Heute habe ich einige Strategien für euch, wenn das Leben einmal wieder mit Angst um die Ecke kommt. Und da Stress auch eine Angstreaktion ist, ist für die Stressgeplagten unter euch sicher auch etwas dabei.

 

A wie Aufmerksamkeit schenken

Bei Angst ist es nötig, sich die eigenen Auslöser anzusehen. Damit sind nicht die typischen Symptome von Angst, Panik oder Stress gemeint. Damit sind die individuellen Trigger, die inneren Knöpfe, die im Laufe des Lebens montiert und mit Funktionen versehen wurden, gemeint.

Zum Beispiel können diese Trigger Ungerechtigkeit, Ignoranz, Alleinsein, unangenehme Gefühle anderer sein, aber auch mittelpunktsbezogene oder hilflose Menschen, brüllende oder emotional wütende Menschen können Angst und Stress oder gar Panik auslösen u. v. m.

Finde deine persönlichen Trigger und finde Wege, NICHT sie zu vermeiden, sondern wie du diese Trigger auflösen kannst.

 

B wie Bewegung fordern und fördern

Körperliches, emotionales und mentales Wachstum.

Hier ist nicht nur Sport als Kanal für überschüssige Energie oder als Motivator für Schwung und positive Gefühle gemeint. Selbstverständlich ist Bewegung des Körpers essentiell, um den Fluss wieder zu entstauen.

Wachstum auf geistiger Ebene aber ist gleichwertig wichtig, um Unterforderung oder Bore-out zu verhindern. Auch bedeutet es emotionales Wachstum, dass man sich weg von etwas/jemanden und hin zu etwas bewegt. Auch hin zu sich selbst, das, was man wirklich ist und weg von dem, was man andere glauben ließ, zu sein. Authentizität eben.

 

C wie Cäsar sein

Ja, sei dein eigener Herrscher, sei deine eigene Königin in deinem Leben. Benimm dich nicht wie ein Opfer, wenn du es selbst bist, der das Zepter deines Lebens in deiner Hand hält. Sei dir bewusst, dass dein Leben dein eigenes Königreich ist, in dem du das Sagen hast. Du bist nicht auf dieser Welt, um der Diener anderer Menschen zu sein. Niemand sitzt auf deinem Thron, wenn du es nicht so bestimmt hast.

 

D wie Durststrecken akzeptieren und durchstehen

Das Leben ist nie nur gut und nie nur schlecht. Es gibt Höhen und Tiefen. Die Höhen dürfen genossen und die Tiefen überstanden werden. Vor allem gilt dieser schöne Spruch, den ich einmal las:

Nichts ist so gut, dass man es immer tun sollte. Nichts ist so schlecht, dass man es nie tun sollte.

So wie Gedanken kommen und gehen, kommen auch Gefühle und vergehen wieder. Um es mit Shakespeares Worten zu sagen: “This too shall pass.” (Auch das wird vergehen.)

In Tiefzeiten muss man einen Weg finden, um sich weiterhin mit positiven Gefühlen daran zu erinnern, dass es eine Zukunft gibt, so wie es gute Gefühle in der Vergangenheit gab. Die Zukunft lässt sich steuern und sie kann gut werden, wenn man sich dieser Möglichkeit öffnet und geschehen lässt.

 

E wie Emotionale Wut und Erpressung abwehren

Menschen mit Angst oder akuten Stresssymptomen wie zum Beispiel Schlaflosigkeit leiden oft unter (fremden und eigenen) Ansprüchen, die sie meinen, erfüllen zu müssen, während sie a) nicht bemerken, dass sie leiden oder b) ihre wahren (statt erlernten) Bedürfnisse vernachlässigen.

Unerledigte Arbeitsaufgaben, untragbare Verantwortung, fremdes Pflichtgefühl: Hast du einen oder mehrere Menschen in deinem Leben, die dir eine Verhaltensart aufzwingen bzw. erflehen, mit Konsequenzen drohen (sei es auch unbewusst) oder absichtlich einen für dich negativen Umstand aufrechterhalten wollen? Gibt es Menschen, die dir Energie rauben oder welche, die du Narzissten oder Egoisten nennen würdest? Versucht dich jemand zu manipulieren, damit er etwas/dich nicht verliert?

Emotionale Erpressung bedeutet nur, dass jemand Angst hat und versucht, seine Angst durch Ansprüche an dich zu mildern bzw. zu vermeiden oder gar zu externalisieren (auf dich abzuwälzen, sodass sie gänzlich abgespaltet werden kann). Auch bedeutet es, dass du derjenige sein könnte, der aus Angst vor Verlust trickst und andere hält.

Lass dich auf das Bodenlose ein und entwickele Vertrauen – in dich und in andere. Dann werden alle Manipulationsstricke reißen und wahre Freiheit kann entstehen.

 

F wie Freiheit ergreifen

Freiheit im Inneren (Weite beim Atmen, das Gefühl, getragen zu werden und ohne Grenzen durch das Leben zu gehen) ist ein Gefühl, nach dem wir uns alle sehnen. Niemand mag totale Abhängigkeit. Manche scheuen  auch totale Unabhängigkeit, doch Gefangensein in einem Umstand (einer Beziehung, einem Job, einem Gedanken, einem Gefühl) kann auch Wege beherbergen, die befreiend erlebt werden können – Lektionen, die du lernen möchtest.

Um Freiheit fühlen zu können, braucht man aber Mut:

Mut, allein zu sein, Mut zu Konsequenzen, Mut zu Authentizität, Mut, Nein zu sagen, Mut, Grenzen zu haben und sie durchzusetzen, Mut, zu sich selbst zu stehen (komme, was wolle), Mut, die eigenen Werte und Ziele zu leben, Mut zu Fehlern und Mut zu lieben, vor allem dich selbst. Fremde Werte zu leben und fremde Ziele zu verfolgen stünde deiner Freiheit nur im Weg und löst gar zu oft Stress, Angst und Panik aus.

 

G wie Gesundheit respektieren

Hast du Respekt vor deinem Körper? Hast du Respekt vor deinem Geist, deinem Herzen und deiner Seele? Respekt zu haben bedeutet, dass man etwas achtet. Vor dir Respekt zu haben heißt damit, dass du dich und das, was du in dir trägst, dein Wissen, deine Talente, deine Gefühle, deine Gaben und Stärken, wie auch die Schwächen, zu achten und darauf zu ACHTEN, dass du sie achtest.

Anstatt dich niederzumachen für etwas, was du (noch) nicht kannst, (noch) nicht geschafft hast, dich (noch) nicht traust: respektiere dich und respektiere, dass oftmals eingeschlagene Wege falsche gewesen sein könnten. Korrigiere Fehler und gehe weiter. Verlass den einen Weg und nimm einen anderen. Aber in jedem Fall: Respektiere dich und all das, was du in deinem Leben verdienst.

 

H wie Hinhören

Höre deinem Körper zu, wenn er sagt:

Ich bin müde. Bitte lass mich schlafen.

Ich brauche Bewegung. Bitte lass mich schwitzen, spazierengehen oder an die frische Luft. Füttere mich mit Freude, mit Kraft, mit Glückshormonen.

Ich brauche Ruhe. Bitte lass den Lärm der Außenwelt, der Musik deiner Kopfhörer, dem Lärm deiner Gedanken, dem Lärm der anderen Menschen und ihren Stimmen in deinem Kopf. Lass den Fernseher und das Radio aus. Lass die Millionen Beiträge auf Facebook einfach ungelesen.

Gib mir Stille und Zeit mit dir allein.

Ich brauche deine Wahrheit. Bitte lass die Unauthentizität, bitte erzähle niemandem, was er hören will oder verschließe dich aus Angst vor deiner eigenen Meinung und der Reaktion des anderen Menschen.

Zuhören lernen, wenn der eigene Körper spricht, ist die Regel Nummer 1 auf der Liste der Angstfreiheit. Wenn du das nicht tust, ignorierst du dich. Du magst andere dadurch befriedigen und sicher auch entlasten, aber du biegst dich und belastest dich.

Ist es das wert?


Das ABC der Angstfreiheit – Teil 2 und Teil 3