Angstzustände nach Alkohol: Wie Alkohol Angst auslöst

von | Mrz 8, 2016 | 31 Kommentare

 

Viele berichten über Panikattacken und Angstzustände nach Alkohol, die mit heftigen Grübeleien und einem verwirrten Körpergefühl einhergehen. Dabei saßen früher Politiker schon mittags mit Zigarre und einen Glas Brandy zusammen. Auch in der heutigen Zeit ist Alkohol noch immer ein sozial legitimiertes und zweifelsfreies Mittel und das, obwohl Alkohol zu den schwersten Suchtmitteln gehört. Doch Alkohol wird gern in Zeiten von Sorgen, Krisen, Ängsten und Traurigkeit benutzt, um sich Mut anzutrinken, gelassen und ruhiger zu werden. Teils legitimiert wird das durch Studien, die besagen, ein Glas Wein würde Entspannung herbeiführen.

Wer mehr trinkt, erlebt am nächsten Tag einen immens geschwächten Körper und Geist, der durch Angstzustände reagiert, wobei einige Menschen heftiger reagieren als andere. Dies betrifft vor allem Menschen, die sensibler oder gar hochsensibel sind oder die Tendenz haben, eher rational als emotional zu agieren. Wer also ohnehin schon viel denkt, unter Stress, Ängsten und Depressionen leidet, gräbt sich mit jedem Glas Alkohol für die nächsten 24-48 Stunden sein eigenes Grab. Denn Alkohol spielt mit der Psyche wie die Katze mit der Maus, besonders wenn man Schwierigkeiten mit dem Thema Schuld und Scham hat.

In diesem Artikel findest du Antworten, wieso der Kater am nächsten Morgen Angst, Panik und Depressionen bereithält.

 

„Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“

Irgendwann las ich einmal den Spruch: „Trinke nur, wenn es dir gut geht, damit es dir noch besser geht.“ Doch leider trinken wir eher Alkohol, damit es uns gut geht. Der Spruch: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“ ist heute stimmiger, als je zuvor. Wir suchen Verbindung, Kommunikation, Freiheit und Freude und nutzen Alkohol, um uns mit Menschen verbinden zu können oder nicht fühlen zu müssen, wie getrennt wir uns fühlen.

Hier fällt das Stichwort Solidarität. Wir solidarisieren uns ebenfalls gern und reihen uns ein, machen mit, trinken einen mit jemandem, um diese erwähnte Verbindung zu schaffen. Auch Gruppenzwang, sog. peer pressure, spielt eine Rolle. Alkohol ist eine Art sozialer Kleber, der oft und gern benutzt wird, um

  • sich die Welt schön und heil zu trinken (Abstand von Sorgen gewinnen)
  • Unsicherheiten und Ängste abzustellen und sich Mut anzutrinken
  • Schwieriges oder Belastendes ausblenden zu können (Konflikte vermeiden)
  • eigene negative Gefühle abzustellen (sich betäuben, etwas runterzuspülen)
  • Nähe zu schaffen (Hemmungen abbauen, Zusammengehörigkeit spürbar machen)

Wer Sorgen hat, auch auch Likör.Von geselligen Abenden mit Freunden und Kollegen bis hin zu Kummerzeiten mit der Flasche Alkohol allein in der Küche: Wir versuchen in 99 Prozent aller Fälle durch ein Gift eine Besserung in unseren Köpfen herzustellen. Wir versuchen, das, was schwierig und widrig ist, abzustellen, zu betäuben und herunterzuschlucken. Wir begreifen nicht, was verborgen in uns waltet und versucht, zu uns zu sprechen.

Dahinter zu schauen, einmal hinter die Angst (so schaltet sie sich nicht davor) zu sehen und zu erkennen, was uns Sorgen macht und wie wir mit ihnen umgehen, ermöglicht uns,

1.) die Situation nicht noch schlimmer zu machen (emotional, psychisch, körperlich)
2.) Konflikte, Sorgen und Ängste zu lösen statt sie zu meiden und zu verneinen. Wir glauben, sie eher im Griff zu haben, doch stattdessen rennen wir vor dem Konflikt davon.

Kennst du dieses Sprichwort noch? „Ich versuche, meine Probleme wegzutrinken, aber die Scheißer können schwimmen.“

 

Angstzustände nach Alkohol: Wie Alkohol Angst und Depressionen auslöst und verschlimmert

Wer eher bei Alkoholsorten wie Wein, Sekt, Bier (besonders Hefeweizen) zu Angst, Depressionen und Panikattacken tendiert, der kann im Gegenzug einmal hochprozentigen, KLAREN Schnaps probieren (ohne Zuckerzusätze wie in Cocktails oder in Verbindung mit Cola o. Ä.). Bei den ersteren Getränken wird Histamin ausgeschüttet, ein Hormon, was in einem starken Zusammenhang mit Panikattacken und Depressionen steht. Auch die Diskussion von Histaminunverträglichkeiten mit Angstzuständen fällt unter diesen Punkt.

Hinzu kommen die verschiedenen Rollen des Hormons Dopamin, das bei Alkohol übermäßig beeinträchtigt wird: Da es mitunter als Motivations-, Glücks- und Angsthormon agiert, ist es wenig verwunderlich, dass nach einer kurzen Zeit die Wirkung des Hormons bei Alkohol aus der Reihe fällt bzw. verstärkt wird. Bei Angst steckt das Hormon auch im Angstzentrum, der Amygdala. Sowieso schon dort, kommt durch Alkohol auch noch eine Verstärkung hinzu. Das arme Hormon weiß sozusagen gar nicht richtig, was es nun eigentlich tun soll. Je mehr Dopamin durch Alkohol im Körper vorhanden ist, umso vermehrter und stärker die Angst, Panikattacken und Depression.

Und es gibt weitere Aspekte, die Alkohol bei Angst, Panik und Depressionen nachteilig wirken lässt:

1.) Durch Alkohol werden die Nebennieren angeregt, das Stresshormon Kortisol auszuschütten. Kortisol macht uns wach, schärft unsere Sinne, lässt uns mehr wahrnehmen. Es ist das top Stresshormon neben Noradrenalin und wird körpereigens zwischen acht und neun Uhr am Tag produziert. Der empfundene Stress (durch die erhöhte Konzentration des Hormons) wird durch Alkohol verstärkt, die Angst dadurch ebenso. Auch wirken Medikamente ähnlich wie Alkohol. Hier ist es wichtig, dass man in Erfahrung bringt, ob das Medikament bei einem Kater über die Nieren oder die Leber abgebaut wird. Wird es über die Leber abgebaut, kann es bei gleichzeitigem Abbau zu giftigen und organschädigenden Konsequenzen kommen. Daher rät Aponet beispielsweise speziell von Paracetamol ab.

„Gerade Menschen, die empathischer und feinfühliger als andere wirken, sind häufig anfälliger für psychische Probleme und greifen häufiger zum Alkohol, um sich zu beruhigen.“

2.) Angst wird zudem durch Alkoholkonsum verstärkt, da das Entscheidungs- und Vernunftsareal im Gehirn durch Alkohol nachweislich beeinträchtigt wird. Motivation (gegen die Angst), Handlungsplanungen und -steuerungen (gegen die Angst), Impulskontrolle (Achtsamkeit, bewusste Entspannung, Glaube u. v. m.) als Fähigkeiten werden verringert. Haben wir in unserer Vergangenheit bereits Erfahrungswerte mit Schuld und Scham, die Alkohol lösen sollten oder gar mit Alkohol in Verbindung gebracht werden, existieren starke neuronale Bahnen. Erinnerungen und negative Gedankengänge werden noch verstärkt.

Die Gehirnstrukturen werden zudem durch den Alkohol geschädigt. Gleichzeitig wird der Kopf für Angstzustände nach Alkohol: Alkohol löst Angst und Panik aus.das Denken sensibilisiert, also überreizt, Grübeln verstärkt sich und statt dass die Angst sich lösen oder mindern würde, wird sie durch die Überreizung weiter angekurbelt. Das fand der Psychopharmakologe Wolfgang Sommer am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit heraus.

Spätestens nach dem Alkoholkonsum (innerhalb der kommenden 24-72 Stunden) kommt es aufgrund des Alkoholabbaus zu einer körperlichen und damit geistigen Instabilität. Wer sich also wundert, wenn er am kommenden Tag nach langanhaltendem oder übermäßigem Alkoholkonsum mehr grübelt, unsicherer ist, verängstigter, diffuser und vernebelter, der kann gleich den Gedanken: Das ist der Alkohol!!! hinterherschieben. Auch gibt es viele, die mir berichteten, dass sie sich selbst als kaltherzig, distanziert und unsensibel nach Alkohol erleben. Diese Symptome sind bei häufigem oder intensivem Alkoholgenuss stärker ausgeprägt, als bei einem einmaligen, gemäßigten Trinken mit Freunden pro Woche. Der Umstand jedoch bleibt derselbe.

3.) Die USA listen in ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Angst sogar die sogenannte substanzinduzierte Angststörung, wie Dr. Hans Morschitzky schreibt. Die Symptome der Angst und Panik sowie Depressivität

  • treten nach Alkohol (beim Abbau des Alkohols oder beim Entzug) auf,
  • treten durch Alkohol auf (während des Konsums), heißt Angst entsteht durch Alkohol,
  • treten nach einem übermäßigen Alkoholkonsum bzw. einer Alkoholvergiftung auf.

Die dadurch folgenden Herz-Kreislauf- sowie Blutzucker-Schwierigkeiten wiederum lösen spielend einfach Panikattacken aus. Im Allgemeinen würde es bei Panikbetroffenen häufig einen unverhältnismäßig hohen Konsum von Alkohol, Zigaretten oder Kaffee in der Vergangenheit geben, allesamt ursächlich für die Panikentstehung, so Dr. Morschitzky. Umgekehrt führe Alkoholismus häufig zu Depressionen, wie netdoktor schreibt.

 

Besonders schädlich für sensible Menschen

Gerade kreative, hochsensible und introvertierte Menschen, die ohnehin anfälliger für Angst, Stress, Panik und Depressivität sind, weil mehr Einflüsse von außen von ihnen aufgenommen werden, fühlen sich von Alkohol angezogener. Sie glauben durch den Konsum, die aufgewühlten Angstzustände nach Alkoholund als negativen Gefühle dämpfen zu können, statt sich Strategien zur Bewältigung der Gefühle anzueignen. Alkohol tritt besonders bei sensiblen Menschen – bis hin zur möglichen Sucht – überschnittlich oft als zweitrangiges Problem auf. Wir vergessen lieber, dass die Besserung der Konflikte durch uns erfolgen müsste. Nüchtern. Nur die knallharte Konfrontation mit Problemen und Belastungen unseres Lebens kann etwas ändern. Wiederum nur mit einem klaren Geist, der uns vernünftiges Denken ermöglicht. Es ist unsere Bereitschaft und Fähigkeit, uns den Konflikten und unseren Gefühlen zu stellen, um im Leben mit mehr Selbstsicherheit und Selbstvertrauen voranzukommen.

 

Vom Problemtrinken zur Alkoholabhängigkeit in drei Schritten

Die Notwendigkeit, sich dem harten Alltag, seinen Gefühlen und dem Eingeständnis, mit einigen oder vielen Umständen Schwierigkeiten zu haben, zu stellen, zeigt sich in der Suchtentstehung. Oft spielt Sehnsucht, Freiheit und/oder der Mangel nach Geborgenheit oder Kontakt eine Rolle. Abhängig wird man in drei Stufen:

Stufe 1: Problemtrinken

Ein langer und schwieriger Tag, ein belastendes Thema oder ein Konflikt, den wir nicht aufzulösen wissen, ein harter Brocken, den wir nur schwer aus dem Weg geräumt bekommen oder Familienprobleme, Partnerschaftsprobleme oder berufliche Belastungen: All das in Verbindung mit einem beruhigenden, entspannenden und angstlösenden Glas Wein oder einem kalten Bierchen am Abend soll vermeintlich heruntergespült, verdrängt und beschönigt werden. Haben wir jedoch über längere Zeit diese oder ähnliche Belastungen, die wir uns nicht trauen, anzugehen oder unkontrollierbar erscheinen, so stellt sich die

Stufe 2: Psychische Abhängigkeit

ein. Man kommt vom Regen in die Traufe, ohne es zu bemerken, indem man eher zu Alkohol greift, als sich mit seinen Herausforderungen auseinanderzusetzen, Lösungen zu finden, seine Gefühle zu zeigen und auszusprechen, sich jemandem anzuvertrauen, um Hilfe zu bitten usw. Der Mechanismus: Ich habe eine schwierige Situation. Ich löse die Problematik, indem ich … (einen Lösungsweg suche und finde, solange, bis es gelöst ist) gipfelt direkt in Alkoholkonsum. Man vermeidet das eigene Zutun, die Selbstverantwortung für sein Leben und nutzt den Alkohol, um zu verdrängen.

Stufe 3: Körperliche Abhängigkeit

ist dann nicht mehr weit. Der Körper reagiert sofort, wenn der Alkoholpegel sinkt mit derselben Angst und noch härteren Konfrontation mit der Realität UND schickt dann noch die Sucht nach Ethanol nach. Das Gehirn weiß: Aha, ich brauche Alkohol. und erzeugt Entzugserscheinungen wie zum Beispiel starkes Zittern, große innere Unruhe, übersteigerte Angst, starkes Schwitzen, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Übelkeit usw.

 

Zusammenfassung

Wer bereits vor dem Alkohol Angst, Stress, Panik oder Depressionen verspürt, sollte die Finger von Alkohol lassen, denn die Gefühle werden nur noch verstärkt. Nichts wird besser, sondern schlechter. Das bringt eine neue Betrachtung vieler täglicher Suchtmittel mit sich:

  1. maximal zwei Tassen Kaffee am Tag (mehr geht über den verträglichen Spiegel)
  2. maximal vier Tassen Schwarz-, Weiß- oder Grüntee
  3. maximal zwei Gläser Rotwein pro Woche
  4. so wenig Tabak wie möglich

Auf der mentalen Ebene zeigt sich, wie schwer unser Drang nach Freiheit und Verbindung sein kann, während gleichzeitig unsere Gefühle eine Blockade erleben, was wiederum Angst auslöst, verstärkt oder aufrechterhält.

Sucht kommt von Sieche. Holistische Betrachtungen verbinden Sucht häufig mit der Konnotation „er/sie sucht (nach etwas)“.

  • Was sucht man wirklich, wenn man zu Alkohol greift?
  • Ist es die Sehnsucht nach jemanden?
  • Ist es ein Gefühl, das man durch Alkohol ausblenden kann?
  • Stellt sich ein Gefühl ein, wenn man Alkohol getrunken hat (z. B. Erleichterung, Mut, Freiheit von Angst, Selbstsicherheit usw.)?

Finde, was du suchst. Finde, wonach du eigentlich gesucht hast, bevor du Alkohol, Kaffee oder Zigaretten fandest. Die interpretative Medizin verbindet Sucht in vielen Fällen mit der Suche nach Kommunikation, Freiheit und Verbindung (um es nochmals zu erwähnen).

Einziges Credo scheint zu bleiben: Wer Alkohol trotz Angst, Panik und Depression trinkt, muss sich zeitgleich bewusstmachen, wofür er sich gerade entscheidet (für Angst, Panik und Depressivität) und sich noch bewusster werden, was er mit Alkohol, wie auch mit Zigaretten und Kaffee verdrängt.

Mutmachende Grüße, Janett

Janett

Weitere, nicht im Text genannte Quellen:

Spektrum.de: So fatal wirkt Alkohol auf die Strukturen im Gehirn
Netdoktor.de Substanzinduzierte Angststörung Alkohol: Das unterschätzte Gift Depression und Alkoholismus

Erfahrungen Betroffener Angststörungen und Panikattacken

Weitere Strategien gegen Angstzustände findest du in meinem E-Book „Hör auf! Deine Angst. Eine Reise zu den Ursprüngen deiner Angst und Panikattacken“ (für eine limitierte Zeit zum reduzierten Preis.).

 

 

 

Bloggerin psychische Gesundheit

Verfasst von Janett Menzel

Autorin und Mentorin für Personen mit herausfordernden Ängsten in ihrer psychischen Gesundheit, in Liebe & Beziehung, Job & Karriere. Potenzial- und Strategieentwicklung im Bereich: Hochbegabung bei Frauen, Angstzustände/Panikattacken, Beziehungsängste - erfolgreiche Beziehungen - erfolgreiche Kommunikation, Gehirnforschung, weibliche & männliche Energien, Entspannungstechniken aus aller Welt, Identitätsbildung & spätes Self-Parenting (Selbsterziehung), Auswirkungen der Emanzipation auf das Verständnis zwischen Mann-Frau

Kommentare

31 Kommentare

  1. Vieles davon kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Alkohol war für mich soziales Schmiermittel. Das Tückische ist, dass Alkohol im ersten Moment hervorragend als angstlösendes Mittel funktioniert, doch dann setzt der Teufelskreis aus Kater, Schamgefühl, Antriebslosigkeit und Depression ein. Die Neigung zur Vermeidung von Gefühlen und von Schmerzbetäubung ist weit verbreitet. Ich habe meine Reflexionen dazu vor einiger Zeit mal notiert:
    https://seinswandel.wordpress.com/2013/09/28/mangeldenken/

    Antworten
    • Lieber Herr Sello,

      da gebe ich Ihnen völlig Recht! Ihr Artikel dazu ist eine – in meinen Augen – sehr gute Betrachtung. Die Zitate sind zudem wunderbar gewählt. Besonders gefällt mir dieses: „Abhängigkeit beginnt dort, wo wir am falschen Ort nach dem Richtigen suchen.“ (Deepak Chopra) Ähnlich formulierte auch Dr. Rüdiger Dahlke einmal das Thema: Wir hören auf zu suchen und glauben in Alkohol, Zigaretten, Drogen, auch Medikamenten usw. gefunden zu haben, anstatt weiterzusuchen, nach dem, was uns wirklich Fülle schenken könnte.
      Danke für Ihre Ergänzung zu diesem Thema!

      Beste Grüße,
      Janett Menzel

      Antworten
  2. Sucht kommt von siechen, nicht von Suchen.
    Der Artikel hat mir sehr gefallen.

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    • Lieber Horst,

      da haben Sie Recht.
      Wenig später las ich davon, hatte es dann aber vergessen, zu korrigieren.
      Danke für Ihre Erinnerung.

      Beste Grüße,
      Janett Menzel

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  3. Ich kann die Verstärkung dieser alkoholbedingten Angsterfahrungen durch Tabak und Kaffee nur bestätigen. Bevor man danach googelt setzt man sich erstmal selbst mit den Gefühlen auseinander und bekommt noch mehr Angst. Man fragt sich „Bin ich Alkoholiker?“, „Bin ich psychisch krank?“, „oder beides?“ . Man denkt „Andere trinken und rauchen doch viel mehr als ich und haben diese Probleme nicht.“ und „Warum hab ich das nicht jedes mal nach dem Trinken?“ „Was stimmt denn hier nicht?“ Also: Mir hat dieser Artikel nun wunderbar geholfen, überhaupt erstmal zu begreifen woher die Panikschübe kommen können. Deshalb: VIELEN DANK für diese Aufklärung! Es ist schon erstaunlich, was unsere legalen Drogen mit dem Hirn anstellen können (und nirgends stehts drauf).

    Antworten
    • Hallo Mynona,

      jeder Mensch reagiert so unterschiedlich, nicht wahr?
      Die Einen können saufen und rauchen und nächtelang durchfeiern. Andere ertragen zwei Gläser Wein und fühlen sich dennoch am kommenden Tag richtig schlecht. Hauptsache ist es, dass jeder seine Balance und Grenze kennt. Leider wundern sich viele noch, weil Alkoholerscheinungen üblicherweise nicht mit Angst und Panik in Bezug gebracht werden. Aber dass Panik eben auch substanzindiziert sein kann, wird zu wenig besprochen. Die meisten Websites reden auch nicht davon. Sie erzählen irgendetwas anderes darüber, was der GRUND sei. Dabei ist eine substanzinduzierte Angst oder Panik eben auch nur eine von vielen Erklärungsversuchen der Wissenschaft. Ich bin mir sicher, dass die Forschung da noch Vieles zu Tage führen wird.

      Liebe Grüße,
      Janett

      Antworten
  4. Ein wirklich toller Artikel. Ich bin wirklich erstaunt, dass Alkohol genau diese Symptome (die ich auch habe) auslösen kann.
    Bei mir fing alles vor ca einem Jahr an.
    Anfang Mai letzten Jahres, verspührte ich ein Stechen/Druck im Brustbereich. Damit bin ich zum Hausarzt, der mir eine einfache Lösung des Problems zusagte. Ich war komplett verspannt. Er hatte mich dann ein wenig durchgedrückt, womit auch erstmal das gröbste weg war. Wirklich lange hielt dies aber nicht an.

    Nach einem sehr langem und durchzechtem Party-Samstag bin ich dann mal wieder komplett verkatert am Sonntag aufgewacht. Übelkeit/Restalkohol/Schwindel etc.
    Gegen Abend wirds dann meist besser. (So stehe ich nach jedem Alkoholkonsum auf, trink ich zwar weniger, ist auch der Kater nicht so gross, aber ich leide trotzdem)
    Nunja an diesem Sonntag Abend war aber alles anders. Ich bekam eine für mich unerklärliche Attacke/Schub/Angst. Schweissausbruch und total perpelex. Mir ging es hundeelendig. Man kann dies kaum beschreiben. Ich wollte von der Welt. Das hielt ca 5-10 Sekunden an.
    Habe dem dann aber auch erstmal keine Beachtung mehr geschenkt. Und hab meinen Alltag weiter gelebt so gut es geht.
    Dazu muss ich sagen, ich leide schon mehr als 15 Jahren an plötzlich auftretender Übelkeit. Mal mehr mal weniger. Da diese aber unregelmässig und auch mal am WE vor dem saufen auftritt, habe ich eigentlich nie dem Alkohol die Schuld gegeben.

    Ich kann mich noch gut an meiner zweiten Attacke erinnern, die war nachdem EM Spiel gegen Frankreich. Dort habe ich ca 2-3 Bier getrunken und viel geraucht. Zu Hause angekommen bin ich noch eben auf Toilette, mir ging es irgendwie seltsam und dann in Schlafzimmer. Peng, da kam dieser Schub schon wieder. Genauso schlimm, jedoch musste ich vor meiner Freund heulen und bat sie, den Notarzt zu rufen, da ich das Gefühl habe zu sterben. Es war wirklich so ein Gefühl, reine Todesangst aus heiterm Himmel. Ich hatte natürlich noch das Stechen in der Brust, habe dem aber auch keine grosse beachtung mehr geschenkt. Das Stechen war nie wirklich heftig, es war halt nur unangenehm.
    Damit bin ich dann Freitags sofort zum Hausarzt. EKG und BelastungsEKG gemacht (alles ok) und wir haben uns etwas unterhalten. Er gab mir eine Überweisung zum Psychologen. Da er bei mir festgestellt hat, ich sei total ausgebrannt, überfordert usw. Dem konnte ich auch nur zustimmen.
    Zum Psychologen bin ich dann aber nicht mehr, weil es einfach keine freien plätze mehr gab in nächster Zeit. War dann 4 Wochen krankgeschrieben und fühlte mich danach auch wieder besser. Hab dann nach ein paar Wochen auch noch mein Job gewechselt und alles war wieder super toll.

    Seit den letzen 2 Wochen gehts mir aber zunehmend schlechter.Die Attacken kam nun wieder nach Alkohlkonsum. Dazu muss ich sagen, dass wir wirklich so gut wie jedes WE ein trinken und das schon Jahrelang.
    Die letzte Woche war dann der Horror. Pfingstsonntag kräftig gefeiert, Pfingstmontag Kater und Panik. Dienstag war dann aber alles wieder einigermassen ok. War nur schlapp. Dann aber ab Mittwoch kamen die Attacken auf der Arbeit. Unregelmässig in der Zeit und Intensität. Mein Druck und Stechen in der Brust wurde auch wieder schlimmer. Diese strahlen nun schon in den Rücken und Arm. Schweissausbrüche nicht zu vergessen. Ich dachte einfach nur an Vorboten eines Infarkts oder Schlaganfall. Freitag hab ichs nicht mehr ausgehalten vor dem Wochenende. Ab zum Arzt, durchgecheckt und zur beruhigung nochmal nen EKG. Auch hier wieder alles Top. Nur ein etwas zu hoher Blutdruck. Dazu noch Blut abgenommen und am Donnerstag zum Kardiologen. Ich möchte das erstmal alles Abgeklärt haben.

    Aber dieser Artikel öffnet einem dann doch schon etwas die Augen. Habe das WE kein Tropfen Alkohol angerührt. Der Sonntag verlief dann
    Heute war dann mal wieder ein besserer Tag, bisweilen nur leichte Verstimmungen. Aber im grossem und ganzem ein wesentlicher Unteschied zu den letzten Tagen.
    Was mit nur keine Ruhe lässt, ist die Frage ob der Alkohol wirklich noch 6 Tage nach konsum solche Symptome auslösen kann? Solange?

    Liebe Grüsse

    Antworten
    • Hallo,

      ja, das ist Alkohol. Wichtig aber ist vielmehr, dass es nicht jedem so geht mit Alkohol. Während die einen ganz gut darauf reagieren, reagieren andere eben mit Angst und Panik. Ich vermute (weil es mir genauso ging, schrieb ich auch diesen Artikel), dass es viel damit zu tun hat, was der eigene Körper einem sagen möchte. Auch die eigene Sensibilität und die bereits täglich zugeführten Toxine wie Tabak, industrieller Zucker und Koffein können den Körper erheblich empfindlich auf alle weiteren Toxine machen. Da Alkohol ja auch, abhängig von der Sorte (Klarer, Wein, Bier) seine eigenen Inhaltsstoffe hat, die wiederum auf den Körper wirken, kommt das noch erschwerend zum Alkoholgehalt hinzu. Lieblicher und halbtrockener Wein enthält extrem viel Zucker, Bier sorgt für extrem viel Histamin, das der Körper abbauen muss. Die Symptome, die der Körper schickt, wenn er damit nicht mehr hinterherkommt, ähneln stark Angst- und Panikattacken. Googele mal Histaminintoleranz und schau selbst, was ich meine.
      Es kann auch einen Zusammenhang mit einem Reizdarm geben oder mit einem stark geschädigtem Darm, der dann wiederum deine Symptome auslöst. Darmspiegelungen und Nahrungsunverträglichkeitstests könnten dir hier schnelle Antworten bieten. Ich zum Beispiel vertrage besser Wodka ohne Süßmittel wie Zucker in Cocktails und extra dry Sekt (Bin am nächsten tag topfit), als alles andere, weil ich nicht so gut auf Zucker reagiere.

      Ich drücke dir die Daumen!

      Alles Liebe für dich,
      Janett

      Antworten
      • Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja die Histaminintoleranz hab ich mir auch schon durchgelesen. Werde ich morgen auch mit meinem Arzt besprechen und nachdem Kardiologen mir auch ne Überweisung zum Orthopäden und zur Magen/Darm-spieglung geben lassen. Aber alles eins nachdem anderem, denke ich mir!

        Was ich mich aber zudem Frage, wie konnten solche Symtome früher nicht auftreten? Bis vor einem Jahr hatte ich bis auf Übelkeit am nächsten Tag, nicht solche Auswirkungen und schon gar nicht 6 Tage lang?!

        Was genau trinkst du denn mit Wodka? Ich trinke eigentlich wenig Bier. Wenn dann so 2 Stück und dann meistens Korn/Cola oder Rum mit Sprite.

        Darfst mir auch gern per email Antworten, der Blog sollte ja nicht zum Chat werden ^^

        Lg

        Antworten
        • Darf ich fragen ob es bei dir schon neue Erkenntnisse gibt habe die selben Probleme.

          Antworten
          • Hallo Stefan,

            ich bezweifle, dass wir um unsere Hormone herumkommen. Ich meine vielmehr festgestellt zu haben, dass sich eine gute Ernährung und ggf. auch eine Darmsanierung, je nach Stärke der Symptomatik, lohnt, einschließlich der Reduktion von Alkohol. So habe ich es gemacht, aber bei mir war vieles darminduziert, wie die Psychologie es mittlerweile nennt: von kleinen depressiven Verstimmungen, Angstzuständen bis hin zu Panikattacken. Wer zudem noch raucht, viel Koffein, Zucker und anderes, was der Körper nicht verträgt, zu sich nimmt (bei mir spielt eine heftige Laktoseallergie eine große Rolle), der macht es seinem Darm noch schwerer. Wenn ich beispielsweise Darmbakterien in Kapselform zu mir nahm, konnte ich nicht einmal dune kleinste Regung meines Körpers spüren, wenn ich Alkohol getrunken hatte. Die gesunden Darmbakterien feuerten da gänzlich gegen.

            Ich hoffe, ich konnte helfen.

            Liebe Grüße,
            Janett

    • mir geht es genau so..
      danke für den artikel und ihr schreiben-
      morgen zu den ärzten.
      muss wohl die wahrheit sagen..
      bin am ende ..
      gerne eine antwort an mich .. würde mich freuen

      Antworten
  5. Hallo liebe Janett, ich finde deinen Artikel nur begrenzt gut. Die Einflüsse von Alkokohl auf den Körpersind sicherlich richtig.

    Ich möchte ganz gerne einen anderen Blickwinkel darstellen. Ich leide unter Panikattacken. Unabhängig davon gehe ich zu einem 40.Geburtstag, habe Spaß,trinke einige Gläser Sekt und bin etwas betrunken. Mit einmal bemerke ich eine komische Wahrnehmung. Mir ist etwas schlecht und schwummerig. Unbewusst verknüpfe ich diese Symptome mit einer Panikattacke, denn irgendwie fühlt es sich ja genauso an. Ich bekomme Angst vor der Angst. Versuche den Ausbruch zu unterdrücken, denn ich möchte ja nicht auffallen und für verrückt gehalten werden. Nun bin ich gestresst. Ich muss mir ch übergeben, fange a zu zittern und kann mich nicht mehr aus dieser Situation retten.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass ich die körperlichen Symptome von Alkoholkonsum oder auch einem „Kater“ sehr vergleichbar mit denen einer Panikattacke finde. Da Menschen mit einer Panikstörung getriggert auf diese Symptome sind, finde ich es sehr Naheliegend, dass daraus ganz schnell eine richtige Panik wird. Ja ich denke auch das Alkohol absolut nicht gesund ist und es daher nicht falsch ist die Finger davon zulassen, andererseits finde ich, dass wenn Panikpatienten aufgrund ihrer Panik keinen Alkohol mehr trinken eine Vermeidungsstrategie fahren. Sehr lange die entsprechende Person damit zufrieden ist, ist alles in Ordnung. Denn immerhin ist es eine Strategie, aber sie schränkt ein.

    Beim Joggen steigt mein Puls an. Ich merke ein pochen in meiner Brust. Ich bleibe stehen, mir wird schwindelig. Die Symptome kommen einer Panikattacke gleich. Ich fange an darüber nachzudenkend. Wenige Minuten später bin ich mitten im in der Panik. Was ist die Lösung? Mit dem Joggen aufzuhören? Oder immer wieder joggen zugehen. Den Puls wahrnehmen und durchzuhalten. Sich vor Augen zuhalten, welche Prozesse gerade im Körper vor sich gehen.

    Dabei weiß ich auch, dass vermeiden wesentlich einfacher ist, als die Angst zudurch stehen nur halte ich es langfristig für die weit aus hilfreichere Variante.

    Viele Grüße

    Antworten
  6. Ich habe gerade so ein Angstzustand,weis nicht weiter,brauche Hilfe.

    Antworten
    • Liebe Anonymos,

      sprich bitte mit einem Arzt deines Vertrauens, wie du Alkohol in der Zukunft weniger konsumieren kannst.
      Es gibt viele tolle Hilfsangebote!

      Alles Gute für dich,
      Janett

      Antworten
  7. Trinke zuviel Alkohol

    Antworten
    • Hallo Janett,

      ich habe eben mit voller Begeisterung deinen Artikel gelesen.

      Ich bin 51 Jahre jung und trinke seit ca. 30 Jahren täglich und das nicht wenig.

      Im Oktober lezten Jahres hatte ich nach einer beendeten Beziehung beschlossen wieder mit dem laufen anzufangen am Anfang ging es auch ganz gut, dann merkte ich mitte November dass ich kränklich werde am 30. November bekam ich meine erste Panik Atakke und ich dachte ich müsse sterben.

      Meine körperlichen Symtome waren schwitzen , Klos im Hals erstickungsanfälle Schlafstörungen ich habe nie länger als zwei Stunden am Stück schlafen können.

      Bis hin zu ständigen Gedanken über den Tod.

      Das letzte Mal gestern.

      Mein Arzt gab mir eine Überweisung in die Klinik aber ich meine ich muss mir selbst helfen.

      Heute früh waren die Symtome nicht besser, die Nacht konnte ich auch nicht schlafen .

      Ich nahm vorhin ein langes heißes Bad jede menge Tees etc.

      Da machte es klick bei mir.

      Ich fühle mich wie ausgewechselt und werde jetzt bis nächsten Samstag keinen Tropfen Alkohol zu mir nehmen.

      Ich will versuchen nur ein mal die Woche wenn ich mich richtig gut fühle einen zu trinken.

      Antworten
      • Lieber Rob,

        klasse, dass du jetzt weißt, was deine Angst schürte.
        Ich drücke dir die Daumen, dass es von nun an bergauf geht.

        Alles Liebe,
        Janett

        Antworten
      • Hallo Rob.
        wie sieht das nach all den Jahren mit Deinem Lang-beziehungsweise Kurzzeitgedächtnis aus das würde mich mal interessieren. Ich habe morgens mittlerweile eine Leere kann mich an Dinge vom Vortag gar nicht mehr erinnern ganz geschweige an Inhalte von Gesprächen.

        Antworten
        • Hallo Dirk,
          ich bin erst 23 und habe folglich noch nicht so lange etwas mit Alkohol am Hut. Dennoch geht es mir, gerade in den Wochen nach ausgiebigen Partys, ziemlich ähnlich wie dir.

          Gerade weil ich ohne Alkohol oft nicht lange am Stück schlafen kann, bin ich mir immer wieder unglaublich unsicher ob etwas (meistens Gespräche) wirklich statt gefunden haben, oder ich vieles nur geträumt habe. Diese Vergesslichkeit betrifft allerdings meinen gesamten Alltag, da ich mich oft in Gedanken verliere oder aber gar nicht richtig zuhöre und einfach zustimme.

          Mich würde daher auch interessieren bis zu welchem Ausmaß ich mir keine Gedanken machen muss und inwiefern Alkohol so etwas hervorruft oder verstärkt.

          Zum eigentlichen Thema muss ich sagen, dass ich auch eine ständige Unruhe und Unsicherheit verspüre, die ich dann doch sehr häufig mit Alkohol bekämpfe. Panikattacken, wie von einigen hier beschrieben, hatte ich noch nicht. Dennoch gab es schon die ein oder anderen „Panikstöße“. Erstickungsangst, Angst vor einem Infarkt oder Schlaganfall, oder ein Gefühl wie wenn man für ein bis zwei Sekunden frei fällt oder mit einem Stuhl rückwärts umfällt.

          Ich lese jetzt schon seit geraumer Zeit diverse Artikel zu diesem Thema. Dein Artikel, Janett, hat mir jetzt allerdings auch die Augen etwas mehr geöffnet und ich glaube nun zu wissen was die Ursache meiner psychischen Achterbahnfahrt ist.

          Vielen Dank für deinen Aufwand anderen zu helfen!

          Simon

          Antworten
      • geht mir auch so

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  8. Auch ich leide schon über 10 Jahren an Panikattacken, die durch einen Kater verstärkt werden. Ich befinde mich deshalb auch schon mehrere Jahre in einer Verhaltenstherapie, die mir ein wenig hilft. Was ich dort gelernt habe ist Vermeidungsstrategien zu erkennen und ihnen möglichst nicht nachzugehen. Wer seinem Körper und Geist bewusst mit Alkohol Schaden zufügt (die Schäden sind in diesem wunderbaren Artikel mehrfach aufgezählt), muss auf der anderen Seite lernen, die Gefühle einer Verkaterung wieder richtig zu bewerten und einzuordnen. Sensible Menschen, so wie ich einer bin, neigen dazu kleinste körperliche Symptome (die im Falle einer Verkaterung verstärkt auftreten – so wie auch in diesem Artikel beschrieben) intensiv aber auch falsch zu interpretieren. Wer gerne mal einen über den Durst trinkt und das immer schon so gemacht hat, sollte das auch weiterhin so machen dürfen (vorausgesetzt natürlich, dass hier kein Suchrverhalten nahe liegt – aber das sehe ich eher als ein „anderes Thema“), muss aber gleichzeitig an den Bewertungen der körperlichen Wahrnehmung während einer Verkaterung arbeiten. Wer seinen Gewohnheiten hier mit Vermeidungsstrategien begegnet, schürt die Angst und wird vermutlich irgendwann gar keinen Alkohol mehr trinken können (was ja nicht schlecht sein muss!). Lernt, mit den Konsequenzen zu leben, und alles wird ein Stück besser. Trotz allem finde ich diesen Artikel hier extrem wertvoll und wirklich toll geschrieben! Vielen Dank dafür!

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  9. Guten Abend,

    selten einen so richtigen und gut verfassten Artikel gelesen. Und kann das gesagte nur eindeutig untertützen! Ich selber leide gelegentlich unter episodischen Angst-Phasen welche seit Jahren immer dann auftreten wenn ich am Vortag viel Alkohol getrunken habe und (wichtig) zu wenig (erholsamen) Schlaf hatte oder gleich noch generell angegriffen war. Auch andere welche mit Angststörungen leben beschreiben das. Auch die Intensität der Angst ist substanzbedingt. Trinkt man einem verkaterten Morgen nach wenig Schlaf zwei Tassen Kaffe auf leeren Magen kann es passieren das man lange und intesive Panikattacken erlebt. Das ich nebenbei bemerkt noch starker Raucher bin möchte ich an dieser Stelle auch nicht verschweigen.

    Anfangs denkt man sich: „Das ist doch unerklärlich, ich hatte ne gute Kindheit und keinen Stress im Leben und bin Glücklich mit dem was ich mache, warum sitz ich hier und leide unter Angst und Zittern und den bizarrsten Sorgen?“ – Dann gehts einem irgendwann wieder besser und dann achtet man wieder nicht auf sich und ZACK dreht sich die Platte auf Anfang. Aber mit der Zeit is das Muster klar erkennbar geworden.
    Es ist der Alkohol, der Tabak, der Kaffe und der Schlaf. (Na und ab und an auch gern mal eine kleine Priese Stress und Weltschmerz, denn ja es stimmt grade wir die wir emphatisch auf unsere Umwelt und Gesellschaftssituation reagieren sind besonders gefährdet.)

    Für mich ist es keine alternative meinem Hedonismus abzuschwören so ist er mir lieb und teuer – aber auch ich merke das mein Körper mir immer wieder in Form von Angstattacken klare Grenzen aufzeigt.

    Ich denke viele Panik- und Angstgestörte sollten sich das hier sehr zu Herzen nehmen. Bevor sie sich in Verzweiflung ergehen. Auch der ausschweifenste existenzialistische Hedonist hat Grenzen – Wenn du diese überschreitest wird es nicht gut enden. Vielleicht meinte Nieztsche das als er meinte der Abgrund blicke ab einem gewissen Punkt auch in dich hinein.

    Danke für den Artikel der meine eigenen Beobachtungen bestätigt und auch dafür das er so gut geschrieben ist. Eine Sprache der zwingenden Logik die aber nicht den Sachverhalt verklärt. Das mit dem „suchen“ hat mir sehr gut gefallen. Und es stimmt. Finde was du wirklich suchst – ich zB. habe die Kunst. Ich male leidenschaftlich gerne und das ausüben zu können ist mir mit der Zeit viel wichtiger geworden als der Rausch. Aber auch das ist ein Prozess gewesen.

    Viele Grüße,
    Tom

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  10. Trinkt doch einfach kein Alkohol als nach Lösung zu suchen wie man sich besaufen kann ohne Angst,,,,,,leide selber 20 Jahre unter Angst und Panik..lg

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  11. Hallo Janett,

    dein Beitrag ist dir sehr gelungen. Dem kann ich nur zustimmen! Es ist wirklich traurig, dies mit anzusehen. Selbst in meinem früheren Freundeskreis waren Partys und viel Alkohol, !jedes Wochenende! gang und gebe.

    Liebe Grüße

    Antworten
  12. Hallo Janett,

    Ich habe seit ca. einem Jahr die gleichen Symptome wie Angst und Panik. Erst heute habe ich durch dich erkannt, übrigens vielen dank dafür, dass es am Alkohol liegt. Trinke jetzt seit 2 Tagen nix mehr und es geht mir etwas besser. Meine Frage wäre aber, wenn ich z.B. nach 3 Monaten wieder auch nur ein Bier trinken würde, käme dann die Panik wieder ?

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    • Hallo, ich denke nicht, dass sich das pauschalisieren lässt. Je nachdem, wie dein Körper auf Alkohol reagiert, aber auch ob dein Körper im Allgemeinen sensibel gegenüber Nahrungsmitteln und Toxinen ist, kann man bei sich prüfen, was und wie viel man verträgt. Entwöhnen würde sich dein System nach dreimonatiger Pause mit Sicherheit. LG Janett

      Antworten
  13. Auch ich leide mittlerweile extremst unter diesen Hangxiety Symptomen. Ich bin 38 und trinke jeden Abend eigentlich .8-10 Bier.

    Ich kriege es hin meinen Suchtdruck bis 18 Uhr auszuhalten.

    Es sind Schmerzen, Depressionen, Ängste. Panikatacken. Es sperrt mich ein. Ich kann kaum vor die Tür gehen.

    Dann geht es los, 18 Uhr.

    Es wird getrunken bis zum Einschlafen letztendlich. Irgendwann, nach dem 4. Bier, beginne ich mich halbwegs ausgeglichen, schmerzfrei und fröhlich zu empfinden.

    Der nächste Tag is dann wieder die Hölle.

    Es ist ein Teufelskreislauf.

    Wenn ich es mal schaffe, einen Tag die Hölle! des Entzuges durchzustehen, geht es mir dann am nächsten Tag, dann etwas besser. Nach 2 Tagen noch besser usw.

    Doch, der ALkohol ist so mit mir verbunden. Gerade in Gesellschaft muss ich trinken. Ich halte die anderen Menschen sonst nicht aus.

    Ein Ausblick ist eigentlich nur, die Abstinenz. Ich weiss, das es dann wieder besser geht.
    Und mein Wirkungskreis wird von Tag zu Tag grösser. Und die Panikattacken verschwinden immer weiter. (Am schlimmsten sind sie beim Auto fahren).

    Gerade heute versuche ich einen Abend mal nichts zu trinken.

    Es hilft ein bisschen sich das von der Seele zu schreiben.

    Antworten
  14. Kein Alkohol ist tatsächlich die bzw.eine Lösung.
    Auch von mir, DANKE für den tollen Bericht und die tollen Kommentare.

    Kurz zu meiner Vita:
    Ich habe ca 1-5-2 Jahre täglich meine Feierabend-Biere + Gin-Tonics genossen. Stressiger Job + Stressige Freundin = Abends mit ein paar Drinks entspannen.
    Vor ca. einem Jahr bekam ich aus dem Nichts im Auto eine Panikattacke! Ohne Ankündigung: BÄM! Blutdruck (180/120) und Herzrasen der Endstufe. Statt zum Termin, habe ich es irgendwie ins Krankenhaus geschafft – direkt ALLES durchgecheckt – Verdacht auf Herzinfarkt – was die Monate danach folgte, war ein Symptom-Feuerwerk und der Flatrate-Vertrag bei allen Ärzten – Kardiologe, Neurologe, Urogloge, Endokrinologe… zum Schluss noch ein MRT.
    Die ganze Zeit lag das Problem so nahe. Ich habe nämlich immernoch gelegentlich hier und da mein Bierchen konsumiert und nicht begriffen, dass mein Körper die Toxine einfach 0,0 tolleriert. Zur Frage weiter oben – ja der Körper reagiert mitunter 2-5 Tage nach dem letzten Glas. Es ist eigentlich so einfach und so klar, und trotzdem wollen wir alle es nicht wahrhaben, dass es der Alkohol ist und Suchen lieber weiter nach einem Grund oder einer Lösung, in der Hoffnung, dass uns irgendwas anderes als Lösung präsentiert wird. Die Ärzte checken alle wissenschaftlich-medizinischen Werte durch und finden natürlich immer irgendwo etwas und der Psychologe taucht in die tiefen Analen der Kindheit ab.
    Finger weg von Zigaretten, Drogen und ALKOHOL. Trinkt doch gleich Rattengift oder Benzin – vergiftet den Körper auch… und viel schlimmer – die Psyche zündet hintenrum und dann noch stärker.

    lg
    Alex

    Antworten
  15. Hallo Janett,

    vielen Dank für Deinen hervorragenden Artikel, welchen ich eben gelesen habe. Leider habe auch ich ein leidiges Problem mit dem Alkohol (ich bin 68 und leide an einer Bipolaren Störung). Ich habe mich bisher immer gewundert, dass ich nach meinem (übermäßigen) Bierkonsum am nächsten Tag immer noch schlechter gefühlt habe (obwohl das ja eigentlich logisch ist). Aber Du erklärst alles sehr genau und jetzt wundert es mich nicht mehr. Ich werde versuchen (müssen!), jeden zweiten Tag etwas weniger zu trinken.

    Recht herzlichen Dank auch für alle Kommentare, welche mir zeigen,
    dass nicht nur ich dieses Problem habe!

    MfG Raimund

    Antworten
    • Sehr schöner Artikel!

      Ich habe mir das trinken „kaputt getrunken“ als es mal zu bunt wurde und ich ko gegangen bin. Das war damals ein großes Thema, da wir noch sehr jung waren. Seither kommen immer die schlechten Gedanken schon wenn es nur heißt „wir gehen am Samstag was trinken“. Und ganz nach einer selbsterfüllenden Prophezeiung gab es immer wieder Situationen die mir unglaublich peinlich waren oder ich mich unendlich geschämt habe. Seit ca. 1 Jahr fing das ganze schon am Abend an wenn ich ordentlich getrunken hatte, ich habe dann z.T. eine richtige Szene veranstaltet von Aggression bis zur niederschmetternden Trauer. Das ganze war mir dann wieder richtig unangenehm am nächsten Tag – eine richtige Abwärtsspirale. Ich habe nun für mich beschlossen mit dem trinken aufzuhören was, wie bereits im Artikel erwähnt, zu sozialen Problemen führt. Das ist aber allemal besser als die Angst und Scham die mich immer nach durchzechten Nächten begleitete.

      Antworten

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