Fremdverliebt bist du, wenn du in einer festen Beziehung oder Ehe lebst und dich in einen anderen Menschen verliebt hast. Das kommt öfter vor, auch in guten Beziehungen, und es trifft Frauen wie Männer jeden Alters. Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse (auf allen Ebenen) kommen gern ungefragt. Nur, was du mit ihnen machst – und das ist das Gute -, liegt allein in deiner Hand.
Deine Gefühle für diesen Menschen sind nach meiner Erfahrung eine klare Botschaft: Sie erzählen etwas über dich und deine Bedürfnisse. Sie können auch etwas über deine Beziehung sagen. In meinen Beratungen erlebe ich, dass eine Fremdverliebtheit oft viele dazu einlädt, ihre GANZE PARTNERSCHAFT und das eigene Leben neu anzusehen: was du bisher gelebt hast und was noch kommen soll. Ideal ist es, wenn du als Rückschluss deiner Beziehung neue Kraft geben kannst und du erkennst, dass sie entweder zu Ende ist, oder dass die Sehnsucht nach etwas NEUEM vor allem mit dir selbst zu tun hat. (Das Letztere ist häufiger der Fall.)
In diesem Beitrag findest du deshalb Antworten auf diese Fragen:
- woran du erkennst, dass du fremdverliebt bist, und ob das „normal“ ist
- wie sich Fremdverliebtheit von einer Schwärmerei, von Limerenz und von einer emotionalen Affäre unterscheidet
- was deine Gefühle über dich, deinen Bindungsstil und deine Beziehung erzählen
- und was du jetzt tun kannst.
Fremdverliebt: Was gerade mit dir passiert
Bei den einen beginnt es mit einem unscheinbaren Moment in der Kaffeeküche, bei anderen mit einem langen Gespräch auf einer Feier oder mit Nachrichten, die von Woche zu Woche vertrauter werden. Es kann eine Kollegin sein, ein Kollege, der beste Freund deiner Partnerin, die Schwester deines Partners, ein Mensch aus dem Fitnessstudio oder jemand, den du vor allem online kennst. Zu Hause sitzt du dann neben deinem Partner oder deiner Partnerin und bist mit den Gedanken woanders, oft begleitet mit Schuldgefühlen und der Sorge, dass der Partner etwas merkt.
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Fremdverliebt: Anzeichen, an denen du es erkennst
Nach meiner Erfahrung zeigen sich die Anzeichen lange, bevor Betroffene sich die Gefühle der Fremdverliebtheit eingestehen bzw. realisieren:
- Deine Gedanken wandern immer wieder zu diesem Menschen, beim Aufwachen, bei der Arbeit, abends auf dem Sofa, bis hin zu obsessiven Gedanken, ähnlich der in der Psychologie bekannten, sogenannten Limerenz.
- Du suchst Wege und Gründe für Kontakt und Begegnungen und freust dich auf Tage, an denen ihr euch seht.
- Du vergleichst deine Partnerin oder deinen Partner mit diesem Menschen.
- Du siehst ggf. all das, was deine Partnerin oder deinen Partner mit diesem Menschen nicht gemein hat oder wertest seine/ihre Persönlichkeit, samt eurer Beziehung, vielleicht sogar ab.
- Du erzählst viel von ihm oder ihr zu Hause ODER gar nichts.
- Du erzählst der anderen Person weniger oder eher Negatives über deine offizielle Beziehung und fühlst dich in seiner/ihrer mehr als „Single“.
- Viele fühlen sich auch nicht als Single, aber spüren „nur“ eine vermehrte Anziehung zu der anderen Person, ohne wirklich sagen zu können: „Meine Beziehung ist schlecht.“ Bei ganz vielen ist sie das auch nicht. (Bei ganz vielen funktioniert es wirklich und doch ist „funktioniert“ das korrekte Wort – wenn sich der Alltag in Beziehungen eingeschlichen hat und es kaum spürbare Nähe mehr gibt oder man eigene Wünsche spürt, die man mit dem offiziellen Partner (nicht mehr) ausleben kann.)
- Dein Handy liegt öfter mit dem Bildschirm nach unten. Du nimmst es eher mit ins Bad, um dort zu schreiben.
- Bei beruflichen Kontexten: Du widmest diesen (E-Mails, Meetings, Reisen usw.) mehr Zeit und Energie, auch über die gewohnte Arbeitszeit hinaus.
Es gibt eine Handvoll weiterer Merkmale/Anzeichen, die ich in meinen Beratungen & Coachings regelmäßig sehe:
- Du willst Schönes, Wichtiges oder Schmerzhaftes vorwiegend mit der neuen Person teilen.
- Die Stimmung in deiner Beziehung fühlt sich seither (oder immer nach Kontakt mit der dritten Person) nüchtern und lieblos an.
- Oder, das andere Extrem, der Dritte, ohne es zu wissen, bringt neuen Aufschwung und neue Stabilität in deine Partnerschaft.
- Du hast kaum Gewissensbisse oder extreme Schuldgefühle (variiert, je nach deinem Bindungsstil).
- Dein/e offizielle/r Partner fängt an, Zeichen zu spüren und sich offen oder subtil zu beweisen, sucht deine Nähe oder vermeidet die Kontexte, in denen die dritte Person anwesend wäre oder zur Sprache kommen würde.
- Du liegst nachts neben deinem Partner und denkst heimlich an die dritte Person.
- Du verspürst vermehrt sexuelle Lust beim Gedanken an sie/ihn. (Bei sehr vielen geht es auch soweit, dass sie neben ihrem schlafenden Partner liegen können und sich befriedigen oder vermehrte sexuelle Lust verspüren, die sie dann mit diesem ausleben. Im Kopf sind sie bei der anderen Person, sie ist der Auslöser der Lust. Dieser kurbelt dann also die Paarsexualität an.)
Ist sich fremd zu verlieben ’normal‘?
Die meisten schämen sich sehr dafür und haben das Gefühl, sie würden ihre Beziehung betrügen, seien undankbar oder schlecht/falsch. Aber ja, Anziehung zu einem anderen Menschen kommt in festen Beziehungen sehr oft vor, auch wenn beide Treue, also eine monogame Beziehung, vereinbart haben.
Wichtig ist: Du kannst auch trotz glücklicher Beziehung fremdverliebt sein. Eine belastbare Zahl dazu, wie häufig Menschen das erleben, gibt es bisher nicht. Aber eine Studie aus dem Jahr 2025 befragte Menschen in exklusiven Beziehungen, die von einem Crush berichteten, also von einer Schwärmerei für einen anderen Menschen, über ein Jahr hinweg. Bei einem Teil schadete die Schwärmerei der Beziehung nicht. Bei anderen sank die Zufriedenheit mit der Zeit, vor allem wenn die Beziehung schon weniger gut lief. Ob die Schwärmerei Ursache oder Folge war, konnte die Studie nicht klären.
Fremdverlieben beschreibt am Ende also immer nur ein Gefühl, Fremdgehen hingegen ist eine Handlung. Deine Gefühle sind menschlich und sie verdienen Aufmerksamkeit, gerade weil sie etwas Wichtiges über dich und deine Beziehung mitteilen können. Es liegt in deiner Hand, welche Grenzen du achtest, wie du mit Bedürfnissen umgehst, ob du Geheimnisse anhäufst und ob du dir und deiner Partnerin oder deinem Partner Raum für vernünftige Entscheidungen gibst. Denn vorschnelles Handeln kann ernste Konsequenzen haben – besonders, wenn der/die Dritte nichts von deinen Gefühlen weiß, aber auch, wenn es schon eine Affäre/Nebenbeziehung geworden ist. Es zerstört Beziehungen und hat so manchen meiner Klienten in noch schwierigere Situationen gebracht. Und all das nur, weil man seine Gefühle und was sie einem sagen wollten, falsch interpretiert hatte.
Schwärmerei, Verliebtheit, Limerenz oder emotionale Affäre?
Es ist entscheidend für dich zu verstehen, was da gerade wirklich in dir vorgeht – und zwar, BEVOR DU HANDELST. Jede Fremdverliebtheit fühlt sich anders an und die Übergänge können sehr fließend, meint unbemerkt/unbewusst sein. Die folgenden Unterschiede helfen dir beim Einordnen:
- Schwärmerei: Du findest jemanden (sehr) anziehend und hast Interesse daran, ihn näher kennenzulernen. Du freust dich über jede Begegnung (wenn auch mit viel Aufregung oder gar etwas Angst) und nach einem Kontakt kehrst du gut gelaunt in deinen Alltag zurück.
- Verliebtheit: Die Gedanken an die Person kommen sehr viel häufiger, dein Herz klopft, die schönen Gefühle machen alles leichter. Du wünschst dir mehr Zeit mit diesem Menschen, dein Alltag gehört trotzdem weiter dir.
- Limerenz: Die Gedanken an die Person drängen sich auf (bis hin zu obsessivem Denken an sie), auch wenn du dich auf etwas anderes konzentrieren willst. Deine Stimmung steigt und fällt mit jedem noch so subtilen Signal. Die Psychologin Dorothy Tennov beschrieb diesen Zustand 1979: Nach ihr konnten Liebe zum eigenen Partner und Limerenz für einen anderen Menschen gleichzeitig bestehen. Mehr darüber in meinem Beitrag Limerenz: Wenn du ständig an jemanden denken musst.
- Emotionale Affäre: Sie beschreibt weniger ein Gefühl als das, was du mit dem Gefühl machst. Denn aus Gefühlen wird heimliche Vertrautheit: Ihr schreibt täglich, teilt Sorgen und Pläne, die dein Partner oder deine Partnerin ggf. nicht kennt. Diese Verbindung bekommt mehr Raum als deine Beziehung oder du teilst/fühlst eine Loyalität mit und zu ihr. Ein guter Prüfstein ist die Frage, ob du eure Nachrichten deiner Partnerin oder deinem Partner zeigen könntest.
Ist aus der Verliebtheit schon eine Affäre geworden und stehst du zwischen zwei Menschen, findest du in meinem Beitrag Wie du dich zwischen deinem Partner und deiner Affäre entscheiden kannst weitere Gedanken.
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Fremdverliebtheit: Was bedeuten deine Gefühle wirklich?
Sobald du einordnen kannst, was du erlebst, stellt sich die Frage, was diese Gefühle dir sagen wollen. Häufig vermissen wir etwas bei uns selbst, in unserem Leben oder in unserer Beziehung und finden es im anderen Menschen wieder. Vielleicht projizieren wir eigene Anteile auf den anderen, die wir selbst in uns abwehren und verdrängt haben. Genauso kann es sein, dass dich einfach ein Mensch berührt hat, der zu dir passt. All diese Varianten verdienen einen ehrlichen Blick von dir. Lass mich etwas darauf eingehen.
Was du im anderen Menschen findest
Schau genau hin, was dich an diesem Menschen anzieht: die Leichtigkeit, mit der er oder sie lacht, die Neugier, die Ruhe oder das Gefühl, endlich wieder gesehen zu werden. Der weltbekannte Carl Gustav Jung nannte es Projektion, wenn wir eigene unbewusste Anteile in einem anderen Menschen sehen. Je weniger du diesen Menschen aus dem Alltag kennst, desto mehr Platz haben deine eigenen Vorstellungen und Wünsche, besonders die verdrängten, die keinen Ausdrucksraum haben durften/dürfen. Für das Verlieben beschrieb Jung vor allem die Projektion von Anima und Animus: eines Seelenbildes, das den Weg zu unbewussten Seiten in uns öffnet. Jung ordnete die Anima dem Mann und den Animus der Frau zu, die spätere Schule versteht beide als Bild für das jeweils Andere in jedem Menschen. In der fremden Person begegnet dir dann ein Teil deines eigenen Selbst, der lange keinen Platz in deinem Leben hatte und in deinen Schatten verbannt wurde. Mit Schatten meinte Jung alles, was wir (und andere) an uns nicht sehen wollen. Dazu gehören auch helle Seiten wie verschüttete Begabungen und Lebensfreude. Schattenarbeit holt solche Seiten zu dir zurück. Achte auch darauf, wie du dich in seiner oder ihrer Gegenwart erlebst: Bist du etwa lebendiger oder mutiger, offener oder verantwortungsloser (im Sinne von egoistischer, weniger selbstaufopfernd als sonst)? Diese Seiten an dir verdienen einen Platz in deinem Leben, ganz gleich, wie du dich am Ende entscheidest.
Hier beginnt für mich klassische Identitätsarbeit: die Arbeit an deinen eigenen Motiven, Leidenschaften, Begabungen und Lebenszielen. Fremdverliebtheit trifft Menschen nach meiner Erfahrung gern in Phasen, in denen sie sich selbst ein Stück fremd geworden sind, etwa wenn Kinder, Job oder die Pflege von Angehörigen jahrelang den Takt vorgegeben haben. Der andere Mensch kann dann das Leben verkörpern, das du gerade nicht lebst (oder noch nie gelebt hast).
Bindungsstile als Wegweiser
Ich nutze Bindungsstile in meiner Arbeit als wegweisendes Instrument, weil sie dir zeigen, wie du auf Verbundenheit/Nähe, Distanz/Autonomie und somit Sicherheit/Unsicherheit reagierst. Fremdverliebtheit kann Menschen mit jedem Bindungsstil treffen, auch sicher gebundene. Die Forschung fand aber Zusammenhänge, die dir beim Verstehen helfen. Der Psychologe C. Nathan DeWall und sein Team stellten 2011 in acht Studien fest, dass Menschen mit ausgeprägter Bindungsvermeidung mehr Interesse an attraktiven Alternativen zeigten. Das hing mit einer geringeren Bindung an die eigene Beziehung zusammen. Kühlt dein Interesse am Partner oder an der Partnerin ab, sobald es verbindlich wird, kann ein neuer Mensch wie ein Ausweg/eine Lösung aus der Enge erscheinen.
Bei Bindungsangst, also der ängstlichen Seite mit Verlustangst, sieht es anders aus. In einer Befragung von Menschen, die eine Außenbeziehung erlebt hatten, nannten Menschen mit Verlustangst häufiger den Wunsch nach Vertrautheit als Grund. Nach meiner Erfahrung steckt dahinter immer auch der Wunsch, gewollt zu sein und gesehen zu werden. Fehlt dir dieses Gefühl in deiner Beziehung, kann ein tiefer Blick oder verbundene Gespräche mit einem Dritten deine alte Sehnsucht berühren.
In der bewährten Methode des Reparenting lernst du, dir selbst jene ersehnte Aufmerksamkeit und Bestätigung zu geben, die du dir vom anderen Menschen erhoffst – und nach meiner Erfahrung entscheidest du dann freier. Welcher Stil auf dich zutrifft, findest du mit meinem Psychologischen Testpaket inkl. Bindungsstil (9,99 €) heraus. Die gute Nachricht: Bindungsstile lassen sich verändern. Die Forschung nennt es earned secure, erarbeitete Bindungssicherheit, wenn Erwachsene sich nach schwierigen Erfahrungen eine sichere Art zu lieben erarbeitet haben.
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Fremdverliebt trotz einer festen Beziehung: Was deine Partnerschaft jetzt braucht
Deine Gefühle erzählen auch etwas über deine Beziehung. Nach dem Modell der Psychologin Caryl Rusbult hängt die Art, wie fest sich Menschen an ihre Beziehung gebunden fühlen, mit ihrer Zufriedenheit zusammen, mit dem, was sie in die Beziehung investiert haben, und mit der Frage, wie verlockend ihnen andere Möglichkeiten erscheinen. Eine Metaanalyse mit über 11.000 Menschen fand diese Zusammenhänge in 52 Studien. Nach meiner Erfahrung kann eine Fremdverliebtheit deshalb ein Hinweis sein, dass in deiner Beziehung gerade etwas fehlt: gemeinsame Zeit, Zärtlichkeit, Gespräche über den Alltag hinaus oder das Gefühl, als Mensch wahrgenommen zu werden, über deine Rolle als Mutter, Vater, also alles über das WG-Beziehungsgefühl hinaus.
Fühlst du dich in deiner Beziehung schon lange allein, findest du in meinem Beitrag über Einsamkeit in der Ehe und Beziehung Anregungen für euch beide. Solltest du wissen, dass du tendenziell eher verlustängstlich oder gar vermeidend bist, könnte dir diese Folge aus meinem Podcast „Bevor du mich willst“ helfen:
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Fremdverliebt, was tun? Mein Rat aus 12 Jahren Beratung/Coaching
Eine Fremdverliebtheit verlangt vorwiegend eine Antwort auf die Frage, wie du von nun an leben willst. Weil deine Gefühle eine Botschaft sind, lohnt es sich, ihnen zuzuhören. Das braucht Zeit und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.
Erste Schritte, wenn du dich in einen anderen Menschen als deinen Partner verliebt hast
- Triff keine schnellen Entscheidungen: Verliebtheit fühlt sich schnell wie Sicherheit/Gewissheit an. Gib dir ein paar Wochen (!), bevor du deine Beziehung beendest und besonders, bevor du eine neue beginnst.
- Begrenze den Kontakt: Reduziere Nachrichten auf das Nötige, besonders abends und nachts, und meide Situationen, in denen ihr allein und vertraut seid. Unsicherheit und Hoffnung nähren sich entwickelnde Gefühle, Limerenz und jede Anziehung, Abstand hingegen gibt dir Raum zum Denken und Distanz zu Gefühlen.
- Prüfe deine Heimlichkeiten: Alles, was du verbergen musst, zeigt dir, wo du eine Grenze überschreitest oder kurz davor stehst.
- Schreib auf, was dich anzieht: Notiere, welche Eigenschaften, Gefühle und Momente du mit diesem Menschen verbindest. Diese Liste ist dein Ausgangspunkt für weitere Erkenntnisse.
- Sprich mit einem Menschen deines Vertrauens, der dich und deine Gefühle sowie deine bestehende Beziehung mit Respekt und objektiv betrachtet. Nach meiner Erfahrung haben Gefühle weniger Macht über dich, sobald du sie aussprichst.
Gerade nachts oder am Wochenende, wenn die Gedanken kreisen und du mit niemandem sprechen kannst, hilft dir eine sachliche Einordnung von außen. Mit „Die Liebe & ich“, meinem KI-unterstützten Ratgeber (kompatibel mit ChatGPT, Claude (mind. Pro-Version) und Perplexity), ordnest du deine Situation mit meinem Wissen über Bindung und Angst ein, wann immer du ihn brauchst. Mittlerweile nutzen über 110 Kunden meinen KI-Ratgeber täglich. Er basiert auf all meinen Programmen, Büchern und Erkenntnissen aus 12 Jahren Beratungspraxis.
Was hast du gelebt und was willst du noch vom Leben?
Jetzt findest du heraus, wem deine Sehnsucht gilt. Nimm deine Notizen aus Schritt 4 und frag dich bei jedem Punkt, ob du dir das von diesem Menschen wünschst oder es selbst leben möchtest. Schwärmst du von seiner Abenteuerlust, sehnst du dich womöglich selbst nach Abenteuern. Bei allem, was du dir von ihm oder ihr wünschst, prüfe die Wirklichkeit:
Ist dieser Mensch frei und an dir interessiert? Und wie sähe euer gemeinsamer Alltag aus?
Am Ende dieser Prüfung stehen nach meiner Erfahrung drei mögliche Wege, die alle ihre Berechtigung haben. Du erkennst, dass deine Beziehung eine Chance verdient, und bringst das, was dir gefehlt hat, in eure Partnerschaft ein (bzw. ihr arbeitet beide daran, nachdem du es angesprochen hast). Du erkennst, dass sich deine Beziehung zu stark verändert hat oder dass du mit dem neuen Menschen zusammen sein willst, und gehst den Weg der Trennung bewusst und mit Respekt. Oder du erkennst, dass die Sehnsucht vor allem mit dir zu tun hat, etwa mit Limerenz oder mit Seiten an dir, die zu kurz gekommen sind. Du holst sie in dein eigenes Leben zurück und gehst mit diesem Wissen in deine Beziehung zurück – und gibst ihr damit eine neue Chance.
Habt ihr Kinder bzw. eine gemeinsame Familie, sind alle Zweifel berechtigt: Jede dieser Entscheidungen betrifft Menschen, die sich auf euch verlassen. Gib dir deshalb mehr Zeit, als du sie ohne Kinder bräuchtest, und hol dir Unterstützung, etwa in einer Beratung. Nach meiner Erfahrung zählt für Kinder vor allem, wie ihr als Eltern miteinander umgeht, ob ihr zusammen lebt oder getrennt: respektvoll, verlässlich und so, dass sie aus euren Konflikten herausgelassen werden. Fragst du dich, ob du allein den Kindern zuliebe in deiner Beziehung ausharren solltest, schau ehrlich hin, was du ihnen damit vorlebst und was es dich kostet. Und gibst du deiner Beziehung eine neue Chance, erleben deine Kinder, wie zwei Menschen nach einer Krise wieder zueinanderfinden. Das alles sind wichtige Lektionen: nicht nur für dich. Sie sind bindungsorientiert und sicherheitsspendend.
Wie es sich anfühlt, wenn zwei Menschen sich wollen und trotzdem nicht zueinanderfinden, bespreche ich in meiner Podcastfolge #90 „‚Ich will, aber kann/darf nicht!‘: Wenn jemand dich will und sich trotzdem gegen dich entscheidet“:
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Mit deiner Partnerin oder deinem Partner sprechen
Ob und wie du deine Gefühle ansprichst, hängt davon ab, welchen Weg du gehst. Kläre zuerst für dich, was du dir von dem Gespräch erhoffst. Willst du deiner Beziehung eine Chance geben, beginnt das Gespräch bei deinen Bedürfnissen: was dir fehlt, was du dir wünschst und was du selbst beitragen möchtest. Über den anderen Menschen musst du dabei keine Einzelheiten erzählen. Spielt dieser Mensch in eurem Leben in Zukunft keine Rolle, behalte die Einzelheiten aus Rücksicht für dich.
Bist du schon in einer Affäre oder denkst du über eine Trennung nach, verdient dein Gegenüber Ehrlichkeit, damit auch er/sie eine eigene Entscheidung treffen kann.
Wollt ihr beide an eurer Beziehung arbeiten, kann eine Beratung helfen, die an den Gefühlen und Bindungsbedürfnissen von euch beiden ansetzt. Nach meiner Erfahrung wächst aus einem ehrlichen Gespräch häufig mehr Verbundenheit, auch wenn es zuerst wehtut.
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Fremdverliebt: Begleitung auf deinem Weg
Wer fremdverliebt ist, findet selten jemanden für ein offenes Gespräch. Ich arbeite als Bindungsangst- und Beziehungsberaterin für Frauen und Männer dahingehend, ihre Gefühle zu verstehen und Entscheidungen zu treffen, die zu ihrem Leben passen. In meinen Beratungen/Coachings, telefonisch oder per Videocall, schauen wir gemeinsam darauf, was dich an diesem anderen Menschen anzieht, was dein Bindungsstil damit zu tun hat und was du vom Leben noch willst, mit Identitätsarbeit, Schattenarbeit und weiteren Methoden. Einen Termin bekommst du innerhalb von 72 Stunden. Hinweis: Meine Angebote sind auf Selbstzahlerbasis in Form von Beratung und Selbsthilfe. Für psychotherapeutische Unterstützung habe ich Kooperationen, die bei Bedarf ergänzend mitarbeiten, in Absprache (Kostenübernahme durch Klientinnen/Klienten).
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten!
Herzlichst
Janett Menzel
Zum Weiterlesen und Weiterhören
- Janett Menzel: „Bevor du mich willst“ (Podcast), Folge #55 „Er/Sie mag mich doch! Oder bilde ich mir das alles nur ein? Über gemischte Signale und unklare Gefühle“
- Lucia F. O’Sullivan, Charlene F. Belu, Lucia Tramonte: Do Crushes Pose a Problem for Exclusive Relationships? Personal Relationships, 2025.
- Benjamin Le, Christopher R. Agnew: Commitment and its theorized determinants: A meta-analysis of the Investment Model. Personal Relationships, 2003.
- C. Nathan DeWall u. a.: So far away from one’s partner, yet so close to romantic alternatives. Journal of Personality and Social Psychology, 2011.
- Elizabeth S. Allen, Donald H. Baucom: Adult attachment and patterns of extradyadic involvement. Family Process, 2004.
- Dorothy Tennov: Love and Limerence. The Experience of Being in Love. Stein and Day, 1979.
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Häufig gestellte Fragen zu Fremdverliebtheit
Ist es normal, trotz einer Beziehung fremdverliebt zu sein?
Ja. Anziehung zu einem anderen Menschen kommt auch in festen und vor allem guten Beziehungen mit Treueversprechen vor. Eine Studie aus dem Jahr 2025 fand heraus, dass eine Schwärmerei bei einem Teil der Beziehungen nicht schadete, bei anderen ging sie hingegen mit sinkendem Beziehungsglück einher (könnte also Folge bestehender Unzufriedenheit sein).
Ist Fremdverliebtheit schon Fremdgehen?
Fremdverliebtheit beschreibt ein Gefühl, Fremdgehen/anhaltende Untreue aber ist eine Handlung. Entscheidend ist, was du mit deinen Gefühlen tust: ob du Grenzen setzt, Geheimnisse vermeidest und deiner Partnerin oder deinem Partner gegenüber ehrlich bist. Wird aus Gefühlen eine heimliche Vertrautheit oder gar körperliche bzw. emotionale Affäre, ist das ein Zeichen für eine nötige Reflexion.
Heißt es, dass meine Beziehung vorbei ist, wenn ich mich trotz Partner in einen anderen Menschen verliebt habe?
Sich fremd zu verlieben zeigt, dass dir etwas fehlt, bei dir selbst oder in deiner Beziehung. Daraus können drei Wege folgen: 1. Du gibst deiner Beziehung neue Kraft. 2. Du entscheidest dich bewusst für eine Trennung. 3. Du erkennst, dass die Sehnsucht vor allem mit dir zu tun hat. Welcher Weg für dich und deine Situation passt, erkennst du, wenn du dir Zeit für eine ehrliche Prüfung nimmst.
Wie lange dauert Fremdverliebtheit?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Eine Schwärmerei kann nach kurzer Zeit vergehen, eine intensive Verliebtheit oder Limerenz aber kann auch Jahre dauern. Nach meiner Erfahrung helfen dir weniger Kontakt, bewusst gestaltete Zeit in deiner Beziehung und die Hinwendung zu deinen eigenen Bedürfnissen und verdrängten Sehnsüchten.
Soll ich meinem Partner oder meiner Partnerin sagen, dass ich mich in jemand anderen verliebt habe?
Das hängt von deiner Situation ab. Ein Gespräch über deine unerfüllten Bedürfnisse kann eure Beziehung erneuern, auch wenn du den anderen Menschen nicht im Detail beschreibst. Bist du schon in einer Affäre oder denkst du über eine Trennung nach, verdient dein Partner oder deine Partnerin Ehrlichkeit. Kläre vorher für dich, was du dir von dem Gespräch wünschst. Vor allem behalte im Hinterkopf, wie es dir ginge, wenn die dritte Person deine Gefühle NICHT erwidern würde: Würdest du deinem Partner oder deiner Partnerin dann noch immer davon erzählen wollen oder dich noch immer trennen wollen?
Kann man zwei Menschen gleichzeitig lieben?
Nach der Psychologin Dorothy Tennov und meinen Erfahrungen ja: Sie beschrieb, dass Liebe zu einem Menschen und eine intensive Verliebtheit für einen anderen Menschen, die sie Limerenz nannte, gleichzeitig bestehen können. Auch ich kenne das aus meiner Beratungspraxis. Gefühle für zwei Menschen schließen sich also nicht aus.
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