Wie andere ihre Ängste überwinden konnten: Ein Interview mit Lea Hamann

Wie andere ihre Ängste überwinden konnten: Ein Interview mit Lea Hamann

Wer Lea Hamann, Coach, Trainerin, Bloggerin und Autorin des Buches “Leben, Lieben, Leuchten”, kennt, weiß, dass sie sich keine Mühe gibt, ihre Schatten oder unangenehmen Emotionen wie Ängste zu verbergen. Sie gehört damit zu den wenigen, die offen über Angst, Unsicherheit und Blockaden auf dem ureigenen Weg sprechen – eben weil sie zum Leben dazugehören. Statt sie zu verdrängen, ermuntert Lea ihre Klientinnen und Klienten sowie LeserInnen dazu, sie anzusehen und sich ihnen zu stellen.

Da sind wir uns einig.

In einem Interview habe ich sie deshalb zu Ängsten befragt. Sie sprach mit mir über ihre eigenen Ängste, wie sie sie überwinden konnte und was sie anderen als Umgang mit ihrer Angst raten würde.

Lea, welche Ängste haben dich bislang in deinem Leben begleitet?

wie andere ihre Angst überwinden
Unternehmerin und Coach, Autorin und Trainerin Lea Hamann über Ängste.

In meiner Kindheit habe ich zunächst bemerkt, wie viel Angst es mir macht, wenn kein fester Halt da ist. Ich bin vor meinem 18. Lebensjahr mehr als 20-mal umgezogen – und jeder Wechsel, jeder Umbruch hat mein Vertrauen mehr ins Wanken gebracht.

Als ich mich dann mit Anfang zwanzig selbständig gemacht habe, lernte ich neue Ängste kennen: Die Angst davor, nicht genug Geld zu verdienen. Die Angst davor, sichtbar zu werden und Kritik zu ernten. Die Angst, abgelehnt oder ausgelacht zu werden.

Wie konntest du deine Ängste überwinden?

Ich war zunächst einmal ziemlich schockiert, dass ich so viel Angst habe und habe alles versucht, um stark zu sein und keine Schwäche zu zeigen. Doch das funktionierte leider überhaupt nicht. Je mehr ich mich darauf eingelassen habe, meinen ureigenen Weg zu gehen und ich selbst zu sein – umso mehr rüttelte mich die Angst durch.

Irgendwann fing ich an, mich flach auf den Boden zu legen und einfach loszulassen, wenn die Angst auftauchte. Statt nach einem Ausweg zu suchen oder zu kämpfen, gab ich nach.

Jede Welle von Angst, die durch mich rollte, lud mich dazu ein, präsent zu bleiben, zu fühlen und es geschehen zu lassen.

Und siehe da – mit der Zeit merkte ich, dass in meiner Angst eine große Menge Lebenskraft drinsteckte, die wieder in Fluss kommen wollte. Jedes Mal, wenn ich bereit war, mich auf das bewusste Fühlen meiner Angst einzulassen, fühlte ich mich danach stärker, ruhiger und klarer. Lustig eigentlich – das Einlassen auf die Angst hat mich mutiger gemacht.

Wie gehst du heute mit Ängsten um, falls sie auftauchen? Was würdest du anderen mit ähnlichen Ängsten zum Umgang raten?

Sobald ich Angst bemerke, versuche ich, mehr auf meinen Körper zu achten. Statt in das Chaos der Gedanken abzudriften, versuche ich, meine Körperwahrnehmungen zu beobachten:

  • Fühlt sich mein Brustkorb eng an?
  • Klopft mein Herz?
  • Zittern meine Knie?
  • Spüre ich Wellen von Wärme oder Kälte, die durch den Körper rollen?

Ich habe nicht den Anspruch, mich gut zu fühlen, sondern ich gebe mir die Erlaubnis, mit meiner Angst zu sein. Ich vertraue auf die Weisheit der Natur. Alle Energien – auch meine Angst – wollen fließen. Und das tun sie.

Der Atem ist eine wunderbare Unterstützung dabei. Mit jedem weichen Atemzug spüre ich, wie ich mehr in meinem Körper ankomme. Ich werde von den Wellen meines Atems gewiegt und beruhigt. Der Atem hilft mir, im Jetzt zu bleiben und fließen zu lassen, was fließen möchte.

Mit den Jahren bemerke ich, dass mein Widerstand gegen die Angst schmilzt. Immer wenn ich einen neuen Schritt wage, begegnet mir die Angst. Sie zeigt mir, dass ich wachse. Sie zeigt mir, dass ich meine Komfortzone verlasse. Sie zeigt mir, dass ich lebe!

Danke für dieses Interview, Lea!

Ihr Buch “Leben, Lieben, Leuchten – Wie du aus eigener Kraft glücklich wirst und deine inneren Schätze findest” (2019, Integral Verlag) ist u. a. bei Amazon erhältlich.

Studie: Wirkt CBD (Cannabidiol) auf Betroffene einer Angststörung?

Studie: Wirkt CBD (Cannabidiol) auf Betroffene einer Angststörung?

Eine unabhängige Studie des Studenten Jona Decker und seiner Kollegen aus den Bereichen der BWL, der Biologischen Chemie, der Gesellschaftslehre und der Psychologie hat untersucht, wie sich die Therapie mit Cannabidiol (CBD) auf Patienten, die unter einer Angsterkrankung leiden, auswirkt. Es war Ziel, nachzuweisen, ob den betroffenen Patienten durch die regelmäßige Einnahme von CBD gegen Angstzustände geholfen werden konnte. Auf einer Therapie der sogenannten “sozialen Angststörung” lag hier ein Augenmerk.

Die Erkrankten befürchten bei dieser Art der Phobie, von anderen Menschen als “suspekt” betrachtet zu werden. Eine mehr oder weniger beachtliche Einschränkung ergibt dadurch im Alltagsleben, je nach Grad der Erkrankung. Von einer sozialen Angststörung sind in Deutschland um die sieben bis 12 Prozent der Menschen betroffen. Gegenwärtig wird diese Form der Angsterkrankung entweder anhand einer Psychotherapie oder einer medikamentösen Behandlung (oft auf der Basis von Antidepressiva) behandelt.

Im Rahmen unterschiedlicher Studien hat sich verdeutlicht, dass Cannabidiol möglicherweise positiv die Ausprägung einer sozialen Phobie verändern kann. In der jüngsten Vergangenheit haben den CBD-haltigen Medikamenten schon etliche Menschen hier eine Option gegeben. Der Umsatz der Branche steigt. Das Interesse wächst. Handelt es sich hierbei jedoch um einen Placebo-Effekt? Kann CBD überhaupt dabei helfen, eine Angststörung zu mindern und wenn ja, wie?

Die Tragweite der Ergebnisse der Cannabidiol (CBD) Untersuchung

kann Cannabidiol gegen Ängste helfen?

Die Studie zeigte, dass auf der Basis einer relativ geringen Dosierung es realistisch ist, dass die ständige Einnahme von Cannabidiol (CBD) helfen kann, eine sozialen Phobie als eine Angststörung zu mindern. Zu erwähnen sei dennoch, dass die Versuchsteilnehmer das CBD Öl selber und in ihrem gewohnten Umfeld zu sich nahmen. Der Konsum konnte daher nicht präzise kontrolliert werden.

Da sich hingegen null Verbesserung der Angststörung unter der Therapie mit Rapsöl zeigte, ist davon auszugehen, dass ein Placebo übergreifender Effekt ausgeschlossen werden kann.

Um die Untersuchung allerdings letztendlich noch aussagekräftiger zu machen, bräuchte es an Versuchsteilnehmern unter anderem eine größere Gruppe. Bisher kann dementsprechend und auf Basis besagter Studie nicht einwandfrei und wissenschaftlich bewiesen werden, dass es sich tatsächlich bei Cannabidiol Öl gegen Angststörungen um ein optimal effektives Mittel handelt. Hier müssten umfassendere, noch weitere Untersuchungen angebracht werden.

Was ist Cannabidiol?

Etliche Menschen denken bei „CBD“ zweifelsohne an Cannabis und -zumindest in Deutschland – an eine illegale Substanz. Im Gegensatz zu Cannabis aber, in dem mehr als 80 verschiedene Chemikalien enthalten sind, ist Cannabinoid, Cannabidiol (CBD), NICHT psychoaktiv.

Von seiner angstbefreienden Wirkung profitierten deshalb die Versuchsteilnehmern der Studie, die unter anderem genauso bereits in Studien der Wissenschaftler Zuardi, Crippa, Garrido und Wichert-Ana untersucht wurde.

Das Ziel der unabhängigen Cannabidiol (CBD) Studie und grundsätzliche Informationen

CBD Öl bei sozialer Angst

Hierbei sollte im Rahmen der erwähnten, unabhängigen Studie gezeigt werden, ob CBD zur Behandlung von sozialen Phobien nützlich sein und Symptomen wie dem bekannten Rotwerden, Zittern usw. vorbeugen kann.

Durch die folgenden Eckdaten charakterisierte sich die Untersuchung des Studenten Jona Decker und seiner Kollegen:

  • vierzig Versuchskandidaten (bzw. 37, weil während der Teilnahme an der Studie drei Versuchskandidaten abbrachen), die akquiriert über Facebook und Co. wurden, im Schnitt 32,6 Jahre alt waren und an einer Angsterkrankung nachweislich aus dem Spezialgebiet der sozialen Angststörung leiden
  • 18 Versuchsteilnehmern erhielten – ohne, dass sie es wussten – ein Placebo (in Form von Rapsöl), 19 Versuchskandidaten konsumierten 15prozentiges Cannabidiol (CBD)-Öl
  • Studiendauer 30 Tage
  • Angstwerte VOR und NACH der Untersuchung wurden miteinander verglichen.

Von ihrem Allgemeinmediziner auf mögliche gesundheitliche Beschränkungen wurden natürlich die besagten Testpersonen vor dem Beginn der Studie untersucht.

Das Ergebnis der Cannabidiol Untersuchung

In 17 von 19 Fällen zeigte sich nach einer Studiendauer von dreißig Tagen, dass sich die Angstwerte der Probanden, die Cannabidiol (CBD) konsumiert hatten, um im Durchschnitt 32 Prozent verbesserten. Klarer gesagt: Die durchschnittlichen Angstwerte lagen hier vor dem Beginn der Studie bei 4,1 (, wobei eine Skala von 1 (kein Unwohlsein) bis 5 (ungemein großes Unwohlsein) zugrunde gelegt wurde) und lagen danach bei 3,2. Durch die Einnahme des Cannabidiol (CBD) wurde damit die wahrgenommene Angst vermindert. Hingegen zeigte die Einnahme des Placebos keine deutliche Wirkung.

Demgemäß spricht die Untersuchung hierfür, dass bei einer vorhandenen sozialen Phobie die Einnahme von CBD in einer qualifizierten Dosierung sehr wohl von Vorteil und anzuraten sein könnte. Dies gilt ebenfalls mit Hinblick auf die angemessene Verträglichkeit während der Umsetzung der Untersuchung. So litt alleinig eine Testperson für einen kurzen Zeitraum unter Müdigkeit. Sehr gut vertragen wurde darüber hinaus das Cannabidiol (CBD) Öl von den Probanden.

Relativ niedrig gehalten wurde die Dosierung an Cannabidiol im Rahmen der Untersuchung (mit fünfzig mg/Tag). In der Literatur wurde hier von den oft angegebenen 300 bis 600 mg am Tag abgewichen, da:

  • die Versuchskosten des Weiteren zu teuer geworden wären
  • da sich mit einer geringeren Dosierung bessere Ergebnisse erreichen lassen, wie einige Untersuchungen in der Vergangenheit aufgezeigt haben.

Text: Jona Decker | Die ausführlichen Ergebnisse der Studie wurden auf https://www.cbd-anxiety-study.com/ publiziert.

Die 4 besten Achtsamkeitstechniken und wie sie funktionieren

Die 4 besten Achtsamkeitstechniken und wie sie funktionieren

In unserer hektischen Zeit ist immer wieder von Achtsamkeit die Rede. Aber was ist Achtsamkeit eigentlich? Und vor allem: Wie setzt man Achtsamkeit um? Immer, wenn Achtsamkeit besonders hilfreich wäre, weil der Alltag stresst, hat man am wenigsten Zeit dafür. Gerade deshalb ist es wichtig, sich Techniken anzueignen, mit deren Hilfe man zu jeder Zeit Achtsamkeit praktizieren kann, um sich so eine kleine Oase der Ruhe zu schaffen. Nicht zuletzt reduzieren Achtsamkeitstechniken das Stressniveau und können so schon kurzfristig für inneren Ausgleich und langfristig für Resilienz sorgen.

Wie wirkt Achtsamkeit?

Achtsamkeit bei Angst, Panik und Depressionen, Borderline, Essstörungen, Süchte

Die Wirkung von Achtsamkeit – insofern die entsprechende Technik richtig ausgeführt und wiederholt trainiert wird – ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. So kann sie zum Beispiel bei folgenden seelischen Ungleichgewichten und Störungen hilfreich sein:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • verschiedene Formen von Essstörungen
  • Burnout-Syndrom
  • Suchterkrankungen
  • Borderline

Eines der wichtigsten Prinzipien der Achtsamkeit ist, im Hier und Jetzt präsent zu sein, ohne dabei die Situation an sich zu bewerten. Bei Achtsamkeit geht es sehr oft um die Akzeptanz dessen, was ist. Dabei kann es sich durchaus um eine negative, scheinbar ausweglose Situation handeln wie beispielsweise chronische Schmerzen, mit denen du leben musst oder eine sehr schmerzhafte Trennung. Dennoch kann das Gehirn sich Akzeptanz als erste Reaktion auf alle Umstände antrainieren, wenn man sie zulässt. Denn Achtsamkeit ist eine bewusste Entscheidung. Sie muss von dir erlernt und geübt werden.

Ich stelle dir im Folgenden die vier besten Achtsamkeitstechniken vor, mit deren Hilfe du im Alltag wieder zu dir finden kannst, egal, welche Umstände dich in die Knie zwingen.

1. Achtsamkeit durch Atmung

Atemübungen sind eine der schnellsten und einfachsten Techniken, um deine Achtsamkeit zu schulen. Du konzentrierst dich bei dieser Achtsamkeitspraxis voll und ganz auf deine Atmung.

  • Nimm die Atembewegungen bewusst wahr und spüre, wo in deinem Körper sich der Atem gerade befindet.
  • Spiele mit den Zeiträumen, die du zum Einatmen und Ausatmen benötigst: Wann beginnen und enden deine Atemzüge?
  • Atme durch die Nase oder den Mund. Verschließe auch einmal die Nasenlöcher im Wechsel mit einem Finger.
  • Dabei lässt du deine Gedanken kommen und gehen, wie die Wolken am Himmel tauchen sie auf und verschwinden wieder. Eine schöne Affirmation, die du dir währenddessen im Geiste vorsagen kannst, dazu: Meine Gedanken kommen und gehen wie die Wolken am Himmel.
  • Wichtig ist eine aufrechte Haltung in der idealen Balance aus Anspannung und Entspannung.

Du kannst die Konzentration auf deine Atmung an jedem Ort ganz unauffällig als Achtsamkeitsübung einsetzen.

2. Achtsamkeit mit Dankbarkeitsritualen durchführen

Dankbarkeitstagebuch schreiben

Sei dankbar für das, was du hast: Richte deine Aufmerksamkeit einmal nicht auf den Mangel, sondern auf die Fülle. Was in deinem Leben hast du, was anderen fehlt? Was flog dir einfach zu? Wann musstest/musst du dich nicht anstrengen? Was ist einfach? Bei wem kannst du einfach sein? Oder beende diesen Satz, falls dir die Antworten schwerfallen: Zum Glück habe ich … / Zum Glück bin ich …

Schnell wandeln sich deine Gedanken in eine positive Richtung. Der Hypothalamus beginnt damit, den Neurotransmitter Dopamin auszuschütten, der für einen Belohnungseffekt sorgt. Vergiss dabei nicht, auch dir selbst zu danken und stolz auf das zu sein, was du erreicht hast.

Eine Dankbarkeitsmeditation ist ein unkompliziertes Verfahren, das du überall durchführen kannst: Lasse  positive Dinge in deinem Leben Revue passieren und konzentriere dich selbst auf die kleinen Details.

Wenn du deine Gedanken lieber verschriftlichst, ist ein Dankbarkeitstagebuch der ideale Weg für dich. Schreibe abends alles nieder, wofür du an diesem Tag dankbar warst. Auch morgens lässt sich diese Übung gut durchführen, besonders, wenn du weißt, dass der Tag voll mit unliebsamen Aufgaben sein wird.

In schwierigen Zeiten kannst du immer wieder die geschriebenen Seiten hervorholen und lesen.

IDEE: Richtet sich deine Dankbarkeit an eine bestimmte Person? Schreibe ihr einen Brief – und zwar mit der Hand! Du zeigst damit deine Wertschätzung und steigerst die Qualität der Beziehung.

3. Steuere dein Unterbewusstsein mit Affirmationen

durch positive sätze negative glaubensmuster überschreiben

Wie denkst du? Wie redest du mit dir selbst? Welche Botschaften haben dir deine Eltern und Lehrer von Kindesbeinen an mitgegeben? Von den Glaubenssätzen, die du verinnerlicht hast, wird zu einem großen Teil dein Handeln und schließlich dein Leben bestimmt. Deshalb ist es besonders wichtig, in diesem Punkt sehr achtsam zu sein. Da sie in erster Linie in deinem Unterbewusstsein wirken, ist es sinnvoll, diese negativen Gedankenmuster ans Licht zu holen, anzunehmen und durch bessere zu ersetzen. Denn zum Glück funktioniert dieser Effekt auch umgekehrt. Mit positiven Affirmationen kannst du dein Unterbewusstsein beeinflussen – und durch Achtsamkeit verhindern, dass sich wieder negative Muster etablieren.

Affirmationen sind einfache und klare Sätze mit einer positiven Formulierung. Du kannst sie laut oder leise sprechen und dadurch deine Empfindungen oder dein Verhalten beeinflussen. Je direkter die Formulierung, desto besser, aber vermeide Konjunktive und Passivsätze. Wähle lieber Formulierungen mit „Ich bin …“, „Ich darf …“ oder „Ich kann …“.

Es gibt verschiedene Arten von Affirmationen, bei denen es um Selbstbewusstsein, Gesundheit oder selbst Geld gehen kann. Hier einige Beispiele für Affirmationen:

  • Ich bestimme mein Leben zu jedem Zeitpunkt selbst.
  • Ich bin so in Ordnung, wie ich bin.
  • Ich bin gut genug.
  • Ich bin wertvoll.
  • Ich reiche.
  • Ich bin bereit, mir und anderen zu vergeben.
  • Ich bin für Veränderungen bereit.
  • Das Universum sorgt für mich.
  • Das Leben trägt mich.
  • Die Welt ist freundlich zu mir.
  • Ich bin genauso wichtig wie alle anderen.
  • Ich habe Liebe verdient.
  • Ich schaffe das.

Dir fallen bestimmt noch mehr Affirmationen ein, die zu deiner persönlichen Situation passen. Du merkst schon: Hier ist wieder eine bewusste Auseinandersetzung mit deiner Situation und dessen, was ist, erforderlich. Gib dir ruhig einige Tage oder Wochen Zeit, um die Affirmationen wirken zu lassen. Wiederhole sie regelmäßig im Geiste oder laut, wenn du in einer Situation bist, in der negative Gedanken hochkommen. Übe dich darin, dein Gehirn mit dem positiven Satz reagieren zu lassen.

4. Reduziere deinen Stress mit MBSR

mindful-based stress reduction krankenkasse

Wie wäre es mit einem ausgklügelten und erprobten Framework? Der frühere Arzt und Universitätsprofessor Jon Kanbat-Zinn hat die Achtsamkeit aus dem ihm vertrauten Zen herausgelöst und zu einem Verhaltenstraining umgeformt. Die Methode, die als MBSR bekannt ist, ist im Laufe der Jahrzehnte sogar wissenschaftlich erforscht worden und weithin anerkannt.

MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) ist eine Methode, die sogar von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bezuschusst wird. Eine Voraussetzung für einen Zuschuss bei der Teilnahme an MBSR-Kursen ist, dass der MBSR-Lehrer zertifiziert ist. Es gibt zahlreiche Verbände, Institute und Trainer, die MBSR anbieten, sodass du bestimmt auch in der Nähe deines Wohnortes einen Kurs findest, falls dich diese Methode interessiert.

MBSR kommt mittlerweile zum Beispiel in

  • Unternehmen
  • Schulen
  • Universitäten
  • Gefängnissen
  • Gesundheitszentren
  • der US-Armee und
  • psychotherapeutischen Behandlungen

zum Einsatz.

Aber was ist MBSR und wie funktioniert diese Form von Achtsamkeitstraining? Die Elemente entstammen zum Teil dem Hatha Yoga, Vipassana und Zen. Die Grundlage entsteht durch ein achtwöchiges Gruppentraining, bei der sich die Teilnehmer im Wochenrhythmus treffen und auch einen „Tag der Achtsamkeit“ durchführen. Verschiedene Arten der Meditation werden in den Sitzungen eingeübt, darunter

  • Body Scan
  • Sitzmeditation
  • Gehmeditation
  • Essmeditation und
  • Yoga.

Darüber hinaus tauschen die Teilnehmer sich darüber aus, wie sie die neu erlernte Achtsamkeitspraxis erleben. An den übrigen Tagen führen sie die Meditationen bereits zu Hause in Eigenregie durch – ein wichtiges Element, damit die Meditationspraxis auch im Alltag gefestigt wird.

Das Hauptziel von MBSR ist, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Die Wahrnehmung des Körpers wird ebenso gestärkt wie die der Gedanken. Selbstfürsorge und nicht nur das Erkennen von, sondern auch der Umgang mit Stress werden so erlernt.

Welche Erfahrungen hast du mit Achtsamkeit bislang gemacht? Gibt es noch Techniken, die du jemandem raten würdest, die ich hier nicht gelistet habe? Ich freue mich auf einen regen Erfahrungsaustausch!

Liebe Grüße
Janett

Eifersucht verstehen und überwinden (für Partner & Betroffene)

Eifersucht verstehen und überwinden (für Partner & Betroffene)

Bist du selbst eifersüchtig? Oder leidest du unter der Eifersucht deines Partners oder deiner Partnerin? In beiden Fällen kennen die meisten von uns den Leidensdruck, der durch dieses Gefühl entsteht. Vor allem gehen mit diesem Gefühl auch Angst und Schuld einher. Ob Eifersucht nun krankhaft, unbegründet oder legitim ist: Alles zusammen hat nicht selten die Macht, eine Beziehung zu zerstören oder sie nachhaltig zu schädigen. Denn Vertrauen ist einer der wichtigsten Aspekte für eine gesunde und funktionierende Partnerschaft.

Was du gegen deine eigene Eifersucht oder die deines Partners bzw. deiner Partnerin tun kannst, verrate ich dir in diesem Blogpost.

Was ist Eifersucht überhaupt?

Ei·fer·sucht (Substantiv, feminin [die])

starke, übersteigerte Furcht, jemandes Liebe, Zuneigung mit einem oder mehreren anderen teilen zu müssen, an andere zu verlieren

– Google Wörterbuch

eifersucht und angst vor dem verlust des  partners
Angst vor dem Verlust des Partners an jemand anderen, Angst vor Ausschluss und Alleinsein, Ablehnung und Liebesentzug, Schuld und Scham: All das steht mit Eifersucht in Verbindung. Ein explosives Gemisch für jede Beziehung.

Diese Definition der Eifersucht hat sicher keinen hochwissenschaftlichen Anspruch, trifft aber den Kern der Sache. Eifersucht ist kein per se grundloser Kontrollwahn, sondern entsteht beim Betroffenen aus eben dieser Angst vor Liebesentzug, Verlust und Ablehnung. Auch die Angst vor dem Alleinsein steht oft mit Eifersucht in Verbindung. Hier geht es also um das Gefühl, nicht gut oder genug zu sein, nicht wertvoll für eine Partnerschaft, weil man seinem Wert nicht vertraut – und es auf den anderen projiziert. Im Kleinen ist Projektion eine normale, menschliche Strategie der Angstabwehr. Aber Eifersucht hat nur deshalb so hohes Bedrohungspotenzial, weil wir nach einer legitimen Grundlage für unsere Gefühle suchen und hier leider beim Partner: Denkt man selbst, jemand anderes wäre wertvoller für den eigenen Partner, heißt das nicht, dass der Partner das auch so sieht. Doch Angst als Feuer verbrennt nicht nur einen selbst, sondern auch andere. Um (sich selbst) zu verstehen, was und wieso du eifersüchtig bist, muss der Partner schuldig gesprochen wären – daran, dass er/sie dich nicht (genug) lieben würde. Das geschieht unbewusst und ist oft nicht einmal böse gemeint. Dennoch schürt kaum etwas anderes größeres Misstrauen in einer Partnerschaft als dieser bewusste/unbewusste Vorwurf.

Da Angst ein so mächtiges Gefühl ist, besonders, wenn man keinen gesunden Umgang mit dem Gefühl gelernt hat, kann Eifersucht in einer Beziehung wie Sprengstoff wirken und nicht selten wird sie zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Sie kommt aber auch außerhalb von Liebesbeziehungen vor: unter Geschwistern, Freunden, in der Sportmannschaft und sogar bei Tieren, hier zum Beispiel als Futterneid. Aber an keiner anderen Stelle hat sie ein so großes Zerstörungspotenzial wie dort, wo zwei Menschen ursprünglich freiwillig und aus Liebe zueinander gefunden haben. Hier erhält die Liebe schnell den Charakter des Besitzdenkens.

Bitte nicht falsch verstehen: Ein gewisses Maß an Eifersucht ist ganz natürlich und sogar gesund für eine Beziehung – immer vorausgesetzt, dass das Grundvertrauen da ist. Schließlich zeigt sie auch, dass der Partner immer noch als begehrenswert angesehen wird. Kleinere Konflikte können sogar dazu dienen, immer wieder über das Verhalten in der Beziehung zu reflektieren – und so das Miteinander zu verbessern, anstatt sich in der Sicherheit der Routine gehen zu lassen. Wird jedoch das gesunde Maß überschritten und die Eifersucht krankhaft, leidet das Vertrauensverhältnis in beiden Richtungen. Das ungute Gefühl, sich als überwacht, nicht vertrauenswürdig und unter Druck gesetzt zu empfinden, nicht mehr frei agieren zu können, kann dazu führen, dass tatsächlich die Suche nach einer anderen Person als Partner beginnt. Damit kann Eifersucht der Anfang vom Ende der Beziehung sein.

Wie äußert sich krankhafte Eifersucht?

ab wann ist eifersucht krankhaft
Wann ist Eifersucht begründet und ab wann wird sie krankhaft?

Das Spionieren im Handy des Anderen ist wohl der Klassiker unter den Taten eifersüchtiger Menschen genauso wie bohrende Fragen, mit wem man sich trifft oder auch wieso man später kommt oder keine Zeit hat, ohne den Anderen ausgeht oder weniger Zuwendung schenkt als vorher. Dahintersteht immer die Frage: Gibt es Nachrichten oder Anrufe, die darauf hinweisen, dass es eine andere Person gibt – um eine Grundlage für seine Gefühle zu finden?

Krankhafte Eifersucht ist in erster Linie durch solche Kontrollzwänge geprägt. Heimliches Nachlaufen, Social Media Stalking, Handykontrolle, das Ansetzen der besten Freundin als Spionin, das Googeln der vermeintlichen Konkurrenz – all dies sind Verhaltensweisen, die über das Normalmaß der Eifersucht hinausgehen. Oft tritt die Eifersucht auch in vermeintlich harmlosen Situationen zutage: Bei Gesprächen auf einer Party, beim Geschäftsessen, bei unbekannten Nummern auf dem Smartphone, die einen ganz harmlosen Hintergrund haben.

Statt sachlich und konstruktiv zu fragen und die harmlose Antwort zu akzeptieren, wird weiter gebohrt und gestichelt. Das Gefühl, es könnte doch mehr dahinter stecken, lässt den Betroffenen nicht mehr los. Beim Partner sollen Schuldgefühle ausgelöst werden und man selbst will seine unbändige Angst loswerden – gleichzeitig äußert sich immer wieder der Wunsch, kontrollieren zu können, was nicht kontrollierbar ist.

Woher kommt Eifersucht?

was eifersucht mit der angst vor ablehnung zu tun hat
Eifersucht findet sich oft bei Menschen mit entsprechenden Erfahrungswerten oder einem angeschlagenen Selbstwert.

Oft gibt es einen konkreten „Auslöser“ für einen Eifersuchtsanfall, gepaart mit Erfahrungswerten aus der eigenen Vergangenheit und/oder der Vergangenheit des Partners: Eine unbekannte Nummer auf dem Handydisplay, Blicke, zu lange Gespräche, die Geschäftsreise oder vermeintlich grundlose Überstunden, früher bereits betrogen worden zu sein oder das Wissen, dass der Partner früher in anderen Beziehungen untreu war.

Die Ursache ist jedoch an ganz anderer Stelle zu suchen: in der Vergangenheit der eifersüchtigen Person.

Häufig sind die Gründe für die Eifersucht sogar in der Kindheit zu suchen. Mangelnde Aufmerksamkeit durch die Eltern kann eine Ursache für Eifersucht sein, aber auch Geschwisterrivalitäten und das Gefühl, stets nachrangig behandelt worden zu sein. Durch Zeitmangel oder Desinteresse ist hier bereits ein Defizit an Zuwendung entstanden. Wer mit Geschwistern aufgewachsen ist und immer um die Gunst der eigenen Eltern buhlen musste, ist anfälliger für Eifersucht als Einzelkinder, die in stabilen und liebevollen Verhältnissen aufgewachsen sind. Auch wer in der Kindheit mitansehen musste, wie ein Elternteil den anderen betrogen hat, entwickelt oft ein gestörtes Vertrauen in seine eigenen Beziehungen.

Die Erfahrungen in den eigenen Liebesbeziehungen können ebenfalls eine große Rolle bei der Entwicklung von Eifersucht spielen. Tatsächliche Vertrauensbrüche durch Fremdgehen sowie eigene Untreue, aber auch die Abwertung der eigenen Person können zu weniger Vertrauen in sich selbst und in den Partner führen.

So kannst du deine eigene Eifersucht eindämmen

bist du eifersüchtig? so überwindest du deine eifersucht

Du hast erkannt, dass du immer wieder eifersüchtig bist – und dass diese Tatsache deine Beziehung belastet? Das ist bereits ein wichtiger Schritt. Mach dir klar: In Wirklichkeit zweifelst du mehr an dir selbst und deinem Wert als an deinem Partner und seinem Verhalten. Diesen Sachverhalt musst du erst einmal für dich akzeptieren lernen. Doch mit Übung kannst du deine Gefühle annehmen und mit Empathie, Mitgefühl für dich selbst, umwandeln. Das stärkt das Vertrauen in deinen Partner und vor allem in dich. Hilfreich ist es auch, den Partner mit ins Boot zu holen und um Hilfe dabei zu bitten, seine eigene Eifersucht in den Griff zu bekommen.

Im nächsten Schritt kannst du auf Ursachensuche gehen. Stelle dir folgende Fragen:

  • Hat dein Partner dich tatsächlich schon betrogen?
  • Gibt es Menschen im Leben deines Partners, die dir attraktiver erscheinen als du selbst?
  • Bist du in früheren Liebesbeziehungen schon einmal betrogen worden? Was glaubst bzw. weißt du, war der Grund?
  • Bist du bisher in all deinen Beziehungen eifersüchtig gewesen?
  • Hast du Geschwister oder bist du Einzelkind?
  • Bist du bei deinen Eltern Zeuge von Untreue geworden?
  • Haben deine Eltern dir (in deinen Augen) unzureichende Aufmerksamkeit geschenkt? Dafür aber den Geschwistern, anderen Kindern, Personen oder Aktivitäten?
  • Wurde dir in deiner Vergangenheit vermittelt, dass du nicht liebenswert oder gut genug wärst?
  • Haben sich Glaubenssätze in dir gebildet wie “Für mich gibt es keine echte Liebe.” oder “Niemand bleibt bei mir. Alle verlassen mich.”?

Möglicherweise trifft mehr als ein Punkt auf diese Liste zu. Wenn du das Thema identifiziert hast, das zu deiner Eifersucht führt, solltest du versuchen, es zu bearbeiten, um damit abzuschließen. Je nach Schweregrad helfen dir schon einige offene Gespräche ein Stück weiter– es kann aber auch eine Therapie sinnvoll sein.

Was du als Erstes lernen solltest: deine eigene Liebenswürdigkeit zu erkennen. Der Schlüssel zum Sieg über die Eifersucht ist die Selbstannahme, die vollkommen unabhängig von deinem Partner oder anderen Personen ist. Diese Unabhängigkeit ist generell wichtig: Was wäre, wenn dein geliebter Partner oder eine andere wichtige Person morgen nicht mehr da wäre? Du kannst einen Menschen schließlich auch auf andere Weise verlieren als nur an jemand anders.

Deine Eifersucht ist zudem kein „Beweis“ für Liebe. Mach dir klar, dass du jederzeit auf deinen eigenen Füßen stehen können solltest. Diese Eigenständigkeit hat nichts damit zu tun, dass du deinen Partner weniger schätzt oder keine Liebe bzw. keine Partnerschaft bräuchtest. Sie ist vielmehr die Basis für eine gesunde Liebesbeziehung.

Die Verhaltensmuster, die deinen Partner einengen oder seine Privatsphäre mit Füßen treten, gilt es abzulegen. Schließlich erwartest du auch den Respekt vor deiner eigenen Privatsphäre, selbst dann, wenn es nichts zu verbergen gibt. Es ist wichtig, dass du (wieder) lernst zu vertrauen. Werde dir bewusst, dass du nicht alles kontrollieren kannst und sich dahinter oft “nur” Zukunftsängste durch geprägte Ängste aus deiner Vergangenheit verstecken.

So verstehst du deinen eifersüchtigen Partner

ist dein partner eifersüchtig? wie du ihm helfen kannst
Gemeinsam ist es leichter: Aber keineswegs sollte die Angst des Anderen über das eigene Leben herrschen, nur der Harmonie willen.

Wenn dein Partner oder deine Partnerin immer wieder grundlos und/oder krankhaft eifersüchtig ist, leidet eurer Miteinander. Aber solange du keinen objektiv nachvollziehbaren Anlass zur Eifersucht gegeben hast, gibt es nichts, was du selbst tun oder ändern könntest – oder doch?

Um eine Verbesserung der Situation zu erzielen, kannst du aktiv das Gespräch suchen. Ergreife ruhig die Initiative und bringe das Thema „Eifersucht“ auf den Tisch. Ganz wichtig: Vermeide jegliche Vorwürfe, Anklagen und alles, wodurch dein Partner das Gefühl bekommen könnte, dass du ihm die Schuld zuweisen möchtest. Denn dadurch würden sich die ohnehin vorhandenen Selbstzweifel und Verlustängste noch verstärken.

Besser ist es, Fragen zu stellen:

  • Welche Situationen lösen die Eifersucht aus?
  • Bezieht sich die Eifersucht nur auf bestimmte Personen?
  • Was geht im Kopfkino des Eifersüchtigen vor?
  • Welche Erfahrungen in früheren Beziehungen „rechtfertigen“ die Eifersucht?
  • Gab es im Kindesalter Momente der Zurückweisung oder des Verlassenwerdens?
  • Haben die Eltern ein von Unsicherheit geprägtes Beziehungsmuster vorgelebt?

Du kannst durch das Stellen dieser Fragen zeigen, dass du ernsthaft an einer Klärung der Situation interessiert bist – und gleichzeitig ehrliches Interesse am Partner beweisen. Es kann bereits eine große Hilfe sein, dass dein Partner sich von dir ernst genommen fühlt. Darüber hinaus eröffnen ihm diese gedanklichen Anstöße die Möglichkeit zur Selbstreflexion über die Ursachen seiner Eifersucht. Wenn er dafür offen ist, kann er in Zukunft Situationen, die Eifersucht in ihm auslösen, anders bewerten.

Wenn du die Ursachen herausgefunden hast, entwickele mit ihm/ihr einen Plan, wie ihr es gemeinsam schafft, die Eifersucht zu reduzieren. Dieser Plan muss natürlich gesunde Strukturen haben. Ungesund wäre es beispielsweise, wenn du alles offenlegst oder dich nicht mehr frei in deinem Leben bewegen kannst. Ungesund ist es, wenn dich die Angst des Anderen beherrscht und du eine eigene Angst vor der Angst deines Partners (und dem, was er/sie wegen seiner/ihrer Angst macht) entwickeln würdest. Das ist der sichere Weg in eine Co-Abhängigkeit. Harmonie um jeden Preis aufrechtzuerhalten, aus der eigenen Angst vor Streit, Traurigkeit und Wut des Partners, Schweigen als Strafe oder andere Maßnahmen des Partners, um sich emotional auszudrücken, ist nicht hilfreich. Wir sind alle erwachsen und müssen besonders dann dringend lernen, mit schweren Gefühlen umzugehen, wenn wir diese bisher eher verdrängt haben. Das ist nicht nur machbar, sondern auch dienlich für den Rest des Lebens.

Eine wichtige Erkenntnis für dich selbst kann sein, dass die Eifersuchtsanfälle nicht aus bösem Willen erfolgen, sondern aus Verlustangst – selbst dann, wenn vermeintlich ein Machtspiel im Vordergrund steht. Denn auch die Ausübung von Macht resultiert allzu häufig aus einer zugrundeliegenden Unsicherheit.

Mache deinem Partner im Gespräch aber deutlich, dass du dich hin und wieder – wie jeder Mensch in einer gesunden, funktionierenden Beziehung – abgrenzen musst und Freiräume brauchst.

Der Umgang mit Grenzfällen

eifersucht und verlustangst

Der kleine Plausch mit der Kollegin oder eine kecke, aber freundschaftliche WhatsApp-Nachricht sind im Normalfall kein Grund zur Besorgnis, dass die Beziehung den Bach runter gehen könnte – auch wenn der Eifersüchtige es anders empfindet. Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, berechtigte von unberechtigter Eifersucht abzugrenzen: Was ist, wenn da doch mehr ist …?

Ein typisches Beispiel:

Abends beim Ausgehen trifft die Partnerin auf einen alten Schulfreund, den sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat – und beginnt ein stundenlanges Gespräch mit ihm. Alles um sie herum scheint vergessen, selbst der Partner, der einsam mit seinem Bierglas herumsteht und dem Treiben hilflos zuschaut. Bis er vor allen Anwesenden eine Szene macht – oder seiner Partnerin beim Heimgehen Vorwürfe. Während die Partnerin und der Schulfreund sich nach so langer Zeit verständlicherweise viel zu erzählen haben, startet beim eifersüchtigen Partner das Gedankenkarussell. Nicht ganz zu Unrecht, denn ihm fehlt wichtiges Hintergrundwissen, um die Situation einschätzen zu können: Waren die beiden vielleicht mal ein Paar? Und könnte wieder etwas daraus werden? Die Situation verschärft sich, wenn die Partnerin auf ihren Ex trifft und dem jetzigen Partner diese Tatsache bekannt ist.

In solchen Momenten ist von beiden Seiten viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Partnerin könnte zum Beispiel ihren Partner mit ins Gespräch holen, um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass er auf einmal unwichtig ist. Wenn sie ihn vorstellt und sagt: „Das ist mein Partner Michael, mit dem ich seit fünf Jahren durch dick und dünn gehe und ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann.“ – hat allerhöchstens der Ex-Freund noch einen Grund zur Eifersucht.

Was ich damit zeigen möchte: Kommunikation und gesunder Rückhalt sind allen Situationen ein wichtiges und nützliches Werkzeug, um mit schweren Gefühlen umzugehen und diese zu transformieren. Solange sie gewaltfrei bleibt, kann sie heilen und die Partnerschaft nähren. Sollte man selbst aber beim Partner nicht mehr weiterkommen, ist der Besuch bei einem fachkundigen Spezialisten wie zum Beispiel Paartherapeuten oder Psychologen sicher eine Überlegung wert – wenn man die Beziehung nicht aufgeben möchte.

Leseempfehlungen*:

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Hilft Kamille bei Angstzuständen und Panikattacken?

Hilft Kamille bei Angstzuständen und Panikattacken?

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: die Kamille. Da ich oft gefragt werde, welche natürlichen Heilmittel bei Ängsten wirken können und insbesondere, ob Kamille (Chamomilla recutitain) – sei es als Tee, Sud oder Tinktur – gegen Angstzustände und Panikattacken helfen kann, habe ich einen ausführlichen Bericht dazu verfasst. Nach mehreren eigenen Phobien und fünf Jahren Beschäftigung mit Angststörungen und Betroffenen lautet meine Antwort nämlich: Ja, bei vielen (wie auch bei mir) wirkt die Heilpflanze sehr unterstützend, denn sie gilt als angstlösend. Auch Ratgeber und Studien berichten, sie sei bestens geeignet zur Anwendung bei Stress, Unruhe, Reizmagen und -darm sowie menstruationsbedingt/hormonell verursachte Gefühlsherausforderungen wie Ängste. Wieso und wie du Kamille in verschiedenen Formen für dich verwenden kannst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Die Wirkung von Kamille bei Angstzuständen, Stress und andere Beschwerden

wirkt kamille gegen stress und angstzustände?
Das Nervensystem liebt Kamille: Ihr wird nicht nur beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt. Auch bei anhaltender Nervosität und Schlafstörungen wird sie empfohlen.

Ich erinnere mich ungern an meine Angst, aber ich weiß noch sehr genau, dass ich hochdosierten Kamillentee trank – in Massen, um die Intensität meiner Ängste zu lindern. Ohne zu ahnen, welche Wirkung den gelben Blüten bei den verschiedensten Beschwerden nachgesagt wird, trank ich ihn vor, während und nach heftigen Angstzuständen, teilweise auch abends vor dem Schlafengehen.

Kamille enthält eben den Neurotransmitter GABA, der maßgebend bei der Reduktion von Stress und Ängsten ist. Das ahnte mein Körper wohl unbewusst. Das beliebte Naturheilmittel gegen Bauchschmerzen, Erkältungen und Entzündungen aller Art ist aufgrund seines ätherischen Öls so wirksam. Es gilt daher als

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • geruchsmindernd
  • schmerzlindernd und
  • reinigend.

So soll die Kamille gut wirken bei

  • niedrigem Blutdruck
  • Diabetes
  • Angstzuständen
  • depressiven Verstimmungen
  • Überforderung
  • nervöser Unruhe
  • psychischen und emotionalen Stress
  • stressbedingten, nervösen Verdauungsstörungen sowie Reizmagen, Reizdarm, Blähungen, Durchfall, Verstopfung
  • Magen- und Darmschleimhautentzündungen und Magenkrämpfen
  • Candida-Entzündungen (im Mund- und Genitalraum)
  • bakterielle Hautentzündungen und -erkrankungen (äußere Anwendung) wie Akne und Wunden im Allgemeinen
  • Körpergeruch (äußere Anwendung)
  • Entzündungen der Mundhöhle, des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut
  • Erkrankungen der Atemwege (Inhalationen), besonders Rachenentzündungen, Schnupfen, Heiserkeit, Sinusitis
  • Entzündungen im Genital- und Analbereich
  • Schlafstörungen
  • menstruationsbedingter Unruhe und Angst (Sitzbäder).

Und selbst Pflanzen, so glaubte man früher, könne die Kamille heilen: Man pflanzte sie deshalb in die unmittelbare Nähe zu kranken und schwachen Pflanzen, so sehr war man von der Wirkung der Heilkraft der Kamille überzeugt.

Studienergebnisse und nachgewiesene Wirkungen der Kamille

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Besonders glücklich kann die Wirkung der Kamille bei darmbasiertem Stress, nervösen Verdauungsbeschwerden und dadurch entstehende Ängste sein. In der Psychologie ist die Existenz von darmbasierten Depressionen und substanzinduzierter Angst hinlänglich bekannt. Auch Giulia Enders verwies in ihrem Klassiker “Darm mit Charme” darauf, dass Personen mit Reizdarm oder Darmschleimhautentzündungen übermäßig hoch von Angstzuständen und Depressionen betroffen seien. Intoleranzen und Unverträglichkeiten können ihr Übriges tun. Kamille aber verhindert Entzündungen im Körper, vermindert das Wachstum von Bakterien und wirkt auf die Muskeln im Magen-Darm-Trakt krampflösend.

Krampflösend ist Kamille auch bei Menstruationsbeschwerden. Eine Studie im Iranian Journal of Obstetrics, Gynecology and Infertility berichtete im Jahre 2010, dass die Studienteilnehmerinnen durch Kamillentee weniger Ängste und Stress empfanden (und weniger Krämpfe). (1)

Studien aus dem Jahr 2010 und 2017 zeigten die besondere Wirkung von Kamille gegen Schlafstörungen. In der 2010er Studie berichteten 10 von 12 Teilnehmer, schneller nach der Einnahme von Kamille eingeschlafen zu sein. Forscher fanden heraus, dass sich der Wirkstoff Apigenin an denselben Rezeptor im Gehirn heftet wie Benzodiazepin (und entsprechender Rezeptor). (3) 2017 hatten ältere Menschen Kamillenextrakt (2 x täglich, 400 mg) eingenommen. Nach nur einem Monat zeigten sie einen erheblich besseren Schlaf als Personen der Kontrollgruppe. (3) Kamille vermag zwar in der Intensität nicht vergleichbar sein mit Schlafmitteln oder Beruhigungsmedikamenten, aber wer Kamille mag, könnte sie u. a. bei Ein- und Durchschlafproblemen sowie Ängsten testhalber ausprobieren. (Bei ernsthaften und anhaltenden gesundheitlichen Herausforderungen sollte man dennoch vorher seinen Arzt des Vertrauens konsultieren.)

Mit Mutti Natur gegen unruhige und angstvolle Zeiten: So kannst du Kamille verwenden

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Viele Menschen denken, es wäre schwer oder aufwendig, seine eigenen Naturheilmittel oder Hausmittelchen herzustellen. Dabei braucht man, je nach Form, nur die Pflanze selbst und ggf. ein, zwei kleinere Beigaben, wenn es Cremes oder Tinkturen werden sollen. Wichtig zu wissen ist nur, dass die Wirkstoffe abhängig von der Form der Zubereitung beeinflusst werden. Die beste Wirkung erzielt man mit Kamille in wässeriger bzw. mit alkoholischer Zugabe als Form.

Kamille eignet sich zur äußeren und inneren Anwendung als

  • Tee (in Beuteln, fertig zubereitet)
  • Aufguss (frischer Blüten) und kräftiger, hochdosierter Sud
  • Tinktur (mit Alkohol)
  • Salben
  • Badezusätze (mit Badekamille)
  • Inhalationszusätze (am besten mit Kamillan oder Produkten mit standardisierter Herstellung für eine hohe Reinheit)
  • u. v. m.

Meine eigenen Helferrezepte (Nachmachen auf eigene Faust!)

Tees, Sitzbäder und mehr: Lose Blütenblätter sind oft alles, was du brauchst.

Tee aus Kamillenblüten (zur Beruhigung bei Stress oder zum Einschlafen): 3-5 x täglich 10-15 Gramm (1 TL = rund 1 Gramm) lose Kamillenblüten (am besten in Bio-Qualität) in ein Teesieb oder Teefilter geben und mit kochendem Wasser übergießen. 10-15 Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken, am besten mit so viel Ruhe wie möglich.

Sitzbäder gegen Scheidenentzündungen, Krämpfe, verspäteter Menstruation und Unterleibsbeschwerden (z. B. Weißfluss): Pro 10 Liter Wasser verwende ich 50 Gramm lose Badekamille bei einer Wassertemperatur von 37 Grad Celsius für 10-15 Minuten.

Bei nervösen Magenverstimmungen und -beschwerden: 3-5 x täglich zwischen den Mahlzeiten Kamillentee aus 10 Gramm Blüten schluckweise trinken. Bei Blähungen verwende ich bis zu 20 Gramm.

Bei Nieren- und Blasenbeschwerden und zur Anregung des Stoffwechsels: 3 x täglich eine Tasse mit 2-3 Gramm losen Blüten mit kochendem Wasser übergießen, 10-15 Minuten ziehen lassen und trinken.

Fertiges Kamillan (Kamillenextrakt) gibt es natürlich auch in der Apotheke und online zu kaufen. Kamillan ist dabei wohl das bekannteste, wobei es das Produkt sowohl als Spray zur Anwendung im Rachen und der Mundhöhlen gibt, als auch als Flüssigkeit, teils auch mit weiteren Zusätzen wie Schafgarbe.

Zum Schluss: Darf jeder Kamille zu sich nehmen?

Nein. Für Präparate werden die Blüten, das Kraut und die Samen der Kamille verwendet. Kamille sollte also nicht von Personen, die allergisch auf Pollen und/oder Korbblütler im Speziellen reagieren, verwendet werden. Die Blüten können immer verunreinigt sein. Außerdem wird strengstens davon abgeraten, Kamillenpräparate im Augenbereich anzuwenden. Die sehr feinen Haare der Kamille reizen die Bindehaut zu stark, selbst dann, wenn sie höchst penibel abgeseiht wurden.

Leseempfehlungen zum Thema

Johannes Pechatschek.Kamille: Ein grosses Geschenk der Natur. Ennsthaler: 2009, 4. Auflage.

Mannfried Pahlow. Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Nikol: 2013.

Quellen:
(1) Chamomile Tea For Relief of Primary Dsymenorrhea. Iranian Journal of Obstetrics, Gynecology and Infertility. März 2010. https://www.researchgate.net/publication/286965003_Chamomile_tea_for_relief_of_primary_dysmenorrhea (Zugriff am 7.5.2019)

(2) Chamomile: A herbal medicine of the past with bright future. Mol Med Report. Nov 2010. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2995283/ (Zugriff am 7.5.2019)

(3) PhytoDoc-Redaktion. Kamille. https://www.phytodoc.de/heilpflanzen/kamille (Zugriff am 8.5.2019)