12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

12 Signale: Diesen Typ Mann nimmt Frau besser nicht

 

Ich erlebe seit Beginn meiner Singlezeit Männer, und mit ihnen verbunden Geschichten, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich meine nicht nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen darf, die natürlich sind und menschlich, die man bald schon lieben oder ignorieren lernt. Ich meine Männer, die es ganz offensichtlich sehr gut mit sich meinen und sehr schlecht mit Frauen. Unehrliche, verletzte, manipulative und sogar kindische Männer, von denen dir selbst dein bester männlicher Freund dringend abraten würde. Männer, die sich für undurchschaubar halten.

Da ich den weltbesten Meister hatte: Hier meine gesammelten 12 Red Flags bei MännernWarnzeichen und Signale, bei denen du lieber das Weite suchen solltest – von ungesund narzisstischen bis hin zu höchst beziehungsunfähigen Männern – einmal schön aus teils küchenpsychologischer und teils ernstzunehmender Sicht betrachtet. Denn solche Erfahrungen nimmt man am besten mit einer Menge Humor.

(Und ja. Ähnliche Red Flags gibt es auch bei Frauen.)

 

10 Signale, das Weite zu suchen: Von diesem Typ Mann lässt du lieber die Finger

Erste rote Flagge: Er sagt dir, was du tun sollst

männer von denen du die finger lässt wenn du nicht verletzt werden möchtest vorschriften machenTrink diesen Wein und mach das so, lass das lieber bleiben, denn das ist wirklich nicht schön oder klug. Mit einem falschen Lächeln zum passenden Augenaufschlag und einer besonders ernstzunehmenden, erwachsenen Stimme lässt dieser Typ Mann den Vater heraushängen, während er dir erste Übergriffe zeigt. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Im besten Fall wird es eine kurze, aber stürmische Liaison, im schlimmsten Fall eine emotional unterdrückende Beziehung, in der die Dinge so zu laufen haben, wie es ihm sein Weltbild diktiert. Sagst du Nein, gehst du lieber gleich mit deinen Freundinnen was trinken. Denn er wird schmollen und dich mit Schweigen strafen, bis du seiner Meinung bist. Oder er wird so sehr diskutieren, dass sogar wir Frauen vor Neid erblassen würden. (Daran sieht man aber sehr schön, wie schwer es Männer mitunter haben, wenn wir Frauen sie um Kopf und Kragen diskutieren.)

 

Zweite rote Flagge: Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön

Lügner sind ohnehin schwer zu ertragen. Aber notorische Lügner, die sich das Leben oder ihren Eigensinn freihalten wollen und das durch Lügen versuchen, hat niemand verdient. Einmal so richtig eingegroovt, sind Lügner kaum mehr aufzuhalten, weil sie diese Verhaltensweise mit der Zeit ausbauen und perfektionieren. Sie verheimlichen eine ihrer Seiten mit dem bewussten Ziel, den Anderen im Dunkeln zu lassen und ihn auszuschließen, statt offen und ehrlich zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen – und ggf. die Konsequenzen zu tragen. Aber dieser Typ hat wirkliche Angst vor Trennung und dem Gefühl der Wertlosigkeit. Isolation, Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit als Strafe zeigen ihm deutlich, wieso er einst beschloss, zu lügen. Seine Lebensweise und er selbst können in seinen Augen nicht liebenswert sein. Das hat ihm auch die Vergangenheit gezeigt. Meistens stimmt das sogar, besonders wenn es sich um häufige Untreue oder mehrere Beziehungen gleichzeitig handelt. Ein Teufelskreis, den man als Frau, auch wenn man schwer verliebt ist, ohne seine Hilfe und sein Wollen nicht gebrochen bekommt. Lieber weitergehen.

 

Dritte rote Flagge: Er beschließt, dass und wann du mit ihm schläfst

narzisstische männer selbstverliebt und verletzend emotional brutalMeine besten Geschichten, mit denen ich ein ganzes Buch füllen könnte, fallen in diesen Sektor: Besonders beliebt bei diesem Typ Mann sind Clubs, Tanzbars und Singlebörsen, wo die Auswahl an Frauen besonders hoch ist. So kann er leicht weitergehen, wenn es ihm nicht passt oder er dir nicht. Wahrscheinlich hast du ihn dort auch kennengelernt. Motto: Ist es abends und redet sie länger als 60 Minuten mit mir, stehen die Chancen gut, dass ich nach spätestens einer weiteren Stunde in ihrem Bett liege. Wenn es richtig dumm läuft, für fünf Minuten. Sie beschließen gern, dass sie mit zu dir gehen. Wann und dass du mit ihnen zu schlafen hast, obliegt ihnen, besonders morgens, wenn sie aufgewacht sind und dich mit einer Matratze verwechseln, ganz ohne „Guten Morgen!“ und einen Kuss in den Nacken. Mein absoluter Favorit unter all meinen Erfahrungen: „Janett, du zerstörst den ganzen Moment. Das kannst du doch jetzt nicht machen.“ Ich konnte, drehte mich um und ging. Zwei Tage später meldete er sich bei mir und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken.

Und weiter geht’s…

 

Vierte rote Flagge: Er darf Spaß haben, du nicht

Männer, die sich das Recht herausnehmen, ein erfülltes Leben mit Freunden und schönen Abenden, viel Spaß und Lachen, Reisen und Abenteuern oder extrem viel Sport zu haben, erlauben es mitunter ihrer Partnerin nicht. Sie mögen nur ihre eigenen Freiräume. Ihnen gefällt der Gedanke, dass du Zuhause gelangweilt auf dem Sofa sitzt, dich vor Sehnsucht zermürbst und auf eine Nachricht wartest. Sie mögen ihre Frauen am liebsten hörig und versuchen das durch viel Distanz zu erreichen – in der Hoffnung, dass sie dich aufgrund ihres Rarmachens so richtig traurig und willig gemacht haben. Kommt er dann wieder an, wird Frau so froh darüber sein, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen wird und alles verzeiht. Ansprüche zu stellen gefällt diesem Mann nur gut, wenn sie von ihm selbst kommen. „Gezicke“ gibt ihm aber das Gefühl, dass du ihn einschränken möchtest. Es ist für ihn ein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt, nicht etwa mit ihm und seinem einseitigen, unverbindlichen Verhalten.

 

Fünfte rote Flagge: Er will alles von dir wissen

Geschichte die du dir erzählst geschichte ändern schicksal abwenden„Den Namen deiner ersten Freundin, mit der du in den Urlaub fährst, kenne ich ja, aber wie heißt die 2. Freundin?“ fragte mich einst jemand, mit dem ich mich zweimal getroffen hatte. Hätte ich gewusst, dass ich ihn kennenlernen würde, hätte ich trotzdem meinen Jahresurlaub gebucht. Aber ihm schmeckte es nicht, dass er in Spanien keine Kontrolle über mich haben würde und so stellte er mir auf Facebook nach. Entweder Vertrauen ist da oder nicht. Jemand, der dir von vornherein misstraut, weil er in etwas völlig Menschliches böse Absichten und gezielten Hinterhalt unterstellt und Beweise einfordert, um dir vertrauen zu können, ist offensichtlich verletzt. Da stimmt etwas gewaltig nicht: vielleicht aus einer unverarbeiteten Beziehung, vielleicht etwas Charakterliches. Doch dieser Typ Mann wird sich immer rückversichern wollen und dir kaum Luft zum Atmen lassen. So einen Tick Urvertrauen muss schon vorhanden sein, wenn man sich verlieben möchte und zurückgeliebt werden will. Immerhin soll die Beziehung ja angenehm für beide Seiten werden.

 

Sechste rote Flagge: Du bist für sein Glück verantwortlich

Ist er unglücklich, musst du es beheben. Höchstwahrscheinlich gibt er dir sogar die Schuld daran oder du bist im Mindesten dafür verantwortlich, dass du seine Laune besserst. Ist das nicht erreicht, dreht die Welt sich nicht weiter. Dann sind auch Termine oder Verabredungen, die du hast, unwichtig. Er schafft es, sich wie ein kleines Kind aufzuführen, der ganz dringend von einer Ersatzmutter getüdelt werden möchte. Dass jeder einmal schwach ist oder einen miesen Tag hat, sich nur eine warme Umarmung oder ein wenig Zärtlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen wünscht, ist normal. Aber dieser Typ Mann holt seine schlechte Laune oder schwierige Themen just dann heraus, wenn du dich von ihm entfernst: weil du verabredest bist, arbeiten musst oder einfach nur mal deine Ruhe haben willst. In seinen Tiefen ist er meist einsam und wünscht sich jemanden, dringend, der für ihn da ist, wenn es sonst niemand ist. Er fühlt sich oft wenig liebenswürdig, weswegen er heftige Probleme in sein Leben zieht. Diese wiederum ermöglichen ihm, dass er sich um die Leere im Inneren weniger kümmern muss, aber dafür Mitleid und Aufmerksamkeit von dir bekommt. Dieser Mann ist ein wahres Sorgenkind und wird dich nach kurzer Zeit völlig einnehmen, dein Leben übernehmen, während du – Überraschung! – nicht schwach sein darfst. Versuch einmal dasselbe bei ihm, halte ihn vom Leben ab, gib ihm die Verantwortung für dein Glück und dreh den Spieß um: Du wirst sehen, was ich meine.

 

Siebte rote Flagge: Du bist sein Vorzeige-Spielzeug

Beziehungen was bei hochsensible empathen Bindungsangst auslöstBei ihm wirst du immer den richtigen Nagellack tragen und stets mit Negligee an der Tür stehen müssen. Es gibt diese Männer, denen Charakter und Individualität nicht in ihr Konzept einer Frau passt. Auch sie mögen ihre Frauen so, wie sie sie gern hätten – eben bitte ohne Ecken und Kanten. Idealerweise lässt du ihnen alles durchgehen, was sie versaubeuteln. Es zählt allein, dass du an ihrer Seite glänzt und sie durch deinen Glanz schöner und beneidenswerter machst. Sie bügeln ihr Image und ihren Selbstwert mit dir auf. Oft sind sie sehr eitel und gebildet oder bilden sich viel auf ihre offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Erfolge ein. In jedem Fall brauchen sie etwas, was sie aufwertet: dich. Und das war es auch schon mit der Motivation. Sonntagnachmittage in Schlabberpulli und mit fettigen Haaren sieht er eher ungern.

 

Achte rote Flagge: Er entscheidet, wie die Beziehung aussieht und ob ihr eine führt

„Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich so bin und X nicht will!“ ist ein sehr beliebter Spruch von ihnen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und halten das für natürlich und legitim. Sie geben dir weder einen Grund dafür noch erlauben sie dir die Nähe, ihn zu erfragen, damit du ihr Verhalten verstehen könntest. Sie antworten ewig nicht auf Nachrichten. Sie müssen vor allem stets lange nachdenken, bevor sie sich einlassen. Diesem Typ Mann, das muss man wissen, ist Liebe und Beziehung ohnehin ein Graus und Mysterium, kaum und schwer zu fassen und noch weniger kontrollierbar. In diesen Typ fallen die meisten Beziehungsängstlichen. Sie wollen zwar eine liebevolle Beziehung. Aber eine zu haben, lässt ihnen das Gefühl da, sie wären gefangen und eingezwängt. Tief in ihrem Inneren leiden sie wie Hund, außer sie schützen sich mit Verachtung und Missachtung. Beide sind jedoch nur da, um sich von den eigenen Ursachen ablenken zu können. Sie haben auch nichts mit dir zu tun. Sei dir dessen gewiss.

 

Neunte rote Flagge: Er will Teil deines Lebens sein, aber lässt dich nicht in seines

Eheberatung Paartherapie Therapeut Chancen Beziehung retten1Er will alle deine Freunde und am Wochenende am besten noch deine Eltern kennenlernen, wohnt nach drei Tagen schon fast bei dir und bestimmt deinen gesamten Tagesablauf. Anfangs freust du dich, endlich einen Mann kennengelernt zu haben, der keine Probleme mit Nähe hat. Bis du feststellst, dass sein Problem Distanz ist: Jede Entfernung macht ihn kirre. Ohne dich kann und will er nicht mehr sein. Hintergrund: Er glaubt, ohne eine Partnerin nichts zu sein. Bist du einmal nicht mit ihm zusammen und hast dich durchgesetzt, wird er dich das spüren lassen. Er wird dir auch weniger seine Freunde und Familie vorstellen. Es geht ihm eher darum, dass er jemanden findet, der ihn lässt. Derjenigen zu vertrauen und sie an sich und sein Leben heranzulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Kein sehr guter Start in eine erfüllte Beziehung.

 

Zehnte rote Flagge: Er spricht zu schnell und zu oft von großer Liebe und lebenslangem Bund

„Du bist die Frau meines Lebens!“ Er will und wird dich nie wieder gehen lassen. „Auf dich habe ich mein ganzes Leben gewartet!“ Bis du so bist, wie du wirklich bist und nicht so, wie er dachte, dass du es wärst. Bis du Kritik übst, weil er doch versprochen hatte, einkaufen zu gehen, damit du es nach dem langen Meeting nicht mehr machen muss. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dieser Typ Mann war einfach nur froh, jemanden gefunden zu haben, der passen könnte, der oberflächlich seine Bedingungen erfüllt. Er wird nicht viele kennenlernen, die ihm passend erscheinen. Deshalb trifft es ihn auch stark, wenn seine Illusionen zerbrechen und er feststellt, dass er sich getäuscht hat. Er wird dir seine Enttäuschung (über dich) auch offen zeigen. Er dachte doch immerhin, dass sich das Unpassende schon noch geben würde. Er würde das schon machen, dich so zum Drehen und Biegen bringen, dass es für ihn passt. Was dieser Typ Mann will, ist irgendwen, den er steuern kann, keinen Menschen aus Fleisch und Blut.

 

Elfte rote Flagge: Es ist nicht so schlimm, wenn du nicht in ihn verliebt bist

ständig müde erschöpfungssyndrom fatigue syndromHauptsache ist doch, dass du mit ihm zusammen bist. Das allein reicht ihm aus, um sich wohlzufühlen. Ein Mann, der eine Beziehung möchte, weil er sich ohne schlecht fühlt. Und wieder ein Typ, der nur irgendwen, der oberflächlich passt, sucht. Ein Mann, bei dem du Funktionen und Rollen übernehmen wirst/musst, statt du selbst sein zu dürfen: eine gute Mutter, eine, die nicht so emotional ist, eine, die keine Karriere machen will, die intelligent ist, aber genügsam, wenig fordert und viel gibt usw. Aber hörst du einmal auf, zu funktionieren, und hast deinen eigenen Kopf, wird auch diese Blase platzen und er ziemlich enttäuscht sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn du dann nicht mit erhobenem Haupt dastehst und zu dir und deinen Einstellungen, geht das Gespräch definitiv nach hinten los. Was ich an dem Typ Mann aber mochte, war, dass man mit ihm sprechen konnte, wenn es hart auf hart kam. In meinen Fällen nützte das zwar wenig, weil sie keine andere Meinung zuließen und wenig von Kompromissen hielten. Aber immerhin könnten ihn eine Vielzahl solcher Erfahrungen dazu bringen, in einer einsamen Minute länger darüber nachzudenken, wieso er immer dieselben Frauen als Partnerinnen in sein Leben zieht (und ziehen möchte).

 

Zwölfte rote Flagge: Seine sexuelle Befriedigung steht weit über deiner

Kurz und emotional schmerzhaft. Ich meine hier übrigens absichtliches Desinteresse an der sexuellen Befriedigung der Frau. Es gibt Männer, die wenig mit Frauen anfangen können, die Sex lieben und ihn gern haben, die verschmelzen, sich ausprobieren und sich und ihrem Partner spüren und erforschen wollen. Sie empfinden den Sex eher als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung statt als Form der Verbundenheit oder tiefe Intimität, die Partnerschaften erfüllen und über viel Schweres hinwegtragen kann. Doch dieser Typ ist eher so: Wenn du den Sex genießen möchtest, auch etwas davon haben möchtest, Fantasien oder Vorlieben hast, wird ihm unheimlich, weil er dann für dich da sein muss. Das scheint unvereinbar für ihn zu sein, weil er eher das Objektive an Frauen sieht, statt euch als zwei Menschen, die sich mögen und sich deshalb körperlich und intim nahe sein wollen.

Wie gesagt, es gibt auch Frauentypen, die ich kennenlernen durfte, bei denen sich mir alle Haare sträubten. Jeder meiner männlichen Freunde hatte mal so eine Dame in seinem Leben, bei der wirklich alle rot sahen. Aber dazu im nächsten Blogpost.

Für diesen Moment wünsche ich dir viel aufrichtige Liebe,
Janett

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

 

Ich bin ein sehr großer Fan von Dr. Anoeda Judith. Sie ist eine weltbekannte Psychologin und befasst sich neben spirituellen Aspekten des Lebens vorwiegend mit psychosomatischen. Unter anderem sprach sie kürzlich über die fünf Charaktertypen, ihre Herausforderungen und Lernaufgaben – ergo, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen und gesund und zufrieden zu leben.

Ihr Vortrag ist ursprünglich in englischer Sprache auf YouTube erschienen (Link siehe Quelle unten). Ich habe die Typen noch um einige Informationen erweitert.

 

Die fünf Charaktertypen: Was ihre Schutzmechanismen prägte

Judith sagt, die Typen würden in fünf Kindheitsstadien entstehen, je nachdem, in welchem Stadium man verletzt wurde. Die nachstehenden Charaktertypen beschützen allesamt ihr inneres Kind, das Kind, das sie einst waren. Jedes Kind legt sich seine Schutzmechanismen zu, um in seinem Umfeld zurechtzukommen. Später im Leben, versuchen wir diese früheren Ängste, Unsicherheiten und traumatischen Wunden nicht erneut aufreißen zu lassen. So fühlen wir uns sicher – ähnlich sicher, wie wir uns durch die Mechanismen in unserer Kindheit fühlten. Sie sind tief in uns vergraben und bilden unser ganz eigenes psychologisches Schutzschild. Das wiederum bestimmt darüber, wie wir fühlen, handeln und denken. Doch sich aus den alten Schmerzen zu befreien und sich neu zu erkennen, kann diese Wunden heilen. So werden wir gesünder und vor allem entspannter, je mehr Vertrauen wir in uns, die Welt und unser Leben haben.

 

Was die Charaktertypen für ihr großes Lebensglück lernen dürfen

Jedem dieser Typen fallen somit Lernaufgaben in den Schoß, die noch bis in hohe Alter „erledigt“ werden können, um sich schlussendlich rundum zufrieden und befreit zu fühlen – ohne eingekerkerte Angst, Trauer, Schuld und Scham. Doch wir weisen mehrere Verwundungen aus unserer Kindheit auf. Deshalb ist es nicht erstaunlich, wenn du dich in zwei oder gar drei Typen wiederfindest.

 

Der Kreative/Spirituelle (Schizoide)

intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererDieser Charaktertyp formt sich in den ersten Jahren, wenn sich das Kind ungewollt, ungeliebt, missachtet und nicht akzeptiert fühlt, besonders von der Mutter. Diese Gefühle münden in einer Bodenlosigkeit, Ohnmacht, in fehlendem Urvertrauen in sich und die Welt und einer latenten oder offenen Opfereinstellung. Sie kann sich in Unlust auf soziale Aktivitäten, fehlendem Glauben und Vertrauen in jeden Menschen äußern. Die Welt ist in herausfordernden Situationen der Feind. Alle und alles ist gegen sie, meinen viele in extremen Momenten.

Sie wünschen sich, dass die Welt ein sicherer Ort für sie ist, dass sie sich frei und leicht entfalten können, ohne Gegenwehr und Aversionen anderer. Sie planen deshalb oft im Voraus alle ihre Schritte. Sie erhoffen sich so eine maximale Sicherheit, nur für den Fall, dass sich ihre Vermutung, etwas könne schiefgehen, doch bewahrheitet. Viele lösen aber durch ihre Erwartungsangst bereits unnötige Sorgen, Trauer und Angst aus. Auch Schuldgefühle sind nicht selten.

Ihr Schutzmechanismus: Dieser Typus hat wenig Kontakt zu seinem Körper und ist daher für das Spirituelle sehr offen. Sie sind sehr intelligent, abstrakt, wissenschaftlich oder kreativ. Viele von ihnen sind hochbegabt. Der Kreative/Spirituelle hat als jedoch Aufgabe, in seinen Körper zurückzufinden. Aber viele empfinden ihren Körper als „zu eng“, weil der Geist so viel größer ist. Sie haben das Gefühl, dass sie im Bewusstsein ihres Körpers eingeschränkt wären, weshalb sie lieber in geistigen und spirituellen Gefilden unterwegs sind. Sie fragen sich oft, ob sie überhaupt das Recht haben, auf dieser Welt zu sein. Sie sind typische Kopfmenschen, typische Geistliche, Weltverbesserer und Perfektionisten, typische Künstler und im gereiften Zustand zum Beispiel Spirituelle, Esoteriker, Meditierende oder Yogis. Sie suchen nach ihrem Sinn. Sinnlosigkeit aber lähmt ihr Dasein, lässt sie krank werden oder melancholisch und lethargisch. Probleme durch andere versuchen sie mit ihrem Geist oder einer gedanklichen Flucht zu lösen, weil sie gelernt haben, dass ihr Kopf ihnen erlaubt, in andere Welten vorzudringen, in denen sie einen Platz haben. Dort gibt es eine Lösung. Sie suchen mit ihrem Geist nach einem Nutzen für alles Geschehene und besonders nach ihrem Nutzen. Sie misstrauen sehr oft Beziehungen und viele vermeiden intensive Nähe – aus Angst vor Inbeschlagnahme oder Selbstverlust. Sie dürfen Achtsamkeit lernen, Erdung, Körperbewusstsein und -wahrnehmung, Vertrauen in sich und in Gefühle sowie Sicherheit in ihrem Körper. Sie profitieren mehr als alle anderen Typen von Achtsamkeitstraining und Stressmanagementtechniken, Kontakt mit der Natur und alternativen/energetischen Behandlungsmethoden.

 

Der Liebende (Orale)

so machst du einen mann in dich verliebtDieser Typus bildet sich heraus, wenn ein Kind keine Anerkennung und Wertschätzung, Zuwendung und Liebe erhält und seine Grundbedürfnisse unerfüllt bleiben, sich die Bezugspersonen nicht genug kümmern oder das Kind viel zu wenig von dem, was es braucht, bekommt. Das resultiert wiederum in einer großen Bedürftigkeit und Abhängigkeit. Weil sich das Kind dessen bewusst ist, achtet es besonders daraus, was die Anderen brauchen. Sie sind von jeher sehr auf die Erfüllung fremder Bedürfnisse bedacht, in der Hoffnung, ein kleines Stück des Kuchens abzubekommen.

Sie brauchen Beziehungen deshalb wie die Luft zum Atmen, neigen zu Süchten wie Rauchen oder oralen Befriedigungen wie Essen oder auch Alkohol. Es ist für sie ein Ersatz für Kontakt und zugleich eine Möglichkeit, die fehlende Verbindung zu sich selbst und anderen, einschließlich der unerfüllten Bedürfnisse ihrer Kindheit aufzuwerten. Daher werden sie auch Orale genannt, weil der Atem – das wissen wir bereits von Ruediger Dahlke und anderen Experten – eben genau dafür steht: Kontakt und Verbindung. Doch sie scheitern sehr oft in Beziehungen. Entweder sie verlangen zu viel Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld und beklagen stets, was sie alles nicht bekommen. Oder aber sie geben und geben und geben und wagen es nicht, zu fordern und zu nehmen. In beiden Fällen leben sie in der Vergangenheit und versuchen das damals Erlebte aufzuarbeiten/wiedergutzumachen, um sich wenigstens heute wertvoll und geliebt zu fühlen.

Die Oralen geben viel Energie an andere und gehören zu den „Gebenden und Fürsorgenden“. Sie sind oft Lehrer, Pädagogen, im sozialen Bereich tätig oder von Herzen her Mutter bzw. Vater, ohne etwas anderes zu brauchen. Sie fürchten die Trennung und würden eher einen Verlust ihres Selbst in Kauf nehmen.

Die Liebenden/Oralen leben wegen ihrer fürsorgenden Ader ohne starke eigene Grenzen. Sie sind gutgläubig, liebenswürdig, liebevoll und wollen für alle nur das Beste. Sie sind Kümmerer und „Muttis“ oder Chefs mit Herz oder beste Freunde. Sie sind Vertrauenspersonen und werden von der Welt auch so behandelt: offen für die Probleme und Bedürfnisse eines Jeden. Sie sind wegen ihrer Herzlichkeit aber leicht ausnutzbar und werden nicht selten betrogen. Im Allgemeinen sind sie zu wenig auf sich konzentriert und zu sehr auf andere. Da sie aus der Kindheit glauben, sie hätten nicht genug gegeben, haben sie ergo in ihrem Empfinden nicht genug bekommen. Sie suchen in Wahrheit nach Menschen, die ihnen wegen ihrer Selbst Liebe und Ehrlichkeit schenken. Doch sie scheitern oft an der Realität, werden benutzt oder manipuliert. Wenn sie bereits die Schattenseite ihrer Fürsorge gelernt haben, werden viele sehr clever und legen ihre Naivität ab. Dann gehören sie zu den Menschen, die „den Braten“ schnell riechen, Lügen und Ungereimtheiten oder Gefahren schnell erkennen. Sie sind sehr intuitiv und nicht selten höchst empathisch. Sie dürfen Selbstfürsorge und eigene Grenzen, Selbstwert und Selbstabgrenzung lernen.

 

Der Beständige/Durchhaltende (Masochist)

Dieser Charaktertypus entsteht, wenn ein Kind versucht, sich von den Bezugspersonen und deren Bedürfnissen abzunabeln, aber unterbrochen oder gar aufgehalten wird. Dann hinterlässt das beim Kind den Eindruck, dass es keine eigene Persönlichkeit haben soll/darf, ohne Konflikte und Disharmonie auszulösen, ohne verlassen zu werden, ohne im übertragenen Sinn „zu sterben“. Für ein Kind ist es sehr oft ein emotionaler Tod. Diesen Typus finden wir demnach oft bei kontrollierenden, zwanghaften und abhängigen Eltern, die Feindlichkeit und Strafe nutzen, um ihr Kind entsprechend ihrer Wünsche „zu formen“.

Erwachsene mit diesem Charaktertyp leben in ihrem Leben oft entlang der Bedürfnisse anderer, versuchen vieles, um sie zu erfüllen und befriedigen und sind oft damit beschäftigt, den Anderen glücklich zu machen. Emotionale Abhängigkeit in Beziehungen, Job und Familie finden wir genauso wie Menschen, die co-abhängig sind und zum Beispiel Substanzabhängigkeit dulden, aus Angst vor Trennung. Sie werden eben deshalb auch masochistisch genannt. Denn sie verletzen sich selbst dort, wo andere nur den Kopf schütteln und das Weite suchen würden. Doch sie sind sich ihrer Kraft und ihrer Selbstwirksamkeit nicht bewusst, weil sie es schlichtweg nicht gelernt haben bzw. lernen sollten – jedenfalls nicht, wenn sie keine Konsequenzen erfahren wollten.

Der Beständige/Durchhaltende ist wegen seiner Loyalität eher im Hintergrund zu finden, was sie zu fantastischen Hintermännern und -frauen macht. Diese Menschen bitten oder fordern wenig; sie sind da, wenn sie gebraucht werden, funktionieren scheinbar immer, beschweren sich nicht und tragen oft und bereitwillig Verantwortung (auch fremde). Sie wollen wenig auffallen, zeigen sich ungern und gehören eher zu den leisen, introvertierten Menschen. Sie sind solide, geerdet und sehr verlässlich, aber sie sind selten wirklich glücklich. Sie dürfen lernen, ihre Bedürfnisse und Bedürftigkeit auszudrücken und andere auf ihre verletzliche Seite hinzuweisen. Ihnen fehlt diese Lebendigkeit, weil sie sich wegen dem Durchhalten nur schwer spüren. Sie mussten sich ihre eigene Art der „Betäubung“, wie Judith es nennt, suchen und haben deshalb eine derart starke, aber unsichtbare Abgrenzung, dass sie leicht melancholisch oder mitunter auch depressiv werden können – meistens, ohne es zu zeigen. Sie verbergen ihre wahren Bedürfnisse und Schmerzen. Sie leben im Leisten und Müssen und sehen in den seltensten Fällen ihre Optionen. Sie dürfen daher lernen, dass sie ebenso alles dürfen und nichts müssen, andere ebenso auf sie zu achten haben und sie ebenso Liebe und Halt benötigen, um sich wohlzufühlen.

 

Der Herausforderer (Zweifler)

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunWenn ein Kind betrogen, emotional/körperlich/seelisch missbraucht wird, formt sich dieser Typus heraus. Im Extrem kann das bis zu psychopathischen Grundzügen führen. Denn dieser Typus hat es sich zur Aufgabe gemacht – komme, was wolle – nie wieder von anderen fremdbestimmt oder ausgenutzt zu werden. Sie suchen und sehnen sich nach Macht und nach Menschen, die es ihnen rechtmachen – gleich, ob sie damit andere verletzen. Hauptsache, sie werden nicht verletzt. Sie fühlen sich andernfalls ausgeliefert und ohnmächtig, völlig verängstigt und erleiden den alten Schmerz von damals neu.

Welche Form von „Missbrauch“ es auch war, der sie ausgesetzt waren: Es hat sie traumatisiert. Sie tragen in sich eine tief schmerzhafte Wunde, die sie sehr aggressiv und beizeiten höchst feinselig werden lässt, wenn sich ihnen jemand in die Quere stellt. Bitte nicht verwechseln mit einem hin und wieder misslungenem Tonfall oder einer Wut, endlich akzeptiert zu werden, wie man ist. Hier sind die Menschen gemeint, die auf stets ihr Ding durchziehen, bewusst egoistisch sind (aus Angst), immer ihren Zielen Vorrang geben und dabei keinerlei Rücksicht oder Mitgefühl an sich heranlassen. Einige von ihnen überspielen diesen angstbesetzten Machtdrang mit einer freundlichen Maske, doch sie behalten ihr Ziel dahinter stets im Blick. Im Allgemeinen fühlen sie sich sehr einsam, schnell ausgegrenzt und angegriffen. Sie nutzen ihre „Macht“ deshalb gern, um dieses Gefühl zu schmälern. In Wahrheit sind sie einfach tief verletzt und tun auf diese Art ihr Bestes, um nie wieder dasselbe zu erleben wie früher. Sie wenden auch ihre eigene, unverdaute Wut häufig gegen andere oder unterstellen ihnen, was sie selbst in sich tragen.

Der Herausforderer/Zweifler hat in der Kindheit sein Bedürfnis nach Willenserfüllung und Macht gespürt und versucht, auszuleben. Sie wissen, wie es sich anfühlt, sie selbst zu sein und kennen ihre Identität. Aber sie wurden auf eine Art von Bezugspersonen oder ihrem Umfeld betrogen oder ausgenutzt. Statt sich zu fügen, werden sie starrsinnig und unbeugsam, durchsetzungs- und willensstark. Sie sind später gute Anführer, Geschäftsführer oder finden sich in hohen Positionen wieder, in denen sie über Macht verfügen. Sie mögen ebenso starke Machtstrukturen, z. B. in politischen und gesellschaftlichen Belangen. Man findet sie auch oft in juristischen Gebieten wieder. Wenn man jemanden braucht, der sich für einen stark macht, sind sie ideal. Aber, so Judith, werden sie selbst angegriffen oder finden sich in Herausforderungen wieder, werden sie schnell wütend und hitzköpfig, stur und unnahbar, aggressiv und kampfbereit. Sie dulden nur selten Widerrede. Sich mit ihnen abzulegen, nun ja, braucht schon Selbstvertrauen und guten Mut. Sie dürfen lernen, dass Flexibilität, innere Ruhe trotz Gegenwehr sowie Sich-Zurücklehnen auch positive Seiten haben kann. Sich dem Leben anzuvertrauen und hinzugeben, ist genauso wichtig für sie, wie das Ablegen der Angst vor fremden Bedürfnissen, Inbeschlagnahme, Liebe und liebevoller Führung. Ob sie nun lernen, dem Universum, einem Gott oder bestimmten Menschen zu vertrauen: Sie dürfen sich dem Leben öffnen und erkennen, dass es sicher ist, auch ohne stets mit dem Kopf durch die Wand gehen zu müssen. Gewinnen und Kontrollieren muss nicht im Mittelpunkt stehen. Auch Loslassen hat seinen Wert und seine Vorteile.

 

Der Strebende/Begierige (Unbeugsame)

du bist so schön wie rose glaube an dich und deinen wertDieser Typus bildet sich aus, wenn sich das Kind vom Elternteil des gegensätzlichen Geschlechts abgelehnt fühlt (Junge von der Mutter, Mädchen vom Vater). Das führt dazu, dass es verstärkt im Kopf lebt, sich emotional abschottet und glaubt, immer perfekt sein zu müssen. Es sehnt sich im Stillen nach bedingungsloser Liebe. Unbeugsame Typen verlieren nicht selten die Verbindung zu ihrem wahren Selbst, nur um sie später als Erwachsene wieder zu suchen beginnen.

Sie fühlen sich falsch, nicht genug, leiden deshalb oft unter Schuldgefühlen und Scham, Angst vor Nähe und Trennung. Dahinter verbirgt sich eine unermessliche Traurigkeit, weil sie zu glauben lernten, nicht okay, nicht liebenswürdig, nicht schön, nicht genug zu seien. Sie haben gelernt, dass sie anders sein müssten, um geliebt zu werden.

Sie streben deshalb nach Perfektion, leisten und leisten und landen nicht selten in einem Burnout oder erleben heftige Angst- und Panikattacken, weil sich ihr Herz nach dem Ablegen ihrer Maske sehnt. Die Maske, die sie in der Öffentlichkeit tragen, wiegt schwer. Zwar können sie sie oft und lange aufrechterhalten. Aber es kommt bei den meisten in den späteren Jahren der innere Drang, einfach nur so sein zu dürfen, wie sie sind. Entweder sie bahnen sich dann mit viel Antiautorität und Durchsetzungsvermögen den Weg. Oder sie versuchen es mit Gefälligkeit, Leistung und Gehorsam gegenüber „Obrigkeiten“ aller Art, von Partnern, Chef, Kollegen und Freunden bis hin zum Ursprung: den Bezugspersonen.

Der Strebende/Begierige sucht nach einer Möglichkeit, seinen Wert zu beweisen, sei es durch Popularität, Liebenswürdigkeit, Reichtum, Schönheit oder Können. Diese Menschen brauchen die resultierende Anerkennung, weil sie an bedingte Liebe gewöhnt sind. In ihrer Kindheit erhielten sie das Gefühl und Signal, dass sie nur geliebt würden, wenn… (irgendeine Bedingung, z. B. gute Noten, gut im Sport, dünn, gutaussehend, beliebt, brav, klug/alleswissend, immer der/die Beste in irgendetwas etc.). Sie wollen noch immer alles richtig machen. Sie sind, in dem, was sie tun, meist sehr gut organisiert, gut strukturiert, ein Halt für andere. Auch äußerlich versuchen sie, so gut aussehend wie möglich zu sein. Sie glauben leider, dass sie weder schlechte Seiten noch Macken oder gar Gefühle und Bedürfnisse haben dürften. Doch hinter der auferlegten Saubermann-, Gutmensch-, Erfolgsmensch- und XYZ-Fassade verstecken sie sich. Sie haben eine Leistungs-Maske, die sie überall aufrechterhalten, besonders in Beziehungen. Dieser Typus darf lernen, dass er nichts muss und nichts braucht, um geliebt zu werden, er bereits gut genug ist, so wie er ist. Er darf erkennen, dass die Bereiche, in denen er „leistet“ nur von früher übernommen wurden, sie aber nicht seine Identität sind. Dieser Typus hat es oft sehr schwer, denn mitunter braucht es eine Weile, bis er verstanden hat, dass er so sein darf, wie er ist, und dennoch geliebt und liebenswürdig ist, dass er tun und lassen darf, was er möchte und dennoch geachtet und wertgeschätzt wird sowie, dass er Fehler machen darf, ohne mit Liebesentzug bestraft zu werden.

 

Quelle: (1) Anodea Judith Describes the 5 Character Types

 

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

 

Das Kleine Mädchen Muss beruht auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen mit meinem inneren Kind, dem man nicht immer alles erlauben und schon gar nicht alles glauben muss. So zickig, wie sie auch sein kann: Sie meint es nur gut mit der erwachsenen Janett, auch wenn sie oftmals vergisst, dass wir keine Kinder mehr sind. Die Regeln der „Großen“, die sie in Schönschrift stets auf einer Papierrolle bei sich trägt, gelten heute einfach nicht mehr. Aber erklär‘ das mal einer 12jährigen, die stets versucht, brav und gehorsam zu sein, um ihre Ziele zu erreichen! 


Neulich datete ich wieder einmal einen Mann. Paul sah gut aus, schien intelligent und nett und war ein paar Jahre älter als ich. Und wie viele Singles in Berlin hatte auch er es recht eilig im Finden der Liebe: Treffen nach fünf oberflächlichen Nachrichten, Knutschen am ersten Abend und diese eine bestimmte Biersorte, die ich seiner Meinung unbedingt! trinken musste – aber nicht trank, was ihm genauso wenig schmeckte wie mir Bier.

Schon bei diesem ersten Anflug von Übergriffigkeit wurde ich vorsichtig. Mein kleines Mädchen Muss aber hatte sich schon in der Vorbereitung auf das Fest unseres Lebens komplett in die Farbe der Liebe gekleidet und sich für Beziehung, Zusammenziehen, Hochzeit, Kinder bereitgemacht. Endlich ein erfülltes Leben!, wie sie fand. Dass ich ihr da einen Strich durch die Rechnung machen würde! In ihren Augen war es ein Verbrechen, einen solchen Mann abzuweisen. Sie verzehrte sich nach Liebe und Aufmerksamkeit, doch vergaß beizeiten gern, sich den jeweiligen Mann etwas genauer anzusehen, bevor wir uns auf ihn einließen.

An jenem Abend, es war gegen 22:30 Uhr, verstand sie die Welt nicht mehr. Und erwartete Antworten. Wir sollten eine der schwierigsten Diskussionen führen, die ich je mit meinem inneren Kind hatte austragen müssen. Wir standen im Wohnzimmer, sie bockig und ich genervt. „Ich kann nicht mit einem Mann zusammensein, der mir diktiert, was ich zu fühlen und zu wollen habe! Und das schon beim ersten Treffen! Also HALLO?“ erklärte ich ihr.

„Was ist das denn für ein Grund, bitte?“ totterte sie und erinnerte mich an all die dummen „Regeln“, die man als Kind so lernt und leider selten wieder vergisst. So auch sie. „Regel Nummero 68: Du musst immer lieb, brav und nett sein. Nur dann mögen dich Menschen. Regel Nummero 68a: Was nicht für dich passt, musst du halt passend machen.“ An ihrem ernsten Blick konnte ich ablesen, dass sie so schnell nicht aufgeben würde. Sie rückte ihre Besserwisser-Brille zurecht, während ihre Stirn in Zorn vor sich hinknitterte.

„Das ist ein sehr guter Grund! Ich suche nämlich einen Partner und keinen Vater.“

Wütend stapfte sie auf den Boden. „Ich will nicht mehr allein sein!“

„Liebe hat aber nichts mit Gehorsam zu tun. Sie ist kein Weg aus der Angst vor’m Alleinsein oder der Einsamkeit, Angst, nicht genug zu sein und Angst vor Trennung und Verlust… Soll ich weitermachen?“

Sie seufzte tief. „Weißt du, was ich glaube, was der Paul gedacht hat? Er wollte nur, dass du einen schönen Abend hast!“ schnödelte sie weiter. „Männer sind da doch ganz einfach gestrickt: Sie wollen die Frau erobern, sie beeindrucken, mit ihrem Wissen, ihrem Aussehen“, belehrte sie mich, während ihr langer, wohlgeflochtener Zopf im Takt ihrer Argumentation wippte. „Und auch mit ihrer sensiblen Seite, ihrem Erfolg und kulinarischen Erfahrungen!“ Sie legte bedächtig ihr Patschehändchen auf meine Schulter. Sie verfolgte ganz offensichtlich einen Plan, wie sie mich doch noch dazu bekam, dass ich Paul voller Freude anrief, obwohl wir nicht zusammenpassten.

„Bier für drei Euro fünfzig in ’ner Weddinger Kneipe? Das ist doch nicht kulinarisch!“ Und er hätte es noch nicht einmal bezahlt, dachte ich mir im Stillen. Ich vergaß, dass sie alle meine Gedanken hören konnte. Sie war eben Teil von mir – so wie so manches Bier zu manchem Mann gehörte.

„Das hätte er bestimmt, wenn du nicht auf deinen blöden Weißwein bestanden hättest!“ prustete sie.

(Immerhin schmeckte der vertraut.)

„Oder nimm diesen ersten! Ähm…wie hieß er denn noch gleich?“ Sie klappte ihre Regelrolle auf. Sie hatte darauf einen dieser gelben Memozettel geklebt und die wenigen Namen der Männer, die ich seit meinem Partnersuchstart im Juni kennengelernt hatte, notiert. Ich lugte verwundert über den Rand der Rolle.

„Meinst du den, der eigens nach ein paar Stunden beschloss, dass ich mit ihm schlafen würde?“

„Ja! Genau…“ Sie hielt kurz inne. „…aber er war SEHR freundlich!“ Ich nickte nur stumm und versuchte ihr mit einem lächelnden Blick zu sagen, dass ich diese Diskussion ganz sicher gewinnen würde, wenn ihre Argumente weiterhin so dünn blieben.

„Oder Nick!“ Ich hätte es ahnen müssen. „Er wollte, dass du zu ihm fährst, aber nein! Du musstest ja lieber mit deinen Freundinnen tanzen gehen!“ Natürlich holte sie die eine Keule heraus, die mich am ehesten treffen würde. Und natürlich heißt er nicht Nick. Einige Mädels aus der Schule nannten ihn nur so, weil er früher so aussah wie Nick Carter. Ich war ihm vor einigen Wochen auf einer Singlebörse „über den Weg gelaufen“ und musste mich unweigerlich daran erinnern, wie schwer ich von der 7. bis zur 11. Klasse in ihn verknallt gewesen war. Das letzte Jahr war er nicht einmal mehr auf der Schule gewesen, aber er wurde trotzdem schmerzlich vermisst. „DEN mochte ICH!“

„Genau. DU mochtest ihn. Das kleine 12jährige Mädchen, das noch nicht einmal einen BH trug, als sie von einem der begehrtesten Jungen der ganzen Schule gemocht wurde! In deinem Kopf stehst du noch immer im Bus zur Schule und klammerst dich an die Haltestange – aus Angst, umzukippen, weil er hinter dir steht!“

Sie schaute mich verblüfft an. „Ja, so war das. Worauf willst du hinaus?“

„Dass ich keine 12 mehr bin und er keine 14. Jeder hat sein Leben. Wir sind erwachsen.“ Als wir für einige Tage sporadischen Kontakt hatten, wurde schnell klar, dass es ihm stresstechnisch nicht so gut ging. Mir ging es selbst sehr verhalten zu der Zeit. „Du erinnerst dich an meine Schlafprobleme? Ich hatte einfach keine Kraft.“

„Aber du hättest doch trotzdem hinfahren können! Du bist doch nur nicht zu ihm, weil du Angst hattest, dich in ihn zu verlieben! Von wegen ‚keine Kraft‘!“

Wie kommt man da wieder heraus?, fragte ich mich. Ich musste mich an all die Männer erinnern, die ähnliche Diskussionen mit mir geführt hatten und partout nicht verstehen wollten, dass Liebe nicht immer in eine Beziehung führt und eine Beziehung eben mitunter auch keine Liebe macht. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt war, für die Liebe muss man Platz im Leben schaffen. Aber nicht immer war das so einfach, besonders beim Thema Jugendliebe oder gar Fernbeziehungen.

„Angst muss nicht immer falsch sein. Manchmal ist sie auch sehr nützlich.“ Ich prüfte kurz, ob das in Bezug zu Nick auch stimmte oder nur eine Ausrede war, die in meinem Kopf gut klang. „Wie dem auch sei…“ Ich schüttelte der Einfachheit halber den Rest der Zweifel ab, während mein kleines Mädchen Muss mich angestrengt musterte.

Ich fuhr fort: „Nick mal kurz beiseite! Was die anderen Männer angeht: Wer sich wie ein kleines Mädchen benimmt und auf Teufel heraus von irgendwem geliebt werden will und alles tut, was der potenzielle Partner will, der wird auch wie ein kleines Mädchen behandelt. In unserem Fall heißt das, Süße: Wir kriegen Männer ab, die uns sagen, was wir trinken, essen, denken, fühlen, wollen und tun sollen. Man sollte weder seine Gesundheit noch sein Wohlbefinden für eine Beziehung opfern, nur aus Angst vor’m Alleinsein.“

„Du bist echt die Einzige auf der Welt, die es schafft, eine Einladung oder ein Bier zu einem Thema der Unterdrückung zu machen. Und DU nennst MICH verrückt!“ Sie stapfte wieder auf die Dielen, die unter ihren kleinen Füßen bejahend quietschten.

Ich spitzte die Lippen, um etwas mehr Zeit zu gewinnen. „Touché“, grinste ich ihr schließlich breit ins Gesicht, und gab mich mit der Schwäche geschlagen, mitunter schneller das Handtuch zu werfen als andere.

Sie schnaubte enttäuscht und wurde urplötzlich traurig. „Andere haben wenigstens jemanden, auch wenn sie nicht verliebt sind oder es nicht optimal passt.“

„Und ich wünsche ihnen viel Glück dabei. Aber das ist nicht unser Weg.“ Ich musste kurz ein- und ausatmen. „Ich glaube eben nicht, dass eine Beziehung ein Ersatz für einen Lebensplan ist.“ Immerhin hatte ich zu genüge lernen dürfen, dass Partnerschaften einen weder vor den Unannehmlichkeiten des Lebens noch vor einen selbst retteten. Am Ende war man doch nur mit sich zu Gange, im Guten wie im Schlechten. Wer nicht mit seinen Gefühlen, besonders den fiesen und stechenden, umgehen konnte, der würde auch vor den Tiefs in einer Partnerschaft nicht gefeit sein. Davon war ich überzeugt. Das war mein 11. Gebot. Gäbe es das als Bildspruch, würde es in A0-Format über meinem Bett hängen. Wenn ich mir all die Paare ansah, die aus lauter Angst vor einem Neubeginn oder ihren Gefühle und dem, was NACH einer Trennung kommen könnte, lieber an ihrer kaputten Beziehung festhielten, wollte ich instinktiv immer zum Telefonhörer greifen und meiner Mutter gratulieren, dass sie mir so einen Unsinn nicht beigebracht hatte.

„Manches auf dieser Welt kann man einfach nicht erzwingen. Und Liebe gehört definitiv dazu. Schreib das doch bitte mit zu deinen Regeln…unter Nummer…ähmmm…“ Ich versuchte mich an die letzte Regel zu erinnern, aber meine Kleine hatte so endlos viele.

„Regel Nummero 100: Du musst immer wollen, was andere wollen!“ Sie starrte eine Weile auf diese Regel.

„Merkste selbst, oder?“ lächelte ich vorsichtig, um sie nicht weiter zu enttäuschen.

Sie seufzte, streckte mir ihre kleine, zarte Hand offen hin und signalisierte damit, dass ich ihr einen Stift reichen möge. Ich tat wie verlangt, aber musste unentwegt grinsen, so wie Nick es früher immer getan hatte, wenn er sich über jemanden amüsierte – im niedlichen Stil – mit erhobenem Kopf und einem verschmitzten Blinken in den Augen. Sie holte noch einmal Luft, bevor sie den Stift ansetzte und die Regel durchstrich. Dann schaute sie mich mit großen Fragezeichen im Gesicht an. Sie wollte eine neue Regel. Sofort.

„Wie wäre es mit ‚Ich darf darauf vertrauen, dass zur rechten Zeit der richtige Mensch in mein Leben tritt.‘?'“

„Echt jetzt?“ wütete sie. Ich nickte nur und verschränkte bestimmt die Arme vor der Brust. Sie musterte mich ein paar Sekunden lang und schrieb schließlich gehorsam meine Worte auf. Doch eine letzte Frage brannte ihr noch unter den Fingernägeln:

„Und wie geht’s nun weiter?“

Ich wusste, dass mein kleines Mädchen Muss einen Plan wollte, eine Garantie, und die am liebsten mit Unterschrift und Blutzeichen. Doch für Liebe gibt es nun einmal keine Garantie. Und wie mein Ex Sven immer so schön und richtig zu sagen pflegte: ‚Man kann sich eben nicht aussuchen, wen man kennenlernt.‘

„Was machen wir denn jetzt?“ wiederholte sie ihre Frage etwas drängender.

Ich dachte kurz nach und seufzte. „Weinchen?“ grinste ich sie schließlich an und tätschelte ihr auf dem Weg in die Küche beruhigend die Schulter.

©Janett Menzel

Fotos: New York Zoos and Aquarium

Hier geht’s zur ersten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: Der innere Kritiker (Nr. 1)
Hier geht’s zur zweiten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: „Du brauchst einen Mann!“ (Nr. 2)

 

Das kleine Mädchen Muss: „Du brauchst einen Mann!“ (Nr. 2)

Das kleine Mädchen Muss: „Du brauchst einen Mann!“ (Nr. 2)

 

Das Kleine Mädchen Muss ist eine Erfindung von Janett Menzel (und daher auch urheberrechtlich sowas von geschützt, dass es saumäßigen Ärger gibt, wenn sie jemand in Auszügen oder vollständig klaut oder gar auf die Idee kommt, ihre Energie zu stehlen). Die Episoden beruhen auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen mit ihrem inneren Kind, dem man nicht immer alles erlauben und schon gar nicht alles glauben muss. So zickig, wie sie auch sein kann: Sie meint es nur gut mit der erwachsenen Janett, auch wenn sie oftmals vergisst, dass wir mittlerweile erwachsen sind. Kurzum: Die Regeln der „Großen“ gelten heute einfach nicht mehr. Aber erklär‘ das mal einer 12jährigen, die stets versucht, brav und gehorsam zu sein, um ihre Ziele zu erreichen! 


Freitag, 11:28 Uhr. Die Sonne schien durch mein Balkonfenster und tauchte mein Wohnzimmer in ein warmes, und vor allen Dingen, stilles Licht. Ich saß seit Tagen am Abschluss meines Buches über Einsamkeit und korrigierte die letzten Kapitel.

Mein kleines Mädchen Muss hatte es sich seit kurz nach neun auf dem Sofa gemütlich gemacht und überprüfte die Liste meiner Lebensauflagen, wie jeden Tag. Ich lachte leise, als ich mir meine leere Kaffeetasse schnappte und auf dem Weg in die Küche war.

„Lach nicht! Bei so vielen Aufgaben, muss man gründlich arbeiten. Stell dir nur mal vor, was passieren würde, wenn ich etwas vergesse!“

„Nicht auszumalen!“ rief ich aus der Küche und grinste weiter in mich hinein.

„Solltest du auch mal probieren!“ blubberte sie lautstark. „Ach, und übrigens: Du brauchst einen Mann!

Mit Entsetzen im Gesicht eilte ich so schnell es ging zurück ins Wohnzimmer.

„Bidde?“

„Das heißt: Bitte! Mit t, nicht mit d!“ korrigierte sie mich.

„Ich wohne in Berlin! Da werde ich jawohl noch berlinern dürfen!“

„Du kommst aus MECKLENBURG-VORPOMMERN!“

„Könnten wir dieses nutzlose Gespräch lassen? Ich will heute noch was schaffen!“ sagte ich, setzte mich wieder an den Schreibtisch und korrigierte weiter mein Manuskript.

„Welches Ziel verfolgst du, wenn du einen Mann kennenlernst? Daten, One Night Stands, eine lockere Beziehung, Freundschaft oder die Liebe fürs Leben?“ las sie mit ernster Stimme vor. In ihren kleinen Händchen hielt sie mein Smartphone.

„Was ist denn das für eine Frage?“ Ich blickte kurz von meinem Laptop auf.

„Ich lese gerade einen Beitrag, in dem steht, dass man sich vier Fragen stellen muss, wenn man Liebe finden will. Das ist die erste“, sagte sie ruhig.

„Und genau deswegen dürfen kleine Kinder nicht mit den Sachen der Großen spielen!“ antwortete ich, rollte mit meinem Schreibtischstuhl zur Couch, riss ihr mein Handy aus den Händen und rollte wieder zurück.

„Hey! Ich lese gerade“, schrie sie wütend. Das kleine Mädchen Muss sprang vom Sofa auf und stellte sich provokant neben mich.

„Es handelt sich hierbei um ernste Angelegenheiten. Wir müssen das besprechen! Du kannst nicht ewig vor einer neuen Beziehung davonlaufen!“

„Ich laufe doch gar nicht davon!“ protestierte ich.

„Im Juli 2015 hattest du das letzte Mal…“

„OKAY! OKAY! Ich erinnere mich. Aber entspann dich…“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Ich werde schon irgendwann jemanden kennenlernen!“

„Irgendwann? I R G E N D…WANN?“ Ihre Stimme wurde wütend, ihr Atem tief und laut, ihre Stirn schmiss sich in Falten. Ich wusste, das hieß nichts Gutes und lenkte deshalb ein:

„Wie lauten eigentlich die anderen drei Fragen?“

Etwas besänftigt hob sie ihr Kinn:

„Zweitens: Welche Eigenschaften und Verhaltensweisen sind absolut inakzeptabel? Drittens: Welche machen dich stutzig und vorsichtig? Und die letzte Frage lautet: Welche findest du anziehend und begehrenswert?“

Mein kleines Mädchen Muss war hervorragend darin, sich eben Gelesenes perfekt einprägen zu können. Sie starrte mich noch immer mit böser Miene an. Nach gefühlten drei Minuten voller Schweigen und prüfendem Gucken, gab ich nach. Es würde ja doch nichts nützen.

„Ist ja gut!“ Ich dachte nach. „Also ich will definitiv niemanden, der mir den ganzen Tag über sinnlose Nachrichten schreibt, weil ihm langweilig ist. Und ich will auch niemanden, der nie Zeit hat oder nur für Sex vorbeikommt.“

„Das beantwortet meine Frage nicht!“ totterte sie zurück. „Willst du eine lockere, oberflächliche Beziehung oder willst du eine Freundschaft oder willst du nur mal gucken, was es da so gibt oder suchst du nach der Liebe fürs Leben?“

„Muss ich das jetzt entscheiden?“ fragte ich überrascht.

„Selbstverständlich!!! Wann denn sonst?“ antwortete sie wütend.

„Wenn es so weit ist?“, erwiderte ich vorsichtig. Zum Glück erinnerte ich mich an meine Überzeugungen und Werte. „Manchmal lernt man jemanden kennen und verliebt sich einfach nicht. Dafür gibt man aber wunderbare Freunde ab. Und manchmal, wenn man glaubt, nur Freundschaft zu wollen, findet man Liebe. Ich habe noch nie gehört, dass große Erwartungen große Ergebnisse nach sich zogen. Guck dir doch die ganzen Online Dating Singlebörsen an! Immer wenn ich irgendwo angemeldet war, dauerte es nicht einmal 24 Stunden, bis ich mich wieder abmelden wollte.“

„Weil du einfach kein Durchhaltevermögen hast!“

„Warum muss immer ich schuld sein? Manchmal sollen Dinge einfach nicht sein!“ verteidigte ich mich.

„Vielleicht hättest du den Mann deines Lebens getroffen, wenn du nur zwei Tage länger dort geblieben wärst. Aber wenn du immer gleich aufgibst, dann kann das ja nichts werden.“

„Ach, schau dir doch die Männer an, die sich dort tummeln. Die Hälfte ist nackt, weil sie glaubt, dass ein schöner Oberkörper alles sei, wonach eine Frau suchen würde.  Und die andere Hälfte ist so sehr damit beschäftigt, irgendjemanden zu finden, damit sie nicht mehr allein sind, dass sie vollkommen vergessen, dass dieser irgendjemand auch zu ihnen passen sollte. Und beim ersten kleinen Problemchen machen sie sich ins Hemd und dann aus dem Staub!“

Erstaunlicherweise wusste mein kleines Mädchen Muss dazu nichts zu sagen.

„Wie dem auch sei: Wenn du einmal im Jahr für 24 Stunden nach einem Mann suchst, wirst du für den Rest deines Lebens allein bleiben. Wir sollten das schleunigst ändern! Am besten noch heute!

„Wir?“

„Ja, ich werde dir natürlich helfen!“

„Natürlich“, wiederholte ich mit Schrecken in der Stimme.

Ihre rehbraunen Augen begannen zu leuchten und auf ihren kleinen Lippen zauberte sich ein Lächeln.

„Wir legen dir erst einmal ein neues Profil auf allen Singlebörsen an. Und dann musst du einfach nur ein paar simple Regeln befolgen. Erstens: Du…“

„Auf gar keinen Fall!“ Noch mehr Regeln ertrug ich nicht. „Wenn ich mich auf jemanden einlasse, dann weil er mir gefällt und weil ich ihm gefalle, so wie ich bin. Lass uns die traditionellen Wege nehmen.“

„Ach! Und die wären?“ entgegnete sie überheblich.

„Na draußen, du weißt schon, an der frischen Luft, unter dem Nachthimmel, bei einem lauen Lüftchen im Sommer. Im Sommer ist den Menschen vielmehr nach Liebe, als im Winter.“

„Aber es ist Winter!“ antwortete sie lautstark.

„Morgen ist Frühlingsanfang!“ korrigierte ich sie. „Und übrigens ist Alleinsein kein Weltuntergang“, klärte ich sie auf.

Natürlich wusste ich, dass man durch Rückzug keine neuen Menschen kennenlernen würde, aber ich war auch kein Fan vom krampfhaften Suchen nach der großen Liebe.

„Die meisten lernen sich im Job oder durch gemeinsame Freunde kennen. Du arbeitest Zuhause und durch deine Freunde wird das auch nichts. Also scheidet beides aus. Nun dann…“  Sie räusperte sich. „Ich bin gespannt auf deine Vorschläge!“

Dann schnappte sie sich einen Stift vom Schreibtisch, flitzte mit ihrer Papierrolle voller Regeln in der Hand zurück zur Couch und war bereit für Notizen.

„Äh… Okay. Also…“ Ich dachte nach. „Speed Dating, Veranstaltungen aller Art, neue Kneipen oder Restaurants ausprobieren, neue Kontakte knüpfen in der Freizeit, an Kursen teilnehmen oder sich für einen guten Zweck engagieren“, schlug ich vor. „Oder neue Hobbys natürlich und…“ Mir fiel nichts mehr ein. „Und so weiter eben…“

„Und was davon willst als Erstes du tun?“ fragte sie mich gespannt.

Auf nichts davon hatte ich wirklich Lust. Ich atmete tief ein und schaute sie erbarmungsvoll an. Doch ihr Blick blieb ernst und fordernd. Ich schluckte meine Bredouille herunter.

„Speed Dating?“ fragte ich schließlich ängstlich. „Annette und ich hatten letztens überlegt, ob wir das mal ausprobieren.“

Die Augen des kleinen Mädchens Muss wurden groß und füllten sich mit jeder Sekunde, die ich auf ihre Antwort wartete, mit noch mehr optimistischer Vorfreude.

Dann sagte sie ruhig, während sie belehrend ihren Stift in der Luft hin- und herfuchtelte: „Aber das ist kein Spaß! Jemanden kennenzulernen und ihn für sich zu gewinnen, muss gut vorbereitet sein!“ erklärte sie mir. „Du musst einige Regeln einhalten. Ich werde umgehend welche zusammenstellen!“

„Gibt es etwa noch keine Regeln dafür?“ fragte ich überrascht. Ich würde natürlich jede einzelne ignorieren. Aber Manipulation meiner kleinen Kritikerin erschien mir sinnvoll. Immerhin wollte ich heute noch mein Buch fertigstellen.

„Doch, doch! Natürlich! Regel Nummer 1: Du musst immer hübsch aussehen. Regel Nummer 4: Du musst dich anstrengen. Regel Nummer 5: Du musst Sven vergessen. Regel Nummer 11: Du musst…“

„Okay, okay!“ unterbrach ich sie. „Das…sind ziemlich viele Regeln, findest du nicht?“

„Es gibt noch mehr! Oh, aber das hier ist die wichtigste von allen“, sagte sie und schaute ehrfürchtig von ihrer Papierrolle zu mir auf. „Du darfst keine Angst haben!“

„Jeder hat Angst, jemandem, den man mag, nicht zu gefallen!“ korrigierte ich sie.

„Nun, das mag sein, aber sonst ergibt doch Regel 29: Du darfst keine Fehler machen! gar keinen Sinn!“

„Perfektion ist Sache der Götter. Jeder Mensch macht Fehler.“

Sie schaute mich missmutig an.

„Aber Regel Nummer 31: Du musst immer stark sein oder wenigstens so wirken!“

„Wer will denn jemanden, der immer stark ist? Dann muss man ja auch immer stark sein!“

Wieder schaute sie mich perplex an.

„Aber Regel Nummer 36: Du musst immer die Kontrolle behalten!“

„Kontrolle zerstört Liebe. Liebe und Ketten vertragen sich nicht!“

„Aber…“ Sie schaute mich durcheinander an. „Regel 40“, schrie sie. „Du musst Menschen beeindrucken! und Regel 68: Du musst immer lieb, brav und nett sein.“

„Ich glaube, es ist besser, wenn man authentisch ist…“

„Jetzt ergibt ja gar nichts mehr Sinn!“ Sie schien traurig und enttäuscht und ging bestürzt ihre Liste durch.

„Vielleicht solltest du deine Regeln überdenken!“ schlug ich vor.

„Das würde alles durcheinanderbringen! So geht das nicht!“ sagte sie.

„Aber das ist die Realität. In der Liebe ist alles erlaubt! Wir alle fürchten uns, anderen Menschen nicht zu gefallen, nicht zu genügen oder verlassen zu werden. So ist die Welt nun mal.“

Ich hatte mich in meinen Schreibtischstuhl zurückgelehnt und beobachtete mit Freude, wie das kleine Mädchen Muss versuchte, sich darauf einen Reim zu machen.

„Das ist…in der Tat…problematisch“, stotterte sie.

Ich lächelte und wartete geduldig auf ihre Reaktion.

„Und was macht man dagegen?“ fragte sie hektisch, während sie mich mit ihren weit aufgerissenen Augen anstarrte.

Ich zuckte mit den Achseln. „Nichts. Nur durchstehen, hoffen und vertrauen.“

„Nun, vielleicht wäre es gut, wenn ich…einige Anpassungen der Regeln vornehme!“ schlussfolgerte sie und sah mich hilfebedürftig an.

„Das klingt mir nach einer sehr guten Idee!“ grinste ich, drehte mich um und widmete mich endlich wieder meinem Buch.

Das kleine Mädchen Muss starrte noch eine Weile Löcher in die Luft, bevor sie sich mein Smartphone nahm und drei Wörter bei Google eintippte:

Hoffnung und Vertrauen.

P. S. Aus dem Speed Dating kam ich zwar nicht mehr raus. Aber mein Buch habe ich fertiggestellt.

© Janett Menzel, 2017

Bild: New York Zoos and Aquarium

Hier geht’s zur ersten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: Episode 1 – Der innere Kritiker

101 Zitate und Sprüche über Angst und Mut: Weisheiten aus aller Welt

101 Zitate und Sprüche über Angst und Mut: Weisheiten aus aller Welt

Mut und Angst liegen so nahe beieinander. Doch der eine entscheidet sich für Tatkraft, der andere für Vorsicht und Angst. Viele bedeutende Menschen der Vergangenheit, sei es in der Politik, der Literatur, der Philosophie usw. sprachen über Angst und Mut. Ihre Gedanken gingen in die Geschichte ein und sind heute Zitate und Sprüche über Angst und Mut. Die Weisheiten machen sich gut für Facebook, Twitter, WhatsApp & Co., aber auch, um jemanden oder sich aufzubauen. Jedes Zitat schenkt Hoffnung und Vertrauen. Doch es sind auch welche mit dabei, die zum Stichwort Liebe, Hoffnung, Freude, Leben und Bedeutung passen.

 

101 Zitate und Sprüche über Angst und Mut aus aller Welt

Die in meinen Augen schönsten und inspirierenden Zitate und Sprüche über Angst und Mut sind:

Im Herzen der Menschen gibt es leere Orte, und in sie dringt das Leid ein, damit sie fühlbar zu existieren beginnen. (Léon Bloy)

Die Angst ist der Fluch des Menschen. (Fjodor M. Dostojewski)

Die völlige Liebe treibt die Furcht aus. (Martin Luther)

Die Ängste bezeichnen die Grenzmarken unserer Persönlichkeit. (Kurt Guggenheim)

Der Mut wächst mit der Gefahr; die Kraft erhebt sich im Drang. (Friedrich von Schiller)

Tyrannen fällt es leicht, Angst zu verbreiten, weil sie genug davon haben. (Wolfram Weidner)

Die Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber ein guter Spion. (brasilianische Weisheit)

Fürchte nicht die, die nicht mit dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit dir übereinstimmen und zu feige sind, es dir zu sagen. (Napoleon Bonaparte)

Wovor wir Angst haben, ist oft harmlos gegenüber dem, was wir bereits erleben. (Matthias Pleye)

Wir sahen die Angst seiner Seele. (1 MOSES 42,21)

Wer nicht täglich seine Furcht überwindet, hat die Lektion des Lebens nicht gelernt. (Ralph Waldo Emerson)

Angst: Mut mit Ladehemmung. (Rupert Schützbach)

Tausend Ängste bergen 1000 Verluste. (D M Frank)

Keine Leidenschaft beraubt den Verstand so all seiner Macht, zu handeln und zu denken, wie die Furcht. (Edmund Burke)

Habe niemals Angst etwas Neues auszuprobieren. Bedenke die Arche wurde von Amateuren gebaut, die Titanic von Profis. (unbekannt)

Angst einzugestehen – dazu gehört Mut. (Fritz Vahle)

Es ist vom Übel, wenn der Mensch nicht da ist, wohin er gehört. (Paula Modersohn-Becker)

Tue das, was du fürchtest, und das Ende der Furcht ist gewiss. (Ralph Waldo Emerson)

Die Augen sind der Spiegel der Seele. (unbekannt)

Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. (Franz Kafka)

Furcht ist stärker als Liebe. (Thomas Fuller)

Freundlichkeit macht mich nachgiebig, Furcht unbeugsam. (Michel de Montaigne)

Folge nie der Menge, nur weil du Angst hast, anders zu sein. (Margaret Thatcher)

Aber die Bedeutung des Lebens kann nicht darin liegen, dass man arbeitet, um zu leben. Das wäre ja ein Widerspruch, denn das hieße, dass die Produktion der Bedingungen die Antwort sein soll auf die Frage nach der Bedeutung des Bedingten. (Sören Kierkegaard)

 

Es ist unglaublich, dass der Mensch sich vor dem Schönsten fürchten soll; aber es ist so. (Friedrich Hölderlin)

Die Menschen haben Angst und probieren gar nicht aus, wie viel Härte und Armut sie ertragen können. (William Faulkner)

Ich will reden in der Angst meines Herzens. (HIOB 7,11)

Es gibt keine Seelenangst, bis man Kinder hat. (unbekannt, Sprichwort)

Das Bedeutende will jedermann, nur soll es nicht unbequem sein. (Johann Wolfgang von Goethe)

Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise an dem Herzen, bis es bricht. (William Shakespeare)

Angst hilft der Tugend auf die Beine. (Theo Sommer)

Niemanden kränken, niemanden beeinträchtigen wollen kann ebenso wohl das Kennzeichen einer gerechten als einer ängstlichen Sinnesart sein. (Friedrich Nietzsche)

Aus Angst, mit Wenigem auskommen zu müssen, lässt sich der Durchschnittsmensch zu Taten hinreißen, die seine Angst erst recht vermehren. Epikur

Wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt doch der Hintern zu sehen. (japanisches Sprichwort)

Angst ist für das Überleben unverzichtbar. (Hannah Arendt)

Man müsste das Leben so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist. (Iwan Turgenjew)

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. (Seneca)

Ich bin bis an die Zähne bewaffnet mit Angst. (Ralf Rothmann)

Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. (Marie Curie)

Leiden ist kein Verdienst; das Lamm, das sich fressen lässt, stärkt die Ordnung der Wölfe. (Stefan Heym)

Wem man das Gefühl seiner Verantwortlichkeit nimmt, dem nimmt man das Gefühl seiner Bedeutung. (Fanny Lewald)

Wir sind voller Angst, allerdings vor den falschen Problemen. (Hoimar von Ditfurth)

Wer nichts fürchtet, ist nicht weniger mächtig als der, den alles fürchtet. (Friedrich Schiller)

Mir graut vor meinem Schatten. (Arno Holz)

Er hatte den Mut, feige zu sein! Ein Held! (Rudolf Rolfs)

Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen. (Volksweisheit)

Wer wirklich gütig ist, kann nie unglücklich sein. Wer wirklich weise ist, kann nie verwirrt werden. Wer wirklich tapfer ist, fürchtet sich nie. (Konfuzius)

Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper. (Maksim Gorkij)

Angst ist das Schwindelgefühl der Freiheit. Sollte einer meinen, es sei eben das größte an ihm, dass er nie Angst gehabt habe, so werde ich ihm mit Freuden meine Erklärung dafür eröffnen: Das kommt, weil er sehr geistlos ist. (Sören Kierkegaard)

Es ist besser die Angst als die Hoffnung zu haben. (Theodor Fontane)

Das ist nicht der Tapferste, der sich nie gefürchtet, sondern der die Furcht überwunden hat.  (unbekannt; Sprichwort)

Wenn die Menschen unsicher sind und Angst haben, klammern sie sich an das Vertraute. (Tony Benn)

Gefahr: Mit seinen Schwächen kokettieren. (Rochus Spieker)

Verzweiflung und Zuversicht verbannen Furcht. (William Alexander)

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (Franz Kafka)

Feigheit ist manchmal ein Zeichen von Klugheit. (unbekannt, Sprichwort)

Mancher droht und hat selbst große Angst. (unbekannt, Sprichwort)

Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut – das ist die Kunst des Lebens. (Theodor Fontane)

Angst ist ein guter Ratgeber, sie ist natürlich, und sie erhöht die Wachsamkeit. (Henning Beier)

Unsere größte Angst als einen Zwischenfall ohne Bedeutung ansehen, nicht nur im Leben des Weltalls, sondern in dem unserer eigenen Seele, das ist der Anfang der Weisheit. Sie mitten in der Angst so ansehen ist die vollkommene Weisheit. In dem Augenblick, in dem wir leiden, scheint der menschliche Schmerz unendlich zu sein. Doch weder ist der menschliche Schmerz unendlich, noch ist unser Schmerz mehr wert als eben ein Schmerz, den wir ertragen müssen. (Fernando Pessoa)

Das, wovor wir am meisten Angst haben, ist häufig das, worauf wir am meisten hoffen. (Eugen Drewermann)

Es gibt viel Trauriges in der Welt und viel Schönes. Manchmal scheint das Traurige mehr Gewalt zu haben, als man ertragen kann, dann stärkt sich indessen leise das Schöne und berührt wieder unsere Seele. (Hugo von Hofmannsthal)

Wer daher gelernt hat, auf die rechte Weise Angst zu haben, der hat das Höchste gelernt. (Sören Kierkegaard)

Je weniger Geist, desto weniger Angst. (Sören Kierkegaard)

Die Menschen werden jenes Ding verfolgen, vor dem sie am meisten Angst haben. (Leonardo da Vinci)

Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse. (Friedrich Nietzsche)

Man kann den Tag mit Angst verbringen. Man kann sich aber auch sagen: Nein, ich denke gar nicht daran, Angst zu haben. Komischerweise geht das. (Salman Rushdie)

Mag dir auch manches schwer erscheinen, was dir zur Pflicht das Leben stellt. Spring frisch hinein mit beiden Beinen. Den Mutigen gehört die Welt. (unbekannt)

Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen. (Jules Renard)

Unsere Erfahrung setzt sich mehr aus verlorenen Illusionen zusammen als aus gewonnenen Einsichten. (Joseph Roux)

Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. (Demokrit)

Sie [die Angst] ist weder zu meiden noch zu vermeiden, sondern sie ist zu meistern, wenn sie einmal im Leben auftritt. Sie kommt nie ohne Grund. (Christa Schyboll)

Tue nichts im Leben, was dir Angst machen muss, wenn es dein Nächster bemerkt. (Epikur von Samos)

O diese grenzenlos törichte Angst, sich gerade vor dem, was man befürchtet, so zu hüten, dass man es, obwohl man es hätte vermeiden können, noch obendrein heranholt und herbeizieht! (Cicero)

Der Sieg über die Angst, das ist auch ein Glücksgefühl, in dem ich mir nahe bin. (Reinhold Messner)

Die Wurzel des Optimismus ist Angst. (Oscar Wilde)

Traurigkeit ist nicht ungesund – sie hindert uns, abzustumpfen. (George Sand)

Angst ist der einzige sichere Ratgeber, den das Leben überhaupt hat. (Oskar Lafontaine)

Heutzutage hat jeder vor sich selbst Angst. (Oskar Wilde)

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen. (Dietrich Bonhoeffer)

Ein Feigling ist ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal funktioniert. (Ambrose Bierce)

Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen. (Ernst Ingmar Bergman)

 

Ohne Leiden bildet sich kein Charakter. (Ernst von Feuchtersleben)

Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Trauer am meisten Schaden für den Leib. (Thomas von Aquin)

Die Angst lähmt nicht nur, sondern enthält die unendliche Möglichkeit des Könnens, die den Motor menschlicher Entwicklung bildet. (Sören Kierkegaard)

Wer seine Augen nicht benutzt, um zu sehen, der wird sie brauchen, um zu weinen. (Jean Paul)

Je mehr man sein Leben ausfüllt, umso weniger Angst hat man, es zu verlieren. (Alain)

Angst sperrt ein, Vertrauen befreit. Angst lähmt, Vertrauen stärkt. Angst entmutigt, Vertrauen ermutigt. Angst macht krank, Vertrauen heilt. Angst macht mutlos, Vertrauen macht nützlich. (Harry Fosdick)

Angst ist dennoch von größerer Schnelligkeit als Zorn. (Titus Livius)

Angst ist die Voraussetzung des Überlebens. (Peter Scholl-Latour)

Wir haben Angst vor dem Tod, wissen jedoch nicht weshalb?, Wir haben Angst vor Morgen, aber beschweren uns weil die kostbare Zeit nicht verzeiht. (Azoth)

Ich habe meine Ängste in Geschichten verwandelt. (Urs Widmer)

Man entdeckt keine neuen Erdteile ohne den Mut, alte Küsten aus den Augen zu verlieren. (André Gide)

Die größte Furcht eines Mannes, liegt nicht in der Angst verletzt oder getötet zu werden – seine größte Furcht liegt in seiner Angst des Versagens, nicht den genügenden Mut aufzubringen, im Augenblick der Gefahr! (Horst Bulla)

Wenn du jemandem die Macht über dich nehmen willst, besiege die Angst. (Thom Renzie)

Wie leicht, ach, gerät man doch zwischen die eine Angst, daß etwas passieren könnte, und die andere Angst, daß es nicht passieren könnte. (Kurt Marti)

Wenn man denkt: Was könnte alles passieren, dann hat man schon den Finger an der Bremse. (Erik Zabel)

Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage: wovor? (Frank Thieß)

Geh’ nicht dahin, wo der Weg Dich hinführt. Geh’ dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse eine Spur. (Ralph Waldo Emerson)

Wenn man einen Riesen sieht, so untersuche man erst den Stand der Sonne und gebe acht, ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist. (Novalis)

 

 

Mein liebstes Zitat ist das letzte, auf Platz 101. Welches ist deins?

Du möchtest noch mehr Zitate?

Meine 20 liebsten Zitate für alle Lebenslagen Die 25 besten Zitate über Veränderungen | Die 24 besten Zitate über Angst, Stress und Sorgen