene und ehrliche Gespräche zurück. Erneut gehen wir weg von Trennungen und Minderwertigkeitsgefühlen. Wir rudern einmal mehr zu Gemeinsamkeiten und Zusammengehörigkeitsgefühlen hin, statt sich in Vorwürfen und Verletzungen zu verstricken. Die meisten Ratgeber aber raten dazu, sich von uns Beziehungsängstlichen zu trennen. Wir könnten uns angeblich nicht ändern. Das ist nicht nur einfältig, sondern auch unwahr.

Nichtsdestotrotz birgt Beziehungsangst einige Herausforderungen, die man weder mit viel Leid bewältigen noch auf Teufel heraus ertragen muss. Man darf sich immer und ständig trennen. Wer sich in der Beziehung mit dem Partner nicht mehr fühlen oder wiederfinden, akzeptiert fühlen oder geliebt sehen kann, der sollte und darf natürlich über eine Trennung nachdenken.

Das war ein kurzer Auszug aus meinen Buch “Du liebst mich, oder doch nicht? Wie Frauen mit beziehungsängstlichen Partner wirklich umgehen sollten - ohne Manipulieren und Leiden”. Lust auf eine 20seitige Leseprobe? >>

 

Es ist mein erstes Buch, das sich ausschließlich an Frauen wendet. Darin gebe ich viele Erkenntnisse meiner Coachings mit Menschen, die unter ihrer Beziehungsangst leiden, weiter und räume endlich einmal mit all den Mythen und “Wenn du dich so und so verhältst, dann wird er dich für immer lieben!”-Ansagen vieler Beziehungs- und Love Coaches auf. Als Ex-Beziehungsängstliche (und hin und wieder immer noch) kann ich nur den Kopf über Autoren & Coaches schütteln, die meinen, man könne mit Manipulationstricks Menschen wie mir das Herz aufweichen. Sie erzählen Frauen, die mit jemandem mit Angst vor Liebe und Beziehungen zusammen sind, so viele irreführende und schädliche Sachen. Leichter kann man seinen Herzenspartner nicht loswerden - und seinen Selbstwert gleich mit. Das lag mir so schwer im Magen, dass ich sogar meine Arbeit an einem anderen Buch unterbrach.

Begib dich auf eine Reise in seine Schuhe, lerne seine Gedanken kennen und verstehe, worum es beziehungsängstlichen Menschen wirklich geht: keine Angst zu haben und keine zu bekommen. Nur jemand, der weiß, was Bindungsängste bedeuten und wie sie sich anfühlen, der Dutzende Male von Manipulationsstrategien verscheucht wurde, kann sagen, was Frau tun sollte und vor allem: was nicht.

Ein Buch für Betroffene von mir, die ihre Bindungsangst überwunden hat. Mit vielen Einsichten, Selbstwertübungen, Methoden zum Erkennen und Entdecken verborgener Wahrheiten, Erklärungen zu möglichen Angstverursachern, Checklisten, Handlungsimpulsen und vielem mehr.

Du kannst mein Buch hier exklusiv als E-Book im pdf, epub und mobi-Format. In einigen Tagen wird es auch bei Amazon erscheinen, dort aber etwas teurer sein.

 

Das Gefängnis unseres Lebens: Wie uns Gefühle zu Insassen machen

Das Gefängnis unseres Lebens: Wie uns Gefühle zu Insassen machen

 

Jeder von uns hat sein eigenes, selbstgemachtes Gefängnis, zum Beispiel in einem Land namens Angst. Manchmal ist es unser Zuhause, in dem wir zu oft hocken, weil wir nicht wissen, wohin wir gehen sollen, draußen keinen Sinn haben oder uns der Familie verpflichtet fühlen. Oder es ist der Job, von dem wir uns vermeintlich nicht losreißen können, in dem wir gebraucht, und nur wir, gebraucht werden, weil ohnehin niemand sonst uns ersetzen könnte. Bei anderen ist es die ausgediente Beziehung, die schon lange nur noch lieblos ist und nicht mehr erfüllt, von der man sich aber nicht trennen kann, weil man zu viele Jahre, Energie, Geld oder Gene investiert hat. Oder es ist eine alte Liebe, die wir nicht loslassen wollen, weil sie so viel schöner war als die Realität, in der wir nicht nach jemand Vergleichbarem suchen möchten. Für viele von uns ist es Geld, weil man nur mit viel Geld angeblich alles erreichen könnte, wir uns in unserer Haut wohler, weil vermeintlich überlegen und gewollter fühlen. Eine trügerische Sicherheit erwarten wir in unseren Gefängnissen.

 

Aus Angst: Ein unfreies Leben in einem vermeintlich sicheren Gefängnis

Ausbruch aus dem Gefängnis angstTag für Tag hocken wir in unseren Zellen und sind froh, überhaupt etwas unser Eigen zu nennen, ein Platz, den wir selbst gebaut haben, den wir für uns beanspruchen können. Wie wirkliche Inhaftierte gewöhnen wir uns mit der Zeit an dieses unfreie Leben immer mehr. Was uns spüren lässt, nichts sei so schlimm, wie es aussieht, sind die Freigänge, Hafturlaube oder Fluchtpläne, die nie umgesetzt werden. Einige Gefängnisse sind Hochsicherheitsgefängnisse, Gebäude, aus denen man vermeintlich nie wieder fliehen könnte. Andere gleichen einem offenen Strafvollzug, in dem man langsam lernt, zu sich und einem selbstverantwortlichen Leben zurückzukommen.

Angst, Neid, Zorn, Perfektionismus, Trauer, Schuld und Scham sind solche Gefängnisse. Sie halten uns gefangen. Im Gegensatz zu wahrhaftigen Straftätern haben wir freiwillig Einsitzenden aber nichts Schlimmes getan. Wir müssen weder leiden noch unsere Schuld absitzen. Es gibt nur dann Strafen, wenn wir sie uns selbst auferlegen. Unsere vermeintlichen Untaten interpretierten wir allein als „boshaft“ oder wir ließen andere über uns richten. Ein unnötiges Urteil über uns selbst. Es ist Verrat an uns und unserem Wert.

Unsere gedanklichen Gefängnisse sind nicht so konstruiert, wie wir wirklich sind. Sie gleichen dem, was wir gelernt haben. Deshalb erscheinen uns ihre Mauern unüberwindbar, weil sie mit dreifachem Stacheldraht anderer versehen sind. Schwer bewaffnete Wärter sitzen in hohen Türmen und lassen ihre grellen Scheinwerfer minütlich in alle Himmelsrichtungen wandern, um jeden noch so gut geplanten Ausbruch schon im Keim zu ersticken. Und selbst, wenn es die Wachmänner nicht gäbe, so warten noch immer die blutrünstigen Hunde vor den Toren, hinter den Mauern - überall dort, wo man sie nicht erwartet, wenn man denkt: „Ich hab’s geschafft!“.

 

Kann ein Ausbruch aus unserem gedanklichen Gefängnis gelingen?

Liebe zur Natur Liebe zum Meer Doch wie die Geschichte der Welt uns zeigt, schafften es so manche Häftlinge aus den „sichersten“ Gefängnissen der Welt. Sie beobachteten die Vorgänge, Zeiten, Reaktionen, Insassen, Wärter, Konstruktionen der Zellen und des Gebäudes an sich, wogen ihre Möglichkeiten ab, entschieden sich für einen Fluchtweg und planten minutiös ihre Schritte. Andere wiederum warteten geduldig, zeigten sich reuig und wurden schlussendlich begnadigt. Wiederum andere hielten bis zum Tag ihrer Entlassung durch.

Was wir nicht erkennen, ist, dass wir nicht nur unser Gefängnis selbst erbaut haben. Wir sind auch der Chef aller Wärter, Wachmänner und Ingenieure, bezahlen die Putzkräfte, die die Flure reinigen und füttern die Hunde vor den Toren unserer Freiheit.

Und trotzdem glauben wir, wir wären gefangen und hätten kein Mitspracherecht. Dabei sitzen wir ganz freiwillig ein. Stell dir das vor: Du hast extra Menschen beauftragt, dich festzuhalten und vom Leben abzuhalten. Du bezahlst sie mit deiner Seele und deinen Gedanken, briefst sie monatlich, wie sie im Falle von X und Y reagieren sollen. Sie behandeln dich so, weil du es ihnen so als Anweisung aufgetragen hast. Wir arbeiten mit unseren Angestellten Angst, Zorn, Neid, Eifersucht, Perfektionismus, Gier, Trauer, Schuld und Scham schon so viele Jahre. Sie mögen ihren Job. Sie machen ihn saugut und vor allem fühlen sie sich unwohl mit der Aussicht auf Arbeitslosigkeit. Aber: Wir brauchen die Angestellten unseres Lebens nicht fragen, ob sie uns bitte begnadigen, befreien oder freiwillig fliehen lassen. Sie würden es ohnehin verneinen.

 

Verbinde dich mit deiner ureigenen, freien, selbstbestimmten Energie

Ausbruch aus Gefängnis namens Angst Eifersucht Gier Geld Macht Trauer Schuld SchamViele wissen nicht (und mir ging es genauso), wo sie anfangen sollen. Der Ausbruch scheint zu überwältigend. Wie viel man zurücklassen muss, wen man alles verletzen würde und wie sehr man selbst verletzt würde…all die Jahre, die vielleicht auch Gutes brachten, das Geld, was investiert wurde, die viele Mühe, die man sich gab, damit es funktioniert. Zweifel sind - wie bei wahrhaft Inhaftierten auch - normal. Natürlich lohnt es sich, alle Ecke gedanklich abzutasten. Der Trick besteht darin, sich klarzukommen, dass es Gefühle sind, die uns einsitzen lassen. Es ist kein Mensch, kein Kind, kein Familienangehöriger, kein Geld oder sonstiges. Es gibt für alles eine Lösung - und für vieles auch Ersatz. Ein Job kann durch einen anderen ersetzt werden, wie auch eine Wohnung oder ein Haus, einen Monat Öffentliche statt dem Auto usw. Wir brauchen keine Angst vor anfänglichen Zweifeln haben, weil schon ein Schritt uns genügen wird. Selbst wenn Angst diesen Schritt begleitet, so können wir jederzeit bewusst und konsequent Lösungen suchen. Die Lösung ist aber nie, alles zu belassen, wie es ist oder in einer Situation zu bleiben, aus der wir dringend herauswollen.

Die Lösung ist vielmehr: Frage niemanden um Erlaubnis. Fälle deine Entscheidung und teile sie mit. Sozusagen: Entlasse alle Angestellten (deine Gefühle). Löse alle Verträge auf (alte Versprechen oder Seelenverträge). Sichere die Daten (Merke dir, was du gelernt hast und vor allem, wann Gefühle wie Angst usw. zuschlagen). Gib den Abriss des Gebäudes in Auftrag (Gehe trotzdem in deine gewünschte Richtung.). Öffne deine Zelle, geh den Gang hinaus auf den Rasen, auf das Tor zu, öffne sie und streichele die Hunde (Mache eine Schritt nach dem nächsten.). Du weißt genau, wie. Immerhin hast du sie dressiert. Erinnere dich daran. Wähle deine Stärken für deine Entscheidung und ihre Umsetzung, statt Zweifel, Ängste usw.

 

Wie ich ausbrach

Ich handelte in Gegensätzen: Ich tat das Gegenteil von dem, was mich in mein Gefängnis der Angst geführt hatte (viel drinnen, schweigen, denken, “müssen”, wenig zurückerhalten). Wollte ich dringend geliebt werden, ließ ich das Gefühl des Nichtgeliebtwerdens zu. Ich setzte mich damit auseinander. Fühlte ich den Drang nach finanzieller Sicherheit, konfrontierte ich mich mit meiner Angst, unsicher und von einem Tag auf den nächsten zu leben - ohne zu wissen, was kommen würde. Ich hörte auf, Pläne zu schmieden. Als ich Haltlosigkeit spürte, suchte ich bewusst jene Energie, die die Spiri-Szene das Sein nennt: nichts wollen, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft leben. Ich lernte das Sein im Hier und Jetzt. Wollte ich dringend meine Angst unterdrücken, ließ ich sie zu. Hatte ich Bange vor dem Außen, ging ich nach außen und teilte dort mein Inneres - wie auch Pema Chödrön es in ihrem Buch sagt: “Geh an die Orte, die du fürchtest“.

Und so ging ich einfach. Es ist unser Gefängnis. Wir entscheiden, dass wir dort einsitzen, was uns dort erwartet, wie lange wir dort verbleiben und ob wir uns selbst aus der Haft entlassen.

Alles Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Außergewöhnliche Beziehungen: auf ewig Liebe & Verbundenheit

Außergewöhnliche Beziehungen: auf ewig Liebe & Verbundenheit

 

Mein neues Lieblingswort ist Verbundenheit. Ich entdeckte sie in den Augen von sich fremden Menschen, die sich dennoch liebevoll helfen, beim Großlieferanten, der dem Kindergarten nebenan die tägliche Milchladung bringt und sogar zwischen Tieren, die sich auf der Straße begegnen. Was aussieht wie Hilfsbereitschaft, Zufall oder Berufung ist für mich in Wahrheit Liebe, die sich so sieht, wie man ist. Dabei tendieren Menschen dazu, Liebe ganz unterschiedlich zu definieren: Manchmal verbinden sie sie mit Kindern, der Familie, dem Beruf. Aber am häufigsten meinen wir, unseren Partner/unsere Partnerin am meisten zu lieben. Dass wir einen Partner “bräuchten”, um uns geliebt zu fühlen. Hat man keinen, fühlen sich viele irrtümlicherweise nicht liebenswert. Je weniger wir uns verbunden fühlen, desto stärker wird das Gefühl des Getrenntseins - von der Welt, den Menschen und sich selbst. Verbundenheit ist der Kleber, um Liebe spüren zu können. Fühlen wir uns mit etwas/jemandem verbunden, fühlen wir uns geliebt und geborgen, gehalten und angekommen. Deshalb wohl suchen so viele nach einem Partner.

Ich möchte dich einladen, weitere neun außergewöhnliche Beziehungen, in denen du Liebe und Verbundenheit spüren kannst, kennenzulernen. Einige davon sind dir sicher vertraut. Wenn du dich allein fühlst, grabe in dir nach all den liebevollen und außergewöhnlichen Beziehungen, die du in deinem Leben hast/hattest. Öffne dein Herz für all die Liebe, die es in deinem Leben gibt. Manchmal wiegen Ereignisse und Umstände so stark, dass wir vergessen, wie viel Liebe tatsächlich in unserem Leben ist.

 

Was ist Liebe eigentlich?

Liebe bekommen wir nicht. Liebe verdienen wir uns nicht. Liebe fühlen wir.

intuition intuitive menschenWir glauben misslicherweise, dass Liebe und außergewöhnlichen Beziehungen aus dem Prinzip des Gebens & Nehmens bestünden. Aber wie oft erleben wir Beziehungen, in denen die Liebe einseitig ist oder wir nicht zurückerhalten, was wir investieren. Doch selbst die unerwiderte Liebe bezeichnen wir als Liebe. Dieses Gefühl, das dennoch bleibt, auch wenn uns der Andere nicht so zurück liebt, wie wir es uns wünschen: grundlose Verbundenheit.

In Liebe verbunden zu sein, bedeutet für mich, sich gehört, gesehen und angenommen zu fühlen, so wie man wirklich ist, gepaart mit Dankbarkeit und dem Bedürfnis, aus dieser Liebe heraus mit dem Anderen auf eine emotionale Ebene zu gehen - um sich zu erfahren und das gemeinsame Gefühl zu bewahren. Sich getrennt zu fühlen hingegen ist schmerzhaft. Doch das bedeutet bedingungslos: auch ohne, dass man eine Partnerschaft eingeht. Auch im Tode oder wenn man nicht mehr befreundet, angestellt oder an einem Ort zusammen ist.

Einige verwechseln Liebe aus Gründen der Erziehung oder Erfahrung deshalb mit Nicht-Alleinsein, einem Zuhause, Geborgenheit oder Sicherheit. Doch in Wahrheit ist Liebe die Akzeptanz des Anderen: in allen Umständen.

 

Angst & die Formen von Liebe

Selbst in Zeiten der Ablehnung. Liebe ist damit nicht zwangsweise nur schön. Sie kann bittere und schmerzhafte Lektionen bereithalten. In meinem Post über die Lebenslektionen meiner letzten Jahre hatte ich erwähnt, dass uns jeder Mensch ein Geschenk macht. Ob wir es annehmen oder aus Trotz ablehnen, entscheiden wir. Damit gewinnt selbst eine Liebe, die grausam ist, statt schön, ihren Sinn.

Ich erinnere mich an meine Panikzeit 2013: Es gab es Menschen, die mir mehr Leid zufügten, als ich vertragen konnte. Ich konnte mich nicht zur Wehr setzen. Aber im Endeffekt ergab alles einen Sinn. Es dauerte einige Zeit, bis ich verstand, dass auch wir verbunden waren: nicht im Schönen, aber in dem, was wir uns wünschten - in unserem Mangel. Nicht im Guten, aber in dem, was wir glaubten, nicht zu haben und im Trotz und Frust darüber. Wir waren verbunden in Angst, Trauer, Kampf und dem Gefühl, keine Liebe zu bekommen, sie uns verdienen zu müssen. Gleichfalls kam das Bedürfnis hinzu, gegen die vermeintlich “Bevorteilten” angehen zu müssen, um mehr vom Kuchen abzukriegen. Es war Neid, Eifersucht, Antipathie und vieles mehr. Aber vor allem war es Verbundenheit.

Und es gab exakt zwei Freunde und meinen damaligen Chef, die mir die Tage retteten. Ich verdanke diesen drei Menschen so viel, dass es auf kein Blatt Papier passt. Auch wenn es natürlich Aufs und Abs gab, währenddessen und danach, habe ich nie vergessen, welchen Dienst sie mir leisteten und ich werde es auch nicht bis zum Ende meines Lebens. So ist jede Form der Liebe sinnvoll und natürlich, selbst, wenn wir sie im Moment des Geschehens als Nicht-Liebe interpretieren würden. Der wahre Kern in einer Beziehung muss manchmal bewusst gesucht werden.

Nicht nur in romantischen Partnerschaften.

 

Die Liebe zur Natur

Liebe zur Natur Liebe zum MeerBei mir ist es das Meer…das Meer…und Wälder. Urlaub ohne das Meer ist nur unvorstellbar und ein reiner Städtetrip fühlt sich an wie Verrat an meiner Seele. Wenn ich nicht mindestens dreimal die Woche in der Natur spazieren gehe, platzen meine Gedanken aus allen Nähten.

Ich habe die Natur als einen Ort kennengelernt, an den ich nicht nur meine Sorgen lassen kann, sondern auch meine Ideen entwickeln darf. Nicht nur hilft Bewegung in der Natur dem Gehirn; die Natur ist auch entspannend für den Körper und die Seele. Sie reinigt dich und ist damit ein Ort, an dem du deine Energie wiederaufladen kannst. Ein Ort, an dem Angst und Stress keinen Platz finden.

 

Tierliebe

Tierliebe die Liebe zwischen Mensch und TierVor einigen Jahren meinte ich zu einer Freundin, dass ich Tiere manchmal mehr mögen würde als Menschen. Sie war entsetzt. Als ich mich im Sommer 2017 wieder traute, das auszusprechen, wurde ich überrascht. Die Person setzte nämlich noch eines drauf: “Nicht nur manchmal!” sagte er.

Einige Menschen können das nachvollziehen, andere nicht. Wie stark die Gefühle für ein Tier sein können, diese so unterschiedliche und doch bedingungslose Liebe, wissen nur Menschen, die sie erfahren durften. Sie nehmen Menschen nicht wichtiger als Tiere.

Konditionierung und Abhängigkeit hin oder her: Wer mit Tieren aufwuchs und sie auch später noch in seinem Leben begleiten darf, der ist wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge körperlich und psychisch gesünder. Tier und Mensch tun sich einfach gut - gegenseitig. Allein die Wirkung auf das Immun- und Herz-Kreislauf-System sowie auf die Stresshormone lassen uns sanfter zu sein. Als würden uns Tiere mit ihrer Liebe nicht nur Liebe schenken, sondern auch Erdung und Achtsamkeit fördern.

 

Seelenverwandtschaft

Seelenverwandschaft liebeSeelenverwandtschaft verwechseln wir oft mit Partnern. Aber auch Menschen, die man im Beruf kennenlernt, Freunde oder Tiere können sich wie verwandte Seelen anfühlen. Man versteht sich ohne Worte, zwischen den Zeilen, kein Wort braucht es, um zu wissen, wie sich der Gegenüber fühlt oder was er denkt. Man sieht es an seinen Augen, hört die kleinsten Unterschiede im Tonfall und allein ein anderer Satzbau als gewöhnlich, würde einem zeigen, dass es demjenigen nicht gut ginge.

Herzen können selbst dann füreinander schlagen, wenn sie kilometerweit entfernt sind. Keine Distanz oder Hürde, noch so groß, kann “seelenverwandte” Liebe unterbrechen, minimieren oder zerstören. Gleich, wie man es nennen mag: Seelenverwandte, Zwillingsflammen oder Seelenpartner. Und natürlich, weil man sich begleitet, stoßen sie einen an die eigenen Grenzen, helfen einem zu wachsen und fördern unser Wohl - selbst, wenn wir es in dem Moment nicht verstehen. Für unseren Charakter sind sie die, die jene Türen öffnen, die geöffnet werden müssen, damit wir zu dem werden, was wir sein sollen und in diesem Leben verdienen.

 

Liebe zu Objekten

liebe zu büchern liebe zu objektenBei mir sind es Bücher. Es geht nicht ohne. Völlig unvorstellbar. Ich liebe auch die englische Sprache, Wärme, Wasser, das Summen meiner Schreibtischlampe, koffeinfreien Kaffee, Frischluft, Backfisch und fünf Millionen weiterer “Dinge”. Sie geben mir das Gefühl, frei zu sein und mich erfüllt und wertvoll zu fühlen. Dabei “geben” sie mir eigentlich gar nichts. Sie leben ja nicht einmal. Aber bei der Liebe suchen wir eigentlich nur nach einem bestimmten Gefühl: Befreiung.

Auch “Dinge” befreien uns; sie sind nicht tot. Besonders Empathen werden wissen, was ich meine. Wir haben alle etwas in unserem Leben, ohne das es nicht geht.

 

Die Liebe zu einem Partner/einer Partnerin

liebe zu partner partnerinAuch wenn heute viele Beziehungen nicht mehr bis ans Lebensende halten, so begleiten sie uns doch mit all ihren Lehren über die Jahre hinweg. Jede Beziehung bringt etwas Wunderschönes und Unvergleichbares mit sich.

Letztes Wochenende musste ich mich dabei ertappen, wie ich genau das in einer Diskussion vergaß: wie wichtig eine Partnerschaft und die Liebe eines Menschen sind - egal, wie frisch, und egal, mit welchen Hürden sie daherkommt. Jemanden sein Zuhause zu nennen und zu wissen, wie dankbar es ist, dass es diesen Menschen gibt - gleich, wie schwer das Leben gerade sein mag. Diese dankbare und erfüllende Liebe hat die Kraft, jede noch so große Herausforderung im Leben zu meistern, weil man weiß, dass man sich stets an seinem Partner anlehnen kann. Und verliert man mal kurz sein Vertrauen, gibt es diesen einen Menschen, der einen daran erinnert.

 

Die Liebe zu einem Familienmitglied

Es gibt niemanden, den ich mehr vermisse, als meine Großmutter. Sie starb, als ich fünf Jahre alt war. Meine Mutter war damals 25, viel zu früh, um ihre Mutter zu verlieren. Unsere gesamte Familie, einschließlich all ihrer Freunde, vermisst sie bis heute so schmerzhaft, dass es jedem die Tränen in die Augen treibt. Sie war das Beste an allem, was geschah. Ein Geschenk, auch wenn sie Fehler machte, bei denen sie sich hauptsächlich selbst wehtat. Doch Familienmitglieder, die für dich ein so wichtiges Bindeglied zwischen dir und dem Rest der Welt sind, können falsch machen, was sie wollen: Nichts ändert ihre Bedeutung. Sie sind einzigartig und unersetzbar. Wenn sie fort sind, fehlen sie so sehr, als hätte einem jemand ein Stück deines Herzens wegoperiert. Es ist ein Schmerz, der nie versiegt.

Umso glücklicher für all die, die ihr Leben noch mit diesen Familienmitgliedern verbringen dürfen. Vergib ihnen ihre Fehler und genieße die Zeit. Manchmal ist sie schneller weg, als man gucken kann.

 

Die Liebe zwischen Mutter und Kind

mutter liebe kind vater kindNicht zu vergessen ist die Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind (oder Vater - Kind). Wenn ich mir vorstelle, wie oft ich über meine Mutter gemeckert habe, wegen ihres Starrsinns und ihrer “Art”. Ich habe zu oft verdrängt, was sie alles für mich aufgab: Sie stellte sich gegen den Willen eines Jeden in unserer Familie, isolierte mich von allen destruktiven Männern der Familie und knüppelte sich halb zu Tode, nur um uns zu finanzieren.

Auch wenn all das seine Schattenseiten hatte: Es war nie umsonst. Ich habe damals in meiner Therapie lernen müssen, wie sehr ich aus meiner vermeintlich schweren Kindheit profitiert habe. Bis heute. Selbstmanagement, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Rücksicht…und das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung. Auch wenn ich sie lange nicht zu nutzen wusste. Selbst, wenn wir unseren Eltern oft das Falsche, was sie taten, vorwerfen: Darin liegen Geschenke, die man auspacken darf. Sogar vermeintlich negative können sich mit einer neuen Wahrnehmung zu einem Lebensgeschenk entwickeln.

 

Die Liebe zu einer Stadt oder einem besonderen Ort

liebe zu einem ort einer stadtSommer 2006: Melbourne, Sydney. Ich habe mich nirgends wohler gefühlt als dort. Paradox, denn es waren die schlimmsten vier Monate meines bisherigen Lebens. Ich war unendlich einsam dort am Ende der Welt, auch wenn einige der Menschen, die ich kennenlernte, ganz wunderbar waren. Dennoch gab mir Australien einen Halt, den ich so noch nirgends - weder in meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern noch meinem Wahlwohnort Berlin, gefühlt habe.

Ich traue mich nicht einmal, weil es sich nicht stimmig anfühlt, nach Hamburg zu ziehen. Aber nach Australien würde ich jederzeit ziehen. Manche Orte erwischen einen einfach mitten im Herzen: Egal, ob es dein See oder ein Café ist, eine Stadt oder ein Museum: Das Gefühl, das der Ort dir schenkt, ist wie eine warme Badewanne, wenn draußen Minusgrade herrschen. Einfach immer genau das Richtige.

 

Die Liebe zu einer Tätigkeit

liebe zu tätigkeit aktivität hobby leidenschaftSo, wie es mir mit dem Schreiben geht, geht es vielen mit Gärtnern, Musik, Instrumenten, Malen, Singen, Töpfern, Lesen, Sport oder anderen Leidenschaften. Eine Sache in seinem Leben zu haben, die einen über alles hinweg trägt, besonders über die Leere, ist nicht nur psychisch förderlich, sondern unterstützt dich auch in deiner seelischen Widerstandskraft. Es ist Selbstausdruck und Selbstfindung, Würdigung deiner Interessen und damit deines Herzens (oder deiner Seele). Es hat die Macht, dich aus dem schlimmsten Schlamassel herauszuholen, mit der Gabe, dich in neue Welten zu entführen - dort, wo alles in Ordnung ist, wo du deinen Platz hast, wo du du selbst sein kannst.

Wer so eine Sache noch nicht hat, sollte beginnen, sie zu suchen. Das sei dir wert!

 

Die Liebe zu uns selbst

liebe zu uns selbst selbstliebe liebe bekommen wir nicht liebe fühlen wirUnd schlussendlich vergessen wir nicht uns selbst: Die Liebe, die wir zu uns haben, ist nicht nur die größte und wichtigste. Sie ist das Eine, was dich durch das Leben trägt, in die richtige Richtung schiebt und notfalls auch mit Ach und Krach lahmlegt, wenn deine Entscheidungen nicht deinem Herzensweg entsprechen.

Jeder Stress und jede Angst, Krankheit, Panik und Depression zeigt uns das: dass wir von unserem Herzensweg abgekommen sind. Es gibt diesen unkaputtbaren Kern in uns, der uns stets vor allem rettet. Er wird nie zulassen, dass wir uns verraten. Und tun wir es doch entgegen seinem Willen, dann rächt sich das oft bitter. Umso wichtiger ist es, diesen Kern, diese Liebe zu dir selbst, zu ehren und täglich zu vertiefen. So verbindest du dich nicht nur mit deiner Intuition, die dir deinen Herzensweg zeigt, sondern auch mit deiner Lebensaufgabe - vor der du ohnehin nicht weglaufen kannst.

Liebe dich: mit allen Dellen, Fettpolstern, Falten, Geheimratsecken und Pickeln. Mit allen Entwicklungspotenzialen (aka Schwächen), Blockaden, eingeredeten Fehlern und Unfähigkeiten. Was wirklich zählt, ist das, was du über dich denkst. Das steuert dich auf deinem Weg. Also denke positiv über dich und erlaube dir, an einen glücklichen Ausgang in all deinen Anliegen zu glauben. Auch, wenn dich jemand vermeintlich verletzen will.

 

Wie wir Liebe lernen können - auch bei Menschen, die schlecht zu uns sind

Ich kann deshalb nur jedem raten, der sich ungeliebt oder falsch behandelt fühlt, diesen EINEN Kern und zusätzlich den gemeinsamen Kern zu suchen. Damit wieder Verbundenheit entstehen kann. Schon DEIN Kern lässt dich Halt spüren. Solltest du dennoch wegen anderen hadern und verletzt sein, findest du den gemeinsamen Kern z. B. mit diesen Fragen heraus:

  • Was möchte dir derjenige zeigen?
  • Was will er dir als Geschenk machen?
  • Was darfst du von ihm lernen?
  • Wo geht es demjenigen genauso wie dir?
  • In welchem gemeinsamen Gefühl spürt du eine Verbundenheit?

Wenn man das Gefühl und die Quelle der Verbundenheit bewusst sucht, findet man sie auch. Dann ist Liebe, die nicht direkt von einem anderen zu dir gegeben wird, ebenso Liebe und nährend. Denn sie ermöglicht dir das Gefühl tiefer Selbsterfahrung, die man nicht nur bei Partnern findet. Sondern überall dort, wo du nach ihr suchst.

Ganz viel Liebe und noch mehr Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

6 Lektionen des Lebens, die ich durch schlechte Zeiten & Schmerz lernte

6 Lektionen des Lebens, die ich durch schlechte Zeiten & Schmerz lernte

 

Menschen kommen nicht in unser Leben, um uns zufrieden zu machen. Sie bringen uns eine Weisheit.

lektionen des lebensEinige kommen, um uns beizubringen, wie man sich trennt. Oder sie kommen, um uns etwas über unseren Wert beizubringen (den, den wir haben und nicht den, den wir uns absprechen). Sie sind Freunde, Bekannte, Kollegen, Chefs, Lieben oder Förderer, die uns dabei unterstützen, verschüttete Schätze zu finden und zu bergen. Wiederum andere sind da, um uns in unserer Lebensaufgabe sicher ans Ziel zu bringen. Jeder Moment, ob wohltuend oder schmerzhaft, birgt eine Lektion. Man kann vor ihr weglaufen, die Schuld und die Verantwortung auf andere schieben, projizieren oder alles bagatellisieren.

Schlussendlich ist niemand auf der Welt, um wiedergutzumachen, was eine Person unserer Vergangenheit versaubeutelt oder unabsichtlich getan hat. Wir sind nicht für die Taten anderer verantwortlich, aber wir tragen die Pflicht, uns um unsere Gefühle und Interpretationen der Vergangenheit zu kümmern. Nicht, um weniger schuldig oder ängstlich zu sein, sondern um uns von ihnen zu befreien. Dankbarkeit für die Anwesenheit von Menschen und ihre Lehre kann ein Weg sein. Aber auch bedingungslose Selbstliebe trotz größter Verletzungen ist ein Pflichtprogramm. Es ist nicht das Ziel, andere für unsere Lebenssituationen in die Verantwortung zu ziehen. Erlaube dir deshalb den Gedanken, dass auch du Menschen Lehren brachtest und noch immer bringst.

 

Liebe bedeutet nicht die Abwesenheit von Schmerz.

Erfolg ist nicht die Freiheit von Misserfolg, Anerkennung nicht die Abwesenheit von Kritik, Zuwendung nicht die Abwesenheit von Alleinsein oder Distanz, eine funktionierende Beziehung nicht immer das, was man “verdient”. Man bekommt zu jeder Zeit das, was man braucht. Vor allem Lernaufgaben. Die helfen uns, in unsere Mitte zu kommen und unsere Handlungen in Übereinstimmung mit unseren wahren Überzeugungen zu bringen. Doch was wir für unsere Mitte halten, muss nichts mit der Erfüllung unserer Träume oder einem ständigen Hoch zu tun haben.

 

Was wirklich zählt, weiß das Ego nicht.

Menschen mit Beziehungsangst, Angst vor Nähe und Selbstverlust verstehenEin fettes Auto zu fahren oder Millionen Follower auf Instagram macht den Umgang mit den großen und kleinen Gefühlen nicht weniger wett. Eine wunderschöne Eigentumswohnung mit Dachterrasse und Blick über die Skyline macht dich nicht weniger einsam. Was zählt, sind die Erfahrungen und das, was wir aus ihnen machen. Wenn uns etwas Schlimmes geschieht, wie eine Trennung, Insolvenz, Scheidungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, Jobverlust oder Krankheit, fällt auf, was wir wirklich brauchen.

Wir müssen nicht warten, bis uns etwas Schlimmes widerfährt, um dann die Schönheit der kleinen Dinge des Lebens zu lernen. Leider ist unser Ego ein Scharlatan und redet uns so manchen Blödsinn ein. Man sollte nicht darauf hören, sondern auf die Stimme, die am leisesten flüstert, die, die am stärksten von Angst in Schach gehalten wird: Wir sind nicht unsere Gedanken, nicht unsere Wohnung, unser Bankkonto, die Meinung oder Ziele anderer Personen. Wir sind wir: individuell, Mensch, Mann, Frau. Wir brauchen keinen Schmerz oder Stress, um uns daran zu erinnern, was wirklich zählt.

 

Jeder hat eine Aufgabe, vor der er nicht fliehen kann.

Es gibt so viele, die sich von ihrer Lebensaufgabe abhalten lassen oder ihr freiwillig aus dem Weg gehen. Sie beschäftigen sich lieber mit Nichtigkeiten (z. B. Jobs, die ihnen nichts bedeuten) oder mit fremden Angelegenheiten. Sie haben aufgehört, sich zu fragen, wie sie durch ihre Fähigkeiten dienen können. Sie wiederholen tagtäglich, was ihnen jemand Angsterfülltes gelehrt hat: “So musst du sein, damit..” und “Das musst du machen, um zu…” Was sie wirklich wollten und wollten, können und sind, liegt irgendwo versteckt oder vergraben. Aber man ist nicht, was die Mutter sagte, werden zu müssen. Man ist nicht, was der Vater von einem erwartet. Man ist nicht die Probleme anderer. Stattdessen darf man sich von allem befreien, was nicht Teil der eigenen Lebensaufgabe ist.

 

Das Leben rächt sich von ganz allein.

Als ich frisch aus der Schule mit dem Abi in der Tasche in ein Praktikum ging, sagte mir meine damalige Chefin diese Worte: “Janett, wenn du hier nichts lernen solltest, merke dir eins: Verschwende deine Zeit nicht mit Rache. Das Leben rächt sich von ganz allein.”

 

Angst, Stress, Schmerzen und Krankheiten sind keine friedliche Lösung.

Manchmal ziehen wir auch aus schlechten Situationen Vorteile, sogar aus Angst und Panikattacken: zum Beispiel, weil man dann nicht mehr zu diesem blöden Arbeitgeber gehen und so tun muss, als würde man seine Werte teilen. Oder weil wir dann nicht die Schwiegermutter ertragen brauchen, weil wir uns wegen Angst nicht trennen müssen, obwohl wir schon lange die Nase voll haben oder oder oder… Angst, Stress und Krankheiten sind da, um uns vor dem Schritt, der uns befreien würde, zu bewahren. Dieser Schritt würde uns aus der belastenden Situation herauszuhelfen. Psychische und körperliche Beschwerden ebenso. Aber wir entscheiden oft für Angst und ihre Wirkungen. Eine sehr radikale Lösung des Körpers, die es nicht einfacher, sondern schwerer macht.

Deshalb: Finde eine andere und friedliche Lösung. Oder finde jemanden, der sie kennen könnte. Sag nicht: “Das klappt nicht!” Das geht nicht!” “Das wird immer so bleiben!” Glaube nicht alles zu wissen, wenn die Wahrheit die ist, dass niemand auf dieser Welt alles weiß.

Trau dich, dazu zu stehen, dass du dir etwas anderes als diesen Job wünschst, einen anderen Partner, keine Kraft mehr für Opfer hast oder keine Lust mehr auf “Leistung” für Zuwendung und Anerkennung (müssen, müssen, müssen, sonst sei man nicht zu gebrauchen und dieser ganze Schmu, den wir freiwillig glauben). Du brauchst keine Angst oder Schmerzen, die dich und andere vor deinen Bedürfnissen schützen. Der Schutz bist DU. Deine Bedürfnisse sind ja da, weil du da bist und weil es dich gibt. Weil es dich gibt, zählen deinen Bedürfnisse. Du darfst dir nehmen, was du verdienst. Schauspielerei und sein, wer du bist, passen einfach nicht zusammen.

Ermögliche dir, die Lösung deines Problems zu sein. Oder finde jemanden, der sie kennt. Denn eine friedliche und gesunde Lösung existiert immer.

Alles Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

 

Das Kleine Mädchen Muss beruht auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen mit meinem inneren Kind, dem man nicht immer alles erlauben und schon gar nicht alles glauben muss. So zickig, wie sie auch sein kann: Sie meint es nur gut mit der erwachsenen Janett, auch wenn sie oftmals vergisst, dass wir keine Kinder mehr sind. Die Regeln der “Großen”, die sie in Schönschrift stets auf einer Papierrolle bei sich trägt, gelten heute einfach nicht mehr. Aber erklär’ das mal einer 12jährigen, die stets versucht, brav und gehorsam zu sein, um ihre Ziele zu erreichen! 


Neulich datete ich wieder einmal einen Mann. Paul sah gut aus, schien intelligent und nett und war ein paar Jahre älter als ich. Und wie viele Singles in Berlin hatte auch er es recht eilig im Finden der Liebe: Treffen nach fünf oberflächlichen Nachrichten, Knutschen am ersten Abend und diese eine bestimmte Biersorte, die ich seiner Meinung unbedingt! trinken musste - aber nicht trank, was ihm genauso wenig schmeckte wie mir Bier.

Schon bei diesem ersten Anflug von Übergriffigkeit wurde ich vorsichtig. Mein kleines Mädchen Muss aber hatte sich schon in der Vorbereitung auf das Fest unseres Lebens komplett in die Farbe der Liebe gekleidet und sich für Beziehung, Zusammenziehen, Hochzeit, Kinder bereitgemacht. Endlich ein erfülltes Leben!, wie sie fand. Dass ich ihr da einen Strich durch die Rechnung machen würde! In ihren Augen war es ein Verbrechen, einen solchen Mann abzuweisen. Sie verzehrte sich nach Liebe und Aufmerksamkeit, doch vergaß beizeiten gern, sich den jeweiligen Mann etwas genauer anzusehen, bevor wir uns auf ihn einließen.

An jenem Abend, es war gegen 22:30 Uhr, verstand sie die Welt nicht mehr. Und erwartete Antworten. Wir sollten eine der schwierigsten Diskussionen führen, die ich je mit meinem inneren Kind hatte austragen müssen. Wir standen im Wohnzimmer, sie bockig und ich genervt. “Ich kann nicht mit einem Mann zusammensein, der mir diktiert, was ich zu fühlen und zu wollen habe! Und das schon beim ersten Treffen! Also HALLO?” erklärte ich ihr.

“Was ist das denn für ein Grund, bitte?” totterte sie und erinnerte mich an all die dummen “Regeln”, die man als Kind so lernt und leider selten wieder vergisst. So auch sie. “Regel Nummero 68: Du musst immer lieb, brav und nett sein. Nur dann mögen dich Menschen. Regel Nummero 68a: Was nicht für dich passt, musst du halt passend machen.” An ihrem ernsten Blick konnte ich ablesen, dass sie so schnell nicht aufgeben würde. Sie rückte ihre Besserwisser-Brille zurecht, während ihre Stirn in Zorn vor sich hinknitterte.

“Das ist ein sehr guter Grund! Ich suche nämlich einen Partner und keinen Vater.”

Wütend stapfte sie auf den Boden. “Ich will nicht mehr allein sein!”

“Liebe hat aber nichts mit Gehorsam zu tun. Sie ist kein Weg aus der Angst vor’m Alleinsein oder der Einsamkeit, Angst, nicht genug zu sein und Angst vor Trennung und Verlust… Soll ich weitermachen?”

Sie seufzte tief. “Weißt du, was ich glaube, was der Paul gedacht hat? Er wollte nur, dass du einen schönen Abend hast!” schnödelte sie weiter. “Männer sind da doch ganz einfach gestrickt: Sie wollen die Frau erobern, sie beeindrucken, mit ihrem Wissen, ihrem Aussehen”, belehrte sie mich, während ihr langer, wohlgeflochtener Zopf im Takt ihrer Argumentation wippte. “Und auch mit ihrer sensiblen Seite, ihrem Erfolg und kulinarischen Erfahrungen!” Sie legte bedächtig ihr Patschehändchen auf meine Schulter. Sie verfolgte ganz offensichtlich einen Plan, wie sie mich doch noch dazu bekam, dass ich Paul voller Freude anrief, obwohl wir nicht zusammenpassten.

“Bier für drei Euro fünfzig in ‘ner Weddinger Kneipe? Das ist doch nicht kulinarisch!” Und er hätte es noch nicht einmal bezahlt, dachte ich mir im Stillen. Ich vergaß, dass sie alle meine Gedanken hören konnte. Sie war eben Teil von mir - so wie so manches Bier zu manchem Mann gehörte.

“Das hätte er bestimmt, wenn du nicht auf deinen blöden Weißwein bestanden hättest!” prustete sie.

(Immerhin schmeckte der vertraut.)

“Oder nimm diesen ersten! Ähm…wie hieß er denn noch gleich?” Sie klappte ihre Regelrolle auf. Sie hatte darauf einen dieser gelben Memozettel geklebt und die wenigen Namen der Männer, die ich seit meinem Partnersuchstart im Juni kennengelernt hatte, notiert. Ich lugte verwundert über den Rand der Rolle.

“Meinst du den, der eigens nach ein paar Stunden beschloss, dass ich mit ihm schlafen würde?”

“Ja! Genau…” Sie hielt kurz inne. “…aber er war SEHR freundlich!” Ich nickte nur stumm und versuchte ihr mit einem lächelnden Blick zu sagen, dass ich diese Diskussion ganz sicher gewinnen würde, wenn ihre Argumente weiterhin so dünn blieben.

“Oder Nick!” Ich hätte es ahnen müssen. “Er wollte, dass du zu ihm fährst, aber nein! Du musstest ja lieber mit deinen Freundinnen tanzen gehen!” Natürlich holte sie die eine Keule heraus, die mich am ehesten treffen würde. Und natürlich heißt er nicht Nick. Einige Mädels aus der Schule nannten ihn nur so, weil er früher so aussah wie Nick Carter. Ich war ihm vor einigen Wochen auf einer Singlebörse “über den Weg gelaufen” und musste mich unweigerlich daran erinnern, wie schwer ich von der 7. bis zur 11. Klasse in ihn verknallt gewesen war. Das letzte Jahr war er nicht einmal mehr auf der Schule gewesen, aber er wurde trotzdem schmerzlich vermisst. “DEN mochte ICH!”

“Genau. DU mochtest ihn. Das kleine 12jährige Mädchen, das noch nicht einmal einen BH trug, als sie von einem der begehrtesten Jungen der ganzen Schule gemocht wurde! In deinem Kopf stehst du noch immer im Bus zur Schule und klammerst dich an die Haltestange - aus Angst, umzukippen, weil er hinter dir steht!”

Sie schaute mich verblüfft an. “Ja, so war das. Worauf willst du hinaus?”

“Dass ich keine 12 mehr bin und er keine 14. Jeder hat sein Leben. Wir sind erwachsen.” Als wir für einige Tage sporadischen Kontakt hatten, wurde schnell klar, dass es ihm stresstechnisch nicht so gut ging. Mir ging es selbst sehr verhalten zu der Zeit. “Du erinnerst dich an meine Schlafprobleme? Ich hatte einfach keine Kraft.”

“Aber du hättest doch trotzdem hinfahren können! Du bist doch nur nicht zu ihm, weil du Angst hattest, dich in ihn zu verlieben! Von wegen ‘keine Kraft’!”

Wie kommt man da wieder heraus?, fragte ich mich. Ich musste mich an all die Männer erinnern, die ähnliche Diskussionen mit mir geführt hatten und partout nicht verstehen wollten, dass Liebe nicht immer in eine Beziehung führt und eine Beziehung eben mitunter auch keine Liebe macht. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt war, für die Liebe muss man Platz im Leben schaffen. Aber nicht immer war das so einfach, besonders beim Thema Jugendliebe oder gar Fernbeziehungen.

“Angst muss nicht immer falsch sein. Manchmal ist sie auch sehr nützlich.” Ich prüfte kurz, ob das in Bezug zu Nick auch stimmte oder nur eine Ausrede war, die in meinem Kopf gut klang. “Wie dem auch sei…” Ich schüttelte der Einfachheit halber den Rest der Zweifel ab, während mein kleines Mädchen Muss mich angestrengt musterte.

Ich fuhr fort: “Nick mal kurz beiseite! Was die anderen Männer angeht: Wer sich wie ein kleines Mädchen benimmt und auf Teufel heraus von irgendwem geliebt werden will und alles tut, was der potenzielle Partner will, der wird auch wie ein kleines Mädchen behandelt. In unserem Fall heißt das, Süße: Wir kriegen Männer ab, die uns sagen, was wir trinken, essen, denken, fühlen, wollen und tun sollen. Man sollte weder seine Gesundheit noch sein Wohlbefinden für eine Beziehung opfern, nur aus Angst vor’m Alleinsein.”

“Du bist echt die Einzige auf der Welt, die es schafft, eine Einladung oder ein Bier zu einem Thema der Unterdrückung zu machen. Und DU nennst MICH verrückt!” Sie stapfte wieder auf die Dielen, die unter ihren kleinen Füßen bejahend quietschten.

Ich spitzte die Lippen, um etwas mehr Zeit zu gewinnen. “Touché”, grinste ich ihr schließlich breit ins Gesicht, und gab mich mit der Schwäche geschlagen, mitunter schneller das Handtuch zu werfen als andere.

Sie schnaubte enttäuscht und wurde urplötzlich traurig. “Andere haben wenigstens jemanden, auch wenn sie nicht verliebt sind oder es nicht optimal passt.”

“Und ich wünsche ihnen viel Glück dabei. Aber das ist nicht unser Weg.” Ich musste kurz ein- und ausatmen. “Ich glaube eben nicht, dass eine Beziehung ein Ersatz für einen Lebensplan ist.” Immerhin hatte ich zu genüge lernen dürfen, dass Partnerschaften einen weder vor den Unannehmlichkeiten des Lebens noch vor einen selbst retteten. Am Ende war man doch nur mit sich zu Gange, im Guten wie im Schlechten. Wer nicht mit seinen Gefühlen, besonders den fiesen und stechenden, umgehen konnte, der würde auch vor den Tiefs in einer Partnerschaft nicht gefeit sein. Davon war ich überzeugt. Das war mein 11. Gebot. Gäbe es das als Bildspruch, würde es in A0-Format über meinem Bett hängen. Wenn ich mir all die Paare ansah, die aus lauter Angst vor einem Neubeginn oder ihren Gefühle und dem, was NACH einer Trennung kommen könnte, lieber an ihrer kaputten Beziehung festhielten, wollte ich instinktiv immer zum Telefonhörer greifen und meiner Mutter gratulieren, dass sie mir so einen Unsinn nicht beigebracht hatte.

“Manches auf dieser Welt kann man einfach nicht erzwingen. Und Liebe gehört definitiv dazu. Schreib das doch bitte mit zu deinen Regeln…unter Nummer…ähmmm…” Ich versuchte mich an die letzte Regel zu erinnern, aber meine Kleine hatte so endlos viele.

“Regel Nummero 100: Du musst immer wollen, was andere wollen!” Sie starrte eine Weile auf diese Regel.

“Merkste selbst, oder?” lächelte ich vorsichtig, um sie nicht weiter zu enttäuschen.

Sie seufzte, streckte mir ihre kleine, zarte Hand offen hin und signalisierte damit, dass ich ihr einen Stift reichen möge. Ich tat wie verlangt, aber musste unentwegt grinsen, so wie Nick es früher immer getan hatte, wenn er sich über jemanden amüsierte - im niedlichen Stil - mit erhobenem Kopf und einem verschmitzten Blinken in den Augen. Sie holte noch einmal Luft, bevor sie den Stift ansetzte und die Regel durchstrich. Dann schaute sie mich mit großen Fragezeichen im Gesicht an. Sie wollte eine neue Regel. Sofort.

“Wie wäre es mit ‘Ich darf darauf vertrauen, dass zur rechten Zeit der richtige Mensch in mein Leben tritt.’?'”

“Echt jetzt?” wütete sie. Ich nickte nur und verschränkte bestimmt die Arme vor der Brust. Sie musterte mich ein paar Sekunden lang und schrieb schließlich gehorsam meine Worte auf. Doch eine letzte Frage brannte ihr noch unter den Fingernägeln:

“Und wie geht’s nun weiter?”

Ich wusste, dass mein kleines Mädchen Muss einen Plan wollte, eine Garantie, und die am liebsten mit Unterschrift und Blutzeichen. Doch für Liebe gibt es nun einmal keine Garantie. Und wie mein Ex Sven immer so schön und richtig zu sagen pflegte: ‘Man kann sich eben nicht aussuchen, wen man kennenlernt.’

“Was machen wir denn jetzt?” wiederholte sie ihre Frage etwas drängender.

Ich dachte kurz nach und seufzte. “Weinchen?” grinste ich sie schließlich an und tätschelte ihr auf dem Weg in die Küche beruhigend die Schulter.

©Janett Menzel

Fotos: New York Zoos and Aquarium

Hier geht’s zur ersten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: Der innere Kritiker (Nr. 1)
Hier geht’s zur zweiten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: “Du brauchst einen Mann!” (Nr. 2)

 

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