Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Welche Grenzen du immer (wirklich immer!) durchsetzen solltest

Nichts ist schlimmer, als gekränkt, verletzt oder ignoriert zu werden. Das verletzt unser Ego und überschreitet unsere Grenzen, die so hart erkämpft und errichtet wurden. Grenzüberschreitungen sind nicht nur im Job normal geworden. Viele wollen sich hocharbeiten, müssen oder wollen sich beweisen und zeigen, wer wir sind und was sie können. Zu viel wurde investiert, geopfert oder erscheint als Mangel, der behoben werden muss. Hinzu kommen die großen Emotionen wie Neid, Eifersucht, Geiz, Habgier, Böswilligkeit und gar Schlimmeres. Dem sind wir ebenfalls ausgesetzt. Auch im Privatleben sind Grenzüberschreitungen, die Wunden in uns hinterlassen, normal: Hier ein unbedachtes Wort eines Freundes, da die schlechte Laune des Partners, ein wenig Bockigkeit der Kinder, die sich austesten wollen, Diskussionen mit den Eltern, weil sie eine andere Meinung oder Richtung haben… Das alles lässt sich im Rahmen ertragen und wegstecken, wenn es nicht zu heftig und zu oft geschieht.

Doch welche Handlungen und Reaktionen anderer Personen sollten wir keineswegs dulden? Wo sind die Grenzen erreicht und wie können wir uns täglich dazu ermuntern, sie zu wahren, und notfalls auch durchzusetzen?

Überschreitungen deiner Grenzen – Eingriffe in deine Kraft

9 Grenzen, die du dringend wahren und durchsetzen solltest

1) Negative Energien anderer Personen sollten wir abwehren. Häufig sind es ja die kleinen Verstimmungen, die einem richtig zu schaffen machen, eben wie schlechte Launen oder schnippische Worte anderer. Häufig sind die nicht einmal böse gemeint, sondern platzen einfach aus der Person heraus. Aber: Wir bekommen sie ab. Und viele verinnerlichen diese auch. So kann sogar Angst, Traurigkeit, Wut/Ärger u. v. m. von uns aufgenommen werden. Man erkennt das daran, dass wir uns plötzlich in den anderen hineinversetzen können, mit demjenigen fühlen, versuchen, ihn zu schützen oder zu beruhigen. Aber auch anders herum kann es funktionieren: Wenn beispielsweise jemand absichtlich, unbedacht etwas sagt, was uns verletzt, kann das in uns bleiben, zum Beispiel als Ablehnung oder Schuldgefühl. Deshalb sollten wir uns immer daran erinnern, dass es derjenige ist, der gerade eine Schwierigkeit mit sich herumschleppt. Wir nicht.

2) Getuschel und Gerüchteküchen sind voll negativer Energie. Auch hier mischen wir uns in die Leben anderer, in die negativen Gefühle der Tuschler und Gerüchteverteiler. Indem wir Interesse zeigen und Anteil nehmen, teilen wir ihren Neid, ihre Wut und tragen beides so mit. Wir erlauben auch, dass das Gefühl der Abwertung mitgetragen wird. Sphären, in die man hineingezogen wird, die man vermeiden kann.

Empathie und sich abgrenzen

3) Die Meinungen anderer Personen über unsere Ziele oder Meinungen sind nicht wichtig. Natürlich gibt es Menschen, die es gut mit uns meinen und lediglich auf Bedacht spielen, weil sie fürchten,  dass wir verletzt oder enttäuscht werden könnten. Es gibt jedoch auch diejenigen, die unsere Ziele nur aus eigener Angst heraus als Fehlentscheidung oder zweifelhafte Ideen hinstellen. Beim Erfolg anderer Menschen schwingt oft das Gefühl der Leistung, des Wertes mit, wodurch wir uns zu Vergleichen hinziehen lassen. Wer mit einem geringeren Selbstwert hadert, könnte leicht denken, er wäre nicht gut oder nicht genug. Es hinterlässt auch das Gefühl, dass wir im Wettbewerb stünden, uns noch mehr anstrengen müssten, um uns zu beweisen. So motivierend diese Richtung auch sein kann, so destruktiv kann sie werden, wenn wir uns in dem, was andere wollen und tun, verzetteln, statt uns auf Eigenes zu konzentrieren. Wie viel schöner wäre es, wenn wir uns offen und ehrlich für den Anderen freuen, vielleicht einige wissenswerte Vorgänge von ihm lernen würden, uns aber um uns und unseren Weg, unser Ziel kümmern? So nehmen wir teil und schüren kein weiteres Leid, nehmen uns an und erweitern unser Bewusstsein für das Gute und das Gelingen.

4) Wenn Personen uns sagen, was machbar ist und was nicht, so ist es ihre Idee, ihre Meinung oder ihre Einschränkung im Denken. Alle glaubten, die Erde sei eine Scheibe, bis einer einmal herumfuhr und eben nicht ins Weltall plumste. Und er bewies, dass alle falsch lagen. Es gibt etliche Beispiele dafür, die dasselbe zeigen: von der Erfindung der Glühbirne, des Automobils bis hin zu den großen Errungenschaften der Menschheit. Schauen wir nur auf die noch existenten Weltwunder, bei denen nach wie vor Forscher rätseln, wie die alten Kulturen sie erschaffen konnten – mit ihren minimalen Mitteln. Alles ist möglich, wenn man daran glaubt. Oft stehen uns nur eigene, fremde und anerzogene Ängste im Weg. Besonders die Ängste, die entstehen könnten, wenn wir auf dem besten Weg zu unseren Zielen sind. Mögliche Kritik, Neid, Getuschel, Ablehnung, Misserfolg, falsche Entscheidungen etc.: Das alles sind mögliche Barrieren, die mit Erfolg daherkommen können. Sei bereit. Für alles.

5) Sei keine Müllhalde für das Zeug anderer Personen. Auch wenn wir es nur gut meinen, so lässt sich die Sorgenmutter-Funktion ebenso gut ausnutzen. Alles hat und muss eine Grenzen haben, wenn es anfängt, uns einzuschränken oder zu große Opfer fordert. Hier ist auch zu bedenken, dass viele Personen absichtlich ihre Sorgen und Probleme bei anderen abladen: im wahrsten Sinne des Wortes. So stehen sie im Mittelpunkt, bekommen wertvolle Aufmerksamkeit und fühlen sich angenommen. In meinem Online Buch “Ein Gefühl namens Dieter” gehe ich vermehrt darauf ein.

Wenn das im Rahmen bleibt, zum Beispiel bei guten Freunden oder Familienmitgliedern, dieses Geschenk des Mitgefühls gegenseitig ist und man sich ebenfalls aussprechen kann, wunderbar. Aber Obacht ist bei Personen geboten, die einen bei eigenen Sorgen abwürgen oder hängenlassen. Da ist eine Grenze zu ziehen: Es tut mir leid, dass du Sorgen hast, aber ich bin gerade so sehr mit meinem eigenen Leben belastet und beschäftigt. Ich wünsche dir viel Glück. (Und das darf man auch ruhig ehrlich meinen.)

6) Übernimm’ selbst Verantwortung, statt es andere machen zu lassen. Sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, ist grundsätzlich die beste Idee. So muss man sich im Nachhinein nichts anhören, schürt weder Schuld noch Scham, keine Konflikte, die genauso schwer wiegen können, wie fehlende Verantwortung sich selbst gegenüber. Auch wenn es immer mal nötig ist, sich etwas im Selbstmitleid zu baden, sich seinen traurigen und ängstlichen Gefühlen bewusst zu werden, so sollte und muss irgendwann dieses Gefühl dem Positiven weichen: einen Plan machen, mit jemandem besprechen, wenn es leichter fällt, kleine Ziele setzen, loslegen und sich an kleinen Erfolgen freuen. Diese wiederum aufschreiben, damit man sie schwarz auf weiß sieht, wenn auch mal kleine Rückschläge kommen, kann ein Weg sein. Jeder darf seinen Weg entscheiden.

7) Verwechsele deinen Charakter nicht mit der Denkweise anderer. Wir lernen von unseren Bezugspersonen, wie den Eltern, Lehrern in der Schule, Freunden, Partnern usw. Wir nehmen damit viele ihrer Erfahrungen an, vertrauen ihren Lebensweisen, wenn sie erfolgreich waren (oder besonders erfreulich oder wenig verletzend). So verbuddeln wir unser inneres Potenzial und müllen uns mit Fremd-Ansichten zu. Auch mit fremder Angst. So bildet sich unsere zweite Natur; unsere erste geht den Bach herunter. “Fass’ nicht auf die heiße Herdplatte, sonst verbrennst du dich!” ist eine kluge Angst, die schützen soll. Aber “Mach das lieber nicht! Sonst bekommst du Ärger!” ist konfliktängstlich und verhindert, wie viele andere Ängste, nötiges Wachstum. Wenn man Bock auf etwas hat, etwas ausprobieren möchte, herumexperimentieren will, dann los! So lernt man seine eigenen Handlungen vertrauensvoll zu sehen, Fehler zu erkennen und leichter zu vermeiden. Eigene Erfahrungen sind ohnehin 1000fach mehr wert, als die anderer Personen. Die haben eine andere Vergangenheit, andere Werte, andere Gefühle. Trau dich, anders zu sein!

8) Versuche es dir zuerst rechtzumachen, statt immer nur andere glücklich zu machen. Wer nicht genug Kraft hat, für sich, für sein Leben, wird auch keine für andere haben. Je mehr man für andere tut, desto besser mag es einem vielleicht gehen, wenn man ohnehin keine Lust verspürt, sich um sein eigenes Leben zu kümmern. Das kann hin und wieder richtig dufte sein, sich nicht im eigenen Teufelskreis zu drehen. Aber auf Dauer, hier ist wieder die richtige Mischung gefragt, sollte man sich aus fremden Leben herausziehen, lernen, zuzusehen und den anderen in der Bewältigung ihrer Angelegenheiten trauen. Sie sind erwachsen. Sie schaffen das auch ohne einen. Und wir schaffen es ohne sie.

9) Behalte all deine Kraft für dich; lass dich nicht herunterziehen.

Liebe Grüße,
Janett

Janett

Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

 

Meiner Meinung nach sind die Ursachen für Stress, Panik- und Angststörungen unterdrückte, unausgesprochene Gefühle. Es ist die eigene Entfremdung von seinen Gefühlen wie unerwiderte Liebe, Ärger, Wut, Trauer, Angst und Freude in Verbindung mit den eigenen, aber verneinten Bedürfnissen, die zu Überhitzungen im Geiste führen. Das schließt Panik- und Angstzustände ein. Aus Angst vor Ablehnung, Schuld, Scham, Strafe, Liebesentzug oder wegen einer Selbstunsicherheit oder handfesten Selbstzweifeln halten viele ihre Gefühle und Bedürfnisse zurück oder verneinen und verdrängen sie. Man wird folgsam und passt sich an, was noch mehr Angst und Stress schürt.

Eine meiner liebsten Methoden dagegen ist die Stimmarbeit, die Arbeit mit unseren Sinnen.

 

Angst und Panik: Nutzen und Recht

rückzug ist der grund für angst und panikAngst, Panik und Stress macht sich breit, wenn man über eine gewisse Zeit Gefühle verdrängt. Da unsere Gefühle irgendwohin müssen, idealerweise “raus”, wir uns unseren Gefühlsausdruck und Selbstverwirklichung aber verbieten, bunkern wir sie in unseren Körpern und füllen ein Fass mit Angst, Traurigkeit über unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche, angeblicher, eigener Bedeutungslosigkeit und Wut. In normalen Stresssituationen erscheinen diese Gefühle weniger prekär, jedoch finden wir auch dort einen Kampf zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir sollen. Wenn unsere Gefühle sich immer mehr anhäufen, solange bis das Fass voll ist, entlädt sich unser Geist. Bei Angst- und Panikattacken signalisiert der Körper, dass gerade das “interne” Fass überläuft, ein Gefühl oder ein Bedürfnis ausgesprochen werden müsste, wir diesen Impuls aber aus Rücksicht oder Sicherheitsdenken verneinen, verdrängen und dann plötzlich: Explosion.

In meinen Augen ist Angst und Panik ein Signal dafür, dass wir bereits verletzt sind, wenn nicht sogar “klein fühlen”, mit unserer wahren Natur konfrontiert werden (die, die wir uns verschweigen: wir sind nicht ganz so unabhängig, unverletzbar oder erwachsen) oder aber uns zugunsten eines anderen klein machen sollen. Das weiß unser Kopf und unser Herz ebenfalls.

Kurzum: Angst, Panik und Stress hat in meinen Augen den Nutzen der Distanz, des eigenen Rückzugs aus Situationen, die schlecht für einen Menschen sind, aufgrund der Rechte, die man freiwillig nicht wahrnimmt und freiwillig verdrängt. Rückzug vor allem aber auch von Verhaltensweisen, die für einen schlecht sind, die wir aber trotzdem in unserem Alltag wiederfinden. Laut Literatur trifft das zumeist Frauen bzw. Menschen, die allgemeinhin eher gehorsam, brav und anpassungsfähig sind. Das klingt hart, ich weiß. Aber selbst ich habe mir eingestehen müssen, dass ich zu den Menschen respektive Frauen gehörte, die eher JA statt NEIN sagen (sollen und es deshalb auch machen), die ihre Gefühle eher zurückhalten (sollen und es deshalb tun), die aufgrund der entstehenden Wut auf sich selbst und andere, diese legitimen Gefühle irgendwo im eigenen Körper bunkern (müssen), um ja keinen Ärger zu machen oder zu unbequem zu werden oder gar “unerzogen” zu sein. Die Angst vor dem Ärger und dem Konflikt bekommt je nach Situation, sei es familiär, existentiell bzw. beruflich, partnerschaftlich seine eigene Dimension und – Tragweite. Lange Rede, kurzer Sinn:

 

Die Methode gegen Angst, Panikattacken und akuten Stress: Summen

summen mit der stimme gegen angst stress panikattacken stimmarbeit klangtherapie körperarbeitWenn die eigene Stimme (im übertragenen, als auch wörtlichen Sinne) verstummt bzw. zu leise ist, um gehört zu werden, man sich nicht traut, sie zu erheben, müssen andere Wege des aus-Drucks gefunden werden. Denn aus Druck der Gefühle, die verdrängt werden, entsteht Stress, Angst und Panik. Gedankenkarusselle, Grübeln, Selbstächtung/Schuld, Zweifel, Sich-Selbst-Kleinhalten. Hey, aber ich bin doch etwas wert! sagt diese leise Stimme der Panik, die die anderen (fremden) Stimmen übertönen möchte, aber uns und den Körper braucht, damit wir etwas gegen die Umstände, die Angst/Panik auslösten, tun. Deine Angst/Panik braucht Dich! DICH. Stress ist das erste Signal dafür.

In meinen eigenen Zeiten der Panik erfand ich eine Methode, die ich auch noch heute in belastenden oder nervigen Phasen anwende. Diese Methode ermöglicht es mir,

  • a) meine Stimme nutzen
  • b) mich auszudrücken und
  • c) mich aus dem Grübeln herauszuholen.

 

Und so geht’s

Anwendungsgebiete:

– immer, wenn Grübeleien über ärgerliche oder angsteinflößende Situationen/Menschen im Kopf beginnen bzw. nur noch schwer zu stoppen sind,

– bei Stress, Belastungen, Angst oder anrollender Panik,

– man draußen ist und zu viel Lärm, Menschen und sonstiges (Reizüberflutung) aushalten muss.

Vorgehen

Wähle Dir ein Kinderlied aus frühen Tagen oder aber Dein aktuelles Lieblingslied, was in Verbindung mit einer POSITIVEN Situation steht. Bei dem Gedanken an das gewählte Lied musst Du Dich automatisch wohl- und geborgen fühlen. Hast Du Dich für ein Lied entschieden, beginnst Du bei jedem einsetzenden Grübelkonzert Dein eigenes, in dem Du dieses Lied summst. Du kannst leise oder lauter summen, je nachdem, wo Du bist und wie viel “Lärm” Du Dich traust zu machen.

Abwandlungen

Es gibt Menschen, und solche kennst Du sicher auch, die pfeifend, singend, laut telefonierend durch die Straßen schlendern oder im Bus neben Dir sitzen. Das ist das eine Extrem. Das andere Extrem bist Du, nämlich Menschen, die still daneben stehen, sich genervt fühlen, mit ihren Gefühlen über diese “Belästigung” schwer zurechtkommen oder aber einfach nur, weil sie es nicht fassen können :-), diesen Menschen anstarren, in der Hoffnung, dass er es von allein merkt.

Und dazwischen ist das Summen. Es ist steuerbar. Du entscheidest, ob es jeder merkt oder niemand.

Man kann sowohl leise summen, als auch laut. Man kann mit seiner Stimme summen, als auch mit seinem Atem. Probiere alle diese Summmöglichkeiten mal aus:

  1. Summen und Deine Stimme ist hörbar
  2. mit dem Atem summen, du erweckst nur das Gefühl, Du würdest summen, aber in Wirklichkeit benutzt Du nur die Stimmbänder, die Du zum Klingen/Vibrieren bringst.
  3. leise summen.

Variante 1 ist also überall anwendbar, wo man laut sein kann, z. B. Zuhause, an der frischen Luft, unterwegs.

Variante 2 überall dort, wo man eher weniger auffallen möchte, z. B. im Supermarkt, im Meeting, in Warteschlangen.

Variante 3 an Orten, an dem es leichte Hintergrundgeräusche gibt, z. B. im Bus, Bahn, Tram, Zug.

 

Der Hintergrund: Wozu summen?

Summen, also die Aktivierung Deiner Stimme, aktiviert Dich. Es setzt Dich in den Mittelpunkt, statt anderer Menschen oder Fahrten in die Stadt oder Geräuschkulissen oder gefährlich erscheinende Körperreaktionen wie Herzstolpern und -rasen, schweißnasse Hände, Muskelverspannungen, weiche Knie, Enge in der Brust, Schluckbeschwerden usw. Es hält Deine Konzentration über die Länge des gesummten Liedes bei Dir, statt durch Grübelkarusselle wieder von Dir abgelenkt zu werden.

Es stärkt zudem Dein Selbstvertrauen, denn die Benutzung deiner eigenen Stimme ist ein wesentliches Element bei der Selbstheilung. Du hörst Dich, Du merkst: Es gibt mich. Ich bin. Es aktiviert außerdem Deine Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit: Ich kann mich ausdrücken. Ich entscheide, wann ich spreche und wie.

Es aktiviert zu guter Letzt eine korrekte Atmung. Bei der typischen Angst- und Panikatmung versucht der Betroffene so viel Luft wie möglich einzuatmen, während das Ausatmen des Kohlendioxids verkürzt wird. Folge: Wir behalten mehr Kohlendioxid in uns, ringen um Luft. Das erschwert die Symptome ungemein. Wenn wir aber summen oder singen oder sprechen, dann müssen wir ausatmen. Es geht gar nichts anders.

 

Bonusmethode “Ent-sinn-ung”

entsinnung als methode gegen angst und panikattackenAls Zusatz habe ich oft die Methode der Ent-sinn-ung genutzt (Das ist mein Name dafür.): Augen schließen, Ohren zuhalten, aber Hauptsache immer nur einen Hauptsinn öffnen.

Bei Panik hat man eine niedrige Reizschwelle bzw. die Anfälligkeit einer schnellen und heftigen Reizüberflutung ist hoch. Durch Entsinnung lässt sich das mindern. Wenn Du also summend zum Briefkasten oder der U-Bahn gehst, summend in der Schlange im Supermarkt stehst, schließ Deine Augen und sperre alle visuellen Reize, die sonst mit in Deinem Fass landen, aus. Die Konzentration liegt nur auf den akustischen Signalen. Wenn Du dann Deine Augen wieder öffnest, konzentriere Dich ausschließlich auf die Akkustik, auf deine Ohren und nimm sie vorwiegender wahr, als das Visuelle. Umgekehrt funktioniert Entsinnung auch. Halte Dir die Ohren zu (oder tu so, als hättest Du Ohrenschmerzen und verschließe Deine Ohrmuscheln mit Deinen Händen). Senke am besten den Kopf, wenn Du das tust und schotte Dich kurz visuell von deinem Umfeld ab, um Deinen Sehsinn zu fokussieren. Wenn Du den Kopf wieder hebst, sperre alle Geräusche, die noch teilweise da sein werden, aus der Konzentration aus. Nimm nur das Visuelle wahr. Wenn Du dann die Ohren “wieder aufmachst”, fokussiere nur das, was Du siehst.

Jeder kann selbst für sich probieren, was wirksamer ist. Grundsätzlich lässt sich mittels eines leichten Tests, der dem Lerncoaching entstammt, herausfinden, auf welche Sinne man stärker anspringt, also welcher Lernkanal für Dich am geeignetsten wäre.

 

Der Sinne-Test

Schließ Deine Augen und stell Dir vor, Du bist am Meer. Es ist ein wunderbarer Tag, Du fühlst Dich wohl. Was nimmst du zuerst wahr?

Den Sand unter Deinen Füßen? Den Wind auf Deiner Haut? Das Salz auf Deiner Zunge? Siehst Du zuerst das Meer und die Wellen? Oder hörst Du sie als Erstes?

  • Wenn Du fühlst, ist das ein Hinweis auf Haptik als dominanter Kanal.
  • Wenn Du hörst, ist es Dein akustischer Kanal, der ausgeprägter bei Dir ist.
  • Wenn Du siehst, zählst Du zu den visuellen Menschen.
  • Wenn Du riechst, steht das Olfaktorische im Vordergrund.
  • Wenn Du schmeckst, ist es das sogenannte Gustatorische, was bei Dir eher wirkt.

Man kann  sich also den ersten und zweiten Sinn, der am stärksten ausgeprägt ist, suchen und diese beiden entweder aussperren, wenn man in Paniksituationen gerät oder aber bewusst einen der beiden aktivieren, fokussieren, während der andere ausgesperrt wird. Du kannst auch einmal schauen, ob es nicht einer der beiden stärksten Sinne ist, der Dich in Stress-, Angst- und Paniksituationen “triggert”. Sollte dies so sein, dann empfehle ich erst recht die Methode der Ent-sinn-ung in Verbindung mit Summen. Notfalls auch Ohropax.

LG,
Janett

Janett

 

 

Noch mehr Strategien aus 5 Jahren Anti-Angst- und Panik-Suche findest du hier:

ideen, um angst und panik aufzulösen

Ausschlusserklärung: Alle Inhalte und Techniken sind gewissenhaft recherchiert bzw. erprobt. Dennoch ersetzt jede hier beschriebene Strategie gegen Stress, Angst und Panik keine professionelle Psychotherapie. Für jeglichen Personenschaden wird keine Haftung übernommen.

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stressbewältigung: Stressfaktoren und wie wir sie erkennen und verringern

Stress, Stress, Stress: Wir wissen mittlerweile alle, dass er krank machen kann und deshalb bewältigt und abgebaut werden muss. Die Wissenschaft weist auch immer wieder darauf hin, dass ein erhöhter Stress über eine lange Zeit schnell in psychische Belastungsstörungen wie Angstzustände oder Depressionen übergehen kann. Doch selbst “nur” Schlafstörungen oder das Gefühl der ständigen inneren Hektik deuten bereits an, dass wir tätig werden sollten, um den Körper und die Psyche zu entlasten. Die Stresshormone müssen abgebaut werden. Nur, wie? Denn meist bleibt im Stress einfach keine Zeit.

Ich habe den befreundeten Autor des Buches “Stress, der moderne Säbelzahntiger!”, Ron B. Charles, zu einem Interview über Stressbewältigung eingeladen, um uns die Kniffe und Tricks zu verraten.

Stressbewältigung: Stressoren, Auswirkung auf Geist & Psyche und Angstzustände

Stress und Auswirkungen

Dass ein Buch über Stressabbau zur Nummer 1 bei beispielsweise Amazon & Co. werden kann, zeigt mir, dass wir nach wie vor mit diesem Thema hadern. Wir haben lange To Do-Listen mit Aufgaben, die wir abarbeiten müssen, und Pflichten, denen wir nachgehen müssen. Wir kommen uns viele Erledigungen nicht einfach herum, auch wenn wir sie nicht mögen oder keine Kraft dafür haben. Sei es im Job, in der Familie, im Liebesleben oder in der Freizeit: Alles kann das Potenzial entwickeln, uns kurzfristig oder langfristig zu stressen. Stress beschreibt dabei die automatisch einsetzende innere Anspannung durch etwas oder jemanden. Wir vergessen währenddessen jede Achtsamkeit und Ruhe, jedes Vertrauen und jeden noch so guten Vorsatz. Wir übersehen unser Bedürfnis nach Pausen, nach wohltuenden Ausgleich, nach nährenden Freizeitaktivitäten und Menschen, die uns guttun. Wir greifen in Stressphasen vermehrt zu fettigem und zuckerhaltigen Lebensmitteln, weil sie unseren Blutdruck heben und uns für eine kurze Zeit vermeintlich mehr Kraft verleihen. Wir belohnen uns damit, faul auf der Couch zu liegen statt Sport zu treiben – obwohl wir wissen, dass das Zweite besser wäre. Dabei würde dieser unsere Stresshormone leichter abbauen, die durch unseren Lebensstil oder -wandel ankurbelt worden sind.

Leider hat Stress den Nachteil, dass er müde und ausgelaugt macht. Uns fehlt die Kraft, noch etwas für uns zu tun. Im ständigen Für-andere-da-sein, im Leisten und Wirken, um entweder über die Runden zu kommen oder das gewünschte Leben aufrechtzuerhalten, vergessen wir oft zuerst unsere Gesundheit. Leider nicht nur physisch, sondern oftmals auch geistig. Die renommierte Therapeutin und Autorin Verena Kast beschrieb in ihrem Klassiker “Über den Sinn der Angst” einst, dass Stress nichts anderes sei als Angst:

  • Angst, Fehler zu machen oder zu versagen
  • Angst, nicht dazuzugehören oder ausgeschlossen zu werden
  • Angst, andere zu verletzen oder zu enttäuschen
  • Angst, nicht gut oder nicht genug zu sein
  • u. v. m.

Die Forschung hat gezeigt, dass Stress/Angst auf allen Ebenen horrende Auswirkungen haben kann, wenn wir nicht – besonders in Stressphasen – dafür Sorge tragen, dass unser Körper ihn wieder abbauen kann:

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen
  • Nacken-, Rücken- und/oder Gelenkschmerzen
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Nachtschweiß, Müdigkeit, viel Schlaf brauchen)
  • Magen-Darm-Befindlichkeiten wie z. B. Durchfall, Verstopfung, Reizdarm- oder Reizmagensyndrom, Sodbrennen
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen und -stolpern, Atembeschwerden, Enge in der Brust
  • Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit
  • Antriebslosigkeit, Lethargie
  • Ängste
  • usw.

Viele meiner LeserInnen und ich eingeschlossen, haben festgestellt, wie schnell Stress zu anhaltenden Angstzuständen mit/ohne Panikattacken führen kann (weswegen ich viel über Stressängste schreibe). Denn jeder Mensch hat seine ganz eigenen Stressfaktoren (Reize, die Stress auslösen), sogenannte Stressoren, auch wenn es allgemeinere gibt, die jeden erwischen können. Dabei sind Stressoren entweder innere oder im Außen auftretende Faktoren, die in deinem Körper/Geist individuell Stress bewirken:

  • Leistungsstressoren (z. B. viele Arbeitsaufgaben)
  • physikalische Stressoren (z. B. Lärm, Hitze, grelles Licht, Enge)
  • soziale Stressoren (z. B. für einen Menschen schwierige zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen)
  • körperliche Stressoren (z. B. Allergien, Krankheiten, Verletzungen)

Jeder Stressor hat die Macht, dich zu einer Anpassung, zur Flexibilität oder gar Duldung zu zwingen. Doch die Zahl der Abhängigkeiten im Leben ist groß. Was bleibt also? In meinen Augen ist es eine veränderte Haltung zu allem, was Stress bewirkt. Wie gehst du mit Stress um? Welcher Stressor belastet dich am meisten? Und wie kannst du die Auswirkungen auf deinen Körper & Geist verringern? Fragen wir doch jemanden, der sich damit auskennt.

Interview mit Ron B. Charles über sein Buch “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden”

Interview mit Ron B. Charles
Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.

Wieso hast du dich dazu entschieden, ein Buch über Stress zu schreiben? Gab es persönliche Erfahrungen oder findest du, dass das Thema noch nicht ausführlich genug besprochen wurde?

Das Problem “Stress” ist für viele Menschen nicht wirklich gelöst, daher empfand ich es sinnvoll, ein Buch über dieses Thema zu schreiben, welches dabei unterstützt, für sich selbst einen Leitfaden, wie man mit Stress umgehen kann, zu entwickeln. Stress ist allgegenwärtig und wird viel zu häufig schon als „völlig normal“ und „das gehört einfach dazu“ betrachtet. Natürlich hatte ich selbst auch schon allerlei stressige Situationen in meinem Leben und gelegentlich komme ich auch wieder in solche Situationen. Man kann sich aber darin üben, besser mit stressigen Zeiten umzugehen und anders zu agieren, um Stress weitestgehend zu vermeiden.

Du beschreibst viele Auswirkungen von Stress auf körperlicher Ebene. Unter anderem besprichst du auch positiven und negativen Stress. Woran erkenne ich, ob Stress positiv oder negativ ist?

Stress kann bekanntermaßen verheerende Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus haben und wirkt sich auch bei jedem unterschiedlich aus. Es gibt jedoch diese eine Grenze zwischen Eustress, der gut für uns ist, und Disstress, der uns schadet. Welcher Stress für dich positiv oder negativ ist, bedarf aber einer genaueren Analyse deiner Aktivitäten und Reaktionen auf die Ereignisse in deinem Leben. Mein Buch hilft dabei, diesen Unterschied für selbst zu verdeutlichen, indem es auf einzelne Lebensbereiche genauer eingeht. Stressempfinden ist sehr individuell und unterschiedlich. Dies für den Leser zu ermitteln, ist eines der Ziele des Buches.

Oft passiert es (ich kenne es zumindest von mir), dass nicht das Umfeld oder einzelne Lebensereignisse stressen, sondern man sich selbst Stress macht: durch eigene Gedanken oder Gefühls- und Verhaltensweisen. Wie siehst du das?

Ereignisse, sofern nicht vorhersehbar, können einen durchaus in Stresssituationen hineinkatapultieren. Richtig ist, dass unsere eigenen Gefühls- und Verhaltensweisen, wie du es beschreibst, maßgeblich darüber entscheiden, wie wir mit diesen Ereignissen umgehen bzw. wie sehr uns diese in Stress versetzen. Ich empfehle deshalb eine intensivere Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Gefühlswelten, um zu verstehen, weshalb man reagiert, wie man reagiert. Dafür gibt es hilfreiche Anleitungen und Tipps sowie Selbsttests in meinem Buch, um Stress, den modernen Säbelzahntiger, mit dem wir uns verbünden sollen, nachdem wir ihn verstanden, zu bezwingen.

Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden
Ron B. Charles über Stressabbau, Techniken und Umgang mit stressigen Zeiten

Bei Stress heißt es oft, man solle Sport machen oder Yoga oder eine Entspannungstechnik erlernen. Vielleicht geht es anderen auch so wie mir: Ich habe keine Lust, noch Sport zu machen oder mich zu bewegen, Neues zu lernen oder überhaupt irgendwie aktiv zu werden, wenn ich viel Stress hatte – auch wenn ich weiß, wie kontraproduktiv das ist. Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Ist es überhaupt schlimm, wenn man nach Stress einmal nichts macht?

Nein, das ist nicht schlimm. Tatsächlich kann es sogar das einzig Richtige sein, nach einer stressigen Phase erst einmal nichts zu machen. Und auch das Nichtstun, kann man perfektionieren. So kann die richtige Meditationstechnik eben dazu führen, dass man den Geist leert, eine wirklich erholsame Aktivität. Bewusstes Nichtstun ist also sehr wichtig. Keinen Sport oder keine Bewegung zu betreiben, halte ich nicht nur in Bezug auf Stress für einen grob fahrlässigen Umgang mit dem Zuhause, indem wir wohnen dürfen – unserem Körper. Bewegung und Sport in sein Leben zu integrieren sowie Entspannungsübungen zu erlernen, bedeutet letztendlich, viel stressresistenter zu werden, als man es jemals war. Man beugt damit vor, kommt weniger bis gar nicht mehr an seine stressempfindlichen Grenzen und wird dadurch insgesamt leistungsfähiger.

Ich bin mal ehrlich: Ich bezweifele ja, dass man Stress ganz aus seinem Leben streichen kann. Hast du einen goldenen Rat für meine LeserInnen, wenn sie einen stressigen Tag oder gar eine stressige Zeit erleben?

Und dieser Zweifel ist durchaus berechtigt. Denn Stress lässt sich nicht aus unserem Leben streichen. Lediglich, wie wir damit umgehen und was wir tun, um stressresistenter zu werden, kann Stress auf ein Maß bringen, bei dem wir uns sogar wohl mit diesem fühlen. Und das ist der goldene Rat: Lerne einen neuen Umgang damit, wandele deine Gedanken dazu.

Was machst du persönlich bei Stress?

Ich wende alle Tipps, die im Buch gegeben werden, selbst an, und komme daher nur sehr selten in gefühlt stressige Situationen. Und wenn doch, beruhige ich meinen Geist und mache mir klar, dass ich noch 10 x mehr davon ausgehalten habe, bevor ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. 6 x die Woche für 45 Minuten Sport und eine gute Organisation meiner Termine, hilft mir den Stress zu bewältigen. Ich kann also guten Gewissens sagen, dass der Stress in meinem Leben weitestgehend reduziert ist. Genau dieses Gefühl wünsche ich all meinen Lesern. Mein Buch kann ihnen dabei helfen, wie ich an genau diesen Punkt zu gelangen.

Vielen Dank, Ron!

Mehr Informationen findest du in seinem Bestseller “Stress, der moderne Säbelzahntiger! Verstehen. Besiegen. Verbünden: Druck & Stress abbauen. Burn-out & Depressionen vermeiden. Resilienz & Gelassenheit lernen. Achtsamkeit & Entspannung leben.”

Angstzustände: Was ist der Auslöser und was die beste Strategie, um sie zu besiegen?

Angstzustände: Was ist der Auslöser und was die beste Strategie, um sie zu besiegen?

Taucht Angst auf, will sie jeder weghaben. Doch was ist die beste Strategie gegen Angst oder Panikattacken? In meinen Augen – nach all den Jahren meiner Recherche für meine betroffenen LeserInnen und früher für mich, komme ich zu dem Schluss: Es gibt sie nicht, die eine goldene Methode gegen Angstzustände, noch gibt es eine Therapie, die bei jedem helfen würde. Denn Angst ist aus einem (oft guten) Grund bzw. als Konsequenz da. Und den kannst du finden, wenn du dich genau beobachtest.

Erfahrungen mit Angst: Auslöser, Therapien und Strategien

Ich habe mich schon mit so vielen Menschen unterhalten, die entweder als austherapiert oder therapieresistent galten und plötzlich durch so was wie Kunsttherapie oder Bewegungstherapie ihre Ängste besiegten. Wie konnte das so leicht gelingen?

Aber ich habe auch solche kennengelernt, die durch einige Wochen Auszeit – weg von den belastenden Umständen, ihrem Megahaufen Verpflichtungen und ihrer schnell-schnell-schnell-Lebensweise ihre Angst milderten. Eine ganz andere Herangehensweise.

Ich glaube deshalb, dass ein Weg immer darüber führt, dass man sich genau betrachtet, guckt, wo es drückt:

Hat man Panikattacken, weil man sich fürchtet, ein bestimmtes, einengendes Umfeld zu verlassen (und reagiert der Körper darauf, indem er hilft, sich nicht weiter als 20 Meter zu entfernen)? (Klassiker bei Co-Abhängigkeit und zum Beispiel auch frischen Müttern sowie zu viel Verantwortung und Pflicht oder Trennungsangst.)

Oder ist es eine rein körperliche Sache, weil Angst nur zu bestimmten Zeiten auftritt, zum Beispiel vor/während/nach der Menstruation oder nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel/Substanzen (Zucker, Kaffee, Milchprodukte, Eier, Nüsse, Nikotin, Alkohol)? Eine ausführliche Liste mit den häufigsten nahrungsmittelbasierten Auslösern findest du in meinem Paket “Hör auf! Deine Angst”:

Tipps und Ratschläge gegen Angst und Panikattacken

Kommt die Angst als Schutz vor einer Konfrontation? Soll sie alte Glaubenssätze erhalten, damit man etwas nicht lernen oder ertragen muss/braucht? (Versagen, Fehler aka Scham und Schuld)

Oder ist sie vielmehr eine Chance, weil die Ängste erlernt sind, man beim Sprung ins kalte Wasser Familienwerte und -lektionen hinter sich lassen würde (was vielleicht zu Stress innerhalb der Familie oder der Partnerschaft führen könnte oder gar zu Verlust)?

Ich habe sogar Betroffene kennengelernt, die ganz offensichtlich ihre Ängste brauchten, um ihr Leben so weiterleben zu können wie bisher. Hätten sie ihre Ängste überwunden, wäre vieles zu Bruch gegangen.

Du willst den Grund nicht wissen, aber eine Liste mit möglichen Wegen?

An solchen individuellen Lebenslagen orientiert sich meiner Meinung nach auch die Strategiefindung. Bei Stress/Hektik/zu wenig Ich-Zeit könnten Pausen, in denen man nur mit sich beschäftigt ist bzw. etwas macht, was man selbst für sich allein will, helfen – ja. Diesen Burn-out-Bezug findet man immer häufiger als Auslöser. In anderen Fällen sind es tiefersitzende Herausforderungen und Verhaltensweisen, die man angehen müsste, um sich zu befreien, durch eine langfristige Psychotherapie zum Beispiel. Bei körperlicher Ursache ist schon so Mancher (wie ich auch) solange zu neuen Ärzten gegangen, bis er jemanden fand, der die Zusammenhänge verstand (bei mir war es einmal u. a. darmbasiert, aber diese Ursache herauszufinden, dauerte Jahre). Dazu findest du hier u. a. mehr:

Ratgeber Selbsthilfe für Frauen mit Angst

Das sind nur einige Streifzüge der letzten Jahre mit vielen Gesprächen mit betroffenen Frauen und Männern.

Deshalb gilt:

Beobachtet euch und die Anlässe, Gedanken, Gefühle, Verhalten. Das zu durchschauen, kann vieles in Bewegung bringen. Getreu dem Motto: Problem erkannt, Problem gebannt. Denn nach meinem Empfinden ist Angst überwiegend eine Folgeerscheinung.

Mehr dazu in meinem neuesten Buch „Mein neues Leben ohne Angst: Mit ganzheitlichen Methoden Ängste und Panikattacken besiegen“ (TRIAS Verlag, 2020 – ISBN: 9783432110769), erhältlich bei mir, in allen Online Stores wie Amazon und im Buchhandel deiner Wahl.

Solltest du Panikattacken zulassen oder verhindern? Holistisch erklärt

Solltest du Panikattacken zulassen oder verhindern? Holistisch erklärt

Es ist ein qualvolles Paradoxon: Die Panik will raus, macht sich durch Herzrasen, Schluck- und Atembeschwerden, Enge in der Brust und weichen Knien bis hin zu starkem Schwindel oder gar Ohnmachtsgefühlen in deinem Körper breit. Aber alles, was du spürst, ist der Drang, die Panikattacke abzuwehren und zu vermeiden. Kaum etwas fühlt sich schlimmer an, als die Angst, wirklich eine Panikattacke zu bekommen. Was ist nun aber richtig? Die Panikattacke zu vermeiden und sich der Angst vor der Angst zu fügen oder die Angst zuzulassen? In diesem Blogartikel berichte ich von meinen Erfahrungen und gebe dir ein paar wertvolle Tipps an die Hand.

Was Panik so intensiv macht, was sie als Energie ist und ich ewig nicht verstand

wenn wir uns stressen, machen wir uns Angst

Panikattacken sind nicht mehr als angestaute Energie: Ein wilder Mix aus allerlei Hormonen. Es sind Stresshormone, oder wenn du eine Frau bist, könnte deine Angst auch vom Östrogen herrühren. Unentdeckte Schilddrüsenerkrankungen und ihre hormonelle Schieflage als Ergebnis können ebenso die Ursache sein. Was es auch ist: In deinem Körper herrscht Stress. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass auch in deinem äußeren Leben oder in deinem Kopf und Herzen zumindest emotionaler Stress herrscht. Sei es, dass du dir diesen Stress selbst gemacht hast oder machst oder dass es Lebensumstände gibt, die Stress zu dir schieben.

Je mehr Stress in deinem Leben vorhanden ist, desto höher dein Stressniveau. Logisch, oder? Genauso logisch wie die Tatsache, dass sich die Stresshormone in deinem Körper nur wieder absenken, wenn der Stress verringert wird. Je weniger Stress du hast/empfindest, desto weniger Angst wirst du haben. Das ist eine einfache Rechnung. Nun gibt es viele Betroffene von Angst/Panik, die sagen: Ich habe aber gar keinen Stress! Dein Leben ist super und du bist ausgeglichen, aber trotzdem hast du Panikattacken? Wenn dem WIRKLICH so ist, dann bleibt nur eine körperliche Ursache als Erklärung für deine Angstzustände übrig (wie z. B. zu viele Toxine wie Koffein, industrieller Zucker, Alkohol oder Tabak). Aber bei den meisten sind es dann doch eher verdrängte oder ignorierte Herausforderungen im Leben und belastende emotionale Belange. Viele von denen werden vor allem selbst gemacht: Trennungen, die man sich nicht zutraut, Co-Abhängigkeit, die man nicht auflöst, die Angst vor dem Alleinsein, emotionale oder psychische Überforderungen im Job oder in engen Beziehungen (vor allem auch der Familie), Perfektionismus und die Angst vor Verlust oder Versagen, der Drang zum Nachdenken und Lösen aller Probleme (vor allem bei Hochbegabten zu finden), auch die Probleme anderer Personen, Empathie-Overkill (wenn die Gefühle anderer das eigene Selbst zu verdrängen drohen) oder Hochsensitivitäts- und Hochsensibilitäts-Overkill (wenn zu viele Eindrücke/Einflüsse deine persönlichen Toleranzgrenzen sprengen) usw.

Was die Ursache deiner Panikattacken mit der Frage, ob du sie zulassen oder abwehren solltest, zu tun hat

Was wollen dir Angst und Panikattacken sagen?

Es ist unfassbar wichtig, die Ursache für deine Angst zu kennen. Warum? Wenn du weißt, was dich triggert, dann weißt du auch, woran du arbeiten kannst/solltest. Das musst du auch nicht allein machen. Du kannst dir Hilfe suchen. Wenn du aber in einer Situation bist, die bei dir Panik auslöst, dann ist die Panikenergie umso intensiver und schwerer abzuwehren, je weniger du dich um den Entstehungsherd kümmerst. Stattdessen addiert sich alles Neue mit dem Alten in dir und wird so von Mal zu Mal nur explosiver. Gehst du deine Ursache und Herausforderung aber an, kannst du nur angstfreier werden. Eine Panikattacke wegzudrücken steht somit nur Synonym für die Macht der Attacke, die du zu verhindern versuchst. Die Frage, ob du Angst zulassen solltest, stellt sich aber nicht mehr, wenn du den Krisenherd erst einmal gefunden hast.

Zwei kurze Erklärungen dazu: Angst taucht in deinem Körper auf, wenn andere Emotionen, die schwerer wiegen, nicht gefühlt werden sollen. Dein Ich hat gelernt, dass es mit ihnen nicht umzugehen weiß – respektive mit dem, was sie auslösen würden. Diese Emotionen sind sehr oft Traurigkeit, Scham und Schuld, aber auch Ekel und Überraschung sowie Furcht (nicht Angst!). Du fürchtest nicht die Panikattacke, sondern das, was sie in dir auslöst.

Als Beispiel: Meine Panikattacken und Ängste wurden getriggert, wenn ich a) nichts zu tun hatte (in Leerlauf-Situationen), denn es förderte das Gefühl zutage, ich wäre allein und niemand da, der bei mir sein wollte. Das wiederum erinnerte mich an meine einsamen Zeiten meiner Kindheit, in denen ich glaubte, es läge an mir, dass ich so viel allein war. Als Kompensation nutzte ich eine Überbeschäftigung meines Geistes/Körpers, um das alte Gefühl zu vermeiden (Arbeit, Freizeitstress, schwierige Beziehungen aus Angst vor gar keinen). Das schwächte mich, laugte mich aus und raubte mir Energie, die mein System zur Erholung/Regeneration brauchte. Auch stets mit Menschen „beschäftigt“ zu sein, fällt in diese Kategorie, ähnlich wie das Gefühl, zu nichts zu gebrauchen zu sein, nicht gebraucht zu werden, nicht gut oder genug zu sein, und somit wenig/nicht geliebt.

Meine Panik wurde b) immer dann getriggert, wenn ich etwas tun musste (Handlungen, die mir aufgezwungen wurden). Hätte ich das nicht getan, wäre ich schuld oder beschämt. Auch, wenn ich in Situationen und/oder mit Menschen zusammen sein musste, die mein System nicht akzeptierte, hatte ich Panikattacken. Die Frage nach dem Warum ist dabei irrelevant. Man kann Schwierigkeiten mit lauten oder leisen, interessanten oder eher weniger interessanten, zurückhaltenden oder übergriffigen Personen haben. Entscheidend ist nur, was als „gefährlich“ vom Gehirn/System eingestuft wird. Am schlimmsten waren für mich Menschen, die die ganze Zeit nur von sich redeten und bei denen ich merkte, dass sie mich nur zu ihrem Zweck benutzten. Das hatte nichts mit Sympathie zu tun oder gar mit Liebe. Verbundenheit, Teilhabe, Aufmerksamkeit/Anerkennung (gesehen werden, wie man ist) waren für mich damit unmöglich.

fehler, die ich machte, als ich meine phobien überwinden wollte

Weil ich selbst unehrlich mir gegenüber und den anderen gegenüber war, bekam ich Angst. Es war für mein Selbst unerklärlich, dass ich lieber mit Situationen/Menschen umgeben sein möchte, die weder mich mochten noch die ich mochte, nur, weil ich das Alleinsein, die Isolation, den Ausschluss, das Gefühl, nicht gebraucht zu werden oder schuld zu sein, so fürchtete. Das löste meine Panikattacken aus.

So bleiben wir mit Menschen zusammen oder treffen uns weiterhin mit ihnen, obwohl wir sie nicht mögen, weil wir zum Beispiel Konflikte nicht gelernt haben, einzugehen und durchzustehen (zu uns zu stehen). Wir fürchten, allein zu sein/auf uns gestellt, weil wir wegen Fehler ausgeschlossen würden. Folgegefühle wie Traurigkeit, Scham oder Schuld wollen wir meiden (weil wir mit ihnen noch viel weniger zurechtkommen als mit Angst). Außerdem wollen wir niemanden verletzen (denn sonst müssten wir an unserem guten Image oder unserer lang entwickelten Identität feilen. Wir sind eben nicht NUR gut und unsere verheimlichten Schwächen oder Gedanken haben hier und da Konsequenzen. Oder wir bleiben im unzufriedenen Job, aus Angst, beim nächsten ebenso nicht durchzuhalten (weil es nach der eigenen Schwäche riecht und das Gefühl, man wäre nicht gut oder genug, nur bestätigt), sich eine Zukunftsangst und ein Pessimismus einstellt, dass nichts besser würde, weil es an einem selbst läge usw.

Frage dich einmal:

  • Woher kommt deine Angst genau? Meint: Was versucht sie zu verhindern, was dich vermeintlich in Gefahr bringen oder verletzen würde?
  • Wann (Situationen) schweigst du dir und anderen gegenüber?
  • Was verschweigst du ihnen und dir?
  • Was müsstest du, um ehrlich zu sein, eigentlich aussprechen und tun? Bzw.: Wie müsste dein Leben aussehen/gestaltet sein, damit du dich frei von Angst, Schuld und Scham fühlst?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wenn du dein Leben so erschaffst, du keine Angstzustände mehr erlebst. Es gäbe keinerlei Anlass mehr.

Aber du fürchtest lebensverändernde Einschnitte, oder? Wenn die Panikattacke kommt, ruft deshalb das gefürchtete Gefühl

Flucht, Kampf oder Starre setzt ein, um der Gefahr nicht ausgesetzt zu sein und somit sicher zu bleiben.

Was du gegen deine Angstzustände und Panikattacken tun kannst
Möchtest du mehr über meine holistische Herangehensweise bei Angstzuständen und Panikattacken wissen? Dann schau mal hier >>

Ändern wir die Auslöser/Trigger nicht, sondern doktorn nur am Symptom herum, muss es so geschehen, dass wir den Umgang mit dem Trigger verändern, damit er keine Angst mehr auslöst. Wir lassen zu, was sein will und ist und ändern unsere Reaktion darauf, unseren Umgang damit. Panikattacken sind in vielen Fällen nur ein Symptom, das entsteht, weil es durch eine missliche Situation getriggert wurde oder aber weil der Umgang mit einer Situation misslich ist, noch nicht so gelernt von dir, dass du Bescheid weißt, wie sie am besten für dich läuft. Hast du es zum Beispiel einmal geschafft, deine Bedürfnisse anzusprechen, wird es leichter beim nächsten Mal. Die Energie deiner vorherigen Angst vor Konflikten nimmt ab – mit jedem Mal, bei dem du zu dir stehst und offen ansprichst, was du brauchst, statt so zu tun, als wäre alles bestens.

Sich nicht in den Konflikt zu begeben, nicht zu sagen, dass dir etwas nicht passt, nicht zu sagen, was du brauchst, nicht zu sagen, was du nicht kannst, nicht zugeben, dass etwas in dir anders ist, als alle denken, sind die häufigsten Trigger für Panikattacken.

Ein Weg, nicht gleich alle Brücken abzubrechen, ist das Erweitern seines bisherigen Wissens: Persönlichkeitsentwicklung im Sinne einer Aktualisierung.

Zu einem gesunden Umgang mit schwierigen Situationen/Menschen gehören Kompetenzen, die man vielleicht lernen muss, weil sie bisher nicht gebraucht wurden. Viele sind auf Harmonie programmiert und vermeiden Disharmonie (aka Konflikte) und kennen/können oft Durchsetzungsvermögen oder Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung nicht. Oder sie wissen gar nicht, dass sie es haben dürfen, dass sie zählen.
Lernt man die fehlenden Kompetenzen für den Trigger nicht, bleibt die Herausforderung ungelöst und unbetrachtet, die körperliche Reaktion gleich und vermeintlich gefährlich.

Kompetenzen neu dazuzulernen ist besser als vor der Herausforderung wegzulaufen

nicht die angst ist das Problem, sondern was sie auslöst

Aber kann ich nicht einfach kündigen oder mich trennen oder mir eine Auszeit nehmen oder zur Kur fahren oder oder …? Dachte ich bei meiner ersten, zweiten und dritten Angststörung auch. Und ja, oft bleibt nur Gehen. In diesem Sinne ist dann Gehen, Loslassen, Verlassen, sich trennen und neu orientieren aber nur eine andere Form der Angstvermeidung. Das kann funktionieren, sehr gut sogar, wenn die Situation ohnehin schädlich für dich ist (z. B. eine destruktive Beziehung oder ein überfordernder Job ohne Perspektive der Besserung). Aber es ist nicht gesagt, dass deine Angst somit auch besänftigt und nicht weiter ausgelöst würde. Sie verschwindet ja nicht, nur weil ein Beispiel deines Angsttriggers weg wäre. Nimm nur einmal Schuld: Dieses Gefühl verschwindet nicht, noch verschwinden Situationen, in denen du dich schuldig fühlen könntest. Oder nimm Scham oder Traurigkeit: Nur, weil man sich zum Beispiel nicht auf Liebe oder eine enge Beziehung einlässt, verschwindet das Gefühl nicht. Im Gegenteil: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit bleibt und somit auch der Drang, sie zu schaffen. Es liegt dann nicht daran, dass wir wieder den Falschen getroffen hätten. Dasselbe kannst du auf alle anderen Situationen beziehen: Die Angst, schuldig zu sein, weil du keine perfekte Mutter bist, oder die Angst vor deiner Ungenügenheit oder Abweisung, weil du als Mensch oder Frau oder Mann nicht perfekt bist. Der Umgang mit dem Trigger muss verbessert werden, nicht der Mensch, mit dem zusammen bist oder dein Arbeitgeber oder dein Körpergewicht usw.

Bei der nächsten Angst vor der Angst oder Panikattacke, erinnere dich: Die Panikattacke ist NICHT das Problem. Die Schwierigkeit liegt in deiner inneren Abwehr, mit dem Angstauslöser gesund umzugehen. (Lies diesen Satz noch einmal.)

Möchtest du mehr über meine Art, mit Angst und Panikattacken umzugehen, wissen? Dann könnte dich das interessieren: