Mensch sein – Du selbst sein: Brief an mein jüngeres Ich

Mensch sein – Du selbst sein: Brief an mein jüngeres Ich

 

Dies ist ein Brief an mein jüngeres Ich, in dem es um das Mensch sein – Du selbst sein geht.

Sei nicht so, wie andere dich wollen, nur weil es dir Mühe bereitet, herauszufinden, wer du wirklich bist oder weil es dir schwerfällt, so zu sein, wie du bist. Sich hinter sich selbst zu verstecken, kostet mehr Mühe als mit geradem Rücken seinen Menschen zu stehen. Wenn du Ja sagen willst, sag Ja. Wenn du aus Rücksicht dir gegenüber Nein sagen möchtest, sag Nein. Hauptsache ist, dass du dir gegenüber rücksichtsvoll bleibst.

Wenn du Lust auf etwas Neues hast, auch wenn andere derweil lieber stagnieren, dann mach das Neue allein und lass den Anderen ihren sicheren Stillstand. Wenn du Lust auf Rückzug hast, zu Hause sein willst oder Zeit mit dir verbringen möchtest, dann kuschele dich ein, sei bei dir und schenke dir diese wertvolle Ich-Zeit.

Such dir Bücher, die dich inspirieren, dir das Gefühl schenken, dass du lebst, weil es andere vor dir gab, denen es genauso ging. Lass sie dir ihre Wege vorstellen und entscheide selbst, ob so oder ähnlich deine aussehen könnten.

Lass die Anderen weiterrennen, im Kampf um Wert, Leistung, Liebe. Wenn du keine Kraft mehr hast oder es einfach leid bist, so würdige dieses Gefühl und sei dir etwas wert, ohne etwas zu leisten, toll auszusehen oder reich sein zu müssen, weil die Gesellschaft das diktiert.

Wenn du einmal nicht an deine Sorgen denken willst, deinen Kopf ausstellen willst, dann mach es. Denke nicht erst darüber nach, wann du nicht nachdenken wirst, wann du die Zeit haben wirst, einmal nicht über dein Leben nachzudenken, sondern stelle es einfach ab. Konzentriere dich auf deinen Atem, deinen Herzschlag, deine Fußsohlen, irgendeinen Körperteil und du wirst sehen, dass dir dein Geist folgt. Er folgt dir. Nicht du ihm. Er weiß das. Du darfst es lernen. Erlaube dir diese neue Erfahrung und Erkenntnis und praktiziere sie täglich, bis sie ein Automatismus geworden ist.

Atme den Kummer weg und lass ihn dort, wo er ist, mit sich allein: in deinem Kopf – wegen Menschen, die dich verletzt haben oder die du verletzt hast. Es ist Vergangenheit. Sei ein Mensch, erlaube dir Fehler und anderen dasselbe.

Je mehr du nach Perfektion strebst, fehlerfrei im Handeln und Schein, desto mehr wird dich das Außen zurück auf den Boden der Tatsachen holen. Und dort herrscht ein Chaos namens Leben, gemacht aus Tiefen und Höhen, die beiderseits geschätzt werden wollen. Woher willst du wissen, ob nicht dein größtes Versagen, deine ureigenen Ängste und Sorgen dich genau dorthin führen werden, wo du sein sollst? Du kannst es nicht wissen. Kein Channeling, kein Medium, keine Tarotkarten und kein Horoskop der Welt wird dir die Zukunft vorhersagen. Genauso wenig wird dir Geld, eine Beziehung oder ein aussichtsreicher Job das zurückbringen, was du früher vermisst hast: dass du ohne ersichtlichen Grund wertvoll genug warst, einfach so, wie du bist.

Spüre in deinen Körper, das Gewicht deiner Bedenken und Ängste gegenüber deiner Zukunft, wenn es sein soll. Doch erlaube ihm eine Auszeit, um zur Ruhe zu kommen. Täglich. Sei die Entspannung, die du brauchst und dir so sehr wünschst. Doch wenn du lachen willst, weil es einen Grund oder weil es keinen Grund zur Freude gibt, lache und freue dich, selbst wenn andere ihre Probleme und Bedürfnisse ernster nehmen möchten. Lass ihnen ihre Sorgen und distanziere dich davon. Du bist nicht sie, nicht ihre Lösung. Du bist nicht ihr Geist. Du machst in ihren Leben rein gar nichts gut. Entweder sie handeln oder sie handeln nicht.

Wenn du Lust auf Liebe hast, dich nach Leben und Leichtigkeit sehnst, dich fallenlassen möchtest, ohne darüber nachzudenken, was wohl geschehen könnte, dann genieße den freien Fall und entdecke, welche Macht deine Gedanken haben, wenn sie die Spur wie ein Hund aufgenommen haben. Vertraue deinem Geist und Herzen, dass sie die richtigen Lösungen zur richtigen Zeit finden werden. Wenn du ihnen die Möglichkeit lässt, sich zu Wort zu melden, weil du im Geiste still geworden bist, wirst du sie hören können. Doch wenn du wie jeder andere mit Kompensationen und Ablenkungen die An-Schalter in deinem Körper nicht kurz auf Aus stellst, bleibt er mit den Ablenkungen beschäftigt. Er hat gar keine andere Wahl, als sich mit dem zu beschäftigen, womit du dich gerade beschäftigst. Er ist dir treu. Unterbrich den Strom aus ständigen Informationen, trenne jede Verbindung und gib dir die Möglichkeit, deine eigene Körperweisheit und die deines Herzens hören zu lernen.

Wenn du Bock auf richtig geiles, leckeres, aber leider viel zu kohlenhydrathaltiges oder fettiges Essen hast, dann greif zu. Scheiß auf die paar Kilos mehr. Niemanden interessiert das, nur dich – damit du dir wieder einreden kannst, dass du nur gut genug wärst, weil … In Wahrheit weißt du, welche Gedanken nützlich sind und welche nicht. Du spulst nur lieber die Anderen ab, die, die du schon Dutzende Male gedacht hast, um herauszufinden, was wohl der Grund sein könnte, dafür, dass du X nicht hast. Daran bist du gewöhnt, doch es ist nicht die Wahrheit, sondern nur eine Geschichte, die du dir erzählst.

Vergiss, was du solltest und gelernt hast, zu wollen. Wenn du lieber nur noch natürlich und clean essen willst, der ganzen Konservierungshölle entkommen möchtest, mach es einfach anders und lass die anderen mit den Augen rollen. Wenn du heulen willst, dich bemitleiden willst, mach es. Lass die Gefühle zu, die aus deinem Körper heraus wollen. Wenn sie sich schon einmal „anmelden“, dann mit Grund.

Tue nicht so, als wäre alles wunderbar und als täte nichts weh, wenn dir Menschen und Ereignisse den Boden unter den Füßen weggerissen haben. Weine und weine und lass den Schmerz der Erfahrungen aus deinem Körper entweichen. Aber sieh täglich in den Spiegel und frage dich, ob es das ist, wer du sein möchtest, wie du dich sehen willst und ob deine Tränen deine Zukunft sein sollen. Wenn du dich so nicht mehr erträgst, lass das Selbstmitleid sein, was es will. Dein wahres Ich ist etwas Anderes – wertvoller und entscheidender für deine eigene Zukunft.

Wenn du nicht an ihr arbeitest, dann arbeitet das Außen an dir – es werden Menschen sein, die dir den wenigen Respekt, den du deinem Leben gegenüber zeigst, mitten ins Gesicht drücken, ähnlich respektlos oder gar schlimmer. Auch wenn es netter dir gegenüber ist, anderen die Schuld an dem, was du verpasst hast oder was schief lief, geben zu können, weißt du genau, dass das nur die bequemere Lebensart ist: dass du hast andere entscheiden und handeln lassen, um es selbst nicht zu tun.

Wenn dir Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug!“, „Mich will sowieso niemand.“, „Für mich gibt es keinen Platz in dieser Welt.“ oder „Niemand darf merken, wie ich wirklich bin.“ in den Kopf schießen, dann feuert nur deine Vergangenheit und das, was du gelernt hast, zu glauben. Das damalige Ziel, weswegen du dich anpassen wolltest, um doch noch X zu bekommen, liegt in der Vergangenheit. Heute, heute!, ist ein völlig neuer und anderer Tag. Sei ein Mensch. Und wenn du dafür noch einen Beweis brauchst, dann schau dir deine Hände und Füße an. Siehst du keine Strippen, dann heißt das, dass du keine Puppe bist, sondern ein Mensch. Und ganz sicher ein viel wunderbarer und wertvollerer, als es dir deine Sorgen und Ängste je sagen würden.

Wieso sollten sie auch? Sie erfüllen ihre Funktion: Und hier gilt Vorsicht. Was ist mit deiner Freude, deiner Hoffnung, deinem Optimismus? Erlaubst du ihnen auch ihre Funktionen oder willst du weiterhin auf sie einschlagen und sie ihrer Aufgaben entziehen? Gibst du den Dämonen mehr Raum, richtest du ihnen in liebevoller Hingabe ein eigenes Zimmer ein, malst die Wände schön in Schwarz und bestellst noch Geister der Vergangenheit hinzu, die dich täglich heimsuchen. Du bekommst du, was du bestellst hast. Stell dir nur einmal vor, was geschehen würde, wenn du Freude, Hoffnung, Überraschung, Glauben, Optimismus ein viel größeres Zimmer einrichten würdest – als wären sie ein Neugeborenes, herzlich empfangen und so sehnlichst gewünscht. Mensch zu sein bedeutet nicht, zu seinen Ängsten zu stehen oder sie auszuhalten. Es bedeutet vielmehr, dass du erkennst, was es neben diesem Gefühl noch alles gibt: eine Fülle an anderen Gefühlen. Gefühle, die du selbst wegen und für andere stiefmütterlich behandelt hast.

Anderen Menschen sind nicht dein Geist. Sie sagen dir nicht: „Denk jetzt das!“ Sie vermitteln dir vielleicht, was sie über dich denken. Sie kennen diese Gedanken eben, genauso wie du, weil jemand in ihrem Leben genauso über sie dachte oder sie selbst diese Gedanken über sich haben. Aber ob du das denkst oder lieber bei deinen eigenen Gedanken über dich und dein Leben bleibst, entscheidest du. Das ist die ganze Wahrheit. Und sie ist so viel einfacher als alle anderen, die dir durch die Blume vermittelt wurden.

Wenn du einmal ganz ehrlich zu dir bist, wird dir wieder einfallen, wie wenig du solche Menschen leiden kannst und wie so gar nicht du solche Menschen in deinem Leben haben willst. Der Versuch, sie doch noch zu überzeugen (vom Gegenteil), dich zu beweisen, sie dazu zu bekommen, dich wertzuschätzen und zu lieben, ist nur ein wiedergekehrter Versuch von früher, dich selbst von dir und deinem Wert zu überzeugen. In Wahrheit diskutierst du nur mit dir selbst und mit den Geistern deiner Vergangenheit.

Sei der Mann, der du sein willst. Sei die Frau, die du sein willst. Bitte niemanden um Erlaubnis, der nicht in deinen Schuhen steckt und frage denjenigen auch nicht um Rat, wenn er doch gar nicht wissen kann, was es heißt, du zu sein. Erinnere dich an dich. Komm wieder in deine Kraft.

Mach Platz für dich.

Sei der Mensch, der du wirklich bist.

 

Selbstsabotage & Blockaden: Welche Geschichte erzählst du dir?

Selbstsabotage & Blockaden: Welche Geschichte erzählst du dir?

 

So wie du, haben alle Menschen, auch ich, eine Geschichte, die sie sich erzählen. Aus dieser Geschichte, auf die ich im Blog eingehen werde, erwachsen alle – ALLE – Blockaden, die zur Selbstsabotage werden und dich hindern, zu werden, wer du wirklich bist. Diese Geschichte sorgt dafür, dass du dich versteckst, deine Bedürfnisse ignorierst oder dass andere sie ignorieren.

 

Was Blockaden und Selbstsabotage mit deiner Geschichte zu tun haben

löse blockaden auf und stoppe die selbstsabotageUnsere Geschichten sind immer besonders – besonders gut oder besonders schlecht. Doch diese Geschichte ist nicht die reine Wahrheit, nämlich eine, in der Menschen menschlich sind und Fehler machen. In unseren Geschichten soll es wie im Märchen einen magischen Anfang, einen spannenden Hauptteil und ein gutes Ende geben, einen Helden und eine Heldin, die alle Hürden überwinden. Es gibt versinnbildlicht Könige und Königinnen, böse Hexen, gute Zauberer und sprechende Tiere, einen Prinzen, eine Prinzessin. Es gibt Drachen sowie verwunschene Wälder voller guter Elfen und Feen. Wir sind der Held oder die Heldin dieser Geschichte und werden vor eine Aufgabe gestellt, die wir erfüllen müssen – solange, bis wir siegen. Und hier beginnen die Blockaden und auferlegte Schicksale.

Wir alle haben und brauchen Geschichten, die wir uns und anderen erzählen können. Doch welche wir erzählen, das entscheiden wir allein. Wir schmücken unsere Geschichte mit allerhand Symbolen und Personen aus – solange, bis wir sie verstehen – bis sie gut klingt oder Sinn ergibt.

Die Geschichte, die du dir erzählst, hat mit hoher Sicherheit nichts mit den Ereignissen deines Lebens zu tun. Sie besteht stattdessen aus deinen Interpretationen, deinen Ausschmückungen, Symbolen und Personen, deinen Hoffnungen – angereichert mit vielen Gefühlen und Gedanken. Deine Geschichte beinhaltet auch die Geschichten, die dir andere über dich und sich erzählen. Sie besteht außerdem aus den Geschichten deiner Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und weiterer Ahnen. Sie lieferten dir den Rahmen für deine Geschichte. Und nur du weißt, wer in deiner Geschichte die Guten sind, jenseits welcher Grenzen das Böse lauert. Nur du weißt, wie sie enden wird. Denn du bist dein eigener Geschichtenerzähler, du allein schreibst deine Geschichte.

Du kannst dich nicht mehr daran erinnern, aber schon seit deiner Geburt spinnst du dir deine Geschichte über die Welt, dein Leben, deinen Körper, deine Fähigkeiten und die Menschen um dich herum zusammen. Damit es nicht langweilig wird, hast du dir früh angewöhnt, stets an deiner Geschichte zu arbeiten, große Teile umzuschreiben, Sinnzusammenhänge herzustellen, neue Charaktere einzuführen, Kapitel hin- und herzuschieben, das Ende zu streichen oder die Kapitelüberschriften zu ändern. Vielleicht liest du sie hin und wieder Korrektur und entfernst die Rechtschreib- und Grammatikfehler. Vielleicht gibst du sie beizeiten jemand anderem zum Lesen, der dir Feedback gibt, dir sagt, ob er sie gern gelesen hat, ob ihm deine Geschichte gefällt.

Ganz sicher hast du einige Menschen kennengelernt, die kein Teil deiner Geschichte sein wollten oder denen deine Geschichte Angst gemacht hat. Vielleicht wollten sie, dass du ihre Geschichte viel schöner findest als deine oder fanden gar, dass du keine eigene Geschichte verdient hättest. Vielleicht sahen sie dich nicht als Held oder Heldin, der bzw. die du bist und sein möchtest. Oder sie schafften es, dass du dein Buch weglegst und stattdessen in ihrem blätterst, ihnen ihre Geschichte schöner schreibst und gut enden lässt, statt an deiner eigenen zu arbeiten und zu feilen. Vielleicht versuchst du bis heute, die Geschichte eines anderen Menschen irgendwie mit deiner in Einklang zu bringen.

 

Welche Rolle hast du dir geschrieben?

immer die Gute, Liebe, Hilfsbereite sein?Welche Rolle man sich selbst und seinen Mitmenschen in der Geschichte, die man sich erzählt, verleiht, ist das wirklich Spannende. Ist man ein Königskind oder der König bzw. die Königin selbst? Oder ist man eine bettelarme, gefügige und gepeinigte Magd, die mit Verachtung bestraft und ausgelacht wird? Ist man ein Kriegs- oder Finanzminister, eine gute Fee oder eine böse Hexe? Wird sich der Prinz beim ersten Blick in deine Augen in dich verlieben? Oder wird er dich nur dann mögen, wenn du schöne Kleider trägst und 10 kg abgenommen hast? Wirst du zum König ernannt, wenn du die Feinde des Königreichs vertrieben hast oder der Vater erst einmal gestorben ist? Wirst du dann endlich zeigen können, was in dir steckt? Wirst du dann endlich jemand sein oder so, wie du in Wahrheit bist? Oder wirst du dich erst noch beweisen müssen, schuften und kämpfen müssen, um zur königlichen Gesellschaft dazuzugehören? Bist du der immer unterhaltsame Hofnarr oder die Tochter der Köchin, die die Prinzessin um ihre Schönheit und Anerkennung beneidet? Oder bist du die Prinzessin, die einem wohlhabenden Prinzen versprochen ist, aber in Wahrheit den schönen, aber armen Stalljungen liebt? Bist du der gute Sohn in den Augen deiner Eltern oder die vernachlässigte, ungeliebte Tochter, das schwarze Schaf, das nur darauf wartet, in ihrem Wert erkannt zu werden oder alt genug zu sein, um zu flüchten?

Welchen Charakter wir uns geben, womit und mit wem wir uns identifizieren, ist ein entscheidender Aspekt für den Verlauf unserer Geschichte. Denn unsere Geschichten müssen Sinn ergeben. So sind wir Menschen gestrickt. Wir würden nie einer Geschichte glauben, in der der Finanzminister plötzlich zum Hofnarren degradiert wird, weil er so viel besser Witze erzählen kann, als Finanzen zu verwalten. Wir würden nie glauben, dass der Prinz vom bösen Trank der Hexe bis zum Ende seines Lebens verzaubert bliebe, statt durch die Kraft der Liebe von der Prinzessin mit einem einzigen Kuss aufgeweckt zu werden. Wir wollen Geschichten, die gut ausgehen, in denen das Gute über das Böse siegen wird. Wie spielt keine Rolle für uns. So mögen wir unsere Märchen. So schreiben wir unsere Geschichten. Und so erzählen wir sie uns und allen, die sie hören wollen.

Das kleine Mädchen in dir, der kleine Junge in dir, mag im Moment nicht glauben, dass die Geschichte gut enden wird. Er sieht, dass der Mittelteil von Kriegen, hinterhältigen und ungerechten Machenschaften, Ablehnung und Versagen, Einsamkeit und Machtlosigkeit dominiert wird. Und was geschieht, wenn wir uns immer wieder nur ein Kapitel, in dem der Held oder die Heldin zum Weitermachen gezwungen wird, dem Ruf des Lebens folgend, sich erfolglos zur Wehr setzt, vorlesen? Wir vergessen den Anfang, die schönen Kapitel zuvor, die schönen Kapitel danach, das Ende. Wir vergessen vor allem, dass wir diese Kapitel geschrieben haben und wir sie stets neu schreiben könnten – wenn wir bereit sind, unsere Geschichte mit anderen Augen zu sehen.

Wieso das so ist? Weil wir eines von Märchen zu glauben wissen: nämlich, dass sie zu schön sind, um wahr zu sein oder wahr zu werden.

 

Zu schön, um wahr zu sein

Probleme kennt man, Glück und Zufriedenheit nichtMenschen, die sich deshalb keine Märchen erzählen, sondern erwachsene Geschichten – Geschichten für Erwachsene, gibt es zuhauf. Dann sind es eben keine dunklen Mächte, bösen Hexen und Zauberer mit Tränken und Stäben, die einem vom Glück abhalten. In erwachsenen Geschichten sind die kleinen Jungen und Mädchen, die die Geschichtenerzähler einmal waren, auch nicht mehr blauäugig oder gutgläubig. Sie haben ihre Lektionen gelernt, denn das Buch ihres Lebens war in ihrer Wahrheit ein Schulbuch, Krimi, Drama, Horror oder eine Geschichte, die sie weder verstehen noch mögen.

All diese Geschichten haben eines gemeinsam: Sie fordern Opfer. Menschen leiden, vereinsamen und sterben, weil sie nicht ausreichen, nicht klug, reich, mächtig oder schön genug sind. Und wo es Opfer gibt, gibt es auch Täter, mindestens einen, in den meisten Geschichten aber sind es gleich mehrere. Wir übersehen, dass wir um der Spannung willen Fehler machen oder extra lange leiden, bis wir uns aus den Fängen unserer Peiniger befreien können. Wir weigern uns, zu erkennen, dass wir selbst unsere Geschichte schreiben, uns unsere Täter suchen und uns selbst zum Opfer ernennen – damit wir kämpfen und triumphieren können.

Deshalb sind die Geschichten, die wir uns erzählen, in vielen Fällen traurig. Vielleicht sehen sie so aus, als würden sie ein gutes Ende nehmen, weil wir einen Partner gefunden haben, eine Familie gegründet haben, befördert wurden oder mehr Gehalt bekommen haben. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt: Obwohl wir allen Grund zur Lebensfreude und Mut haben, erzählen wir uns lieber, dass unsere Geschichte böse enden wird oder gar muss – sonst würde es keinen Sinn ergeben. Oder wir erzählen uns, unsere Geschichte klänge noch nicht gut genug. Erst wenn wir x erreicht hätten, wäre unsere Geschichte eine besonders schöne, die wir uns und anderen besonders gern erzählen.

 

Von Horrorgeschichten zur Liebesgeschichte: Schreib deine Geschichte um

Wenn wir bereit sind, unsere Lebensabschnitte und -ereignisse wie ein Buch zu sehen, in dem es weitere Kapitel geben wird und ein Ende, das wir noch nicht kennen, aber gut sein kann, vermag unsere Geschichte, uns neu zu verzaubern. Wir dürfen uns erlauben, unsere Art, wie wir uns unsere Geschichten erzählen, zu ändern. Wenn wir keine Horrorgeschichten mögen, sollten wir auch keine schreiben, lesen und uns und anderen erzählen. Wenn wir keine Dramen mögen, weil sie uns zu sehr ergreifen, sollten wir keine Dramen schreiben, lesen und uns und anderen erzählen. Doch viele tun das Gegenteil und so gehen Menschen, die sich ungern gruseln, abends ins Bett und erzählen sich wieder eine Horrorgeschichte oder eine besonders dramatische und traurige – ihre eigene. Und obwohl diese Geschichte so schlecht ist, erzählen sie sie immer und immer – damit sie sie auch ja nicht vergessen.

Denn eine traurige Geschichte zu haben, die man sich und anderen erzählen kann, ist immerhin besser, als keine Geschichte zu haben. Sie ist auch besser als eine langweilige zu haben, in der nichts passiert, die vor sich hindümpelt und dennoch kein Ende zu nehmen scheint. Geschichten sind da, damit man jemanden zum Zuhören anzieht und selbst etwas zu erzählen hat. Deswegen schmücken wir unsere Geschichten oftmals mit extra üblen Charakteren und Wendungen aus. Damit es spannend bleibt…

Wir alle haben und brauchen Geschichten, die wir uns und anderen erzählen können. Doch welche wir erzählen, das entscheiden wir. Es ist deshalb so wichtig, dass wir uns unsere Geschichte sehr genau auswählen und sie stets korrigieren, um Denkfehler und unstimmige Sinnzusammenhänge zu vermeiden. Wir müssen wissen, welche Art Geschichten uns guttun und welche uns nur noch mehr verletzen. Wir müssen Entscheidungen treffen, was im nächsten Kapitel geschehen soll und was den Lauf der Geschichte behindern würde.

Vor allem aber müssen wir erkennen, welche Geschichte wir uns und anderen seit Jahren erzählen, damit wir sie endlich zu unserem Besten umschreiben können.

 

Bin ich gut oder böse? Der Tag, an dem ich zu einem Arschloch wurde

Bin ich gut oder böse? Der Tag, an dem ich zu einem Arschloch wurde

 

Ich habe mein Leben lang versucht, Menschen zu verstehen: wie sie sind, wieso sie so sind, wie sie so wurden und wie ich am besten mit ihnen umgehen kann, wenn mir das Schwierigkeiten bereitet. Wie ich sie dazu bekomme, mich zu mögen, war eine Frage, die mich bis 2013, als ich plötzlich Agoraphobie und Panikattacken “bekam”, begleitet hatte. Spätestens da musste ich lernen, dass mein Gutsein bzw. So-sein-wie-andere-Menschen-mich-am-meisten-mögen-Würden nicht zwingend mit meinem “gut” übereinstimmte, sondern es mich sogar arg verletzte. Ich rutschte immer tiefer in die Bedürfnisse anderer, war immer mehr damit beschäftigt, anderen zu geben, was sie von mir erwarteten. Am Ende hatte ich Mühe, ihre Erwartungen von meinen zu trennen. Dann kam der Tag, an dem ich selbst Arsch wurde. In der Therapie hatte meine Psychologin nämlich großen Wert darauf gelegt, mir neu beizubringen, dass ich (ICH!) auch Bedürfnisse und Erwartungen hatte, die – Überraschung! – rein gar nichts mit denen anderer zu tun hatten.

Diese Lektion sitzt mir noch immer so tief in den Gliedern, dass meine heutige, größte Angst die vor – Überraschung Nummer 2 – Selbstverlust ist. Am anderen Ende meiner Angst sitzen Freiheit, Zeit, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Potenzialentfaltung, Selbstabgrenzung und vor allem: die neue Fähigkeit, mich von allem und jedem zu trennen, im Guten für beide Seiten, bevor ich mich von mir trenne. Die Kunst ist und bleibt, die Waage zu halten. Ich lerne sie jeden Tag neu. Was das mit Angstattacken und Panik, Depression und Stress zu tun hat, so hoffe ich, soll dir meine eigene Geschichte erklären.

 

Wie ich wurde, wer ich war

brav und lieb sein wollen aus der kindheitIch habe mich immer als Mensch gesehen, der an sich “lieb” war, niemandem schaden wollte und gern fürsorglich und loyal war. Das fand ich netter als alle anderen Optionen. Als ich aber 2013 nur noch mit mir selbst beschäftigt sein konnte, um meine psychischen Herausforderungen zu bewältigen, wurde mir etwas klar: Auch ich habe böse Anteile. Und die sind weder sonderlich erträglich noch sonderlich verträglich mit dem Ziel meines inneren Kindes: Gemocht werden! Notfalls bis zum (Z)Erbrechen!

Ganz ehrlich: Ich bin gern lieb und nett. Es ist so einfach und gleichzeitig schön, wenn man gemocht wird. Es fühlt sich sicher an und so kuschelig warm. Als ich das loslassen musste, um wieder gesund zu werden, ging es mir alles andere als gut damit. Meine Angst wollte, dass ich mich durchsetze und bei einigen unbeliebt machte. Ich hasste diese verborgene Seite an mir. Sie machte mich fordernd und unliebenswert. Ich selbst empfand Wutausbrüche, Egoismus, Unsensibilität, fehlende Hilfsbereitschaft, Ablehnung, klare Grenzen und freien Willen als lästig. Aber nicht nur das: Ich wusste, wie verletzend diese Charaktereigenschaften sein konnten. Immerhin hatte ich sie selbst zugenüge abbekommen. Irgendwann, als ich klein war, muss ich mir geschworen haben: So werde ich nie! Dieses Versprechen brachte mich in Teufels Küche. Im wahrsten Sinne des Wortes: Denn je mehr man Engel spielt, desto mehr Schatten produziert man. Wir sind eben nicht nur Licht und Liebe. Wir tragen alle dunkle und böse Seiten in uns. Unseren Schatten werden wir niemals los. Punkt.

Aber Menschen mögen “gute” Menschen, je nachdem, wie sie “gut” definieren. Einige interpretieren die Bedeutung “gut” als liebenswert (weil man xyz ist), andere wiederum können einen als “gut” empfinden, weil man etwas Bestimmtes (Schlechtes) nicht tut oder ist. Das hatte ich in meiner Kindheit gelernt und bis in die Dreißiger einverleibt. Ich war das sprichwörtliche Konzept eines Menschen, der es jedem rechtmachen konnte, weil er es wollte. Wenn jemand weinte, war ich da und wischte seine Tränen weg. Wenn jemand Unterhaltung brauchte, unternahm ich etwas mit ihm. Wenn jemand Aufmerksamkeit wollte, war ich da und streichelte seine Eitelkeit. Von einigen bekam ich wertvolle Liebe in Form von Dank oder Teilsein zurück. Von anderen bekam ich gar nichts, besonders, wenn ich dieses Verhalten nicht nach ihrer Laune aufrechterhielt. Dafür erntete ich aber Missbilligung und Ausgrenzung. Und fühlte mich schuldig.

Aber ich billigte und ertrug. Ich erinnere mich sogar an Zeiten, in denen ich meinte, das müsste so sein: nicht wegen mir, sondern weil es die Umstände mit sich brachten, weil “harte Zeiten nun einmal harte Maßnahmen erforderten” (“Schon ok, dass ich zum Kollateralschaden wurde! Macht nichts!”) oder auch, weil “man sich im Sturm mit jedem Hafen zufriedengibt” (“Passt schon. Ich reiche eben nicht aus!”). Ich hatte eine Menge Rechtfertigungen für das verletzende Verhalten meiner Mitmenschen oder Ereignisse, die mich ins Wanken brachten. Und noch mehr Argumente hatte ich, wieso ich nach außen hin lieb bleiben musste.

Im Endeffekt war das der größte Trugschluss, die dickste Illusion, der ich je hätte erliegen können.
Was mir meine Angststörung zeigte? Das hier:

 

Eigentlich bin ich ganz anders und es ist Zeit, dass ich das merke (und andere auch)!

engel oder teufel über gute und böse menschen und unserem schattenIch habe Harmonie schon immer geschätzt und mochte es, wenn alles ruhig und ohne große Herausforderungen vonstatten ging. Mir bedeutet Seelenruhe sehr viel; ständige Auseinandersetzungen und Kämpfe tun mir hingegen weh. Noch immer. Doch unsere dunklen Seiten zu verbergen, zu verneinen, zu projizieren oder zu verdrängen, macht uns leider anfällig – für Menschen, die uns ihre dunkle Seite vor die Füße kotzen, uns ihre Messer in den Rücken stechen und dann lächelnd von dannen ziehen. Du weißt, was ich meine. Nur habe ich früher nie verstanden, dass diese Menschen ihren “guten” Sinn haben: mir zum Beispiel zu zeigen, dass ich fordern und WOLLEN darf, dass ich mir Wünsche erfüllen darf, gleich, was andere dazu sagen, und dass ich meine Wege gehen SOLLTE – einfach nur meinetwegen. Sie zeigten mir, dass andere niemals wichtiger sind als ich und dass jeder okay ist, so, wie er ist (ob das anderen nun gefällt oder nicht). Und dann noch: Auch ICH darf mich ruhigen Gewissens mal so richtig daneben benehmen, Fehler machen und völlig unvernünftig sein.

Mein damaliger (und heutiger) Schlüsselsatz:
Wichtig ist nur, dass du dir selbst genügst.

Meine Stärke war das nicht. Nehmen wir meine letzten zwei Beziehungen: Sie bestanden fast nur daraus, dass ich da war, wenn und weil sie mich da haben wollten. Ich erfüllte alle Bedingungen, die meine Partner an eine Beziehung und eine Frau (oder gute Freundin, Schwester, Mutter) hatten. Ich schrie ihnen fast ins Gesicht: Such dir was aus, was dir gefällt! Als wäre ich ein Supermarkt. Ich stellte keine eigenen Bedingungen auf, außer, dass ich geliebt werden müsste. Dafür war ich das, was sie wollten, brauchten – oder nicht wollten und nicht brauchten. Ich war eine wandelnde Anpassungsfrau oder wie Julia Onken es in ihrem Klassiker “Vatermänner” formulierte: eine wahre Leistungstochter.

Auch im Job: Mein damaliger Arbeitgeber hat mir große Dienste geleistet, nicht nur an wertvollen Lektionen fürs Leben. Auch menschlich hat er mir viele tolle Personen in mein Leben gebracht, von denen ich charakterlich schwer profitieren konnte. Auch in puncto Wissen durfte ich in dem Unternehmen wachsen und viele neue Bereiche erkunden. Und hier kommt das berühmte Aber: ICH, so wie ich wirklich BIN, passte nicht dorthin. Ich leistete mich dumm und dämlich, doch am Ende des Tages fühlte ich mich trotzdem ungenügend. Nichts reichte, nicht einmal ich mir. Aber ich tat einiges, was es so aussehen ließ, als wäre ich der ideale Griff für meine damalige Arbeit und meine damalige Arbeit der ideale Griff für mein kleines Mädchen namens MUSS. Mein wahres Ich, nicht etwa das angepasste, kleine und erlernte Ich, musste ich verheimlichen. Das war der Preis.

Auch in Freundschaften musste ich die Erfahrung machen, dass ich verlassen wurde, wenn ich aufhörte, den Zweck zu erfüllen – welcher es auch war. Ich verlor einige Menschen an meine Angst- und Panikstörung. Heute sage ich gerade heraus: zum Glück! Ich hätte ihnen nicht länger geben können, was sie von der Welt, und ich als ihr Symbol, brauchten. Damals blieb ich still und litt, nahm es hin, wie es war, muckte nicht auf, stand nicht für mich ein. Und tat ich es doch, verlor ich sie ebenfalls.

 

Und jetzt das Schöne: Du darfst!

wut rauslassen und so sein wie man ist statt immer gut zu seinIch lernte in dieser Zeit, dass mich einige Menschen “gut”, ja, sogar besser fanden, wenn ich das “böse Mädchen”, das Teufelchen, die krakeelende Furie herausholte, die sich zur Wehr setzte und ihrer Wut über all ihre verletzten Grenzen Ausdruck verlieh. Das machte mich stutzig, wie du dir sicher vorstellen kannst. Bei mir war es mein damaliger Chef, der meiner nötigen Veränderung den Anstoß gab. Er machte meinen Tag, an dem ich zu einem Arschloch wurde und offen und befreit jedem Menschen meine Grenzen (notfalls auch) ins Gesicht brüllte, zu einem unvergesslichen Moment. Kein ausschließlich “guter”, aber dafür notwendiger. Ganz sicher hast auch du so einen Menschen in deinem Leben oder aber sie laufen dir regelmäßig über den Weg.

Hauptsache ist, dass du nicht vor ihren Worten davonläufst, sondern stehenbleibst und sie anhörst. Und ihnen glaubst.

Es macht dir vielleicht Angst oder sorgt für Panikattacken, Depressionen oder Stresshormone, wenn du nicht gemocht wirst, aneckst oder als unbequem, unliebenswert und anstrengend empfunden wirst. Es zeigt deine tiefe Empathie, Sensibilität und Flexibilität, dich allen Umständen, externen Bedingungen und Menschen anpassen zu können, sodass du dich geliebt, wertgeschätzt fühlst und vor allem willkommen und genug.

 

Alles hat seinen Preis: Das Problematische am Nettsein

Du kämpfst: um etwas, was du nur dann bekommst, wenn du etwas bist oder nicht bist – Bedingungen, die andere dir wie einen Einkaufszettel in die Hand drücken. Bringst du die Zutaten nicht aus deinem Supermarkt des Seins mit, kann das geplante Lieblingsessen der Anderen nicht gekocht werden. Es schmeckt ihnen auf jeden Fall sehr viel weniger. Und du hast vielleicht sogar Schuld und darfst dich wie ein kleines Kind schämen. Du weißt ja immerhin, dass sie Bedingungen haben. Du fürchtest, dass sie den Vertrag mit dir auflösen, wenn du gegen die Bedingungen, die du einst unterschrieben hast, verstößt.

gib deiner angst panik und depression was sie will sei wie du bistAber hier ist ein Geheimnis: So ein Szenario ist Kind-Eltern-Dynamik. Klar, du kannst motzen und poltern und brüllen: Verdammt nochmal! Habt mich endlich lieb und gern, genauso, wie ich bin! Oder aber du bist lieb und brav und tust alles, was sie von dir wollen, als wären sie deine Eltern und du das kleine, hilflose Ding, was in seiner Existenz völlig von ihnen abhängig wäre. Du: das Opfer. Sie: die Täter.

Oder du erinnerst dich daran, dass weder sie größer sind als du, noch irgendwer entscheidet, wer und was du bist, außer du selbst.

Bedingungen können sich ändern, verringern oder erweitern. Es gibt keinen Vertrag und kein Versprechen, das nicht heute noch gelöst werden kann. Du darfst jederzeit allen Bedingungen widersprechen. Du darfst Verträge auflösen. Du darfst anderen deine Bedingungen vorlegen, die sie unterschreiben müssen, damit du dich wohl und gesund fühlst. Du darfst alles das, was auch andere glauben, zu “dürfen”, sogar das, was dich zutiefst verletzt. Auch wenn das “Auge um Auge, Zahn um Zahn”-Prinzip so seine Tücken hat: Wenn du das brauchst, nimm es dir. Erlaube es dir. Offen. Ehrlich. Sodass es JEDER sehen kann. Du wirst erstaunt sein, wie wenig die Reaktionen der Menschen, deren Reaktionen du am meisten fürchtest, dem entsprechen werden, was dir deine Angst flüstert.

 

Noch ein letztes Wort: Du bist kein Supermarkt!

Der Eine mag Leber, der Andere hasst sie: So ist das Leben. So sind die Menschen. Wir brauchen Vielfalt und niemand kann es jedem rechtmachen. Wenn du dich verlierst, aus Angst, andere zu verlieren, dann bleibt dir dennoch ein Verlust sicher. Verlust gibt es, wie du siehst, auf beiden Wegen. Natürlich wünsche ich dir, dass du dich gegen den Verlust deines Selbst entscheidest und notfalls gegen andere Menschen, die dich anders wollen.

Aber es gibt noch etwas, was dir zeigen möchte, dass Selbstverlust eine der schmerzhaftesten Wunden ist, die du dir zufügen könntest: deine Angst, Panikattacken, Depressionen und/oder täglicher Anpassungs-Stress.

Was auch immer dich beherrscht, existiert nur, weil du dich beherrschen lässt.

Deine Angst möchte, dass du den Thron deines Lebens besteigst. Sie brüllt: Raus aus der Enge deines Lebens! Befreie dich von fremden Ketten! Deine Panik will, dass du dich abgrenzst – von allem, was dir fremde Grenzen setzt und deine überschreitet, dich kleinhält und im Schmerz über die Umstände festhält. Sie bettelt: Hör auf, everybody’s darling sein zu wollen. Grenze dich endlich an! Deine Depressionen mögen dir missverständlicherweise sagen, dass du nicht wert seiest, aber in Wahrheit rufen sie: Erkenne deinen Wert – mit all deinen guten und “bösen” Seiten, deinen hohen und niederen Gefühlen. Trauere und dann erhebe dich. Oder auch: Erhebe dich, weil du trauerst.

ein leben im albtraum ist kein gutes leben sei böseEine jede Krankheit hat ihre ureigene Form, so wie ein jeder Mensch seine Art und Weise hat. Angst beispielsweise kommt ja nicht umsonst vom lateinischen Wort angus für Enge. Panik als Begriff stammt von Pan, das Wesen der Mythologie aus halb Mensch, halb Ziege. Der Gott!!! Pan wurde so richtig wütend und aufbrausend, wenn er seine Mittagsruhe nicht bekam und es jemand wagte, ihn zu stören. Seine Wutausbrüche prägten das heutige Wort Panik, weil er alle Störenfriede seine unerfüllten Bedürfnisse und verletzten Grenzen spüren ließ. Depression stammt vom lateinischen Wort deprimere und bedeutet “niederdrücken”. Was wiegt so schwer, dass es dich niederdrückt? Wozu hältst du dich klein? Wie gehst du mit den niederen Gefühlen um? Und natürlich vieles, vieles mehr.

Krankheit zeigt dir also genau, dass du mit etwas/jemand Krankhaftem und Ungesundem, Giftigem und Störendem auf “gut Wetter machst”. Doch jeder Regen bringt dir einen Segen. Sei bereit für die Veränderung, nach der dein Körper, Geist und Herz (oder deine Seele) sich sehnen. Gib ihnen einfach, was sie wollen. Dreh ein wenig deine Stimme hoch, wenn du beim nächsten Mal verletzt wirst. Wirf Geschirr an die Wand, wenn dich jemand wütend macht. Leg einfach auf, wenn du dir das Gerede eines Menschen nicht mehr geben willst. Melde dich nicht mehr, wenn du keinen Kontakt mit jemandem haben möchtest. Sag einem Menschen, dass du dich ausgenutzt fühlst. Trau dich, etwas und jemanden abzulehnen, weil es nicht mit deinem Bauchgefühl übereinstimmt: Was auch immer es braucht, um dich wohl und gesund zu fühlen, tue es. Es mag leichter sein, sich selbst gegenüber böse zu sein oder seine Wut, Traurigkeit und Angst in sich zu behalten, statt die “lieben und guten” Grenzen zu sprengen. Aber auch das hat seinen Preis.

Und wenn du bereits unter starken Stresssymptomen oder gar Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen leidest, dann laden sie dich ein, neu zu überlegen, ob dieser Preis nicht doch VIEL zu hoch ist – gemessen an dem, was du für ihn bekommst.

Sag mir:
Wie gehst du mit deinem Schatten um? Was hat dir deine Angst, Panik, dein Stress oder deine Trauer, Depression, Burnout oder Wut gezeigt? Bist du lieber Engel oder Teufel? 

Alles Liebe,

Janett Menzel Angst Blog

 

 

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

Die 5 Charaktertypen: Was sie in ihrem Leben brauchen & lernen müssen

 

Ich bin ein sehr großer Fan von Dr. Anoeda Judith. Sie ist eine weltbekannte Psychologin und befasst sich neben spirituellen Aspekten des Lebens vorwiegend mit psychosomatischen. Unter anderem sprach sie kürzlich über die fünf Charaktertypen, ihre Herausforderungen und Lernaufgaben – ergo, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen und gesund und zufrieden zu leben.

Ihr Vortrag ist ursprünglich in englischer Sprache auf YouTube erschienen (Link siehe Quelle unten). Ich habe die Typen noch um einige Informationen erweitert.

 

Die fünf Charaktertypen: Was ihre Schutzmechanismen prägte

Judith sagt, die Typen würden in fünf Kindheitsstadien entstehen, je nachdem, in welchem Stadium man verletzt wurde. Die nachstehenden Charaktertypen beschützen allesamt ihr inneres Kind, das Kind, das sie einst waren. Jedes Kind legt sich seine Schutzmechanismen zu, um in seinem Umfeld zurechtzukommen. Später im Leben, versuchen wir diese früheren Ängste, Unsicherheiten und traumatischen Wunden nicht erneut aufreißen zu lassen. So fühlen wir uns sicher – ähnlich sicher, wie wir uns durch die Mechanismen in unserer Kindheit fühlten. Sie sind tief in uns vergraben und bilden unser ganz eigenes psychologisches Schutzschild. Das wiederum bestimmt darüber, wie wir fühlen, handeln und denken. Doch sich aus den alten Schmerzen zu befreien und sich neu zu erkennen, kann diese Wunden heilen. So werden wir gesünder und vor allem entspannter, je mehr Vertrauen wir in uns, die Welt und unser Leben haben.

 

Was die Charaktertypen für ihr großes Lebensglück lernen dürfen

Jedem dieser Typen fallen somit Lernaufgaben in den Schoß, die noch bis in hohe Alter “erledigt” werden können, um sich schlussendlich rundum zufrieden und befreit zu fühlen – ohne eingekerkerte Angst, Trauer, Schuld und Scham. Doch wir weisen mehrere Verwundungen aus unserer Kindheit auf. Deshalb ist es nicht erstaunlich, wenn du dich in zwei oder gar drei Typen wiederfindest.

 

Der Kreative/Spirituelle (Schizoide)

intuition intuitive menschen spüren die gefühle und bedürfnisse andererDieser Charaktertyp formt sich in den ersten Jahren, wenn sich das Kind ungewollt, ungeliebt, missachtet und nicht akzeptiert fühlt, besonders von der Mutter. Diese Gefühle münden in einer Bodenlosigkeit, Ohnmacht, in fehlendem Urvertrauen in sich und die Welt und einer latenten oder offenen Opfereinstellung. Sie kann sich in Unlust auf soziale Aktivitäten, fehlendem Glauben und Vertrauen in jeden Menschen äußern. Die Welt ist in herausfordernden Situationen der Feind. Alle und alles ist gegen sie, meinen viele in extremen Momenten.

Sie wünschen sich, dass die Welt ein sicherer Ort für sie ist, dass sie sich frei und leicht entfalten können, ohne Gegenwehr und Aversionen anderer. Sie planen deshalb oft im Voraus alle ihre Schritte. Sie erhoffen sich so eine maximale Sicherheit, nur für den Fall, dass sich ihre Vermutung, etwas könne schiefgehen, doch bewahrheitet. Viele lösen aber durch ihre Erwartungsangst bereits unnötige Sorgen, Trauer und Angst aus. Auch Schuldgefühle sind nicht selten.

Ihr Schutzmechanismus: Dieser Typus hat wenig Kontakt zu seinem Körper und ist daher für das Spirituelle sehr offen. Sie sind sehr intelligent, abstrakt, wissenschaftlich oder kreativ. Viele von ihnen sind hochbegabt. Der Kreative/Spirituelle hat als jedoch Aufgabe, in seinen Körper zurückzufinden. Aber viele empfinden ihren Körper als “zu eng”, weil der Geist so viel größer ist. Sie haben das Gefühl, dass sie im Bewusstsein ihres Körpers eingeschränkt wären, weshalb sie lieber in geistigen und spirituellen Gefilden unterwegs sind. Sie fragen sich oft, ob sie überhaupt das Recht haben, auf dieser Welt zu sein. Sie sind typische Kopfmenschen, typische Geistliche, Weltverbesserer und Perfektionisten, typische Künstler und im gereiften Zustand zum Beispiel Spirituelle, Esoteriker, Meditierende oder Yogis. Sie suchen nach ihrem Sinn. Sinnlosigkeit aber lähmt ihr Dasein, lässt sie krank werden oder melancholisch und lethargisch. Probleme durch andere versuchen sie mit ihrem Geist oder einer gedanklichen Flucht zu lösen, weil sie gelernt haben, dass ihr Kopf ihnen erlaubt, in andere Welten vorzudringen, in denen sie einen Platz haben. Dort gibt es eine Lösung. Sie suchen mit ihrem Geist nach einem Nutzen für alles Geschehene und besonders nach ihrem Nutzen. Sie misstrauen sehr oft Beziehungen und viele vermeiden intensive Nähe – aus Angst vor Inbeschlagnahme oder Selbstverlust. Sie dürfen Achtsamkeit lernen, Erdung, Körperbewusstsein und -wahrnehmung, Vertrauen in sich und in Gefühle sowie Sicherheit in ihrem Körper. Sie profitieren mehr als alle anderen Typen von Achtsamkeitstraining und Stressmanagementtechniken, Kontakt mit der Natur und alternativen/energetischen Behandlungsmethoden.

 

Der Liebende (Orale)

so machst du einen mann in dich verliebtDieser Typus bildet sich heraus, wenn ein Kind keine Anerkennung und Wertschätzung, Zuwendung und Liebe erhält und seine Grundbedürfnisse unerfüllt bleiben, sich die Bezugspersonen nicht genug kümmern oder das Kind viel zu wenig von dem, was es braucht, bekommt. Das resultiert wiederum in einer großen Bedürftigkeit und Abhängigkeit. Weil sich das Kind dessen bewusst ist, achtet es besonders daraus, was die Anderen brauchen. Sie sind von jeher sehr auf die Erfüllung fremder Bedürfnisse bedacht, in der Hoffnung, ein kleines Stück des Kuchens abzubekommen.

Sie brauchen Beziehungen deshalb wie die Luft zum Atmen, neigen zu Süchten wie Rauchen oder oralen Befriedigungen wie Essen oder auch Alkohol. Es ist für sie ein Ersatz für Kontakt und zugleich eine Möglichkeit, die fehlende Verbindung zu sich selbst und anderen, einschließlich der unerfüllten Bedürfnisse ihrer Kindheit aufzuwerten. Daher werden sie auch Orale genannt, weil der Atem – das wissen wir bereits von Ruediger Dahlke und anderen Experten – eben genau dafür steht: Kontakt und Verbindung. Doch sie scheitern sehr oft in Beziehungen. Entweder sie verlangen zu viel Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld und beklagen stets, was sie alles nicht bekommen. Oder aber sie geben und geben und geben und wagen es nicht, zu fordern und zu nehmen. In beiden Fällen leben sie in der Vergangenheit und versuchen das damals Erlebte aufzuarbeiten/wiedergutzumachen, um sich wenigstens heute wertvoll und geliebt zu fühlen.

Die Oralen geben viel Energie an andere und gehören zu den “Gebenden und Fürsorgenden”. Sie sind oft Lehrer, Pädagogen, im sozialen Bereich tätig oder von Herzen her Mutter bzw. Vater, ohne etwas anderes zu brauchen. Sie fürchten die Trennung und würden eher einen Verlust ihres Selbst in Kauf nehmen.

Die Liebenden/Oralen leben wegen ihrer fürsorgenden Ader ohne starke eigene Grenzen. Sie sind gutgläubig, liebenswürdig, liebevoll und wollen für alle nur das Beste. Sie sind Kümmerer und “Muttis” oder Chefs mit Herz oder beste Freunde. Sie sind Vertrauenspersonen und werden von der Welt auch so behandelt: offen für die Probleme und Bedürfnisse eines Jeden. Sie sind wegen ihrer Herzlichkeit aber leicht ausnutzbar und werden nicht selten betrogen. Im Allgemeinen sind sie zu wenig auf sich konzentriert und zu sehr auf andere. Da sie aus der Kindheit glauben, sie hätten nicht genug gegeben, haben sie ergo in ihrem Empfinden nicht genug bekommen. Sie suchen in Wahrheit nach Menschen, die ihnen wegen ihrer Selbst Liebe und Ehrlichkeit schenken. Doch sie scheitern oft an der Realität, werden benutzt oder manipuliert. Wenn sie bereits die Schattenseite ihrer Fürsorge gelernt haben, werden viele sehr clever und legen ihre Naivität ab. Dann gehören sie zu den Menschen, die “den Braten” schnell riechen, Lügen und Ungereimtheiten oder Gefahren schnell erkennen. Sie sind sehr intuitiv und nicht selten höchst empathisch. Sie dürfen Selbstfürsorge und eigene Grenzen, Selbstwert und Selbstabgrenzung lernen.

 

Der Beständige/Durchhaltende (Masochist)

Dieser Charaktertypus entsteht, wenn ein Kind versucht, sich von den Bezugspersonen und deren Bedürfnissen abzunabeln, aber unterbrochen oder gar aufgehalten wird. Dann hinterlässt das beim Kind den Eindruck, dass es keine eigene Persönlichkeit haben soll/darf, ohne Konflikte und Disharmonie auszulösen, ohne verlassen zu werden, ohne im übertragenen Sinn “zu sterben”. Für ein Kind ist es sehr oft ein emotionaler Tod. Diesen Typus finden wir demnach oft bei kontrollierenden, zwanghaften und abhängigen Eltern, die Feindlichkeit und Strafe nutzen, um ihr Kind entsprechend ihrer Wünsche “zu formen”.

Erwachsene mit diesem Charaktertyp leben in ihrem Leben oft entlang der Bedürfnisse anderer, versuchen vieles, um sie zu erfüllen und befriedigen und sind oft damit beschäftigt, den Anderen glücklich zu machen. Emotionale Abhängigkeit in Beziehungen, Job und Familie finden wir genauso wie Menschen, die co-abhängig sind und zum Beispiel Substanzabhängigkeit dulden, aus Angst vor Trennung. Sie werden eben deshalb auch masochistisch genannt. Denn sie verletzen sich selbst dort, wo andere nur den Kopf schütteln und das Weite suchen würden. Doch sie sind sich ihrer Kraft und ihrer Selbstwirksamkeit nicht bewusst, weil sie es schlichtweg nicht gelernt haben bzw. lernen sollten – jedenfalls nicht, wenn sie keine Konsequenzen erfahren wollten.

Der Beständige/Durchhaltende ist wegen seiner Loyalität eher im Hintergrund zu finden, was sie zu fantastischen Hintermännern und -frauen macht. Diese Menschen bitten oder fordern wenig; sie sind da, wenn sie gebraucht werden, funktionieren scheinbar immer, beschweren sich nicht und tragen oft und bereitwillig Verantwortung (auch fremde). Sie wollen wenig auffallen, zeigen sich ungern und gehören eher zu den leisen, introvertierten Menschen. Sie sind solide, geerdet und sehr verlässlich, aber sie sind selten wirklich glücklich. Sie dürfen lernen, ihre Bedürfnisse und Bedürftigkeit auszudrücken und andere auf ihre verletzliche Seite hinzuweisen. Ihnen fehlt diese Lebendigkeit, weil sie sich wegen dem Durchhalten nur schwer spüren. Sie mussten sich ihre eigene Art der “Betäubung”, wie Judith es nennt, suchen und haben deshalb eine derart starke, aber unsichtbare Abgrenzung, dass sie leicht melancholisch oder mitunter auch depressiv werden können – meistens, ohne es zu zeigen. Sie verbergen ihre wahren Bedürfnisse und Schmerzen. Sie leben im Leisten und Müssen und sehen in den seltensten Fällen ihre Optionen. Sie dürfen daher lernen, dass sie ebenso alles dürfen und nichts müssen, andere ebenso auf sie zu achten haben und sie ebenso Liebe und Halt benötigen, um sich wohlzufühlen.

 

Der Herausforderer (Zweifler)

was ist intuition und was hat empathie damit zu tunWenn ein Kind betrogen, emotional/körperlich/seelisch missbraucht wird, formt sich dieser Typus heraus. Im Extrem kann das bis zu psychopathischen Grundzügen führen. Denn dieser Typus hat es sich zur Aufgabe gemacht – komme, was wolle – nie wieder von anderen fremdbestimmt oder ausgenutzt zu werden. Sie suchen und sehnen sich nach Macht und nach Menschen, die es ihnen rechtmachen – gleich, ob sie damit andere verletzen. Hauptsache, sie werden nicht verletzt. Sie fühlen sich andernfalls ausgeliefert und ohnmächtig, völlig verängstigt und erleiden den alten Schmerz von damals neu.

Welche Form von “Missbrauch” es auch war, der sie ausgesetzt waren: Es hat sie traumatisiert. Sie tragen in sich eine tief schmerzhafte Wunde, die sie sehr aggressiv und beizeiten höchst feinselig werden lässt, wenn sich ihnen jemand in die Quere stellt. Bitte nicht verwechseln mit einem hin und wieder misslungenem Tonfall oder einer Wut, endlich akzeptiert zu werden, wie man ist. Hier sind die Menschen gemeint, die auf stets ihr Ding durchziehen, bewusst egoistisch sind (aus Angst), immer ihren Zielen Vorrang geben und dabei keinerlei Rücksicht oder Mitgefühl an sich heranlassen. Einige von ihnen überspielen diesen angstbesetzten Machtdrang mit einer freundlichen Maske, doch sie behalten ihr Ziel dahinter stets im Blick. Im Allgemeinen fühlen sie sich sehr einsam, schnell ausgegrenzt und angegriffen. Sie nutzen ihre “Macht” deshalb gern, um dieses Gefühl zu schmälern. In Wahrheit sind sie einfach tief verletzt und tun auf diese Art ihr Bestes, um nie wieder dasselbe zu erleben wie früher. Sie wenden auch ihre eigene, unverdaute Wut häufig gegen andere oder unterstellen ihnen, was sie selbst in sich tragen.

Der Herausforderer/Zweifler hat in der Kindheit sein Bedürfnis nach Willenserfüllung und Macht gespürt und versucht, auszuleben. Sie wissen, wie es sich anfühlt, sie selbst zu sein und kennen ihre Identität. Aber sie wurden auf eine Art von Bezugspersonen oder ihrem Umfeld betrogen oder ausgenutzt. Statt sich zu fügen, werden sie starrsinnig und unbeugsam, durchsetzungs- und willensstark. Sie sind später gute Anführer, Geschäftsführer oder finden sich in hohen Positionen wieder, in denen sie über Macht verfügen. Sie mögen ebenso starke Machtstrukturen, z. B. in politischen und gesellschaftlichen Belangen. Man findet sie auch oft in juristischen Gebieten wieder. Wenn man jemanden braucht, der sich für einen stark macht, sind sie ideal. Aber, so Judith, werden sie selbst angegriffen oder finden sich in Herausforderungen wieder, werden sie schnell wütend und hitzköpfig, stur und unnahbar, aggressiv und kampfbereit. Sie dulden nur selten Widerrede. Sich mit ihnen abzulegen, nun ja, braucht schon Selbstvertrauen und guten Mut. Sie dürfen lernen, dass Flexibilität, innere Ruhe trotz Gegenwehr sowie Sich-Zurücklehnen auch positive Seiten haben kann. Sich dem Leben anzuvertrauen und hinzugeben, ist genauso wichtig für sie, wie das Ablegen der Angst vor fremden Bedürfnissen, Inbeschlagnahme, Liebe und liebevoller Führung. Ob sie nun lernen, dem Universum, einem Gott oder bestimmten Menschen zu vertrauen: Sie dürfen sich dem Leben öffnen und erkennen, dass es sicher ist, auch ohne stets mit dem Kopf durch die Wand gehen zu müssen. Gewinnen und Kontrollieren muss nicht im Mittelpunkt stehen. Auch Loslassen hat seinen Wert und seine Vorteile.

 

Der Strebende/Begierige (Unbeugsame)

du bist so schön wie rose glaube an dich und deinen wertDieser Typus bildet sich aus, wenn sich das Kind vom Elternteil des gegensätzlichen Geschlechts abgelehnt fühlt (Junge von der Mutter, Mädchen vom Vater). Das führt dazu, dass es verstärkt im Kopf lebt, sich emotional abschottet und glaubt, immer perfekt sein zu müssen. Es sehnt sich im Stillen nach bedingungsloser Liebe. Unbeugsame Typen verlieren nicht selten die Verbindung zu ihrem wahren Selbst, nur um sie später als Erwachsene wieder zu suchen beginnen.

Sie fühlen sich falsch, nicht genug, leiden deshalb oft unter Schuldgefühlen und Scham, Angst vor Nähe und Trennung. Dahinter verbirgt sich eine unermessliche Traurigkeit, weil sie zu glauben lernten, nicht okay, nicht liebenswürdig, nicht schön, nicht genug zu seien. Sie haben gelernt, dass sie anders sein müssten, um geliebt zu werden.

Sie streben deshalb nach Perfektion, leisten und leisten und landen nicht selten in einem Burnout oder erleben heftige Angst- und Panikattacken, weil sich ihr Herz nach dem Ablegen ihrer Maske sehnt. Die Maske, die sie in der Öffentlichkeit tragen, wiegt schwer. Zwar können sie sie oft und lange aufrechterhalten. Aber es kommt bei den meisten in den späteren Jahren der innere Drang, einfach nur so sein zu dürfen, wie sie sind. Entweder sie bahnen sich dann mit viel Antiautorität und Durchsetzungsvermögen den Weg. Oder sie versuchen es mit Gefälligkeit, Leistung und Gehorsam gegenüber “Obrigkeiten” aller Art, von Partnern, Chef, Kollegen und Freunden bis hin zum Ursprung: den Bezugspersonen.

Der Strebende/Begierige sucht nach einer Möglichkeit, seinen Wert zu beweisen, sei es durch Popularität, Liebenswürdigkeit, Reichtum, Schönheit oder Können. Diese Menschen brauchen die resultierende Anerkennung, weil sie an bedingte Liebe gewöhnt sind. In ihrer Kindheit erhielten sie das Gefühl und Signal, dass sie nur geliebt würden, wenn… (irgendeine Bedingung, z. B. gute Noten, gut im Sport, dünn, gutaussehend, beliebt, brav, klug/alleswissend, immer der/die Beste in irgendetwas etc.). Sie wollen noch immer alles richtig machen. Sie sind, in dem, was sie tun, meist sehr gut organisiert, gut strukturiert, ein Halt für andere. Auch äußerlich versuchen sie, so gut aussehend wie möglich zu sein. Sie glauben leider, dass sie weder schlechte Seiten noch Macken oder gar Gefühle und Bedürfnisse haben dürften. Doch hinter der auferlegten Saubermann-, Gutmensch-, Erfolgsmensch- und XYZ-Fassade verstecken sie sich. Sie haben eine Leistungs-Maske, die sie überall aufrechterhalten, besonders in Beziehungen. Dieser Typus darf lernen, dass er nichts muss und nichts braucht, um geliebt zu werden, er bereits gut genug ist, so wie er ist. Er darf erkennen, dass die Bereiche, in denen er “leistet” nur von früher übernommen wurden, sie aber nicht seine Identität sind. Dieser Typus hat es oft sehr schwer, denn mitunter braucht es eine Weile, bis er verstanden hat, dass er so sein darf, wie er ist, und dennoch geliebt und liebenswürdig ist, dass er tun und lassen darf, was er möchte und dennoch geachtet und wertgeschätzt wird sowie, dass er Fehler machen darf, ohne mit Liebesentzug bestraft zu werden.

 

Quelle: (1) Anodea Judith Describes the 5 Character Types

 

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

Das kleine Mädchen Muss: „Ich will nicht mehr allein sein!“ (Nummero 3)

 

Das Kleine Mädchen Muss beruht auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen mit meinem inneren Kind, dem man nicht immer alles erlauben und schon gar nicht alles glauben muss. So zickig, wie sie auch sein kann: Sie meint es nur gut mit der erwachsenen Janett, auch wenn sie oftmals vergisst, dass wir keine Kinder mehr sind. Die Regeln der “Großen”, die sie in Schönschrift stets auf einer Papierrolle bei sich trägt, gelten heute einfach nicht mehr. Aber erklär’ das mal einer 12jährigen, die stets versucht, brav und gehorsam zu sein, um ihre Ziele zu erreichen! 


Neulich datete ich wieder einmal einen Mann. Paul sah gut aus, schien intelligent und nett und war ein paar Jahre älter als ich. Und wie viele Singles in Berlin hatte auch er es recht eilig im Finden der Liebe: Treffen nach fünf oberflächlichen Nachrichten, Knutschen am ersten Abend und diese eine bestimmte Biersorte, die ich seiner Meinung unbedingt! trinken musste – aber nicht trank, was ihm genauso wenig schmeckte wie mir Bier.

Schon bei diesem ersten Anflug von Übergriffigkeit wurde ich vorsichtig. Mein kleines Mädchen Muss aber hatte sich schon in der Vorbereitung auf das Fest unseres Lebens komplett in die Farbe der Liebe gekleidet und sich für Beziehung, Zusammenziehen, Hochzeit, Kinder bereitgemacht. Endlich ein erfülltes Leben!, wie sie fand. Dass ich ihr da einen Strich durch die Rechnung machen würde! In ihren Augen war es ein Verbrechen, einen solchen Mann abzuweisen. Sie verzehrte sich nach Liebe und Aufmerksamkeit, doch vergaß beizeiten gern, sich den jeweiligen Mann etwas genauer anzusehen, bevor wir uns auf ihn einließen.

An jenem Abend, es war gegen 22:30 Uhr, verstand sie die Welt nicht mehr. Und erwartete Antworten. Wir sollten eine der schwierigsten Diskussionen führen, die ich je mit meinem inneren Kind hatte austragen müssen. Wir standen im Wohnzimmer, sie bockig und ich genervt. “Ich kann nicht mit einem Mann zusammensein, der mir diktiert, was ich zu fühlen und zu wollen habe! Und das schon beim ersten Treffen! Also HALLO?” erklärte ich ihr.

“Was ist das denn für ein Grund, bitte?” totterte sie und erinnerte mich an all die dummen “Regeln”, die man als Kind so lernt und leider selten wieder vergisst. So auch sie. “Regel Nummero 68: Du musst immer lieb, brav und nett sein. Nur dann mögen dich Menschen. Regel Nummero 68a: Was nicht für dich passt, musst du halt passend machen.” An ihrem ernsten Blick konnte ich ablesen, dass sie so schnell nicht aufgeben würde. Sie rückte ihre Besserwisser-Brille zurecht, während ihre Stirn in Zorn vor sich hinknitterte.

“Das ist ein sehr guter Grund! Ich suche nämlich einen Partner und keinen Vater.”

Wütend stapfte sie auf den Boden. “Ich will nicht mehr allein sein!”

“Liebe hat aber nichts mit Gehorsam zu tun. Sie ist kein Weg aus der Angst vor’m Alleinsein oder der Einsamkeit, Angst, nicht genug zu sein und Angst vor Trennung und Verlust… Soll ich weitermachen?”

Sie seufzte tief. “Weißt du, was ich glaube, was der Paul gedacht hat? Er wollte nur, dass du einen schönen Abend hast!” schnödelte sie weiter. “Männer sind da doch ganz einfach gestrickt: Sie wollen die Frau erobern, sie beeindrucken, mit ihrem Wissen, ihrem Aussehen”, belehrte sie mich, während ihr langer, wohlgeflochtener Zopf im Takt ihrer Argumentation wippte. “Und auch mit ihrer sensiblen Seite, ihrem Erfolg und kulinarischen Erfahrungen!” Sie legte bedächtig ihr Patschehändchen auf meine Schulter. Sie verfolgte ganz offensichtlich einen Plan, wie sie mich doch noch dazu bekam, dass ich Paul voller Freude anrief, obwohl wir nicht zusammenpassten.

“Bier für drei Euro fünfzig in ‘ner Weddinger Kneipe? Das ist doch nicht kulinarisch!” Und er hätte es noch nicht einmal bezahlt, dachte ich mir im Stillen. Ich vergaß, dass sie alle meine Gedanken hören konnte. Sie war eben Teil von mir – so wie so manches Bier zu manchem Mann gehörte.

“Das hätte er bestimmt, wenn du nicht auf deinen blöden Weißwein bestanden hättest!” prustete sie.

(Immerhin schmeckte der vertraut.)

“Oder nimm diesen ersten! Ähm…wie hieß er denn noch gleich?” Sie klappte ihre Regelrolle auf. Sie hatte darauf einen dieser gelben Memozettel geklebt und die wenigen Namen der Männer, die ich seit meinem Partnersuchstart im Juni kennengelernt hatte, notiert. Ich lugte verwundert über den Rand der Rolle.

“Meinst du den, der eigens nach ein paar Stunden beschloss, dass ich mit ihm schlafen würde?”

“Ja! Genau…” Sie hielt kurz inne. “…aber er war SEHR freundlich!” Ich nickte nur stumm und versuchte ihr mit einem lächelnden Blick zu sagen, dass ich diese Diskussion ganz sicher gewinnen würde, wenn ihre Argumente weiterhin so dünn blieben.

“Oder Nick!” Ich hätte es ahnen müssen. “Er wollte, dass du zu ihm fährst, aber nein! Du musstest ja lieber mit deinen Freundinnen tanzen gehen!” Natürlich holte sie die eine Keule heraus, die mich am ehesten treffen würde. Und natürlich heißt er nicht Nick. Einige Mädels aus der Schule nannten ihn nur so, weil er früher so aussah wie Nick Carter. Ich war ihm vor einigen Wochen auf einer Singlebörse “über den Weg gelaufen” und musste mich unweigerlich daran erinnern, wie schwer ich von der 7. bis zur 11. Klasse in ihn verknallt gewesen war. Das letzte Jahr war er nicht einmal mehr auf der Schule gewesen, aber er wurde trotzdem schmerzlich vermisst. “DEN mochte ICH!”

“Genau. DU mochtest ihn. Das kleine 12jährige Mädchen, das noch nicht einmal einen BH trug, als sie von einem der begehrtesten Jungen der ganzen Schule gemocht wurde! In deinem Kopf stehst du noch immer im Bus zur Schule und klammerst dich an die Haltestange – aus Angst, umzukippen, weil er hinter dir steht!”

Sie schaute mich verblüfft an. “Ja, so war das. Worauf willst du hinaus?”

“Dass ich keine 12 mehr bin und er keine 14. Jeder hat sein Leben. Wir sind erwachsen.” Als wir für einige Tage sporadischen Kontakt hatten, wurde schnell klar, dass es ihm stresstechnisch nicht so gut ging. Mir ging es selbst sehr verhalten zu der Zeit. “Du erinnerst dich an meine Schlafprobleme? Ich hatte einfach keine Kraft.”

“Aber du hättest doch trotzdem hinfahren können! Du bist doch nur nicht zu ihm, weil du Angst hattest, dich in ihn zu verlieben! Von wegen ‘keine Kraft’!”

Wie kommt man da wieder heraus?, fragte ich mich. Ich musste mich an all die Männer erinnern, die ähnliche Diskussionen mit mir geführt hatten und partout nicht verstehen wollten, dass Liebe nicht immer in eine Beziehung führt und eine Beziehung eben mitunter auch keine Liebe macht. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt war, für die Liebe muss man Platz im Leben schaffen. Aber nicht immer war das so einfach, besonders beim Thema Jugendliebe oder gar Fernbeziehungen.

“Angst muss nicht immer falsch sein. Manchmal ist sie auch sehr nützlich.” Ich prüfte kurz, ob das in Bezug zu Nick auch stimmte oder nur eine Ausrede war, die in meinem Kopf gut klang. “Wie dem auch sei…” Ich schüttelte der Einfachheit halber den Rest der Zweifel ab, während mein kleines Mädchen Muss mich angestrengt musterte.

Ich fuhr fort: “Nick mal kurz beiseite! Was die anderen Männer angeht: Wer sich wie ein kleines Mädchen benimmt und auf Teufel heraus von irgendwem geliebt werden will und alles tut, was der potenzielle Partner will, der wird auch wie ein kleines Mädchen behandelt. In unserem Fall heißt das, Süße: Wir kriegen Männer ab, die uns sagen, was wir trinken, essen, denken, fühlen, wollen und tun sollen. Man sollte weder seine Gesundheit noch sein Wohlbefinden für eine Beziehung opfern, nur aus Angst vor’m Alleinsein.”

“Du bist echt die Einzige auf der Welt, die es schafft, eine Einladung oder ein Bier zu einem Thema der Unterdrückung zu machen. Und DU nennst MICH verrückt!” Sie stapfte wieder auf die Dielen, die unter ihren kleinen Füßen bejahend quietschten.

Ich spitzte die Lippen, um etwas mehr Zeit zu gewinnen. “Touché”, grinste ich ihr schließlich breit ins Gesicht, und gab mich mit der Schwäche geschlagen, mitunter schneller das Handtuch zu werfen als andere.

Sie schnaubte enttäuscht und wurde urplötzlich traurig. “Andere haben wenigstens jemanden, auch wenn sie nicht verliebt sind oder es nicht optimal passt.”

“Und ich wünsche ihnen viel Glück dabei. Aber das ist nicht unser Weg.” Ich musste kurz ein- und ausatmen. “Ich glaube eben nicht, dass eine Beziehung ein Ersatz für einen Lebensplan ist.” Immerhin hatte ich zu genüge lernen dürfen, dass Partnerschaften einen weder vor den Unannehmlichkeiten des Lebens noch vor einen selbst retteten. Am Ende war man doch nur mit sich zu Gange, im Guten wie im Schlechten. Wer nicht mit seinen Gefühlen, besonders den fiesen und stechenden, umgehen konnte, der würde auch vor den Tiefs in einer Partnerschaft nicht gefeit sein. Davon war ich überzeugt. Das war mein 11. Gebot. Gäbe es das als Bildspruch, würde es in A0-Format über meinem Bett hängen. Wenn ich mir all die Paare ansah, die aus lauter Angst vor einem Neubeginn oder ihren Gefühle und dem, was NACH einer Trennung kommen könnte, lieber an ihrer kaputten Beziehung festhielten, wollte ich instinktiv immer zum Telefonhörer greifen und meiner Mutter gratulieren, dass sie mir so einen Unsinn nicht beigebracht hatte.

“Manches auf dieser Welt kann man einfach nicht erzwingen. Und Liebe gehört definitiv dazu. Schreib das doch bitte mit zu deinen Regeln…unter Nummer…ähmmm…” Ich versuchte mich an die letzte Regel zu erinnern, aber meine Kleine hatte so endlos viele.

“Regel Nummero 100: Du musst immer wollen, was andere wollen!” Sie starrte eine Weile auf diese Regel.

“Merkste selbst, oder?” lächelte ich vorsichtig, um sie nicht weiter zu enttäuschen.

Sie seufzte, streckte mir ihre kleine, zarte Hand offen hin und signalisierte damit, dass ich ihr einen Stift reichen möge. Ich tat wie verlangt, aber musste unentwegt grinsen, so wie Nick es früher immer getan hatte, wenn er sich über jemanden amüsierte – im niedlichen Stil – mit erhobenem Kopf und einem verschmitzten Blinken in den Augen. Sie holte noch einmal Luft, bevor sie den Stift ansetzte und die Regel durchstrich. Dann schaute sie mich mit großen Fragezeichen im Gesicht an. Sie wollte eine neue Regel. Sofort.

“Wie wäre es mit ‘Ich darf darauf vertrauen, dass zur rechten Zeit der richtige Mensch in mein Leben tritt.’?'”

“Echt jetzt?” wütete sie. Ich nickte nur und verschränkte bestimmt die Arme vor der Brust. Sie musterte mich ein paar Sekunden lang und schrieb schließlich gehorsam meine Worte auf. Doch eine letzte Frage brannte ihr noch unter den Fingernägeln:

“Und wie geht’s nun weiter?”

Ich wusste, dass mein kleines Mädchen Muss einen Plan wollte, eine Garantie, und die am liebsten mit Unterschrift und Blutzeichen. Doch für Liebe gibt es nun einmal keine Garantie. Und wie mein Ex Sven immer so schön und richtig zu sagen pflegte: ‘Man kann sich eben nicht aussuchen, wen man kennenlernt.’

“Was machen wir denn jetzt?” wiederholte sie ihre Frage etwas drängender.

Ich dachte kurz nach und seufzte. “Weinchen?” grinste ich sie schließlich an und tätschelte ihr auf dem Weg in die Küche beruhigend die Schulter.

©Janett Menzel

Fotos: New York Zoos and Aquarium

Hier geht’s zur ersten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: Der innere Kritiker (Nr. 1)
Hier geht’s zur zweiten Episode des kleinen Mädchens Muss: >> Das kleine Mädchen Muss: “Du brauchst einen Mann!” (Nr. 2)