Die kompakten Psycho-News der Woche bieten dieses Mal interessante Einsichten. Viel Spaß beim Lesen!

 

Wörter mit langem ‘i’ lösen positive Gefühle aus

Laut einem Bericht von psylex.de fanden die Wissenschaftler Rummer und Grice heraus, dass die “Artikulation von ‘i’ mit positiven Gefühlen verbunden” sei und Menschen diese Wörter verwenden, wenn sie positive Umstände ausdrücken wollen. Bei Wörtern mit ‘o’ gelte das Gegenteil.

In mehreren Sprachen gäbe es die Tendenz, positive Wörter mit ‘i’ (wie ‘Liebe’) und negative Wörter mit ‘o’ (wie ‘Tod’, ‘Not’) so zu benutzen und zu deuten, was wiederum eine Verbindung zwischen den entsprechenden Gesichtsmuskeln, die beim Aussprechen der Wörter benutzt werden, und der Emotion herstelle.

Also: Schön viiiiiele friiiiiiiiedliche Wörter mit “i” mit in die Sprache einfliiiiiiiießen lassen :-).

Lieber nichts verdrängen

Gehörst du zu den Menschen, die eher vorausschauend planen und langfristig denken? Dann reagierst du eher positiv auf Herausforderungen und Probleme. Du würdest, laut einer Studie, weniger ängstlich sein, als Menschen, die dazu tendieren, ihre Gefühle zu verdrängen oder zu unterdrücken. Unsere emotionale Strategie bei Problemen sei nämlich eng verbunden mit der Verarbeitung und dem Umgang mit Angst.

Menschen, die eher zu Aufarbeitung, und damit Neubeurteilung und -bewertung neigen, hätten weniger soziale Angst, da eine solche Aufarbeitung auch die Konfrontation mit einem Problem mit sich brächte. Wer sich also seine Schwierigkeiten auf eine neue Art anzusehen kann, so Nicole Llewellyn von der US-amerikanischen Universität Illinois, den erdrücke Angst weitaus weniger: “Wenn etwas geschieht, denken diese Menschen darüber hinterher auf eine positivere Weise: das halbvolle Glas als halbvoll anzusehen und nicht als halbleer. Sie überdenken das Ganze noch einmal, sortieren und bewerten/beurteilen neu, was geschehen ist, und denken, was ist das Positive daran? Welche Möglichkeiten habe ich die Sache anzuschauen und es als eine anregende Herausforderung zu betrachten, anstatt es als ein (…) Problem einzustufen?”

Wir überwinden Angst nicht im Furchtzentrum des Gehirns

Im Mai 2015 fanden Wissenschaftler der MedUni Wien heraus, dass Angst als Information nicht ins Furchtzentrum des Gehirns geschickt würde, sondern an das Kontrollzentrum des Gehirns, wo sie zur Entscheidungsfindung weiterverarbeitet würde. Angst ist damit eine Entscheidung. Damit ist die gedachte Grundlage, Angst würde durch die Amygdala, unser Angst- und Furchtzentrum im Gehirn, verarbeitet werden, falsch. Wir können also in jeder Situation selbst entscheiden, ob und wann wir Angst haben, auch wenn der Angst- und Fluchtimpuls erst einmal da ist.

Psylex gab dazu ein beeindruckendes Beispiel: Wenn du dir vorstellst, dass du vor einer schmalen Hängebrücke über einer Schlucht stehst und ängstlich bist, vor allem auch unsicher, ob du weitergehen solltest, um die tolle Aussichtsplattform am anderen Ende zu erreichen, wird diese Entscheidung, ob du deiner Neugier nachgibst und die Brücke überquerst oder die Sicherheit bevorzugst, im Entscheidungszentrum gefällt. Gewinnt deine Neugier, anstatt deiner Angst, so überwindest du sie im Entscheidungszentrum, nicht in der Amygdala, dem Angst- und Furchtzentrum, was sich die angsteinflößenden Situationen deiner Vergangenheit gemerkt hat (weswegen du eher ängstlich auf solche oder ähnliche Situationen reagierst).

Angst ist damit umleitbar und vor allem innerkörperlich. Nichts Fremdes, nichts Außerkörperliches, nichts Unmachbares, sondern deine (unbewusste und bewusste) Entscheidung. Damit zeigt sich auch, dass dein Gehirn einen Nutzen damit verfolgt, dich Angst spüren zu lassen. Denn ansonsten würde es sich ja gegen die Angst entscheiden, und für die Neugier.

Das könnte dich auch interessieren: