Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

Höre auf deinen Körper: So klappt eine ganzheitliche Körperwahrnehmung

 

Wir hören viel zu selten ganzheitlich auf unseren Körper aka System Körper – Geist – (Herz) – Seele – viele sogar erst dann, wenn sie psychisch und/oder körperlich krank sind. Mir halfen körpertherapeutische Interventionen und das Wissen um die anderen Ebenen zu allen Zeiten. Schließlich ist es mein Körper, der Stress jeder Art ertragen muss und der Angst hatte (um mich und wegen mir), als ich Agoraphobie und Panikattacken hatte. Für mich war es sinnig, mich zuerst auf der „äußersten“ Ebene zu unterstützen, bevor ich mich an die inneren Schichten machte. Was ich gelernt habe: Wenn wirklich so gar nichts zu helfen scheint, kann Körperarbeit ein gutes Fundament für die weitere Auseinandersetzung mit belastenden Gefühlen herstellen.

Sie hat bei einigen einen sehr guten Ruf; bei anderen wiederum dient sie nur unterstützend. Im schlimmsten Fall wird sie belächelt. Bilde dir deine eigene Meinung. Dieser Artikel möchte dich dabei unterstützen.

Wieso wir auf unseren Körper hören sollten: Über Körperbewusstsein und Körperintelligenz

In der westlichen Welt meinen die Menschen, ihr Körper wäre nur zum Funktionieren und zur Aufrechterhaltung des Lebens da. Er hätte keine weitere Funktion und Bedeutung, sondern wäre lediglich das Zuhause der einzelnen Organe und des Gehirns, maximal auch der Seele. Wieso also auf ihn hören, auf das, was er zu sagen hat, was er uns mitteilen möchte? könnte man fragen. Dass der Körper sehr wohl mehr Anteil an unserer Zufriedenheit oder Unzufriedenheit hat, als wir zu glauben wissen, wird uns spätestens dann klar, wenn wir krankwerden. Noch bewusster wird es uns, wenn die Krankheit dazu führt, dass wir unseren Körper nicht mehr unter Kontrolle haben. Wenn er nicht mehr funktioniert und unser gewohntes Leben eben nicht mehr so läuft wie bisher, bekommen wir einen gehörigen Schreck.

Wer Panikattacken kennt, weiß, was ich meine: das Gefühl, dass unser Körper nicht mehr uns gehört. Als hätte er ein Eigenleben entwickelt, ohne, dass wir es bemerkt hätten, macht er plötzlich sein eigenes Ding. Wir wurden nicht gefragt, wir konnten nicht ablehnen, nicht mit ihm darüber sprechen. Wie auch bei einer heftigen Grippe oder Nahrungsunverträglichkeiten, die für miese Stimmung und Verdauungsstörungen verantwortlich sind. Es ist einfach da: die hoffentlich kurzweilige Veränderung, die uns mitten ins Gesicht geworfen wird und gegen die wir nichts ausrichten können. Auch depressive Zustände, heftige Magen-Darm-Verstimmungen, hohes Fieber, schmerzvolle Muskelverspannungen lassen erahnen, wie sehr unser Körper wirklich auf unseren Lebensstil und unsere gewohnten Stressreaktionsmuster reagiert.

Botschaften: Wie der Körper, der Geist, das Herz und die Seele untereinander miteinander kommunizieren

Abb. 1 – Viele sprechen auch von Körper – Geist – Herz – Seele.

Die gesamte Bioenergetik und viele andere Lehren beschäftigen sich ausschließlich mit der Verbindung zwischen Geist, (Seele) und Körper. Auch spirituelle Lehren wie der Schamanismus wissen um die einzelnen Ebenen. In all diesen Lehren funktioniert der Körper als Erhalter und als erste, grundlegende Instanz.Dabei verläuft die Kommunikation zwischen den Ebenen, wie in Abb. 1 dargestellt ist.

Im Schamanismus sagt man: Was die Seele nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Geist weiter. Was der Geist nicht tragen/lösen kann, reicht sie dem Körper weiter. Und was geschieht, wenn der Körper eine zu große Last von den anderen beiden Ebenen gereicht bekommt? Genau, irgendwann kommt auch er an seinen maximalen Belastungspunkt, der je nach Person früher oder später erreicht wird.

In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus: (1) Ego (“Ich”), (2) Muskeln, (3) Gefühle, (4) der Kern, Liebe, das Herz. Die „Ich“-Ebene markiert unser Ego, das auch positive Wirkungen wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Selbstbeherrschung ermögliche, so der Bioenergetiker Alexander Lowen. Er geht davon aus, dass bestimmte Aspekte für einen gesunden und zufriedenen Menschen erfüllt sein müssen, um zum Beispiel ein liebevoller und herzlicher Mensch zu sein.

Abb. 2 Grafik nach Alexander Lowen (2015) – In der Bioenergetik geht man von diesen Ebenen aus.

Ein Mensch, der nur aus dem Herzen agiert, kann auch seinen Körper gesundhalten. Nur dann würde er positive Gefühle in der nächsten Ebene auslösen, ohne durch erlerntes Verhalten und Denken aus der Kindheit und wichtigen Beziehungen zu handeln. Das führe zu einer ausgeglichenen und lockeren Haltung durch entspannte Muskeln und wiederum zu einem harmonischen und zielgerichteten Handeln. Es gäbe auf muskulärer Ebene ebenso wenige Blockaden wie auf der vorherigen, emotionalen Ebene. Das wiederum mache es möglich, dass unsere „Ich“-Ebene ausgeglichen sei, ohne jede Abwehrhaltung.

Die (und viele andere) Konzepte zeigen uns: Unser Körper ist nicht abgespalten vom Geist und nicht abgespalten vom Herzen, der Seele, dem höheren Ich oder welche Begriffe du gern dafür verwendest. Ganz im Gegenteil. Es ist ein sich bedingendes Konstrukt.

Diese Grundlage wird gestützt durch aktuelle Erkenntnisse. Wir alle kennen die Sprüche: „Was sagt dein Bauch dazu? Was sagt dein Herz?“ Es sind schon lange keine Binsenweisheiten mehr, sondern handfeste, wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass die bisherigen Erkenntnisse der Medizin und Wissenschaft noch lange nicht am Ende angekommen sind. Wir dürfen realisieren, dass bis zur letzten Entdeckung nur eines zählt: Was uns unser Körper sagt, wenn wir ihn sprechen lassen und gewillt sind, ihm zuzuhören. Denn, wenn er ein eigenes Bewusstsein hat, hat er auch eigenständige Nachrichten und eine eigene Weisheit.

 

Gegen unsere Körperweisheit: Wie wir den Kontakt verlieren und wie wir ihn wieder aufnehmen können

Aber es ist so leicht, die Stimme in uns zu ignorieren, verdrängen oder absichtlich verstummen zu lassen. Wodurch verlieren wir den Kontakt zu unserem Körper mit all seinen Ebenen?

  • beruflicher Stress (Termindruck, Ängste um den Job, Wettbewerbsängste usw.)
  • emotionaler Stress (Beziehungen aller Art)
  • existentieller Stress (häuslicher Natur, Armut an Essen und Trinken, Finanzen, stark angeschlagene Gesundheit, die liebsten Menschen betreffend)
  • körperlicher Stress (Lärm, fehlende Luft und Licht, fehlende Fürsorgemöglichkeiten und Kontakte sowie menschliche Nähe und Sexualität)
  • allgemeine Hektik im Alltag
  • geistige, emotionale und körperliche Überforderung
  • geistige, emotionale und körperliche Unterforderung
  • Eigenerwartungen und Perfektionsansprüche (z. B. auch Versagensängste)
  • tiefergehende Ängste (Alleinsein – Einsamkeit, Beziehungsangst, Phobien, Panikattacken)
  • depressive Episoden
  • andere therapiewürdige Herausforderungen

Bei jeder Herausforderung haben wir mehrere Wege, die wir wählen können. Wir kennen es vorrangig, uns physisch, emotional und geistig heilen zu lassen oder selbst zu unterstützen. Wir sprechen mit lieben Menschen über unsere Probleme, gehen zum Physiotherapeuten oder ins Fitness- oder Yogastudio, denken darüber nach und schmieden einen Plan B. Doch einige Herausforderungen auf gesamtheitlicher Ebene bedingen sich untereinander und/oder gegenseitig, weshalb die verursachende Ebene gefunden und geheilt werden muss. In der Medizin/Psychotherapie nennt man es psychosomatisch (kommt vom Geist) bzw. somatoform (kommt nicht eindeutig oder definitiv nicht vom Körper). Woher dann?

Jede Entscheidung und Frage sowie jeder Aspekt unseres Lebens müsste wenigstens fünffach begutachtet werden:

  • Vom Körper als Ganzes
  • Vom Bauch als Einzelnes
  • Vom Gehirn als Einzelnes
  • Vom Herzen als Einzelnes
  • Von der Seele als Ganzes

Ich habe das lange ausprobiert und festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, sich immer auf diese Ebenen zu konzentrieren, die in der Kommunikation mit mir so leicht hörbar sein müssen, dass ich sie sofort wahrnehme. Hinzu kommt, dass ihre Signalstärke ausgeprägt sein muss, um sie überhaupt „anzapfen“ zu können. Bei vielen – auch bei mir – waren einige Kanäle einfach „verstopft“ oder „geschlossen“. Ich stellte auch fest, dass es eine riesige Portion Vertrauen braucht, um ihnen zu glauben, dass sie uns nicht belügen. Wer nicht auf seine Bauch-Intuition vertraut (Bauch-Hirn), der wird sich stärker kognitiv (Gehirn) fokussieren und dort seine Entscheidungen fällen. Auch sich mit seinem Herzen zu verbinden und seiner Intelligenz (Herz-Hirn) zu vertrauen, ist für viele nur in Sachen Liebe selbstverständlich. In allen anderen Fällen erscheint diese Entscheidungsgrundlage irrational und naiv. Viele nutzen eher ihr Gehirn im Kopf, um sich im Leben sicher zu orientieren und sicher zu bleiben.

die ursache der krankheit liegt oft auf einer anderen ebene

Ich selbst schaffte es soweit, dass ich aufgrund meiner vielen Nahrungsunverträglichkeiten meinen Bauch über die Wahl einer Mahlzeit entscheiden lassen konnte, wenn ich zum Beispiel mit Freunden in einem Restaurant oder beim Einkaufen im Supermarkt war. In Zeiten von Angst mein Herz entscheiden zu lassen, war mir fast unmöglich. Meinen Bauch in solchen Zeiten sprechen und entscheiden zu lassen, gelang mir ebenfalls nur sehr selten. Doch mein Kopf hatte mir durch einige Panikstörungen schon genug „Ungnade“ erwiesen, weshalb ich mich stärker auf die anderen Ebenen konzentrieren wollte. Ich empfand es als leichter, zukünftig die wichtigen Ebenen sprechen zu lassen, statt alles an meinem Körper auszulassen. Mein Körper konnte auch in Zeiten von Stress kaum mehr Belastungen ab. Jedes noch so kleine Vorkommnis schien ihn oder Ebenen darüber lahm zu legen. Oder aber ich bemerkte, dass ich urplötzlich auf einer anderen Ebene blockiert war. Als würden die Ebenen untereinander verschlüsselte Botschaften hin und her funken, ohne dass ich die Kodierung und den Schlüssel kannte, um sie zu übersetzen.

Mein Bauch war durch die vergangenen Jahre wohl am besten trainiert; ich hatte die meisten meiner beruflichen Entscheidungen mit meinem Bauch gefällt, ohne je rationale Argumente zu haben. Sie stellten sich allesamt als positiv heraus. Mein Gehirn war übermäßig stark trainiert. Da bedurfte es keiner weiteren Übung. Aber mein Herz und mein Körper als Ganzes hatte stark gelitten, von meiner Seele war kaum etwas zu spüren gewesen – erst als ich wieder mit dem Schreiben begann, weil ich „musste“. Es war der mir einzige leicht verfügbare Kanal, um meine Emotionen „herauszulassen“, da mir auch meine Wut Angst und Panikattacken beschert hatte. Wie sich später zeigte, war Schreiben ein Wunsch meiner Seele – meines Gesamtsystems sozusagen.

Ich erstellte leichte Übungen für die Ebenen, um sie langsam auf ihre „Arbeit“ und „Aufgabe“ vorzubereiten – mit dem Ziel, jede zu erleichtern und sprechen zu lassen.

Ich lade dich im Folgenden ein, mit den einzelnen Ebenen in Kommunikation zu treten. Zur größten und höchsten Ebene, der Seele, komme ich später.

Vorweg: Notiere dir bei jeder Übung deine Eindrücke. Am Ende dieser ersten Übungen wirst du für dich erkannt haben, wie die einzelnen Ebenen wie und wo im Körper mit dir sprechen. Deshalb ist es sinnvoll, dass du dir zu ihnen ausführliche Notizen machst, um jederzeit nachschlagen zu können.

  • Wie schwer war es, den Zugang herzustellen?
  • Woran hast du erkannt, dass der Zugang offen war, dein Weichen gestellt? Wie äußerte sich die Ebene?
  • Woran kannst du ihre Sprache in Zukunft erkennen?
  • Welche Gefühle dominierten?
  • Wo im Körper machten sich die Gefühle am stärksten bemerkbar?
  • Welche Aspekte stachen dir besonders ins Auge?
  • Hat eine Ebene besonders stark gesprochen und eine andere weniger?

 

Der Körper als Ganzes

Den Körper als Ganzes wahrzunehmen, funktioniert am besten, wenn man sich zuerst den einzelnen Körperteilen widmet, um dann die Konzentration auf den gesamten Körper zu lenken. Dafür eignen sich alle Entspannungstechniken sowie Atemtechniken und Körperreisen. Es fühlt sich dann so an, als wäre der gesamte Körper schwer und „voll“ mit Entspannung, leichter Müdigkeit oder mit einem Zustand tiefer Erdung.

Ich selbst nutze autogenes Training und affirmationslose, beatmende Körperreisen sowie Yoga Nidra (kein Yoga, sondern eine yogische Entspannungstechnik). Zusätzlich verwende ich chakrabasierte Stimmmeditationen (auch „Vokale tönen“ genannt), die sowohl Schwingungen in einzelnen Körperregionen bewirken, als auch Atemtechniken vereinen. Am einfachsten ist es, wenn du alles einmal ausprobierst und schaust, was bei dir am besten wirkt bzw. worauf du dich am ehesten einlassen kannst.

Hast du Lust, weiterzulesen und einzelne Übungen für den Körper, aber auch für Geist, dein Herz und deine Seele zu erfahren und auszuprobieren?

 

Darmsanierung für die Psyche: So funktioniert sie schonend und nachhaltig

Darmsanierung für die Psyche: So funktioniert sie schonend und nachhaltig

 

Wie wichtig die Darmgesundheit für die Psyche sowie das Wohlbefinden des Körpers ist, wissen wir spätestens seit Giula Enders Buch “Darm mit Charme”. Ein gesunder Darm macht nicht nur glücklich, sondern vermag es auch, uns bei Diäten leichter schlank zu machen. Ist er aber durch Stress, Umwelteinflüsse, Lebensgewohnheiten und eine schlechte Ernährung in Mitleidenschaft geraten, entsteht leicht das sogenannte leaky gut-Syndrom, ein durchlässiger Darm, der auf unser Gemüt schlägt und unser Immunsystem instabil macht. Abhilfe schafft eine Darmsanierung. Wie sie alltagstauglich, schonend und nachhaltig gelingen kann, erklärt dieser Blogpost.

 

Darmsanierung: Wozu sie nützlich ist

Wozu ist es nützlich, seinen Darm zu sanieren? Der Grund ist der, dass eine gesunde Darmflora auch optimal für ein gesundes System arbeiten kann, Nährstoffe aufgenommen werden können, Giftstoffe abtransportiert werden können, Glückshormone, die im Darm gebildet werden, ausgeschüttet statt gehemmt werden. Ist das gewährleistet, kann zwischen dem Darmhirn und Gehirn auch eine ideale Kommunikation stattfinden. Ist diese jedoch gestört, nimmt sich das Darmhirn mehr Energie, die deinem Gehirn nicht zur Verfügung steht.

Und weil auch ich davon betroffen war, wurde ich auf Darmsanierung als Form der Entgiftung und damit Gesundheitsförderung aufmerksam. Ich habe einen sensiblen Magen und Darm und tendiere in Zeiten von Stress dazu, mit Blähungen, Durchfall, Verstopfung, unreiner Haut und Gewichtszunahme trotz bewusster Ernährung zu reagieren. Ich bin dann leicht infektanfällig und habe chronischen Schnupfen, weil mein Immunsystem durch einen durchlässigen Darm (leaky gut) angeschlagen ist. Aber vor allem die psychischen Symptome wie

  • innere Unruhe,
  • (früher heftige Angstzustände bis hin zu Panikattacken,)
  • Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten,
  • Atemschwierigkeiten
  • Enge in der Brust
  • Schwächegefühl
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • u. v. m.

belasteten mich immer wieder.

Aus meiner Arbeit im Bereich der Psychohygiene weiß ich heute, dass einige Substanzen und Nahrungsmittel wie Zucker, Koffein, Alkohol und Tabak den Magen-Darm-Trakt erheblich belasten. Experten wie Margarete Wehrenberg nennen diese Substanzen sogar als mögliche Ursache von Angstzuständen und Panikattacken.

Damals war mir der Zusammenhang zwischen dem Darm und der Psyche jedoch nicht bewusst. Auf der Suche nach einer Lösung, wie ich meinen Darm und somit Körper entgiften kann, um angstfreier und stressfreier, resilienter und ruhiger zu werden, probierte ich viele Wege, meinen Darm zu sanieren, aus.

 

Darmsanierung: Worauf man achten sollte

Darmsanierung gilt für mittlerweile als gute Lösung, um physisch und psychisch gesund zu bleiben und zu werden. Leider gibt es wenige leicht verständliche Informationen, wie man sie durchführt und womit. Man findet zwar die verschiedensten Wege, um seinen Darm zu reinigen und sanieren, wenn man im Internet recherchiert. Vom längeren Fasten, Teilfasten, Reistage, Schonkost, Rohkost, basische Ernährung bis hin zu Produkten, bei denen man als Laie kaum weiß, was sie beinhalten und ob diese Inhaltsstoffe einer Darmsanierung dienlich sind. Mit solchen meine ich die verschiedensten Heilerden, Mineralienpulver und -komposita, Probiotika, Bentonit, Algenprodukte, Inulin, Flohsamenschalen, Bakterienstämme, die niemand kennt usw. Viele Produkte passen auch schlichtweg nicht in den Alltag, weil sie deinen Tag von morgens bis abends hinsichtlich der Einnahmezeiten stark einschränken. Hinzu kommt, dass es die Darmsanierungsprodukte als Pulver- und Tablettenform gibt.

Aus meiner bisherigen Erfahrung mit der Entgiftung mittels einer Darmsanierung habe ich Folgendes gelernt:

  1. Die Darmkur sollte nicht länger als 2-3 Monate dauern.
  2. Anfänger in dem Bereich sollten es langsam angehen, z. B. mit Präparaten, die stufenweise mit speziellen Inhaltsstoffen den Darm aufbauen.
  3. Bakterienstämme sollten nicht länger als 1 Monat am Stück eingenommen werden. Dann einfach kurz Pause machen (2-4 Wochen, ggf. mit seinem Arzt besprechen), bevor man sie weiter einnimmt.
  4. Es sollte deinen Alltag NICHT einschränken oder erschweren. Je umfangreicher die Anwendung ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du die Darmsanierung nicht durchhältst.
  5. Viele meiner LeserInnen und ich selbst bevorzugen die Pulverform, auch wenn es nicht immer so lecker schmeckt. Sie sind leichter verträglich sind. Wichtig ist, dass du gut damit zurechtkommst.
  6. Bereite dich darauf vor, auch deine Ernährung anzupassen, während du eine Darmsanierung durchführst. Idealerweise reduzierst du Alkohol, Kaffee und Zucker sowie Weißes auf ein Minimum oder wenn es dir möglich ist, lässt du es einfach weg. Eine Darmsanierung sollte nicht durchgeführt werden, um den ganzen Tag lang Giftstoffe oder Fast Food und Süßigkeiten essen zu können. Reduziere alles, was möglich ist, um deinem Magen-Darm eine bessere Grundlage bieten zu können.
  7. Bewegung tut dem Magen-Darm gut und entgiftet währenddessen zusätzlich. Spaziergänge, leichte Sportarten und Yoga sind hilfreich.
  8. Basenbäder eignen sich zudem, um die Sanierung zu unterstützen.
  9. Sorge für so wenig Stress wie möglich. Jeder unnötige Stress macht es deinem Darm schwerer. Höre entspannende Musik, nimm eine lange, wohltuende Dusche oder ein Entspannungsbad, beschäftige dich mit positiven Dingen und Personen und reduziere soziale Medien. Je besser es deinem Geist/Gehirn geht, desto weniger Energie braucht er und somit hat dein Darm mehr Raum, um sich um sich zu kümmern.
  10. Du solltest die Inhaltsstoffe der Darmsanierungsprodukte kennen oder leicht recherchieren können.
  11. Sie sollten weder Allergene, Gluten oder Laktose beinhalten und darüber hinaus vegan sein. Wieso vegan? Weil tierische Produkte den PH-Wert des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen und ihn stark übersäuern. Das wiederum hemmt den Aufbau deiner Darmflora.
  12. Eine gute Darmsanierung beinhaltet nicht nur den Aufbau der Darmflora, sondern bietet dir auch eine Nachbetreuung für den Darm, beinhaltet damit Stoffe, die z. B. die Darmschleimhäute auch aufrechterhalten. Deine Ernährung sollte sich danach nicht radikal verändern, sondern weiterhin Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien aufweisen. Das Präparat deiner Wahl sollte somit Unterstützung zum Erhalt des entgifteten und sanierten Darms beitragen. Ob dein Präparat diese Eigenschaft besitzt, merkst du an der Beschreibung des Produkts. (Nur wenige Anbieter bieten eine Komplettlösung, oft sind sie getrennt voneinander erhältlich, kosten somit mehr. Eine Komplettlösung ist zum Beispiel Bioprophyl*.)

 

Wie ich eine Darmsanierung schnell und alltagstauglich durchführe

Wer die Zeit und den Lebensstil hat, seine Ernährung für 2-3 Monate umzustellen, wunderbar … doch ich weiß selbst, dass das mit Beruf/Karriere, Kindern und Familie oder eben wegen des inneren Schweinehunds nicht immer leicht gelingt. Deshalb verwende ich bis heute nur rein biologische, vegane Präparate, die ich morgens und/oder abends einnehmen kann, sodass ich während der Arbeit nicht zusätzlich darauf achten muss. Außerdem verwende ich Komposita, die mit natürlichen Pflanzen und Kräutern, Vitaminen und Mineralstoffen versehen sind. Das baut die Darmschleimhäute auf und unterstützt Enzyme, die der Verdauung dienen. Um meinen Darm optimal dabei zu unterstützen, die Darmsanierungsinhaltsstoffe aufzunehmen, ernähre ich mich basisch nach der 80-20-Regel: 80 Prozent meiner Nahrung ist basenbildend und PH-Wert-neutralisierend, besteht somit aus frischer Küche mit Obst und Gemüse, Suppen, leicht verdaulicher Kost, Ballaststoffen und Mineralien. Ich reduziere Toxine weitestgehend, bin oft in der Natur und setze mich Toxinen weder durch übermäßigen Kaffeekonsum noch Smog aus. Im Anschluss an die Sanierung ernähre ich mich weiterhin darmfördernd, aber esse durchaus hin und wieder Fleisch und trinke meine drei Tassen Kaffee am Tag oder abends ein Glas Rotwein.

Welche Erfahrungen hast du mit Darmsanierung gemacht? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Liebe Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

EFT: Klopfen gegen Sorgen, Stress, Traurigkeit, Ängste & Einsamkeit

EFT: Klopfen gegen Sorgen, Stress, Traurigkeit, Ängste & Einsamkeit

 

EFT steht für Emotional Freedom Technique (Emotionale Befreiungstechnik) und ist eine wirksame Klopfakupressur, bei der bestimmte Punkte am Körper beklopft werden, um Blockaden und Lebensherausforderungen aufzulösen. Die Klopfpunkte sind circa zwei Zentimeter im Durchmesser und liegen an Meridianen/Bahnen im Körper, die für den Fluss der Lebensenergie zuständig sind.

 

Von TCM zu TFT zu EFT: Entstehungsgeschichte

Klopfpunkte EFTEFT geht auf die Traditionelle Chinesische Medizin zurück, nach der der Mensch von Chi, der Lebensenergie, genährt wird. Gerät das Chi ins Stocken, fließt unsere Energie nicht mehr richtig und ist blockiert. Körper- und Geistprozesse geraten ebenfalls in ein Ungleichgewicht, das wiederum Krankheiten und Belastungen fördert. Besonders bei Erkrankungen, heftigen Sorgen und Ängsten ist unsere Lebensenergie, unser Chi, gestört. EFT, auch Meridian-Klopftechnik genannt, kann dann helfen, die Energie wieder in einen gesunden Fluss zu bringen, der eine Linderung und Genesung bewirkt sowie die Schwere von Herausforderungen merkbar mindert. Beklopfen wir die einzelnen Meridiane, stimulieren wir sie; das Chi wird harmonisiert. So können wieder Entspannung, Gelassenheit, Vertrauen, Zuversicht und Gesundheit in unser Leben treten.

In den 1980er Jahren entdeckte der Akupunkteur Dr. Roger J. Callahan zufällig, dass man Meridiane nicht nur mit Akupunkturnadeln behandeln, sondern auch beklopfen kann. Auf einer Reise klagte seine Frau über heftige Kopfschmerzen/Migräne. Aber da er seine Nadeln nicht dabei hatte, versuchte er, diese Punkte zu beklopfen, in der Hoffnung, ihr helfen zu können. Erstaunlicherweise verschwanden ihre Schmerzen und sie verlor gleichfalls ihre Angst vor Wasser. Aus dieser Entdeckung entwickelte er später TFT (Thought Field Therapie). Diese war um einiges umständlicher, weshalb einer seiner Schüler, Gary Craig, sie vereinfachte und auf das heutige EFT reduzierte.

 

So funktioniert EFT

Bevor man mit dem Klopfen beginnt, nennt man die Herausforderung, Krankheit, das Symptom oder die Beschwerde beim Namen, zum Beispiel

  • “Ich habe große Angst, dass sich mein Partner von mir trennt!”
  • “Ich leide unter Magenschmerzen.”
  • “Ich bin zutiefst traurig über den Tod eines Angehörigen.”
  • “Ich fühle mich einsam.”
  • “Ich leide unter meinen Nackenschmerzen.”
  • “Ich bin lustlos und abgekämpft.”
  • “Ich habe Rückenschmerzen.”
  • usw.

Man kann EFT bei allen Krankheiten und Herausforderungen anwenden, u. a. bei

  • Stress, Sorgen, innere Unruhe
  • Ängsten (Versagensangst, Arbeitsangst, Beziehungsangst, Prüfungsangst, Redeangst, Auftrittsangst, Existenzangst, Flugangst, Höhenangst, Angst vor Tieren oder Orten, Angst sich fallen zu lassen, Zukunftsangst usw.)
  • Angststörungen (Agoraphobie, Klaustrophobie, soziale Phobie usw.)
  • depressive Verstimmungen
  • Panikattacken
  • Symptome (z. B. Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Rückenschmerzen)
  • organische und andere körperliche Beschwerden (z. B. Blase, Nieren, Herzrasen, Galle, Unterleibsbeschwerden, HNO-Beschwerden, Zahnschmerzen)

Man definiert sodann die Intensität der Belastung auf einer Skala von 0 und 10, wobei 0 für schmerz-, symptom-, sorgen- oder angstfrei steht und 10 die höchste Stufe der Belastung darstellt.

Ab hier beginnen die unterschiedlichen Ausführungen von EFT. Während einige beginnen, die Punkte 2 bis 8 sowie 10 mit der Wiederholung der Beschwerde zu beklopfen “Ich habe Rückenschmerzen!”, “Ich habe Rückenschmerzen!”, und das einmal auf der rechten Körperseite und anschließend dasselbe auf der linken, beklopfen andere gleichzeitig beide Körperseiten mit beiden Händen. Einige führen auch Beklopfungen an den einzelnen Fingern durch. Wiederum andere steigen direkt mit einer auflösenden Affirmation bei Punkt 1 ein und wiederholen die Beklopfung der Punkte bis zu dreimal. Dabei ist die am häufigsten verwendete Affirmation

“Auch wenn ich unter X leide, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.”

 

Meine EFT-Praxis – Eine leichtere und dennoch gleichwirksame Variante

Die Variante, die ich gelernt habe, besteht aus 11 Schritten bzw. 11 Klopfpunkte, die einseitig, als nur mit einer Hand, nicht beidhändig bearbeitet werden.

Man beginnt mit der Handaußenkante/dem Karatepunkt (Punkt 1 im Bild) und klopft mit der Handinnenseite der anderen Hand darauf. D. h. beginnt man, die linke Seite zu beklopfen, tut man das mit der rechten Hand. Mit der rechten Handinnenkante (Zeigefingerbereich) klopft man auf die Außenkante der linken Hand und sagt: “Auch wenn ich X habe/unter X leide, liebe und akzeptiere/schätze ich mich genauso, wie ich bin.” Das wiederholt man dreimal, während man gern Abwandlungen sprechen kann, zum Beispiel

  1. Obwohl ich Angst habe, durch die Prüfung zu fallen, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich befürchte, in der Prüfung wegen meiner Nervosität schlecht abzuschneiden, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich in der Vergangenheit oft wegen meiner Angst in Prüfungen schlechter abgeschnitten habe, obwohl ich gut vorbereitet war, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Oder am Beispiel von körperlichen Schmerzen:

  1. Obwohl ich große Schmerzen im Nacken habe, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich Schmerzen im Nacken bekomme, wenn ich gestresst bin und werde, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich so große Schmerzen im Nacken habe, weil ich mich so schlecht entspannen kann, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Beispiel Panikattacken/Angst vor der Angst:

  1. Obwohl ich große Angst vor einer Panikattacke habe, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich Angst habe, wieder eine Panikattacke zu bekommen, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich weiß, dass die Angst vor der Angst, wieder eine Panikattacke zu bekommen, größer ist, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Anschließend wandert man zum Kopf/Scheitel (Punkt 2 im Bild) und klopft dort mit den Fingerspitzen. Ab diesem Punkt verwendet man beschwichtigende, mildernde Sätze, z. B.

  • Bei Panikattacken: Ich weiß, dass ich selten eine Panikattacke bekomme, sondern es nur die Angst vor der Angst ist.
  • Bei Schmerzen: Ich weiß, dass mich der Schmerz nicht umbringt. Er ist da, weil…
  • Bei Ängsten: Ich weiß, dass ich nicht in die Zukunft sehen kann/nicht voraussagen kann, was geschehen wird, wenn ich…
  • Bei Trauer/Traurigkeit: Ich weiß, dass ich traurig bin, weil…

An diesem Punkt kann man wieder dreimal bzw. x-beliebige Sätze sprechen, die einem erklären, worunter man leidet. Dann wandert man zwischen die Augenbrauen (Punkt 3 im Bild), außen neben die Augenbraue, unter das Auge usw. und spricht liebevoll zu sich. Man verdammt nichts und niemanden, sondern geht gewaltfrei in seiner Kommunikation und im Denken mit sich, der Situation und allen Beteiligten um, z. B.

  • Bei Panikattacken: Ich habe nur zweimal eine Panikattacke bekommen. Ich weiß, dass ich seitdem große Angst habe, wieder die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. (zu Punkt 4) Von den ganzen Situationen bisher aber waren es nur zwei aus wenigstens 100, bei denen ich wirklich eine Panikattacke hatte. Der Rest war nur meine Angst vor der Angst. (zu Punkt 5) Die möchte ich überwinden lernen. (weiter zu Punkt 6) Und ich weiß, ich schaffe das. Ich habe schon alles in meinem Leben geschafft. (weiter…)
  • Bei Schmerzen: Mein Schmerz im linken Fuß ist da, weil ich einen Senkspreizfuß habe, so wie auch meine Mutter einen Senkspreizfuß hat. (zu Punkt 4) Dafür kann ich zum Orthopäden gehen, der mir weiterhelfen wird. (zu Punkt 5) Es gibt extra Schuheinlagen, die die Schmerzen lindern. (weiter zu Punkt 6) Es ist in Ordnung, dass sich das Fußgewebe nicht mehr von allein zurückbildet. Ich werde älter, das ist natürlich. (weiter…)
  • Bei Ängsten: Ich bin kein Hellseher/keine Hellseherin. Ich kann nicht wissen, ob das, was ich fürchte, wirklich eintreten wird. (zu Punkt 4) Es sind nur meine Gedanken, die mich glauben lassen, dass etwas Schlimmes geschehen könnte. (zu Punkt 5) Wichtig ist nur, dass ich mir vertraue. (zu Punkt 6) Wenn ich darauf vertraue, eine Lösung zu finden, falls ich sie brauchen sollte, wird sich eine ergeben. (weiter…)
  • Bei Trauer/Traurigkeit: Ich weiß, dass ich traurig bin, weil mich X verlassen hat. Es ist nicht meine Schuld. (zu Punkt 4) Auch wenn ich glaube, ich hätte Schuld daran, weiß ich, dass immer zwei dazugehören. (zu Punkt 5) Ich halte die schönen Zeiten unserer Beziehung in wertvoller Erinnerung. Es bringt nichts, mich leiden zu lassen oder unnötig lange festzuhalten. X ist gegangen. (zu Punkt 6) Ich wünsche X das Beste für die Zukunft. Und mir auch. Trennungen sind auch Neuanfänge. Sie bringen auch gute Seiten mit sich. (weiter…) Genau die werde ich versuchen, zu leben. 

Ist man unter der Brust/der Leber angekommen, wandert man entweder zur Handaußenkante (Punkt 1), um eine weitere Runde zu “drehen” oder zum Handgelenk (Punkt 11), um die Runde abzuschließen. Man schließt eine Session mit einer neuen, aber ähnlichen Affirmation ab und speist diese mit den wertvollen und liebevollen Erkenntnissen der EFT-Runde.

Zum Abschluss der Session findet/formuliert man einen Abschlusssatz. Meiner zu damaligen Zeiten (oder auch heute noch, wenn ich unruhig bin) war:

“Ich kann warten und geduldig sein. Ich weiß, alles fügt sich.”

Jeder Satz, der sich gut und stimmig, hoffnungsvoll und zuversichtlich, mutig und nährend anfühlt, ist verwendbar. Wenn du das EFT beendet hast, schätzt du erneut die Intensität deines Gefühls/der Belastung/Krankheit usw. auf einer Skala von 0 bis 10 ein. In den meisten Fällen hat sich die empfundene Schwere merklich gelindert. Bei hartnäckigen Herausforderungen empfiehlt es sich, EFT wiederholt über einen längeren Zeitpunkt durchzuführen.

Unbedingt empfehlen möchte ich, EFT dann zu verwenden, wenn du mitten in einer belastenden Situation bist. Sei es auch drum, dass du dich kurz entschuldigst und ins Bad zurückziehst, wo du dein EFT mit leiser oder gedachter Stimme durchführen kannst. Bei ausreichendem Training von 5-10maliger Anwendung, reichte mir sogar das einmalige Klopfen auf den Karatepunkt, während ich mit geschlossenen Augen im Kopf meine Affirmation sagte. Beizeiten brauchte ich nicht einmal physisch zu klopfen: Allein der Gedanke daran, jetzt ein EFT durchzuführen, genügte, um Ruhe zu bewahren.

Das ist das Schöne an EFT. Es ähnelt einer Autosuggestion, wie wir sie auch beim Autogenen Training finden.

Viel Entspannung und Freude wünsche ich dir!

Janett Menzel Angst Blog

 

Die Geste Mudra für sofortige Erdung & innere Ruhe bei Stress und Angst

Die Geste Mudra für sofortige Erdung & innere Ruhe bei Stress und Angst

 

Die Geste Mudra wirkt gegen emotionalen Stress und fördert eine schnelle Entspannung, die sogenannte Blitzentspannung. Es dauert circa zehn Minuten, um sie einmalig zu verankern/erlernen. Wendest du sie dann in einer schwierigen Situation an, die dir Sorgen, Grübeleien und Angst bereitet, kannst du innerhalb weniger Sekunden für eine Blitzentstpannung sorgen.

 

Geste Mudra: Wirkungsweise bei Stress & Angst

Die Geste Mudra wird dir in jeder Situation, in der du eine schnelle Entspannung und vor allem innere Ruhe benötigst, helfen:

  • vor wichtigen Ereignissen/Gesprächen,
  • bei Stress,
  • Druck,
  • Leistungsdruck,
  • Erwartungsdruck,
  • Angst vor Enttäuschung, Trennung oder Verlust,
  • Lampenfieber und Prüfungsangst,
  • Gereiztheit,
  • Aggression,
  • Streitigkeiten,
  • Unsicherheiten
  • und vieles mehr.

Durch diese Methode werden neuronale Verbindungen im Gehirn erzeugt, die direkt mit Entspannung verbunden sind. Wenn du die Entspannung einmal verankert hast, also einen Knopf an die Maschine Körper mit der Funktion Entspannung „ins Gehirn eingebaut hast“, verlangsamt sich deine Gehirnaktivität innerhalb von Sekunden, wenn du den Knopf drückst, sodass sich die dahinter gespeicherte Entspannung sofort einstellt. Wichtig ist, dass du dir bei der Verankerung, wie nachfolgend beschrieben, Zeit lässt und sie in Ruhe und mit Konzentration durchführst.

 

Die Geste Mudra verankern

Setz dich bequem an einen ruhigen Ort oder lege dich hin. Hast du eine bequeme Position gefunden (Arme und Beine sind leicht von dir gestreckt, der Rücken ist gerade, der Kopf und Nacken liegt entspannt auf, die Füße klappen auseinander), atmest du tief in das Zwerchfell ein und aus. In das Zwerchfell zu atmen, heißt, dass sich dein Bauch beim Einatmen hebt, nicht der Brustraum. Beim Ausatmen senkt er wieder.

Zähle nun langsam von 30 bis 0 rückwärts. Wenn du bei Null angekommen bist und dich entspannt fühlst, wendest du das sogenannte „Verankerungszeichen“ an (siehe Titelbild). Dafür führst du den Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zusammen (oder Daumen, Zeige- und Mittelfinger), so dass sich deine Fingerspitzen berühren. Halte eine Weile so aus und atme weiterhin tief ein und aus. Konzentriere dich auf die Geste, die man “Mudra” nennt.

Wie auf „Knopfdruck“ verankert sich so die körperliche Geste in Verbindung mit der erzeugten Entspannung in deinem Gehirn. Höre erst auf, wenn die Entspannung in Verbindung mit der Geste für dich stimmig gesetzt wurde.

Unterstützend hast du die Möglichkeit, beim Verankerungsprozess heilsame und beruhigende Musik anzumachen, ein paar Kerzen, Duft- und Aromaöle, Farblampen oder Stimmungslichter, um in die Stille oder entspannten Gefühle einzutauchen. Es hilft, an schöne Momente deines Lebens zu denken, Orte und Menschen, die dich tief berühren, an schöne Ereignisse mit deinem Partner statt an Streitgespräche, an deinen inneren Frieden und Glauben statt an Augenblicke, die ihn stören möchten.

Verknüpfe diese Erinnerungen mit stimmigen Affirmationen und Körpersignalen, die mit der Zufriedenheit räsonieren:

Lächele dabei, atme die Liebe, den innere Ruhe, Ausgeglichenheit, das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit ein, während du die Entspannung verankerst und dir still sagst: Ich bin ganz ruhig und entspannt. Nutze deine Imagination bewusst und lenke deine Aufmerksamkeit grundsätzlich auf das Positive des Moments, der Person oder Situation.

 

Die Geste Mudra abrufen

Wenn du nun in stressige, ängstliche oder panische Situationen gerätst, führe das Verankerungszeichen aus. Berühre wieder jene Fingerspitzen und atme tief ein und aus, erneut in dein Zwerchfell. Der durch dies Geste Mudra vorher verankerte Entspannungszustand stellt sich – wie auf Abruf – ein.

 

EMDR Therapie: Bei welchen Störungen sie hilft & was sie leisten kann

EMDR Therapie: Bei welchen Störungen sie hilft & was sie leisten kann

 

EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was übersetzt Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung heißt. Die Methode stammt aus den USA und wurde von der Psychologin Francine Shapiro erfunden. Die EMDR Therapie gilt als eine Form der Psychotherapie, um Traumata und Folgestörungen bei Kindern und Erwachsenen zu behandeln.

Mittlerweile nutzen viele Therapeuten diese Methode auch in Deutschland. Sie ist seit 2006 vom wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie als Psychotherapiemethode anerkannt. Auch die Wirksamkeit der Methode wurde in Studien mehrfach belegt. Doch was ist EMDR genau? Was geschieht bei einer EMDR-Sitzung? Bei welchen psychischen Herausforderungen hilft sie?

Mein geschätzter Freund und Berliner Therapeut Jojo Weiß beantwortet diese und andere Fragen im Interview.

 

EMDR-Therapie: Interview mit dem Therapeuten Jojo Weiß

Janett: Jojo, du arbeitest als Hypnotherapeut in Berlin und nutzt ebenso EMDR, um deinen Klientinnen und Klienten zu helfen. Neben der posttraumatischen Belastungsstörung, bei welchen psychischen Belastungen hilft EMDR noch?

Berliner EMDR-Therapeut Jojo Weiß über EMDRJojo: Wie du bereits erwähnt hast, wurde EMDR anfänglich in erster Linie zur Behandlung von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) bzw. Traumafolgestörungen verwendet. Es geht bei der Methode im weitesten Sinne um das Erlangen einer neuronalen Neubewertung(sprich ums Um-Lernen) und sie wird mittlerweile bei vielen psychischen Störungsbildern und im Coaching eingesetzt. Stell dir vor, du hast ein wirksames Mittel zur erfolgreichen Behandlung einer schwerwiegenden psychischen Störung – bei sachgemäßer Anwendung ohne schädliche Nebenwirkungen. Warum solltest du also die Methode nicht auch auf anderen (weniger traumatischen) Gebieten einsetzen?

Janett: Wann genau würdest du zu EMDR als favorisierte Methode raten?

Jojo: Zum einen, wenn der Patient offen dafür ist. Immer mehr Patienten suchen sich gezielt einen EMDR-Therapeuten/tin, weil sie Gutes darüber gehört haben. Die Erwartungshaltung spielt hier sicher auch eine Rolle. Dafür, dass es eine relativ junge Therapiemethode ist, gibt es bereits eine beträchtliche Anzahl von Studien, insbesondere in Verbindung mit Traumafolgestörungen. Als Hypnotherapeut arbeite ich oft mit tiefen Trancen. Dies ist für stark traumatisierte Menschen (vor allem zu Beginn der Behandlungsphase) des öfteren nicht das erste Mittel der Wahl. Sie brauchen häufig zunächst Stabilisierung, Vertrauen und Sicherheit, um von Trancearbeit profitieren zu können. EMDR kann hierbei gute Dienste leisten. Die Methode wird sowohl als alleinige Behandlung, als auch in Kombination mit anderen Verfahren angewendet. Bei dieser Methode bleibt für den Behandelten ein höheres subjektives Maß an Selbstkontrolle, wie bei der Hypnose.

Um deine Frage noch konkreter zu beantworten: Ich rate Menschen zur EMDR-Therapie, die mit mehr oder weniger erschütternden Ereignissen konfrontiert wurden, die sie nicht in ihr Leben integrieren konnten und dadurch in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt werden. Es scheint, als ob bestimmte Teile des Geistes „steckengeblieben“ wären, oft ist auch die Rede von „eingefrorenen“ Erinnerungen, Bildern und Filmen, die immer wieder ablaufen. Häufig mit Zuständen von Hilflosigkeit, Ängstlichkeit und Panik oder auch Abgestumpftheit. In vielen Fällen treten Flashbacks und Derealisation auf.

Janett: Bei dem Begriff Trauma hat man das Gefühl, das er in Zeiten des Internet sehr inflationär gebraucht wird. Was genau ist ein Trauma und wann brauchen Menschen eine Traumatherapie?

Jojo: Eine wirklich gute Frage: Wenn wir davon ausgehen, dass Trauma im ursprünglichen Sinn Wunde oder Verletzung bedeutet, hieße das, dass wir alle mehr oder weniger traumatisiert sind, ist es nicht so? Ich könnte dir jetzt ein paar gängige Definitionen runterbeten, die du in der Literatur finden kannst, möchte jedoch lieber eine einfach verständliche anbringen. Sie kann, wie alle Definitionen, nur ein Versuch einer Beschreibung sein. Trauma ist ein Ereignis von außergewöhnlich belastendem Ausmaß, das für den Betroffenen eine psychische Belastung darstellt, welche er nicht integrieren kann und dadurch dauerhaft Einschränkungen in seiner Lebensqualität erlebt. Zum zweiten Teil deiner Frage: Wie bei anderen Problemstellungen auch entscheidet letztendlich der Patient, ab wann eine Traumatisierung für ihn behandlungsbedürftig ist. Denn nur dann kann eine ausreichende Compliance (Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung des Patienten) gewährleistet werden.

Janett: Studien belegen, dass 80 Prozent aller mit EMDR behandelten Menschen sich im Nachhinein entlasteter fühlen. Welche Erfahrungen hast du mit EMDR bei deinen Klientinnen und Klienten gemacht?

Jojo: Ich durfte viele positive Therapieverläufe mit EMDR begleiten, insbesondere in Kombination mit der Hypno(se)therapie. Besonders schätze ich EMDR in Verbindung mit dem Malen. Eine Variante der Methode, die wenig verbreitet ist. Sie beinhaltet viele Vorteile. z. B. ein „greifbares“ Ergebnis. Der Patient zeichnet während der Sitzung verschiedene Bilder und nimmt sein Liebstes anschließend mit nach Hause. Das Lieblingsbild kann im folgenden Therapieprozess als Anker oder auch als Ausgangsbasis für weitere Heilungsprozesse verwendet werden. Wichtig ist: Du musst dazu kein PICASSO sein. Diese Variante geht auch für Menschen, die von sich selbst behaupten, dass sie überhaupt nicht künstlerisch begabt wären.

Janett: Hat EMDR als Methode die Macht, in nur einer Sitzung die psychische Herausforderung nachhaltig aufzulösen?

Jojo: Ich würde sehr vorsichtig sein mit derartigen Aussagen. Hier wird es schnell unseriös. Mir wäre es lieber zu sagen: EMDR kann in einer Sitzung zu einer entscheidenden Erleichterung für den Patienten führen. Dies gilt insbesondere im Bereich der isolierten Phobien (z. B. Flugangst, Spinnenphobie, Angst vor Spritzen). Bei komplex traumatisierten Menschen ist es höchst unwahrscheinlich, dass während einer einzigen Sitzung ein komplettes Auflösen ihrer Problematik erfolgt. 

Janett: Bei einer EMDR-Sitzung bewegt der Therapeut seine Finger abwechselnd von rechts nach links und der Behandelte folgt ihnen mit seinen Augen. Was genau geschieht bei einer EMDR-Sitzung mit dem Körper und Geist der Klientin/des Klienten?

Jojo: Letztendlich ergibt sich wie bei vielen anderen Psychotherapieverfahren dieselbe Problemstellung. Die Wirksamkeit von EMDR, über den Placebo-Effekt hinaus, wurde in mehreren Studien nachgewiesen und gleichzeitig können die Wirkfaktoren nicht eindeutig belegt werden. Oft ist in der Fachliteratur die Rede von „Vermuteten Wirkfaktoren“, wie die therapeutische Beziehung, Psychoedukation (Vermittlung von Wissen über die jeweilige Erkrankung) und Ressourcenaktivierung (Aufdecken und Nutzbarmachen von kraftspendenden Ressourcen). EMDR-spezifisch hieße das z. B. 

  • Umlenken des Aufmerksamkeitsfokus
  • erhöhte Stimulation (Aktivierung) und Synchronisation beider Hirnhälften
  • neuronale Neubewertung vergangener Ereignisse
  • Integration des belastenden „Materials“
  • Abstandsgewinnung
  • oft spürbare körperliche Erleichterung (Druck lässt nach, es fühlt sich leichter an, mehr Distanz)
  • vorher belastende innere Bilder und Filme werden neutraler wahrgenommen.

Janett: Was sollten Klientinnen und Klienten vor einer EMDR-Sitzung unbedingt wissen?

Jojo: Es ist hilfreich zu wissen, dass EMDR schon in vielen Fällen helfen konnte. Auch, dass es erwiesen ist, dass nur ein geringes Risiko unerwünschter Auswirkungen durch die EMDR-Methode besteht. Wichtig ist vor allem, dass der Patient geistig in der Lage zur Zusammenarbeit ist und den Anweisungen des Therapeuten folgen kann. 

Janett: Die gesetzliche Grundlage ist mit der Anerkennung des wissenschaftlichen Beirats als wirksame Form der Psychotherapie zwar gegeben, aber noch immer übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen eine isolierte EMDR-Behandlung nicht. Wie viel kostet eine EMDR-Therapie, wenn man sie als Betroffene/r aus eigener Tasche zahlt?

Jojo: Soweit ich weiß, wird EMDR mittlerweile im Rahmen einer Psychotherapie beim Therapeuten mit Kassensitz und entsprechender Qualifikation übernommen. Auf dem freien Markt liegen die Kosten für eine EMDR-Therapiestunde bzw. EMDR-Session meistens zwischen 80 und 150 €.

Das Gespräch führte Janett Menzel. Vervielfältigungen, auch in Ausschnitten, nur mit Genehmigung des Berliner EMDR- und Hypnotherapeuten Jojo Weiß.