Der Haustier-Effekt: Durch Tiere heilen

Der Haustier-Effekt: Durch Tiere heilen


Hund, Katze oder Pferd als Therapeut: Können Tiere wirklich heilen bzw. die Heilung von psychischen Erkrankungen maßgeblich unterstützen? Zumindest gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte und mittlerweile auch Studien, die das nahelegen. Im Englischen spricht man bereits vom „pet effect“. Vor allem bei Depressionen sollen Haustiere hilfreiche und liebevolle Begleiter sein, die den Betroffenen aus der Isolation befreien, ins Tun bringen und mit seinem Herzen verbinden.

Auch ich habe in meiner damaligen Angst- und Panikstörung den “pet effect” (Haustier-Effekt) erfahren, mit einer Katze. Die neuesten Überlegungen und Studien kommen also nicht von ungefähr.

Heilung durch Tiere: Was neueste Studien dazu sagen

Tiere sind gut für die Psyche
Tiere sind gut für die Psyche, nicht nur in Zeiten von Angstzuständen und anderen psychischen Herausforderungen.

Tiere: Ihnen werden nicht nur Qualitäten wie “ein guter Zuhörer” zu sein zugeordnet. Für viele Haustierbesitzer sind sie die besten Freunde und echte Familienmitglieder, die nicht weniger Bedeutung haben als Menschen. Die Wirkung von Tieren auf Menschen mit psychischen Herausforderungen wie Angst und Depressionen rückte unlängst immer stärker in den Fokus der Forschung und Wissenschaft.

Jüngst bestätigen Studien vor allem die heilsame Wirkung von Tieren auf die menschliche Psyche. Sobottka und sein Team im Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide untersuchten bei depressiven Patienten die Wirkung von hundegestützten Therapien im Vergleich zu herkömmlichen Therapiestunden. Seine Forschungsergebnisse zeigten, dass Therapiehunde die Suizidgefahr deutlich minimierten.

Auch die University of British Columbia nahm sich, wie einige weitere US-Unis, diesem Thema an. Bereits nach der ersten Therapiesitzung mit Hunden berichteten die Studierenden von verringertem Stress, mehr Energie und einem erhöhten Glücksgefühl. Selbst nach mehreren Therapiestunden hielten diese Effekte an.

Ich holte mir eine kleine Katze, gerade einmal vier Wochen alt und – wie sich herausstellte – krank, als ich mitten in meiner Angststörung mit Panikattacken war. Die Kleine half mir nicht nur, mich aus meinen sabotierenden Gedanken rund um die nächste Angst zu holen. Sie brauchte mich und gab mir zugleich unendlich viel Liebe. Vor allem zwang sie mich, rauszugehen, als ich mit ihr zum Tierarzt musste. Aber Tiere halten noch weitere positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche bereit:

Tiere und ihre Wirkung auf Angst und die Psyche

die positiven Auswirkungen von Tieren auf die menschliche Psyche
Was Tiere alles Positives für die menschliche Psyche bewirken können, hat die Forschung bislang nur in Bruchstücken zeigen können.

Nach wie vor konnten noch nicht alle direkten Auswirkungen von Tieren auf unsere psychische Gesundheit eingehend von der Forschung geklärt werden. Doch für viele brauchen wir gar keine Studien:

Wer Angst hat und sich Menschen gegenüber nur schwer öffnen kann, dem gelingt das möglicherweise gegenüber einem Tier. Schon leichte Berührungen können eine lange nicht mehr gespürte Erfahrung sein, die Spannungen im Körper abbaut, Stresshormone reduziert und die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin verstärkt. Die Beziehung zwischen dem Tier und dir ist vor allem gut für dein geschwächtes Vertrauen in deinen Körper und Geist, in die Liebe und die Welt, in Menschen und in dich. Denn: Die Fürsorge, die dir ein Tier abverlangt, kann deine Selbstwirksamkeit maßgeblich stärken.

Außerdem: Ein Tier urteilt nicht. Es kennt keine Gerüchte, keine menschlichen Wertmaßstäbe, denen wir uns allzu oft unterwerfen. Es erwartet weder Perfektion noch einen lupenreinen Lebenslauf, kein tolles Aussehen oder lange Gespräche, keine Glanzleistungen usw. Nachdem das erste Vertrauen aufgebaut ist, ermöglichen Tiere einen unbefangenen Körperkontakt. Vor allem Patienten mit Angststörungen können von dieser Vorurteilsfreiheit profitieren.

Hinzu kommt: Ein Tier lebt im Hier und Jetzt und zwingt uns auf sanfte Weise, dasselbe zu tun. Dadurch üben wir uns in Achtsamkeit, die uns von Ängsten vor der Zukunft und den Schatten der Vergangenheit ablenken kann.

Doch nicht nur bei Angst kann ein Tier eine heilsame Wirkung haben: Menschen, die an Depressionen leiden, ziehen sich häufig stark aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Der unkomplizierte, vorurteilsfreie Kontakt zu den Tieren, die bedingungslose Zuneigung zeigen, kann ein erster Schritt sein, um sich auch den Menschen wieder anzunähern. Nicht zuletzt vertreibt ein Haustier die Einsamkeit, denn es ist immer da. Aber auch Gassigänge, Besorgungen oder Tierarztbesuche bieten außerdem Anlass, die eigenen vier Wände zu verlassen und mit Menschen in Kontakt zu treten.

Das eigene Haustier: So heilsam kann es sein

ob Therapietier oder Haustier: Tiere helfen uns von innen heraus zu heilen
Mit dem Haustier gegen den stressigen Alltag und Sorgen im Privatleben, dem geschwächten Selbstwert oder ständigen Zweifeln: Geht das? Ja.

Den eigenen Hund oder die Katze zu versorgen, kann also eine heilsame Erfahrung sein. Auf der einen Seite steht das Gefühl des Gebrauchtwerdens und der Übernahme von Verantwortung. Schnell werden das Füttern der Katze oder der Hundespaziergang zur Routine. Das bringt wertvolle Struktur und Impulse in den Alltag, die Halt geben und für neue Sicherheit sorgen können.

Das Geliebtwerden spielt ebenfalls eine große Rolle. Stark menschenbezogene Tiere wie Hunde fordern den Kontakt aktiv ein. Sie begrüßen „ihren“ Menschen mit einem freudig-aufgeregten Schwanzwedeln. Aber auch schmusebedürftige Katzen brauchen ihre Streicheleinheiten. Wer vorher einsam in der Wohnung saß, bekommt mit dem Haustier einen loyalen Gefährten.

Für Hundeliebhaber: Spaziergänge mit dem eigenen Hund bieten gleich in mehrfacher Hinsicht positive Auswirkungen. Wer sich im Alltag nur zu wenigen Tätigkeiten aufraffen kann, muss spätestens jetzt ins Handeln kommen. Auch gegen den sozialen Rückzug im Rahmen einer Depression oder Angststörung sind Hundespaziergänge ein probates Mittel. Je nach Wohnlage und Uhrzeit begegnet man weiteren Hundebesitzern und nach mehreren Begegnungen entstehen Gespräche und vielleicht sogar neue Bekannte oder gar Freunde. Spaziergänge wirken sich außerdem zu jeder Jahreszeit positiv auf die allgemeine Gesundheit aus. Dazu braucht es zwar streng genommen keinen Hund, aber das Tier sorgt für Regelmäßigkeit in der Bewegung, die dem Körper und Geist guttun. Durch das Tageslicht wird zudem die Vitamin-D-Produktion angekurbelt: Denn ein Mangel an Vitamin D kann nicht nur das Immunsystem schwächen, sondern auch an der Entstehung von Stimmungstiefs, Angstzuständen und Depressionen beteiligt sein.

Ist ein eigenes Haustier nützlich für deine Genesung?

sich ein Haustier zulegen gegen Angst, Einsamkeit und Depressionen?
Tiere heilen uns, aber sie brauchen auch ein stabiles Umfeld und ein Zuhause. Deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man das dem Tier bieten kann.

Vor der Anschaffung eines eigenen Tieres sind ein paar Punkte zu bedenken. Denn vor allem bei stärkeren Depressionen oder anderen schweren Krankheiten muss die Versorgung des Haustiers sichergestellt sein.

Je besser das Tier ausgebildet ist, desto höher der Anschaffungspreis. Der liegt für einen fertigen Therapiehund normalerweise im fünfstelligen Bereich. Diese Therapiehunde sind aber vor allem für die tiergestützte Therapie in Institutionen ausgebildet. Ein privates Haustier hingegen ist für deutlich weniger Geld zu haben, sollte aber nachweislich gesund und wesensstark sein und bereits eine gute Grundausbildung genossen haben oder sie gewährleistet bekommen.

Diese Checkliste hilft bei dir der Frage, ob für dich ein eigenes Haustier für die Therapie in Frage kommt oder du gezielt nach tiergestützter Therapie suchen solltest:

  • Ist bereits Erfahrung mit Haustieren und dem Wunschtier (Katze, Hund, usw.) vorhanden?
  • Ist ausreichend Platz für eine Tierhaltung vorhanden?
  • Ist die Tierhaltung in der Wohnung oder im Haus erlaubt?
  • Reichen die finanziellen Mittel aus? Neben der Anschaffung sind auch Kosten für Futter und Tierarzt mit einzurechnen.
  • Kann das Tier langfristig bleiben und hier seinen Lebensplatz finden?
  • Liegt beim Patienten oder den Haushaltsmitgliedern eine Tierhaarallergie vor?
  • Handelt es sich um ein besonders verträgliches und menschenbezogenes Tier? Vorzugsweise mit guter Ausbildung?
  • Ist der Patient psychisch und/oder körperlich stabil genug, um die Versorgung des Tiers zu übernehmen?
  • Welches Tier passt zur Persönlichkeit des Patienten?
  • Gibt es jemanden, der sich im Notfall um die Tierversorgung kümmern kann? Zu bedenken sind auch Urlaube und andere Abwesenheiten.

Auch ohne eigenes Tier möglich: Tiergestützte Therapie

tiergestützte therapie gegen angst, panikattacken und depressionen?
Tiergestützte Therapien: eine sinnvolle Therapieform der Zukunft.

Wenn die Lebensumstände oder die finanzielle Lage keine Tierhaltung erlauben, kommt trotzdem eine tiergestützte Therapie in Frage. Viele Institutionen haben die tiergestützte Therapie schon als festen Bestandteil in ihr Angebot integriert. Ausgebildete Therapiehunde sind beispielsweise in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, aber auch in Seniorenheimen im Einsatz.

Zur Therapiearbeit zählt neben dem körperlichen Kontakt durch Schmuseeinheiten beispielsweise auch die Kommunikation mit dem Tier ausschließlich über Körpersprache ohne weitere Kommandos. Hierdurch erfahren die Patienten viel über ihre Körperwirkung. Denn schon kleine Änderungen verändern den Einfluss auf das Therapietier stark. So hilft es den Tieren vor allem, ihre eigenen Ängste zu überwinden, wenn die Betroffenen sich ihren gestellt haben und so mehr Selbstvertrauen dem Tier gegenüber zeigen. (1)

Je nach Krankheitsbild eignen sich bestimmte Tierarten besonders gut:

Katzen kommen vorzugsweise in Altersheimen und Patienten mit Demenz zum Einsatz. Sie sind vergleichsweise ruhig und haben ihren eigenen Rhythmus, was der oft verringerten Beweglichkeit der Heimbewohner entgegenkommt. Auch senken sie mit ihrem Schnurren den Blutdruck.

Lebhaftere Tiere wie Hunde oder Pferde fordern den Patienten von sich aus und locken ihn aus der Reserve. Daher sind sie die idealen Begleiter bei einer Depression.

Pferde flößen durch ihre Größe zunächst einen gewissen Respekt ein. Ist diese Barriere erst einmal gebrochen, steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie sind gutmütige und gelehrige Riesen, manchmal gepaart mit etwas Eigensinn. Der Umgang mit ihnen erfordert einen bewussten Umgang mit Stimme und Körpersprache. Sie besitzen ein feines Gespür für Unsicherheiten und sind in der Lage, ihr Gegenüber zu spiegeln und dadurch unmittelbares Feedback zu geben.

Hunde schaffen die Balance aus hoher Aktivität und viel Feingefühl gegenüber ängstlichen Patienten. Zu den bevorzugten Hunderassen als Therapiehund gehört der Australian Working Kelpie. Diese sensible Rasse gilt als äußerst verträglich und ist sehr menschenbezogen – die ideale Kombination für einen Therapiehund.

Quellen:
Tiergestützte Therapie psychisch Kranker. Doktor Hund heilt Depressionen.
14.08.2012. https://www.focus.de/wissen/natur/hunde/forschung/tid-26526/tiergestuetzte-therapie-bei-depressionen-gesund-mit-hund_aid_781646.html (Zugriff am 23.04.2019)

Feldman, Steven. For Better Mental Health, Experience The Pet Effect. 21.08.2017. https://www.mentalhealthamerica.net/blog/better-mental-health-experience-pet-effect (Zugriff am 23.04.2019)

Trennung von der Dualseele: Warum Loslassen wichtig ist

Trennung von der Dualseele: Warum Loslassen wichtig ist

Der perfekte Partner, der wie ein Puzzleteil zu einem passt: Wer wünscht sich das nicht? Doch hat man seine Dualseele gefunden, bedeutet das nicht, dass man für immer zusammenbleiben wird. So ideal zwei Dualseelen sich ergänzen können, so sehr können sie einander auch verletzen. Dualseelenliebe kann unheimlich schwer sein, denn nicht immer sind beide Partner bereit für das gemeinsame Glück. Der Weg dorthin ist von Hindernissen gepflastert und nicht selten muss man vorerst wieder auseinandergehen. Das ist sogar wichtig, um später noch einmal zusammenfinden zu können – dann unter besseren Vorzeichen. Was bedeutet es, sich von seinem Seelenpartner zu trennen?

Dualseelenliebe: Was ist das eigentlich?

aber bleiben sie auch für den rest des lebens zusammen?
Dualseelen: vorherbestimmte Partner.

Dualseelen entstammen ein und derselben Ur-Seele. Sie wurde vor langer Zeit in zwei Teile gespalten, die jeder für sich auf die Welt kamen. Ihr ganzes Leben lang und über alle Inkarnationen hinweg zieht es die getrennten Dualseelen wieder zueinander hin. Sie sehnen sich danach, mit ihrem Partner vereint zu werden. Viele Menschen spüren eine solche Sehnsucht in sich, noch bevor sie überhaupt wissen, dass es diesen anderen Part gibt, der untrennbar zu ihnen gehört. Wenn sie ihm jedoch begegnen, empfinden sie eine innige Verbindung, die stärker ist als alles, was sie zuvor erlebt haben. Sie haben das Gefühl, erst diese andere Person könne sie und ihr Leben vollständig machen. Aus einer solchen Begegnung entstehen leidenschaftliche Beziehungen.

Im Idealfall sind beide Partner im perfekten Einklang und erleben eine intensive, authentische und liebevolle Beziehung – aber ein solches Traumpaar sind sie nicht von Anfang an. Das große Glück wird erst ganz zum Schluss erreicht: nämlich dann, wenn beide ihre Lernaufgaben gemeistert haben. Zwar können die Seelen auch vorher schon zusammenfinden, dann jedoch gibt es häufig Probleme. Viele Dualseelenpartnerschaften zeichnen sich durch starke Gefühle und Leidenschaft, aber auch durch Streit und Krisen aus. Die Liebe wird zu einem harten Kampf, der mit viel Leid verbunden ist.

Warum ist Dualseelenliebe so schwer?

dualseelenliebe ist schwierig - aber warum?
Die Liebe zwischen Dualseelenpartner ist oft mit großem Schmerz, Angst und vielen Krisen verbunden.

Ein Grund, warum Dualseelenliebe so kompliziert ist, besteht darin, dass sie die Schattenseiten eines jeden Partners zum Vorschein bringt. Noch dazu unterscheiden sich die Seelen sehr voneinander: Ein Part ist meist ein Gefühls-, der andere ein Verstandesmensch. Ersterer möchte in Emotionen schwelgen und sucht Nähe, während Letzterer sich überfordert fühlt und abblockt. Der emotionale Partner investiert stark in die Beziehung und ist bereit, sich dafür aufzuopfern, wohingegen der andere eher auf sich selbst achtet und sich vor zu viel Innigkeit schützen möchte. Die enorme Kraft der Dualseelen-Verbindung macht ihm Angst.

Diese Dynamik lässt ein Ungleichgewicht entstehen, das zu Leid, Angst und Verletzungen führt. In einem solchen Fall ist es besser, sich zu trennen. Erst wenn jeder Partner auch die ihm fehlenden Eigenschaften erlangt hat und in sich selbst ein Ganzes bildet, können die Seelen erneut zusammenfinden und die große Liebe leben, die für sie vorgesehen ist. 

Wann und warum ist eine Trennung wichtig?

Wenn zwischen euch ständig Streit herrscht, ihr von einer Krise in die nächste rutscht oder gemeinsam mehr schlimme als schöne Momente erlebt, ist eine Trennung notwendig – auch wenn ihr euch lieben. Zieht ein Partner sich vom anderen zurück und bricht den Kontakt ab, dann ist Klammern ebenfalls die falsche Lösung. Jetzt ist es wichtig, die Dualseele loszulassen

Jeder Einzelne muss nun erst einmal seine Lernaufgabe erfüllen und zu sich selbst finden. Das Verhalten, welches in der Beziehung störend war, muss überwunden werden – das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Es kann viele Jahre dauern. Während beide Seelen getrennt sind, arbeiten sie an sich, lernen und wachsen an ihren Aufgaben. In dieser Zeit stehen andere Dinge im Vordergrund und auch andere Partnerschaften können jetzt gut und richtig sein. 

Die Trennung bedeutet nicht das Ende der Dualseelenliebe 

Einander loszulassen, bringt die beiden Seelen ihrem gemeinsamen Glück einen großen Schritt näher. Nur so ist es möglich, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt wiederbegegnen und ihre Liebe endlich in Harmonie leben können. Dass diese erneute Begegnung stattfinden wird, ist sicher – denn nichts kann Dualseelen endgültig entzweien. Sie bleiben verbunden und gehören zusammen, egal, was geschieht.

Da der entscheidende Entwicklungsprozess jedoch nicht innerhalb der Beziehung stattfinden kann, ist es notwendig, getrennte Wege zu gehen. Nur indem man loslässt, gibt man der Liebe die Chance, irgendwann zu einer erfüllenden, glücklichen Partnerschaft zu werden. Finden beide Dualseelen später wieder zusammen, sind sie noch immer zwei verschiedene Persönlichkeiten – doch nun sind sie weiser, haben mehr Verständnis füreinander und ergänzen sich perfekt.

Loslassen erfordert Mut und Kraft 

loslassen der dualseele
Liebeskummer hoch 10: Wieso die Trennung von der Dualseele so unendlich viel schmerzhafter ist

Sind andere Trennungen schmerzhaft, dann sind Dualseelentrennungen fast unerträglich. Sie bringen extreme Trauer und Verlustgefühle mit sich. Man fühlt sich einander so nah, dass man glaubt, ein Teil von einem würde fehlen. Um den Schmerz zu überwinden, gilt es, positiv nach vorn zu schauen. Tue Dinge, die dir Freude bereiten, sprich mit Menschen, die dich unterstützen, und verliere nicht die Hoffnung: Die Zeit heilt alle Wunden – auch diese. Es wird leichter.

Viele tappen jetzt in eine Falle: Sie hoffen insgeheim, den Seelenpartner bald zurückzugewinnen. Der Versuch, sich weiterzuentwickeln, geschieht mit dem Hintergedanken, sich irgendwann wieder mit der Dualseele zu vereinen. Doch diese Motivation hindert dich daran, wirklich loszulassen. Bedenke: Es kann viel Zeit vergehen, bevor ihr beide einander wiederfindet. Möglicherweise geschieht das auch erst im nächsten Leben. Darauf zu warten, ist also nicht sinnvoll.

Die Dualseele loszulassen, heißt, sich selbst zu finden 

extreme Trauer nach Trennung von Dualseele ist normal

In erster Linie geht es nun darum, zu wachsen. Kümmere dich um dich, dann wird sich vieles von selbst ergeben. Wenn du Kraft und Lebenslust in dir findest, erkennst, was dir guttut, was dir Freude schenkt, woran du arbeiten möchtest und welche Aufgaben du im Leben erfüllst und zu erfüllen hast, kommst du mit dir ins Reine. Nimm dir dafür Zeit und sei offen für alle Erfahrungen, die du auf deiner Reise machst. So tankst du Selbstvertrauen und wirst immer mehr du selbst. Das ist die Voraussetzung für ein glückliches Leben – und schließlich auch für eine erfüllende Dualseelenliebe.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Lisanne Heine.

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

“Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist”, sagte schon Voltaire. Doch einfach glücklich sein – wenn das so leicht wäre. Die Suche nach dem Glück ist für viele Menschen eine Lebensaufgabe. Für andere stellt sich die Frage: Darf ich denn überhaupt glücklich sein? Habe ich Glück verdient? Solche Gedanken können zu einer regelrechten Angst vor dem Glück führen.

Glück und glücklich sein: ein- und dasselbe?

Natürlich darfst du glücklich sein, so, wie jeder Mensch. Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Unglück oder das, was nur anderen geschieht. Während wir Glück oft mit etwas Zufälligem wie den Lottogewinn oder die große Liebe in Verbindung bringen, meint es eigentlich: Zufriedenheit. Zufrieden mit dem Leben, das wir führen, unter welchen Umständen auch immer. Dankbar sein für das, was man hat. Und das Leben leben, wie es kommt.

Glück kommt auch nicht automatisch durch ein bestimmtes Ereignis. Das wäre gegen die Naturgesetze: Denn das Leben an sich bewegt sich zwischen Polaritäten, guten und schlechten Zeiten, hell und dunkel, leicht und schwer, Yin und Yang. Es geht um Balance, das Gleichgewicht, und nicht um das ewige Hoch, wonach heute so viele streben.

Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sind oft trotzdem glücklich – auch wenn sie sich ihr Lebensglück zurückerkämpfen mussten. Andere Personen haben fast alles im Leben, was man sich wünschen kann, ohne größeren Sorgen – und doch fühlen sie sich unglücklich und wissen oft nicht einmal, warum. Vielleicht haben sie so viel in ihrem Leben erreicht, dass das Weiter – Schneller – Höher – Mehr ihnen Probleme bereitet: Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun könnten, um … für immer glücklich zu sein. Materielle Dinge vermögen nur für kurze Zeit Glück zu schaffen, das zeigten ausreichend Studien mit Lottogewinnern, von denen viele im Endeffekt unglücklicher waren als vorher – trotz ihres Reichtums. Und sehr oft auch depressiv/er. Genauso wie es auch in einer Partnerschaft immer zu Krisen oder kleinen Auseinandersetzungen kommen wird.

Das Leben und das Glück sind wie eine Sinuskurve. Es kommt in Wellen, und mal geht es hoch und dann wieder runter. Nur wenn wir es schaffen,

  • unseren Mut zu behalten
  • an uns und das Gute zu glauben
  • Lösungen für Herausforderungen zu suchen
  • uns in Akzeptanz zu üben
  • und trotz Rückschlägen weiter zu machen,

können wir dauerhaft zufrieden sein.

Ich habe dir viele Wege zusammengestellt, wie du aktiv an deinem Glücklichsein arbeiten kannst – nicht nur, um deiner Gesundheit Gutes zu tun!

21 Wege, um glücklicher zu sein: Das kannst du tun, um dein Glücksgefühl zu steigern

Manchmal will sich kein Glücksgefühl einstellen, obwohl die Rahmenbedingungen doch stimmen. Oder dir ist zum Heulen zumute, aber irgendwie muss es ja weitergehen. Für diese Situationen gibt es einige Rezepte, mit denen du Zufriedenheit aus dem Versteck lockst

1.Trage ein Lächeln auf den Lippen

Auch wenn dir nicht zum Lachen zumute ist, kannst du deinen Mund dazu zwingen: Ziehe die Mundwinkel nach oben. Automatisch gehen Glückssignale an dein Gehirn. Glückshormone werden ausgeschüttet. Fake it until you make it – das geht auch körperlich!

2. Höre deine Lieblingsmusik

Musik kann eine Zeitmaschine sein. Sie bringt glückliche Erinnerungen an besondere Menschen, Orte oder Erlebnisse zurück. Gönne dir diese kleine Reise und tauche ab in gute Zeiten und andere Welten. Lass deinen Geist wandern und träume einfach mal wieder.

3. Sing a Song

Singen ist gut für die Seele. Studien haben nachweisen können, dass Singen Angst reduziert. Außerdem wird beim Singen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beruhigend und anregend zugleich wirkt – und zu den Glückshormonen zählt. Es fördert deine Geborgenheit.

4. Treibe Sport

Auch wenn du nur wenige Minuten investieren kannst: Lege so oft wie möglich eine kleine Sporteinheit ein. Die Konzentration auf die Übungen und Bewegungen lenkt dich von unangenehmen Gedanken ab. Im Anschluss hast du nicht nur das gute Gefühl, etwas für dich getan zu haben. Ausdauersport kann depressiven Verstimmungen vorbeugen und auch ein Angsthemmer wird während des Sports ausgeschüttet – neben vielen Glückshormonen und der Senkung von Stresshormonen!

5. Bewege dich schwungvoll

Eine negative Haltung findet ihren Ausdruck oft im Gang: langsam und schlurfend. Steuere bewusst dagegen und lege ein paar schwungvolle Schritte in aufrechter Haltung ein. Netter Nebeneffekt: Du wirst von deinem Umfeld als positiver und dynamischer wahrgenommen. Wenn du diese Technik noch körperlich untermauern willst, dann nutze die Erkenntnisse von Amy Cuddy, die bei bestimmten Körperposen herausfand, dass sie sich auf die Selbstsicherheit, Angstfreiheit und Zufriedenheit auswirkte.

6. Geh an die frische Luft

Sauerstoff und Tageslicht beleben deinen Körper sofort – selbst an trüben Tagen entfalten sie ihre Kraft. Schon der Weg nach draußen sorgt für Ablenkung. Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und erdet dich.

7. Schlafe genug

Schlafmangel ist ein Energieräuber. Nur mit genügend Schlaf – für die meisten Menschen sieben bis neun Stunden – hast du dauerhaft Energie, um deine Tage erfolgreich zu bewältigen. Wenn dir das Einschlafen schwerfällt: Verkneife dir den abendlichen Snack und verzichte auf elektronische Geräte, bevor du ins Bett gehst. Schreibe lieber auf, welche Gedanken dich bewegen – so kannst du sie ablegen und dich entspannen, statt dich in den Schlaf zu grübeln.

8. Iss dich glücklich

Serotonin gilt als Glückshormon. Es wird zum Beispiel produziert, wenn wir dunkle Schokolade essen. Nüsse, Samen, Bananen und Pilze, aber auch Fisch, der reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ist, kurbeln die Serotoninproduktion an. Hingegen kann eine falsche Ernährung Angst und Depression auslösen.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

Kennst du Menschen mit einer positiven Grundeinstellung? Verbringe mehr Zeit mit ihnen und lerne, wie sie das machen. Es heißt, die fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben den größten Einfluss auf uns. Entscheide selbst, wer dich beeinflussen darf!

10. Lerne neue Freunde kennen

Positive soziale Kontakte tun dir gut. Mit neuen Menschen kommen neue Impulse und neue Ansichten in den Leben – für neue Perspektiven auf deine Zukunft.

11. Kontaktiere alte Freunde

Alte Erinnerungen an schöne Zeiten werden wach. Das Gefühl von ewiger Verbundenheit tut gut. Zudem lenkt es dich von dem Gedanken ab, dass das Leben schlecht wäre, wenn du dich bewusst daran erinnerst, dass es wirklich tolle Zeiten gab, die sich wiederaufleben lassen!

11. Renoviere oder räume deine Wohnung um

Der sprichwörtliche Tapetenwechsel hilft, Schwung ins Leben und eine neue Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hilft das körperliche Tun beim Abschalten.

12. Engagiere dich ehrenamtlich

Wenn du anderen Menschen hilfst, tust du auch dir selbst etwas Gutes: Du fühlst dich integriert und freust dich mit ihnen zusammen. Außerdem wird dir ihre Dankbarkeit ein wohliges Gefühl geben.

13. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben

Wenn du Groll gegen jemanden hegst, stellen sich automatisch negative Gefühle ein. Damit triffst du die falsche Person: dich selbst. Das Vergeben mag dir nicht leichtfallen, macht aber dein Leben um einiges leichter. Mehr dazu hier >>

14. Sei achtsam

Bist du gedanklich im Hier und Jetzt? Nimmst du die kleinen Wunder um dich herum wahr? Je bewusster und klarer deine Wahrnehmung ist, desto leichter kannst du Stress und vermeintlich schwierige Situationen meistern. Du bist in der Lage, deine Impulse besser zu kontrollieren und wirklich SELBST-bestimmt zu handeln. Dabei kann dir meine Mini-Serie zum Thema Achtsamkeit weiterhelfen >>

15. Schreib auf, was an deinem Leben gut ist

Negative Dinge werden stärker wahrgenommen als das, was positiv ist. Schreibe bewusst positive Erlebnisse und Gründe für Dankbarkeit auf. Führe ein Dankbarkeitstagebuch oder mache dir einfache Listen mit den besten Eigenschaften an dir. Du wirst sehen, dass in der Summe viel Gutes zusammenkommt, und vor allem, wie gut sich das anfühlt.

16. Erinnere dich an den dahinterliegenden Zweck deines Tuns

Manchmal musst du in den sauren Apfel beißen und Dinge tun, die dir widerstreben. Denke daran, wofür du es tust: Du ernährst eine Familie. Du bildest dich für eine bessere Zukunft weiter. Oder du sparst für den Urlaub. Und schon erscheinen vermeintlich sinnlose Tätigkeiten in einem neuen Licht. Getreu dem, was Viktor Frankl sagte: Wer ein WOZU hat, erträgt fast jedes WIE. Wenn es diesen Zweck jedoch nicht gibt, solltest du einen Schlussstrich ziehen.

17. Halte deinen inneren Kritiker in Schach

… aber das kann ich nicht! … Das macht man doch nicht! … und darf man auch nicht!

Der innere Kritiker macht uns klein und versucht, uns einzureden, dass wir Dinge nicht schaffen können oder nicht tun sollten. Erinnere dich daran, dass alle nur mit Wasser kochen und niemand perfekt sein muss. Habe Achtung vor dir selbst – und zwar zuerst. Befreie dich von negativen Gedanken und komme einfach ins Tun!

18. Erreiche deine Ziele

Mache konkrete Pläne mit Zeitvorgaben und halte sie schriftlich fest. Wenn du ein Ziel erreicht hast, macht dich das Setzen des Hakens stolz. Oder belohne dich doch einfach mal wieder!

19. Nimm professionelle Hilfe in Anspruch

Du fühlst dich immer wieder depressiv und merkst, dass du alleine nicht auf einen grünen Zweig kommst? In einer solchen Situation – aber auch schon lange vorher – ist es absolut legitim, dir von einem Profi helfen zu lassen. Je früher du dich engagierst, desto eher wirst du einen freien Therapieplatz bekommen. In der Zwischenzeit können dir Allgemeinärzte und Betroffene weiterhelfen – mit vielen Tipps und Tricks.

20. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen

Einer der größten Glücksräuber überhaupt ist das Mangeldenken. Mach dir klar, dass du nicht alles haben musst, was dir dein Umfeld, Social Media oder die Werbeindustrie einflüstert. Lebe stattdessen in deinem Tempo, mit den Menschen und Dingen, die dir persönlich wichtig sind. Und genieße die Fülle. Entdecke sie neu! Doch vergleiche dich nicht mit anderen und glaube den Gedanken, sie wären besser oder hätten mehr als du, einfach nicht! Das macht nur unglücklich. Zur Not: Lass das Handy doch mal aus. Sag Goodbye zu Social Media.

21. Umgib dich mit Tieren oder sorge für sie

Neueste Studien haben gezeigt, dass es Menschen mit depressiven Verstimmungen immens half, sich um ein Tier zu kümmern. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Es war ein kleines Kätzchen, das mir aus meiner Agoraphobie und Panikattacken herausholte.

Du siehst: Ein paar SOS-Maßnahmen wirken schnell und verbessern deine Laune sofort. Andere Glücksrezepte erfordern mehr Aufwand und Selbstreflexion. Durch dauerhafte Veränderungen in deinem Denken und Tun ist das Glücksgefühl, das du wahrnimmst, dafür nachhaltiger. Alle diese Methoden haben mit deinen eigenen bewussten Handlungen und Entscheidungen zu tun – und nur wenige davon ausschließlich mit anderen Menschen. Das bedeutet: Du hast dein Glück selbst in der Hand. Du allein kannst dich bewusst ein Stück glücklicher machen!

Liebe Grüße,
Janett

Die Angst, sich zu bewerben: Wie du den Druck bei Bewerbungen minderst

Die Angst, sich zu bewerben: Wie du den Druck bei Bewerbungen minderst

Nicht nur die Angst vor einem Vorstellungsgespräch belastet viele Menschen. Überhaupt die Angst, sich zu bewerben, löst schon bei vielen Nervosität aus. Und deshalb schreiben viele erst gar keine Bewerbung. Schon im Vorfeld belastet sie die Angst, ihre Stärken, Arbeitserfahrung und Eignung darstellen und beweisen zu müssen. Und nicht wenige fühlen sich im Angesicht ihrer beruflichen Erfahrungen wertlos, ungeeignet und voller Scham über sich selbst.

Was bei der Angst, sich zu bewerben, helfen kann

was unternehmen wirklich denken
Viele geben schon vor der Bewerbung auf, aus Angst, abgelehnt zu werden oder sich beim Schreiben der Bewerbung bereits unzulänglich zu fühlen.

Ich habe lange Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet, viele Bewerbungen gelesen und Menschen mit der Angst, sich zu bewerben, kennengelernt. Dabei fielen mir immer wieder zwei Aspekte auf:

Viele wissen nicht, dass Unternehmen nicht primär nach 100prozentig passenden Qualifikationen suchen, sondern nach flexibel einsetzbaren, verlässlichen, motivierten und vertrauenswürdigen Mitarbeitern. Dazu gehört Selbstvertrauen in sich und seine Fähigkeiten – selbst dann, wenn man auf dem Prüfstand steht.

Der Druck im Bewerbungsgespräch ist oft nur ein kleiner Vorabtest, der das Verhalten unter Druck zeigen soll. Wer den Druck oder den Prüfstand in Vorstellungsgesprächen nur schwer aushält, der – so der Rückschluss – wäre auch weniger gut im Umgang mit Zeitdruck, Deadlines und Stress. Soft Skills wie Belastbarkeit, Selbstvertrauen und -wirksamkeit sind also mindestens gefragt.

Außerdem: Nur in speziellen Branchen (z. B. IT, Technik, Medizin, Recht) benötigen Bewerber die branchenüblichen Spezialkenntnisse. In allen anderen Branchen, besonders bei Akademikern, lassen sich Arbeitnehmer eher auf sympathische, souveräne und motivierte Mitarbeiter ein als auf höchst qualifizierte, aber charakterlich gesetzte, stolze oder gänzlich unbekümmerte, die nur des Geldes wegen arbeiten gehen. D. h., jemand, der strikt sein Ding macht, sich nicht einsetzt und nicht teamfähig ist, aber ein top Know-how hat, ist oft weniger gern gesehen als jemand, der sich in die bestehenden Unternehmensstrukturen einfügen kann und Unternehmenswerte teilt. Erneut: Die Soft Skills der Mitarbeiter zählen mehr als ihre Hard Skills.

Arbeitnehmer suchen zudem nach verlässlichen und loyalen Mitarbeitern und nein, sie können es sich schon lange nicht mehr leisten, jeden wegzuschicken. (Die meisten Firmen verstehen das nur nicht, weil sie noch immer denken, sie hätten das Zepter in der Hand und könnten wählen. Aber tatsächlich sind es mehr und mehr die Bewerber, die wählen können, wenn sie einen qualifizierten Lebenslauf haben.) In der Tat herrschen fast bei allen Unternehmen Engpässe in der Belegschaft, weil sie keine passenden Mitarbeiter mehr finden.

“Passend” bedeutet aber ein ausgewogenes Verhältnis aus Hard und Soft Skills. Und ja, Unternehmen sind bereit, ihre Anforderungen herunterzuschrauben, wenn die Lücken des Bewerbers leicht und schnell aufholbar sind (z. B. ein bestimmtes Programm lernen oder nicht sattelfest genug sein usw.). Auch wenn eine Berufserfahrung von fünf Jahren in der Stellenausschreibung steht, heißt das nicht, dass ein Bewerber mit zwei Jahren nicht infrage käme. Im Gegenteil: Die meisten Unternehmen sind heute immer weniger bereit, angemessen für die hohe Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu zahlen. Denn oft gilt: Je qualifizierter (und sozial kompetenter), desto weniger braucht der Mitarbeiter das Unternehmen, desto schneller wäre er bei schlechter Behandlung einfach weg.

Wenn also keine essentiellen Kenntnisse für die Stelle fehlen, sollte man sich dennoch bewerben – egal, ob hier oder da ein I-Tüpfelchen fehlt. Dazu kann man selbst durch seine Persönlichkeit, die man in der Bewerbung ideal in Szene setzt, werden und so punkten.

Einige Tipps, um die Angst vor der Bewerbung zu überwinden

tipps um keine angst bei der bewerbung und jobsuche zu haben

Mit der Wahl eines passenden Arbeitgebers ist es genauso wie bei der Partnerwahl: Gibt man sich zu bedürftig und zu klein, hält man wenig auf sich und besitzt keine bis kaum Würde und Respekt gegenüber sich selbst, seinem Wert und seinen Fähigkeiten, läuft man schnell Gefahr, ausgenutzt oder wie ein Fußabtreter behandelt zu werden. Wer seine Angst vor Bewerbungen überwinden möchte, sollte deshalb erst einmal seine Blockaden entfernen: indem man sich dieser bewusst wird. Denn das Ziel ist es, von sich und seiner Eignung authentisch und selbstsicher zu überzeugen. Und dafür muss man von sich und seiner Eignung überzeugt sein. In sich zu ruhen, weil man dem Lauf der Geschehnisse, dem Leben und seiner selbst vertraut, ist unausweichlich.

Stell dir einmal folgende Fragen, um mehr Einblick in deine Angst vor Bewerbungen zu bekommen:

  • Wissen ist Macht. Wie ohnmächtig fühlst du dich, wenn du etwas nicht weißt?
  • Profilierst du dich vielleicht sogar mit dem Wissen, das du hast? Identifizierst du dich damit? Macht es dich in deinen Augen zu einem wertvolleren Menschen? Im Umkehrschluss: Fühlst du dich weniger wertvoll als Mensch und MitarbeiterIn, wenn du in einem Bereich weniger Wissen besitzt als andere oder einzelne Angaben in der Stellenausschreibung nicht auf dein Profil passen?
  • Wenn du dich von deiner besten Seite zeigen sollst, ist es dir dann unangenehm? Hast du das Gefühl, du würdest den Anderen belügen? Denkst du dann, dass all deine Schwächen deine Stärken abwerten würden?
  • Siehst du deine Schwächen als charakterliche Schwäche? Mindern sie in deinen Augen deinen Wert? Bringst du Schwächen mit Ablehnung, Kritik, Streit oder gar Trennung in Verbindung? Ruft das Wort Schwächen Gefühle wie Schuld, Scham oder gar Traurigkeit auf den Plan?
  • Wann würdest du dich gut und wann gut genug fühlen? War Perfektionismus schon Teil deiner Kindheit? Hattest du jemals das Gefühl, dass “immer besser zu werden” dir etwas sichern würde, z. B. Liebe durch deine Eltern oder Anerkennung?
  • Gab es dir eine Aufgabe und ein Ziel, wenn du mit Eigenschaften und Wissen brillieren konntest (getreu dem Motto: Wenn ich x bin bzw. kann, bin ich jemand.)?
  • Im Allgemeinen verleiht der Job eine Aufgabe, der man sich entweder freiwillig und bereitwillig widmet oder die sich aufgezwungen anfühlt. Wie gehst du mit zugeschriebenen Aufgaben um? Stellst du dich den Herausforderungen? Oder tust du am liebsten nur das, was dir wenig Mühe bereitet – weil du hier bereits alles an Wissen und Kompetenzen erworben hast, was du dafür brauchst?
  • Wer bzw. wie wer (, den du kennst) bist du, wenn du Schwächen hast?
  • Ist es ein schlimmes Gefühl, wenn du etwas nicht weißt? Wenn ja, wer fand es schlimm (in deinem bisherigen Leben), wenn du etwas nicht wusstest oder konntest?
  • Wie gehst du mit Ablehnung im Allgemeinen um? Nimmst du sie persönlich, betrachtest du sie als Bestätigung deiner gefühlten Unvollkommenheit, als erneute Aufforderung, noch besser werden zu müssen oder gar als Signal, dass du nie genug sein würdest?
  • Löst der Gedanke “Du reichst (noch) nicht!” eine Blockade in dir aus, die dich sogar gänzlich vom Handeln abhält? Verbirgt sich dahinter der Glaube, du würdest ohnehin abgelehnt werden – ohnehin nicht auserwählt werden, weil es ohnehin immer irgendeinen Menschen geben würde, der besser wäre als du?
  • Wie gehst du mit Makeln um? Strafst du dich (und andere) dafür, versuchst du sie zu verstecken oder zu verdrängen?
  • Wie gehst du mit Fehlern um? Ist es leichter für dich, zu sagen, dass du keine Schuld hast? Liegt dahinter ein angeschlagener Selbstwert, der dich auffordert, dich zu mögen und zu akzeptieren, so, wie du bist?
  • Falls ja: Magst du dich nur dann, wenn dich andere mögen?
  • Jobs geben auch Struktur. Wie gehst du damit um, wenn dir jemand eine Struktur vorgibt? Fühlst du dich eingeengt und fremdgesteuert oder bist du gelassen, weil du hinter der Aufgabe stehst und in ihr einen Sinn siehst, der deinem Leben Fülle verleiht?
  • Apropos Sinn: Wann bzw. wodurch verleiht dir ein Job Sinn? Und wann wäre ein Job sinnentleert?

Nimm dir den Glaubenssatz, der am meisten in dir ausgelöst hat, z. B. Ich reiche sowieso nicht aus. oder Niemand will mich so, wie ich bin. und kehre ihn angemessen und gesund um:

  • Ich reiche aus.
  • So, wie ich bin, bin ich wertvoll.
  • Ich bin genauso wertvoll wie andere.
  • Niemand ist gut oder schlecht, höchstens geeignet oder weniger geeignet für diesen Job.
  • Ein Job sagt nichts über meinen Wert aus.
  • Ich bestimme meinen Wert allein.
  • Was ich von mir denke, ist mir wichtiger.
  • Absagen diktieren nicht meine Zukunft. Mein Selbstvertrauen und das Wissen darum, was ich wert bin, weisen mir meinen Weg.
  • Ich lerne aus jeder Absage wertvolle Impulse für die nächste Bewerbung.
  • Wem ich nicht passe, der passt nicht zu mir.
  • Zusagen sind keine Liebesbeweise. Absagen sind keine Trennungen.
  • Ablehnungen haben mehr mit dem Anderen zu tun als mit mir.
  • Ich bin ein wertvoller, talentierter Mensch.
  • Ich nutze meine Angst und lasse mich von ihr motivieren.
  • Ich mache mir meine Angst zunutze und gebe nicht auf, bis ich einen mir dienlichen Job gefunden habe.

Mut, Vertrauen, Macht über seine Gedanken und Gefühle sind wichtige Hilfsmittel, wie du siehst. Nutze sie bestmöglich für dich. Erinnere dich daran, dass niemand über deinen Wert entscheidet. Übe dich täglich in der Bestätigung deiner selbst, so, wie du bist – besonders im Umgang mit Absagen, die oft in Bewerbungsprozessen unvermeidbar sind. Denke vor allem daran, dass jede Ablehnung mitunter eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann. Sei stolz auf alles, was du kannst und bist. Denn nicht jeder Job, der gut klingt, muss auch gut sein. Auch Personaler verstecken in Ausschreibungen die Schwächen und fehlenden Skills des Unternehmens (bzw. der Menschen, die dort arbeiten).

Kleiner Tipp für Bewerbungen: Hard Skills und Soft Skills

was personaler wirklich interessiert
Entscheidend ist, wie man sich darstellt: am besten ohne Standardsätze, sondern authentisch – auch wenn man selbst weniger von seiner Eignung überzeugt ist. Das Unternehmen kann das anders sehen.

Personalchefs erwarten zwar sogenannte Hard Skills – Muss-Qualifikationen – im Sinne erworbener Fähigkeiten, z. B. Schul- oder Studienabschluss, Zertifikate, Fortbildungen und Sprachfähigkeiten, durch Zeugnisse und Beurteilungen nachweisbar. Am Ende entscheiden aber oft die erwähnten Soft Skills, sogenannte weiche Faktoren. Eben nach diesen werden Bewerbungsunterlagen häufig durchsucht und sortiert.

Unter Soft Skills versteht man Faktoren wie soziale Kompetenzen, eigene Persönlichkeit, Verhaltensweisen und im beruflichen Umfeld eingesetzte Eigenschaften eines Bewerbers. Einige Soft Skills geben Auskunft über die persönliche Reife/Entwicklung eines Bewerbers. Es geht hierbei also nicht um fachliche Qualifikationen. Die Beschäftigungsfähigkeit eines Bewerbers geht oft mit dem Begriff der Schlüsselqualifikation einher – bedeutet, dass ein Jobanwärter Merkmale besitzt, um ihn vielseitig einzusetzen und die Chance auf einen Job zu erhöhen.

Bereitschaft zum Lernen, Kritikfähigkeit, gutes Zeit- und Selbstmanagement sowie Teamfähigkeit sind typische Soft Skills. Ebenso zählen Empathie, Kollegialität, Eigeninitiative, Kreativität, Belastbarkeit, Ziel- und Lösungsorientierung und Verantwortungsbewusstsein dazu. Demzufolge sind diese Talente und sozialen Stärken der jeweiligen Persönlichkeit zuzuschreiben. Der Grundstein dazu wird oftmals während der Kindheit und Jugendzeit gelegt. Fähigkeiten wie Rhetorik und Überzeugungskraft werden dagegen erst während des Berufslebens geschult und entwickelt.

Diese persönlichen Soft Skills sind bei jedem Menschen anders. Sie können in der Bewerbung aber zu einer Vorentscheidung führen, ob du ins Team oder zur Unternehmenskultur passt. Wichtig jedoch ist – während wir alle glauben, alle Soft Skills zu besitzen -, dass du nur diejenigen aufzählst, die du wirklich besitzt UND diejenigen, die wichtig sind für das Jobprofil. So kann Empathie in Führungspositionen zwar hilfreich für ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern sein, aber hinderlich, wenn man Kritik üben oder unternehmerische Interessen durchsetzen muss. Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein kann bei arbeitsreichen Jobs mit hohem Stresspotenzial Gold wert sein, aber in Teamsituationen, wo Zusammenarbeit gefordert ist, mehr als störend wirken.

So mancher Soft Skill kann damit eine schlechte Note, nur bedingt gutes Arbeitszeugnis oder einen fehlenden Abschluss wettmachen. Derjenige wird die Stelle bekommen, der durch seine Persönlichkeit hervorsticht. Gerade in Firmen mit einer hohen Mitarbeiterzahl kommt es darauf an. Denn mit Kollegen/Kunden verbringen wir viel Zeit zusammen, oft mehr als mit der eigenen Familie und nicht selten kennen wir die Belegschaft bzw. Kunden besser als unsere Nachbarn. Doch Kollegen kann man sich nicht aussuchen. Ob Phlegmatiker, Bürokraten, Blender oder Karrieristen – im Büro treffen alle aufeinander. Die große Kunst ist es, damit umgehen zu können und trotzdem man selbst zu bleiben, während man seine bestmöglichste Arbeit leistet.

Studien belegten zudem folgerichtig, dass sich der Erfolg im Beruf aus zehn Prozent Leistung und 90 Prozent Soft Skills im Bereich der Diplomatie (offen für Gespräche, Fairness, Verhandlungsgeschick), Soziologie (sich in ein Umfeld einfügen und sozial verhalten), Psychologie (Selbstvertrauen, sich und andere einschätzen können, Grenzen setzen und wahren, gesunde Verbindungen aufbauen), Publicity (Leistung, Aufmerksamkeit, Lob und Kritik ertragen können) und etwas Travestie (sich zeigen/darstellen, spielerisch agieren) zusammensetzt. Wer allgemeine Soft Skills in seine Bewerbung schreiben möchte, sollte sich also auf diese konzentrieren.

  • Bei welchem dieser Punkte siehst du eine Schwäche?
  • Wo kannst du dich unterstützen und wie?
  • Wer könnte dir dabei helfen?

Stärken und Schwächen vorteilhaft hervorheben – so geht’s

sich in einer bewerbung nicht verstecken sondern gekonnt zeigen

Im Endeffekt sind vorhandene Soft Skills Stärken und nicht erworbene bzw. noch ausbaufähige Skills Schwächen. „Was sind Ihre Schwächen?“ ist eine Frage, die jeder Bewerber kennt und oft auch fürchtet. Denn kaum ein Satz bietet mehr Potential zu massiven Fettnäpfchen, die letzten Endes sogar die Chance, den Job zu bekommen, vernichten können. Viele Bewerber sind daher von vornherein auf diese Frage vorbereitet – mit Standardantworten.

Der Personalchef versucht mit dieser Frage zu klären, ob du kreativ und spontan reagieren kannst und/oder dich auf das Gespräch vorbereitet hast, es ernst nimmst, eigenständig denkst statt Standardantworten abzuspulen. Deine Antwort auf diese Frage sagt viel über deine Ambition aus, deinen Willen und deine Motivation, in dem Unternehmen zu arbeiten. Deshalb werden einige Personalchefs die Frage nach deinen Schwächen tarnen. Zum Beispiel fragen sie stattdessen nach Eigenschaften, die dir von einem ehemaligen Chef oder Kollegen nachgesagt wurden (Was schätzten Ihre Kollegen an Ihnen?) oder die in der Beurteilung standen. Daraus kann man vieles ableiten. Oder die Frage wird selbstkritischer gestellt:

Was würden Sie gern an sich ändern?

Einige Personaler stellen aber auch Skalenfragen wie “Wie schätzen Sie sich (in einer bestimmten Eigenschaft/Kompetenz) auf einer Skala von 1 bis 10 ein?” Dadurch sollen Schwächen identifiziert werden, wobei Werte kleiner als sieben bereits als solche gedeutet werden. Ein Wert von zehn klingt überheblich und deutet auf Egoismus – in kaum einer Branchen eine gern gesehene Eigenschaft. Am besten sind Werte von sieben bis neun. Personaler wissen natürlich, dass jeder Mensch Schwächen hat. Einzuräumen, man wäre perfekt, würde aber überheblich und arrogant klingen. Das wirft kein gutes Licht auf dich.

Folgendes sollte man auf gar keinen Fall sagen:

  • Rudimentäre Eigenschaften/Kompetenzen, die für die Stelle wichtig sind, nicht zu besitzen: Eine Krankenschwester muss belastbar und menschenfreundlich sein, ein Dozent muss Spaß am Lehren und Interesse an Pädagogik haben, Menschen, die in Büros arbeiten, müssen PCs mögen und Sitzen ertragen usw.
  • Niemals sagen: “Ich arbeite im jetzigen Job zu viel!” oder “Alle anderen im aktuellen Job können nichts. Alles muss ich allein machen!”. Im ersten Moment klingen diese Aussage sehr verständlich, doch auf den zweiten Blick offenbaren sie, dass der Bewerber zumindest mit seinem Zeitmanagement schwer klarkommt – und offensichtlich auch wenig umgänglich ist.
  • Standardaussagen wie “Ich kann alles!” verstehen Personaler als Vertuschung von Makeln, deuten es als Zeichen für Arroganz und daraus ableitend für nicht vorhandene Teamfähigkeit.
  • Es sollten auch nicht alle Schwächen wie bei einem Gedicht auswendig gelernt aufgesagt werden. Ein bis zwei Schwächen, nebenbei erwähnt, reichen vollkommen aus. Eine wirkliche Schwäche kann durch Wörter wie “gelegentlich”, “stellenweise”, “hin und wieder” oder “manchmal” geschmälert werden. Es ist übrigens ein gutes Zeichen zu sagen, dass man von seiner Schwäche weiß und an dieser arbeitet. (Aber Achtung: Viele Personaler fragen hier gern, wie man an ihr arbeitet. Hier sollte man eine pfiffige Antwort parat haben wie z. B. mit einem Coach, einer Freundin, Standardwerken zu diesem Thema, die man jedoch mit Titel benennen können sollte!)
  • Die beste Strategie ist es, die Schwächen bewusst zu dosieren und nicht zu übertreiben.

Wurden beim Vorstellungsgespräch die Schwächen abgefragt, kann es mit den Stärken weitergehen. Vielen Bewerbern fällt es leichter, über Stärken als über Schwächen zu sprechen. Doch wer Angst hat, sich zu bewerben, tut sich besonders mit seinen Stärken schwer – oft auch, weil er meint, keine nennenswerten zu haben. Doch Stärken sollten im Anschreiben und Bewerbungsgespräch hervorgehoben werden.

Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift.

  • Hebe dich nicht selbst in den Himmel. Man sollte authentisch bleiben. Hebe einige markante Stärken hervor, die für den neuen Job wichtig sind.
  • Stärken können mit Beispielen belegt werden. Es klingt einfach, Schlagworte aufzuzählen wie: innovativ, belastbar, lernfähig oder teamfähig. Doch so einfach ist es nicht. Die Stärken sollten an konkreten Beispielen festgemacht werden z. B. aus einem vorherigen Job bzw. Projekten, an denen du gearbeitet hast, wo du eben diese Stärke einsetzen konntest.
  • Nicht an Situationen gebundene Aussagen wiederum zeichnen deine Persönlichkeit “im Allgemeinen” aus. Das kann auch so benannt werden: “grundsätzlich”, “im Allgemeinen”, “von Natur aus” bin ich …. XYZ.

Andere Wege, seine Stärken auszudrücken, sind:

  1. “Ich komme mit Stress und Zeitdruck gut zurecht. Wenn Deadlines für Aufträge näherrücken, kann ich dennoch Ruhe bewahren und konzentriert arbeiten.”
  2. “Ich stehe neuen Themengebieten und Aufgabenbereichen positiv gegenüber und kann mich gedanklich schnell in ein neues Thema hineinversetzen. Deshalb liegt mir die Arbeit im Bereich X auch so sehr am Herzen. Es stillt meine Freude am Lernen.”
  3. “Meine Kreativität kam mir oft zugute. Ich konnte sie in der Vergangenheit besonders nutzen, um Herausforderungen in Projekten angemessen und ruhig zu begegnen.”
  4. “Wenn ich mir ein Ziel setze, verpflichte ich mich diesem. Meine Zielstrebigkeit hat mir in den letzten Jahren sehr geholfen.”
sei stolz auf das, was du kannst
Zeige lieber, wer du bist, und atme dich durch die Angst vor einer Ablehnung, statt dich zu verstellen oder hinter Standardsätzen zu verstecken. Diese funktionieren ohnehin nur selten.

Alles sollte schlussendlich natürlich – authentisch klingen statt aufgesetzt und abgeschrieben. Nur Bewerbungen, die die Persönlichkeit des Bewerbers durchblicken lassen, werden in Erinnerung bleiben und zu Vorstellungsgesprächen führen. Wer wie ein Bewerbungsratgeber ausschließlich Standardsätze aneinanderreiht, wird eher mit Absagen rechnen können. Denn hier kommt nur mangelnde Motivation aka Desinteresse und Fließband-Bewerbungs-Mentalität rüber. Vor allem zeigen sie deutlich, dass der Bewerber nur diesen Job will, weil er EINEN Job will. Möge das auch stimmen – wenigstens aus finanzieller Sicht -, so sollte man dennoch klar ausdrücken, dass man die Stelle will, weil man sich für diese eine Stelle eignet – und wieso.

Bei anhaltender Angst: Erinnere dich an deine WÜRDE

Wie schon erwähnt: Jobwahl und Partnerwahl haben einiges gemeinsam. Stell dir vor, jemand würde sich bei dir als PartnerIn bewerben – nicht wegen dir, sondern einfach nur, weil er IRGENDWEN will, der ihn/sie will, der sich kaum Mühe gibt, dich kennenzulernen oder sich zu zeigen. Sehr wahrscheinlich würdest du dir sehr verschaukelt vorkommen oder dich zumindest wundern. Vielleicht hilft es, dir den Bewerbungsprozess wie ein Date vorzustellen?

Ein Ereignis und doch Prozess, der Spaß machen darf statt Frust verursacht. Immerhin bist du auf der Suche nach einer Aufgabe in einem Unternehmen, der du dich viele Stunden deines Lebens widmen wirst. Aber so wie auch Partner unsere Schwächen akzeptieren und oftmals sogar auffangen bzw. ausgleichen, so sind auch Unternehmen aka Personaler nur Menschen, die nach jemandem suchen, mit dem die Erledigung der Aufgabe langfristig funktionieren wird/kann. Nur selten verhalten sich nicht wie Monster, Könige oder Königinnen und behandeln dich wie einen Untertan. Und die Personaler – jene, die ich schon oben beschrieb -, die dir das Gefühl der Unterlegenheit durch Arroganz und Uneinsichtigkeit vermitteln, sind Menschen, die dir zeigen, was das Unternehmen an Werten abverlangen wird. Ordentliche Personaler verhalten sich anders: nämlich “ordentlich” im moralischen Sinne, klar, strukturiert, offen, menschlich, fair und ehrlich. Ein Bewerbungsprozess kann deshalb immer würdevoll sein und bleiben – trotz Angst-, selbst dann, wenn man letzten Endes eine Absage erhält oder aber freiwillig erteilt.

Vorzeitige Berufsunfähigkeit: Absicherung bei psychischen Erkrankungen

Vorzeitige Berufsunfähigkeit: Absicherung bei psychischen Erkrankungen

Viele Berufstätige erkranken im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Krankheit. Bei manchen Arbeitnehmern ist das seelisch bedingte Leiden so ausgeprägt, dass die Ausübung des erlernten Berufs nicht mehr möglich ist. Vorzeitige Berufsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung wird damit ein immer wichtigeres Thema, denn aktuell trifft es bereits ganze 31 Prozent aller Berufsunfähigen – der höchste Wert. Doch noch immer benachteiligen Versicherungen Betroffene aufgrund einer Vorerkrankung bereits beim Anschluss einer BU.

Vorzeitige Berufsunfähigkeit: Mobbing und Ausgrenzung im Job häufige Ursache

Zu schweren psychischen Störungen kommt es nach traumatischen Erlebnissen, bei Unfällen oder persönlichen Krisen, die im Extremfall zu einer vorzeitigen Berufsunfähigkeit führen können. Denn Dauerstress, Überlastungen durch Job und Privatleben gipfeln häufig in Depressionen und/oder Angst- und Panikerkrankungen. Nicht selten werden Menschen, die unter psychischen Belastungen leiden, zu Opfern von Vorurteilen und riskieren, am Arbeitsplatz ausgegrenzt zu werden.

Seelische Krankheiten beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern mindern die Fähigkeit der sozialen Interaktion mit anderen Menschen. Zu den psychischen Krankheiten, die am häufigsten zur Berufsunfähigkeit führen, gehören Depressionen, Angststörungen, Bipolare Störungen, Schizophrenie und Suchtstörungen. Dabei jedem dritten Leistungsfall ist eine schwere psychische Störung ursächlich für die vorzeitige Berufsunfähigkeit. Hoher Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft, Überforderung und Stress begünstigen seelische Krankheiten.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Arbeitgebern an die psychische Belastbarkeit ihrer Mitarbeiter. Und Krankheit wird zunehmend als Schwäche betrachtet. Da bei häufigen Krankmeldungen Kündigungen drohen, verzichten zahlreiche Arbeitnehmer auf die vom Arzt verordnete Ruhepause. Ständige Überarbeitung begünstigt wiederum psychische Störungen wie Burnout und Depressionen. Ausgrenzung und Mobbing sind weitere Gründe, die viele Angestellte verzweifeln lassen und das Risiko für psychische Krankheiten erhöhen. Die meisten Betroffenen erhalten keine oder zu wenig professionelle Hilfe, sodass es zu ernsthaften psychischen Erkrankungen einschließlich Berufsunfähigkeit kommt.

Wenn es zur vorzeitigen Berufsunfähigkeit kommt: Absicherung durch eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung

wenn im Beruf zu arbeiten und zu leisten angst macht

Seelische Erkrankungen können jeden Arbeitnehmer unabhängig vom Alter, Beruf und Lebenssituation treffen und zu Krankschreibungen und Frühberentung führen. Berufstätige, die infolgedessen ihren Beruf für mindestens sechs Monate nicht oder nur eingeschränkt ausüben können, sind gemäß §172 Versicherungsvertragsgesetz berufsunfähig.

Nachdem die Berufsunfähigkeit durch medizinische Untersuchungen festgestellt und vom Arzt bestätigt wurde, können Versicherte eine Berufsunfähigkeitsrente beantragen. Die staatlich zugesicherte BU-Rente reicht in der Regel jedoch nicht oder nur für die Deckung der Lebenshaltungskosten aus.

Eine zusätzliche private Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb sehr empfehlenswert. Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitspolice sollte man jedoch verschiedene Tarife vergleichen, am besten auf einem unabhängigen Vergleichsportal für BU Versicherungen. Da Menschen mit einer psychischen Vorerkrankung oft benachteiligt werden, sollten bei einem Versicherungsvergleich unterschiedliche Versicherungsmodelle hinsichtlich Bestimmungen, Leistungsanspruch und Versicherungsleistungen verglichen werden.

Berufsunfähig durch Depressionen, Angst- und Panikzustände: Worauf man achten sollte

Psychische Krankheiten wie Depressionen stellen ernste Erkrankungen dar, können als Vorerkrankungen aber ein Hindernis für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Für die meisten Versicherer zählen Menschen mit psychischen Krankheiten zu den Risikogruppen.

Deshalb sollte bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders auf die Ausschlusskriterien geachtet werden, da einige Versicherer Berufstätige mit psychischen Vorerkrankungen von der Aufnahme in die Versicherung ausschließen. Diese Versicherungsgesellschaften begründen den Ausschluss mit dem hohen Risiko für den Versicherer, da seelische Krankheiten den größten Anteil der Berufsunfähigkeiterenten ausmachen. Wer bereits an einer psychischen Erkrankung leidet, sollte sich deshalb genau über die Aufnahmebedingungen, Voraussetzungen und Grundlagen einer Berufsunfähigkeitsversicherung informieren.

Bei manchen Versicherungsgesellschaften ist der Abschluss einer BU-Versicherung unter diesen Umständen mit einem Risikozuschlag verbunden. Falls ein Leistungsausschluss für psychische Erkrankungen besteht, kann sich der Antragsteller zwar versichern. Sollte es jedoch zur Berufsunfähigkeit aufgrund einer seelischen Krankheit kommen, ist die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente durch den Versicherer ausgeschlossen. Experten empfehlen, in diesem Fall nach einer Versicherung zu suchen, die den Berufstätigen mit einem angemessenen Risikozuschlag aufnimmt.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Steffi Schmidt.