Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

Gegen Panik, Angst und Stress: Mit den Sinnen arbeiten

 

Meiner Meinung nach sind die Ursachen für Stress, Panik- und Angststörungen unterdrückte, unausgesprochene Gefühle. Es ist die eigene Entfremdung von seinen Gefühlen wie unerwiderte Liebe, Ärger, Wut, Trauer, Angst und Freude in Verbindung mit den eigenen, aber verneinten Bedürfnissen, die zu Überhitzungen im Geiste führen. Das schließt Panik- und Angstzustände ein. Aus Angst vor Ablehnung, Schuld, Scham, Strafe, Liebesentzug oder wegen einer Selbstunsicherheit oder handfesten Selbstzweifeln halten viele ihre Gefühle und Bedürfnisse zurück oder verneinen und verdrängen sie. Man wird folgsam und passt sich an, was noch mehr Angst und Stress schürt.

Eine meiner liebsten Methoden dagegen ist die Stimmarbeit, die Arbeit mit unseren Sinnen.

 

Angst und Panik: Nutzen und Recht

rückzug ist der grund für angst und panikAngst, Panik und Stress macht sich breit, wenn man über eine gewisse Zeit Gefühle verdrängt. Da unsere Gefühle irgendwohin müssen, idealerweise “raus”, wir uns unseren Gefühlsausdruck und Selbstverwirklichung aber verbieten, bunkern wir sie in unseren Körpern und füllen ein Fass mit Angst, Traurigkeit über unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche, angeblicher, eigener Bedeutungslosigkeit und Wut. In normalen Stresssituationen erscheinen diese Gefühle weniger prekär, jedoch finden wir auch dort einen Kampf zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir sollen. Wenn unsere Gefühle sich immer mehr anhäufen, solange bis das Fass voll ist, entlädt sich unser Geist. Bei Angst- und Panikattacken signalisiert der Körper, dass gerade das “interne” Fass überläuft, ein Gefühl oder ein Bedürfnis ausgesprochen werden müsste, wir diesen Impuls aber aus Rücksicht oder Sicherheitsdenken verneinen, verdrängen und dann plötzlich: Explosion.

In meinen Augen ist Angst und Panik ein Signal dafür, dass wir bereits verletzt sind, wenn nicht sogar “klein fühlen”, mit unserer wahren Natur konfrontiert werden (die, die wir uns verschweigen: wir sind nicht ganz so unabhängig, unverletzbar oder erwachsen) oder aber uns zugunsten eines anderen klein machen sollen. Das weiß unser Kopf und unser Herz ebenfalls.

Kurzum: Angst, Panik und Stress hat in meinen Augen den Nutzen der Distanz, des eigenen Rückzugs aus Situationen, die schlecht für einen Menschen sind, aufgrund der Rechte, die man freiwillig nicht wahrnimmt und freiwillig verdrängt. Rückzug vor allem aber auch von Verhaltensweisen, die für einen schlecht sind, die wir aber trotzdem in unserem Alltag wiederfinden. Laut Literatur trifft das zumeist Frauen bzw. Menschen, die allgemeinhin eher gehorsam, brav und anpassungsfähig sind. Das klingt hart, ich weiß. Aber selbst ich habe mir eingestehen müssen, dass ich zu den Menschen respektive Frauen gehörte, die eher JA statt NEIN sagen (sollen und es deshalb auch machen), die ihre Gefühle eher zurückhalten (sollen und es deshalb tun), die aufgrund der entstehenden Wut auf sich selbst und andere, diese legitimen Gefühle irgendwo im eigenen Körper bunkern (müssen), um ja keinen Ärger zu machen oder zu unbequem zu werden oder gar “unerzogen” zu sein. Die Angst vor dem Ärger und dem Konflikt bekommt je nach Situation, sei es familiär, existentiell bzw. beruflich, partnerschaftlich seine eigene Dimension und – Tragweite. Lange Rede, kurzer Sinn:

 

Die Methode gegen Angst, Panikattacken und akuten Stress: Summen

summen mit der stimme gegen angst stress panikattacken stimmarbeit klangtherapie körperarbeitWenn die eigene Stimme (im übertragenen, als auch wörtlichen Sinne) verstummt bzw. zu leise ist, um gehört zu werden, man sich nicht traut, sie zu erheben, müssen andere Wege des aus-Drucks gefunden werden. Denn aus Druck der Gefühle, die verdrängt werden, entsteht Stress, Angst und Panik. Gedankenkarusselle, Grübeln, Selbstächtung/Schuld, Zweifel, Sich-Selbst-Kleinhalten. Hey, aber ich bin doch etwas wert! sagt diese leise Stimme der Panik, die die anderen (fremden) Stimmen übertönen möchte, aber uns und den Körper braucht, damit wir etwas gegen die Umstände, die Angst/Panik auslösten, tun. Deine Angst/Panik braucht Dich! DICH. Stress ist das erste Signal dafür.

In meinen eigenen Zeiten der Panik erfand ich eine Methode, die ich auch noch heute in belastenden oder nervigen Phasen anwende. Diese Methode ermöglicht es mir,

  • a) meine Stimme nutzen
  • b) mich auszudrücken und
  • c) mich aus dem Grübeln herauszuholen.

 

Und so geht’s

Anwendungsgebiete:

– immer, wenn Grübeleien über ärgerliche oder angsteinflößende Situationen/Menschen im Kopf beginnen bzw. nur noch schwer zu stoppen sind,

– bei Stress, Belastungen, Angst oder anrollender Panik,

– man draußen ist und zu viel Lärm, Menschen und sonstiges (Reizüberflutung) aushalten muss.

Vorgehen

Wähle Dir ein Kinderlied aus frühen Tagen oder aber Dein aktuelles Lieblingslied, was in Verbindung mit einer POSITIVEN Situation steht. Bei dem Gedanken an das gewählte Lied musst Du Dich automatisch wohl- und geborgen fühlen. Hast Du Dich für ein Lied entschieden, beginnst Du bei jedem einsetzenden Grübelkonzert Dein eigenes, in dem Du dieses Lied summst. Du kannst leise oder lauter summen, je nachdem, wo Du bist und wie viel “Lärm” Du Dich traust zu machen.

Abwandlungen

Es gibt Menschen, und solche kennst Du sicher auch, die pfeifend, singend, laut telefonierend durch die Straßen schlendern oder im Bus neben Dir sitzen. Das ist das eine Extrem. Das andere Extrem bist Du, nämlich Menschen, die still daneben stehen, sich genervt fühlen, mit ihren Gefühlen über diese “Belästigung” schwer zurechtkommen oder aber einfach nur, weil sie es nicht fassen können :-), diesen Menschen anstarren, in der Hoffnung, dass er es von allein merkt.

Und dazwischen ist das Summen. Es ist steuerbar. Du entscheidest, ob es jeder merkt oder niemand.

Man kann sowohl leise summen, als auch laut. Man kann mit seiner Stimme summen, als auch mit seinem Atem. Probiere alle diese Summmöglichkeiten mal aus:

  1. Summen und Deine Stimme ist hörbar
  2. mit dem Atem summen, du erweckst nur das Gefühl, Du würdest summen, aber in Wirklichkeit benutzt Du nur die Stimmbänder, die Du zum Klingen/Vibrieren bringst.
  3. leise summen.

Variante 1 ist also überall anwendbar, wo man laut sein kann, z. B. Zuhause, an der frischen Luft, unterwegs.

Variante 2 überall dort, wo man eher weniger auffallen möchte, z. B. im Supermarkt, im Meeting, in Warteschlangen.

Variante 3 an Orten, an dem es leichte Hintergrundgeräusche gibt, z. B. im Bus, Bahn, Tram, Zug.

 

Der Hintergrund: Wozu summen?

Summen, also die Aktivierung Deiner Stimme, aktiviert Dich. Es setzt Dich in den Mittelpunkt, statt anderer Menschen oder Fahrten in die Stadt oder Geräuschkulissen oder gefährlich erscheinende Körperreaktionen wie Herzstolpern und -rasen, schweißnasse Hände, Muskelverspannungen, weiche Knie, Enge in der Brust, Schluckbeschwerden usw. Es hält Deine Konzentration über die Länge des gesummten Liedes bei Dir, statt durch Grübelkarusselle wieder von Dir abgelenkt zu werden.

Es stärkt zudem Dein Selbstvertrauen, denn die Benutzung deiner eigenen Stimme ist ein wesentliches Element bei der Selbstheilung. Du hörst Dich, Du merkst: Es gibt mich. Ich bin. Es aktiviert außerdem Deine Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit: Ich kann mich ausdrücken. Ich entscheide, wann ich spreche und wie.

Es aktiviert zu guter Letzt eine korrekte Atmung. Bei der typischen Angst- und Panikatmung versucht der Betroffene so viel Luft wie möglich einzuatmen, während das Ausatmen des Kohlendioxids verkürzt wird. Folge: Wir behalten mehr Kohlendioxid in uns, ringen um Luft. Das erschwert die Symptome ungemein. Wenn wir aber summen oder singen oder sprechen, dann müssen wir ausatmen. Es geht gar nichts anders.

 

Bonusmethode “Ent-sinn-ung”

entsinnung als methode gegen angst und panikattackenAls Zusatz habe ich oft die Methode der Ent-sinn-ung genutzt (Das ist mein Name dafür.): Augen schließen, Ohren zuhalten, aber Hauptsache immer nur einen Hauptsinn öffnen.

Bei Panik hat man eine niedrige Reizschwelle bzw. die Anfälligkeit einer schnellen und heftigen Reizüberflutung ist hoch. Durch Entsinnung lässt sich das mindern. Wenn Du also summend zum Briefkasten oder der U-Bahn gehst, summend in der Schlange im Supermarkt stehst, schließ Deine Augen und sperre alle visuellen Reize, die sonst mit in Deinem Fass landen, aus. Die Konzentration liegt nur auf den akustischen Signalen. Wenn Du dann Deine Augen wieder öffnest, konzentriere Dich ausschließlich auf die Akkustik, auf deine Ohren und nimm sie vorwiegender wahr, als das Visuelle. Umgekehrt funktioniert Entsinnung auch. Halte Dir die Ohren zu (oder tu so, als hättest Du Ohrenschmerzen und verschließe Deine Ohrmuscheln mit Deinen Händen). Senke am besten den Kopf, wenn Du das tust und schotte Dich kurz visuell von deinem Umfeld ab, um Deinen Sehsinn zu fokussieren. Wenn Du den Kopf wieder hebst, sperre alle Geräusche, die noch teilweise da sein werden, aus der Konzentration aus. Nimm nur das Visuelle wahr. Wenn Du dann die Ohren “wieder aufmachst”, fokussiere nur das, was Du siehst.

Jeder kann selbst für sich probieren, was wirksamer ist. Grundsätzlich lässt sich mittels eines leichten Tests, der dem Lerncoaching entstammt, herausfinden, auf welche Sinne man stärker anspringt, also welcher Lernkanal für Dich am geeignetsten wäre.

 

Der Sinne-Test

Schließ Deine Augen und stell Dir vor, Du bist am Meer. Es ist ein wunderbarer Tag, Du fühlst Dich wohl. Was nimmst du zuerst wahr?

Den Sand unter Deinen Füßen? Den Wind auf Deiner Haut? Das Salz auf Deiner Zunge? Siehst Du zuerst das Meer und die Wellen? Oder hörst Du sie als Erstes?

  • Wenn Du fühlst, ist das ein Hinweis auf Haptik als dominanter Kanal.
  • Wenn Du hörst, ist es Dein akustischer Kanal, der ausgeprägter bei Dir ist.
  • Wenn Du siehst, zählst Du zu den visuellen Menschen.
  • Wenn Du riechst, steht das Olfaktorische im Vordergrund.
  • Wenn Du schmeckst, ist es das sogenannte Gustatorische, was bei Dir eher wirkt.

Man kann  sich also den ersten und zweiten Sinn, der am stärksten ausgeprägt ist, suchen und diese beiden entweder aussperren, wenn man in Paniksituationen gerät oder aber bewusst einen der beiden aktivieren, fokussieren, während der andere ausgesperrt wird. Du kannst auch einmal schauen, ob es nicht einer der beiden stärksten Sinne ist, der Dich in Stress-, Angst- und Paniksituationen “triggert”. Sollte dies so sein, dann empfehle ich erst recht die Methode der Ent-sinn-ung in Verbindung mit Summen. Notfalls auch Ohropax.

LG,
Janett

Janett

 

 

Noch mehr Strategien aus 5 Jahren Anti-Angst- und Panik-Suche findest du hier:

ideen, um angst und panik aufzulösen

Ausschlusserklärung: Alle Inhalte und Techniken sind gewissenhaft recherchiert bzw. erprobt. Dennoch ersetzt jede hier beschriebene Strategie gegen Stress, Angst und Panik keine professionelle Psychotherapie. Für jeglichen Personenschaden wird keine Haftung übernommen.

Wieso Freundschaften so wichtig für die Psyche und den Körper sind

Wieso Freundschaften so wichtig für die Psyche und den Körper sind

Freunde: Sie helfen uns in schlimmen Zeiten und halten zu uns, wenn wir glauben, keinen Halt mehr oder Sinn in unserem Leben zu sehen. Ob bei Schwierigkeiten oder in Zeiten der Fülle und Freude: Sie lachen und sie weinen mit uns. Freundschaften begleiten uns durch Dick und Dünn, ob als Bekannte oder Freunde fürs Leben. Vor allem aber stärken Freundschaften unseren Körper und Geist. Wer stabile Freunde hat, der leistet auch seinem Wohlbefinden einen wichtigen Beitrag, der besonders in Zeiten der Angst oder Traurigkeit von unschätzbarem Wert ist, wie Studien zeigen.

Was Freundschaften für unseren Körper und Geist Gutes tun

Freunde sind gut für das Immunsystem
Nicht nur auf psychischer Ebene, sind Freundschaften gesund

Kaum jemand weiß es, aber es ist wahr: Freundschaften sind besonders gut für unser Immunsystem. Das hängt mit den Bakterien zusammen, denen wir ausgesetzt werden, wenn wir nach draußen gehen und im Kontakt mit Menschen sind. Unser Körper beginnt sofort, gegen diese fremden Erreger anzukämpfen. Das Immunsystem wird angekurbelt und so gestärkt. Wer hingegen viel drinnen verweilt oder nur wenig sozialen Kontakt hat, schwächt seinen Körper. Nicht nur Allergien können so gefördert werden; auch unser Kreislauf wird belastet. Freunde stärken also unsere körpereigenen Abwehrkräfte. Das ist aber nicht der einzige Grund, wieso wir unsere Freundschaften pflegen sollten.

Außerdem verheißen Freunde Spaß, der wiederum gegen jegliche Stresshormone in den Kampf zieht – ohne, dass wir es merken. Je mehr Stress wir in unserem Alltag haben, desto mehr machen sich Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol breit. Adrenalin wird meistens schnell wieder abgebaut, Kortisol hingegen braucht etwas länger. Ist man stets einem großem Stress (z. B. anhaltende oder ungelöste Konflikte) ausgesetzt, bleiben auch die Stresshormone in unserem Körper konstant (hoch). Regelmäßige Unternehmungen und persönliche Kontakte zu seinen Freunden hingegen, das zeigten wenigstens zwei Studien (Quellen am Ende des Beitrags), bauen diese ab. Das ermöglicht es dem Körper auf ganz andere Weise, trotz Strapazen und Widrigkeiten des Lebens zufrieden zu bleiben. Die Art der freundschaftlichen Treffen spielen dabei keine Rolle. Ob Kochen, ein Spaziergang im Wald, ein Glas Wein in der Lieblingskneipe oder ein Filmabend: Es ist der emotional sichere Kontakt, der unserem Körper Aufschwung gibt und für körperliche Entspannung sorgt.

Freunde und ihre Auswirkung auf unser Wohlbefinden

Freundschaften helfen, positiv zu bleiben

Diese Zusammenhänge sind es auch, die Menschen mit regelmäßigem Kontakt zu ihren Freunden ein starkes Selbstwertgefühl verleihen. Studien vermittelten in Zahlen, dass man sich nicht nur gestärkter fühle, sondern auch sein Leben positiver sehe, nachdem man sich mit seinen Freunden getroffen hatte – im Vergleich zu Menschen mit wenig sozialen Kontakten, die häufig unter Einsamkeit und ihren Symptomen leiden. Wer seine Freundschaften pflegt, traue sich mehr zu und hätte ein besseres Gefühl, positivere Gedanken über sich, das Leben und seine Zukunft. Auch stärken sie die eigene Identität und das Selbstbild. Man zweifele weniger an sich und unterlege weniger einem Opferrollen-Konzept, denn man fühle sich durch Freundschaften im Umkehrschluss einfach weniger allein mit allem.

Um von den physischen und psychischen Vorteilen von Freundschaften zu profitieren, darf man sich jedoch an einige Aspekte erinnern/halten:

  • Freunde sind nicht nur für das Teilen von Sorgen da, sondern auch für die guten Zeiten. Diese Hochs sollten ihren gebührenden Raum bekommen.
  • Geben und Nehmen, nicht Nehmen und Gehen.
  • Echte Freunde findet man nicht oft, aber besonders die sollten gepflegt werden.
  • Oberflächliche oder gemeinsame Freundschaften (mit dem Partner/der Partnerin) sowie Bekannte dürfen gern Raum einnehmen, aber sollten keinen Vorrang bekommen.
  • “Unechte” Freunde oder solche, mit denen man sich im Kontakt häufiger unwohl statt wohl fühlt, sollten keinen Raum erhalten. Sie ziehen dich nur herunter oder könnten vielleicht einseitig an der Verbindung interessiert sein.
  • Wahrhaftig authentisch zu bleiben, ist ein Muss. Eben genau bei seinen Freunden darf man sein, wie man ist – mit allen Ecken und Kanten, aber auch Talenten und Stärken.
Freundschaften pflegen, um im Alter weniger allein zu sein

Auch wenn der Alltagsstress Überhand nimmt und der Partner/die Partnerin wichtig ist: Freunde bleiben, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen. Als Administrator einer großen virtuellen Gruppe gegen Einsamkeit sehe/höre ich so oft, wie Freundschaften zugunsten einer Beziehung oder durch Stress vernachlässigt worden sind/werden. Sind sie dann weg, spürt man es. Die Gruppenmitglieder bereuen oft lange und tief, es früher nicht anders gemacht zu haben. Auch bei Krankheit und Todesfällen der Partner, tritt oft Einsamkeit auf, weil Freundschaften fehlen. Weil man sie jahrelang “nicht gebraucht” hat, auch für sie nicht da war, anderes priorisiert hat … Das kann passieren und ist kein Grund, sich zu beuteln, falls es auf dich zutrifft. Melde dich einfach wieder bei ihnen. Gehe ins Gespräch, entschuldige dich notfalls, verspreche Besserung. Denn gute Freunde verstehen und verzeihen.

Längstschnittstudien (pairfam) zeigten vor allem, dass Männer eher dazu tendieren, ihre Freundschaften für Partner/in und Familie zu vernachlässigen. Resultat: Sollte es zu einer anhaltenden Unzufriedenheit in der Beziehung kommen, trennten sie sich weniger häufig, obwohl es die bessere Entscheidung gewesen wäre. Der Grund: Sie fürchteten die Einsamkeit, weil sie kein stabiles, noch vorhandenes soziales Netzwerk hatten. Frauen hingegen trauten sich eher, dysfunktionale oder auseinandergelebte Beziehungen hinter sich zu lassen, weil sie wussten: Ihre Freundinnen & Freunde würden da sein.

Was kannst du heute machen, um deine Freundschaften zu pflegen oder neue Freunde in dein Leben einzuladen?

Literaturempfehlungen zu Freundschaften, Freunde finden und Einsamkeit

Carnegie, Dale: Wie man Freunde gewinnt

Carnegie, Dale: Vertrauen schaffen. Wie man Freunde gewinnt in Zeiten des Internets

Hoppe, Ingo: Wie Sie mit jedem ins Gespräch kommen und neue Freunde gewinnen

Rosenthaler, Camilla: Wie Sie Freunde gewinnen, Freundschaften aufbauen und Ihre Beliebtheit steigern

Mein Buch “Über die Kunst, allein zu sein: Wie man Einsamkeit überwindet und sich gleichzeitig selbst lieben lernt”

Quellen:
(1) Denissen, Schmitt, Penke, van Aken: Self-Esteem Reactions to Social Interactions: Evidence for Sociometer Mechanisms Across Days, People, and Nations. 2008. Journal of Personality and Social Psychology, 2008, Vol. 95, No. 1, 181–196
(2) van der Horst, Mariska und Hilde Coffé: How Friendship Network Characteristics Influence Subjective Well-Being. H. Soc Indic Res (2012) 107: 509. https://doi.org/10.1007/s11205-011-9861-2

Von Menschen, die mit Tieren leben, oder die Tiere sogar mehr lieben als Menschen

Von Menschen, die mit Tieren leben, oder die Tiere sogar mehr lieben als Menschen

Manche Menschen lieben Tiere mehr als Menschen. Nicht selten werden sie abschätzig bestaunt, gelten als unsozial und müssen sich vielen Schimpfwörtern aussetzen. “Katzenmuttis” ist eins davon, auch wenn es mehr solcher Namen für Frauen gibt als für Männer, was wohl unter anderem daran liegt, dass Männer häufiger als aggressiv oder unkuschelig geltende Tiere halten wie Hunde, Reptilien und mehr. Frauen hingegen fühlen sich eher zu zarten und kuscheligen Tieren hingezogen, wie Katzen beispielsweise. Abgesehen von dieser sozialen Rezeption und beschränkten Wahrnehmung sowie Be- und Verurteilung, haben tierliebe Menschen aber einige Gemeinsamkeiten, die sie – zumindest in meinen Augen – zu sehr wertvollen Personen der Gesellschaft machen. Und darüber hinaus ist der Einfluss, den Tiere auf Menschen haben, nicht zu unterschätzen.

Eigenschaften von tierlieben Menschen, Tieren und deren Verbindung

die positiven Auswirkungen von Tieren auf die menschliche Psyche

Alle in der Beziehung Mensch-Tier bringen ihre individuellen Eigenschaften mit sich, die wiederum die Verbindung charakterisieren. Aber ich meine doch, Menschen, die Tiere lieben und/oder mit ihnen leben – das jedenfalls sind meine Beobachtungen -, sind in fast allen Fällen

  • empathisch
  • verantwortungsbewusst
  • fürsorglich
  • liebevoll/herzlich/freundlich
  • empfänglich
  • sensibel/zart/sanft
  • verständnisvoll
  • geduldig
  • respektvoll
  • zurückhaltend
  • aufopferungsvoll
  • wenig egoistisch
  • aber doch oft eigen und nicht selten freiwillige Außenseiter oder anti in Anbetracht bestimmter sozialer “Auflagen”
  • freidenkerisch
  • brauchen viel Zeit für sich (zur Reflexion, zum Rückzug oder für ihre Hobbys und Innenwelten bzw. für ihren Selbstausdruck)
  • doch bedingt gefügig (dort, wo sie müssen)

Wenigstens diese kleine Liste sollte zeigen, dass Menschen, die Tiere lieben, alles, aber nicht asozial oder verkorkst wären, wie es einen so mancher einzureden versucht. Im Gegenteil: Sie vermögen es, sich einem Wesen ganz hinzugeben, und das, obwohl es nicht einmal biologisch zur selben Rasse gehört, sondern evolutionär als untergeben und weniger “hoch” gilt. Das bringt eine weitere Eigenschaft mit sich: Tierliebe Menschen haben oft die Fähigkeit, alle Menschen (erst einmal) als gleich und wertig zu betrachten, wenn auch nur solange, bis der Mensch seinen Respekt nicht mehr verdient. Doch bis dahin gibt es wenige Schwächen und Fehler, die ihn in seinen Augen nichtig machen würden.

Tiere hingegen sind je nach Charakter eben schön oder ein Charaktertier, wie man so schön sagt. Und doch haben alle ihre eigene Schnauze oder ihren ganz eigenen Kopf. Meine Tiere zu Beispiel (zwei Katzen, weil ich befürchtet hatte, die eine wäre eventuell einsam, wenn ich zum Arbeiten außer Haus bin) sind beides. Während die Eine fast ohne Charakter auskommt und schon peinlich genau typisch Katze ist, ist die andere so eigen, dass man selten die Abstammung Katze benutzen würde. Sie gurrt wie eine Taube (weil sie nicht schnurren kann), holt Spielzeug, das man durch den Raum wirft zu dir zurück (wie ein Hund) und benimmt sich ansonsten wie ein Mensch. Oder vielleicht denkt sie auch nur, ich wäre eine komische, große und fast haarlose Katze … Man weiß es nicht genau. Aber hat man sich auf das Tier erst einmal eingestellt, bringt es ganz besondere – wenn nicht sogar wunderbare, neue Aspekte in das Leben, denn Tiere

  • strafen nicht, sondern lieben
  • vergleichen dich nicht mit anderen
  • meckern nicht (oder selten, z. B. wenn man sie schlecht behandelt oder nicht füttert), sondern verzeihen sekündlich
  • wenden sich nicht ab, wenn jemand vermeintlich Besseres um die Ecke kommt, sondern sind treu und dir ergeben
  • bewerten nicht, sondern mögen den, der sie mag und gut behandelt
  • kümmern sich (siehe auch der neueste Trend der Therapietiere)
  • haben heilsame Eigenschaften, fühlen, dass du leidest oder Schmerzen hast bzw. krank bist und weichen in solchen Momenten nicht von deiner Seite (Katzen beispielsweise senken nachweislich den Blutdruck und Herzschlag) und Hunde werden bei Depressionen und gegen das Alleinsein angeraten
  • sind bei dir, was auch immer in deinem Leben vor sich geht, egal, wie es dir geht und selbst dann, wenn alle sich abgewandt haben
  • passen sich meist deinem Tagesrhythmus an und verbringen so deinen Tag mit dir gemeinsam
  • gehören zur Familie und sind gleichwertige Mitglieder
  • sind dankbar
  • u. v. m.

Nur wenige Verbindungen, die ein Mensch eingehen kann, haben diese Eigenschaften, die beständig sind und bleiben. Einige Ehen und Freundschaften habe ich erlebt, von denen ich das behaupten kann, aber der Rest ging im Sand des Lebens unter – wenn auch ungewollt.

Von Männern und ihrer Liebe zu Hunden

Tiere sind gut für die Psyche

Es gibt zuhauf Zitate großer Persönlichkeiten, deren Meinung über ihre liebsten Tiere bekannt ist. Beginnen wir mit Männern und Hunden:

“Wenn es im Himmel keine Hund gibt, gehe ich dort auch nicht hin.” (P. Brown)

“Je mehr ich von den Menschen sehe, umso lieber habe ich meinen Hund.” (Friedrich der Große)

“Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!” (Maxim Gorki)

“Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen. Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben. Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach. Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.“ (Picasso)

“Ich habe große Achtung vor der Menschenkenntnis meines Hundes. Er ist schneller und gründlicher als ich.” (Otto von Bismark)

“Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, – unter hundert Hunden neunundneunzig.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

„Wer nie einen Hund gehabt hat, weiß nicht, was lieben und geliebt werden heißt.“ (Arthur Schopenhauer)

“Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.” (Ernst R. Hauschka )

“Dass mir der Hund das Liebste ist, sagst Du, Oh Mensch, sei Sünde. Der Hund bleibt Dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.” (Franz von Assisi)

“Wer nie einen Hund gehabt hat, weiß nicht, was Lieben und Geliebt werden heißt.” (Arthur Schopenhauer)

“Wenn ein Hund nicht auf Sie zulaufen mag, nachdem er Ihnen ins Gesicht geblickt hat, sollten Sie nach Hause gehen und Ihr Gewissen überprüfen.” (Thomas Woodrow Wilson)

Von Frauen und ihrer Liebe zu Tieren bzw. zu Katzen

wie uns Tiere bei Angst und Depressionen helfen zu heilen

Natürlich gibt es auch Frauen, die ähnlich über Hunde denken, nur sind hier die Zitate weniger breit gestreut. Man findet Aussagen von Frauen der Welt- und Zeitgeschichte eher über Tiere im Allgemeinen oder Katzen im Besonderen – und das nicht etwa, wie so manch engstirniger Mensch denken mag, weil sie alte Jungfern, ungewollte Spinster oder kinderlose, ungeliebte Weiber ohne Mann wären. (Nicht meine Zitate, sondern dass, was ich bislang gehört und gelesen habe!)

Für Frauen sind Tiere nicht nur (wie bei Männern die Tiere auch) beste Freunde, sondern sie nähren eben die weibliche Sehnsucht nach Fürsorgen und Lieben – egal, ob die Frau eigene Kinder hat oder nicht, einen Partner oder nicht. Für viele Frauen sind Tiere (oder Katzen im Speziellen wie bei mir) vor allem auch ein Ausdruck ihres Selbst. Sie spiegeln sich gegenseitig und fühlen sich am wohlsten in eben dieser Spiegelung. Es ist Verständnis auf einer tiefen Ebene, ob man sie verstehen kann oder nicht.

Denn vergessen wir letzten Endes nicht, was uns ein chinesisches Sprichwort zu lehren versucht: Wer Katzen nicht mag, bekommt keine schöne Frau. Okay, Spaß beiseite. Hier nun ein paar schöne Zitate über die Liebe zu Katzen (nicht nur von Frauen!):

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (Albert Schweitzer)

Frauen sind wie Katzen: Beide kann man nur zwingen, das zu tun, was sie selber mögen. (Colette)

Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten. (Daniel Defoe)

Auf leisen Pfoten kommen sie wie Boten der Stille, und sacht, ganz sacht, schleichen sie in unser Herz und besetzen es für immer mit aller Macht. (Eleonore Gualdi)

Respekt vor Katzen ist der Anfang jeglichen Sinnes für Ästhetik. (Erasmus Darwin)

Wirklich großartig ist, dass es Katzen in allen Varianten gibt. Man findet sie passend zu jeder Art der Persönlichkeit und der Laune. Aber unter dem Pelz lebt unverändert eine der freiesten Seelen der Welt. (Eric Gurney)

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen. (Ernest Hemingway)

Die Menschheit lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte. (Francesco Petrarca)

Katzen sind Hunde mit Hochschulabschluss. (Grace Hodgson)

Ich liebe die Katzen, weil ich mein Heim genieße und sie nach einer Weile dessen sichtbare Seele werden. (Jean Cocteau)

Ein Haus ohne Katze ist wie ein Aquarium ohne Fisch. (Jean-Louis Hue)

Katzen sind schlauer als Hunde. Du wirst niemals acht Katzen dazu bringen, einen Schlitten durch den Schnee zu ziehen. (Jeff Valdez)

Für blinde Seelen sind Katzen ähnlich. Für Katzenliebhaber ist jede Katze von Anbeginn an absolut einzigartig. (Jenny de Vries)

Jedes Katzentier ist ein Meisterstück der Natur. (Leonardo da Vinci)

Jemand, der nicht bereit ist, seine Katze zu verwöhnen, bekommt niemals die Belohnung, die sie bereit ist, demjenigen zu schenken, der sie verwöhnt. (Mackenzie)

Ich habe nie geheiratet, weil ich drei Haustiere zu Hause habe, die den gleichen Zweck erfüllen wie ein Ehemann. Ich habe einen Hund, der jeden Morgen knurrt, einen Papagei, der den ganzen Nachmittag flucht, und eine Katze, die spät in der Nacht nach Hause kommt. (Marie Corelli)

Hunde kommen, wenn sie gerufen werden. Katzen nehmen die Mitteilung zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück. (Mary Bly)

Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen, aber sie besitzen so viel Weisheit, dass sie es für sich behalten. (Mary E. Wilkins Freeman)

Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter, die man sich wünschen kann. (Pablo Picasso)

Katzen wurden in die Welt gesetzt, um das Dogma zu widerlegen, alle Dinge seien geschaffen, um den Menschen zu dienen. (Paul Gray)

Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe. (Rainer Maria Rilke)

Wo immer eine Katze sich niederlässt, wird das Glück sich einfinden.(Stanlay Spencer)

Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave. (Theophile Gautier)

Und wieso? Tiere tun der Seele gut.

Tierliebe die Liebe zwischen Mensch und Tier

Das ist das ganze Geheimnis. Während man sich beizeiten im Beisein von Menschen fehlplatziert, ausgeschlossen, unverstanden oder unwohl fühlt – aus welchen Gründen auch immer -, ist man in der Gesellschaft von Tieren emotional sicher.

“Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.” (Hildegard von Bingen)

Viele berichten von eben dieser Wirkung, nicht zuletzt wissenschaftliche Studien über Katzen, Hunde und vornehmlich Pferde. Mehr Informationen zur heilsamen Wirkung von Tieren findest du hier in meinem Blogpost >>

Ist ein Leben allein mit Tieren besser?

Wer stark von der Gesellschaft oder einigen Menschen enttäuscht ist/wurde oder sich nur schwer einfügen kann/will, der wird das sicher bejahen. Ich hingegen würde meinen, dass beide Gesellschaften ihre Vor- und Nachteile haben. Menschen vermögen es, einem andere Gefühle zu verschaffen, die Tiere einem so niemals geben können. Auch und besonders die Kommunikation – in Form von verbindenden Gesprächen oder sozialen Unternehmungen – können Tiere nicht ersetzen. Ganz ohne Menschen geht es wohl nur, wer so in sich gefestigt ist, dass er selbst Zeiten des Alleinseins nie mit Einsamkeit in Verbindung bringt oder diese gut zu kontrollieren weiß.

Ganz ohne Tiere hingegen kann man zwar leben, aber welchen Sinn hat das, wenn man sie liebt? Ich selbst habe ein paar Jahre meines Lebens versucht, ohne zu leben. So richtig wiederaufgeblüht bin ich aber erst, als ich mir wieder Tiere ins Haus geholt habe.

Wie geht es dir mit Tieren? Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren!

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

Du darfst: 21 Wege, um glücklich zu sein

“Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist”, sagte schon Voltaire. Doch einfach glücklich sein – wenn das so leicht wäre. Die Suche nach dem Glück ist für viele Menschen eine Lebensaufgabe. Für andere stellt sich die Frage: Darf ich denn überhaupt glücklich sein? Habe ich Glück verdient? Solche Gedanken können zu einer regelrechten Angst vor dem Glück führen.

Glück und glücklich sein: ein- und dasselbe?

Natürlich darfst du glücklich sein, so, wie jeder Mensch. Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Unglück oder das, was nur anderen geschieht. Während wir Glück oft mit etwas Zufälligem wie den Lottogewinn oder die große Liebe in Verbindung bringen, meint es eigentlich: Zufriedenheit. Zufrieden mit dem Leben, das wir führen, unter welchen Umständen auch immer. Dankbar sein für das, was man hat. Und das Leben leben, wie es kommt.

Glück kommt auch nicht automatisch durch ein bestimmtes Ereignis. Das wäre gegen die Naturgesetze: Denn das Leben an sich bewegt sich zwischen Polaritäten, guten und schlechten Zeiten, hell und dunkel, leicht und schwer, Yin und Yang. Es geht um Balance, das Gleichgewicht, und nicht um das ewige Hoch, wonach heute so viele streben.

Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sind oft trotzdem glücklich – auch wenn sie sich ihr Lebensglück zurückerkämpfen mussten. Andere Personen haben fast alles im Leben, was man sich wünschen kann, ohne größeren Sorgen – und doch fühlen sie sich unglücklich und wissen oft nicht einmal, warum. Vielleicht haben sie so viel in ihrem Leben erreicht, dass das Weiter – Schneller – Höher – Mehr ihnen Probleme bereitet: Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun könnten, um … für immer glücklich zu sein. Materielle Dinge vermögen nur für kurze Zeit Glück zu schaffen, das zeigten ausreichend Studien mit Lottogewinnern, von denen viele im Endeffekt unglücklicher waren als vorher – trotz ihres Reichtums. Und sehr oft auch depressiv/er. Genauso wie es auch in einer Partnerschaft immer zu Krisen oder kleinen Auseinandersetzungen kommen wird.

Das Leben und das Glück sind wie eine Sinuskurve. Es kommt in Wellen, und mal geht es hoch und dann wieder runter. Nur wenn wir es schaffen,

  • unseren Mut zu behalten
  • an uns und das Gute zu glauben
  • Lösungen für Herausforderungen zu suchen
  • uns in Akzeptanz zu üben
  • und trotz Rückschlägen weiter zu machen,

können wir dauerhaft zufrieden sein.

Ich habe dir viele Wege zusammengestellt, wie du aktiv an deinem Glücklichsein arbeiten kannst – nicht nur, um deiner Gesundheit Gutes zu tun!

21 Wege, um glücklicher zu sein: Das kannst du tun, um dein Glücksgefühl zu steigern

Manchmal will sich kein Glücksgefühl einstellen, obwohl die Rahmenbedingungen doch stimmen. Oder dir ist zum Heulen zumute, aber irgendwie muss es ja weitergehen. Für diese Situationen gibt es einige Rezepte, mit denen du Zufriedenheit aus dem Versteck lockst

1.Trage ein Lächeln auf den Lippen

Auch wenn dir nicht zum Lachen zumute ist, kannst du deinen Mund dazu zwingen: Ziehe die Mundwinkel nach oben. Automatisch gehen Glückssignale an dein Gehirn. Glückshormone werden ausgeschüttet. Fake it until you make it – das geht auch körperlich!

2. Höre deine Lieblingsmusik

Musik kann eine Zeitmaschine sein. Sie bringt glückliche Erinnerungen an besondere Menschen, Orte oder Erlebnisse zurück. Gönne dir diese kleine Reise und tauche ab in gute Zeiten und andere Welten. Lass deinen Geist wandern und träume einfach mal wieder.

3. Sing a Song

Singen ist gut für die Seele. Studien haben nachweisen können, dass Singen Angst reduziert. Außerdem wird beim Singen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beruhigend und anregend zugleich wirkt – und zu den Glückshormonen zählt. Es fördert deine Geborgenheit.

4. Treibe Sport

Auch wenn du nur wenige Minuten investieren kannst: Lege so oft wie möglich eine kleine Sporteinheit ein. Die Konzentration auf die Übungen und Bewegungen lenkt dich von unangenehmen Gedanken ab. Im Anschluss hast du nicht nur das gute Gefühl, etwas für dich getan zu haben. Ausdauersport kann depressiven Verstimmungen vorbeugen und auch ein Angsthemmer wird während des Sports ausgeschüttet – neben vielen Glückshormonen und der Senkung von Stresshormonen!

5. Bewege dich schwungvoll

Eine negative Haltung findet ihren Ausdruck oft im Gang: langsam und schlurfend. Steuere bewusst dagegen und lege ein paar schwungvolle Schritte in aufrechter Haltung ein. Netter Nebeneffekt: Du wirst von deinem Umfeld als positiver und dynamischer wahrgenommen. Wenn du diese Technik noch körperlich untermauern willst, dann nutze die Erkenntnisse von Amy Cuddy, die bei bestimmten Körperposen herausfand, dass sie sich auf die Selbstsicherheit, Angstfreiheit und Zufriedenheit auswirkte.

6. Geh an die frische Luft

Sauerstoff und Tageslicht beleben deinen Körper sofort – selbst an trüben Tagen entfalten sie ihre Kraft. Schon der Weg nach draußen sorgt für Ablenkung. Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und erdet dich.

7. Schlafe genug

Schlafmangel ist ein Energieräuber. Nur mit genügend Schlaf – für die meisten Menschen sieben bis neun Stunden – hast du dauerhaft Energie, um deine Tage erfolgreich zu bewältigen. Wenn dir das Einschlafen schwerfällt: Verkneife dir den abendlichen Snack und verzichte auf elektronische Geräte, bevor du ins Bett gehst. Schreibe lieber auf, welche Gedanken dich bewegen – so kannst du sie ablegen und dich entspannen, statt dich in den Schlaf zu grübeln.

8. Iss dich glücklich

Serotonin gilt als Glückshormon. Es wird zum Beispiel produziert, wenn wir dunkle Schokolade essen. Nüsse, Samen, Bananen und Pilze, aber auch Fisch, der reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ist, kurbeln die Serotoninproduktion an. Hingegen kann eine falsche Ernährung Angst und Depression auslösen.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

Kennst du Menschen mit einer positiven Grundeinstellung? Verbringe mehr Zeit mit ihnen und lerne, wie sie das machen. Es heißt, die fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben den größten Einfluss auf uns. Entscheide selbst, wer dich beeinflussen darf!

10. Lerne neue Freunde kennen

Positive soziale Kontakte tun dir gut. Mit neuen Menschen kommen neue Impulse und neue Ansichten in den Leben – für neue Perspektiven auf deine Zukunft.

11. Kontaktiere alte Freunde

Alte Erinnerungen an schöne Zeiten werden wach. Das Gefühl von ewiger Verbundenheit tut gut. Zudem lenkt es dich von dem Gedanken ab, dass das Leben schlecht wäre, wenn du dich bewusst daran erinnerst, dass es wirklich tolle Zeiten gab, die sich wiederaufleben lassen!

11. Renoviere oder räume deine Wohnung um

Der sprichwörtliche Tapetenwechsel hilft, Schwung ins Leben und eine neue Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hilft das körperliche Tun beim Abschalten.

12. Engagiere dich ehrenamtlich

Wenn du anderen Menschen hilfst, tust du auch dir selbst etwas Gutes: Du fühlst dich integriert und freust dich mit ihnen zusammen. Außerdem wird dir ihre Dankbarkeit ein wohliges Gefühl geben.

13. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben

Wenn du Groll gegen jemanden hegst, stellen sich automatisch negative Gefühle ein. Damit triffst du die falsche Person: dich selbst. Das Vergeben mag dir nicht leichtfallen, macht aber dein Leben um einiges leichter. Mehr dazu hier >>

14. Sei achtsam

Bist du gedanklich im Hier und Jetzt? Nimmst du die kleinen Wunder um dich herum wahr? Je bewusster und klarer deine Wahrnehmung ist, desto leichter kannst du Stress und vermeintlich schwierige Situationen meistern. Du bist in der Lage, deine Impulse besser zu kontrollieren und wirklich SELBST-bestimmt zu handeln. Dabei kann dir meine Mini-Serie zum Thema Achtsamkeit weiterhelfen >>

15. Schreib auf, was an deinem Leben gut ist

Negative Dinge werden stärker wahrgenommen als das, was positiv ist. Schreibe bewusst positive Erlebnisse und Gründe für Dankbarkeit auf. Führe ein Dankbarkeitstagebuch oder mache dir einfache Listen mit den besten Eigenschaften an dir. Du wirst sehen, dass in der Summe viel Gutes zusammenkommt, und vor allem, wie gut sich das anfühlt.

16. Erinnere dich an den dahinterliegenden Zweck deines Tuns

Manchmal musst du in den sauren Apfel beißen und Dinge tun, die dir widerstreben. Denke daran, wofür du es tust: Du ernährst eine Familie. Du bildest dich für eine bessere Zukunft weiter. Oder du sparst für den Urlaub. Und schon erscheinen vermeintlich sinnlose Tätigkeiten in einem neuen Licht. Getreu dem, was Viktor Frankl sagte: Wer ein WOZU hat, erträgt fast jedes WIE. Wenn es diesen Zweck jedoch nicht gibt, solltest du einen Schlussstrich ziehen.

17. Halte deinen inneren Kritiker in Schach

… aber das kann ich nicht! … Das macht man doch nicht! … und darf man auch nicht!

Der innere Kritiker macht uns klein und versucht, uns einzureden, dass wir Dinge nicht schaffen können oder nicht tun sollten. Erinnere dich daran, dass alle nur mit Wasser kochen und niemand perfekt sein muss. Habe Achtung vor dir selbst – und zwar zuerst. Befreie dich von negativen Gedanken und komme einfach ins Tun!

18. Erreiche deine Ziele

Mache konkrete Pläne mit Zeitvorgaben und halte sie schriftlich fest. Wenn du ein Ziel erreicht hast, macht dich das Setzen des Hakens stolz. Oder belohne dich doch einfach mal wieder!

19. Nimm professionelle Hilfe in Anspruch

Du fühlst dich immer wieder depressiv und merkst, dass du alleine nicht auf einen grünen Zweig kommst? In einer solchen Situation – aber auch schon lange vorher – ist es absolut legitim, dir von einem Profi helfen zu lassen. Je früher du dich engagierst, desto eher wirst du einen freien Therapieplatz bekommen. In der Zwischenzeit können dir Allgemeinärzte und Betroffene weiterhelfen – mit vielen Tipps und Tricks.

20. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen

Einer der größten Glücksräuber überhaupt ist das Mangeldenken. Mach dir klar, dass du nicht alles haben musst, was dir dein Umfeld, Social Media oder die Werbeindustrie einflüstert. Lebe stattdessen in deinem Tempo, mit den Menschen und Dingen, die dir persönlich wichtig sind. Und genieße die Fülle. Entdecke sie neu! Doch vergleiche dich nicht mit anderen und glaube den Gedanken, sie wären besser oder hätten mehr als du, einfach nicht! Das macht nur unglücklich. Zur Not: Lass das Handy doch mal aus. Sag Goodbye zu Social Media.

21. Umgib dich mit Tieren oder sorge für sie

Neueste Studien haben gezeigt, dass es Menschen mit depressiven Verstimmungen immens half, sich um ein Tier zu kümmern. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Es war ein kleines Kätzchen, das mir aus meiner Agoraphobie und Panikattacken herausholte.

Du siehst: Ein paar SOS-Maßnahmen wirken schnell und verbessern deine Laune sofort. Andere Glücksrezepte erfordern mehr Aufwand und Selbstreflexion. Durch dauerhafte Veränderungen in deinem Denken und Tun ist das Glücksgefühl, das du wahrnimmst, dafür nachhaltiger. Alle diese Methoden haben mit deinen eigenen bewussten Handlungen und Entscheidungen zu tun – und nur wenige davon ausschließlich mit anderen Menschen. Das bedeutet: Du hast dein Glück selbst in der Hand. Du allein kannst dich bewusst ein Stück glücklicher machen!

Liebe Grüße,
Janett

Angst im Nacken: Muskelverspannungen, Angstzustände & Panikattacken

Angst im Nacken: Muskelverspannungen, Angstzustände & Panikattacken

Viele Betroffene von Angstzuständen mit und ohne Panikattacken klagen über schmerzhafte Muskelverspannungen – besonders im Bereich des Nackens, der Halswirbelsäule und Schultern. Und fragen sich zurecht: Können Angststörungen diese Schmerzen auslösen? Vor allem: Kann man Panikattacken durch Nacken- und Schulterverspannungen bekommen?

Muskelverspannungen durch Angstzustände & Panikattacken?

verspannter Nacken und Schultern können Angst vor der nächsten Panikattacke auslösen

Ich bin keine Medizinerin, aber hatte mehrfach Angstzustände mit Panikattacken und weiß deshalb: Ja, das funktioniert beides sehr gut. Ich hatte monatelang, sogar noch über meine Panikstörung hinaus, Angst, durch meine Muskelverspannungen im Hals- und Nackenbereich eine Panikattacke zu bekommen. Und anfangs war diese Angst dermaßen präsent, dass ich teilweise nur beim Bewegen meines Halses eine Panikattacke hatte. Selbst wenn diese ausblieb, war es eine Angstattacke – nur eben ohne Panik-Fluchtreaktion.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich besonders beim Fahrradfahren (also draußen = Horror!) stets im wahrsten Sinne des Wortes “Angst im Nacken” hatte. Angst äußert sich ja im gesamten Körper als Stressreaktion. Es knackte im Bereich rund um meinen Hals herum unentwegt, wann immer ich ihn bewegte. Es fühlte sich an, als würde jemand konstant versuchen, mir meinen Kopf wieder zurechzubiegen – oder abzureißen. Egal wie, dass ich meine offensichtlichen Blockaden in den Muskelgruppen nicht wegrenken konnte, machte mir noch mehr Angst – und rief die Angst vor der nächsten Panikattacke auf den Plan.

Als ich einmal noch mitten in meiner Panikstörung im Flugzeug saß, waren diese Beschwerden so vehement, dass ich fast zwei Stunden lang weinend ausharren musste.

Falls dich diese Beschwerden auch betreffen, möchte ich dir deshalb aus heutiger Sicht einige Aspekte mitgeben, die dir helfen könnten, Abhilfe zu schaffen.

Was bei Muskelbeschwerden im Hals-/Schulterbereich und Angst- bzw. Panikattacken helfen kann

Der Ganz zum Arzt oder Physiotherapeuten kann genauso wie Sport zu Hause oder das Vermeiden von langem Sitzen gegen angstauslösende Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich helfen.

Viele – wenn nicht sogar fast alle – Betroffenen von Angst- und Panikstörungen sind ans Haus bzw. ihre Wohnung gebunden. Vielleicht rennt man mal in die Küche oder steht vom Sofa auf, um ins Bad zu gehen, saugt ab oder wischt den Boden. Aber summa summarum sind die Wege, die man zurücklegt, doch eher gering. Auch die wenigen Male, die man sich nach draußen traut, werden selten ausreichen, um die empfohlenen Bewegungseinheiten von 2,5 Stunden/Woche als Erwachsener zu erreichen (Empfehlung laut WHO). Alles darunter fällt in den Bereich der mangelnden Bewegung und eben diese begünstigt u. a. Muskelverspannungen.

Je mehr ich saß, desto schlimmer wurden meine.

Es ist unerlässlich, selbst wenn man sich kaum nach draußen bewegen kann, so viel Sport zu Hause zu machen, wie möglich. Die entsprechenden Muskeln müssen gestärkt werden. Und es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, von zu Hause aus Sport als Liveklassen oder aufgezeichnete Klassen mitzumachen (Gymondo, YouTuber und ihre Klassen … Ich nutze Yogaia.)*. Denn Sport wirkt bei Angst und Panik kleine Wunder.

Ich habe viel Yoga gegen meine Beschwerden gemacht (besonders Sonnengrüße), aber auch einzelne Bewegungen halfen mir (“in den Himmel gucken” bzw. in diesem Falle “an die Decke”, auf die Terrasse/den Balkon zu gehen, und dort nach oben zu schauen).

“Nimm eine andere Position ein, als die sitzende, in der die Schultern und der Kopf hängen. Allein diese Sitzhaltung erinnert an einen traurigen Menschen (gekrümmte, nach vorn zeigende Schultern und gesenkter Kopf). Sie begünstigt Angst und Traurigkeit”, sagte mir einst ein Kollege, der im Bereich Psychotherapie tätig ist.

Selbst beim Fahrradfahren wäre es besser, kein Mountainbike, wo der Nacken eingeknickt ist beim Fahren, sondern ein City Bike zu verwenden, wo er gerade gehalten werden kann, stellte ich früher fest. Sitzen zu Hause ist aber in jedem Fall kontraproduktiv.

Was ich auch noch verwendete, waren Wärmesalben aus der Apotheke und Pferdebalsam (der erst kühlt und dann wärmt), wenn alle Stricke rissen. Ich bin mir unsicher, ob man diese immer bedenkenlos anwenden kann, aber möchte es der Vollständigkeit halber mit erwähnen. Bitte besprich dich in diesem Falle mit einem Arzt deines Vertrauens.

Eine meiner Freundinnen ist Physiotherapeutin. Ich hatte mich früher oft mit ihr darüber unterhalten und weiß daher, dass Physiotherapie eine gutes Behandlungsfeld gegen diese Beschwerden darstellt. Wer den Weg dorthin über sich bringt, wird zielführende Übungen an die Hand bekommen, die zusätzlich helfen, die Angst zu vermindern, und gleichzeitig gegen die Muskelverspannungen wirken.

Dieser kurze Blogpost entstand aufgrund einer eingesandten Frage von einer meiner Leserinnen. Danke für diese Anregung!

*Wegen aktueller Rechtssprechungen muss ich diese als Werbung kennzeichnen, bezahlter oder unbezahlter Natur, da sich Geschäftsbeziehungen durch meine Nennung anbahnen könnten. In diesem Falle: unbezahlte Werbung.