Wer häufig hektisch ist oder stets latent gestresst, sich kaum Entspannung und Ruhe gönnen kann, innere Unruhe und Zweifel, Sorgen und Ängste intensiver fühlt, der hat höchstwahrscheinlich einen hohen Cortisolwert. Cortisol ist ein Stresshormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird und lebenswichtige Funktionen hat. Zum Beispiel ist es blutzuckerregulierend und entzündungshemmend. Aber nur, wenn es in einer normalen Dosis im Körper vorhanden ist.

 

Typische Symptome bei zu viel Cortisol (Kortisol)

Kopf- und Rückenschmerzen sowie schmerzhafte Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich

Durch einen erhöhten Cortisolwert wird im Körper der Ausschuss von weiteren Botenstoffen veranlasst. Das führt dazu, dass der Körper schmerzempfindlicher wird und somit Muskelverspannungen, wie zum Beispiel Rückenbeschwerden, Nackenschmerzen und migräneartige Spannungskopfschmerzen auftreten können. Durch das Cortisol wird das Gehirn automatisch auf Schmerz eingestellt, was bedeutet, dass auch leichte Nervenbelastungen in Schmerzen umgeformt werden.

Schlafprobleme

Normalerweise ist der Cortisolwert morgens am höchsten und abends am niedrigsten. Wenn allerdings der Stress bereits zu starken Halt in unseren Leben gefunden hat, ändert sich die Kurve und man hat zum Abend hin, kurz vor dem Zubettgehen, noch einmal eine Hochphase, die uns dazu veranlasst, dass wir kein Auge zu tun können. Auch wenn wir ausreichend geschlafen haben, fühlen wir uns tagsüber abgeschlagen, müde und unkonzentriert. Neben Einschlafproblemen sind auch die Durchschlafprobleme ein typisches Signal für einen zu hohen Cortisolwert.

Leichte Anfälligkeit für Infekte

Cortisol sorgt dafür, dass unser Immunsystem außer Kraft gesetzt wird bzw. nicht mehr seine volle Leistung erbringen kann. So geschehen Erkältungen, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, grippale Infekte und Grippeerkrankungen schneller, weil unser Körper mit dem Abbau des Stresshormons beschäftigt ist.

Gewichtszunahme

Zu viel Cortisol sorgt vor allem besonders um den Bauch herum für Gewichtszunahme und Fettablagerung. Selbst Sport und eine gesunde Ernährung helfen dann wenig, da der Körper für die schlechte, stressige Zeit “bunkert”.

Heißhunger auf Zucker und Fett

Besonders unter starkem Stress greifen wir oft zu ungesunden Lebensmitteln, die meist viel Zucker und Fett beinhalten. Um Energie, die einem gerade fehlt, weil man zu viel verschludert bzw. bereits einen Mangelzustand hat, zu bekommen, will der Körper Zucker und Fett, um sich wieder anzukurbeln. Da aber beides gleichzeitig dem Körper nur kurz Energie liefert, nur kurz satt hält, Gewicht einlagert, und damit auch Energie zieht, anstatt ihm Wertvolles an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren zu geben, entsteht ein Teufelskreis. Die zugeführte Energie wird wieder verbraucht, weil der Körper mehr aufbringen muss, um die ungesunden Lebensmittel zu verdauen.

Keine Lust auf Nähe und Sex

Wenn Cortisol zu hoch im Körper vorhanden ist, werden die Sexualhormone wie beispielsweise Testosteron automatisch verdrängt.

Verdauungsprobleme

Wie Guila Enders in ihrem tollen Buch “Darm mit Charme” auf witzige Weise herausstellte, existiert eine Verbindung zwischen dem Darm und dem Gehirn. Ist das Gehirn gestresst, reagiert auch der Darm mit Schwierigkeiten und umgekehrt. Belastet man seinen Magen und Darm mit ungesundem Essen, so kann er weniger Abwehrarbeit leisten und meldet dem Gehirn die Alarmstufe Rot. Damit sind wir Durchfall, Bauchgluckern, Magenschmerzen, Verstopfungen, Allergien, extremer Müdigkeit nach der Mahlzeit usw. ausgesetzt. Diese Tatsache wird dem Gehirn zurückgemeldet, weil das Gehirn und der Darm in steter Kommunikation sind.

Angst

Wenn allerdings durch einen lang anhaltenden Adrenalinwert (häufige, kurze Kampf- oder Fluchtimpulse, die bei extremen Situationen im Gehirn angeregt werden) der Cortisolwert “oben” bleibt, kann das zu schlimmen Konsequenzen führen, u. a. extreme Angst und Panikanfälle. Denn Cortisol regt den Flucht- und Kampfimpuls im Furchtzentrum an, wie wir es aus typischen Paniksituationen kennen. Cortisol und Epiniphrin steigern demnach unser Angstempfinden, lösen Panik aus und können laut Dr. Lissa Rankin, Autorin des englischsprachigen Buches “The Fear Cure” (2015), auch generelle Ängste auslösen und steigern. Je höher der Cortisolwert, desto eher sind wir auf Angst eingestellt und sensibler in stressigen Zeiten.

Deprimiertheit und Depression

Zu viel Cortisol steigert zu dem unsere Widerstandslosigkeit gegen Rückschläge, Probleme, Schwierigkeiten, denen man sich ansonsten einfach gestellt hätte. Da Cortisol, wenn es zu hoch ist, automatisch das Glückshormon Serotonin, schwächt, fühlen wir weniger Leichtigkeit, Freude und Spaß, und dafür mehr Abgeschlagenheit, Grübeln, Traurigkeit und Demotivation.

Folge dessen ziehen wir uns eher zurück, haben weniger Lust auf Rausgehen und Unternehmen. Viele Aktivitäten, sei es auch der normale Alltag mit seinen Pflichten, erscheint zu lästig und wird daher eher vermieden. Dieser Rückzug schließt eine soziale Distanzierung ein.

Wer sich stets gestresst fühlt oder immer wieder in Zeiten gerät, in denen das Stressniveau beunruhigend hoch ist, der sollte für Ausgleich sorgen, welcher den Cortisolwert senkt und stattdessen Endorphine oder andere Glückshormone steigert. Das kann beispielsweise frische Luft, Natur, schöne! soziale Kontakte, gesundes, natürliches Essen, Sport, Entspannungstechniken, Freudvolles oder Bereicherndes sein. Wer sich auf lange Sicht versucht mit einem erhöhten Cortisolwert abzufinden und zurechtzukommen, wird laut Medizin stark anfällig für Langzeitkonsequenzen, wie erhöhte Krankheitsrisiken physischer und psychischer Art.

LG

Janett

Quellen:
Mind over Medicine – Warum Gedanken oft stärker sind als Medizin: Wissenschaftliche Beweise für die Selbstheilungskraft
The Fear Cure: Cultivating Courage as Medicine for the Body, Mind, and Soul
Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ

 

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