Vision Boards sind beliebt, um sich seine Ziele und Träume vor Augen zu halten. Diese Zielcollage wird dann sichtbar aufgehängt, um seine Wünsche und Träume nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Sie sind also Zielcollagen, die deine Motivation schüren sollen, damit du deine Ziele umsetzt. Man erstellt sie mit Papier, Schere, Klebstoff, Ausschnitten aus Zeitungen und Magazinen oder Ausdrucken digitaler Bilder. Oder man wählt eine der unzähligen Apps und Software im Internet, u. a. Pinterest zur Erstellung seines Vision Boards, auch Dream Board genannt.

Doch wie erreicht man seine Ziele auf diesem Vision Board und was genau blockiert dann trotzdem, wo das Vision Board doch so schön geworden ist? Es sind, wie sollte es anders sein, Ängste – getreu dem Sprichwort: Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst. Es könnte wahr werden (und macht dir deshalb schon im Vorfeld eine Heidenangst).

 

Das Vision Board: Deine große Vision für deine Zukunft

kläre die Ängste hinter deinen Träumen und Wünschen

Beispiel für ein Vision Board | Foto: www.dabble.co

Oberflächlich betrachtet ermöglicht ein Vision Board nicht nur die Rückerinnerung an vergangene oder verdrängte Ziele, sondern auch an Träume, die im Alltag in Vergessenheit gerieten. Neurowissenschaftlich gesehen ist so ein Board ein erstaunlich kraftvolles Instrument, denn es beinhaltet deine Werte und Ideale. Es fungiert als visualisierte Bucket List: Dinge bzw. Erlebnisse, die man in seinem Leben noch erreichen möchte, bevor man stirbt. Gleichzeitig ist sie weit mehr als nur eine Collage, denn sie reduziert dein Leben auf eine sogenannte Big Vision, eine große Vision: deine.

Es bleibt nicht erspart, sich mit seinen Zielen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen: Was man sich sehnlichst wünschte, früher, als man noch jung war, unverheiratet oder kinderlos. Oder das Board beinhaltet Pläne und Ziele für das aktuelle Jahr. Ein Vision Board ist ganz allein deins und du entscheidest, wie du es gestaltest. Es hilft dir dabei, deine gesetzten Ziele zu erreichen.

Definiere deine Ziele.

Manchmal fällt es schwer, sich an seine vergessenen Ziele, Träume und Bedürfnisse zu erinnern. Was hilft, ist sich inspirieren zu lassen. Nimm ein paar alte Zeitschriften, Magazine oder „blättere“ im Internet in kostenfreien Fotobörsen wie z. B. unsplash.com oder pixabay.com. Nutze dir Bildersuche, falls du ein Ziel benennen, aber nicht so recht visualisieren kannst.

Definiere einen oder mehrere Leitsätze.

Mit diesen Bildern formulierst du nun Leitsätze.

Wenn du dir eine geborgene und liebevolle Beziehung wünschst, aber häufig an den „falschen“ Partner gerätst, könnte dir mein folgender Leitsatz nutzen: Ich halte Ausschau nach emotional erfüllenden, sanften, zärtlichen, geborgenen, ehrlichen und nahen Momenten mit einem neuen Partner, in denen ich liebe und von dem ich mich lieben lasse.

Falls du einen beruflichen Wunsch hast, zum Beispiel eine Neuorientierung, aber nicht so recht weißt, wo du anfangen sollst, könnte dir dieser Leitsatz helfen: Ich lebe meine Bestimmung und vertraue darauf, dass sich mir die nächsten Schritte von allein zeigen.

Falls du auf Wohlstand oder mehr finanzielle Fülle aus bist, könnte dieser helfen: Ich bin umgeben von Reichtum. Geld fließt aus allen Richtungen zu mir. Ich bin bereit, das mir bestmögliche Leben zu leben. 

Die Leitsätze sind nie mit Modalverben gefüllt: kein müssen, sollen, wollen, möchten, hätte, könnte usw. Du formulierst sie in der Gegenwartsform, nicht in der Zukunftsform mit „werde“, sondern mit „bin, habe, tue/mache, kreiere, liebe, erschaffe, handle usw.“.

Solche Leitsätze kannst du entweder im Kopf formulieren oder aufschreiben, hinten auf das Vision Board kleben oder mit Erinnerungswörtern wie „Liebe“, „Erfolg“, „finanzielle Fülle“ etc. als Teil der Collage versehen, zum Beispiel durch Überschriften aus Zeitschriften.

Spätestens, wenn die Collage fertiggestellt wurde, fragen sich die meisten Menschen, wie sie nun die dortigen Ziele und Träume verwirklichen können. Wo also ist die feine Grenze zwischen Traum und Realität, Wunsch und Handeln, Hirngespinst und Wirklichkeit?

 

Das Fear Board: Ängste als Schwellenwächter deiner Träume

Lloyd Burnett, US-amerikanischer Coach, und sein Fear Board zur Klärung der Ängste, die mit deinen Zielen und Wünschen einherkommen

Das sogenannte Fear Board stammt (meines Erachtens) vom US-amerikanischen Coach Lloyd Burnett. Er rät jedem, der Blockaden bei der Umsetzung seiner Träume und Wünsche verspürt, sich nebst dem Vision Board eine eigene Collage über die mit den Träumen und Wünschen verbundenen Ängste anzufertigen.

Zwar haben die meisten seiner Klienten und Klientinnen exakte Vorstellungen von dem, was sie in ihrer Zukunft manifestieren möchten. Doch scheinbar stehen ihn immer wieder unsichtbare Hürden im Weg, die sie von der endgültigen Verwirklichung abhalten.

„Sei vorsichtig, was du dir wünscht. Es könnte wahr werden.“ So sagt ein chinesisches Sprichwort.

  • Es könnte sein, dass du dir der Kehrseite nicht bewusst bist.
  • Es könnte sein, dass du mit den Konsequenzen nicht umgehen könntest.
  • Es könnte sein, dass du nur einen kleinen Teil des Bildes siehst, statt des großen Ganzen.
  • Es könnte sein, dass dein Ziel mit Opfern verbunden ist.
  • Es könnte sein, dass für deine Zufriedenheit nach der Erfüllung deiner Träume noch einiges zu erledigen ist,

zum Beispiel Ängste zu überwinden.

 

Beispiele sind diese:

Sagen wir, du träumst von einem Haus am Meer. Dafür müsstest du deine jetzige Stadt verlassen und damit auch deinen Freundes- und Bekanntenkreis, deine Arbeitsstelle. Vielleicht würde dein Partner/deine Partnerin nicht mitkommen (wollen/können). Dort am Meer bräuchtest du so oder so bald neue soziale Kontakte, sonst wärst du ziemlich einsam. Auch wenn das Meer zutiefst befriedigt, so ersetzt es keinen warmen Kakao mit einer Freundin, wenn alles brennt. Außerdem ist ein Haus immer mit Kosten verbunden, für die du finanziell gewappnet sein musst. Du bräuchtest auch einen neuen Job und müsstest obendrein eventuell noch saisonale Urlauberstürme ertragen. Möchtest du, dass dein Haus am Meer dann auch noch in einer warmen Region liegt, müsstest du sehr sicher in den tiefen Süden von Europa, wo du eine neue Sprache bräuchtest, um dich zu verständigen. Falls du ein Kind hast, müsstest du es aus seiner Umgebung reißen und bei getrennt lebenden Eltern würde das andere Elternteil sein Kind sehr viel weniger sehen, was mindestens zwei Beteiligte (ihn und das Kind) wehtun könnte. Sie könnten wütend auf dich sein oder dir Ärger machen, den du fürchtest. Du könntest zu glauben beginnen, dass du einzelne Neubeginne nicht bewältigen könntest.

Oder sagen wir, du wärst gern selbstständig, aber weißt nicht, „ob es wirklich etwas für dich wäre“. Du träumst davon, einen eigenen kleinen Laden in der Innenstadt zu haben oder als digitaler Nomade die Welt bereisen zu können, wann und wie lange du möchtest. Erneut zieht es Konsequenzen nach sich, für die du gewappnet sein solltest, z. B. Existenzängste, weil irgendwoher der Lebensunterhalt kommen muss oder bislang fehlende Akquise- und Marketing-Kenntnisse.

Jeder Traum birgt Herausforderungen. Einige meistert man währenddessen, Schritt für Schritt. Für andere wiederum braucht man einen Plan B, falls der Plan A nicht aufgehen sollte. Als ich mich selbstständig als freie Autorin machte, hatte ich einige Monate ohne Schlaf bewältigen müssen, weil ich fürchterliche Angst hatte, finanziell nicht überleben zu können. Dabei hatte ich bereits einen sehr guten Grundstock. Dennoch bringt auch das Veröffentlichen über einen Verlag seine Hürden mit sich, zum Beispiel Medienarbeit, für die man bereit sein muss. Sich zeigen, eventuelle Kritik einstecken und wegstecken können, unterwegs zu Lesungen sein, währenddessen man Betreuung für die Kinder oder Tiere braucht, sich einer breiten Öffentlichkeit stellen, Rede- und Auftrittsangst überwinden usw.

Welche Hürden auf dem Weg zur Erfüllung deiner Träume fallen dir ein? Was bringt dein Traum an Opfer mit sich? Welche kannst du bewältigen? Bei welchen wird dir übel? Welche Menschen kennst du, die dir helfen könnten, bestimmte Ängste zu überwinden, die mittendrin auftauchen?

Unser Unterbewusstsein ist ein schillerndes Feld aus Erfahrungen und verborgenem Wissen. Es weiß genau, was du glaubst, zu können, wo es hapert oder was dir mehr als nur schwerfällt und was dich verletzen würde. Die inneren Blockaden kommen nicht nur vom inneren Kind, wie es die Psychologie oft meint. Wir kennen uns tatsächlich besser, als wir meinen. Haben wir erst einmal unsere Ängste, die mit dem Ziel, der großen Vision, in Verbindung stehen, extrahiert, können wir uns an die Lösungen und Bewältigung machen.

Für den Moment bitte ich dich, dich deinen Ängsten zu widmen. Schreibe sie alle auf. Gehe bewusst mental einmal in die „erfüllte Welt deines Traumes“.

  • Welche Aufgaben bringt er mit sich?
  • Wie steht es dann um dein soziales Umfeld?
  • Was würdest du ggf. verlieren?
  • Welche Bereiche deines Lebens müssten sich ändern, damit dein Traum sich entfalten kann?
  • Wozu bist du (noch) nicht imstande?
  • Wobei bräuchtest du dringend Unterstützung?
  • Was müsstest du noch lernen, bevor es richtig losgehen kann?

 

Das Solution-Board: Lösungen für Ängste

Das zu den vorherigen Boards passende Solution Board, eine Lösungscollage, ist eine Erweiterung von mir. Ich entwickelte diese Idee, als ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten begab, wie ich meine Herausforderungen und Ängste in Bezug auf meine Träume überwinden könnte. Bei dieser Lösungscollage stellt man

seine Visionen – seine Ängste in Verbindung mit den Visionen – passende Lösungen

gegenüber. Das kann man sowohl tabellarisch machen oder als Mindmap oder formlos und in Stichpunkten. Der Fokus bei diesem Board liegt auf gezielten Maßnahmen und Möglichkeiten der Unterstützung in Bezug zu jeder einzelnen Vision, nicht der gesamten, und der damit verbundenen Angst.

Wenn du beispielsweise alte Muster bei deiner Partnerwahl auflösen möchtest, könnte die Gegenüberstellung so aussehen:

 Traum  Ängste  Lösungen
gegenseitige, erwiderte Gefühle Ich könnte mich wieder verrennen und täuschen. Ich achte von Beginn an auf alle Signale.
  Ich achte auf Offenheit, Klarheit und Taten statt Worte.
  Ich achte auf Gegenseitigkeit.
Wenn ich bemerke, dass der Mensch zögert, könnte ich erneut zu viel geben/ klammern, aus Angst. Ich bleibe ruhig, wenn mir das auffällt.
Ich setze eine Zeitspanne, in der derjenige sich öffnen kann.
Ich suche keine Schuld – nicht bei ihm und nicht bei mir.
Ich akzeptiere, falls derjenige wenig Interesse hat, und löse mich.

 

Wenn du dich zum Beispiel selbstständig machen möchtest, könnte die Gegenüberstellung so aussehen:

 Traum  Ängste  Lösungen
erfolgreiche Selbstständigkeit als … finanzielle Engpässe Ich baue die Selbstständigkeit nebenberuflich auf, bis sie eine stabile Grundlage hat/ich sparen konnte.
Ich konzentriere mich auf passives Einkommen.
Ich erwirtschafte noch durch andere Tätigkeiten Geld.
sich zeigen müssen Ich habe Talente, auf die ich stolz bin.
Ich frage meinen Bekannten- und Freundeskreis, wie ich einzelne Hürden meistern könnte.
Ich beauftrage einen Coach, der mir bei der Überwindung meiner Angst hilft.
Ich gehe Schritt für Schritt und lerne, meine Angst auszuhalten.
Ich überlege mir Reaktionsschemata, falls ich Kritik ernten sollte.
Versagensangst Ich tue, was in meiner Macht steht.
Ich gebe meinem Leben und meiner Gesundheit Vorrang.
Ich suche mir Unterstützung, zum Beispiel einen Marketing Coach oder eine Agentur.
Ich plane von Vornherein mögliche Interventionen, falls es eng wird, zum Beispiel ein monatliches Budget für Marketing, lese Bücher zum Thema oder erstelle einen Aktionsplan. So bleibe ich in entscheidenden Momenten ruhig.
Ich vernetze mich mit Gleichgesinnten und bitte sie um ihre Erfahrungen und was ihnen hilft.
Ich akzeptiere Loslassen, falls ich alles getan habe, was in meiner Macht stand.

So eine Übersicht lässt sich für alle Träume erstellen, auch für alltägliche Aspekte, wie beispielsweise die Integration von Sporteinheiten in die Woche. Vom Hausanbau über berufliche Ambitionen, dem Haus am Meer, Ferrari oder Partner fürs Leben, dem erfüllten Kinderwunsch oder der besseren Kommunikation mit Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden: Die drei vorgestellten Boards/Collagen können monatlich, jährlich oder lebensbezogen das Tool zur Wahrung und Erfüllung deiner echten Ziele sein.

Die folgende Übersicht soll es dir erleichtern, dir dieser drei Bereiche bewusstzuwerden. Du kannst sie dir hier als druckbare Version herunterladen.

 

Und nun zur Umsetzung

Entweder du erstellst drei Boards, je nach Zeit und Lust, ein Vision Board, ein Board für deine Ängste und ein Lösungsboard. Diese Vorgehensweise wird etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Allein das Finden und Zusammenstellen der einzelnen Elemente kann aufwendig werden. Doch falls du in kreativen Aufgaben aufgehst oder dir bezüglich deiner Träume noch etwas unsicher bist, kann diese Herangehensweise sehr produktiv sein. Entscheide selbst.

Wähle ein passendes Format für dein/e Board/s. Die Boards brauchen einen gut sichtbaren Platz in deiner Lebens- bzw. Arbeitsumgebung. Nur, wenn du sie stets vor Augen hast, vergisst du deinen Weg nicht. Wo kannst du es hinhängen, wo du es stets siehst? Wähle ein Format, was auch seinen Platz in deiner Umgebung finden kann.

Möchtest du es rahmen oder nur mit Klebestreifen oder Fixiergummi an die Wand hängen? Entscheide über diese Schritte.

Entscheide auch, wie „bunt“ oder wie „minimalistisch“ es aussehen soll. Soll die Collage aus vielen Bildern bestehen oder aus wenigen? Möchtest du viele Schriftzüge oder einzelne Wörter selbst auf die Collage schreiben?

Eine andere Möglichkeit, wie alle drei Boards in eins integriert werden können, ist eine Collage zu erstellen. Es hat sich bewährt, zuerst den Traum visuell darzustellen, daneben die Lösung und darunter die damit verbundene Angst. Wie du es anordnest, ist natürlich dir überlassen. Es muss mit deinem Herzen räsonieren und für dich stimmig sein.

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Erstellung!

 

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