Co-Abhängigkeit bedeutet, dass man für das Wohlbefinden und die Zufriedenheit des Partners alles tut – auch, wenn es den eigenen Lebensregeln widerspricht, einen selbst verletzt, man Freunde und Familienmitglieder verliert und man nur noch in Abhängigkeit vom Anderen lebt und liebt, so, wie der-/diejenige es für richtig erachtet. Man trifft keine/kaum eigene Entscheidungen, denn man befürchtet, es könnte nicht im Interesse des Partners sein und Ablehnung oder Streit provozieren. Im Grunde spiegelt sich in der Co-Abhängigkeit die eigene Angst vor dieser Ablehnung, die sich auch oft als Verlustangst zeigt. Und eben diese Angst kann bereits geschürt werden durch andere Meinungen, kleinere Konflikte bis hin zum Anderssein statt So-Sein. Co-Abhängige drehen und wenden sich deshalb nach dem, was andere als Erwartung an sie stellen. Nicht wenige werden vor allem zu einer Version, die in ihrem Umfeld anerkannt würde statt abgelehnt. Aber sie selbst verlieren sich dabei von Tag zu Tag. Das wiederum kann Angstzustände und Depressionen, aber auch Süchte und tiefe Einsamkeit fördern.

Wie wird man co-abhängig, was ist gesund und wann ist man co-abhängig?

Dass sich das eigene Leben ein stückweit verändert, wenn man in einer Beziehung lebt, ist klar. Man kann sich nicht mehr nur allein um sich drehen, sondern sollte auch die Bedürfnisse und Wünsche des anderen wahrnehmen und beantworten. Das heißt nicht, dass man alles gutheißen oder fördern muss bzw. alles so machen muss, wie der Partner es wünscht, um seinem höchsten Interesse zu 100 Prozent zu begegnen, während man selbst zurückbleibt.

Viele werden entweder co-abhängig, weil sie innerlich spüren, dass der Partner es so wünscht und weil es in ihnen eine Angst vor Verlust und Angst, verlassen zu werden, auslöst, die sie abwehren. Oder sie kennen co-abhängige Erwartungshaltungen ihrer Bezugspersonen bereits aus ihrer Kindheit, ihrem Elternhaus oder vergangenen Beziehungen. Menschen, die beispielsweise stark narzisstisch oder phobisch sind, stark neurotisch oder egozentrisch, fordern von anderen oft Anpassung in Form emotionaler Leistungen. Das können narzisstische Mütter sein wie auch sich freiwillig unterwerfende Väter oder stark eifersüchtige Partner, die damit nicht umgehen können. Solche Erfahrungen in der eigenen Erziehung oder dem sozialen Umfeld zeigen sich dann auch – insofern nicht überwunden – im späteren Leben in Folgepartnerschaften.

Die Dynamik innerhalb einer co-abhängigen Partnerschaft lässt sich am besten mit einer körperlich gewalttätigen Beziehung vergleichen. Man fürchtet stets, den anderen wütend zu machen (Wut hier als Mantel der Traurigkeit) und vermeidet Disharmonie um jeden Preis, steckt eher selbst ein, als denjenigen mit sich und seiner misslichen Gefühlslage zu konfrontieren. Dass der- bzw. diejenige unfähig ist, ihre/seine Emotionen zu regulieren, ist zwar oft ein gefühltes Wissen, aber es findet keine Konfrontation statt. Man wagt es nicht, dem Partner zu sagen, dass es hier etwas gibt, was er lernen darf oder was er so zu akzeptieren hat, ohne Rückschlüsse oder strafendes Verhalten einem selbst gegenüber. Es ist aber leider oft genau die erwartete Strafe, die Co-abhängige fürchten. “Beliebte Strafen”, die ich im Laufe der Jahre bei meinen Klienten gesehen habe, sind manipulative und somit toxische, psychisch und emotional gewalttätige Verhaltensweisen, wie zum Beispiel:

  • Schweigen (The Silent Treatment) – Verweigerung jeglicher Kommunikation, um auszudrücken: Du hast dich gegen mich gewandt, warst böse und unartig, nicht so, wie ich es von dir erwarte, wie ich dich mag. Deshalb lehne ich dich jetzt offen und direkt ab, um dir zu zeigen, wie wenig ich dich so will, wie wertlos du jetzt für mich bist, wie wenig ich dich dadurch brauche und als Partner wünsche.
  • Streit vor, während oder nach einer bestimmten Handlung – Es werden oft Streitigkeiten vom Zaun gebrochen oder etwas/jemand, der dir wichtig ist, benutzt/instrumentalisiert, um dich zu bestrafen, weil du etwas trotzdem tust, obwohl du weißt, dass der andere es nicht duldet (besonders oft werden Kinder benutzt, um die eigene Macht und deine nötige Unterwerfung zu demonstrieren). Bist du z. B. mit Freunden unterwegs, könntest du Kontrollanrufe bekommen. Bist du wieder zurück zu Hause, könnte dein Partner dich ausfragen oder bewusst ignorieren oder dich tadeln, als Strafe für die Zeit, die er ohne dich erleben musste. Ich sehe auch oft, dass Menschen Textnachrichten erhalten, wenn sie unterwegs sind, die sie aufscheuchen und die gute Zeit, die sie gerade erleben, unterbrechen oder bewusst ins Dunkle ziehen. Viele lassen Verabredungen oder Unternehmungen deshalb schnell sein, um diese Reaktion des Partners in Zukunft zu vermeiden (und um sich den Stress zu ersparen).
  • Gaslighting – Dieser Begriff aus den Staaten beschreibt die bewusste Manipulation des Partners, bis dieser denkt, a) er wäre schuld an allem, z. B. der schlechten Atmosphäre in der Beziehung und b) wäre verrückt/würde seinen Verstand verlieren oder bestimmte Verhaltensweisen des anderen falsch sehen. Das bedeutet im Detail, dass z. B. enge Freunde/Familienmitglieder schlecht gemacht werden, um dich zu isolieren. Du wirst schlecht gemacht, um dir einzureden, dass der andere recht hätte und du dich falsch verhalten hättest, um dein Verhalten in Zukunft zu steuern und den anderen nicht mit sich und seinen falschen Verhaltensweisen zu konfrontieren. (Ich bin richtig. Du bist falsch.)
  • Drohungen, Trennungen & Co. – Konflikte oder Schweigestrafen sind das eine. Aber viele erleben ganz offene Androhungen von Trennungen oder anderen schmerzhaften Konsequenzen, wenn sie nicht tun/so sind, wie der Partner es wünscht.

Es ist nicht verwunderlich, dass Partner deshalb schnell co-abhängig werden, sich unterdrücken lassen und mindestens eines der folgenden Anzeichen im Verhalten, Fühlen und Denken zeigen:

  • nicht wissen, was man sagen, tun oder nicht sagen/tun darf – deshalb am besten schweigen oder immer nachfragen
  • stets daran denken, was wohl der Partner/die Partnerin von etwas/jemanden halten wird
  • keine Entscheidung ohne den Partner/die Partnerin treffen können/wollen (oder das Gefühl haben, es nicht zu dürfen)
  • kein Mitgestaltungsrecht fordern/fühlen, außer es fördert/erfüllt die Bedürfnisse und Ziele des anderen
  • man fühlt sich nur gut, wenn es dem anderen gut geht
  • man ist nur okay, wenn der andere es einem spiegelt
  • man darf ohne den anderen nicht glücklich sein, sonst droht sein Unglück/seine Unzufriedenheit (man wird für die negativen Gefühle des anderen verantwortlich gemacht, vor allem für seine Unfähigkeiten im Umgang mit diesen, z. B. mit dem Nicht-Gebrauchtwerden)
  • man vermeidet ALLES, was beim anderen Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst, Eifersucht, Neid usw. auslösen könnte (Im Namen der Liebe)

Zusammenfassung: In einer Partnerschaft rotiert man als Co-Abhängiger so nach und nach alleinig um den Lebensstil und -sinn des Partners. Wie er das Leben sieht, wie Menschen zu sein haben, wie eine Beziehung oder die Frau/der Mann und andere soziale Kontakte auszusehen und sich zu verhalten haben, welche Moral- und Lebenseinstellungen er/sie für richtig hält: All das bestimmt der Partner, der vom anderen – von dir – Co-Abhängigkeit verlangt. Da man dabei seinen eigenen Lebensweg und -sinn aus den Augen verliert, orientiert man sich an den Gefühlen des anderen. Was ihn/sie wütend oder traurig macht, in Angst versetzt oder eifersüchtig werden lässt, vermeidet man.

Was man aus seiner eigenen Co-Abhängigkeit lernen kann

wenn du immer den falschen anziehst

Man kann etwas verteufeln und ablehnen, verdrängen und ignorieren oder man akzeptiert es und sieht das Positive darin, zum Beispiel, was man daraus lernen kann. Ich bin ein Freund der zweiten Betrachtung.

In einer co-abhängigen Beziehung zu leben, verrät vieles über den Menschen in puncto Selbstständigkeit, dem Umgang mit Alleinsein und Selbstwert. Denn die Abhängigkeit vom Partner kann das Leben nicht nur belasten – im Sinn der zusätzlichen Last des Partners und seines Lebens, welches scheinbar nur dann gut ist, wenn man sich entsprechend verhält, fügt oder anpasst. Es ist auch eine emotionale Last, denn man operiert innerhalb eines sehr engen Fensters aus Sollen, Müssen und Dürfen – eine Situation, die viele Betroffene an die Kindheit/Jugend und somit an eine enge, strenge, unfreie und eben abhängige Eltern-Kind-Beziehung erinnert. Es drohen Strafen und Diskussionen, wenn man nicht „brav“ ist oder sich weigert, ein Kind zu bleiben und sich stattdessen erwachsen verhält (Nestfluchtverhalten und die Angst des anderen, verlassen und nicht mehr gebraucht zu werden).

Auch die Last der eigenen Emotionen durch die Co-Abhängigkeit beschwert viele: Ohne den Partner zu sein – für viele reichen schon wenige Stunden -, fühlt sich unvollständig, nicht richtig, „fehl platziert“, abgetrennt, isoliert, haltlos und falsch an. Dabei kann Co-Abhängigkeit selbst in die Einsamkeit führen, weil wichtige Lektionen verdrängt und ignoriert werden. Vom Partner/der Partnerin oder der Partnerschaft per se bestimmt zu sein oder aktiv bestimmt zu werden, kann an wichtigen Säulen wie Selbstwirksamkeit, Selbstständigkeit und Selbstwert rütteln – soweit, bis wir nicht einmal mehr wissen, wer wir ohne den Partner/die Partnerin sind, was uns als Person ausmacht und was wir im Leben für uns erreichen wollen.

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Co-Abhängige sind deshalb oft sogenannte „Chaser“ (Verfolger), häufig Frauen, die einem Mann „hinterherrennen“ (in der wörtlichen Übersetzung von “to chase”), „ihm folgen“ und „rechtmachen“, obwohl er sie wegen ihrer Persönlichkeit und So-Sein nicht für eine Partnerschaft wählen würde. Selbstverständlich gibt es auch Männer als Chaser. Den Gegenpol bilden sodann die sogenannten Runner. Co-Abhängig sind auch Menschen, die vordergründig keine (kleinen) Entscheidungen fällen, ohne den Partner/die Partnerin zu fragen (um Erlaubnis). Auch die sind abhängig, die sich in allem, was der Partner/die Partnerin möchte, sich wünscht und tut, entgegen einem gegenseitigem Respekt, drehen und ihr Leben nach den Schritten des/der Geliebten ausrichten, ohne sich oder den anderen in seinen/ihren Worten und Taten zu hinterfragen. Dahinter versteckt sich die Sehnsucht danach, ausgewählt zu werden/zu sein, gewollt zu werden/zu sein, der inneren/äußeren Leere zu entfliehen – wenn man so ist, wie der andere es sich wünscht.

Ich werfe nun einen Blick auf das Konzept und verrate, wie man an dieser Herausforderung trotzdem wachsen kann.

Bedürfnisse, Verhaltens-, Gefühls- und Denkweisen co-abhängiger Menschen

sich aus schwierigen verletzenden Beziehungen befreien
Co-Abhängige haben oft gelernt, dass es eine Form der Liebe ist, die sie kennen(gelernt haben), auch wenn andere sie als ungesund bezeichnen. Es ist oft die einzige Form, mit der sie sich auskennen und der sie entsprechen können – bis sie eine Art, die gesunde Liebe, entdecken lernen wollen.

Wir alle wollen geliebt werden, wollen gesunde und gute Beziehungen, die uns in unserem Leben und Lebensstil akzeptieren und fördern. Auch wenn es immer schwieriger wird, das Wort Bedürftigkeit in den Mund zu nehmen, so sind wir doch alle Menschen mit diesem Bedürfnis: Anerkennung. Jemand, der meint, keine Anerkennung zu brauchen, belügt sich und andere. Das Wort an sich lässt sich leicht nur als „Lob“ oder „Zuspruch“ verstehen. Doch mit Anerkennung meinen wir auch, in all unserem Sein, unseren Bedürfnissen, unserer Art, zu leben, und unseren Zielen erkannt und akzeptiert zu werden – ohne Kritik und Gemecker, Ablehnung, Diffamierung und Bloßstellung, sondern mit Wohlwollen und Liebe, wenn möglich sogar Unterstützung. Dennoch wünschen wir uns die Art der Kommunikation und des Verhaltens zwischen uns und dem Partner gegenseitig respektvoll, auf Augenhöhe, nicht fremdbestimmt, sondern freiheitlich. Denn ein Stück Autonomie muss in einer gesunden Beziehung erhalten werden und darf deshalb gefördert werden.

Bei co-abhängigen Menschen finden wir eine andere Betrachtung der Autonomie. Das hat etwas mit ihrer Sicht auf ihr Leben und ihre Selbstständigkeit, Fülle-nur-dann-wenn-Erfahrungen und die vorhandene innere Leere zu tun. Autonom bedeutet ja schlicht „man selbst“, „unabhängig“, „selbstständig“. Weiß man jedoch nicht, wer man ist, was man kann, was einen in diese Richtung geprägt hat, welche Stärken und Schwächen sowie Werte man hat oder sieht Blockaden vor seinen Zielen, die er nicht aufzulösen vermag, dann bringt jede noch so gewollte Autonomie nix. Man hat nicht gelernt, man selbst zu sein und zu dürfen, allein zurechtzukommen, sich durchzusetzen oder mit Erfahrungen im Außen (z. B. Trennungen oder Kritik) und ist es deshalb auch nicht. Man hat zum Beispiel gelernt:

  • Geben
  • Misstrauen
  • Angst
  • Identifikation mit anderen
  • Zugehörigkeitsmotiv und Leistungsmotiv (Man leistet, um dazuzugehören.)
  • gebraucht werden wollen und brauchen (und wie/wodurch das am besten gelingt)
  • nichts machen, was dazu führt, dass ich als unbequem gelte, stören oder mich ausgrenzen würde
  • Fehler in der charakterlichen Matrix vermeiden, um als liebenswert zu gelten
  • keine Ansprüche zu stellen
  • andere nicht herauszufordern
  • Distanz vermeiden oder immer Nähe wollen

Am besten lässt sich Co-Abhängigkeit leben, je weniger Freunde und enge soziale Kontakte man hat. Denn diese wären wohl die ersten und ehesten, die psychisch selbstverletzendes Verhalten oder eine unbedachte Partnerwahl ansprächen. Meiner Erfahrung nach trennen sich co-abhängige Menschen jedoch eher von ihren Freunden als vom Partner/von der Partnerin.

Aber es gibt auch Menschen, die sich eine Spur Co-Abhängigkeit wünschen: Sie haben es vielleicht satt, alles immer selbst und ständig allein machen oder entscheiden zu müssen, spüren die Last und Verantwortung und wünschten, sie auch einmal abgeben zu können. Oder sie haben Mühe, stets allein ihre Zeit zu verbringen und bemerken die anrollende Einsamkeit, zu der übermäßiges Alleinsein leicht wird. Auch Unabhängigkeit hat seine Schwächen, nämlich dann, wenn sie als „keinen Platz“, „keinen Halt bei …“ gedeutet oder erfahren wird. Zu wissen bzw. zu spüren, dass man zu niemanden (oder nirgends hin) gehört, löst in vielen Menschen Angst und Betroffenheit aus. Es gilt also, zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit eine gesunde Waage zu finden. Diese lässt sich am ehesten finden, wenn wir uns die andere Seite – den abhängigkeitsfordernden Partner – ansehen.

Die andere Seite: Was Partner/innen co-abhängiger Menschen oft auszeichnet

das kannst du tun, wenn er/sie Angst vor einer beziehung mit dir hat

Wer abhängig ist, der geht weniger leicht bzw. schnell bei Differenzen: Die Gefahr eines Verlustes ist also für den Partner sehr gering.

Stattdessen steht man mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt und Vordergrund. Was zählt, ist die eigene Gefühlslage und die Ziele, die man verfolgt. Man selbst trifft die Entscheidungen und braucht sich keine Gedanken machen, unter denen anderer leiden zu müssen. Man tut, was man möchte und niemand spricht dagegen oder hält einen auf. Stattdessen wird man unterstützt, ohne Verluste zu vermeiden oder zu befürchten. Es ähnelt einer Allmacht, die an die Eltern-Kind-Dynamik erinnert. Und tatsächlich stammen viele aus eben dieser Art elterlicher Liebe: „Wenn du machst, was mir gefällt, droht dir kein Liebesentzug.“

Partner co-abhängiger Menschen zeigen viele dieser Eigenschaften:

  • Nehmen dürfen
  • Geben einfordern/Gehorsam
  • Misstrauen
  • vermeiden es, jemanden zu sehr zu brauchen (stellt Schwäche dar)
  • verstecken ihre Sehnsucht nach Liebe
  • Drohungen (sich und andere verletzen, sich trennen, etwas enthüllen, dich bloßstellen usw.)
  • Machtmotiv (verstecktes Zugehörigkeitsmotiv oder verwundetes Leistungsmotiv)
  • Umständen Bedeutungen verleihen und fordern, dass sie für Harmonie und Liebe/Zuwendung geteilt werden
  • Ab- und Entwertung anderer Menschen und den Partner zur eigenen Aufwertung und zur Abwehr der eigenen Angst vor Bedeutungslosigkeit und Verlust

Besonders bei beziehungsängstlichen Personen finden wir oft den Drang und Zwang, autonom zu bleiben. Sie fürchten, dass ihre hart erkämpfte Autonomie durch eine Partnerschaft gefährdet würde. Sie kennzeichnen sich sozusagen als anderes Extrem. Viele spüren dabei selbst die kleinsten (vermeintlichen) Übergriffe und sehen eine Gefahr, weshalb sie von Beziehungen zurückweichen. Und das, obwohl Liebesbeziehungen eben eine gesunde, aber nötige Anpassung fordern. Co-Abhängigkeit zu fordern, zeigt sich deshalb oft bei aktiven Beziehungsängstlern, Co-Abhängigkeit ausleben wiederum bei passiven Beziehungsängstlern. Erstaunlich oft sind die Ersten männlich und die Zweiteren weiblich. Aus meiner Erfahrung spiegeln sie sich gegenseitig: Zu oft habe ich – auch an mir selbst – erlebt, dass Frauen, die sich aus ungesunden Beziehungsmustern, wie z. B. ihrer Co-Abhängigkeit, schälen, aktiv eine Beziehung vermeiden. Es fällt leichter, offen Nein zu sagen, statt immer einzustecken. Dennoch leiden auch sie nach dieser Wende, denn das gefürchtete Alleinsein bzw. die innere Leere und Einsamkeit bleibt bestehen.

Wie du dir selbst helfen könntest, dich aus deiner Abhängigkeit zu befreien, erfährst du im nächsten Blogpost. In der Zwischenzeit empfehle ich dir dieses Buch “Wenn Frauen zu sehr lieben” (Robin Norwood) und den passenden Artikel dazu auf meinem Blog “Wenn Frauen zu sehr lieben: Liebe & Angst”