Der Mond und ich – eine wahre Liebesgeschichte – denn er half mir aus meiner Angst und Panik heraus. Es ist eine Geschichte, die ich gern als Inspiration erzähle. Denn sie zeigt, dass wir auch ohne Menschen, nur aus eigener Kraft und mit Hilfe von Leidenschaften, Angststörungen bzw. Angstzustände, sogar mit Panikattacken, überwinden können.

 

Wie mir der Mond half, meine Angst und Panik zu überwinden

finde deine leidenschaft als waffe gegen die angstAugust 2013: Gemeinsam mit meiner Mutter und einem Freund war ich nach Ibiza geflogen. Ich hatte am 19. Mai des Jahres wieder meine erste Panikattacke seit Jahren erlebt, in der U-Bahn, und saß zwei Tage später, an meinem Geburtstag, beim Arzt. Meine Therapie hatte ich im Juni begonnen – ich dachte, es würde ausreichen, um Ende August meinen Urlaub angstfrei genießen zu können. Doch das sollte ein Traum bleiben.

Als ich weinend im Flieger saß, musste mir meine Mutter die Hand halten, weil ich nicht zur Ruhe kam. Als mein Körper völlig geschwächt von der Angst und Panik war, schlief ich schließlich ein. Auf Ibiza angekommen, half mir zuerst das Meer, mich etwas geerdeter zu fühlen. Es ist bis heute einer meiner Lieblingsorte, egal, wo auf dieser Welt. Es beruhigt mich.

Was ich nicht wusste, war, dass ich eine genauso große Liebe finden würde. An einem Abend saß ich draußen auf der Terrasse des Hotels und dachte darüber nach, wie ich mein Leben weiterführen würde. Ich war müde, hoffnungslos und wusste nicht mehr, was ich noch tun sollte, um die Angst und Panik zu überwinden. Sie begleitete mich von früh bis spät und es schien, als würde nichts so recht als Hebel wirken. In diesem Moment, mit meiner Kamera  auf dem Schoß, blickte ich in den Himmel und fotografierte schließlich den Mond. Und schon war ich verliebt und bin bis heute besessen.

Ich fand schnell heraus, dass

  • in den Himmel schauen
  • von der Erde (wo es so vieles gab, was mich belastete) wegschauen
  • eine Leidenschaft haben, die einen beseelt
  • etwas, was man (fast) immer machen kann, ohne Geld und ohne Abhängigkeit von Menschen

bislang nicht auf meiner Liste der möglichen Wege aus der Angst und Panik gestanden hatte. Ich schrieb “Mond fotografieren” gedanklich dazu. Denn im Vergleich zum Meer, das ich nur vier, fünf Mal im Jahr sehen kann, ist der Mond fast immer sichtbar, je nach Zeit und Phase.

 

Jeder mit Stress, Angst oder Panik braucht eine ruhige Leidenschaft

Ich bin mir unsicher, ob es am Unterschied zwischen introvertierten und extravertierten Menschen liegt, dass die einen im Innen und die anderen im Außen nach Wohlgefühl suchen. Während man die introvertierten/ambivertierten mit einem Buch oder einer Kamera glücklich machen kann, brauchen extravertierte Personen andere Personen. Sie suchen nach Bestätigung im Außen, während introvertierte Frieden in sich suchen. Was mir bislang in der Beschäftigung mit Stress-Ängsten, Angstzuständen und Panikattacken aber auffiel, ist, dass Stille, Ruhe (Entschleunigung) und kreative Neugierde – im Alleingang – unterstützend wirken können. Sie stärken die Resilienz, weil sie die Unabhängigkeit fördern. Sie richten die Aufmerksamkeit von normalen Alltag und so von den Problemen weg, auch weg von Menschen, egal, ob wir mit ihnen zurechtkommen oder nicht.

Wer so eine ruhige und beruhigende Beschäftigung hat, der kann sich dabei in sich zurückzuziehen. Ob man nun alles andere ausblenden will oder nur etwas für sich tun möchte: KEINEN Menschen zu brauchen, der einem Bestätigung, Zuwendung oder Wertschätzung schenkt, stärkt den Charakter.

Es ist nicht zuletzt eine bewusste Selbstabgrenzung, in seine eigenen Welten hineintauchen zu können – oder abzutauchen. Ich bin bis heute ganz und gar von der Schönheit des Mondes fasziniert. Wann immer er am Firmament erscheint, hole ich meine Kamera und fotografiere ihn. Ich liebe Mondfotos, bin in etlichen Gruppen auf Facebook und in Foren. Dort habe ich meinen Tribe (meine Gleichgesinnten). Posten sie ein Mondfoto, und viele haben Teleskope im Wert von Tausenden Euros (ein Traum!), freue ich mich aus den Tiefen meiner Seele. Der Mond macht mich einfach – sorry – scheißglücklich. Da spielt es dann keine Rolle mehr, wenn mir etwas den Tag vermiest hat, mich jemand verletzt hat oder das Leben gerade nicht so fluffig wie sonst läuft. So eine Leidenschaft zu haben, trägt einen über (fast) alles hinweg.

  • Hast du so etwas in deinem Leben?
  • Oder ist dein Wohlgefühl noch an andere Menschen geknüpft?
  • Falls ja, was kannst du unternehmen, was dich ähnlich glücklich machen würde, wie mich der Mond?

Oder kann ich dich mit der Mond-Fotografie anstecken? Wenn dich das interessiert, würde ich mich freuen, wenn du mich in meiner Arbeit mit einem Affiliate-Kauf* unterstützt: Die Kamera, die ich für das Mondfoto bei Tag und das letzte Nachtfoto benutzt habe, ist eine Coolpix mit optischen Zoom. Das Nachtfoto des Titelbildes wurde mit einer Canon EOS 600D Spiegelreflexkamera + 18-135mm-Objektiv gemacht.

Was auch immer du für dich als Rückzugsort und Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag und der Angst findest: Es wird dich immer tragen, wenn es das richtige für dich ist! Verlierst du aber zwischendrin das Interesse, war es nicht das richtige. In dem Falle, suche einfach weiter. Was dir bestimmt ist, wird dich ohnehin finden.

Liebesgrüße vom Mond,
Janett

 

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