Heute ist es keine Schmach mehr, sich und der Welt einzugestehen, dass man gegenwärtig oder in der Vergangenheit an psychischen Krankheiten wie Depressionen, Burnout oder Angst litt bzw. leidet. Auch viele berühmte Menschen stehen den Medien gern Frage und Antwort, um ihre eigenen Lehren und Erkenntnisse aus psychischen Belastungszeiten widerzugeben. Sie wollen als Vorbilder dienen und statt es zu verschweigen, sprechen sich die Stars und Berühmtheiten aus. Einige dieser Persönlichkeiten sowie Einblicke in ihre Gedankenwelt möchte ich gern als Inspiration und Mutmacher mit Euch teilen.

 

Der ehemalige Skispringerstar Hubert Neuper zu Wirtschaftsblatt über seine Angst und seinen Burn-out

„Ich habe aufgehört zu glauben, dass ich den Druck herausnehmen kann. Es geht darum, die Herausforderungen anzunehmen.“

„Ich habe beschlossen: Ich laufe nicht davon.“

„Das Leben gibt dir keine Aufgaben, die du nicht bewältigen kannst.“

„Ich muss mich stellen und es aushalten. Verzweifeln bringt nichts.“

„Andere können dir helfen, ändern musst du dich selbst.“

„Im Auge des Orkans siehst du nichts.“

„Wir könnten unsere Grundbedürfnisse eigentlich ganz leicht mit wenig Geld befriedigen. Aber wir wollen ständig mehr und mehr haben. Das verursacht dann naturgemäß Stress. Stattdessen sollten wir sagen: Ich mache mehr, weil ich mehr will.“

Und wie löst Neuber seine Probleme? Er schreibt alle Schwierigkeiten aus seinem Kopf heraus.

 

Charlotte Roche über ihre Generalisierte Angst und Panikattacken

Charlotte Roche hat laut Interviews „Angst vor Einbrechern oder dass meiner Familie etwas zustößt“. Ich hatte sogar eine Zeit lang Angst, dass plötzlich die Erdanziehung nicht mehr da ist und wir alle wegfliegen. Ich habe Angst vor austretendem Gas, wenn ich im Bett bin. Ich male mir dann aus, wie das Haus einstürzt oder dass mich im Schlaf das Gas vergiftet. Ich wollte mal mit Freunden verreisen, aber ich bin am Flughafen zusammengebrochen.“ Im ZeitMagazin berichtete sie, dass sie vor einem Flug Stimmen höre, die ihr zuflüstern, es würde etwas ganz Schlimmes geschehen. „Ich denke dann, es wäre dumm einzusteigen, weil ich ja gewarnt bin“. Im Flugzeug hat sie Todesangst: „Ich bin sogar mal vom Hyperventilieren ohnmächtig geworden.“

Aber sie hat in Therapien gelernt, dass es einen gesunden Umgang mit Angst gibt: „Angst lässt sich in Schach halten. Außerdem mache ich seit dreizehn Jahren eine Psychoanalyse. […] irgendwann baut man doch Vertrauen zu sich selbst auf. Ich habe diesen Willen, mich selbst an den Haaren aus der Scheiße rauszuziehen.“

Quelle: presseportal.de

 

Hayden Panettiere auf Today über ihre postpartale Depression

,,Es gibt einige Menschen da draußen, die sagen, dass es das nicht gibt […] Dass es etwas ist, was man sich ausdenkt… […] Sie spielen es einfach herunter. Es ist etwas total Unkontrollierbares. Frauen brauchen dort eine Menge Unterstützung.”

 

J. K. Rowling im Telegraph über ihre Depression

,,Ich war noch nie auch nur ansatzweise darüber beschämt, depressiv zu sein. Was gibt es da schon, um sich zu schämen? Ich durchlebte eine verdammt harte Zeit und bin stolz darauf, es da raus geschafft zu haben.”

 

Jared Padalecki in Variety über seine Depression

„Nicht nur Arbeitslose oder solche, die keinen Platz in der Gesellschaft finden, müssen sich mit Depressionen herumschlagen.”

 

Sarah Kuttner über ihr Buch Mängelexemplar über Angst und Panik

„Ich hatte vor ein paar Jahren tatsächlich auch mal Panikattacken, das hat das Schreiben darüber sicher vereinfacht. In einer solchen Situation hilft nichts, da besteht man nur aus Angst. Schon ein Panikanfall reicht, um einen für eine gewisse Zeit aus den Schuhen zu heben. […] Alle denken, Angstzustände bekommt nur jemand, der verrückt ist. Falsch! Eine Angststörung ist wie eine Erkältung, die jeden erwischen kann. Die Leute, an denen ich das beobachtet habe, sind schlau, lustig und tough.“

Auf die Frage, was bei einer akuten Attacke hilft: „Nichts so richtig. Das Wichtigste, was man sich in dem Moment sagen kann, ist: Panikanfälle gehen vorbei. Meistens dauern sie nur wenige Minuten, höchstens eine halbe Stunde. Aber sie sind immer endlich!“

„Man hat Angst vor Sachen, an denen man schon mal gekratzt hat. Man weiß dann auch, was auf einen zukommen wird.“

Quelle: brigitte.de
Link zum Buch: Mängelexemplar

 

Brad Pitt auf Hollywoodreporter.com über seine Depression

„Dann findest du heraus, was dein wahres Ich ist. Ich sehe Depressionen als große Chance zum Lernen, als eine der Jahreszeiten oder ein Semester: In diesem Semester verfiel ich in Depressionen.”

 

Byron Katie über ihre Depression auf huffingtonpost.com

„Die Ursache für Depressionen ist einfach. Du glaubst deinen negativen Gedanken über dich und die Welt. Wenn du depressiv bist, rate ich dir, dass du dir einen stressigen Gedanken nimmst, dem du glaubst und ihn, während du meditierst, auf folgende vier Fragen untersuchst:

1. Ist das wahr?
2. Kannst du absolut sicher sein, dass das stimmt?
3. Wie reagierst du, was geschieht, wenn du diesen Gedanken glaubst?
4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken?

Dann drehst du den Gedanken um, ins Gegenteil (Anmerkung von mir: Aus „Ich bin ungenügend.“ wird „Ich genüge.“) und findest Gründe für die Wahrheit in der Umkehrung. (Anmerkung von mir: Ich genüge, weil…)

Ich verbrachte 10 Jahre mit Depressionen, die so tief waren, dass ich selbstmordgefährdet war. In den letzten zwei Jahren dieser Periode konnte ich kaum mein Schlafzimmer verlassen. The Work ist eine Technik, eine Übung, die mich befähigte, als Ergebnis in den letzten 30 Jahren keine einzige depressive Minute mehr zu erleben.

Byron Katie ist Autorin von Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können und Begründerin von The Work.

 

Demi Lovato über ihre bipolare Störung auf womenshealthmag.com

,,Ich erinnere mich daran, wie ich vor meinem Manager und meiner Familie saß und ich nicht wusste, ob ich ihnen erzählen sollte, womit ich kämpfte. Es gab 2 Optionen: entweder hätte ich meine Arbeit und meine Fortschritte in der Reha verschwiegen, in der Hoffnung, dass es von selbst weggeht, oder ich sprach darüber, um andere Menschen mit diesem Problem zu motivieren und inspirieren, und genau das tat ich dann auch.”

 

Goldie Hawn über ihre Depression, Agoraphobie und Panikattacken

In ihrer Autobiographie „A Lotus Grows In The Mud“ berichtet sie: „Ich litt unerträglich lang an Panikattacken, Depressionen und Agoraphobie“. „[Neun Jahre Therapie] war das Beste, was mir je geschah, weil es mein Unterscheidungsvermögen schulte.“

 

Drew Barrymore über ihre Panikstörung

„Jeder Arzt erklärte mir, dass Panikattacken nicht real seien. Doch ich erlebte, wie sich mein Hals zuschnürte, ich kaum mehr noch atmen konnte, mir schwindlig wurde und ich meine Haut wegreissen wollte. Ich war überzeugt, gleich zu sterben.“

Quelle: www.aphs.ch

 

Madonna

beispielsweise berichtete im Mai 2008 in der Amica von ihren Panikattacken: „Meine Panik besteht darin, dass jeder im Raum mir die Luft weg atmet“. Sie beruhigt sich mit einem Trick, indem sie dem Publikum den Rücken zukehrt und tief ein- und ausatmet.

Quelle: www.aphs.ch

 

Auch Stars wie Kim Basinger, Wynona Rider, Calista Flockhart, Nicole Kidman, Jessica Simpson, Dustin Hoffman, Michael Jackson, Rihanna und viele mehr berichten über eine/mehrere, teils jahrelange Präsenz von Angststörungen und Panikattacken. Barbara Streisand beispielsweise litt 27 Jahre lang unter Sozialer Phobie.

 

Weitere bekannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte, die unter psychischen Belastungen und psychischen Krankheiten litten:

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Alkoholismus
Frederic Chopin (1810-1849) schizoide Persönlichkeit
Franz Liszt (1811-1866) Depression
Robert Schumann (1810-1856) schizoaffektiv
Richard Wagner (1813-1883) hysteriform neurotisch
Albrecht Dürer (1471-1528) Melancholie
Vincent van Gogh (1853-1890) schizoaffektiv / bipolar
Wassily Kandinsky (1866-1944) schizothymer Formenkreis
Edvard Munch (1863-1944) paranoide Schizophrenie
Pablo Picasso (1881-1973) Depression
Honore Balzac (1799-1850) manisch-depressiv
Charles Baudelaire (1821-1867) Alkoholismus
Wilhelm Busch (1832-1908) depressiv
Lord Byron (1788-1824) hysterisch depressiv Drogenmissbrauch
Charles Dickens (1812-1870) manisch-depressiv
Fjodor Dostojewski (1821-1881) Epilepsie
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) manisch-depressiv schizoid
Maxim Gorki (1868-1936) Alkoholismus
Friedrich Hölderlin (1770-1843) schizophren
E. T. A. Hoffmann (1776-1822) Alkoholismus
Edgar Allan Poe (1809-1848) Alkoholismus
Rainer Maria Rilke (1875-1926) schizoide Persönlichkeit
Friedrich von Schiller (1759-1805) zeitweise depressiv
William Shakespeare (1564-1616) zeitweise depressiv
Leo N. Tolstoi (1828-1910) depressiv-schizoid neurotisch
Sören Kierkegaard (1813-1855) Depression
Martin Luther (1483-1546) zykloid hypomanisch
Immanuel Kant (1724-1804) schizoid
Sören Kierkegaard (1813-1855) depressiv
Friedrich Nietzsche (1844-1900) paranoide Schizophrenie
Jean Jaques Rousseau (1712-1778) paranoischer Verfolgungswahn
Sokrates (470-399 v. Chr.) Stimmenhören
Jean Paul Sartre (1905-1980) Drogenpsychose
Arthur Schopenhauer (1788-1860) neurotisch periodisch depressiv
Otto von Bismarck (1815-1898) manisch-depressiv
Christian VII. von Dänemark (1749-1808) paranoide Psychose
Winston S. Churchill (1874-1965) manisch-depressiv
Abraham Lincoln (1809-1865) periodisch depressiv
Ludwig II. von Bayern (1845-1886) paranoide Schizophrenie?
Napoleon Bonaparte (1769-1821) egozentrische Ichsucht
Nero (37-68 n. Chr.) psychotisch
Thomas Woodrow Wilson (1856-1924) vaskuläre Demenz
Theodor Roosevelt (1858-1919) manisch
Ronald Reagan (1911-2004) Demenz
Josef Stalin (1878-1953) paranoide Persönlichkeitsstörung
George Washington (1732-1799) Hypochondrismus und Depression
Christoph Columbus (1447-1509) paranoischer Größenwahn
Charles Darwin (1809-1882) depressiv
Isaac Newton (1643-1727) Spätschizophrenie
Jeanne d’Arc (1412-1431) paranoid-hallzuninatorische Psychose
Maximilian Robespierre (1758-1794) schizoide Persönlichkeit

Stars und Persönlichkeiten, die an Angststörungen litten:

Alanis Morisette (Sängerin)
Anthony Hopkins (Schauspieler)
Aretha Franklin (Sängerin)
Barbara Bush (frühere US-First Lady)
Burt Reynolds (Schauspieler)
Carly Simon (Sängerin)
Charlotte Bronte (Autorin)
Cher (Sängerin, Schauspielerin)
Courtney Love (Sängerin, Schauspielerin)
David Bowie (Musiker)
Edvard Munch (Künstler)
Emily Dickinson (Poetin)
Eric Clapton (Musiker)
John Steinbeck (Autor)
Johnny Depp (Schauspieler)
Linda Evangelista (Top-Model)
Naomi Campbell (Top-Model)
Naomi Judd (Sängerin)
Nicholas Cage (Schauspieler)
Ray Charles (Musiker)
Sally Field (Schauspielerin)
Sam Shepard (Theater- und Drehbuchautor)
Scarlett Johansson (Schauspielerin)
Sheryl Crow (Musikerin)
Sigmund Freud (Psychiater)
Sir Isaac Newton (Wissenschaftler)
Sissy Spacek (Schauspielerin)
Winston Churchill (Politiker)
Bushido (Rapper)

 

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LG
Janett

Janett