On-Off-Beziehungen als Signal aktiver & passiver Beziehungsangst

On-Off-Beziehungen als Signal aktiver & passiver Beziehungsangst

 

Ein beinahe Gegenteil zur Verlustangst ist die Angst vor der Nähe, die sich oft in einer On-Off-Beziehung spiegelt. Dennoch können beide gleichzeitig auftreten, was sich in der Nähe-Distanz-Problematik (oft aktiver und passiver Beziehungsangst) in On-Off-Beziehungen deutlich zeigt. In diesem Fall fürchtet man bei zu viel Nähe einen Verlust kommen, weshalb man diese vermeidet. Deshalb hat man Schwierigkeiten, sich auf den Partner einzulassen. Einher damit geht also auch die Sorge um das, was man wert ist oder nicht wert ist, geben kann oder nicht, auch wenn es so aussieht, als wäre der Partner/die Partnerin der Grund zur Sorge.

 

On-Off-Beziehungen und die Angst vor der Nähe

nähe und distanz in einer on-off-beziehung zeigen bindungsangstIn einer On-Off-Beziehung führen Paare eine wellenförmige, mal existente, dann wieder aufgelöste Partnerschaft. Bei kleinsten Streitigkeiten oder zu viel Nähe zieht sich einer der beiden zurück und vollzieht eine Trennung, meist ohne erkennbaren Grund oder frühzeitige Signale. Solche Partner mögen das Drama, sie lieben die Partnersuche, den Nervenkitzel und vor allem: das Gefühl, nicht gebunden zu sein, sondern frei, den Kampf ums Geliebtwerden und Gewinnen. Doch während sie diese Sehnsucht nach Abenteuer ausleben, verspüren sie genauso oft das Bedürfnis, in einer sicheren und harmonischen Beziehung zu sein. Dadurch ergeben sich wie in einem Graphen im Mathematikunterricht Wellen, die für mindestens einen Partner (meist Frauen) nur schwer ertragbar sind. Wer sich als Spielball fühlt und versucht, den Partner von sich, der Qualität der Liebe und Beziehung oder der Liebe an sich zu überzeugen, ist oft im passiven Angstschema verhaftet, während der Flüchtende, der Ungläubige und Misstrauende der aktive Angsttyp ist. Denn: Zieht sich der Partner/die Partnerin zurück, beginnt zwar derjenige sich sicherer zu fühlen, da die Angst abnimmt. Doch die Fantasien beginnen erneut und ein Teufelskreis setzt ein: Aus dem Off, in dem der Ängstliche sich sicherer fühlt, erwacht erneut der Anteil, der Nähe und Liebe wünscht. Das Lust auf das On wird aktiviert. So wiederholt sich ein- und dieselbe Erfahrung. Im On erschafft man immer und immer wieder, bei möglicher Nähe, eine Bedrohung, eine lauernde Gefahr, die erneut ins Off führt.

 

Woher kommt die Angst vor Nähe und Distanz in einer On-Off-Beziehung?

was ist eine on-off-beziehung?Betroffene, die unter der Angst eines Partners leiden, können sich die Beweggründe und Gedanken des distanzierten Partners anschauen:

Die Identität (Lebensgestaltung, Werte, Bedürfnisse, Zukunftsträume usw.) eines Menschen im On einer On-Off-Beziehung wird bedroht. Der aktive, ängstliche Partner projiziert auf den anderen Partner ein Monster, eine verschlingende Gestalt, um die eigene Autonomie zu schützen, sein Selbst zu schützen und nicht der Angst ausgesetzt zu sein, eventuell doch nicht zu genügen. Diese Bedrohung zeigt, dass die Menschen an einem wichtigen und charakterstärkenden Scheidepunkt sind, an dem sie einen weiteren Schritt gehen müssten: zu sich hin. Die Autorin und Psychoanalytikerin Verena Kast sagt, die Angst vor Nähe hätte viel „mit dem Drang zur Selbstständigkeit und der [Anmerkung von mir: gleichzeitigen] Angst davor“ zu tun, „die in jedem Menschen angelegt ist“.

Kast führt diese Angst vor Nähe darauf zurück, dass die Ich-Werdung im Laufe des Lebens zu wenig ausgeprägt worden ist oder unterbrochen wurde. Deshalb erscheint Nähe gefährlich, weil „das Wenige an eigenem Selbst, das man errungen hat“, wieder verloren gehen könnte. Verbunden damit trauen sich viele dennoch nicht, ihre Individuation fortzusetzen, denn das hieße, man müsse Trennungs- bzw. Loslösungsschritte wagen. Man sieht nur noch die Bedrohung, nicht aber das wahre Gesicht des Partners oder der Partnerin. Lieber bleibt man Single.

Menschen, die Angst vor Nähe haben, sind häufig auch Menschen, die in ihren Ansprüchen an ihren Partner übertreiben. Das kann sogar in Beziehungsgier, statt bloßer Beziehungssehnsucht, ausarten, weil „es doch endlich einmal klappen müsse“.

Was bei dem anderen als gefährlich erscheint, könnte man also auch an sich selbst erkennen. Das ist weniger dramatisch, als es klingt, weil es sich hier nur um einen Teil der Person handelt, der sich selbst außer Gefecht setzt. „Und so betrachtet, hätte die Angst vor Nähe einen tiefen Sinn, denn die Angst vor Nähe würde bewirken, dass er selber nicht diesen [Anmerkung von mir: den eigenen] gierigen, vampirhaften, aussaugenden Seiten verfällt.“ Das ist einer der Tipps, die Verena Kast in ihrem Buch “Vom Sinn der Angst” gibt.

Wir sprechen damit von der Angst vor Vereinigung bzw. Verschmelzung, der Ich-Aufgabe und der eigenen Identität. In Macht-Ohnmachts-Beziehungen, die wir als „Es ist kompliziert.“ bezeichnen, als „emotional übergriffig“ bzw. „einseitig“, in denen bewusst mit Angst, Nähe und Distanz gespielt wird, um die Kontrolle zu behalten, würden wir meist Partner finden, die beide sehr große Angst vor Nähe haben. Unsere eigene Angst vor Bestimmen- und Übergreifenwollen, den anderen zu manipulieren, findet sich auch in dem anderen Partner wieder. Es drückt beiderseitig die Angst aus, sich hinzugeben und eventuell zu verlieren.

Ganz besonders abwesende Personen würden Trennungsaggressionen fördern, so Kast. Sie strapazieren unsere Nerven und unseren Selbstwert. Wenn bereits zuvor solche zeitweiligen Trennungen vorgekommen sind, ist es wenig überraschend, dass eine erneute Abwesenheit, auch eines neues Partners, recht schnell dieselben negativen Verlustgedanken auslösen, die wiederum zu Angst wird: Die Nähe steht erneut in Verbindung mit einer drohender Trennung.

 

Anzeichen für Angst vor Nähe

Typisch für Angst vor Nähe sind folgende Anzeichen/Signale:

1) Plötzliches Unbehagen in der Gegenwart des Partners oder der Partnerin (körperliche Anwesenheit kaum mehr ertragen können, weil sie fürchten, nicht genug Raum zu bekommen oder gar atmen zu können)

2) Kritisieren, Herummäkeln und Abwerten, Bagatellisieren, Projizieren

3) Ekel-Gefühle und sich körperlich abgestoßen fühlen, keine Liebesgefühle mehr empfinden (Sie sind einfach “weg”.)

4) fluchtartiger Rückzug

Diese treten meist erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Beziehung auf, wenn es “zu nah, zu ge-bund-en” wird.

 

Aktive und passive Beziehungsangst

wieso gerate ich immer an den falschenSteven Carter und Julia Sokol unterscheiden in ihrem Buch „Nah und doch so fern“ zwischen aktiver und passiver Bindungsangst. Aktiv ist derjenige, der sich immer wieder trennt und wieder ankommt. Passiv ist derjenige, der sich darauf einlässt und sich eventuell nicht traut, es dem aktiven Part nachzumachen. Die Autoren sagen vor allem, dass passive Beziehungsangst entweder bereits am Anfang der negativen Beziehung vorhanden gewesen sei oder aber durch eine On-Off-Beziehung ausgelöst werde. Es gibt nicht nur den Partner, der Angst hat, sondern auch den anderen Partner, der entweder dieselbe Angst hat oder aber durch die schwierige On-Off-Beziehung entwickelt.

Aus meiner Erfahrung können besonders empathische und hochsensible Personen sowie Menschen mit suchtkranken Eltern/Angehörigen eine solche Dynamik (passiv/aktiv) entwickeln, die sich in ihrem Bindungsstil widerspiegelt. Sie sind besonders gefährdet, wenn es um Co-Abhängigkeiten geht. Diese Thematik und besonders ihre Entstehung bis hin zum Bindungsstil (der sich ändern kann!) ist sehr umfangreich. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf mein Buch “Du liebst mich oder doch nicht?” und auf meine Masterclass zum Thema Bindungsangst.

 

Aktive Bindungsangst finden wir zumeist bei Menschen, die

  • sich unendlich viel Mühe geben, uns zu “kriegen”, nur um uns dann wieder abzuweisen
  • zweischneidige Gefühle gegenüber Beziehungen haben bzw. offen aussprechen würden, dass diese ihnen Angst machen
  • an den einen “idealen” Partner glauben, der ihnen ihre Angst nimmt bzw. mildert
  • oft Distanz suchen, darauf bestehen
  • eine negative Einstellung zu Beziehungen haben und dadurch einem ehemaligen oder jetzigen Partner wehtun
  • Fehler und Gründe suchen, weswegen sie keine Beziehung wollen
  • ausweichen, je intensiver, näher und fester die Beziehung wird
  • häufig über bestimmte Aspekte entscheiden (Häufigkeit der Treffen, Dauer, Zeitpunkt, etc.)
  • sich sofort eingeengt fühlen, wenn jemand Ansprüche an sie hegen könnte oder hegt
  • die Erwartungshaltung des Partners mit allen Mitteln versuchen, so gering wie möglich zu halten (in dem sie im Vorfeld schon alles besprechen und den Takt bzw. die Richtung, das Ziel der Bekanntschaft/Beziehung, vorgeben)
  • schnell einen neuen Partner haben, wenn eine andere Beziehung zu Ende gegangen ist
  • meist sehr viel Raum und Zeit für sich brauchen und sich durch andere in ihrem Raum bedroht fühlen.

 

Passive Bindungsangst hingegen äußert sich bei Menschen, die

  • sich trotz der offensichtlichen Angst des anderen auf den- oder diejenige einlassen (wollen)
  • viel träumen bzw. an Ex-Partner denken oder Personen, die unerreichbar sind
  • sich häufig für Partner interessieren, die vergeben sind oder aber unpassend für sie selbst
  • sich eher für die Beziehung und um eine zu haben interessieren, als um den Menschen an sich
  • die Verbindung zu jemandem als intensiver empfinden, wenn der- oder diejenige nicht zu haben ist bzw. weit weg wohnt, als wenn die Person in der direkten Nähe wäre
  • “Durchschnittsbeziehungen” langweilig finden und sich eher für abenteuerliche und spannende Menschen interessieren, als für sicheren Halt in einer festen Bindung
  • gern das Verhalten des Partners ändern möchten
  • übermäßig lang an Zeit benötigen, um über das Ende einer Beziehung hinwegzukommen
  • an das Wunder, die eine große Liebe glauben
  • nichts unternehmen möchten, um Partner kennenzulernen, die auch geeignet und erreichbar wären
  • nicht an die natürliche Entwicklung von Gefühlen in einer Beziehung glauben wollen, sondern sofort alles sehen und fühlen möchten
  • meinen, schon am Anfang zu wissen, dass eine beginnende Beziehung “schiefgehen” wird.

 

Gleich und gleich gesellt sich gern: Aktive und Passive Beziehungsängstliche ziehen sich magisch an. Aber wieso?

Interessant ist, dass sich aktive und passive Menschen mit diesen Ängsten suchen – und finden. Gegenseitig zeigen sie sich ihre Ängste. Der passive Part beispielsweise braucht so keine Angst zu haben, eine Beziehung führen zu müssen und kann darauf vertrauen, dass der aktive Partner die Nähe und Beziehung meiden wird. So müssen sie selbst nichts unternehmen, um die Bindung abzubrechen oder zu kontrollieren. Leider sehen passive Beziehungsängstliche ihre Bindungsphobie oft nicht: Sie beharren stattdessen darauf, dass sie alles richtig täten und der andere Partner an allem Schuld sei und nicht lieben würde oder wollte. So wehren sie ihre eigene Angst ab, um sie nicht erkennen zu müssen. Aktive Beziehungsphobiker hingegen leiden oft unter ihrer Angst und sind sich ihr auch meist bewusst, wollen aber an ihrer eigentlichen Angst, zum Beispiel der Angst vor Nähe, vor Selbstverlust oder vor Trennung selten arbeiten bzw. verneinen diese oder machen ihre Angst von bestimmten Personen abhängig.

Laut Experten würden circa 50 Prozent der Menschen aktive Beziehungsvermeider kennen- und vielleicht lieben lernen, ohne selbst bindungsphobisch zu sein.

Doch verleugnen viele ihre Bindungsängste bzw. sind sich dieser nicht bewusst. Für Psychologen ist die Verleugnung ein unbewusster Abwehrmechanismus, der Ängste minimieren soll, in dem Schwierigkeiten und unerwüschte Impulse verneint werden. Menschen wehren Konflikte in ihrem Leben ab, sie nehmen sie erst gar nicht zur Kenntnis oder sagen schlicht, dass die Anwesenheit einer Angst oder eines Problem nicht stimmen würde. Das würde dem Schutz vor Schmerz dienen, so Carter und Sokol, besonders wenn er so groß wird, dass sie ihr alltägliches Leben nur noch beschränkt leben können. Auf der anderen Seite sei Verleugnung die sicherste Methode, um nichts ändern zu müssen und mit nichts konfrontiert zu sein. (Carter, Sokol in: Nah und doch so fern).

Diese Beziehungsdynamik lässt sich auflösen. Wie erfährst du in meiner Masterclass “Beziehungsängste” und in meinem Buch (konzipiert für Frauen mit ängstlichen Herzenspartnern, aber auch für Männer mit ängstlichen Partnerinnen geeignet). Mehr dazu findest du hier:

Beziehungsangst wie du deinem betroffenen partner helfen kannst

 

EFT: Klopfen gegen Sorgen, Stress, Traurigkeit, Ängste & Einsamkeit

EFT: Klopfen gegen Sorgen, Stress, Traurigkeit, Ängste & Einsamkeit

 

EFT steht für Emotional Freedom Technique (Emotionale Befreiungstechnik) und ist eine wirksame Klopfakupressur, bei der bestimmte Punkte am Körper beklopft werden, um Blockaden und Lebensherausforderungen aufzulösen. Die Klopfpunkte sind circa zwei Zentimeter im Durchmesser und liegen an Meridianen/Bahnen im Körper, die für den Fluss der Lebensenergie zuständig sind.

 

Von TCM zu TFT zu EFT: Entstehungsgeschichte

Klopfpunkte EFTEFT geht auf die Traditionelle Chinesische Medizin zurück, nach der der Mensch von Chi, der Lebensenergie, genährt wird. Gerät das Chi ins Stocken, fließt unsere Energie nicht mehr richtig und ist blockiert. Körper- und Geistprozesse geraten ebenfalls in ein Ungleichgewicht, das wiederum Krankheiten und Belastungen fördert. Besonders bei Erkrankungen, heftigen Sorgen und Ängsten ist unsere Lebensenergie, unser Chi, gestört. EFT, auch Meridian-Klopftechnik genannt, kann dann helfen, die Energie wieder in einen gesunden Fluss zu bringen, der eine Linderung und Genesung bewirkt sowie die Schwere von Herausforderungen merkbar mindert. Beklopfen wir die einzelnen Meridiane, stimulieren wir sie; das Chi wird harmonisiert. So können wieder Entspannung, Gelassenheit, Vertrauen, Zuversicht und Gesundheit in unser Leben treten.

In den 1980er Jahren entdeckte der Akupunkteur Dr. Roger J. Callahan zufällig, dass man Meridiane nicht nur mit Akupunkturnadeln behandeln, sondern auch beklopfen kann. Auf einer Reise klagte seine Frau über heftige Kopfschmerzen/Migräne. Aber da er seine Nadeln nicht dabei hatte, versuchte er, diese Punkte zu beklopfen, in der Hoffnung, ihr helfen zu können. Erstaunlicherweise verschwanden ihre Schmerzen und sie verlor gleichfalls ihre Angst vor Wasser. Aus dieser Entdeckung entwickelte er später TFT (Thought Field Therapie). Diese war um einiges umständlicher, weshalb einer seiner Schüler, Gary Craig, sie vereinfachte und auf das heutige EFT reduzierte.

 

So funktioniert EFT

Bevor man mit dem Klopfen beginnt, nennt man die Herausforderung, Krankheit, das Symptom oder die Beschwerde beim Namen, zum Beispiel

  • “Ich habe große Angst, dass sich mein Partner von mir trennt!”
  • “Ich leide unter Magenschmerzen.”
  • “Ich bin zutiefst traurig über den Tod eines Angehörigen.”
  • “Ich fühle mich einsam.”
  • “Ich leide unter meinen Nackenschmerzen.”
  • “Ich bin lustlos und abgekämpft.”
  • “Ich habe Rückenschmerzen.”
  • usw.

Man kann EFT bei allen Krankheiten und Herausforderungen anwenden, u. a. bei

  • Stress, Sorgen, innere Unruhe
  • Ängsten (Versagensangst, Arbeitsangst, Beziehungsangst, Prüfungsangst, Redeangst, Auftrittsangst, Existenzangst, Flugangst, Höhenangst, Angst vor Tieren oder Orten, Angst sich fallen zu lassen, Zukunftsangst usw.)
  • Angststörungen (Agoraphobie, Klaustrophobie, soziale Phobie usw.)
  • depressive Verstimmungen
  • Panikattacken
  • Symptome (z. B. Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Rückenschmerzen)
  • organische und andere körperliche Beschwerden (z. B. Blase, Nieren, Herzrasen, Galle, Unterleibsbeschwerden, HNO-Beschwerden, Zahnschmerzen)

Man definiert sodann die Intensität der Belastung auf einer Skala von 0 und 10, wobei 0 für schmerz-, symptom-, sorgen- oder angstfrei steht und 10 die höchste Stufe der Belastung darstellt.

Ab hier beginnen die unterschiedlichen Ausführungen von EFT. Während einige beginnen, die Punkte 2 bis 8 sowie 10 mit der Wiederholung der Beschwerde zu beklopfen “Ich habe Rückenschmerzen!”, “Ich habe Rückenschmerzen!”, und das einmal auf der rechten Körperseite und anschließend dasselbe auf der linken, beklopfen andere gleichzeitig beide Körperseiten mit beiden Händen. Einige führen auch Beklopfungen an den einzelnen Fingern durch. Wiederum andere steigen direkt mit einer auflösenden Affirmation bei Punkt 1 ein und wiederholen die Beklopfung der Punkte bis zu dreimal. Dabei ist die am häufigsten verwendete Affirmation

“Auch wenn ich unter X leide, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.”

 

Meine EFT-Praxis – Eine leichtere und dennoch gleichwirksame Variante

Die Variante, die ich gelernt habe, besteht aus 11 Schritten bzw. 11 Klopfpunkte, die einseitig, als nur mit einer Hand, nicht beidhändig bearbeitet werden.

Man beginnt mit der Handaußenkante/dem Karatepunkt (Punkt 1 im Bild) und klopft mit der Handinnenseite der anderen Hand darauf. D. h. beginnt man, die linke Seite zu beklopfen, tut man das mit der rechten Hand. Mit der rechten Handinnenkante (Zeigefingerbereich) klopft man auf die Außenkante der linken Hand und sagt: “Auch wenn ich X habe/unter X leide, liebe und akzeptiere/schätze ich mich genauso, wie ich bin.” Das wiederholt man dreimal, während man gern Abwandlungen sprechen kann, zum Beispiel

  1. Obwohl ich Angst habe, durch die Prüfung zu fallen, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich befürchte, in der Prüfung wegen meiner Nervosität schlecht abzuschneiden, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich in der Vergangenheit oft wegen meiner Angst in Prüfungen schlechter abgeschnitten habe, obwohl ich gut vorbereitet war, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Oder am Beispiel von körperlichen Schmerzen:

  1. Obwohl ich große Schmerzen im Nacken habe, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich Schmerzen im Nacken bekomme, wenn ich gestresst bin und werde, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich so große Schmerzen im Nacken habe, weil ich mich so schlecht entspannen kann, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Beispiel Panikattacken/Angst vor der Angst:

  1. Obwohl ich große Angst vor einer Panikattacke habe, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  2. Obwohl ich Angst habe, wieder eine Panikattacke zu bekommen, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.
  3. Obwohl ich weiß, dass die Angst vor der Angst, wieder eine Panikattacke zu bekommen, größer ist, liebe und schätze ich mich genauso, wie ich bin.

Anschließend wandert man zum Kopf/Scheitel (Punkt 2 im Bild) und klopft dort mit den Fingerspitzen. Ab diesem Punkt verwendet man beschwichtigende, mildernde Sätze, z. B.

  • Bei Panikattacken: Ich weiß, dass ich selten eine Panikattacke bekomme, sondern es nur die Angst vor der Angst ist.
  • Bei Schmerzen: Ich weiß, dass mich der Schmerz nicht umbringt. Er ist da, weil…
  • Bei Ängsten: Ich weiß, dass ich nicht in die Zukunft sehen kann/nicht voraussagen kann, was geschehen wird, wenn ich…
  • Bei Trauer/Traurigkeit: Ich weiß, dass ich traurig bin, weil…

An diesem Punkt kann man wieder dreimal bzw. x-beliebige Sätze sprechen, die einem erklären, worunter man leidet. Dann wandert man zwischen die Augenbrauen (Punkt 3 im Bild), außen neben die Augenbraue, unter das Auge usw. und spricht liebevoll zu sich. Man verdammt nichts und niemanden, sondern geht gewaltfrei in seiner Kommunikation und im Denken mit sich, der Situation und allen Beteiligten um, z. B.

  • Bei Panikattacken: Ich habe nur zweimal eine Panikattacke bekommen. Ich weiß, dass ich seitdem große Angst habe, wieder die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. (zu Punkt 4) Von den ganzen Situationen bisher aber waren es nur zwei aus wenigstens 100, bei denen ich wirklich eine Panikattacke hatte. Der Rest war nur meine Angst vor der Angst. (zu Punkt 5) Die möchte ich überwinden lernen. (weiter zu Punkt 6) Und ich weiß, ich schaffe das. Ich habe schon alles in meinem Leben geschafft. (weiter…)
  • Bei Schmerzen: Mein Schmerz im linken Fuß ist da, weil ich einen Senkspreizfuß habe, so wie auch meine Mutter einen Senkspreizfuß hat. (zu Punkt 4) Dafür kann ich zum Orthopäden gehen, der mir weiterhelfen wird. (zu Punkt 5) Es gibt extra Schuheinlagen, die die Schmerzen lindern. (weiter zu Punkt 6) Es ist in Ordnung, dass sich das Fußgewebe nicht mehr von allein zurückbildet. Ich werde älter, das ist natürlich. (weiter…)
  • Bei Ängsten: Ich bin kein Hellseher/keine Hellseherin. Ich kann nicht wissen, ob das, was ich fürchte, wirklich eintreten wird. (zu Punkt 4) Es sind nur meine Gedanken, die mich glauben lassen, dass etwas Schlimmes geschehen könnte. (zu Punkt 5) Wichtig ist nur, dass ich mir vertraue. (zu Punkt 6) Wenn ich darauf vertraue, eine Lösung zu finden, falls ich sie brauchen sollte, wird sich eine ergeben. (weiter…)
  • Bei Trauer/Traurigkeit: Ich weiß, dass ich traurig bin, weil mich X verlassen hat. Es ist nicht meine Schuld. (zu Punkt 4) Auch wenn ich glaube, ich hätte Schuld daran, weiß ich, dass immer zwei dazugehören. (zu Punkt 5) Ich halte die schönen Zeiten unserer Beziehung in wertvoller Erinnerung. Es bringt nichts, mich leiden zu lassen oder unnötig lange festzuhalten. X ist gegangen. (zu Punkt 6) Ich wünsche X das Beste für die Zukunft. Und mir auch. Trennungen sind auch Neuanfänge. Sie bringen auch gute Seiten mit sich. (weiter…) Genau die werde ich versuchen, zu leben. 

Ist man unter der Brust/der Leber angekommen, wandert man entweder zur Handaußenkante (Punkt 1), um eine weitere Runde zu “drehen” oder zum Handgelenk (Punkt 11), um die Runde abzuschließen. Man schließt eine Session mit einer neuen, aber ähnlichen Affirmation ab und speist diese mit den wertvollen und liebevollen Erkenntnissen der EFT-Runde.

Zum Abschluss der Session findet/formuliert man einen Abschlusssatz. Meiner zu damaligen Zeiten (oder auch heute noch, wenn ich unruhig bin) war:

“Ich kann warten und geduldig sein. Ich weiß, alles fügt sich.”

Jeder Satz, der sich gut und stimmig, hoffnungsvoll und zuversichtlich, mutig und nährend anfühlt, ist verwendbar. Wenn du das EFT beendet hast, schätzt du erneut die Intensität deines Gefühls/der Belastung/Krankheit usw. auf einer Skala von 0 bis 10 ein. In den meisten Fällen hat sich die empfundene Schwere merklich gelindert. Bei hartnäckigen Herausforderungen empfiehlt es sich, EFT wiederholt über einen längeren Zeitpunkt durchzuführen.

Unbedingt empfehlen möchte ich, EFT dann zu verwenden, wenn du mitten in einer belastenden Situation bist. Sei es auch drum, dass du dich kurz entschuldigst und ins Bad zurückziehst, wo du dein EFT mit leiser oder gedachter Stimme durchführen kannst. Bei ausreichendem Training von 5-10maliger Anwendung, reichte mir sogar das einmalige Klopfen auf den Karatepunkt, während ich mit geschlossenen Augen im Kopf meine Affirmation sagte. Beizeiten brauchte ich nicht einmal physisch zu klopfen: Allein der Gedanke daran, jetzt ein EFT durchzuführen, genügte, um Ruhe zu bewahren.

Das ist das Schöne an EFT. Es ähnelt einer Autosuggestion, wie wir sie auch beim Autogenen Training finden.

Viel Entspannung und Freude wünsche ich dir!

Janett Menzel Angst Blog

 

Beziehungsstile und wie sie Bindungs- und Beziehungsangst formen

Beziehungsstile und wie sie Bindungs- und Beziehungsangst formen

 

„Die Tugend nistet, wie der Rabe, mit Vorliebe in Ruinen“, sagte einst Anatole France.

Sigmund Freud war es, der feststellte, dass ein Jeder in seinen Bindungen Erlebnisse seiner Vergangenheit wiederholt. So entwickelte sich die Bindungstheorie, die auf Beobachtungen von Kleinkindern beruhen: wie sich ein Kind entwickelt und was geschehen muss, damit es keine Sicherheit in sich und andere Menschen oder Prozesse, um diese Sicherheit herzustellen, ausbildet. Man geht davon aus, dass Beziehungsangst auf der Basis des Bindungsstils in einem sehr frühen Alter geprägt wird. Er kann sich durchaus im Erwachsenenalter ändern, aber das bedarf einer gewissen Reflexion, Arbeit und Wille. Der Bindungsstil zeigt vor allem, wie ein Mensch bei Nähe und Distanz agiert, ob er gut mit anderen auskommt, wie er sie behandelt, ob er eifersüchtig und neidisch oder aber ein Teamplayer ist.

 

Man unterscheidet diese vier Bindungsstile:

  • den sicheren Stil
  • den ängstlich-ambivalenten Stil
  • den gleichgültig-vermeidenden Stil
  • den ängstlich-vermeidenden Stil

Sokol und Carter machen in ihrem empfehlenswerten Buch “die 50 Prozent aller Menschen, die bindungsangstfrei sind und auf bindungsängstliche treffen”, an diesen Bindungsstilen fest:

 

Der sichere Bindungsstil

50 Prozent aller Menschen wird ein sicherer Bindungsstil nachgesagt. Es verbleiben somit 50 Prozent, die keinen sicheren Umgang mit Bindungen erlernt haben und potenziell auf bindungssichere Menschen treffen könnten. Menschen mit einem sicheren Stil haben weder große Ängste, dass sie verlassen werden könnten, noch haben sie Befürchtungen bei und wegen Liebesgefühlen. Sie besitzen grundsätzlich ein gutes Gefühl sich selbst gegenüber und haben Selbstbewusstsein. Sie wissen sich abzugrenzen, weil sie feste Grenzen gesetzt haben und sich trauen, diese notfalls zu verteidigen. Sie können lieben und sich lieben lassen.

 

Der ängstlich-ambivalente Stil

Zehn Prozent der Weltbevölkerung hätten einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil entwickelt. [i] Sie fürchten am meisten die Ablehnung. Obwohl sie sich eine enge Liebesbeziehung wünschen, haben sie von ihren Bezugspersonen gelernt, dass nur deren Bedürfnisse zählen. Auch emotionale Abhängigkeiten, die diese Personen aufrechterhalten wollten, stießen oft auf den Wunsch, ein eigenes Ich auszuprägen, was aber wegen der Wichtigkeit fremder Bedürfnisse untersagt worden war. Es herrschte sicher eine starke emotionale Unbeständigkeit gepaart mit Abwesenheiten oder Nichtverfügbarkeiten. Vielleicht waren die Personen zu sehr mit sich und dem eigenen Leben beschäftigt, häufig nicht von Zuhause oder abwechselnd gefühlvoll und gefühllos. Menschen mit diesem Bindungsstil lernten Bindungen als unsicher kennen. Sie hatten Mühe, Zuwendung und Aufmerksamkeit zu bekommen, was sich auch im Erwachsenenleben wiederspiegelt. Sie versuchen vielleicht durch Besonderheiten/ Auffälligkeiten im Aussehen oder ihren Eigenschaften Zuwendung von einer Person zu ergattern. Sie beweisen sich durch Leistung im Beruf oder durch Geld. Doch da sie Berg- und Talfahrten hinsichtlich Aufmerksamkeit gewöhnt sind, glauben sie nicht an anhaltende Liebe. Sie haben ihren eigenen Wert in ganzer Größe und Liebenswürdigkeit (noch) nicht entdeckt und wissen sich nur selten zu schätzen. Sie verrennen sich leicht in Beziehungen, in denen sie sich und ihren Wert beweisen und stets untermauern müssen. Es kommt ihnen unglaubwürdig vor, wenn sie einmal nichts leisten müssen, sondern wegen sich selbst geliebt werden – einfach so.

 

Der gleichgültig-vermeidende Bindungsstil

Der gleichgültig-vermeidende Bindungsstil soll auf 25 Prozent der Bevölkerung zutreffen. Sie haben Angst vor Nähe und viele Ausreden, wieso sie keine bräuchten und wieso auch emotionale Unterstützung und Halt für sie unwichtig sei. Ihnen ist es lieber, sich einzureden, dass sie niemanden bräuchten, sondern viel zu sehr mit ihrem Leben beschäftigt seien. Sie können besonders Menschen, die durchaus Bedürfnisse haben, schwer ertragen. Denn Bedürfnisse zu haben, wirkt in ihren Augen schwach und hinderlich. So sehen sie auch die Menschen. Nur wenn man einen Nutzen für gleichgültig-vermeidende Menschen hat, sind Bedürfnisse in Ordnung, insofern es die des Gleichgültig-vermeidenden sind. Ihnen wurden wahrscheinlich Gefühle und körperliche Nähe in ihrer Kindheit verweigert und – weil man sie nicht „braucht“ – abgesprochen. Häufig sollen Jungen betroffen sein, die nicht weinen dürfen, sondern hart sein müssen, sich durchbeißen und große Leistungen erbringen müssen, um das Idealbild eines „echten Mannes“ zu erfüllen. Hier wären auch ungesund narzisstische Menschen und Recycler anzusiedeln. [ii] Einige von ihnen zeigen deshalb keinerlei Reaktionen auf Gefühle und Empathie, sozialen und emotionalen Stress; andere wiederum erleben heftige psychosomatische Beschwerden. Als würde ihr  Herz/Geist die Verantwortung auf die körperliche Ebene weiterreichen, zeigen sie Symptome [iii] wie Hautreizungen, Nahrungsunverträglichkeiten oder Panikattacken. So verteidigt sich ein Teil von ihnen gegen jedes Gefühl und Bedürfnis, das früher unbeantwortet blieb – was sie nicht haben „sollten“ und heute deshalb besser nicht haben wollen. Sie wehren auch deine Gefühle nur aus Schutz ab.

 

Der ängstlich-vermeidende Bindungsstil

Der letzte Bindungsstil wird ängstlich-vermeidend genannt und beträfe 15 Prozent [iv] der Bevölkerung. Diese sind angepasst, distanziert, fühlen sich verloren, wirken perfekt und brav, haben große Angst vor Nähe und dem Verlassenwerden, sind sehr misstrauisch gegenüber anderen Menschen und vor allem gegenüber ihren eigenen Liebesgefühlen. Sie haben Schwierigkeiten, positive Gefühle zu entwickeln aufrechtzuerhalten. Sie geben sich zuerst die Schuld daran. Sie fühlen sich im Prinzip als schlecht, aber erhoffen doch, dass sie jemandem genug gefallen werden, auch wenn sie den Rückzug derer fürchten. Sie sind manchmal zorniger Natur, wenn sie enttäuscht werden (und wenn es um Personen geht, die sie enttäuscht haben). Im Grunde sind sie sehr loyal, weil sie wissen, wie schmerzhaft es ist, im Stich gelassen zu werden. Sie suchen Halt und ein Ventil gegen ihre Einsamkeit und Angst, ihr geringes Selbstwertgefühl und die innere Leere. Ihnen ist Lob eher unheimlich, weil sie aus Schutz die Verantwortung für fremde Fehler übernehmen. Das ist ihre Form der Kontrolle, um niemanden zu verlieren, von dem sie sich abhängig fühlen. Sie können gleichzeitig sehr gefühlskalt sein und Mühe haben, eine echte emotionale Verbindung zu ihrem Partner aufzubauen. Sie gehören außerdem zu den „wartenden“, gefügigen und „bewusst flexiblen“ Menschen, die selten jemanden unterbrechen oder stören würden, aus Angst, anzuecken und verlassen zu werden. Sie erfüllen lieber Bedürfnisse aus dieser Angst heraus, als es nicht zu tun und sich ihrer Angst zu stellen. Auch wäre es wieder ein Nähebedürfnis, wenn sie es doch täten. In Wahrheit suchen und brauchen sie jedoch eine stabile Nähe und beständige Zuwendung. Doch sie würden es sich (und anderen) nur selten eingestehen. Sie leben in ihren eigenen Welten und wirken daher häufig abwesend. Deshalb geht man in der Psychologie davon aus, dass sie Bezugspersonen hatten, von denen sie stark vernachlässigt wurden. Auch Depressionen, andere Störungen sowie emotionaler und körperlicher Missbrauch können die Ursachen für diesen Bindungsstil sein. In jedem Fall haben sie dem Betroffenen als Kind große Angst vor Nähe und Verlust gemacht. Einige Menschen dieses Beziehungstypens sind deshalb nicht selten feindselig eingestellt oder passiv-aggressiv.

[i] (Aron, 2015)
[ii] (Aron, 2015)
[iii] (Aron, 2015)
[iv] (Aron, 2015)

Das war ein Auszug aus meinem Buch Du liebst mich, oder doch nicht? Wie Frauen mit beziehungsängstlichen Partnern wirklich umgehen sollten. Erhältlich als E-Book und als Taschenbuch.

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

 

Ich war nie der Überzeugung, dass Männer die “Schlimmen” wären. Ich habe zu oft zusehen müssen, wie Frauen Männern, die mir am Herzen lagen, das Leben zur Hölle machten – und die Männer zu verliebt oder gutgläubig waren, weswegen sie nichts dagegen taten. Nun, wie angekündigt, nach dem Erscheinen des Posts über Männertypen, von denen Frau besser die Finger lassen, hier der Post für Männer über Frauen, von denen sie lieber die Finger lassen mit 12 Red Flags, Warnzeichen und Signale, dass diese Frau nichts für dich ist oder es zumindest nicht gut mit dir meint. 

Auch hier gibt es wegen des Themas etwas mehr Polemik und Polarisierungen, als meine LeserInnen allgemeinhin von mir gewöhnt sind. Doch nach wie vor denke ich, dass auch solche Begegnungen am besten mit Humor genommen werden.

 

12 Warnzeichen bei Frauen, von denen Mann lieber die Finger lässt

Red Flag 1: Sie erlaubt dir kein Privatleben

sie verbietet mir Freunde und FreizeitSie will stets wissen, wo du bist, wem du telefonierst oder dich triffst. Sie ruft dich an, wenn du dich um 15 Minuten verspätest, ohne dich gemeldet zu haben. In ihren Worten schwingt ein Unterton, der Schuldgefühle auslöst und dich zu einem kleinen Kind degradiert, das gemaßregelt wird. Du hast etwas Verbotenes getan, ohne dass dir das bewusst war. Wenn du sie nicht verlieren möchtest, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen, wie eure “Beziehung” in ihrem Kopf auszusehen hat: Was du wann und wie und vor allem OB zu tun hast, obliegt ihr. Du musst dich fügen, sonst droht Verlust. Natürlich wirst du hin oder wieder versuchen, auszuscheren, dir deine Freiräume gewähren wollen, ohne dass du dich rechtfertigen musst. Und du bist im Recht: Du musst gar nichts. Entweder die Beziehung baut auf Vertrauen und gegenseitiges Wohlwollen oder es ist misslich. Dieser Typ Frau droht häufig mit Trennungen oder du erlebst Diskussionen und Schweigen als Strafe, Seitenhiebe aus dem Nichts, bei denen du dachtest, das Thema wäre bereits gegessen. Sie will deine völlige emotionale Abhängigkeit. Sie vergisst keinen deiner vermeintlichen Fehler. Sie nutzt sie gegen dich, um sich nicht schlecht zu fühlen. Denn wenn du derjenige bist, der “falsch” ist, dann ist sie es nicht.

Einem meiner engsten Freunde geschah das einst. Zum Schluss schaffte er es, sich aufzubäumen und durchzusetzen, weil er ihr Bild einer Beziehung und gemeinsamen Zukunft nicht mehr aushalten konnte. Sie fühlte sich stets ausgeschlossen, auch wenn er sie nicht ausgrenzte. Er durfte rein gar nichts mehr ohne sie tun oder tun wollen. Und fühlte sich eingekerkert wie ein Schwerverbrecher, wenn er auch nur an seine Freunde und Hobbys dachte. Während sie die völlige Verschmelzung wollte, die Auflösung jeder Individualität, versuchte sie nur zu vermeiden, sich ein eigenständiges, unabhängiges und selbstverantwortliches Leben aufzubauen.

 

Red Flag 2: Status ist ihr wichtiger als Charakter

status ist ihr wichtiger sie liebt mich nicht wirklichIch kannte einst einem Mann, bei dem es nie länger als drei Minuten dauerte, bis eine Frau von Stand ihn erblickte. Er selbst war so jemand, der offensichtlich alles hatte, was man sich so wünschen könnte: Geld, beruflicher Erfolg, teure Markenanzüge, gutes Aussehen, Selbstbewusstsein ins Gesicht geschrieben. Ein wahres Alpha-Tier. Die jeweiligen Frauen sahen ihn und erkannten ihn. Er war ihr Beuteschema. Sein Charakter war – darauf würde ich bis heute wetten – nie wirklich ausschlaggebend. Was zählte, war, was er zu geben hatte und ausstrahlte. Er würde die Familie ernähren können, immer verantwortlich sein für den Zusammenhalt, für die Unterhaltung, das Funktionieren, stärker als jedes Familienmitglied und emotional nicht bedürftig. Er würde nichts brauchen und nichts wollen, sondern sich eingliedern und sich um die Rollen kümmern, die ihm zugeschrieben wurden. Von eigenen Bedürfnissen abgeschnitten, würde er der Frau an seiner Seite alle Wünsche von den Lippen ablesen, ihr ein wunderbares Leben ermöglichen und dazu noch Reichtum und Freiheit. Dafür bleibt sie – komme, was wolle. Dafür dürfte so ein Typ Mann gern fremdgehen, solange er sie nicht verlässt.

Dieser Typ Frau würde unendlich lang kämpfen, dass sie Teil hat an dem, was er schuf und täglich schafft. Denn sonst würde wenig für sie übrig bleiben, weil es ihr an einem eigenen Leben mangelt. Sie definiert sich über ihre Partner und dem, was sie besitzen. Besitz ist das, was sie verlangt. Besitzt man dann weniger oder will seinen eigenen Rahmen sprengen, sinkt man sofortig im Wert, außer ihre Sicherheit ist gewährt, außer sie darf dabei sein und wird nicht verlassen. Ihr tut es am meisten weh, wenn sie mit Schweigen gestraft und mit Ehrlichkeit konfrontiert wird. Standing (Standhaftigkeit) ist das Brecheisen ihres Stolzes. Denn sie funktioniert über Gefallen: Wenn sie nicht gefällt, beginnt sie, sich Sorgen zu machen und zu ändern. Deshalb sind viele dieser Frauen auch der Überzeugung, dass sie etwas Besseres wären oder verdient hätten. Mit “normalen” Männern geben sie sich selten zufrieden.

 

Red Flag 3: Sie ist nicht stark, wenn du schwach bist

Es gibt Zeiten im Leben, in denen alles hart auf hart kommt. Im Beruf geht es bergab, das Geld wird knapper oder du möchtest, dass sich etwas ändert und sorgst für Ungewissheit, was deiner Partnerin Angst macht. Die Gesundheit lässt zu wünschen übrig oder du hattest einen Unfall, bist aus heiterem Himmel seit geraumer Zeit erkrankt, brauchst Ruhepausen und Rückzug, Hilfe, Verständnis und jemanden, der für dich da ist. Und plötzlich stellst du fest, dass ausgerechnet die eine Person, von der du emotionale und psychische Unterstützung erwartest hättest, Nein sagt, lethargisch oder wie gelähmt ist. Sie kann weder für dich einspringen noch bemüht sie sich. Sie weigert sich, flüchtet aus der Wohnung oder in ihre Welten, geht ihren gewohnten Rollen und Funktionen nach, aber beharrt auf das Gewohnte – und damit auch auf Unflexibilität und Unsensibilität.

Nach Fritz Riemann würde dieser Typ Frau zu den Hysterischen gehören. Nicht im normalen Verständnis des Wortes “hysterisch” übrigens, sondern als Reaktionsmuster auf Veränderungen und der damit verbundenen Unsicherheit, sich neu anpassen und wandeln zu müssen. Überhaupt eine funktionierende Rolle für sich gefunden zu haben, einem Mann, bei dem sie “passt”, ist in ihren Augen wertvoll. Diese Identität bedeutet Stabilität. Alles Ausufernde oder Ändernde bereitet ihr Angst und lässt sie “unpassend” werden. Ich schätze aus eigenen Erfahrungen diesen Typ so ein, dass er bereits nach weniger Zeit zusammenbrechen, ausbrechen und flüchten würde. Hier sind also keine Fälle gemeint, die durch mangelnde Kommunikation (Ich kann nicht mehr, wir brauchen eine Lösung.) und langer Zeit (Aufopferung oder Dulden über Jahre hinweg), in der man in einer Herausforderung verharrt, ohne etwas gegen sie zu unternehmen, als Partnerin schlichtweg nicht mehr (zusehen) kann. Sie empfindet ihren Partner schneller (< 3 Monate) unwürdig oder unpassend, weil er nicht oder nur noch wenig geben kann. In den meisten Fällen bleibt der Mann der Schuldige, der “nichts mehr auf die Reihe bekam”.

 

Red Flag 4: “Du liebst mich doch gar nicht! Wenn du mich lieben würdest, dann…”

Frauen, von denen man solche Sätze hört, projizieren meistens ihre eigenen Ängste auf dich oder aber ihr zwei hattet von vornherein dieselben Herausforderungen. Misstrauen Liebe und Beziehungen gegenüber, miese Beziehungserfahrungen und viele Zweifel, ob man für eine neue Beziehung bereit ist, mit der Person, die man getroffen hat, zeigen sich recht schnell. Meistens ist es der Mann, der sich zurückzieht und die Frau, die dann in sich zusammenbricht, dir hinterherläuft oder ins Diskutieren gerät. Nach anfänglichem Verständnis, Dulden und Hingabe, werden irgendwann unweigerlich Vorwürfe folgen, wieso du sie nicht so liebst, wie sie es verdient hätte.

Diese Frauen können sich in meinen Augen leichter ändern als andere, außer ihre Angst hat einen Nutzen, der traumatische Erfahrungen verdeckt lassen soll. Das ist deshalb von allen der harmloseste Typ, weil sich zwei Menschen treffen, die in der Tiefe ein- und dasselbe Bedürfnis haben und sich gleichzeitig davor fürchten. Aber der eine ist der aktive Beziehungsängstliche, während die Frau meist die passive ist. Sie will oder kann aus eigenen Gründen ihre Angst vor einer tiefen Partnerschaft nicht ausdrücken, weshalb sie das den Mann “erledigen lässt”. So kann man seine eigene Angst vor sich verheimlichen und sich um den Anderen kümmern, sich über seine Angst kennenlernen und sie in der Tiefe erfahren. Es vermeidet nicht ganz die Auseinandersetzung mit seinen eigenen Herausforderungen. Viele merken ohnehin irgendwann, dass es wohl etwas mit ihnen zu tun haben muss, wenn sie stets denselben Typ Partner anziehen.

 

Red Flag 5: Du spielst den Ersatzvater oder Ernährer, weil der Eigentliche nicht verfügbar ist

sie will mich nur als ersatzvater und ernährerDa der ehemalige Partner nicht mehr da ist, fehlt der Vater für ihr Kind/ihre Kinder und ein Mann, der sich am Haushalt, an der Familie, am Geldverdienen und Wohlfühlen beteiligt. Sie glaubt, es allein nicht zu schaffen, fühlt sich überfordert und erwartet Unterstützung vom ihrem Partner – auch in der Kennenlernphase deutet sich das bereits offensichtlich an. Mann wird zum Ersatz für einen, der nicht mehr da ist. Von ihm wird oftmals viel Verständnis für ihre Lage gefordert, während sie allerdings kaum Verständnis zeigt.

In einer ungeplanten Umfrage auf einer Berliner Singlebörse nannten die Männer diesen Typ exzentrisch, eigenwillig und knallhart, beizeiten auch egoistisch und narzisstisch. Sie fühlten sich ausgenutzt und waren nur dann wertvoll als Mensch und Mann, wenn es dem Typ Frau “in den Kram passte” (Zitat). Hatte der Mann einen unsicheren Job oder lebte ein unstetes Leben bzw. war arbeitssuchend, lagen die Karten von vornherein schlecht. Anrechte hatten sie keine, auch wenn das Kind bereits eine Verbindung zu dem Mann aufgebaut hatte. Dafür aber hatten sie sehr klischeehafte Rollen zu erfüllen, was den meisten misslang. Für alles Andere, was sie sich noch von der Frau gewünscht hätten, reichten sie offenbar nicht.

 

Red Flag 6: Sie will nur Sex, aber erlaubt keine emotionale Nähe

Ja, unter Frauen verbreitet sich das mehr und mehr. In meiner ungeplanten Umfrage fand ich einige Männer, die das regelrecht schockierte. Darunter waren sowohl solche, die selbst nur nach sexuellen Abenteuern suchten, als auch welche, die eben genau das nicht mehr wollten. Dieser Typ Frau ist ziemlich direkt, wenn es darum geht, jemanden fürs Bett zu finden/zu haben. Mann braucht da keine tiefen Gewässer zu suchen. Es geht um kurzfristige und oft einseitige, harte und emotional kalte Anerkennung. Sie nehmen sich, was sie wollen, um sich kurz gewollt zu fühlen. Danach sind sie schnell wieder weg. Kommunikation, Nähe, Kuscheln oder Kennenlernen steht nicht im Programm. Im Bett lassen sie sich auch eher bedienen, als Anteil zu nehmen. Sie wollen eben bekommen und nicht geben – von Teilen ganz zu schweigen.

 

Red Flag 7: Niemand weiß von dir

sie stellt mich ihren freunden und familie nicht vorIhr knutscht wild, wenn keiner guckt. Sie ist so anders und süß, wenn ihr allein seid. Aber in der Öffentlichkeit verwandelt sie sich in ihren bösen Zwilling. Sie möchte weder, dass du ihre Freunde und Familie kennenlernst, noch, dass du zu viel Zugriff auf ihr Leben hast. Sie möchte alles von dir wissen oder stellt gar keine Fragen. In jedem Fall ist die Beziehung für sie keine, die je öffentlich werden soll. Die Gründe kennt nur sie. Falls du sie fragst, mag sie dir beschwichtigend sagen, dass es nicht an dir liegt, sondern an ihr. Aber außer, dass sie sich noch nicht sicher wäre und die Zeit noch nicht passend, kommen selten tiefergehenden Erklärungen. Einige rechtfertigen sich auch mit miesen Beziehungserfahrungen. Aber falls doch Gründe genannt werden, sind sie in deinen Augen sicher fragwürdig. Je nach Dauer dieses Zustandes kann man zwischen anfänglicher Unsicherheit bzgl. der Zukunftstragfähigkeit und absichtlicher Distanz wild interpretieren. Im Endeffekt ist entscheidend, dass es beide ehrlich und offen wollen, bevor mindestens einer leidet. Entscheidend ist auch, wie lange man einen Menschen in seinem Leben möchte, der sich offensichtlich nicht binden will und nicht zu einem stehen würde.

Aus meinem eigenen Umfeld kannte ich jemanden, der nur solche Frauen anzog. Sie ließen sich von ihm verwöhnen, er schenkte ihnen Gefühle und Anerkennung, sie genossen, dass er sie in den Mittelpunkt stellte. Aber sie gaben nie etwas zurück. Wenn er ihnen seine Beziehungsambitionen zeigte oder offen ansprach, blieb er als derjenige zurück, der sich erdreistet hatte, Gefühle zu haben und einzufordern. Irgendwie war er immer in der Position, dass er zu geben hatte. Nur zurückfordern durfte er nie. Er sprengte das Beziehungsmuster erst, als er aufhörte, Frauen, die von vornherein verlangten, zu “bedienen”. Er bewies sich nicht mehr. Frauen, die keine Anerkennung und Interesse an ihm zeigten, sondern die er erst wochenlang von sich überzeugen musste, ließ er gleich links liegen.

 

Red Flag 8: Sie kann nicht sagen, ob sie in vier Monaten mit dir in den Urlaub fahren würde

Am Anfang einer Beziehung oder nach drei Dates sollte man so eine Frage ohnehin nicht beantworten müssen. Aber nach einer Weile, wenn es legitim wird, dass man auch Urlaube gemeinsam verbringt, schon. Kann die Frau dann aber noch immer nicht, nur widerwillig oder zögerlich eine Antwort darauf geben, ist das ein Zeichen für Bindungsprobleme. Sie will den Moment genießen, aber keine Versprechen machen. Sie will, dass sie sich kaum bewegen muss für das Gute, das man in einer Partnerschaft erhält. Sie hasst Leistungen aller Art, den Beziehungsalltag und Geben-Müssen, jedenfalls bei dir.

Bei einigen ist es eine vergangene Beziehung, die noch quer liegt und unverarbeitet ist. Sie können sich noch nicht auf etwas Neues einlassen und müssten erst in die neue Beziehung hineinwachsen. Bei anderen aber ist es ein klares Zeichen von “Gib mir alles, aber verlange nichts. Erst recht keine Gefühle.”. Sie will weder zum Gefühle-Haben gezwungen werden noch sie stets zeigen und demonstrieren. Sie will nicht in der Position sein, in ihren Schattenseiten, die sie bislang von dir verbarg, erkannt zu werden. Sie will nicht so tun, als wäre alles Hoffnung verheißend. Erst recht nicht will sie dir Versprechen geben, die sie nicht vorhat, zu halten. Intuitiv weiß sie es bereits. Nur dies auszusprechen, könnte dazu führen, dass sie niemanden mehr hätte, der sie will. Es gibt leider Frauen wie Männer, die sich lieben lassen können, aber nicht zurücklieben wollen.

 

Red Flag 9: Sie will gar keinen Sex

sie will keinen Sex mit mir aber beziehungHier meine ich keine Frauen, die körperlich bedingt keine Lust auf Sex haben. Bei einigen Frauen sind es hormonelle Hintergründe. Dieser hier gemeinte Typ aber will sich entweder nicht fallen lassen oder sich dir nicht hingeben, will keine Gefühle spüren oder fürchtet, mit dir verschmelzen zu müssen. Sie verbinden damit etwas. Sex macht ihnen zum Beispiel Angst. Viele empfinden Scham wegen ihres Körpers. Andere empfinden Ekel und verbinden mit Sexualität, zu einem Objekt zu werden.

Von einigen Frauen weiß ich, dass sie mit vorherigen Männern schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht hatten. Ihre Ex-Partner haben sich entweder beim Sex nur um sich selbst gekümmert und ließen die Befriedigung der Frau völlig aus den Augen, ohne sich zu reflektieren. Oder sie erwarteten Sex als Gegenleistung dafür, dass sie mit der Frau zusammenblieben – aber im Droh-und-Trennungs-Modus: “Schlaf mit mir, wann immer ich es will, sonst bist du nichts wert in meinen Augen.” (Ja, das ist leider Realität statt Klischee.) Tiefe Verbundenheit und ein erfüllendes Sexualleben bedingen sich zwar nicht. Doch da viele Männer, laut Statistik, Beziehungen vorwiegend wegen einer regelmäßigen Sexualität eingehen (Frauen übrigens auch!), kann dieser Typ Frau schmerzen, wenn er sich entzieht. Von seiner Partnerin begehrt zu werden und seinem Partner bedingungslos vertrauen, kann Mann hier weniger erwarten. Was einen Versuch wert ist, sind Gespräche und Vertrauensarbeit, die sehr fruchtbar sein können. Bleiben die Erfolge aber aus, muss Mann damit umgehen können bzw. andere dankbare Seiten an der Partnerin/Beziehung schätzen.

 

Red Flag 10: Sie redet viel, aber hört nie zu

Du bist die Projektionsfläche ihres Bedürfnisses, geliebt und gewollt zu werden. Sie nimmt sich, was sie braucht. Solange sie es will, solange es ihr Spaß macht. Umgekehrt, wenn du deine Bedürfnisse anmeldest, wird es schwierig. Spätestens dann, wenn du sie unterbrichst oder auch Erlebnisse und Gefühle aus deinem Leben teilen möchtest, bagatellisiert sie deine Worte und Erfahrungen, versucht dich mit etwas Besserem oder Schlimmeren aus ihrem Leben zu übertrumpfen oder wird schlagartig bockig und still. Sie steht im Mittelpunkt oder sie ist nicht da und du hast niemanden, der gern bei dir ist. Aber das hat eben seinen Preis.

 

Red Flag 11: Sie will geheiratet werden

sie will nur geheiratet werden abr liebt mich gar nichtWohl jede Frau war einmal ein verträumtes Mädchen, dass sich in einem schönen Brautkleid, umringt von Rosen und Tauben, an der Seite eines gut aussehenden und gestandenen, liebevollen und fürsorglichen Mannes vor dem Traualtar stehen sah. Sie wollen die Hochzeit, das einmalige Ereignis mehr als das, was diese Heirat besiegelte: eine Ehe, die ein lebenslanger Bund werden soll. Jeder, der einmal verheiratet war und sich dann scheiden ließ, wird bezeugen können, dass Ehen auch Opfer abverlangen und ihre Tiefen haben. Ich bin zwar kein Freund des Sprichwortes, dass Beziehungen immer harte Arbeit wären. Aber ich glaube zutiefst daran, dass niemand perfekt ist und im Laufe seines Lebens dazulernen kann, wenn er dafür offen ist. Sich aufeinander einzustellen, Freiräume zu lassen, dem anderen Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen, sich selbst um sich kümmern zu lernen und zu pflegen, das eigene Glück nicht vom Partner abhängig zu machen, sind beispielsweise Lektionen einer Ehe. Menschen, die sich diesem Gedanken aber gar nicht erst öffnen, sondern in ihrem Kopf bereits “genügen”, sind welche, die meinen, durch eine Heirat nichts mehr tun zu müssen, keine Angst mehr haben zu müssen. Bis zum Moment der Eheschließung beweisen sie sich und sind die treuesten, liebenswertesten und gütigsten Frauen. Wurden sie aber erst einmal geheiratet, ist ihr Ziel erreicht. Dass die schönen Erinnerungen an den einen Tag der Hochzeit aber schnell verblassen und danach noch viele Jahre der Ehe übrig sind, übersehen sie oft.

 

Red Flag 12: Sie sucht einen Vater und keinen Partner

Als Mädchen waren sie Papas kleine Prinzessinnen, denen alles vergeben wurde und die nie eigens aktiv oder verantwortlich gemacht wurden, die man vor dem bösen Leben beschützte und selbstlos liebte bis in den Tod, ja, die sogar wichtiger waren als ihre Mütter. Oder sie hätten sich das gewünscht, aber der Vater war abwesend, verstorben oder dafür verschlossen. Sie suchen bis heute danach, wollen keine erwachsenen Frauen werden, die die volle Wucht der erwachsenen Verantwortung und Pflicht tragen können sollten – für sich und ihr Leben, für ihren Partner und ihre Kinder. Mit ihnen ist eine Beziehung auf Augenhöhe selten möglich, weil sie dem Mann mehr Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl abverlangen, als sie je bereit wären, selbst zu geben. Sie wollen Mädchen bleiben, bewundert werden und immer genügen.

 

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

 

Ich erlebe seit Beginn meiner Singlezeit Männer, und mit ihnen verbunden Geschichten, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich meine nicht nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen darf, die natürlich sind und menschlich, die man bald schon lieben oder ignorieren lernt. Ich meine Männer, die es ganz offensichtlich sehr gut mit sich meinen und sehr schlecht mit Frauen. Unehrliche, verletzte, manipulative und sogar kindische Männer, von denen dir selbst dein bester männlicher Freund dringend abraten würde. Männer, die sich für undurchschaubar halten.

Da ich den weltbesten Meister hatte: Hier meine gesammelten 12 Red Flags bei MännernWarnzeichen und Signale, bei denen du lieber das Weite suchen solltest – von ungesund narzisstischen bis hin zu höchst beziehungsunfähigen Männern – einmal schön aus teils küchenpsychologischer und teils ernstzunehmender Sicht betrachtet. Denn solche Erfahrungen nimmt man am besten mit einer Menge Humor.

(Und ja. Ähnliche Red Flags gibt es auch bei Frauen.)

 

10 Signale, das Weite zu suchen: Von diesem Typ Mann lässt du lieber die Finger

Erste rote Flagge: Er sagt dir, was du tun sollst

männer von denen du die finger lässt wenn du nicht verletzt werden möchtest vorschriften machenTrink diesen Wein und mach das so, lass das lieber bleiben, denn das ist wirklich nicht schön oder klug. Mit einem falschen Lächeln zum passenden Augenaufschlag und einer besonders ernstzunehmenden, erwachsenen Stimme lässt dieser Typ Mann den Vater heraushängen, während er dir erste Übergriffe zeigt. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Im besten Fall wird es eine kurze, aber stürmische Liaison, im schlimmsten Fall eine emotional unterdrückende Beziehung, in der die Dinge so zu laufen haben, wie es ihm sein Weltbild diktiert. Sagst du Nein, gehst du lieber gleich mit deinen Freundinnen was trinken. Denn er wird schmollen und dich mit Schweigen strafen, bis du seiner Meinung bist. Oder er wird so sehr diskutieren, dass sogar wir Frauen vor Neid erblassen würden. (Daran sieht man aber sehr schön, wie schwer es Männer mitunter haben, wenn wir Frauen sie um Kopf und Kragen diskutieren.)

 

Zweite rote Flagge: Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön

Lügner sind ohnehin schwer zu ertragen. Aber notorische Lügner, die sich das Leben oder ihren Eigensinn freihalten wollen und das durch Lügen versuchen, hat niemand verdient. Einmal so richtig eingegroovt, sind Lügner kaum mehr aufzuhalten, weil sie diese Verhaltensweise mit der Zeit ausbauen und perfektionieren. Sie verheimlichen eine ihrer Seiten mit dem bewussten Ziel, den Anderen im Dunkeln zu lassen und ihn auszuschließen, statt offen und ehrlich zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen – und ggf. die Konsequenzen zu tragen. Aber dieser Typ hat wirkliche Angst vor Trennung und dem Gefühl der Wertlosigkeit. Isolation, Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit als Strafe zeigen ihm deutlich, wieso er einst beschloss, zu lügen. Seine Lebensweise und er selbst können in seinen Augen nicht liebenswert sein. Das hat ihm auch die Vergangenheit gezeigt. Meistens stimmt das sogar, besonders wenn es sich um häufige Untreue oder mehrere Beziehungen gleichzeitig handelt. Ein Teufelskreis, den man als Frau, auch wenn man schwer verliebt ist, ohne seine Hilfe und sein Wollen nicht gebrochen bekommt. Lieber weitergehen.

 

Dritte rote Flagge: Er beschließt, dass und wann du mit ihm schläfst

narzisstische männer selbstverliebt und verletzend emotional brutalMeine besten Geschichten, mit denen ich ein ganzes Buch füllen könnte, fallen in diesen Sektor: Besonders beliebt bei diesem Typ Mann sind Clubs, Tanzbars und Singlebörsen, wo die Auswahl an Frauen besonders hoch ist. So kann er leicht weitergehen, wenn es ihm nicht passt oder er dir nicht. Wahrscheinlich hast du ihn dort auch kennengelernt. Motto: Ist es abends und redet sie länger als 60 Minuten mit mir, stehen die Chancen gut, dass ich nach spätestens einer weiteren Stunde in ihrem Bett liege. Wenn es richtig dumm läuft, für fünf Minuten. Sie beschließen gern, dass sie mit zu dir gehen. Wann und dass du mit ihnen zu schlafen hast, obliegt ihnen, besonders morgens, wenn sie aufgewacht sind und dich mit einer Matratze verwechseln, ganz ohne “Guten Morgen!” und einen Kuss in den Nacken. Mein absoluter Favorit unter all meinen Erfahrungen: “Janett, du zerstörst den ganzen Moment. Das kannst du doch jetzt nicht machen.” Ich konnte, drehte mich um und ging. Zwei Tage später meldete er sich bei mir und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken.

Und weiter geht’s…

 

Vierte rote Flagge: Er darf Spaß haben, du nicht

Männer, die sich das Recht herausnehmen, ein erfülltes Leben mit Freunden und schönen Abenden, viel Spaß und Lachen, Reisen und Abenteuern oder extrem viel Sport zu haben, erlauben es mitunter ihrer Partnerin nicht. Sie mögen nur ihre eigenen Freiräume. Ihnen gefällt der Gedanke, dass du Zuhause gelangweilt auf dem Sofa sitzt, dich vor Sehnsucht zermürbst und auf eine Nachricht wartest. Sie mögen ihre Frauen am liebsten hörig und versuchen das durch viel Distanz zu erreichen – in der Hoffnung, dass sie dich aufgrund ihres Rarmachens so richtig traurig und willig gemacht haben. Kommt er dann wieder an, wird Frau so froh darüber sein, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen wird und alles verzeiht. Ansprüche zu stellen gefällt diesem Mann nur gut, wenn sie von ihm selbst kommen. “Gezicke” gibt ihm aber das Gefühl, dass du ihn einschränken möchtest. Es ist für ihn ein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt, nicht etwa mit ihm und seinem einseitigen, unverbindlichen Verhalten.

 

Fünfte rote Flagge: Er will alles von dir wissen

Geschichte die du dir erzählst geschichte ändern schicksal abwenden“Den Namen deiner ersten Freundin, mit der du in den Urlaub fährst, kenne ich ja, aber wie heißt die 2. Freundin?” fragte mich einst jemand, mit dem ich mich zweimal getroffen hatte. Hätte ich gewusst, dass ich ihn kennenlernen würde, hätte ich trotzdem meinen Jahresurlaub gebucht. Aber ihm schmeckte es nicht, dass er in Spanien keine Kontrolle über mich haben würde und so stellte er mir auf Facebook nach. Entweder Vertrauen ist da oder nicht. Jemand, der dir von vornherein misstraut, weil er in etwas völlig Menschliches böse Absichten und gezielten Hinterhalt unterstellt und Beweise einfordert, um dir vertrauen zu können, ist offensichtlich verletzt. Da stimmt etwas gewaltig nicht: vielleicht aus einer unverarbeiteten Beziehung, vielleicht etwas Charakterliches. Doch dieser Typ Mann wird sich immer rückversichern wollen und dir kaum Luft zum Atmen lassen. So einen Tick Urvertrauen muss schon vorhanden sein, wenn man sich verlieben möchte und zurückgeliebt werden will. Immerhin soll die Beziehung ja angenehm für beide Seiten werden.

 

Sechste rote Flagge: Du bist für sein Glück verantwortlich

Ist er unglücklich, musst du es beheben. Höchstwahrscheinlich gibt er dir sogar die Schuld daran oder du bist im Mindesten dafür verantwortlich, dass du seine Laune besserst. Ist das nicht erreicht, dreht die Welt sich nicht weiter. Dann sind auch Termine oder Verabredungen, die du hast, unwichtig. Er schafft es, sich wie ein kleines Kind aufzuführen, der ganz dringend von einer Ersatzmutter getüdelt werden möchte. Dass jeder einmal schwach ist oder einen miesen Tag hat, sich nur eine warme Umarmung oder ein wenig Zärtlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen wünscht, ist normal. Aber dieser Typ Mann holt seine schlechte Laune oder schwierige Themen just dann heraus, wenn du dich von ihm entfernst: weil du verabredest bist, arbeiten musst oder einfach nur mal deine Ruhe haben willst. In seinen Tiefen ist er meist einsam und wünscht sich jemanden, dringend, der für ihn da ist, wenn es sonst niemand ist. Er fühlt sich oft wenig liebenswürdig, weswegen er heftige Probleme in sein Leben zieht. Diese wiederum ermöglichen ihm, dass er sich um die Leere im Inneren weniger kümmern muss, aber dafür Mitleid und Aufmerksamkeit von dir bekommt. Dieser Mann ist ein wahres Sorgenkind und wird dich nach kurzer Zeit völlig einnehmen, dein Leben übernehmen, während du – Überraschung! – nicht schwach sein darfst. Versuch einmal dasselbe bei ihm, halte ihn vom Leben ab, gib ihm die Verantwortung für dein Glück und dreh den Spieß um: Du wirst sehen, was ich meine.

 

Siebte rote Flagge: Du bist sein Vorzeige-Spielzeug

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstBei ihm wirst du immer den richtigen Nagellack tragen und stets mit Negligee an der Tür stehen müssen. Es gibt diese Männer, denen Charakter und Individualität nicht in ihr Konzept einer Frau passt. Auch sie mögen ihre Frauen so, wie sie sie gern hätten – eben bitte ohne Ecken und Kanten. Idealerweise lässt du ihnen alles durchgehen, was sie versaubeuteln. Es zählt allein, dass du an ihrer Seite glänzt und sie durch deinen Glanz schöner und beneidenswerter machst. Sie bügeln ihr Image und ihren Selbstwert mit dir auf. Oft sind sie sehr eitel und gebildet oder bilden sich viel auf ihre offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Erfolge ein. In jedem Fall brauchen sie etwas, was sie aufwertet: dich. Und das war es auch schon mit der Motivation. Sonntagnachmittage in Schlabberpulli und mit fettigen Haaren sieht er eher ungern.

 

Achte rote Flagge: Er entscheidet, wie die Beziehung aussieht und ob ihr eine führt

“Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich so bin und X nicht will!” ist ein sehr beliebter Spruch von ihnen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und halten das für natürlich und legitim. Sie geben dir weder einen Grund dafür noch erlauben sie dir die Nähe, ihn zu erfragen, damit du ihr Verhalten verstehen könntest. Sie antworten ewig nicht auf Nachrichten. Sie müssen vor allem stets lange nachdenken, bevor sie sich einlassen. Diesem Typ Mann, das muss man wissen, ist Liebe und Beziehung ohnehin ein Graus und Mysterium, kaum und schwer zu fassen und noch weniger kontrollierbar. In diesen Typ fallen die meisten Beziehungsängstlichen. Sie wollen zwar eine liebevolle Beziehung. Aber eine zu haben, lässt ihnen das Gefühl da, sie wären gefangen und eingezwängt. Tief in ihrem Inneren leiden sie wie Hund, außer sie schützen sich mit Verachtung und Missachtung. Beide sind jedoch nur da, um sich von den eigenen Ursachen ablenken zu können. Sie haben auch nichts mit dir zu tun. Sei dir dessen gewiss.

 

Neunte rote Flagge: Er will Teil deines Lebens sein, aber lässt dich nicht in seines

Eheberatung Paartherapie Therapeut Chancen Beziehung retten1Er will alle deine Freunde und am Wochenende am besten noch deine Eltern kennenlernen, wohnt nach drei Tagen schon fast bei dir und bestimmt deinen gesamten Tagesablauf. Anfangs freust du dich, endlich einen Mann kennengelernt zu haben, der keine Probleme mit Nähe hat. Bis du feststellst, dass sein Problem Distanz ist: Jede Entfernung macht ihn kirre. Ohne dich kann und will er nicht mehr sein. Hintergrund: Er glaubt, ohne eine Partnerin nichts zu sein. Bist du einmal nicht mit ihm zusammen und hast dich durchgesetzt, wird er dich das spüren lassen. Er wird dir auch weniger seine Freunde und Familie vorstellen. Es geht ihm eher darum, dass er jemanden findet, der ihn lässt. Derjenigen zu vertrauen und sie an sich und sein Leben heranzulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Kein sehr guter Start in eine erfüllte Beziehung.

 

Zehnte rote Flagge: Er spricht zu schnell und zu oft von großer Liebe und lebenslangem Bund

“Du bist die Frau meines Lebens!” Er will und wird dich nie wieder gehen lassen. “Auf dich habe ich mein ganzes Leben gewartet!” Bis du so bist, wie du wirklich bist und nicht so, wie er dachte, dass du es wärst. Bis du Kritik übst, weil er doch versprochen hatte, einkaufen zu gehen, damit du es nach dem langen Meeting nicht mehr machen muss. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dieser Typ Mann war einfach nur froh, jemanden gefunden zu haben, der passen könnte, der oberflächlich seine Bedingungen erfüllt. Er wird nicht viele kennenlernen, die ihm passend erscheinen. Deshalb trifft es ihn auch stark, wenn seine Illusionen zerbrechen und er feststellt, dass er sich getäuscht hat. Er wird dir seine Enttäuschung (über dich) auch offen zeigen. Er dachte doch immerhin, dass sich das Unpassende schon noch geben würde. Er würde das schon machen, dich so zum Drehen und Biegen bringen, dass es für ihn passt. Was dieser Typ Mann will, ist irgendwen, den er steuern kann, keinen Menschen aus Fleisch und Blut.

 

Elfte rote Flagge: Es ist nicht so schlimm, wenn du nicht in ihn verliebt bist

ständig müde erschöpfungssyndrom fatigue syndromHauptsache ist doch, dass du mit ihm zusammen bist. Das allein reicht ihm aus, um sich wohlzufühlen. Ein Mann, der eine Beziehung möchte, weil er sich ohne schlecht fühlt. Und wieder ein Typ, der nur irgendwen, der oberflächlich passt, sucht. Ein Mann, bei dem du Funktionen und Rollen übernehmen wirst/musst, statt du selbst sein zu dürfen: eine gute Mutter, eine, die nicht so emotional ist, eine, die keine Karriere machen will, die intelligent ist, aber genügsam, wenig fordert und viel gibt usw. Aber hörst du einmal auf, zu funktionieren, und hast deinen eigenen Kopf, wird auch diese Blase platzen und er ziemlich enttäuscht sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn du dann nicht mit erhobenem Haupt dastehst und zu dir und deinen Einstellungen, geht das Gespräch definitiv nach hinten los. Was ich an dem Typ Mann aber mochte, war, dass man mit ihm sprechen konnte, wenn es hart auf hart kam. In meinen Fällen nützte das zwar wenig, weil sie keine andere Meinung zuließen und wenig von Kompromissen hielten. Aber immerhin könnten ihn eine Vielzahl solcher Erfahrungen dazu bringen, in einer einsamen Minute länger darüber nachzudenken, wieso er immer dieselben Frauen als Partnerinnen in sein Leben zieht (und ziehen möchte).

 

Zwölfte rote Flagge: Seine sexuelle Befriedigung steht weit über deiner

Kurz und emotional schmerzhaft. Ich meine hier übrigens absichtliches Desinteresse an der sexuellen Befriedigung der Frau. Es gibt Männer, die wenig mit Frauen anfangen können, die Sex lieben und ihn gern haben, die verschmelzen, sich ausprobieren und sich und ihrem Partner spüren und erforschen wollen. Sie empfinden den Sex eher als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung statt als Form der Verbundenheit oder tiefe Intimität, die Partnerschaften erfüllen und über viel Schweres hinwegtragen kann. Doch dieser Typ ist eher so: Wenn du den Sex genießen möchtest, auch etwas davon haben möchtest, Fantasien oder Vorlieben hast, wird ihm unheimlich, weil er dann für dich da sein muss. Das scheint unvereinbar für ihn zu sein, weil er eher das Objektive an Frauen sieht, statt euch als zwei Menschen, die sich mögen und sich deshalb körperlich und intim nahe sein wollen.

Wie gesagt, es gibt auch Frauentypen, die ich kennenlernen durfte, bei denen sich mir alle Haare sträubten. Jeder meiner männlichen Freunde hatte mal so eine Dame in seinem Leben, bei der wirklich alle rot sahen. Aber dazu im nächsten Blogpost.

Für diesen Moment wünsche ich dir viel aufrichtige Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog