Ob man nachts zu den immer gleichen Uhrzeiten aufwacht oder aber kurz nach dem Einschlafen wieder aus der Ruhe gerissen wird: Der Körper versucht damit, etwas zu kommunizieren. Viele Wissenschaftler und Ärzte machen einen erhöhten Kortisolspiegel (Stresshormon) und andere Gesundheitsprobleme dafür verantwortlich. Was es noch bedeuten kann und was spezielle Uhrzeiten, zu denen man wach wird, als Bedeutung haben, kannst du hier lesen.

Interpretationen, wieso man nachts zu bestimmten Uhrzeiten aufwacht – und was es bedeuten kann

Laut Schlafexperten wachen die meisten Menschen etwa sechsmal pro Nacht auf, je nachdem, wann sie ins Bett gehen.

Auch die traditionelle chinesische Medizin (TCM) lässt sich bei Durchschlafstörungen und Einschlafschwierigkeiten konsultieren: Gesundheitliche Beeinträchtigungen werden im TCM mit einem Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang, sprich zwischen deinem Inneren und dem „da draußen“, deinem Umfeld, in Verbindung gebracht werden. Dein Körper, der aus Energien besteht, die man Gedanken, Gefühle, Energien oder neuronale Impulse nennen kann, reagiert darauf. Wenn der Körper einspringt, ist etwas Emotionales, Seelisches, in einem Konflikt, was gelöst werden soll. Diese Organuhr gibt Aufschluss darüber, warum wir nachts zu bestimmten Uhrzeiten aufwachen und was es bedeutet.

21 bis 23 Uhr: Schwierigkeiten beim Einschlafen

Hat man Schwierigkeiten innerhalb dieser Zeit einzuschlafen, dann sind Stresshormone aktiv: Cortisol und Noradrenalin zum Beispiel. Sie halten die Muskeln angespannt, verhindern Entspannung, sorgen für Angst und stören beim „Wegnicken“. Befindet man sich in der Einschlafphase, aber wird ad hoc wieder entrissen, sei es durch ein Zucken, was den ganzen Körper durchfährt oder durch einen geistigen „Blitz“, der einen hochschrecken lässt, befindet sich der Körper durch die beiden Hormone in Alarmbereitschaft. Das hat wenig mit Angst zu tun, aber viel mit der Amygdala, unserem Angstzentrum. Cortisol und Noradrenalin halten es aktiviert und sorgen dafür, dass man in der Bereitschaft bleibt, sich verteidigen zu können oder aber zu fliehen.

Hier helfen folgende Methoden:

1.) Steh auf und beweg dich in deiner Wohnung. Du kannst genauso gut noch einen nächtlichen Spaziergang einlegen, denn Spaziergänge im Allgemeinen beruhigen und sorgen für eine Senkung des Hormonspiegels.

2.) Ähnlich hilfreich ist auch ein beruhigendes Bad oder eine Dusche, denn Wasser reinigt nicht nur den Körper. Durch seine fließende Wirkung wird dem Gehirn gesagt, dass alles im Fluss ist und so schnell, wie der Stress gekommen ist, würde er auch wieder gehen.

3.) Eine weitere Methode gegen Schlafprobleme ist Schreiben. Nimm dir einen Zettel und Stift und schreib alles auf, was dir durch den Kopf geht. Am besten clusterst du HANDSCHRIFTLICH. Am PC simuliert sieht das so aus:

Wie man Clustern nutzen kann, um besser einzuschlafen

Du kannst auch für ein Cluster für dann kommende Ideen, wie du etwas lösen kannst, erstellen. Genauso ist es möglich, beides in einem zu clustern. Erst Stränge mit der Schwierigkeit erstellen und dann Stränge für eventuelle Lösungen und Entscheidungen.

Wichtig ist: Wenn du Stränge erstellst, zeichne immer einen Kreis darum. Das ermöglicht dem Gehirn, es zu fassen und gleichzeitig zu entlassen. Der Kreis ist in seiner symbolischen Bedeutung für das Gehirn etwas Abgeschlossenes und suggeriert zudem – wie Wasser –, dass das Leben im Fluss und in einem natürlichen Auf und Ab geschieht. Das ist Neurowissenschaft und die Erkenntnisse solltest du dir zunutze machen.

Eine weitere Möglichkeit sind Entspannungstechniken, wie Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training oder Körperreisen. Wichtig ist, dass du dich „fallen lässt“, in deine Matratze sinken lässt, und dir erlaubst, dich in dem Moment zu entspannen. Dein Körper ist meist so in Alarmbereitschaft, dass er dich glauben lässt, du müssest wach bleiben, um bereit zu sein, wenn es Gefahren gebe. Mach dir bewusst, dass die Stresshormone dir nur Gefahr vorgaukeln. Bei Stresshormonen ist Entspannung das A und O. Hab keine Angst davor, sondern geh stattdessen gegen deine Angst vor Entspannung vor. Nur so entkommst du der unruhigen Wirkung, die dich in der Anspannung festhält.

Auch Mantras wie „Ich bin in Sicherheit.“ oder Lieder helfen, zu beruhigen und das Gehirn zu entlasten. Zwar sind Stresshormone – wenn sie in überdurchschnittlichen Mengen ausgeschüttet wurden – länger aktiv und verantwortlich für Kampf- oder Fluchtimpulse, aber Schlaf ist die eine Königsdisziplin für Entspannung und geistige Ruhe.


Lies auch: So senkst du deinen Cortisolwert


Daher empfehle ich immer meine alte „Liste“:

  1. Atemtechniken
  2. Körperreisen und/oder Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, geführte Meditationen usw.
  3. Schreiben
  4. Bewegung
  5. Wasser

Diese Schritte ging ich durch, Nacht für Nacht. Meist wirkten schon die ersten drei und schnell gewöhnte sich mein Gehirn daran, dass ich nur atmen und eine Körperreise brauchte. Aber die ersten Schritte sind ja bekanntlich die schwersten. Hab Vertrauen, dass dein Körper sich bei dir bedanken wird, wenn du ihm zeigst, was du bereit bist zu tun, um ihm Ruhe und Erholung zu schenken.

Aufwachen zwischen 23 Uhr und 1 Uhr nachts

Zwischen diesen Zeiten aufzuwachen ist laut TCM ein Zeichen für eine aktive Gallenblase, ganz im Sinne des Sprichwortes „Mir läuft die Galle über“. Ihre Überaktivität wiederum – so die traditionelle chinesische Medizin – sei ein Signal für emotionale Verletzungen aufgrund von Enttäuschungen.

Hier ist es ratsam, sich ausführlich mit Vergebung und Friedenmachen zu beschäftigen. Meditation, Affirmationen, Akzeptanz und sogar Gleichgültigkeit können hilfreich sein. Aber auch reflektierte Fragen wie:

  • Was könnte derjenige für Gründe gehabt haben, so zu handeln?
  • Was könnte derjenige mit seiner Kritik oder Ablehnung gemeint haben?
  • Was weißt du über seine/ihre Ängste, was dich beruhigen könnte, allein aufgrund von Mitgefühl?

Aufwachen zwischen 1 Uhr und 2 Uhr nachts oder 2 Uhr und 3 Uhr nachts

Schlafexperten meinen, dass das Aufwachen zu dieser Zeit nur ein Zeichen dafür ist, dass wir vom Tiefschlaf in einen leichteren Schlaf übergegangen sind, in dem unser Gehirn aktiver ist.

Zwischen diesen Zeiten aufzuwachen ist laut TCM hingegen ein Zeichen für eine überaktive Leber. Wer oder was ist dir über die Leber gelaufen? Denn ihre Überaktivität – so die traditionelle chinesische Medizin – sei ein Signal für schwelende Wut und Ärger, die Traurigkeit verbergen soll. Wut und Ärger, das sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, ist nur ein Deckmantel für Erlebnisse, die einen gekränkt haben, weil wir uns vernachlässigt, ausgeschlossen, benachteiligt oder anderweitig schlecht (behandelt) gefühlt haben – falsche Gefühle, laut Rosenbergs Gewaltfreier Kommunikation. Es dient dir als Mechanismus des Gehirns, um dich an deinen Wert und deine Liebenswürdigkeit zu erinnern. Daher sorgt dein Gehirn dafür, dass du dich aufregst, um dir eine Erinnerung zu schicken, wie anders – besser – du dich behandelt sehen möchtest. Das kann ganz gut sein, aber kontraproduktiv, wenn du Nachtruhe brauchst. Daher empfiehlt es sich, bereits vor dem Schlafengehen ein solches Clusterbild, wie oben in Punkt 1 erwähnt, zu erstellen.

Versuche auf jeden Fall ganz weit weg vom Opfergedanken zu bleiben. Ziehe dich da bewusst heraus und erlaube deinem Gehirn kein einziges Mal, dir etwas Minderwertiges einzureden. Wenn du wütend auf jemanden bist, dass schreibe einen Dialog auf. Aber schreibe ihn auf, anstatt ihn nur im Kopf mit wütender Stimme wieder und wieder durchzugehen. Rede laut beim Schreiben. Lies dein Geschriebenes vor.

Aber verinnerliche, dass die Wut in dir ist, weil sie raus will. Wut ist wie eine Art Selbstausdruck. Sie ist zwar destruktiv und laut etlicher Studien, die man im Netz nachlesen kann, kontraproduktiv, aber sie zielt darauf ab, dass es dir besser geht. Erlaube es ihr. Erlaube es dir. Sei es dir wert, nicht der Wütende zu sein, wegen einem anderen. Sei dir fremd verursachte Wut nicht wert. Erinnere dich stattdessen daran, dass du es wert bist, Ruhe und Frieden zu haben, auch wenn andere dich triggern oder verärgern wollen.

Kaltes Wasser zu trinken rät die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ebenfalls.

Aufwachen zwischen 3 Uhr und 5 Uhr morgens

Hier geht die TCM von überstimulierten Lungen aus, die wiederum mit Trauer verbunden sind. Sie rät daher zu gezielten Atemübungen, aber auch zu allen anderen Methoden, die Sicherheit geben, den Atem nicht länger stocken, sondern fließen lassen, zum Beispiel

  • Körperreisen,
  • Gebete,
  • Meditieren zum Einschlafen usw.

sprich alles, was dich loslassen lässt. Die Lungen, so wie die Haut, werden als Loslassorgane angesehen.

Aufwachen zwischen 5 Uhr und 7 Uhr morgens

Blockaden aller Art, besonders aber emotionale, sowie Überaktivitäten der größeren Organe z. B. der Darm werden dieser Uhrzeitspanne nachgesagt. Traurigkeit, Sorgen und sogar Reue spielen hier eine besonders große Rolle.

Der Darm ist laut TCM stark mit der Notwendigkeit einer Grenze zwischen dem Inneren und Äußeren verbunden, sprich Selbstabgrenzung. Das verhält sich wie bei Aschenputtel: Das Gute ins Töpfchen, das Schlechte ins Kröpfchen. Sortiere Altes und Unbrauchbares aus, alles Verletzende und potenziell Gefährliche. Werde dir bewusst, wo du Nein sagen musst und wozu du gern Ja sagst bzw. sagen möchtest. Wehren wir uns dagegen, dann sinkt unser Selbstwertgefühl (weiter), unsere Instinkte werden geschwächt und vor allem haben wir Schwierigkeiten dabei, nur denen Fürsorge und Selbstlosigkeit zukommen zu lassen, die gut für uns sind.

Ich möchte zum Schluss noch zwei Anmerkungen bzw. Tipps gegen Schlafschwierigkeiten geben:

  1. Meine Erfahrung zeigte mir: Verzichte mindestens 5-6 Stunden vor dem Schlafengehen auf Zucker (auch zuckerhaltige Lebensmittel, wie Brot oder Getränke, Alkohol usw.) und Milchprodukte.
  2. Beschäftige dich mit dem, was in dir wallt und dich wachhält. Nutze Entspannungstechniken, um wieder Herr der Lage zu werden. Finde dich nie damit ab, dass du nicht einschlafen bzw. durchschlafen kannst. Bewege dich stattdessen hin zu einer für dich guten und wirksamen Lösung.

Liebe Grüße,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

Bloggerin psychische Gesundheit

Verfasst von Janett Menzel

Autorin und Mentorin für Personen mit herausfordernden Ängsten in ihrer psychischen Gesundheit, in Liebe & Beziehung, Job & Karriere. Expertise & Forschungsfelder: Angstzustände/Panikattacken, Beziehungsängste - erfolgreiche Beziehungen, erfolgreiche Kommunikation, Gehirnforschung, Managemententwicklung, Ernährung & Hormone, Körper-Geist-Gleichgewicht, weibliche & männliche Energien, Entspannungstechniken aus aller Welt, Identitätsbildung bei jungen Menschen, Auswirkungen der Emanzipation auf das Verständnis zwischen Mann-Frau

Kommentare

 

1 Kommentare

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  1. Sehr interessanter und informativer Blog.

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