Dein Denken: Welche Gedanken zu Angstzuständen führen können

Dein Denken: Welche Gedanken zu Angstzuständen führen können

Ich habe mich jahrelang dabei beobachtet, wie ich denke, und welche Gedanken zu Angst führen, und welche nicht. Ich habe mittlerweile eine Art Gedankenkoffer für mich entwickelt, der mir hilft, erst gar keine Ängste auszulösen – und falls sie doch kommen, habe ich welche, die sie wieder überwinden. Denn ja, man kann sich sehr leicht in Angstzustände hineindenken und das auch ohne sich vorzustellen, dass man Angst bekommen würde, wenn erst einmal X passierte.

Wenn das auch für dich ein Thema ist, lade ich dich hier in diesem Artikel dazu ein, auch dich und deine Gedanken zu reflektieren, um deine Angst zu verringern.

Wie deine Gedanken zu Angst werden können: Übers Denken – Fühlen – Handeln

Gedanken machen Angst
Es sind unsere Gedanken, die uns Angst machen können, weshalb wir sie sorgfältig auswählen sollten.

Man sagt, Gedanken führten zu Gefühlen und diese wiederum zu Handlungen. Und das stimmt auch, nur dass zuallererst ein Grundgefühl, das wir selten bemerken, auftaucht, was dann entsprechende Gedanken nach sich zieht, die wiederum neue Gefühle auslösen und wir diese dann in Handlungen übersetzen. Welche Handlungen gut oder nur gut gemeint sind, spielt nur eine geringe Rolle, denn wäre das Denken nicht an erster Stelle, gäbe es erst gar keine Probleme. Und somit auch keine Angstzustände.

Wir alle haben unsere ganz eigenen Ängste, die wir gelernt haben, sei es von unseren Eltern oder Großeltern oder in der Schule, von unseren Freunden “gemerkt” oder in Beziehungen entwickelt. In den meisten Fällen – so jedenfalls meine Erfahrung – sind es unbewusste/unterbewusste Verlustängste, die oft in Verbindung mit einem überstarken Motiv der Zugehörigkeit stehen und daher mit Selbstwertängsten. Dann treffen die Angst vor dem Alleinsein (vor dem sozialen Ausschluss und der Einsamkeit) auf die Angst vor Liebesentzug oder mangelnder Anerkennung.

Aber auch die Angst vor dem Verlust deines Selbst könnte ein Thema sein, dass dein Denken leitet, weswegen du Angstgedanken generierst, ohne es zu merken. Dann trifft deine Idee nach Unabhängigkeit, nicht eingeengt sein, frei sein, ohne jegliche Vorschriften, deine Zeit frei zu planen auf die Angst vor Trennung. Basta, Schluss, Aus zu sagen fällt vielen nicht leicht.

Es kann aber auch sein, dass du unbewusst/unterbewusst Angst vor sozialem Wettbewerb hast, wiederum in Verbindung mit Selbstwertängsten. Dann sind Durchsetzungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Wissen um & Einstehen für deine Bedürfnisse, Kennen deines Wertes, Würde usw. eventuell große Themen für dich.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wichtig für dich ist es zu wissen, dass jede dieser Ängste in dir leben und so dein Denken kontrollieren/steuern, ob du es nun merkst oder nicht.

Gedankenarten und Gedankenmuster, die zu Angst führen können

sich in die zukunft denken führt oft zu zukunftsängsten

Es gibt dennoch verschiedene Wege, wie du für dich herausfinden kannst, was in dir los ist, wo es bei dir hakt, wo dein innerer Hund zu bellen beginnt. Diese stelle ich dir im Folgenden vor:

Gespräche im Kopf

Wir kennen das alle: Wir hatten einen Streit mit jemandem, den wir im Kopf weiterführen. Vielleicht weil uns einige Tage später einfällt, was wir hätten sagen wollen oder weil uns immer noch Dinge in den Sinn kommen, die die Perspektive erweitert hätten. Ebenso klassisch ist hier der ersehnte Kontakt zu jemandem: Wir stellen uns vor, dass wir Kontakt zu X haben, sprechen mit ihm im Geiste und sind ihm so nahe. Themen sind hier oft: unterdrückte/nicht ausgelebte Wut, Einsamkeit, Traurigkeit und Schuld(befreiung).

Traumleben im Kopf – Fantasien & Angst

Im Kopf ein Traumleben zu führen, sagen wir als Superstar, Schauspieler, Spitzensportler oder auch nur als wichtiger Mensch für XYZ produziert viel Mangeldenken. Wir kennen das aus unseren Teeniejahren, als wir heimlich in Sänger oder Schulkameraden verliebt waren. Aber auch heute noch gieren wir oft insgeheim, ob bewusst oder unbewusst, danach, jemand Besonderes oder Besseres zu sein, schöner, schlanker, reicher oder erfolgreicher, beneideter usw. Es verursacht nur sehr viel Stress und schüttet entsprechende Hormone aus, denn man denkt sich ja ständig aus der Realität weg hin zu einem Leben, das so nicht existiert. Wichtige Stichworte sind deshalb hier: Nichtakzeptanz des jetzigen Lebens(stils), mangelnde Achtsamkeit (kein Leben im Hier und Jetzt).

Ebenso spielen Zukunftsangst, Kontrollzwang und Versagensangst eine Rolle. Wenn wir selbst daran arbeiten, uns aus unserem Leben zu befreien, kann die Anhaftung an unser Ziel, (sagen wir, den Superstar doch noch kennenzulernen oder den Chef zu stürzen oder von der tollen Frau als der tolle Kerl erkannt zu werden), Leid verursachen. Denn es kann immer noch sein, dass es so nicht kommen wird. Es kann sein, dass du unbewusst denkst, du wärst nicht gut genug oder müsstest noch besser werden (hier wieder: schlanker, schöner, reicher, erfolgreicher usw.). Ist dem so oder läuft dir beispielsweise die Zeit davon, weil dein Ziel zeitsensibel ist, dann stresst es dich, weil dein Ziel in Gefahr gerät. Ergo ruft es Traurigkeit, Wut oder Schuld durch Zukunfts- und Versagensangst hervor, denn es gab keine andere Vision, keinen anderen Traum.

Keine Verbundenheit und das Gefühl des Getrenntseins: Drinnen im Draußen und draußen im Drinnen sein

Das hier trifft viele frische Mütter und vor allem Kreative, Hochbegabte, Hochsensible und Hochempathen: Wer gern/oft drinnen ist und/oder wenig Kontakt ins Außen hat, zu Menschen, denkt automatisch mehr. Output ist aber gleich null. Der Austausch fehlt, die Energie ist anders, das Körperempfinden, die muskulären und hormonellen Vorgänge etc.

Wer dann rausgeht, ertappt sich oft dabei, dass die Gedanken stören oder aber das Außen einen unterbricht in seinem Denken. Beides ist ein Pulverfass für Angst, denn man passt sich in diesem Moment nicht an seine (neue) Umgebung an, sondern erwartet noch immer, dass alles still ist zum Beispiel oder man allein, keine Rücksicht nehmen muss oder aber nicht im Mittelpunkt seines (Er)Lebens steht. Oder wie eine meiner Freundinnen in solchen Momenten gern zu sagen pflegt: Ich hasse Menschen. Das höre ich oft und kenne es von mir selbst, als ich noch Agoraphobie mit Panikattacken hatte. Dies löst ein Gefühl des Getrenntseins, vielleicht sogar Falschseins oder des Hasses auf die Welt aus. Es ist eine mangelnde Verbundenheit. Aber Verbundenheit kommt von Ver-Bindung und diese muss nun einmal selbst hergestellt werden.

Deshalb gehe ich grundsätzlich mindestens alle zwei Tage raus (Ich arbeite im Home Office.). Komme, was wolle, und sei es auch nur, um beim Späti meines Vertrauens mit dem Inhaber eine Runde zu plaudern und mir mein Lächeln abzuholen. Menschen sind soziale Wesen und (biologisch/geistig) nicht für Isolation gemacht. Solltest du jetzt noch denken Aber das sehe ich anders!, dann möchte ich dir gern etwas mit auf den Weg geben: Die Tatsache, dass du es anders siehst, liegt ebenso an deinen Gedanken. Ändere es und du wirst es anders sehen. Meinungen sind keine Fakten. Sie sind umstößlich.

Unterdrückte Gefühle (Wut, Traurigkeit, Schuld, Scham)

Ich kann es gar nicht oft genug sagen und sage es deshalb noch einmal: Wut (oft Mantel für Traurigkeit), Traurigkeit, Schuld (oft Katalysator für Wut) sowie Scham (oft Mantel für Verachtung oder Traurigkeit) ruft Angst auf den Plan, weil Angst nun einmal dafür da ist, dich vor unangenehmen Urgefühlen zu beschützen. Angst hingegen (nicht verwechseln mit dem Urgefühl Furcht!) ist nur die kleine Schwester von Furcht und nicht urig. Soll heißen: Wenn du ein unbewusstes Problem mit dem Erleben und Ausgleichen von Schuld, Scham, Traurigkeit oder Wut hast, kommt Angst automatisch, um dich davor zu bewahren, es zu fühlen.

Kreativität

Um es mit den Worten von Antoine de Saint-Exupéry zu sagen: Man ist “von Dringlichkeit beseelt”, wenn man kreativ ist. Dringlichkeit ist Hektik ist Stress ist Angst. Je kreativer man an der Umsetzung seiner Ideen arbeitet, desto mehr verschwindet die eigene Umwelt, weil man im Kopf nur noch in seinen eigenen Welten lebt, sei es in Form von Bildern, Fotografien, Literatur usw. Das Außen, vor deiner Wohnung/deinem Atelier, ist zwar ständig da, aber erhält im Extrem kaum mehr Beachtung, weil es zum Beispiel zu wenig Anreiz bietet. Das, was du erschaffen willst/erschaffst, nimmt sozusagen den Fokus für das Hier & Jetzt, die Realität, dein Leben, mit allem, was genauso wichtig ist wie dein Selbstausdruck.

Oft haben Künstler/Kreative in dieser “normalen” Welt auch noch keinen (angemessenen) Ausdruck für sich selbst gefunden, wie zum Beispiel einen richtig guten Freundeskreis, weswegen ein Leben in Bildern und Worten beispielsweise leichter für sie ist, mit der richtigen Welt umzugehen.

Was Angst-Denken hervorrufen kann

Einige Lebensumstände und Gewohnheiten, so habe ich es jedenfalls beobachtet, unterstützen diese Ängste oder lösen sie gar aus:

  • Koffein
  • Zigaretten (enthält Nervengifte)
  • übermäßiger Alkohol
  • Zucker
  • schwer verdauliche Speisen (nimmt dem Hirn die Kapazität, weil sie vom Darmhirn gebraucht wird, beeinflusst die Hormone)
  • Fleisch (besonders bei Hochsensiblen und Hochempathen)
  • Sitzen
  • mangelnde Bewegung (kein Sport, keine ausgiebigen, ruhigen Spaziergänge in ruhiger Umgebung)
  • kein Leerlauf im Denken (wie Meditation, Yoga, Musik, beim Filme schauen, lesen usw.)
  • Einsamkeit (trotz sozialer Bindungen) (Ich empfehle dir mein Buch dazu: Über die Kunst, allein zu sein)
  • zu viel Input (fehlender Ausdruck deines Selbst, aktiviert Selbstverlustangst – Dann ringen deine sozial genormten Gedankenmuster mit deinem Selbst, das ebenso Aufmerksamkeit von dir möchte)
  • Festhalten an Gewohnheiten statt Leben im Hier & Jetzt und sich Zurücklehnen
  • Misstrauen ins Leben, in dich selbst und – falls du daran glaubst – Gott, die Natur, das Universum usw.
  • toxische Beziehungen (inkl. Co-Abhängigkeit)
  • übermäßige Fürsorge für etwas/jemanden (Thema Selbstverlust)

Diese Liste ist nicht vollständig, aber soll dir einen ersten Einblick geben. Falls du dich wunderst, wieso hier Lebensmittel bzw. Ernährungsthemen enthalten sind: Die Psychologie kennt die substanzinduzierte sowie darmbasierte Angst/Depression. Hier einige Artikel von mir zum Thema:

Zuletzt beschrieb diese die Autorin und Medizinerin Guilia Enders in ihrem Buch “Darm mit Charme”. Sie ist aber keineswegs die einzige Wissenschaftlerin, die darauf aufmerksam machte.

Was du tun kannst, um aus deinem Angstdenken herauszukommen

vergebungsarbeit

Hier sind meine Gebote, die weder scherzhaft gemeint sind noch blasphemisch:

  1. Du sollst es nicht anders wollen, als es gerade ist. (Akzeptiere die Dinge, wie sie sind. Das heißt nicht, dass du sie so belassen musst. Ändere, was du ändern kannst, insofern es realistisch und gesund ist.)
  2. Dein Drang, etwas Besonderes (für jemanden oder die Welt) zu sein ist gut und richtig. Doch er taugt nur dann etwas, wenn du entsprechend handelst. Es dir nur vorzustellen, nur zu träumen, bringt dich nicht ans Ziel. (Falls dem so ist: Bedenke mal alle deine Ängste, die auftauchen würden, wenn dein Traum in Erfüllung ginge. Fällt dir da etwas ein? Falls nicht, klicke unbedingt auf den Link in diesem Punkt. Ich hatte dazu einen eigenen Artikel verfasst.)
  3. Das heißt besonders: Du sollst nicht beneiden anderer Leute Leben. (Denn es löst Selbstwertängste aus und Mangeldenken. Du bist gut und genug.)
  4. Du sollst dir schöne Gedanken machen. (Absichtlich! Denke an alles, was gut ist. Sei dankbar.)
  5. Du sollst über dich lachen dürfen/können. (Schreibe dir wegen deiner Gedanken einfach einmal alles auf, was du da gerade denkst. Du wirst sehen, dass einiges davon ziemlich witzig ist.)
  6. Du darfst streiten, aber sollst nach Frieden trachten. (Wut ist eine ungeheure Quelle für alles Schlimme auf dieser Welt. Unter anderem deine Angst. Verzeihe anderen. Vergib dir. Lass los. Lass gut sein. Was du auch tust: Leg deine Wut ad acta. Oder probiere es mal hawaiianisch. Sie haben ein eigenes Ritual dafür.)
  7. Heule, wenn dir danach ist. Aber wisse, wann Schluss ist. (Oder schau in den Spiegel, wenn du weinst. Irgendwann kommt der Punkt, an dem du dich nicht mehr leiden sehen kannst.)
  8. Perfektion ist eine Schlampe. Grundsätzlich ist Perfektion nur für Götter gedacht. Also lache über deine Fehler, wenn dir welche unterlaufen sind. Bitte notfalls um Entschuldigung. Aber vergib dir. Lerne dazu und daraus. Wir machen alle Fehler. Echt jetzt: WIR ALLE!!!
  9. Nimm dir Zeit für DICH, deine Person, deine Freunde, deine Anliegen, deinen Alltag. Verliere nicht den Fokus für alles, was genauso wichtig ist wie dein Job, den Mann, den du kennengelernt hast oder oder oder.
  10. Alles in dieser Welt braucht Balance: Laut und leise, hell und dunkel, viel und wenig usw. Sorge immer für Ausgleich, indem du ihn bewusst herstellst. Hast du dich viel um andere gekümmert? Dann sorge dich jetzt um dich, nimm dir eine Auszeit. War alles sehr laut in letzter Zeit? Dann geh in die Natur und genieße die Stille. Warst du viel allein? Dann unternimm etwas mit Freunden. Die Mitte liegt zwischen Plus und Minus.
  11. Suche dir etwas, was dich glücklich macht: Malen, Schreiben, Musik hören, Musizieren, Spazieren, Sport, Essen/Kochen, Einkaufen, Handwerken, Filme, Telefonieren, Nebenjobs, Basteln, Fotografieren, Nachbarschaftsgärtnern, Gassi gehen mit fremden Hunden, Müll aufsammeln in deinem Lieblingspark, dein eigenes Bier brauen oder lernen, was du schon immer lernen wolltest … Was auch immer dein Herz befreit und es springen lässt.
  12. Lache. Lache, was das Zeug hält. Es schüttet so viele gute Hormone aus. Ich könnte ein eigenes Buch dazu verfassen.

Achtsamkeit ist eine gute Variante, um deine Gedanken zu kontrollieren. Es gibt verschiedene Techniken, die du ausprobieren kannst. Denn allem voran und am wichtigsten bist du. Ja, du. Nichts und niemand sonst. Geht es dir schlecht, wird dir nichts Gutes gelingen. So ist die Regel. Und sie stimmt auf lange Sicht immer. (Pflegebedürftige Personen/Wesen, die nicht allein agieren können, sondern dem Tode geweiht wären ohne dich, zählen hier natürlich nicht rein.)

Konnte ich dir etwas weiterhelfen? Dann freue ich mich auf deine Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren oder auf deine Weiterempfehlung.

Du willst noch mehr dazu wissen, zu Angst und wie du sie überwindest, hast vielleicht sogar Panikattacken? Auch dazu habe ich etwas >>

Liebe Grüße
Janett

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

Angst vor Arbeit und Leistung, weil “der Job” krank macht

In vielen Unternehmen herrscht noch immer der Anspruch, ihre Mitarbeiter müssten täglich herausragende Ergebnisse liefern, besser sein statt nur “gut” und “genug”, Opfer im Privaten erbringen und konstant durch überdurchschnittliche Leistungen, Interesse und Engagement glänzen. Das zeichnet in ihren Augen eine “gute Arbeitseinstellung” aus. Mit dieser – so scheint es bei vielen Arbeitgebern – hätte ihr Personal Respekt und Zugehörigkeit verdient. Viele Arbeitnehmer klagen allein deshalb über Angst vor Leistung und dem Job, der Arbeit an sich, den Chef, den Kollegen – einhergehend mit Symptomen. Was wenig mit Arbeitsmoral zu tun hat, kann vielmehr ein Mix aus individuellen und firmenbezogenen Aspekten sein. Geschehen hier keine Korrekturen, greift der Körper/die Psyche zu natürlichen Abwehrmechanismen, um mögliche Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden.

In diesem Blogpost findest du mehr Hintergründe zu dieser Angst und einer einfachen Methode, mit dem du wieder neuen Sinn für dein Berufsleben schaffen kannst – oder feststellst, dass es Zeit für einen neuen Arbeitgeber ist.

Ursachen: Wie Angst vor Arbeit und Leistung im Job entstehen

Angst vor Arbeit zeigt sich gern in einer “miesen Arbeitseinstellung”, ist aber oft eine verschleppte Überforderung, Unterforderung oder Sinnentleerung. Hat der Arbeitnehmer keine Motivation mehr, zu arbeiten, leistet er weniger. Muss er dennoch übermäßig leisten, reagiert der Körper häufig mit Angstzuständen.

Angst vor Arbeit und Leistung entstehen nicht aus dem Nichts. Vieles muss im Vorfeld geschehen sein, damit ein Mensch plötzlich den Sinn in seinem Beruf oder Arbeiten an sich verliert. Oft geht es einher mit vielen Jahren des Beweisstellens, in denen der Arbeitnehmer mit einem starken sog. Leistungsmotiv etwas zu bewirken versucht: für sich, das Unternehmen, die Welt usw. Es kann auch sein, dass seit jeher das Underachiever-Syndrom vorliegt, in denen Menschen dazu erzogen wurden, nichts erreichen zu müssen (weil es ihnen a) ohnehin nichts brächte oder b) es von ihnen nicht abverlangt wurde). Ich gehe hier vom ersteren aus: Es bestand ein starker Drang danach, etwas zu leisten, weil man

  • etwas für sein Leben erreichen wollte (finanzielle Sicherheit/Stabilität bzw. Wohlstand, Lernen, Status, Persönlichkeitsentwicklung, Karriere) und bereit war, dafür vieles zu tun
  • etwas für die Welt tun wollte (Gutes tun, Menschen helfen, Lücken füllen, Ungerechtigkeit ausbalancieren usw.)
  • seinen Platz finden wollte (zu einer Gruppe Gleichgesinnter gehören wollte), das sog. Zugehörigkeitsmotiv
  • durch seine Leistungen an Bedeutung für andere/die Welt gewinnen wollte (Machtmotiv)

Und so ergaben sich die Motivationen: Man ging davon aus, indem man leistet, würde man erreichen/bekommen, was man sich gewünscht hatte. Doch damit Motivationen in uns entstehen können, die uns ins Handeln bringen, müssen wir uns sicher sein, dass das Gewünschte erreichbar ist. Sehen wir uns in unserem Handeln immer wieder scheitern oder kurz davor, erleben immer wieder die Angst, wir könnten versagen, erfahren Kritik oder gar kein Lob, ebbt unsere Motivation von Mal zu Mal ab. Man mag nicht mehr, kann nicht mehr, will nicht mehr. Es bildet sich eine Art innere Front gegen Leistungen jeder Art, gegen Arbeit an sich oder Aufgaben bestimmter Art.

Symptome, die mit Angst vor Arbeit und Leistung einhergehen können

wenn im Beruf zu arbeiten und zu leisten angst macht

Der Körper/die Psyche kündigt Überforderung, die schließlich in Angstzustände fließen kann, und durch konstanten Leistungsdruck (körperlicher, emotionaler und geistiger Art) begleitet wird, in erster Instanz durch “normale” Signale an:

  • Stress
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
  • unruhiges Wochenende mit einer tiefen Unlust am Sonntag beim Gedanken an den kommenden Montag/Arbeitstag
  • im Urlaub nicht abschalten können bzw. krank werden
  • trockene, unreine, fahl-aussehende Haut mit Juckreiz
  • Verdauungsprobleme
  • verringerte Immunabwehr
  • leichte bis mittlere Unlust am Morgen
  • innere Unruhe unter Menschen
  • latente Aggression, Impulsivität, Wutausbrüche (besonders wenn etwas nicht funktioniert bzw. nicht auf Anhieb klappt)
  • Muskelverspannungen (werden später gern zu Panikattacken)
  • unruhige Beine, Kribbeln in den Gliedmaßen
  • innere Unruhe auch während der Freizeit
  • innere Hektik (“Schnell-Schnell-Syndrom”, besonders bei Frauen)
  • Gefühle entweder extrem sensibel oder immer schwächer wahrnehmen (leicht in Tränen ausbrechen oder kaum mehr etwas spüren)
  • auf zwischenmenschliche Situationen nicht mehr eingehen wollen/können bzw. keine Ruhe für “Probleme” haben (Abwehr des emotionalen Leistungsdrucks)

um nur einige zu nennen. Das sind die häufigsten Begleiterscheinungen, die mir genannt werden.

Auch das Gefühl, man dürfe die Arbeit jetzt noch nicht beenden, obwohl es schon spät am Abend ist, oder man müsse noch in der Freizeit dieses und jenes für den Arbeitgeber tun, fällt darunter. Ständige Erreichbarkeit, E-Mail-Check am Wochenende oder in Gedanken stets im Büro oder in Gesprächen mit Kollegen zu sein gehören auch dazu. Das Gefühl, gebraucht zu werden und nicht ersetzbar zu sein, trifft auf den Drang, alles liegen zu lassen.

Deshalb sieht man das auch im Job/Beruf an der eigenen Leistung:

  • fehlendes Interesse
  • keine Verlässlichkeit mehr gewähren können/wollen
  • kein Pflichtbewusstsein mehr gewähren können/wollen
  • keine Teamfähigkeit mehr gewähren können/wollen (Ungeduld vor allem)
  • keinen Respekt mehr vor Autoritäten
  • keine Folgsamkeit mehr gewähren können/wollen
  • andere Werte als das Unternehmen entwickeln oder bereits haben
  • teilweise eine hohe Fehlerquote bei den Aufgaben
  • Aufgaben scheuen, die lange dauern, eine hohe Qualität oder Konzentration fordern
  • Konzentrationsschwierigkeiten, nur schwer sitzen bleiben können
  • häufiges Fehlen am Arbeitsplatz durch Krankheit

Alle diese Punkte können ambivalent gedeutet werden, entweder als Hinweis auf eine psychische Gefährdung oder als miese Arbeitsmoral.

Was hier passiert: Der innere Richter ermahnt zur Perfektion und Übermenschlichkeit, währen das Selbst um Gnade und Erlass bittet. Werden diese und ähnliche Symptome ignoriert, reagieren viele in nächster Instanz mit einer ausgeprägten Angst vor bzw. wegen Arbeit und Leistung im Job, gern begleitet durch diffuse Angst vor Kontakt mit Menschen (besonders die, die Ansprüche und Erwartungen an einen stellen aka Kunden, Kollegen und Vorgesetzte). So entstanden bei mir Agoraphobie mit Panikattacken. Andere wiederum entwickeln Depressionen bzw. Burnout oder erleben Angstzustände ohne Panikattacken. Wie der einzelne Körper reagiert, ist im Menschen selbst angelegt.

Der Selbsttest bzw. Eine einfache Methode, um sich zu durchschauen

Depressionen und Burnout können sich auch durch Angstzustände und Panikattacken zeigen

Hinter der anfangs nur leichten Angst verbirgt sich oft die Angst zu versagen – eine naheliegende Befürchtung, wenn unermüdliche Versuche, dem Arbeitgeber seinen Wert zu beweisen, im Vorfeld unternommen wurden. Diese Angst kann auch auftreten, wenn man es als Mitarbeiter mit (für einen selbst) sinnentleerten Aufgaben zu tun hat. Der Drive in Richtung Boreout ist ebenso häufig wie der in Richtung Burnout.

Doch liegt es wirklich NUR am Job? Ist es der einzelne Arbeitgeber und würde es dir besser bei einem anderen Unternehmen gehen? Liegt es an vielleicht ganz anderen Ursachen, z. B. daran, dass du unbewusst innerlich gekündigt hast? Bräuchtest du nur andere, interessantere Aufgaben? Oder fehlt es dir im Job an Anerkennung?

Beantworte aus dem Bauch heraus und ehrlich dir gegenüber (radikale Selbstprüfung!) folgende Fragen:

  • Welche Bedeutung hat Arbeit, Leistung für dich?
  • Welche Bedeutung hat “dieser Job” für dich? Gibt es in dem Unternehmen eine Abteilung, bei der du lieber arbeiten würdest?
  • Was müsste das Unternehmen tun, um dich zu motivieren?
  • Wie hast du dich früher selbst motiviert? (Strategien)
  • Und was genau hat dich motiviert, dort zu arbeiten? (Aufgabenbereich, Ziel/Motiv)
  • Wann hat dir die Arbeit das letzte Mal so richtig Freude bereitet? (Zeitpunkt und Arbeitsbereich bzw. Kollegium o. Ä. bestimmen)
  • Wann brach diese Freude weg? (Zeitpunkt bestimmen)
  • Wann und womit traten Unlust bzw. Gereiztheit, emotionale und geistige Überforderung/Unterforderung das erste Mal auf?
    War z. B. ein Kollege oder ein Arbeitsbereich Auslöser bzw. gibt es sich überschneidende Muster, wann immer du in Angst, Panik oder innere Abwehr, Unlust gerätst?
  • Wie reagiert dein Körper/Geist auf das, was im Job geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir geschenkt wird oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume)
  • Welche Bedürfnisse musst du hintenanstellen, um deinen Job gut zu machen?
  • Für die sehr Reflektierten: Wie reagiert dein Körper auf einzelne Aufgaben, nach dem Kontakt mit bestimmen Kollegen/Personen, morgens/mittags/nachmittags/andere Arbeitszeiten, bei Kontakt oder ohne Kontakt zu Kollegen/Vorgesetzte? Wie reagiert er, wenn Kollegen/Vorgesetzte im Urlaub sind? 
  • Wie reagiert er vor Personalgesprächen?
  • Wie reagiert er auf das, was NICHT geschieht? (z. B. Anerkennung, die dir nicht geschenkt wird, oder neue Herausforderungen, Mitspracherecht oder Entscheidungsfreiräume, Gehaltserhöhungen usw.)
  • Hast du noch Hoffnung, dass du in dem Unternehmen zufrieden werden kannst? Wenn ja, was kannst DU tun, um das zu fördern?
  • WILLST du noch hoffen oder ist deine Hoffnung langsam über die Zeit baden gegangen?
  • Halten dich deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber davon ab, dir einen neuen zu suchen? Wenn ja, welche genau sind das?
  • Wie siehst du dich durch deine Erfahrungen mit diesem Arbeitgeber heute anders, und wie hast du dich früher gesehen? Sind deine geänderten Ansichten zu dir und deinen Fähigkeiten, Befähigungen, Talenten und Charaktereigenschaften geprägt durch diese Erfahrungen?
  • Was ist der Hauptgrund dafür, dir keinen anderen Arbeitgeber zu suchen?
  • Findet sich dieser Hauptgrund als Attribut auch in der Art und Weise, wie du dich als Arbeitnehmer behandelt fühlst? (z. B. nicht qualifiziert genug für andere in deiner Branche & nicht respektiert werden im Job)

Motive und Motivationen

Wenn es noch Motive gibt, aber keine Motivationen mehr, nach ihnen zu handeln, dann haben wir resigniert. Denn innerlich meinen oder wissen wir, dass es nichts brächte, uns zu engagieren oder tätig zu werden. Zu viele Hindernisse stehen zwischen der Arbeit/unserer Leistung und der Erreichbarkeit unseres Ziels. Können wir unser Ziel nicht mehr erreichen, z. B. nichts damit bewirken oder nicht das, was wir damit bewirken wollen, dann besteht auch keine Motivation mehr, diese eine Arbeit zu leisten.

Solltest du dich also fragen, wieso du keine Lust mehr auf deine Arbeit hast oder wieso du dich schlecht konzentrieren oder motivieren kannst, das könnte die Antwort sein: Die Tätigkeit ist für dich sinnentleert. In dir entstehen deshalb keine Impulse mehr, keine Motivationen, aktiv zu werden, denn dein Motiv oder Ziel ist in deinen Augen nicht (mehr) erreichbar. Es kann sein, dass du damit richtig liegst. Es kann aber auch sein, dass einige querschlagende Gedanken zu dieser Hürde führen oder du noch andere Motive hast, die du verdrängst oder die sich immer stärker melden.

Versagensangst zu haben und diese sich selbst gegenüber zu widerlegen ist eine Motivation. Dann würdest du arbeiten, um einer Firma aka dir zu zeigen: Ich schaffe das! Ich kann das! Ich bin gut. Glaubst du aber innerlich nicht wirklich daran, sondern denkst, du würdest es sowieso nicht schaffen oder es wäre an Arbeitspensum zu viel oder zu schwer, dann suchst du in der Firma nach genau dieser Bestätigung: Du kannst es nicht. Du reichst nicht.

Sich zu beweisen in seinem Wert (“Ich bin es wert! Ich habe diese Position/diesen Job verdient!”) verbinden wir mit einer Rückleistung: Was wir dafür bekommen (oder hoffen, zu bekommen), z. B. Ansehen, Status, Geld, Attraktivität, die in eine Partnerschaft führen würde usw. Dieses Ziel rührt oft aus Mangeldenken her (Ich bin es noch nicht wert. Noch habe ich es mir nicht verdient. Ich muss es mir noch verdienen!). Je mehr wir vor etwas fliehen wollen, desto mehr ziehen wir an, was wir schon haben oder – in diesem Fall – glauben, noch nicht zu haben. Wir müssten unser Denken ändern und in uns etablieren, dass wir wertvoll sind, statt andere als unseren Spiegel zu wollen, die uns zeigen: Das bin ich … (also wert)!

Geld und Existenzangst ist ein weiterer Grund, wieso wir unsere Arbeit nicht schätzen. Wenn uns nichts anderes übrigbleibt, als zu Ja und Amen zu sagen, ein für uns unbedeutenden Job zu machen, dann bleibt nur die Motivation: UM GELD ZU VERDIENEN. Vielen reicht dieser Grund. Anderen hingegen wäre es möglich, sich einen ähnlichen Job zu suchen, aber bei einem anderen Arbeitgeber mit besseren Konditionen. Wir nehmen diese Ursache Geld und Existenz leider viel zu oft als Ausrede, um nicht handeln zu müssen – auch weil wir zu faul sind, nach BEDEUTUNG für unser Leben in der Welt Ausschau zu halten.

Wieso wir uns trauen müssen, zu kündigen, wenn es nicht passt oder: Ein Job, den du liebst

Am Ende des Tages entscheidet, was Viktor Frankl einst als Buchtitel wählte: Wer ein “Wozu” hat, erträgt fast jedes “Wie”. Wer seinen Job nicht wechseln kann, dem bleibt nur übrig, sich jede noch so kleine, dankbare Sache in der momentan Situation zu suchen, an der man sich festhalten kann. Wenn etwas im Job Freude bringt, z. B. einige Kollegen oder der kurze Arbeitsweg, dann kann bereits das die Motivation, dort weiterzuarbeiten, nähren. Nach diesen kleinen Freuden muss man dringend suchen; man muss sie dringend finden – was mitunter heißt: zuzulassen, sie zu erkennen.

Wer hingegen Alternativen hätte, um die er sich lediglich nicht kümmern mag, weil sie anstrengend sind, mit Ablehnung verbunden oder mit erneuten Leistungsbeweisen, bei denen man versagen könnte, darf sich das ruhig vor Augen halten. Es ist für kaum jemanden der liebste Zeitvertreib, sich einen neuen Job zu suchen, die vielen Bewerbungsprozesse durchzuhalten, wenn man denn eingeladen wird. Man muss die Ablehnungen und Aufregungen vor Bewerbungsgesprächen ertragen lernen, denn sonst wird sich nichts ändern. Wenn sich nichts ändert, stagniert das Leben. Das kann krank machen, für Unruhe, Lustlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Fehler und schlaflose Nächte sorgen – weil man Herausforderungen scheut. Wer weiß, was der Impuls für die Jobsuche an Gutem bringt?

Wenn man es nicht versucht, wird man es nie erfahren – weil man zu beschäftigt damit ist, das Ungute ertragen zu lernen.

Unerfüllte Bedürfnisse bei Angst, Panikattacken, Burnout inkl. GROßER TEST

Unerfüllte Bedürfnisse bei Angst, Panikattacken, Burnout inkl. GROßER TEST

 

Würden Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht regelmäßig aus den Augen verlieren, ginge es ihnen schneller und nachhaltiger besser. Leider sind wir uns meist nicht bewusst, was wir alles brauchen, um uns zufrieden zu fühlen. Je unbewusster (und unerfüllter) unsere Wünsche und Bedürfnisse sind, desto eher neigen wir zu Depressionen, Burnout, Angst oder Panikattacken. Aber auch im “normalen” Bereich erschwert es den Umgang mit Stress z. B. auf der Arbeit oder in der Familie.

Seine Bedürfnisse zu kennen und sie zu erfüllen ist ein Bestandteil jeder Selbsthilfe und elementar bei z. B. Stress, Angst und Panik, Burnout (emotionale und/oder körperliche Erschöpfung), depressive Verstimmungen, Sorgen, Grübeleien usw.

 

Abraham Maslows Bedürfnispyramide gegen Burnout, Stress, Angst/Panik, Sorgen und mehr

Mein Test und die herunterladbare Karte für unterwegs beruht auf der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow (1908-1970). Er war Mitbegründer der Humanistischen Psychologie, die sogenannte dritte Kraft der Psychologie (neben der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse).

Die ersten vier der fünf Bereiche der Bedürfnispyramide nennt Maslow die “Defizitbedürfnisse”. Je höher man seine Bedürfnisse auf der Pyramide eintaktet, desto besser sind die Grundbedürfnisse gedeckt. Je besser die Grundbedürfnisse gedeckt sind, desto gesünder ist der Mensch. Je mehr man höhere Bedürfnisse (Bereich 2-4 zzgl. 5) erfüllt, desto zufriedener und gesünder wird man, ergo besser geschützt gegen Burnout, Angstzustände, Panikattacken und Belastungen. Man bleibt solange in einem Bedürfnis verhaftet, bis es von außen erfüllt wurde oder man es selbst erfüllt hat.

Je niedriger die Bedürfnisse auf der Pyramide anzusiedeln sind, desto eher wird Krankheit (psychisch und physisch) möglich. Unerfüllte Bedürfnisse rufen auch das Gefühl hervor, dass man etwas geopfert hätte und es erhebliche Mängel gäbe.Unerfüllte Bedürfnisse äußern sich besonders gern als Sehnsüchte und Gegenstand von Tagträumereien. Soziale bzw. existentielle Ängste und Sorgen können zudem entstehen.

Maslow unterschied diese fünf Bedürfnisebenen:

  1. Physiologische Bedürfnisse: Hunger, Durst, Sexualität, Sauerstoff, Licht, Vitamine, Mineralien, Aktivität, bestimmte Temperatur, Ruhe, Schlaf, Schmerzfreiheit (Symptome: Schlafprobleme, häufiges Erkranken, Empfindsamkeit, innere Unruhe, Temperaturempfindlichkeit, Atemschwierigkeiten, geringe Energie usw.)
  2. Bedürfnis nach Schutz & Sicherheit: Angstfreiheit: sichere Umgebung, Stabilität, Wohlbehalten, Struktur, Ordnung, wohltuende Grenzen (Symptome: angstbesetztes Leben, Verlustangst, überall Bedrohungen sehen, körperliche Erschöpfung, sich mit Entspannung schwer tun, das Gefühl, keine Zeit zu haben, Verwirrung und den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sich eingeengt fühlen, Herzrasen, Muskelverspannungen, innere Unruhe, starke Unlust und Angst vor und während der Arbeit, das Gefühl, fremdgesteuert zu sein, sich unfähig fühlen, sich ohne Hilfe sehen usw.)
  3. Bedürfnis nach Liebe und Zugehörigkeit: Freiheit von Einsamkeit & sozialen Ängsten: Freude, Bindung, Kinder, liebevolle Beziehungen, Gemeinschaft (Symptome: Einsamkeit, emotionale Erschöpfung, mehr geben als annehmen können, mehr geben als Hilfe und Geborgenheit zu empfangen, wenig nährende Beziehungen, Angst vor Langeweile, innere Leere usw.)
  4. Bedürfnis nach Achtung und Selbstachtung: Respekt, Status, Ruhm, Ehre, Dominanz, Aufmerksamkeit, Selbstvertrauen, Leistung, Kompetenz, Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstwert (einzelne Symptome von Burnout und Depressionen wie Nutzlosigkeit, Sinnlosigkeit, außerdem wie bei 2. Langeweile (Boreout), starke Unlust und Angst vor und während der Arbeit, das Gefühl, fremdgesteuert zu sein)
  5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Wachstum: Wachstum, Sinn, Selbst, Potenziale ausschöpfen, ein höheres Gut, Dienen, gesellschaftliche/weltliche Dienste (Symptome: Sinnlosigkeit, Nutzlosigkeit beruflicher Arbeiten, Drang nach Wissen und Erkenntnis, Suche nach Sinn und Erleuchtung, spirituelles Wachstum und Berufung)

 

Manfred Max-Neef (Ökonom) benannte in den 1990er Jahren 9 menschliche Grundbedürfnisse

1. Überleben, existentielle Lebensgrundlage, Lebenserhaltung als Bedürfnis nach körperlicher und geistiger Gesundheit, im Gleichgewicht sein, Nahrung, Behausung, Fortpflanzung; geeignetes Lebensumfeld

2. Schutz, Sicherheit als Bedürfnis nach Fürsorge, Geborgenheit, Selbstständigkeit, soziale Sicherheit, Absicherung, Vorsorge, Rechte, kooperative Kontakte, Helfen

3. Zuneigung, Zuwendung, Liebe als Bedürfnis nach Selbstachtung, Solidarität, Respekt, Toleranz, Partnerschaft, Familie, Freundschaft, Fürsorge für sich und andere, Gemeinschaft, Wertschätzung, Gefühle ausdrücken können (ohne Angst vor der Reaktion anderer)

4. Verstehen, Verständnis als Bedürfnis nach Neugier und ihre Befriedigung, Vernunft, Aufnahmebereitschaft, Forschung, Analyse, sich ausprobieren, Lernen, andere anleiten (bilden)

5. Teilnahme als Bedürfnis nach Anpassung, Solidarität, Engagement, Hobbys, Übernahme von Verantwortung, Leistung, Kooperieren, Meinungsaustausch, sich mitzuteilen, mitzubestimmen, Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft/Gruppe/zu einem anderen Menschen

6. Muße, Müßiggang als Bedürfnis nach Ruhe, Innenschau, Sorglosigkeit, Tagträumen, Spiele, Spaß, Feiern, Nostalgie, Freizeit

7. Kreativität als Bedürfnis danach, etwas zu schaffen/erfinden, sich zu beschäftigen, eigene Fähigkeiten/Fertigkeiten auszuleben. produktiv zu sein, Feedback, freie Zeit haben

8. Identität als Bedürfnis nach Abgrenzung, Selbstachtung, -behauptung, -entwicklung, -erkenntnis, Platz in einer Gruppe haben, sich kennenlernen, Weiterentwicklung

9. Freiheit als Bedürfnis nach Freiraum, Autonomie, Mut;, Gleichberechtigung, Risiken, Unterschiedlichkeit

 

Wichtig zu wissen

Alle Bedürfnisse der einzelnen Bereiche bestehen gleichzeitig und nebeneinander, sind ab Bereich 2-4 gleichwertig und gleich wichtig. Kein Bereich ist wichtiger als Bereich 1, denn das reine Überleben sowie das Vorhandensein einer Lebensgrundlage ist Voraussetzung für weitere Bedürfnisse. Natürlich können deine Handlungen nicht nur ein Bedürfnis, sondern mehrere Bedürfnisse auf einmal befriedigen.  Wird nur ein Bedürfnis befriedigt, kann ein anderes Bedürfnis unbefriedigt bleiben.

Maslow glaubte, die Nichterfüllung von Bedürfnissen würde Krankheit hervorrufen. Wenn du

  1. Mangel in einem Bereich siehst und dir dort die Bedürfnisse nicht erfüllst, obwohl du sie hast,
  2. gleichwohl deine anderen Bedürfnisse missachtest, sie ignorierst oder verdrängst,

könnte es Folgen für deine Gesundheit haben. Er vertrat auch die Meinung, dass sich unerfüllte Bedürfnisse als Sehnsüchte oder Entbehrungen/ Opfer anfühlen, unter denen der Mensch unweigerlich leiden wird/unbewusst leidet.

 

Großer Selbst-Test: Bedürfnisse und Defizit-Bedürfnisse – Die Bestandsaufnahme deines Lebens bei Sorgen, Kummer, Angstzuständen, Panikattacken und Erschöpfung

Ausgehend davon habe ich einen umfangreichen Test erstellt, anhand dessen du deine Bedürfnis-Situation erkennen kannst. Es heißt, Bedürfnisse seien in ihrer unerfüllten Variante Ursache aller psychischer/physiologischer Krankheiten. Interessanterweise ist es der vierte Bereich -Wertschätzung & Geltung -, der laut Maslow die meisten Schwierigkeiten auf physischer und psychischer Ebene vorrufen würde.

Der von mir entwickelte Test kann wichtige Mängel aufzeigen und Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht. Die Auswertung liefert außerdem Impulse zu Handlungen.

  • Wie erfüllt sind deine Bedürfnisse?
  • Welche Bedürfnisse sind nicht erfüllt?
  • Wo gibt es hauptsächlichen Handlungsbedarf?
  • Was würde dich zufriedener machen?

Zahlung via PayPal, GPay, Sofortüberweisung, Kreditkarte

Druckbares PDF-Format, 13 Seiten. Nach dem Kauf erhältst du eine E-Mail mit dem Download des Zugangslinks, der dich direkt zum Test führt.

Hinweis: Der Test ersetzt weder einen Arzt- bzw. Therapeutenbesuch noch stellt er eine valide Grundlage für Diagnosen dar. Er dient der Selbstreflexion und als Instrument der Selbsthilfe und kann Impulse liefern, die eigene Lebensgestaltung in die Hand zu nehmen bzw. zu reflektieren.

 

Kostenfreie Bedürfnis Karte zum Drucken und Erinnern

Auf der downloadbaren Karte für die Geldbörse, den Badezimmerspiegel oder als Erinnerung auf dem Schreibtisch sind die ersten vier (grau hinterlegt) die erwähnten Defizitbedürfnisse.

Die Karte besteht aus zwei Seiten:

  • Seite 1 dient der Einschätzung der Motivation und Bedürfnisse für etwas oder eine Tätigkeit. (wie man das Ausüben der Tätigkeit empfindet, welche Gefühle beim Gedanken und der Tat hochkommen, ob/wann Abwehr & Unlust entsteht usw.)
  • Seite 2 zeigt die Bedürfnispyramide und liefert verschiedene Bedürfnisse als Impuls. Was sticht dir ins Auge? Was entpuppt sich nach Bedenkzeit als abwesend, mangelhaft oder unbefriedigend?

Die Karte (am Ende der Seite) lässt sich herunterladen und ausdrucken.

Der Effekt: Man erkennt seine Motivation und kann selbst bestimmen, in welchen Bedürfnisbereichen man Ungleichgewichte aufweist und was es zu tun gilt. Die Informationen des Selbsttests dienen dazu, Ursachen für die eigenen Gefühle zu entdecken.

  1. Schätze deine Gefühle auf einer Intensitäts-Skala von 1-10 ein.
    1a) Bestimme dein Motiv für die Tätigkeit oder Unlust.
    1b) Bestimme dein Bedürfnis bei der Tätigkeit oder Unlust.
  2. Was empfindest du beim Gedanken an die Tätigkeit/Unlust? Wie möchtest du dich fühlen? Wie hast du dich früher dabei gefühlt?
  3. Welche Bedürfnisse werden nicht erfüllt? Was verhindert es? Wie wäre dein Leben idealerweise? (Was fehlt zum Glück?)

Überlege allein oder gemeinsam mit einem Vertrauten mögliche Schritte, um diese Bedürfnisse zu decken.

In meinen Augen eignet sich die Bedürfniskarte hervorragend für schlechte Zeiten, um seine eigene Gesundheit und Zufriedenheit im Blick zu behalten. Erfüllen wir uns weitestgehend alle Bedürfnisse, umso besser geht es uns. Wir würden harte oder akut stressige Zeiten weniger belastend empfinden.

Download zum Drucken: Bedürfnis Karte

 

Wie ich mit verletzender Kritik umgehe: 9 Impulse und Wege

Wie ich mit verletzender Kritik umgehe: 9 Impulse und Wege

 

Als Buchautorin erlebe ich seither Kritik. Mitunter ist sie ausgewogen und reflektiert. Andere spiegeln mit ihrer teilweise grenzwertigen Kritik wider, was sie fühlen: eine Verletzung oder die Furcht davor, verletzt zu werden. Bei mir hagelt Kritik vorrangig auf Amazon. Während es sich einige Autoren mittlerweile zur Aufgabe gemacht haben, auf Kritik zu reagieren, ist es mir bis heute kein Verlangen. Es löst keine Scham mehr aus. Aber natürlich geht negative Kritik auch an mir nicht spurlos vorbei. Spätestens nach meiner dritten negativen Kritik beschloss ich, dass ich einen Weg finden musste, um sie nicht zu sehr an mich heranzulassen.

Doch wie geht man am besten mit Kritik um, besonders, wenn man keine oder kaum Möglichkeit zur Reaktion hat? Egal, ob in der Partnerschaft, in Freundschaften oder in deinem Job: Ist es immer besser, erst einmal tief durchzuatmen, bevor man zurückfeuert? Wie kann man darauf reagieren? Was macht man, wenn einen die Kritik stärker trifft, als erwartet?

Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen und Wege, wie du mit verletzender Kritik umgehen kannst.

 

Wie geht man mit Kritik um, wenn sie einen verletzt?

Grundsätzlich – so ist meine Ansicht – ist jede Kritik ein Feedback, eine individuelle Meinung. Sie kann einem im Idealfall wertvolle Hinweise liefern, was man verbessern kann oder zeigen, wie sich der andere fühlt. Kritik tut aber besonders weh, je mehr man sich nach Bestätigung sehnt. Dann erscheint sie im Gewand der Ablehnung und fühlt sich an wie Versagen. Man konnte es jemandem nicht recht machen und das kann schmerzen. Hier ist eine andere Sichtweise: Jemand, der zum Beispiel von vornherein darauf aus ist, zu polarisieren oder die Menschen mit der Nase in den (eigenen) Dreck zu stupsen, würde dieselbe Kritik als willkommenes Geschenk sehen. Jemand, der weiß, dass Fehler menschlich sind, akzeptiert seine Fehler und würde die Kritik eventuell belächeln.

Es geht bei Kritik vorwiegend darum, wie wir sie interpretieren. Und ob wir sie glauben. Nur weil jemand meint, wir hätten etwas falsch gemacht oder wären in unserer Art nicht richtig, lässt es doch noch lange keinen Rückschluss darauf zu, dass wir falsch oder nicht richtig wären. Es gibt einem vielmehr das Gefühl, als wären wir nicht gut oder nicht genug – ein Glaubensmuster, das bei vielen vorherrscht. Auch bei den Menschen, denen ihre Meinung wichtig genug ist, um andere wegen einer abweichenden abzuwerten. Sind uns jedoch die Meinungen anderer wichtiger als unsere eigenen, ist es an der Zeit, unsere Einstellung zu ändern. Wie wir mit Kritik umgehen, zeigt vor allem, ob wir zu dem, was wir sind, stehen. Bedingungslos.

Ich möchte dir daher einige Impulse und Ideen geben, wie du mit Kritik gesund umgehen kannst – gespeist aus meinen Erfahrungen mit Kritik.

 

Wie ich heute mit Kritik umgehe

1. Menschen kritisieren eher, als dass sie loben.

Die guten Meinungen sind meist einfach nur still dankbar und suchen deine Nähe, während die negativen dich absichtlich kneifen. Für Menschen ist es heute auch leichter, sich zu empören und laut zu schreien, was ihnen nicht gefallen hat, was sie doch eigentlich wollten und zu verdienen glauben. Bei einigen ist es eine gezielte Entwertung deiner Person oder Arbeit, damit sie sich über sich keine Gedanken machen müssen … damit sie in Ordnung sind und du der Fehler. In vielen Fällen haben sie auch nur Angst. Wie die Welt zu sein hat, dass andere ihre Forderungen und Erwartungen zu erfüllen haben, bezeichnet den Kern eines jeden Menschen, der mit sich unzufrieden ist. Ausgenommen sind Kritikpunkte, die du als Hinweis für eine Verbesserung nehmen kannst. Doch auch diese Aussagen sollte man zuerst auf den Wahrheitsgehalt prüfen.

 

2. Jeder darf glauben, was er glauben möchte.

Dafür sind die Menschen auch zu unterschiedlich, um alle dieselbe Meinung zu haben. Mir persönlich würde eine Welt mit nur einer Meinung auch nicht gefallen. Das heißt nur nicht, dass eine andere Meinung wahrer oder es gar richtig wäre, was X denkt. Nur weil jemand seine Meinung als die ultimative Wahrheit propagandiert, musst du deine noch lange nicht ändern, getreu dem Motto: “Interessant, wie du das siehst. Ich habe eine andere Meinung.”

 

3. Menschen brauchen ihre Meinungen.

lieber andere kritisieren als sich selbst zu bewertenMan kann froh sein, wenn man heute annähernd weiß, wer man ist und was zu sich als Person gehört: Ideale, Träume, Werte, Meinungen. Menschen brauchen sie, um Halt zu spüren und Zugehörigkeit herstellen zu können. Leider gibt es genügend Menschen, die von dir eine Identifikation mit sich und ihren Ansichten erwarten, damit sie wiederum ihre Bestätigung der Richtigkeit erfahren. Ich persönlich finde, jeder Mensch darf sich seine Meinung bilden und hat ein Recht darauf, sie zu behalten – ob es X nun gefällt oder nicht.

Eigentlich ist es nicht deine Herausforderung, wenn jemand mit etwas nicht zurechtkommt. Doch je sensibler die Situation oder das Umfeld, desto schwieriger kann es sein, die richtigen Worte bei Meinungsverschiedenheiten zu finden. Ich persönlich verwende in solchen Momenten nur noch solche Sätze:

  • “Danke, dass Sie Ihre Meinung mit mir teilen.”
  • “Danke, dass du mich wissen lässt, wie DU das siehst.”
  • “Ich stimme Ihnen nicht in allen Fällen zu, aber ich werde darüber nachdenken.”
  • “Ich verstehe, wie du dich fühlst, aber ich bin anderer Meinung.”

 

4. Einige versuchen dich mit ihrer Kritik absichtlich zu verletzen.

Je mehr jemanden trifft, was du sagst/nicht sagst oder tust/nicht tust, desto häufiger könnte Kritik fallen. Jemanden abzuwerten, ist eine natürliche Strategie der Angstabwehr. Jemand soll vom vermeintlich OBEN heruntergeholt werden. Ein schönes Beispiel im Internet sind Menschen, die Rechtschreibfehler suchen (auch, wenn keine vorhanden sind). Das Ziel ist, wie ich eben schon schrieb, sich aufzuwerten und den anderen abzuwerten. Es gibt ihnen Sicherheit, die sie brauchen, um weiterhin zu denken und zu fühlen, was sie denken und fühlen. Die meisten von ihnen haben einen größeren Drang nach Bestätigung als so manch anderer. Könnten sie mit anderen Meinungen umgehen, wären sie in der Lage, gewaltfrei zu kommunizieren. Eine gewaltfreie Kommunikation verletzt nie jemanden, sondern zeigt, welche Gefühle in einem entstehen, wenn X geschieht. Dann äußert man einen Wunsch und fragt, ob dieser umsetzbar ist. Darin spiegeln sich Respekt und Wertschätzung für den Gegenüber, statt Abwertung, Versagen und Wertlosigkeit.

 

5. Ändere dein Umfeld oder ändere deine Einstellung.

Ich habe oft überlegt, ob ich von Amazon weggehe. Aber es hat Vorteile, die ich nicht missen möchte. Je nachdem, ob du mehr von den Vorteilen profitierst, als dass dich die Nachteile/Kritik verletzen, entscheide. Halte dich am positiven fest oder schaffe dir eine andere Einstellung, zum Beispiel Verständnis für die Sichtweise des Anderen. Stelle demjenigen so viele Fragen, bis du verstanden hast, worauf sich die Kritik gründet oder was derjenige sich in Zukunft von dir wünscht. Diese Strategie ist vor allem geeignet, um herauszufinden, ob die Kritik sachlich und angemessen ist. Zeitgleich wirst du für dich merken können, ob du die Erwartungen umsetzen kannst/möchtest. Mitunter hat man Menschen vor sich, die nur wollen, dass man sagt, was sie hören möchten.

 

6. Atme durch und suche nach dem Nützlichen in der Kritik.

Niemand kann alles und keiner wird als Meister geboren. Was kannst du aus der Kritik – wenn du einen Schritt von deinem Ego zurücktrittst – mitnehmen? Sieh es als eine Möglichkeit, dich in dem, was dir am Herzen liegt, zu perfektionieren, wenn der Bereich Perfektion benötigt oder schätzt. In zwischenmenschlichen Bereichen gibt es keine Perfektion. Da ist Perfektion für die Götter. Jeder Mensch hat und macht Fehler.

 

7. Distanziere dich von den Meinungen anderer und der Bestätigung, die du suchst

kritik ist ein feedback und zeigt dir andere meinungenIch bin ein Mensch, der Menschen grundsätzlich nicht nach dem Mund spricht, sondern auf die Denkweisen anderer hinweist. In der Hoffnung, dass sie sich von dem, was sie lieber denken wollen, entfernen können, um mit einer gewissen Neutralität dem Leben begegnen zu können, wohlgemerkt. D. h., dass ich auch Sachen sage, die Menschen nicht gern hören. Sie sollen eben wachrütteln und zeigen, dass das Leben nicht immer nur auf die eine Weise geschieht. Und sie sollen zeigen, dass niemand nur GUT oder nur SCHLECHT ist, sondern dass es eine andere Seite gibt. Wir haben alle unsere Schattenseiten.

Wir können wild in alle Richtungen motzen und uns aufregen, dass die anderen nicht unserer Meinung sind. Wir können Feuer spucken und sauer sein, unseren Frust an Menschen auslassen, nur um die Verletzung in uns wettzumachen. Oder wir sehen, dass wir verletzlich sind und dass auch wir Ecken an uns haben, an denen sich andere stoßen. Ich wollte nie ein Mensch sein, der andere verletzt, war aber stets einer, der mit Einseitigkeiten so gar nicht zurechtkam. Ich war von meinem Naturell her gezwungen, mich mit anderen “anzulegen”. Was für ein Mensch bist du? Und was bringt dein Charakter mit sich? Nicht das, was du glaubst, zu sein, sondern das, was du wirklich bist, was du nicht vor allen aussprichst oder verheimlichst?

 

8. Es gibt Meinungen und es gibt Tatsachen

Im Journalismus unterscheidet man zwischen Tatsachenberichten und meinungsbasierten Texten. Etliche Menschen glauben, ihre Meinungen wären Tatsachen. Aber genauer hingeschaut, sind es nur persönliche Ansichten. Prüfe, was dir vorgeworfen wird. Und wenn du dich traust: Weise denjenigen darauf hin, dass seine Meinung nur SEINE MEINUNG ist, aber kein Fakt.

 

9. Wenn du dich selbst so akzeptierst, wie du bist, brauchst du niemanden mehr für Bestätigung von außen

Menschen, die keine gesunde und konstruktive Kritik üben, brauchen Menschen, die sie bestätigen. Jede ausbleibende Bestätigung fühlt sich genauso an, wie sich Kritik für dich anfühlt: verletzend. So unähnlich ist man sich also nicht. Doch, was dich von anderen unterscheiden kann, ist die Wahrnehmung vom “Anderssein” und von Fehlern: Lass lieber zu, dass andere deine Fehler sehen, statt so zu tun, als hättest du keine. Steh zu deinen Fehlern und ebenso zu deinen Meinungen. Akzeptiere dich und das, wofür du stehst. Ja, mir sind Fehler unterlaufen. Ja, ich stimme dir nicht zu. So what?

In einer Welt, in der die meisten versuchen, keine Fehler zu machen, um ja nicht wie ein Fehler behandelt zu werden, wird es immer Kämpfe um Meinungen geben. Wie du dazu stehst, entscheidest du. Welche Fragen du dir stellst, ebenso. “Bin ich okay?” ist eine Frage, die du im Grundsatz mit JA beantworten solltest, auch wenn es Bereiche geben wird, die du optimieren könntest. Aber andere Menschen diese Frage beantworten zu lassen, nur weil euch Meinungen trennen, finde ich misslich. Wieso sollte jemand den Wert eines anderes bestimmen dürfen? Darf er nicht. Punkt.

Umso wichtiger erscheint es mir, weil ich eben auch die Momente kenne, in denen Durchatmen eher schwerfällt, darüber zu stehen. Man sollte in meinen Augen nicht aufhören, etwas zu tun, oder anfangen, etwas zu sein, nur weil das das Leben von X angenehmer macht. Wichtig ist, zu erkennen, ob die Kritik konstruktiv ist. Ist sie es nicht, kann man sich zwar darüber ärgern oder sich, wie ich, fragen, wieso Menschen manchmal so scheiße sind. Aber damit macht man sich klein, behandelt sich randständig und nicht zugehörig zur Welt. Eine Welt, in der Menschen wie du genauso zählen und wichtig sind, wie die anderen.

Nimm die Kritik hin, wie sie ist. Und entscheide, ob du ihr folgst oder dir.

Liebe Grüße,
Janett

 

Wieso es “guten” Menschen oft so schlecht geht

Wieso es “guten” Menschen oft so schlecht geht

 

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wieso es dir immer noch so schlecht geht und es andere besser haben, obwohl sie sich so viel schlechter benehmen, als du? Wieso hinterhältige Kollegen geschätzter sind, während du die meiste Arbeit leistest? Wieso Menschen, die nur an sich denken, vermeintlich mehr vom Leben bekommen, als die, die an das Wohl der Gruppe denken und niemanden verletzen wollen? Oder wieso die eine Frau, nur weil sie besser aussieht, deinen Herzenspartner bekommt? Oder der eine Mann, der mehr Geld hat, die Frau deines Herzens gewinnt … während du übersehen wirst?

Gutmenschen fühlen sich nicht selten vom Leben benachteiligt. Sie werden schlecht behandelt und werden nicht selten ausgenutzt. Warum ist das eigentlich so und was man dagegen tun kann, jetzt im Blogpost.

 

Über “gute” und “schlechte” Menschen

wieso geht es mir so schlecht, wo ich doch ein guter mensch binMenschen, die sich bemühen, gut zu sein, wollen keine Fehler zu machen. Unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und alle Menschen so, wie sie sind, zu respektieren, ist ihnen wichtig. Sie vermeiden Disharmonie und Verletzungen, sind dafür rücksichtsvoll und freundlich, fleißig und stellen selten ihre Ziele in den Vordergrund. Weder andere noch sich selbst zu verletzen, ist ein höheres Ziel. Sie haben vielleicht gelernt, dass sie anderen am meisten gefallen, wenn sie SO sind. Und oft gefallen sie sich nur dann, wenn sie anderen gefallen. Sie mögen Harmonie, erheben nur selten ihre Stimme oder hauen auf den Tisch. Menschen in ihrem Umfeld gewöhnen sich an ihr leichtes Gemüt, an ihr Verständnis, ihre Güte und Gnade. Vor allem gewöhnen sie sich daran, dass man sie überzeugen kann. Viele fühlen sich deshalb ausgenutzt oder wie ein Spielball für andere – und das, OBWOHL sie so gut sind. Sie beobachten auch, dass es “schlechten” oder “weniger guten” Menschen weniger schlecht geht als ihnen. Sie kommen vermeintlich weiter und besser voran, als sie. Kommt dir das bekannt vor?

Grundsätzlich gibt es weder “gute” noch “schlechte” Menschen. Was du oder ich als “gut” bzw. “schlecht” ansehen, hängt von deinen und meinen Lernerfahrungen ab, davon, wie wir die Welt kennengelernt haben und heute sehen. Was sich “gehört” und was nicht, kommt nicht einmal von uns, sondern hängt vom Bild des Menschen, der Frau, des Mannes, Partners, Partnerin usw. ab, das wir entwickelt haben. Wie man sich als Mensch definiert, wie die Rolle einer Frau oder eines Mannes aussieht, besteht aus Eigenschaften, die wir als dienlich empfanden, die für uns förderlich waren. “Aha! So läuft das also!”, hat man sich irgendwann gesagt. Hinter jeder Handlung steckt eine solche Kausalkette: Mache ich X, geschieht Y. Manche ich Y, geschieht Z. Jeder reiht sich da irgendwo ein oder tut wenigstens so. Dabei müssen diese Rollen nicht einmal zu dir passen. Es könnte sein, dass dir eine andere, dir unbekannte Weltanschauung eher stehen würde. Es kann sein, dass zu dir ein anderes Verständnis, wie ein Mensch/Mann/Partner/Vater/Kollege/Chef oder eine Frau/Partnerin/Mutter/Kollegin/Chefin zu sein hat, eher passen würde.

Diese früher gelernten Verhaltensmuster haben vor allem eine Ziel- und Schutzfunktion und ermöglichen es Menschen, dass sie sich auf eine bestimmte Art in die Welt einpassen können, um Teil zu sein, geschützt und sicher, in Harmonie usw. Es ist ein Weg von vielen, die du hättest gehen können. Aber es wird der hervorstechendste und von deinen Eltern/Geschwistern/Freunden/Lehrern “als richtig” verkaufte Weg sein, den du zuerst beschreitest. Vielleicht erkennst du ihn morgen schon als falsch und bist schon unter großem Erstaunen anderer in deiner Jugend ausgebrochen. “Ich erkenne dich nicht wieder!” hört man dann oft vom Umfeld.

 

“How To Be Good”

was soll ich machen, um gemocht zu werdenBei diesen ganzen Standards und Verhaltenskodizes vergessen wir oft eins: Es gibt kein Buch des Lebens mit Regeln, wie “man” sich zu verhalten hat, was GUT ist und was SCHLECHT. Es gilt zwar ein allgemeiner Verhaltenskodex in Lebensbereichen. Aber es ist ein wildes Gemisch aus Gedanken vergangener Epochen, wie ein Mensch zu sein hat. Überlegungen dazu waren schon vor der Antike im Gange. Sie änderten sich von Epoche zu Epoche.

So ist es den meisten Menschen wichtig, dass ihre Kinder eine gute Bildung erhalten oder dass ihr Partner treu ist. Haben die Kinder keine gute Bildung, wirft es ggf. einen Schatten auf die Eltern. Ist der Partner untreu, wird dies als unethisches, schlechtes Verhalten gedeutet. Auch wie wir gelernt haben, mit Angst umzugehen, entscheidet später darüber, ob wir das Gefühl abwehren oder zulassen, aussprechen oder verheimlichen. Sogar, ob wir anderen Angst erlauben oder verbieten – weil es so besser zu dem passt, was wir gelernt haben, entscheiden unsere Lernerfahrungen. Aber es bleiben eben unsere Maßstäbe und unsere Gedanken über das, was wir als “gut” bzw. “schlecht” empfinden.

Es sind Wertungen. Wertungen zeigen stets unsere Werte. Werte zu haben, bietet Menschen Halt und Ordnung. Wer klare, abgegrenzte Werte hat, wird diese verteidigen, indem er sich durchzusetzen weiß, von anderen trennt, wenn sie gefährdet sind oder bewusst nur Menschen mit gleichen/ähnlichen Werten in seinem Leben haben will. Werte spiegeln Grenzen wider und ebenso Begrenztheit. Was du glaubst zu können und was nicht, zu dürfen und was nicht, regeln deine Werte. Lernst du jemanden kennen, der sich in deinen Augen wie ein Vollidiot benimmt, dann geht sein Verhalten gegen deine Werte. Soll heißen: Er hat andere Werte, weil er anders aufwuchs und andere Wege lernte, zu bekommen, was er zu brauchen glaubt.

Jeder hat die Fähigkeit, seine Bewertungsmaßstäbe aufgrund seiner Werte infrage zu stellen. Solange wie wir sie nicht hinterfragen, sie allgemeingültig über jeden erheben und nicht als unsere Wahrnehmung/Lernerfahrung begreifen, werden wir zum Beispiel unter anderen Maßstäben leiden. Sind wir an diesem Punkt angelangt, folgt die Wertung: X ist ein schlechter Mensch. Ich bin anders (nicht schlecht). Ich bin gut. Als Gutmensch hat das oft eine Menge Frust und unausgesprochene Wut zur Folge. Aber auch Angstzustände und Panikattacken sind gängiger bei Menschen, die versuchen, “gut” zu sein und alles richtig zu machen.

 

Wie man zu einem “guten” bzw. “schlechten” Menschen wird

was wir für gut und für schlecht halten, wird in unserer kindheit und in der schule geprägtWir haben alle brav gelernt, dass wer “gut” ist und sich entsprechend gesellschaftlicher Standards verhält, für diese mentale, psychische oder körperliche Leistung etwas erhält, zum Beispiel Zuwendung/Liebe, Aufmerksamkeit, Geld, Erfolg/Karriere, Anerkennung, Akzeptanz usw. Ich benutze absichtlich das Wort “Leistung”. In unserem Kopf tarnen wir – um diesen Standards gerecht zu werden – unser wahres Selbst und verbergen, was wir wirklich denken, fühlen und tun wollen. Das erlernen wir schon in der Kinderstube. Für ein Kind wird es logisch, dass, wenn es macht, was Mama oder Papa sagen, es sich ihre Liebe garantiert. So bleibt es sicher und bekommt den Halt, den es braucht, um zu überleben. Aber jedes Kind versucht hin und wieder, aus diesem Regelwerk auszubrechen.

Alle Kinder beginnen irgendwann, ihre Eltern zu manipulieren, um doch noch zu bekommen, was sie haben wollen. Entweder sie gucken lieb mit Augenaufschlag, weil sie Papas Liebling sind. Oder sie helfen besonders viel im Haushalt, unterstützen und leisten, um so belohnt zu werden – und Mamas kleines Mädchen bleiben. Als Kind lernen wir auch, was wir tun müssen, um unsere Eltern dazu zu bekommen, dass sie uns lieben, z. B. nicht stören, still sein, immer glücklich tun, sehr gute Leistungen erbringen, “groß” sein, stets helfen oder Geschwister/Eltern wichtiger nehmen. Es sind so simple Lernerfahrungen wie diese: Papa ist stolz, wenn sein Spross in einer Sportart brilliert. Mama geht es besser (und hat mehr Zeit), wenn die Tochter hilft. Mama und Papa streiten sich weniger, wenn Papa weniger arbeitet. Wenn genug Geld da ist, unternehmen die Eltern etwas mit ihren Kindern (und sie können die Welt erfahren, weil sie ihnen vorgestellt wird). Man ist in der Schule beliebt, wenn man “cool” ist oder gut aussieht. Man hat keine Schwierigkeiten mit den Lehrern (ergo nicht mit den Eltern), wenn man unauffällig ist und gute Leistungen bringt. Oder anders herum: Man bekommt Aufmerksamkeit von seinen Eltern und Lehrern, wenn man auffällt, zum Beispiel durch Störungen des Unterrichts, Anti-Verhalten oder schlechten Noten.

Aus diesen und weiteren Situationen lernen Kinder, wie die Welt am besten funktioniert und wie sie am ehesten bemerkt und geliebt werden. Irgendwann kommen immer mehr Bedingungen ins Spiel und haften sich an das Ziel: Zuwendung, Wertschätzung, Akzeptanz. Gefühle wie Neid, Eifersucht, Angst, Traurigkeit, Wut, Scham und Schuld heften sich an die Lernerfahrungen und prägen uns bis ins Erwachsenenalter. Einige schlussfolgern dann, dass “gut zu sein” kaum Vorteile hat, außer man tut so. Andere halten an ihrem braven Kind-Ich fest, in der Hoffnung, dass es doch noch fruchtet.

 

Wie du weniger unter den “schlechten” Menschen leidest – oder unter deinem Gutmenschentum

sei mutig und unbequemJeder kann und darf heute selbst entscheiden, was er glaubt. Dass sich diese Maßstäbe von Mensch zu Mensch unterscheiden, ist natürlich. Wer aber unter seinem “Gutmenschentum” leidet, darf sich ansehen, was genau ihn leiden lässt. Mitunter lohnt sich eine Korrektur. Das heißt nicht, dass du “schlecht” werden sollst, wie auch immer du “schlecht” definierst.

Immer nur GUT zu sein, bedeutet jedoch, seine Schattenseiten bewusst zu verdrängen bzw. zu verstecken. Schatten – zur Erinnerung – sind jene Eigenschaften, die wir anderen absichtlich nicht zeigen, weil sie zu Be- bzw. Abwertungen einladen und Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Also verbergen wir unsere Aggressionen gegen dem Chef oder mobbenden Kollegen oder wir gehen fremd, statt uns zu trennen. Wir tun immer glücklich, um kein Problem zu sein oder hören eher zu, als dass wir uns aussprechen. Wir beschuldigen andere, statt bei uns selbst zu schauen oder beschuldigen uns, statt andere zu kritisieren (und ggf. zu verletzen, was Angst, Schuld und Scham in uns auslösen würde). Ruediger Dahlke sagte einst sinngemäß: Je stärker wir diese Seiten in unseren Schatten verbannen, desto stärker zeigen sie sich in uns – in Form von Gedanken und Gefühlen. Bei mir wurde aus meinen verdrängten Eigenschaften eine unbändige Wut und daraus Panik. Sie führte zu Hilf- und Wehrlosigkeit, weil ich meinte, nicht sagen und tun zu dürfen, was ich wollte und für wichtig erachtete. Natürlich völliger Quatsch.

Ich war so konditioniert auf einzelne Arten, wie MAN zu sein hat, dass ich schlussendlich nicht einmal mehr wusste, wer ich war. Ich wusste, wer ich sein wollte, weil ich geglaubt hatte, wer ich sein sollte. Die subtilen Zwänge der Gesellschaft funktionierten erstklassig und versprachen eine Menge Sicherheit. Keine Frage. Aber aus heutiger Sicht hätte ich mich lieber trauen sollen, selbst festzulegen, welche Art Frau, Partnerin, Freundin, Kollegin, Vorgesetzte – welche Art Mensch – ich bin und sein möchte.

 

Fragen, die dir helfen können

Für alle mit sozialem Stress und psychischen Herausforderungen ist es wichtig, bei sich selbst anzufangen. Frage dich,

  • schattenseiten nicht verdrängenwer du bist
  • Wozu bist du GUT?
  • Wann wärst du lieber WENIGER GUT oder sogar “schlecht”?
  • Wozu willst du so GUT oder NETT oder GEFÜGIG oder ZUDIENLICH sein?
  • Was kommt an Meinungen von anderen und was aus dir?
  • Wie willst du wirklich sein?
  • Was soll dir dein Leben ermöglicht haben, wenn du einmal alt und grau bist und auf dein Leben zurückblickst?

Wenn du irgendwo anfangen willst, dich näher kennenzulernen, dann starte mit der Frage: “Was bereust du, nicht getan zu haben?” Mache dir klar, dass du niemanden verletzen musst, aber dir trotzdem nicht alles gefallen lassen brauchst. Respekt beginnt bei dir selbst.

Mich kränkte es zutiefst, wenn mir jemand seine Meinungen aufzwingen wollte. Es zeigte mir, wie sehr ich ICH sein wollte, ohne irgendwen um Erlaubnis bitten zu müssen oder mir die Werte von X diktieren zu lassen. Hier war die Erinnerung daran, dass “Nein.” ein vollständiger Satz ist, wertvoll. Je dreister Menschen werden, wenn wir nicht (mehr) tun, was sie wollen, desto kürzer dürfen deine Antworten werden. Je hartnäckiger sie werden, desto mehr Angst machst du ihnen mit einem einfachen “Nein.”. (Auch sie sind nur menschlich.) Es ist nicht zuletzt einer der größten Erkenntnisgewinne meiner Angst & Panik, dass die, von denen wir glauben, abhängig zu sein, meist die sind, die abhängig von uns sind. Die Intensität der Abhängigkeit mag schwanken, aber die, die am meisten diskutieren, sind oft die, die am meisten Gehör haben wollen. Unterbindet man das mit Konsequenz, respektiert man sich selbst zu 100 Prozent und nimmt sich ernst. Dann ist nicht selten ENDLICH ein offenes, ehrliches und gegenseitiges Gespräch möglich, wo vorher nur dienliche Erwartungen und Forderungen waren.

Wenn du auch nicht länger leiden möchtest, weil sich andere in deinen Augen unmöglich verhalten, komme ihnen ein wenig entgegen, indem du dein Leid minimierst. Wo kannst du stärker (ohne lange Diskussionen und Rechtfertigungen) für dich einstehen? Wo können deine Antworten klarer und kürzer sein? Wo kannst du Rückleistungen für einseitige Forderungen stellen? (Getreu dem Motto: Ich mache das gern für dich, aber dafür …) Sich mitunter an den Vorteilen des “Schlechtseins” zu orientieren, kann dir guttun. Wie gesagt: Balance, nicht Extrem. Schaffe ein Gleichgewicht zwischen deinem Gutmenschentum und deinen Schattenseiten. Probiere einmal aus, wie es ist, authentisch und ehrlich zu sein – nicht nur im Stillen. Sprich aus, wenn dich jemand verletzt und wann dich jemand in deiner Würde kränkt. Zeige es mit deiner Körpersprache. Lass deine Augen sprechen. Drücke dich und was in dir vor sich geht aus.

Das ist ein guter Schritt in Richtung AUSBALANCIERTES DU. Es ist nur meine Lernerfahrung, aber wer eigene Ziele hat, der muss sie auch verfolgen. Wenn man sich stets nur nach anderen dreht oder sein Leben an anderen ausrichtet, der lebt eben ein anderes Leben. Es ist natürlich, dass man dann andere Ziele als seine eigenen verfolgt, außer man profitiert im höchsten Maße davon. Auch das darf man sich eingestehen.

Liebe Grüße und viel Erfolg auf deinem Weg,
Janett

Janett Menzel Angst Blog